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B.E.A.R.D.S. Rollenspiel Webshow made in Germany

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Fimbul:
Als Grundlage für sein „einfaches“ System nahm Hauke Gerdes die langwierige rechenintensive 3W20-Probe aus „DSA“ und dazu noch eine ellenlange Liste mit zig kleinteiligen Fertigkeiten. Der Charakterbogen ist schätzungsweise vier bis sechs Seiten lang, was am Spieltisch mit viel Sucherei und Blätterei verbunden ist. Einige minimalistische Systeme brauchen nur unwesentlich mehr Seiten für das komplette Regelwerk („RISUS“, „Adventurers!“, „Dungeon Squad“ u.ä.m.). Selbst menschliche Gegner sind teils „Fleischberge“ mit Lebenspunkten im dreistelligen Bereich, was die Kämpfe in Kombination mit der aus „DSA“ entlehnten übermächtigen Parade in einem regulären Schlagabtausch schnell zäh werden lassen dürfte.

Das Regelwerk soll leichtgängig sein, ist es in meinen Augen aber nicht. Daher obige Kritik.

OldSam:
Ich finde die Jungs ganz cool, ist unterhaltsam anzusehen, die haben auf jeden Fall ihren Spaß  :)

Die Kritik an dem Regelwerk teile ich aber grundsätzlich auch, als das 3-fache W20-Gerolle und Punkte-Verteilungs-Gerechne anfing, habe ich auch sofort daran gedacht, dass u.a. diese extrem umständlichen Proben mich bei DSA zuletzt ziemlich genervt hatten. Ok, in der frühen Jugend damals mit DSA2, da kannten wir es noch nicht anders und Spaß hat es natürlich trotzdem gemacht ;) ...vielleicht kennt der Hauke einfach nur sehr wenige Systeme? ...aber bei der Riesen-Auswahl an besseren Spiel-Mechaniken, die es heute zur Auswahl gibt, wäre die Wahl eines soliden Universalsystems IMHO wahrscheinlich deutlich sinnvoller gewesen.

Falls der "System-War" an sich der Grund für ein Home-Brew war (entsprechende Diskussionen von vorneherein vermeiden), hätte man ja ansonsten auch was ultra-simples nehmen können wie ein Risus oder so, das sollte zumindest für alle total zugänglich sein und würde Zeit sparen, die so für Erklärungen drauf geht, obwohl das System sicherlich nicht den Eindruck macht den großen Platzhirschen irgendwie Konkurrenz machen zu können.
 

tartex:
Also, wenn man sich anhört, was auf Youtube so an Spielleiter-Tipps rumschwirrt, egal, ob in Interviews mit (in Ehren?) ergrauten Verlagsleitern oder ehemaligen Chefredakteuren, oder in Videos von Yotube-Rollenspiel-Lokalprominenz, da kriegt man als elitärer Tanelorni schon ganz schön Bauchschmerzen.

Die besten Tipps der 90iger und 90iger (sic!) Jahre sind auf Youtube State of the Art.  >;D

Fimbul:

--- Zitat von: OldSam am  9.10.2016 | 18:16 --- ...vielleicht kennt der Hauke einfach nur sehr wenige Systeme? ...aber bei der Riesen-Auswahl an besseren Spiel-Mechaniken, die es heute zur Auswahl gibt, wäre die Wahl eines soliden Universalsystems IMHO wahrscheinlich deutlich sinnvoller gewesen.

--- Ende Zitat ---

Daß er als Spielleiter irgendeinen Regelkern nimmt, bei dem er sich ohne große Einarbeitungszeit gut zurechtfindet, halte ich für naheliegend. Nach eigenen Aussagen (siehe das zuvor von mir verlinkte Interview) kennt Hauke Gerdes einige weitere Rollenspiele darunter mag er insbesondere „Cthulhu“. Ein Spiel auf Basis der vereinfachten BRP-Regeln wäre also wohl ebenso denkbar gewesen, allerdings hat nach meiner Erfahrung „Basic Role-Playing“ gleichfalls einige Tücken und Macken. Ob das die bessere Wahl gewesen wäre?

Jedenfalls scheinen die Spieler und Zuschauer auch so ihren Spaß zu haben und das ist die Hauptsache.

Makaber:
Als Fan von den vier Spielern ist meine Meinung über die Sendung sicherlich gefärbt, ohne Frage. Beim Länger verfolgen ist mir aufgefallen, dass dort im Zeitraffer eine Entwicklung stattfindet, die so oder ähnlich im Rollenspiel Allgemein über die Jahrzehnte stattgefunden hat.
Mich hat doch sehr überrascht, dass die Spieler sich immer besser in ihre Charaktere verwandeln. Ihr Stimmen verändern, ingame Namen benutzen und innerhalb der Welt agieren.
Mich lässt so etwas schmunzeln, fühle ich mich doch hier und da zurück erinnert an Spielrunden im zarten Alter von 15, mit all den grauenhaften Verhaltensmustern.
Und wenn Budi ( Einer der Spieler) am Ende der Sendung flucht und sagt er würde gerne weiter spielen, sieht man wie der Keim der Rollenspiefaszination zu wachsen beginnt.

Komme ich zu meinem eigentlichen Anliegen.

Hier auf Tanelorn (Als Quelle der Inspiration und stetigen Verbesserung fürs Spielleiten) suche ich nach einer kritischen (möglichst nicht polemischen) Betrachtung der Spielrunde.
In erster Linie das Verhalten des Spielleiters. In wie weit bestimmte Handlungen selbstverständlich vermieden werden sollten und an welchen Punkten eine Reaktion Haukes (Der Spielleiter) sich zwar falsch anfühlen aber der Situation angemessen sind.

Statt alles aufzulisten, würde ich einige Punkte ansprechen die mir durch den Kopf geistern.


Mögliche SPOILER Warnung für Leute die die Sendung noch schauen möchten.

1

Zitat Simon ( Ein Spieler) :  " Ich hab eine Nase, jetzt lass mich doch riechen! https://youtu.be/U8uKBvuQXas?t=993 " [Fackelgeruch an einer Person die mit Meerwasser durchtränkt ist]
Erst dachte ich: Recht hat er, der Simon. Weniger würfeln in Situationen die auch durch gutes Beschreiben und Ideen die Geschichte vorran treiben. Aber dann kam die zweite Persönlichkeit und flüsterte "Wo ist die Grenze zwischen riechen allgemein wahrnehmbarer Dinge und feiner Nuancen die nur jemand mit einer Feinen Nase ( Hohe Werte oder Bestimmte Eigenschaft) aufspürt. Ausserdem, übergehst du damit nicht Leute die feine Sinne extra geskillt haben und machst ihre Fähigkeiten dadurch obsolet ?

Eindeutig? Schwieriges Thema? Oder ist es der allseits beliebte "Das kommt auf deine Runde und Spielstiel an, macht was euch spaß macht..." Punkt?

2

Situation: Sieler Budi würfelt eine Probe gegen einen NPC. Ergebnis davon, die Wache fesselt ihn nicht ganz so stark, ich gehe davon aus, dass hier die Möglichkeit zur selbstbefreiung gegeben werden sollte. https://youtu.be/U8uKBvuQXas?t=1897 etwas weiter in der geschichte kommt ein Rätsel und im Rahmen dieser Scene werden die gefesselten spieler einfach befreit. https://youtu.be/JHvoYyDaDEk?t=119 Vor Wut wollte ich da schon in meine Tastatur beißen. Der arme Budi, gibt sich Mühe, hält eine Rede, würfelt auf einen Wert der ihm sehr wichtig scheint weil er ihn so hoch gesteigert hat, findet eine Situation in der er ihn anwenden kann und Hauke(Der Spielleiter) macht alles zunichte indem er ihn einfach übergeht und das Problem sich von selbst löst. Eindeutige Sache denke ich, doch dann... sollte der Spieler überhaupt in jeder Situation würfeln können und dürfen?

War das ein Fehler des SL?  Ist es (bei diesen Spielern und in dieser Runde) vielleicht besser nicht alles zuzulassen bzw. nicht alle Aktionen haben auch Auswirkungen auf die Handlung / Ablauf der Geschichte?

P.S. An die Moderation. Sollte so ein Beitrag zu groß für diesen Thread sein, dann lagert mich bitte aus.

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