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Modern Fantasy - geht das?

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Harlekin78:
Ich denke ein wichtiger Faktor bei der "parallel" bzw. Ersatz Entwicklung von Magie und Technologie ist die Verfügbarkeit der Ressourcen.

Ist jeder magiebegabt bzw. kann zaubern? Oder ist Magie eine begrenzte Ressource, z.B. nur 1% der Weltbevölkerung befähigt diese Magie zu nutzen?
Dann kommt für mich erst die Frage wie groß sind die Opfer die man bringen muss. Das soll heißen, Spruchmagie wie in D&D-Welten üblich (ich vermische hier ein wenig Setting und System) also Ex und Hopp, kaum ein Risiko für die Anwender oder eher so wie in Warhammer Fantasy Chaosmagie? Aventurien, total ungefährlich (mal von Patzern ab gesehen) nur die "Energie" ist begrenzt oder abgeleitet von Earthdawn, die Magie ist korrumpiert und muss durch Hilfsmittel gewirkt werden oder wie in Shadowrun, eine reine Übungs und Willenssache oder Magie wird durch Pakte mit anderen Mächten ermöglicht?
Magie wie in Mage (cWoD und nWoD) schließe ich mal aus, weil Paradox und ähnliches, weil der Realität zu wieder laufend nicht passt.

Jetzt endlich kommt, was kann Magie bewirken.

Wenn jeder, teleportieren kann und das Risiko (insb. subjektiv) kleiner oder gleich ist, als das Risiko moderner Flüge, warum sollte sich das Fliegen entwickeln, außer zu vielleicht Lastentransportzwecken, weil man selber nur eine sehr geringes Gewicht teleportieren kann. Teleportieren ist selbstverständlich auch durch fliegen zu ersetzen. Wobei dann natürlich der Komfort mit reinspielt, Regen, Wind, Kälte.

Ohne Logikbrüche und stillschweigenden Annahmen (wie in den meisten Settings) wird das wohl nicht möglich sein. Erinnert mich ein bisschen an einige Welten aus dem Buch "Der goldene Kompass".

grannus:
Warum muss ich an das Setting von Final Fantasy 7 denken? Das vermischt Magie und Technik ziemlich gut oder nicht?

Chiungalla:
Ich denke das Problem ist weniger die Machbarkeit als die Sinnhaftigkeit.

Machbar ist es auf jeden Fall. Du nimmst einfach die Dresden Files, WoD, oder whatever und malst ein paar neue Landkarten, benennst Städte um u.s.w. und das Setting steht und erfüllt alle Deine Kriterien.

Aber die Frage ist doch eigentlich ob es gute Gründe gibt aus denen man diesen Mehraufwand in Kauf nehmen sollte oder Vorteile bietet genau das nicht zu tun.

In dem Moment in dem man sich auf die real existierende Welt bezieht spart man sich halt jede Menge Arbeit und macht dem Leser/Zuhörer/Zuschauer/Spieler die Immersion sehr viel leichter. Man muss nicht jedes kleine Detail des täglichen Lebens neu entwickeln, weil die Spieler das alles schon kennen. Wenn man sieht was für ein Monster die DSA-Weltbeschreibung ist um eine Welt zu erschaffen die sich signifikant von unserer unterscheidet und irgendwie halbwegs konsistent ist, und wie viele Parallelen und Entlehnungen aus der Realität es bei DSA trotzdem noch (teilweise stillschweigend) gibt, dann sollte einem klar werden, dass es die ganze Sache extrem vereinfacht, wenn man schreibt "alles wie gehabt, außer..."

Wann immer man sich auf die reale Welt bezieht hat halt jeder Spieler schon ein vorgefertigstes Bild mit dem er arbeiten kann. Das kann man dann nach Belieben modellieren und verändern. Aber es ist viel leichter als alles von scratch neu zu erschaffen und bietet einen immensen Einstiegsvorteil.

Wie viele hundert Seiten zusätzlicher Erklärungen hätten die Dresden Files Romane verunziert, wenn der gute Jim Butcher eine komplett neu erschaffene Fantasy-Welt statt der unseren gewählt hätte? Wie viel mehr hätte er erklären und beschreiben müssen um das selbe Maß an Imersion und Hintergrundwissen hervorzurufen?

Daher denke ich, dass der Mangel an solchen Settings eher auf die (oft!) mangelnde Sinnhaftigkeit als auf großartige Schwierigkeiten bei der Umsetzung zurückzuführen ist.

Quaint:
Also was ich schon häufiger mal gemacht habe, ist ein bekanntes Fantasysetting herzunehmen und den Technologiestand zu ändern. Das aber ohne mir da ellenlange Gedanken zu machen, was sich jetzt wie wo entwickelt haben könnte. Einmal hab ich eine Eigenbau-Fantasywelt dann zu einem Dieselpunk-Setting gemacht.
Ein anderes Projekt war, dem Setting von Exalted moderne Technologie zu verpassen. Das haben tatsächlich schon ein Haufen Leute in unterschiedlichen Varianten gemacht, bei mir gabs dann gleich mal Cyberpunk als Technologiestufe und damit spiele ich auch häufiger mal. Ich hab da auch schon mehrere Kampagnen abgeschlossen.

Ich finde sowas geht eigentlich recht leicht und es verändert auch sehr stark, wie sich so ein Setting dann spielt.

Achamanian:

--- Zitat von: Chiungalla am 17.07.2015 | 11:15 ---
Machbar ist es auf jeden Fall. Du nimmst einfach die Dresden Files, WoD, oder whatever und malst ein paar neue Landkarten, benennst Städte um u.s.w. und das Setting steht und erfüllt alle Deine Kriterien.

--- Ende Zitat ---

Nein, weil in WoD das Übernatürliche ein mehr oder weniger geheimer Gegenpol zur mundanen Welt ist. Der Knackpunkt ist, dass gerade das nicht der Fall sein soll - dass ich mir aber gleichzeitig keine High-Fantasy-Magotech-Welt vorstelle.

Im Endeffekt geht es mir auch gar nicht darum, dass ich unbedingt so ein Setting haben will - ich frage mich mehr, warum es so etwas nicht so richtig gibt. Was natürlich gute Gründe haben kann.

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