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Krimi Noir und Postapo

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Waldviech:
Um mal wieder ein kleines Brainstorming anzustoßen:
Kombinationen des Krimi Noir mit anderen Genres gibt es im RPG-Sektor ja nicht wenige. Es gibt da Genrecrossover mit Fantasy, mit Horror und mit SF. Da stellt sich mir grade die Frage, wie wohl ein postapokalyptisches Krimi-Noir-Setting aussehen könnte....was mir spontan so in den Sinn kommt:

- Generell braucht es IMHO eine urbane Gegend. Die weitaus meisten Noir-Krimis spielen in einem großstädtischen Umfeld. Denkbar wäre also eine Postapokalypse, in der die Überlebenden sich in große Stadtstaaten zusammengedrängt haben. Überfüllte Bunkermetropolen, der "letzte Außenposten der Menschheit", etc.pp. bieten sich da an. Stellt sich die Frage: Was ist draußen?
- Eine schwache, korrupte Regierung, Gangunwesen, Armut und Verzweiflung ergeben sich durch Postapokalypse quasi von selbst
- Ein "Techlevel" irgendwo auf dem Niveau der 40er wäre als Remineszens recht witzig. Möglicherweise ist die 40er-Tech etwas, was die Überlebenden nach dem großen Knall durch Recycling und Re-Engeneering zusammenlöten können. Höher entwickelte "Präapokalyptische Technologie" wäre dann der Stoff aus dem die McGuffins geschnitzt werden.

Was wär noch cool, was braucht es, was braucht es nicht, wie gut ist das Konzept.....Fragen über Fragen.... ;D

Edit:
Diverse Settings in dieser Richtung gibt es natürlich durchaus. So ad hoc käme mir da Judge Dredd in den Sinn, oder die Welt in der die Comicreihe "The Goon" spielt - wenn es dort mehr um radioaktive Mutanten und weniger um übernatürliche Wesen gehen würde.

Sashael:
Ich weiß nicht. Noir bedient sich ja doch immer des Gegensatzes einer funktionierenden Gesellschaft, die sogar auf eine rein ökonomische Weise durchaus prosperiert, aber sehr viel Dreck unter der Oberfläche verbirgt. Dekadenz der oberen Zehntausend vs. die Armut der malochenden Arbeiter z.B. und all das umrahmt durch Korruption und Verbrechen. Eine Gesellschaft, die verfällt und das nicht wahrhaben will.

Postapokalypse ist dagegen bereits der vollzogene Verfall. Wo kann man da noch einen Noir-Aspekt draufsetzen? PA ist schon so ziemlich das düsterste Setting, was Gesellschaften angeht. Noir ist der gewalttätige Gegensatz zur propagierten heilen Welt. In PA ist nichts mehr heil. Alle sind sich der Zerstörung bewußt. Der Part des desillusionierten Antihelden ist nicht mehr exklusiv.

Die enttäuschende Seite des Verfalls? Klar kann man jemanden wie Marlowe auch in einen Bunker mit Überlebenden stecken, aber das Feeling ist doch extrem anders. Und wenn man die Gesellschaft so aufbaut, dass der Noir-Aspekt wieder zum Tragen kommt, dann braucht man auch das PA nicht mehr.

Oder pathetischer ausgedrückt: Im Dunkeln sieht man keine Schatten.

Lichtschwerttänzer:
Scheinbar erfolgreiche Recovery direkt in die soziale Dekadenz, Manchester Kapitalismus etc etc

Tyloniakles:
Ich fühle mich an "Piecraftian Dieselpunk" erinnert...
http://www.ottens.co.uk/gatehouse/2008/05/the-two-flavors-of-dieselpunk/

Mr Grudenko:

--- Zitat von: Waldviech am  3.01.2015 | 14:39 ---wie wohl ein postapokalyptisches Krimi-Noir-Setting aussehen könnte

--- Ende Zitat ---

In der durchgedrehte Variante gab es ja mal den Film "Radioactive Dreams": Zwei Jungs wachsen in einem Atombunker nur mit Noir Filmen und Büchern auf und ziehen dann mit 40er Jahre Coolness durch die verwüstete Gegend.

Für das urbane Setting wäre z.B. das Manhattan aus "Die Klapperschlange" geeignet: Verschiedene Warlords und ihre Gangs beherrschen ihre jeweiligen Viertel und kontrollieren den Handel mit Lebensmitteln, sauberem Wasser, instandgesetzter Technologie etc.
Die Detektive könnten dann vor allem für den "kleinen Mann" verschwundene Personen oder Dinge wiederfinden. Evtl. könnten sie auch Verbrechen aufklären, weil die Schläger von den Gangs natürlich kein Interesse an so was  haben. Die Auftraggeber der Detektive könnten dann die gesammelten Beweise benutzten, um bei ihrem "Paten" Gerechtigkeit zu fordern.

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