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Batman v Superman: Dawn of Justice

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tartex:

--- Zitat von: Thandbar am 13.04.2016 | 10:00 ---Ich glaube, der Mehrheit der potentiellen Zuschauer ist Marvel vs DC total egal, und die professionellen Kritiker interessieren sich erst recht nicht dafür.
Die schlechten Wertungen müssen andere Gründe haben. Mein Eindruck ist, dass das Drehbuch zuviel Zeit damit verbringt, Dinge anzudeuten und vorzubereiten (Justive League, andere Helden etc.), anstatt sich auf seine Kernstory zu konzentrieren.

--- Ende Zitat ---

Wenn man allerdings bedenkt, dass dieselben Kritiker Star Wars VII begeistert angenommen haben... Egal das gehört nicht hierhin. Ich mag BvS und der Großteil von Man of Steel hat mich nicht interessiert.

Achja, eine aktuellen Zahlen des Jahres 2016:


--- Code: ---1 Zootopia         BV $853.3 $296.8 34.8% $556.5 65.2%
2 Batman v Super WB $785.8 $298.1 37.9% $487.7 62.1%
3 Deadpool    Fox $757.0 $358.6 47.4% $398.4 52.6%
4 The Mermaid Sony $552.5 $3.200      0.6%         $549.3 99.4%
5 Kung Fu Panda 3Fox $484.3 $141.0 29.1% $343.3 70.9%
--- Ende Code ---

Crimson King:

--- Zitat von: Casey Jones am 13.04.2016 | 10:39 ---Was aber über viele Jahre passiert ist, ist dass Marvel einen gewissen Stil etabliert hat. Mich persönlich spricht er nicht (mehr) an, aber die Masse findets geil. Das ist okay. Leider ist diese Masse jetzt mit den Erwartungen "Superheldenfilm! Cool, ich hab Bock zu lachen!" ins Kino gegangen.

--- Ende Zitat ---

In Anbetracht des überwältigenden Erfolgs der Nolan-Batmans und der Ernsthaftigkeit der Cap-Filme ist diese These nicht mal ansatzweise haltbar. Auch die neueren X-Men-Filme und die Wolverine-Streifen haben nichts komödienhaftes an sich, sind aber trotzdem erfolgreich.

Was man dagegen festhalten kann, ist, dass sich Marvel für die diversen Superhelden sehr unterschiedlicher Stile bedient. Spiderman, Iron Man und Avengers sind tatsächlich knallbunte Action mit komödiantischen Aspekten. Die Thor-Streifen sind dagegen eher im zur Vorlage passenden Sword&Planet-Stil gehalten. Guardians of the Galaxy ist stilistisch mehr Space Opera als Superhelden-Film. Die Cap-Streifen setzen sich nicht zu knapp mit moralischen und ethischen Themen auseinander. Dazu kommen die Serien, Daredevil und JJ sind sehr noir, wobei JJ den deutlich höheren Dramafaktor hat. Agents of Shield kann ich nicht beurteilen.

Ich kann in dem Zusammenhang kein Urteil über die DC-Filme ausstellen, weil ich außer den Nolan-Batmans in diesem Jahrtausend noch keinen gesehen habe. Wonderwoman hat allerdings gute Chancen, das zu ändern.

Die Aussage, dass Marvel einfach ein Patentrezept über alle Filme anwendet, ist jedenfalls eindeutig falsch.

Ich bin nebenbei bemerkt kein Comic-Leser, DC vs. Marvel geht mir am Arsch vorbei. Ich will im Zusammenhang mit Superheldenfilmen vor allem gute Filme sehen, und bin so frei, mich von den Kritiken, die von In Darkest Night, Man of Steel und Batman vs. Superman abgeraten haben, beeinflussen zu lassen. Das hängt aber auch damit zusammen, dass mich Superman und die Grüne Leuchte als Superhelden schon nicht besonders anmachen. Auf der anderen Seite habe ich auch einige Filme aus dem Marvel-Universum aus gleichem Grund durchrutschen lassen, und der zweite Wolverine war definitiv verschwendete Lebenszeit.

Noir:

--- Zitat von: Crimson King am 13.04.2016 | 13:39 ---In Anbetracht des überwältigenden Erfolgs der Nolan-Batmans und der Ernsthaftigkeit der Cap-Filme ist diese These nicht mal ansatzweise haltbar. Auch die neueren X-Men-Filme und die Wolverine-Streifen haben nichts komödienhaftes an sich, sind aber trotzdem erfolgreich.

--- Ende Zitat ---

Egal welcher Marvel-Film oder auch Serie: Es gibt immer (!) die "silly One Liner" (und da nicht nur einen pro Film) ... vor allem in Thor, Guardians of the Galaxy und auch X-Men (wobei letztere ja gar nicht von Marvel selbst sind). Ich halte meine These also durchaus für haltbar. Nicht allgemeingültig ... aber für durchaus haltbar. Der Witz kommt in keinem Marvel-Film kurz - selbst in dem viel zitierten Winter Soldier nicht (der im übrigen ähnliche "reale Themen" behandelt wie BvS, das nur am Rande ;) ).

Ant-Man und jetzt auch Civil-War werben ja sogar in ihren Trailern mit dem beliebten Witz.

Also ja: Ich glaube, Marvel hat da ein Grundrezept, dass sie einfach auf verschiedene Genres anwendet. So wie ein Curry ... das immer anders aussehen kann ... aber doch irgendwie so ein paar immer wiederkehrende Dinge aufweist. Geil, wenn man Curry mag ... schlecht, wenn nicht ;)

tartex:

--- Zitat von: Casey Jones am 13.04.2016 | 13:46 ---Also ja: Ich glaube, Marvel hat da ein Grundrezept, dass sie einfach auf verschiedene Genres anwendet. So wie ein Curry ... das immer anders aussehen kann ... aber doch irgendwie so ein paar immer wiederkehrende Dinge aufweist. Geil, wenn man Curry mag ... schlecht, wenn nicht ;)

--- Ende Zitat ---

Die Comics sind natürlich wieder ein anderes Thema, weil viel mehr ausdifferenziert, aber mir wurde nach 20 Jahren im Marvel-Universum die immer häufigere Plot-Wiederkäuung zu viel und ich bin zu DC gewechselt. Da gab es noch einiges zu entdecken. Im Cinematic-Universe zeigen sich auch schon Abnützungserscheinungen.

Yerho:

--- Zitat von: Andorian Spaceman am 13.04.2016 | 09:16 ---Ich bin froh wenn Filmemacher mal etwas ambitionierter sind als nur den Standard runterzukurbeln. Das ist ein Grund warum ich diesen Film so mag.
--- Ende Zitat ---

Darum geht e doch gerade: bereits hier gehen die Sichtweisen weit auseinander. Mich stört es beispielsweise *gerade*, dass der Film im Wesentlichen dem Schema F des Comics und dessen Verfilmungen entspricht: Ein bißchen Gekloppe unter Freunden, aber danach rauft man sich zusammen und den echten Widersacher zur Brust.

Ein gealteter und/oder desillusionierter Batman? Alles schon (besser) gehabt.
Ein innerlich sehr verletzbarer Superman? Alles schon (besser) gehabt.


--- Zitat ---Warum betreibt man als Fan aggressiv Marvel vs DC, B5 vs Star Trek, AkteX vs Dark Skies, Macdonalds vs Burgerking, Coca Cola vs Pepsi... ...
Als ob es den Marvel Fans schaden würde wenn es auch andere Filme im Genre gibt.
--- Ende Zitat ---

Zumindest was mich angeht, bekommst du da etwas durcheinander: Ich wünsche mir ernsthaft mehr Filme aus dem DC-Universum, welches ich übrigens seit langen Jahren aus verschiedenen Gründen Marvel vorziehe. Aber mit den halbgaren Elaboraten, mit denen Warner die letzten Jahre versucht hat, ein entsprechendes Franchise zu etablieren, wird das einfach nicht passieren. *Das* ist es, was mich letztlich am meisten ärgert.

Oh ja, Warner ist an sich experimentierfreudiger, ohne Frage. Aber wie ich schon schrieb, auch wieder nicht so experimentierfreudig, um die neuen Ansätze auch wirklich konsequent durchzuziehen. Und nein, "konsequent durchziehen" heißt nicht, einzelnen Aspektem ungebührlich viel Raum zu geben - wie zum Beispiel, das Helden von Anfang an innerlich zerrissene Gestalten sind. Dass man damit keinen spannungsorientierten Stoffzyklus zünden kann, weiß jedes Hausmütterchen spätestens nach der zweiten Stunde ihres Nachmittags-Autorenkurses. Figuren müssen - insbesondere dann, wenn sie bereits etabliert sind - erst einmal *funktionierend* eingeführt werden. Dann kann man anfangen, sie dem Erlebten entsprechend zu demontieren. Von wegen Spannungskurve und so. DC/Warner zäumen das Pferd von hinten auf und wundern sich dann, warum es bockt und keiner es so wirklich reiten will.

Man muss Konflikten, äußeren wie inneren, Gelegenheit geben, sich innerhalb des Stoffs zu entfalten. Das heißt nicht, dass Superman und Batman nicht von vornherein auf dem falschen Fuß starten können, aber man sollte sich darüber klar sein, ob man Vorwissen von außerhalb des Mediums als gegeben voraussetzt (Dann muss man allerdings auch die Konstellationen halbwegs beibehalten ...)  oder alles neu aufzieht - und dann fallen Charaktere innerhalb des neuen Mediums nicht vom Himmel. Ähem, okay, Superman fällt vom Himmel, tritt aber quasi erst in Erscheinung, als er sich auch schon mit Zod und Konsorten kloppt. Batman und sämtliche anderen Gestalten sind zu diesem Zeitpunkt in diesem Medium *gar nicht* präsent, sondern es wird erst nachträglich eine unmittelbare Betroffenheit postuliert. Das muss man erst einmal fressen: Der allzeit bereite Batman nimmt das Auftauchen sämtlicher Kryptonier erst wahr, als seine Firmenzentrale zum Kollateralschaden wird und bricht danach in Aktionismus aus.

Kann man, den Gesetzen und Erzählstrukturen des Comics folgend, natürlich alles machen. Man muss dann aber damit leben, dass es nicht wenigen Zuschauern aufstößt, wenn man den gleichen Gesetzen und Erzählstrukturen an anderer Stelle nicht mehr folgt oder ihnen sogar zuwider handelt. Solche Diskrepanzen können keine umfassende Zufriedenheit auslösen. Um ein Beispiel zu geben: Nolans Batman hat auch einige Kontroversen ausgelöst, aber dennoch konnte dabei jeder akzeptieren, dass dies eine in sich geschlossene, für sich stehende Interpretation ist. Man konnte diese mögen oder eben nicht. Gar kein Problem. Wäre jedoch auch nur angeklungen, dass sie die Basis für ein DC-Filmuniversum sein sollte, hätte es den jetzigen Unwillen bereits zu diesem Zeitpunkt gegeben.

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