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Wie geht´s los? Settings mit ungewöhnlichem Hintergrund.

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Chiarina:
Ich denke gerade über ein Itras By Einsteigerabenteuer nach (mein Problem ist aber nicht auf dieses System beschränkt) und grübele über Folgendes:

Das Setting ist ja nicht gerade selbsterklärend. Zu sagen: "Hier sind eben die Zwerge" reicht nicht aus. Die Stadt, in der das Rollenspiel stattfindet, umfasst 80 Seiten Beschreibung. Die Charaktererschaffung ist ziemlich frei. Zu sagen: "Fang einfach mal an zu würfeln" funktioniert nicht. Um aber Ideen zu entwickeln sollte ein Spieler wenigstens so einigermaßen das Setting kennen, oder?

Das Regelwerk enthält ein Beispielabenteuer, das sich ein wenig um das Problem herumdrückt: Es gibt vorgefertigte Charaktere, die alle dasselbe Haus bewohnen. Das Abenteuer spielt dann auch mehr oder weniger ausschließlich in diesem Haus. Der Vorteil ist natürlich, dass ich nach einer kurzen Hausbeschreibung sofort anfangen kann. Allerdings lernt man dabei wirklich nur einen sehr kleinen Teil der Stadt kennen und kann keine eigenen Charaktere entwickeln. Es kommt hinzu, dass es für die Charaktere nach Abschluss des Abenteuers nur teilweise weitere Abenteuerhooks gibt. In dieser Form ist dieses Abenteuer ziemlich sicher ein One Shot.

Insgesamt finde ich besonders die Charakterentwicklung einen Knackpunkt. Wenn ich Charaktere haben will, die einen Bezug zum Setting haben, dann sollten die Spieler das Setting kennen...

Wie würdet ihr denn vorgehen, wenn es ein bisschen mehr als ein One Shot sein darf. Nicht gleich eine ewige Kampagne, aber eine etwas längere Angelegenheit von vielleicht 6 - 10 Sitzungen mit einem zentralen Motiv und weitgehend offener Handlung, die in der Stadt Itras By stattfinden soll. Brauchen die Spieler erst einen Spielleitervortrag über 80 Settingseiten? (Auf so etwas würde ich mich nur zur Not einlassen). Oder kennt ihr Alternativen?

Wie startet ihr neu in einem Setting, das den Spielern unbekannt ist?

Chiarina.

Lichtbringer:
Ich fahre da eine Doppelstrategie: Ich gebe durchaus eine kurze Einleitung zu der Welt und ihren wichtigstens Besonderheiten. Das sollten aber nicht mehr als fünf Minuten sein und sollte wohl strukturiert ablaufen.
Ansonsten erstelle ich eine Reihe von SCs vor, die die Spieler entweder wählen oder als Vorlage nutzen können. Sie haben sie zumindest ein Vorbild, wie ein SC aussehen könnte.

munchkin:
Ich kenne das Problem aus Pavis, einer Stadt in Glorantha, das durch die vielen Kulturen und Mythologie auch etwas "unübersichtlich" ist. Ich gebe den Spielern einen kurzen Abriss was es grob für Stadtviertel gibt, picke 3-5 Kulturen raus für die Charaktererschaffung und starte dann in einem der Stadtteile mit einem kurzen Einführungsabenteuer.

Den Rest der Stadt und weitere Informationen zu NPC, Tempeln etc gibt es dann nach und nach...

bobibob bobsen:
Ich versuche die Kernelemente der Stadt kurz zu beschreiben.
1. Wie sieht die Stadt aus.
2. wer wohnt in der Stadt
3. Wie wird die Stadt regiert
4. Gab es irgendwelche besonderen Vorkommnisse in der nahen Vergangenheit (die Stadt wird belagert, Hungernot, Krankheiten)

Mein Rat : halte dich damit nicht länger als 5 Minuten auf, die meisten Mitspieler nicken sonst weg.

Weltengeist:
Ich starte solche Settings wenn möglich mit Charakteren, die sich genauso wenig auskennen wie die Spieler selbst. Beispielsweise Bewohner eines bestimmten Dorfes, Sklaven (Gladiatoren, whatever) die noch nicht viel rumgekommen sind, frisch angekommene Reisende von ganz woanders oder gar Leute, die durch ein Weltentor da hingestolpert sind.

Das hat zwei Gründe. Zum einen den bereits von dir genannten - dass viele Spieler keine Lust haben, sich die Settinginfos wirklich reinzuziehen. Aber es gibt noch einen zweiten: Es hat einfach was, ein solches Setting langsam kennenzulernen. Und wie ginge das besser, als wenn der eigene Char auch nicht weiß, was da eigentlich läuft?

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