Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen
Gutes (Fantasy-)System für EinsteigerInnen
Village Idiot:
Eigentlich gibt es da mehr als genug und du solltest es davon abhängig machen, was die Leute kennen und mögen. Meine aktuelle Einsteigertruppe spielt Dungeonslayers, die wollten Standartfantasy kommen aus der Gamerecke und DS liefert einfach ein gutes Mittelmaß zwischen Regelleichtgewicht und Platz zum Optimieren. Die beiden Male davor habe ich Barbarians of lemuria genommen. Einmal da den Spielern einfach Regeln, ein hübscher Charakter und die Geschichte wichtig war. BoL lässt sich einfach einpassen, die Regeln sind leicht und man kann aus wenigen Werten viel über den Charakter erfahren. (BoL lässt sich eh einfach adaptieren, ich habe damit unter anderem schon eine Space-Opera-Söldner Kampagne, Turtels, Aventurien, Standartfantasy und eine satanistische Rockergang Urbanfantasy Kampagne gespielt.) Das zweite mal haben wir im Lemuriasetting gespielt, gerade weil, vor allem eine, Spielerin mal richtig auf den Putz hauen und creepy Kram machen wollte.
EDIT: Hier mal ein paar Anmerkungen.
Barbarians of Lemuria: Einfache Regeln, schnelles Lospielen, regeln leicht auf anderes anpassbar. Gut für over-the-top-action und eher "erzähllastigeres" Spiel. Oder einer Mischung davon.
Lamentations of the Flame Princess: Einfache Regeln. Wenn du eh auf OSR stehst warum nicht? Ist ja im Grunde "nur" ein gestreamlintes und modernisiertes D&Dclassic. Ich bin mir nicht sicher, was du mit Gorefaktor meinst, aber ich glaube ein Teil davon kommt ha erst durch die LotFP Module und wenig durch die Regeln. Und zum anderen würde ich mir auch ernsthaft die Frage stellen: Warum glaube ich, dass dieser Gore-Faktor nichts für "Anfänger" ist?
D&D5: Für mich ein kleines bisschen zu heavy in der Charaktererschaffung, ich würde halt schnell ins Spiel kommen wollen. Im Spiel denke ich aber gut handlebar. Bei nem One-Shot oder ner Minikampagne (wie die Einsteigerbox) mit vorgefertigten SCs sicher ne tolle Sache.
Aborea Einfach. schnell leicht vertändlich, sonst zwar nichts besonderes, aber es spricht auch nichts dagegen.
Savage Worlds Nicht meine erste Wahl, wenn nicht ein zwei Spieler mit Grundkenntnissen, neben den Anfängern dabei sind. Machbar, aber nicht meine erste Wahl.
Dungeon World : Jup, warum nicht, leichte und schneller Charaktererschaffung, alle Sonderregeln auf dem charakterbogen. Für schnelles und storyintensives Spiel top!
Ulisses Universal regeln Tolle Regeln, bescheuerte Abenteuer, in der Fantasy Variante Kakophonia bislang leider nur als Einzelabenteuer mit vorgefertigten SCs (und Handlungen ::)). Das John Sinclar Abenteuerspiel rockt aber.
FATE Accelerated Ebenfalls leicht schnell, für das eher Charakter und storyzentrierte Spiel.
Chruschtschow:
Barbarians of Lemuria wurde ja schon erwähnt, kann ich nur unterstreichen. Wobei anscheinend das Grundregelwerk auf deutsch vergriffen ist.
Dungeonslayers ist ein schön leichtes System. Einstiegsabenteuer sind gar kein Problem. Es gibt in der Box ein kleines "Tutorial", Dungeons-2-Go lohnen sich für zwischendurch. Und im Grundregelwerk gibt es auch noch drei Sachen, die wunderbar kein Klischee auslassen.
Und dann natürlich mein persönlicher Favorit: Fate Accelerated (FAE) als das "kleine" Fate Core (hier für lau bei DriveThru). Die deutsche Version Turbo Fate kommt bald™. Ich habe letztens erst FAE mit einer Runde Neulinge im Setting Aether Sea gespielt, Fantasy in Space, sozusagen Tolkien meets Serenity. Hat wunderbar funktioniert. Es gibt noch ein paar teils echt großartiger Settings, die man bei DriveThru erst ein Mal für frei bekommt. Wenn es einem gefällt, kann man ja noch ein bisschen Geld in die Richtung werfen. ;)
Archoangel:
Wie üblich ... frag`11 Rollenspieler und du bekommst 30 Meinungen.
Da Du selbst ja kein Neuling bist, sondern bereits Erfahrungen (ohne Ende) gesammelt hast rate ich dir: nimm ein System, dass du selbst gut findest. Wenn dein erster Gedanke 2nd Edition war - dann nimm sie doch! Oder OSRIC oder was auch immer dir liegt. Letztlich ist das System ziemlich wurscht wenn der SL/GM mit Herz bei der Sache ist und die Gruppe harmoniert. Und Rollenspiel lernt sich immer recht leicht, wenn ein(e) Spieler(in) mit Erfahrung das Ganze anleitet. Völlig egal um welches System es sich handelt. Seinerzeit haben wir sogar (Rule?)Rolemaster an einem Spielabend recht flüssig drauf gehabt.
Eine völlig neue Gruppe ohne Spielerfahrung dürfte es da heutzutage deutlich schwerer haben, aber das its hier ja nun mal nicht der Fall.
Thandbar:
Ich würde auch für D&D5 meine Stimme abgeben. Finde ich für komplette Neueinsteiger auch wesentlich besser als AD&D.
Die Basisregeln kann sich auch jeder Deiner Spieler völlig legal für umme aus dem Netz ziehen.
Lasercleric:
Egal für welches System Du Dich entscheidest: ich würde versuchen eines zu nehmen, welches die Erzählinitiative großteils beim Spielleiter belässt. Also kein Indie-Kram wie Fate, Dungeon World etc. Mehrmals habe ich beobachten können, dass es für manche Anfänger sehr unangenehm bzw. ungewohnt ist, spontan "kreativ" zu sein und story-telling zu betreiben. Das Reagieren fällt natürlich leicht.
D&D 5 bietet sich da insofern an, weil es immer Vorschläge bzw. Tabellen anbietet, die die unangenehme Situation etwa bei Charaktererschaffung vermeiden.
Die D&D Anfänger-Box mag in der Tat daher eine sehr gute Idee sein (weitgehend vorgefertigte Charaktere, klare Aufgabenstellung), sofern man die D&D-Spielprämissen grundsätzlich teilt: in einer Wilder-Westen/Fäntelalter-Welt voller gewalttätiger Monster spielt man Helden, deren herausragende Qualität ist, Probleme mit Gewalt zu lösen.
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