Pen & Paper - Spielsysteme > D&D - Dungeons & Dragons
Worin besteht das Ziel Eurer Charakteroptimierung (Powergaming?)
Edvard Elch:
Ich spiele eigentlich kein D&D und meine Systemkenntnisse sind eher rudimentär, ich finde das Thema aber interessant.
@Rentin: Auch für mich wird nicht so wirklich greifbar, auf welches Phänomen du jetzt genau raus willst. Du fragst, wieso Spieler optimieren (also mit den harten Regeln von D&D arbeiten, um starke Charaktere zu bauen) sprichst aber gleichzeitig von Teflonbillys, die – korrigiere mich, wenn ich das falsch verstanden habe – keine Angriffsfläche für Drama bieten und nicht ordentlich mit der Welt vernetzt sind (wofür D&D keine Regeln hat). Ich sehe da nicht so recht den Zusammenhang und bin verwirrt. Könntest du vielleicht mal – ironie- und sarkasmusfrei – ein oder zwei prototypische(s) Beispiel(e) posten, damit wir wissen, von welchem Verhalten du jetzt genau sprichst und wo dein Problem damit ist?
Rhylthar:
--- Zitat ---Auch hier kann ich das verstehen, aber würdest Du an einem solchen Charakter festhalten, wenn der verständnisvolle SL Dich bittet ihm einige Haken und Ösen zu verleihen, wo er seine Ideen festmachen zu können?
--- Ende Zitat ---
Definiere mir Haken und Ösen.
D&D 5E kennt für den Background "Flaw", "Bond" und "Ideal". Damit habe ich imho, wenn ich nicht gerade als Flaw die Angst vor Breitmaulnashörnern genommen habe, dem SL schon Dinge gegeben, bei denen er ansetzen kann, was auch vollkommen okay ist, so lange er nicht permanent mit moralischen Dilemmata wie "Paladin vs. Orc Baby" kommt.
Wenn er mich aber bitten würde, ich solle meinen Charakter regeltechnisch schwächer machen (wohlgemerkt: Es ist weder ein Spotlight-Dieb noch ein Gamebreaker!), würde ich es freundlich verneinen und im Zweifel die Runde verlassen.
Luxferre:
Aus Spielersicht:
Ich optimiere meine Charaktere.
Ich erstelle keine Teflon-Billies, Snowflakes oder Munchkins.
Bedeutet, dass ich raushole, was regelseitig geht, wenn es fluffmäßig passt.
Zurzeit spiele ich einen elfischen Mystiker / Hüter Alten Wissens, der halt seine klerikalen Zauber beherrscht und einige, nette Arkanzauber. Dazu passend den Fluch mit den verbrannten Armen (arkane Feuerzauber für Nahkampfschwäche).
Jo, der kann so einiges, kommt aber auch mit eklatanten Schwächen daher. Da wir aber kein weiteres Nahkampfpotential in der Gruppe brauchen, macht sich das Kerlchen verdammt gut.
Aus SL-Sicht:
Ich habe kein Problem damit, wenn auf Stufe 1 ein Barbar mit ST 20 und Heftigem Angriff in der Runde mitspielt. Dann wird halt anders gekämpft. Meist kürzer oder ich passe die Gegner an, indem ich mehrere Gegner auffahre und nicht bloß einen. Nicht immer, aber manchmal. Spannend darf es gern bleiben.
Abgesehen davon will ich auch, dass die SC in ihren Spezialgebieten glänzen. Auch dafür spielt man Rollenspiele: Erfolg.
Zumal der Spieler hinter dem optimierten SC durchaus harte Nachteile inkauf nimmt, dass er glänzen kann. Soll mir also recht sein.
Zu Teflon-Billies kann ich wenig sagen. Ich habe es erst einmal erlebt, dass ein Spieler ausschließlich regelseitig anwesend war und mit seinem 3.5er Peitschen-Trip-Monster jeden Kampf zur Farce gemacht hat. Langeweile vorprogrammiert. Wer's braucht ::)
Belphégor:
--- Zitat von: Edvard Elch am 16.02.2015 | 10:11 ---@Rentin: Auch für mich wird nicht so wirklich greifbar, auf welches Phänomen du jetzt genau raus willst. Du fragst, wieso Spieler optimieren (...) sprichst aber gleichzeitig von Teflonbillys, die
--- Ende Zitat ---
Ich vermute, er wirft beide Dinge (Teflonbilly und Powergamer) durcheinander, weil Teflonbillies oft auch ihren Charakter regeltechnisch optimieren. Vollständiges Teflon gibt es ja nur, wenn der Charakter sowohl wertetechnisch als auch spielerisch unangreifbar ist. Von daher schließen sich die beiden Vorgehensweisen nicht aus: Ich kann gleichzeitig Powergamer sein und mir einen Teflonbilly bauen.
Teflonbillys baue ich mir nur, wenn der Meister die Schwächen der Charaktere ausschließlich gegen sie nutzt. Nehmen wir mal an, ich spiele einen Verführer. Meine Versuche, über eine Frau an Geheimnisse heranzukommen, scheitern jedesmal an guter Ehe, Rechtschaffenheit (oder sonstiger Meisterwillkür). Wenn eine Frau darauf eingeht (oder gar auf mich zugeht), stellt sie sich hinterher immer als Succubus oder ähnliches getarntes Monster raus. Wieso um alles in der Welt sollte ich dem Meister für so etwas Schwächen anbieten? Da habe ich doch nichts von! (Eher im Gegenteil: Durch das Spotlight wird mein Casanova zum notgeilen Sozialtrampel gemacht.)
Es geht mir dabei also größtenteils um Vertrauen. Wenn ich dem Meister vertraue, kann (und werde) ich einen Charakter mit Haken und Ösen bauen.
Lichtschwerttänzer:
--- Zitat von: Rentin am 16.02.2015 | 02:36 --- Zum Beispiel bei einer heimlichen Infiltration, einen Wachturm mit dem Raketenwerfer umzuholzen und dann zu glauben, das die Infiltration noch gelingt, während 300 Soldaten aufwachen, .
--- Ende Zitat ---
Begründung?
Ist doch nicht gerade ein unpassendes Ablenkungsmanöver
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