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Magie?

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Pyromancer:

--- Zitat von: Chiarina am 29.05.2015 | 23:31 ---Vielleicht hilft es aber, bei dem Problem nur das Setting im Auge zu behalten und den ganzen Midgard-Crunch zu ignorieren. Ich will also die Welt Midgard bespielen. Alles andere ist mir egal.

--- Ende Zitat ---

Das ist ein Problem, dass ich bei meiner Konvertierung von Midgard auf Savage Worlds auch hatte: Die Sprüche sind Teil des Settings!

Mein persönlicher Ansatz zur Umsetzung der Midgard-Magie mit den Turbo-Fate-Regeln wäre aber auch minimalistisch: Mit passendem Konzept-Aspekt ("Magier der Gilde des blauen Vogels", "Mokatischer Khalidan", "Valianischer Seemeister") kann man das machen, was ein entsprechender Midgard-Charakter auch könnte. Viele Zaubersprüche sind ja ikonisch: EdWdD/EdA, Heranholen, goldener Panzer, die arschlahme Feuerkugel, Austreibung des Bösen, ...
Regeltechnisch sind das alles Standard-Aktionen, die ganz normal gewürfelt werden. In der Hardcore-Variante würde ich da tatsächlich eine Spruchliste auf der Rückseite des Charakterblattes notieren, und der Charakter darf nach eigenem Ermessen gelegentlich ein paar Sprüche hinzufügen. In der Light-Variante orientiert man sich halt an den ikonischen Sprüchen und extrapoliert nach Bedarf weitere Sprüche, die sich wie Midgard anfühlen, ohne, dass sich der Zauberer vorher festlegt. Dafür muss man halt mit Midgard so weit vertraut sein, dass man das kann.

Skyclad:

--- Zitat von: Chruschtschow am 30.05.2015 | 11:51 ---Aber wozu die Spruchliste? Welches Ziel wird damit verfolgt? Bei Freeport habe ich so ein bisschen das Gefühl, dass das Designziel "D&D aber in cool" sein soll. Da gehört die Zauberliste explizit zu, nicht weil in der Piratenstadt Magie nun ein Mal so und so funktioniert, sondern weil "Magic Missile" explizit zum Spielgefühl für den D&D-Liebhaber gehört.

Das bringt aber dem Nicht-D&D-Spieler wenig. Letztlich sind zum Beispiel Magic Missile, Scorching Ray und Power Word Kill nur Einträge auf einer Ausrüstungsliste, die bei Fate zum Beispiel mit Schießen auf Durchschnittlich (+1), Gut (+3) und Fantastisch (+6) korrespondieren. Nun unterscheidet Fate allerdings auch nicht zwischen Kieselstein, Langbogen und Thermonuklearen Hochelfenbogen der Allumfassenden Vernichtung +37. Das ist nur die bunte Farbe auf der Fertigkeit Schießen1. Warum bei der Magie damit anfangen?

Wie man vielleicht merkt, bin ich kein allzu großer Fan von Spruchlisten. ;)

1)  ...solange ich nicht bestimmte wichtige Gegenstände durch Aspekte oder Extras besonders hervorheben will, wie im Falle von Elric von Melnibone und Sturmbringer, Arthus und Excalibur.

--- Ende Zitat ---

Das hat nichts mit D&D zu tun. Es ist eine Eigenheit des Settings.

Klar, das System gibt Dir als Spieler die Freiheit jeden Effekt den Du Dir nur vorstellen kannst enfach und schnell in einen Zauberspruch zu formulieren. Und das passt ganz grossartig in ein Setting mit freier Magie. In einem jedoch, in dem geniale Magier in ihren Türmen jahrelang an einem neuen Spruch tüfteln und der einfache Zauberer auf der Strasse nur Sprüche kennt, die er aus Büchern und von Anderen lernt, in einem solchen Setting muss sich der Spieler einfach einmal zusammenreissen und NICHT die Freiheiten, die das System bietet bis an die Grenzen ausschöpfen.

Chruschtschow:
@Skyclad:
Dieses "Zusammenreissen" ist Teil des Genres und muss mit einer einigermaßen brauchbaren Gruppe nicht durch Regeln erzwungen werden. Genauso wie ich mit einem Kungfumeister sehr unterschiedliche Dinge tun kann, abhängig davon ob ich All-Out-Crazy-Wuxia-Wandhochlaufundkilometerweitspring-Action oder eben nur den handelsüblichen Mr.-Miagi-Handkantenschlag1 haben will. Bei einem Samurai erwarte ich kein Bastardschwert, beim französischen Ritter kein Katana, auch wenn beides von Fate nicht geregelt wird. Bei Magie fehlt natürlich der realweltliche Bezug, weil es keine Magie gibt. Da kann ich nicht auf einen gemeinsamen Erfahrungsschatz mangels Zauberer in der Gesellschaft hoffen.

Pyromancer beschreibt ja recht gut die Alternative: die Regeln sind für alle die gleichen, nur macht ein valianischer Seemeister halt sicher einiges anders als ein Zauberer aus Nahuatlan. Dass hier die Spruchliste Orientierung bietet, ist eine Rückkopplung der Weltenerschaffung. Die Macher haben sich eine Welt gedacht. Auf dieser Basis haben sie Kulturen entwickelt. Auf dieser Basis wiederum haben sie sich überlegt, die zu den Kulturen passen. Die Spieler lernen die Kulturen und ihre Magier unter anderem wieder durch die Spruchlisten kennen.2

Die Spruchliste ist nur ein Ersatz für das Gespräch vorher, welche Fähigkeiten Magie hat. Dass eine Spruchliste aber notwendig ist, ist ein Zirkelschluss.


1) Ja, ich weiß, dass Mr. Miagi Karateka ist, nicht Kungfumeister. Der ist halt einfach nur einigermaßen normal stark.
2) Nein, ich war nicht dabei, als das gemacht wurde, aber ist die einzige einigermaßen sinnvolle Reihenfolge. Niemand wird gesagt haben: langsame Feuerkugel! Jetzt brauchen wir noch eine Kultur dazu.

ChaosAmSpieltisch:
Ich finde gerade dieses Zusammenreißen bei FATE sehr reizvoll.  Man bringt sich selbst durch die Einschränkung Herausforderungen dazu, und gibt dem SL auch eine Richtung, in die man selbst möchte.

Haukrinn:

--- Zitat von: Chruschtschow am 30.05.2015 | 12:36 ---Die Spruchliste ist nur ein Ersatz für das Gespräch vorher, welche Fähigkeiten Magie hat. Dass eine Spruchliste aber notwendig ist, ist ein Zirkelschluss.

--- Ende Zitat ---

Sehe ich ähnlich. Es sei denn Magie steht im absoluten Mittelpunkt der ganzen Geschichte. Dann darf die auch komplex sein. Allerdings stellt sich auch da die Frage inwiefern dann Spruchlisten noch angebracht seind...  ;)

Ich hab ja selber eine recht crunchige Shadowrunumsetzung gemacht und habe selbst da gut die Hälfte der Zaubersprüche aus den Listen gestrichen weil sie für FATE total redundant waren.

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