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Plausible SF-Utopie

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YY:

--- Zitat von: Ucalegon am 11.12.2014 | 16:52 ---Zumindest wenn man eine Utopie oder ein Setting mit utopistischen Elementen schreiben will, kommt man um politische Statements kaum herum.

--- Ende Zitat ---

Es gibt immer noch einen Unterschied, ob man das als Autor über das Setting hinaus "ernst" meint oder ob man das Setting aus diversen Gründen eben so konzipiert, weil es stimmig ist.

In diesem Fall: Man kann ein Biotech-Setting schreiben, ohne an jeder Ecke zu schreien: "Wer Gentechnik ablehnt, ist doof."
Das braucht nämlich kein Mensch.


--- Zitat von: Ucalegon am 11.12.2014 | 16:52 ---indem man die Utopie eben gerade darüber definiert, dass die meisten Menschen bzw. die aktuelle Gesellschaftsordnung davon ausgehen, dass der Kram gefährlich und problematisch ist und ihn dementsprechend über Ethik-Komissionen, GMV oder was auch immer man sich vorzustellen bereit ist, regulieren.

--- Ende Zitat ---

Und genau das meinte ich.
Wenn man als Autor festlegt, dass eine Technologie mit Umsicht und Bedacht eingesetzt wird und/oder dass sie grundsätzlich sicher und beherrschbar ist, und dann trotzdem noch einer kommt und sagt "Nein, diese Technologie ist immer schlecht!" - der muss dann eben mit einem anderen Setting glücklich werden, weil er hier offensichtlich keinen Spaß haben wird.
Nach solchen Befindlichkeiten kann man sich nicht richten, weil man es dann gleich ganz bleiben lassen muss.

Achamanian:
Ich möchte nur mal schnell einen Literaturtipp zu (in meinen Augen) plausbilen aktuellen SF-Utopien loswerden - einer meiner Lieblingsromane und von mir ins Deutsche gestümpert:
http://otherland-berlin.de/auslese-scifi-leser/items/978-3-453-31435-1.html

Das Buch ist fast jedes Mal, wenn ich an einem SF-Setting rumüberlege, auf die eine oder andere Art der Ausgangspunkt ...

Und David Brins Existenz ist in der Hinsicht auch einen Blick wert:
http://otherland-berlin.de/lesetipp-dm-leser/items/LT9783453529939.html

Da hat man dann auch gleich die beiden großen zeitgenössischen Fortschrittsfreunde beisammen, den linken Robinson und den politisch konservativen Brin.

Galatea:
Je nachdem wie okkult man werden will kann das durchaus interessant werden.

Für mein Opus anima SciFi-Setting stellte sich genau dieselbe Frage und die Lösung war in dem Fall denkbar einfach - ein Bewusstsein komplett ohne Seele (die nun mal mit dem Körper verbunden ist) zerbricht mit der Zeit. (Das bedeutet zwar dann wiederum dass z.B. die Kurip-Alepher Mechandros, sowie Konstrukte/KI-Mainframes auf Lux beseelt sind, aber sogar das macht vor dem Metaplot Sinn)

Die Lösung wäre dann, dass man zwar theoretisch immernoch "zu einem Raumschiff werden" kann, aber nur wenn man den Körper darin einbettet. Also sozusagen Pilot 2.0 und keine wirklich weltbewegende Neuerung.

Achamanian:
Man muss allerdings auch gar nicht mit der Seele kommen, um Uploading zu problematisieren. Ganz wissenschaftlich kann man auch einfach die Frage stellen, inwiefern die Hirnfixierung der Bewusstseinsforschung wirklich sinnvoll ist und inwiefern das Bewusstsein überhaupt als etwas gedacht werden kann, das losgelöst von seinem physischen Medium irgendwelche Inhalte hat.
Ganz banal gefragt: kann eine Person mit 8 Armen und der Fähigkeiten, Magnetfelder zu schmecken, noch "Ich" sein? Muss die nicht eine ganz andere Art von Bewusstsein haben, um körperlich zu funktionieren?

Ucalegon:

--- Zitat von: YY am 11.12.2014 | 17:09 ---Es gibt immer noch einen Unterschied, ob man das als Autor über das Setting hinaus "ernst" meint oder ob man das Setting aus diversen Gründen eben so konzipiert, weil es stimmig ist.

In diesem Fall: Man kann ein Biotech-Setting schreiben, ohne an jeder Ecke zu schreien: "Wer Gentechnik ablehnt, ist doof."
Das braucht nämlich kein Mensch.

--- Ende Zitat ---

Was ich meinte, war, dass man eine Utopie im Sinne der Fiktion einer besseren Gesellschaft/Welt nicht schreiben kann ohne deutlich zu zeigen, was besser in diesem Kontext heißt. Da wird man sich unweigerlich mit Leuten anlegen ob das nun tatsächlich die eigene politische Meinung ist oder nicht.

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