Medien & Phantastik > Lesen
Herr der Ringe, Nationalsozialismus
Tarin:
Aus ebenfalls professioneller Perspektive (Deutschlehrer) halte ich die ganze Aufgabenstellung für nahtlos doof.
@Holo
Ich würde da dann halt die gewollten "Parallelen" zeigen aber betonen, dass Tolkien genau diese Art von Interpretation durchgehend abgestritten hat. Der Mann wollte eine fiktive Mythologie schreiben. Anfangs wollte der nur eine Welt zusammentackern, in die er seine selbsterfundenen Sprachen einbetten konnte. Ich finde es wie Archoangel schlicht zuviel verlangt, in der 7. Klasse solche Parallelen ziehen zu lassen.
Gruß
Tarin, hat mal in der Oberstufe das Star Wars Imperium und das Dritte Reich verglichen
EDIT: @6 Tolkien und HDR erstmal wenig. Eher schon in Klasse 7 das Referieren, freies Vortragen, Präsentieren. Da werden dann gern schülernahe Themen genutzt. Wie da jetzt die Sache mit dem WK2 reinkommt.... keine Ahnung.
Sin:
--- Zitat von: Abralax am 14.01.2015 | 17:11 ---Tolkien wurde häufig vorgeworfen, dass sein Geschichtsbild den selben Idealvorstellungen entspricht wie der Nationalsozialismus.
D.H. seine Kritiker warfen ihm vor, dass seine Helden den germanischen/arischen romantischen Idealvorstellungen entsprechen und das die Darstellung des häßlichen Bösen mit antisemitischen/rassistischen Vorstellungen vergleichbar ist.
--- Ende Zitat ---
Das ist in der Tat die einzige offensichtliche Verbindung zwischen HdR (und von HdR inspirierter Fantasy) und dem Nationalisozialimus. Es war keine besonders schlaue Idee von Tolkien in einer Zeit, in dem Völkermord aus Rassismus begangen wurde, ein Buch zu schreiben über edle Rassen/Völker/Spezies, die gegen Rassen/Völker/Spezies Krieg führen, die von Geburt an böse, verdorben und häßlich sind.
Archoangel:
@6: Das ist so ein Ding der Moderne: weil die Kidds ja gar nichts lesen haben die Kultusminister so ziemlich alles was man lesen kann (incl. Comics und Mangas) für den Unterricht freigegeben, damit sie eben doch lesen. Wobei es natürlich keine verlässlichen Quellen gibt, die belegen würden, dass mehr oder wenig gelesen würde als zu unserer Schulzeit. Aber vermutlich ist es "nur" eine moderne Fassung von Buchvorstellung. Und vermutlich (bald gibts Zeugnisse) versucht unser junger Freund auch nur die aktuelle Note zu verbessern ... kein Mensch macht jetzt noch reguläre Noten.
ChaosAmSpieltisch:
Also ich hätte mich in deinem Alter da einfach mit dem Lehrer angelegt, und gesagt, ja, es gibt einige Leute die da parallelen sehen, aber es gibt keine Quellen von Autor die, die dieses belegen, nur gegenteilige.
Aber du reißt nicht nur dich damit in den Abgrund, sondern eventuell deine Geschwister an der selben Schule auch.
6:
@Tarin&Archoangel:
Ah. Oki. Danke für die Info. :)
Also ich weiss nicht wie das heute ist, aber ich kann sagen, dass ich fast gar keine Pflichtliteratur im Gymnasium (80-er) gelesen habe. Ich fürchte auch die Massnahme hätte da bei mir keine Abhilfe geschaffen.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln