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[SF] FTL-Konzept (für Redshift)
Feuersänger:
Stimmt, ein physisches Tor wäre nicht wirklich zwingend als Constraint erforderlich... aber es hätte halt dann unter bestimmten Bedingungen unterschiedliche Auswirkungen. Man kann ja z.B. bestimmen, dass es nur mit diesen Toren möglich ist, die fraglichen L-Punkte über X Lichtjahre genau anzuvisieren.
Dies würde z.B. bedeuten:
- die Exploration eines neuen Systems ist je nach Definition entweder sehr zeitaufwendig (weil man ohne Tor weit außerhalb des Systems ankommt) oder sehr gefährlich (weil man extrem nah an die Sonne ranspringen muss und Fehler tödlich sein können.)
- im interstellaren Konfliktfalle hätte ein System die Möglichkeit, sich einzuigeln -- indem das Tor entweder deaktiviert wird (falls das überhaupt möglich ist) oder man es im Extremfall zerstört - sozusagen "cut the bridges".
Invasoren würden dann auf den langen Umweg gezwungen werden, wo man sich umso besser gegen sie verteidigen kann. Freilich nähme das fragliche System dadurch eine rein defensive Haltung ein. Es ist daher auch gut möglich, dass man diesen Schritt nur sehr ungern nimmt, und es quasi der letzte Ausweg bleibt.
Ohne Tore wäre es eben genau andersrum -- im Konfliktfall kommen angreifende Flotten immer durch das Nadelöhr, und dort wird immer die Schlacht um das System ausgetragen. Es gibt keine Notbremse. Die Verteidiger haben aber prinzipiell immer noch einen Vorteil, was ja vom Start weg der Grund ist, warum ich ein -to-Point FTL haben will.
Der Idealfall (für den Verteidiger) wäre freilich, wenn die Tore quasi verschlüsselt wären -- wer nicht den richtigen Code besitzt, für den öffnet sich das Tor nicht, und der verschwindet entweder im Hyperraum oder wird weit außerhalb rausgeshuntet.
Aber das wiederum wäre extrem hinderlich für die zivile Raumfahrt, insbesondere freilich für weniger legale Operationen, und das ist ja jetzt nichts was wir per se aus dem Setting rausschreiben sollten. ;) --> also lieber keine verschlüsselbaren Tore.
--
Kommen wir wieder zurück zur Frage der Constraints beim Absprung. Wie gesagt, aus verschiedenen Gründen sollte das prinzipiell von (fast) überall möglich sein (außer zu nahe an Schwerkraftquellen dran). Fragt sich, welche Bedingungen genau erfüllt werden müssen.
Bisheriger Ansatz, wie gesagt: Vektor relativ zum Zielstern muss 0 sein.
Vorteil: man vermeidet naturwissenschaftliche Probleme in Fragen von der Impulserhaltung bis hin zur Kausalität.
Nachteile daran:
- der Betrag dieses Vektors ist wie gesagt kein Allgemeinwissen; ihn für jeden Stern in Reichweite zu berechnen übersteigt erstens mein Fachwissen und zweitens hätte ich bei knapp 1000 Sternen in 50Lj* nicht die Zeit dazu.
- die Beträge können extrem unterschiedlich ausfallen; manche Sterne bewegen sich fast synchron mit der Sonne, andere sausen mit >100km/s durch die Gegend.
*) Noch schlimmer wird es, wenn ich den 50Lj-Radius kicken würde und sagen, dass man mehr oder weniger überall hinspringen kann, um sich der bekannten Exoplaneten zu bedienen.
Wie könnte man das lösen?
Skeeve:
--- Zitat von: Feuersänger am 1.02.2015 | 22:55 ---- der Betrag dieses Vektors ist wie gesagt kein Allgemeinwissen; ihn für jeden Stern in Reichweite zu berechnen übersteigt erstens mein Fachwissen und zweitens hätte ich bei knapp 1000 Sternen in 50Lj* nicht die Zeit dazu.
Wie könnte man das lösen?
--- Ende Zitat ---
muß man das in unserer Realität wirklich genau wissen oder reicht es wenn die Navigatoren im Redshift-Universum an Bord ihrer Raumschiffe ermitteln können?
Für den Fall dass die Rechenkapazität der zivilen Raumschiffe das nicht hergeben könnte ich mir vorstellen dass es da zur Unterstützung vorgerechnetete Tabellen (so was wie "Logarithmentafeln") gibt und damit der ziviele Verkehr auf bestimmte Routen zwischen den Sternen festgelegt ist. Nur die militärischen Schiffe hätten dann soviel Rechenkapazität um die Vektoren für alle möglichen Ziele, die vom aktuellen Statpunkt erreichbar sind, zu berechnen. Und die nicht so ganz legalen Transporte, die hätten schon die nicht so ganz legalen Möglichkeiten um an die Werte für einen direkten Sprung von Hier nach Stern XYZ (ohne die üblichen Routen mit den Zwischenstops beim Stern Alpha und Omega zu nehmen)
Feuersänger:
Nein, da liegt nicht das Problem.
Ich versuch's mal kurz zu erklären: ein Vektor besteht aus zwei Komponenten: Richtung und Betrag. Die Richtung (wo der Pfeil hinzeigt) kann uns daheim herzlich egal sein, das darf der Bordcomputer gerne ad hoc ausrechnen. Aber der Betrag (wie lang der Pfeil ist), das müssen wir wissen, denn das ist die delta-V, die das Schiff aufbringen muss, um springen zu können.
Das braucht dann je nachdem eine bestimmte Menge Treibstoff und auch Zeit -- und das ist absolut relevant für die abzubildenden Szenarien.
Das Prozedere vor dem Absprung sähe dann quasi in den allermeisten Fällen so aus: erst die eigene Bahngeschwindigkeit um die Sonne killen, dann in der eigentlich benötigten Richtung (die der Bordcomputer ausrechnen und wir nicht wissen müssen) um einen bestimmten Betrag beschleunigen. Bzw können die Navcomputer meinetwegen auch beide Schritte kombinieren, dann spart man unter Umständen ein bisschen was. _Dann_ wäre der Vektor angeglichen und man könnte springen.
Chaos:
--- Zitat von: Feuersänger am 1.02.2015 | 22:55 ---Dies würde z.B. bedeuten:
- die Exploration eines neuen Systems ist je nach Definition entweder sehr zeitaufwendig (weil man ohne Tor weit außerhalb des Systems ankommt) oder sehr gefährlich (weil man extrem nah an die Sonne ranspringen muss und Fehler tödlich sein können.)
- im interstellaren Konfliktfalle hätte ein System die Möglichkeit, sich einzuigeln -- indem das Tor entweder deaktiviert wird (falls das überhaupt möglich ist) oder man es im Extremfall zerstört - sozusagen "cut the bridges".
Invasoren würden dann auf den langen Umweg gezwungen werden, wo man sich umso besser gegen sie verteidigen kann. Freilich nähme das fragliche System dadurch eine rein defensive Haltung ein. Es ist daher auch gut möglich, dass man diesen Schritt nur sehr ungern nimmt, und es quasi der letzte Ausweg bleibt.
Ohne Tore wäre es eben genau andersrum -- im Konfliktfall kommen angreifende Flotten immer durch das Nadelöhr, und dort wird immer die Schlacht um das System ausgetragen. Es gibt keine Notbremse. Die Verteidiger haben aber prinzipiell immer noch einen Vorteil, was ja vom Start weg der Grund ist, warum ich ein -to-Point FTL haben will.
--- Ende Zitat ---
Was wäre, wenn man beides kann? Also entweder zum L-Punkt springen und nah am Ziel ankommen, wo die Verteidiger schon warten, oder nach weit draußen springen, wo man nicht gleich angegriffen wird, aber auch sehr lange braucht, bis man am Ziel ist - und die Verteidiger kommen schneller vom L-Punkt ans Ziel als man selbst von weit draußen.
Man könnte das noch dadurch verkomplizieren, indem man, um zum L-Punkt zu springen, ziemlich genau wissen muss, wo der gerade ist. Position des Sterns ist bekannt, aber man bräuchte relativ aktuelle Informationen darüber, wo der zweite Körper gerade ist, am besten von jemanden, der vor kurzem erst dort gewesen ist.
Weiterer wilder Gedanke: es muss nicht der L-Punkt des Sterns und seines massereichsten Planeten sein, sondern als zweiter Körper reicht alles, was maximal um einen Faktor X weniger massiv ist als der Stern - wobei X so gewählt ist, dass in der Regel alle Gasriesen des Systems als zweiter Körper taugen. Je nachdem, wie die Planeten im System verteilt sind, und wo die Planeten gerade relativ zum Ziel innerhalb des Systems stehen, könnte das für die Navigation wesentlich praktischer sein, als nur den massereichsten Planeten zuzulassen.
Skeeve:
--- Zitat von: Feuersänger am 2.02.2015 | 00:05 ---Das braucht dann je nachdem eine bestimmte Menge Treibstoff und auch Zeit -- und das ist absolut relevant für die abzubildenden Szenarien.
--- Ende Zitat ---
Wo der Mann Recht hat, da spricht er wahr...
Nebenbei noch Danke für den Link zu den Sternkarten (ich habe jetzt nach den ersten und den letzten Postings auch die anderen Postings in der Mitte gelesen)
Nach Tankstellen neben den Ziel-Sprungtoren [wurde irgendwo mal kurz erwähnt] und der Wasserrtransport-Diskussion, frage ich mich gerade ob schon Tankstellen bei den Startpunkten berücksichtigt wurden.
Sollen die Schiffe den Treibstof um zum einen weit genug aus der Schwerkraftsenke raus zu fliegen und um dann den Vektor anzugleichen schon beim Start transportieren? Oder können sie den Sprit, den sie dann zum Vektor angleichen benötigen, da draußen nachtanken? Das würde dann die Startpunkte auf die Gegenden, ganz weit draußen, reduzieren wo genügend Treibstoff "rumfliegt" (entweder auf natürliche Art dort unterwegs (Kuipergürtel?)oder dorthin transportiert).
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