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Batman v Superman: Dawn of Justice

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Noir:
Für das, was Winter Soldier sein wollte, haben es die Blödel-Sprüche für mich eben doch zerstört. Ganz von den vorherigen Filmen ab, die die Charaktere ja auch mitgeprägt haben. Für mich funktionierte diese "Ernsthaftigkeit" bei Winter Soldier kein Stück. Und ich bin mir sicher, dass es mehr als nur zwei Sprüche waren. Aber ich will hier nicht wie ein beleidigtes Kind wirken ... ich verstehe deinen Punkt, kann deine Meinung hier aber leider nicht teilen. Ganz besonders (!) was Guardians of the Galaxy angeht. Aber der wollte wenigstens nie wirklich düster sein.

alexandro:
Zumindest hatte Winter Soldier ein richtiges, von der Realität inspiriertes, Thema (Überwachung/Kontrolle). Etwas, was man von BvS nicht sagen kann.

Noir:
Hatte BvS auch. "Macht und Kontrolle von Macht". Ist durchaus ein reales und aktuelles Thema.

Yerho:

--- Zitat von: Casey Jones am 13.04.2016 | 20:03 ---Hatte BvS auch. "Macht und Kontrolle von Macht". Ist durchaus ein reales und aktuelles Thema.
--- Ende Zitat ---

Welches leider immer dort abbrach, wo es interessant wurde. Ich meine, beispielsweise lässt Luthor eine Bombe während einer Anhörung hochgehen, zu der Superman erscheint - und das hat im Film nicht nur keinerlei Konsequenzen für die Handlung, sondern es wird auch nicht so ganz klar, warum er es überhaupt macht. Sollte das auf der Meta-Ebene zeigen, dass Luthor nicht nur ein reicher Kasper ist, sondern ein mordsgefährlicher Irrer? Okay, aber dafür war's angesichts der möglichen Implikationen verschenkt und ergibt auch nicht wirklich Sinn, denn der überlebende Ausschuss wäre ja genau das Instrument gewesen, um - mit ein paar weiteren Manipulationen - einen Keil zwischen Superman und die Öffentlichkeit zu treiben. Der tote Ausschuss ergibt nur Sinn, wenn man es Superman anhängen würde. Genau das hätte ich nach dem ganzen Aufwand erwartet, der darum herum angedeutet wurde - aber nichts da, es bleibt viel Brimborium, das im Sande verläuft. Abgehakt und ein Doomsday ausgebrütet.

Auch Batman hat Bedenken, ob die Macht Supermans durch dessen Ideale ausreichend kontrolliert ist. Das Ganze scheitert nur an zwei Dingen: Superman wird 1.) gar nicht als Idealist dargestellt und 2.) gerade Bruce Wayne ist als superreicher, schwer bewaffneter Vigilant auch nicht gerade öffentlicher Kontrolle unterworfen - oder würde sich auch nur durch besondere Selbstkontrolle auszeichnen. Die unterstellte Diskrepanz ist auch an dieser Stelle nicht plausibel.

Und last but not least: Besonders die Schlussszene soll zeigen, dass sich Luthor womöglich mehr als jeder andere bewusst ist, welche Bedrohungen der Menschheit drohen; ja er sagt sogar explizit, was die Folgen sind, wenn Superman nicht mehr existiert. Andererseits wird er zwar als durchaus anarchisch dargestellt, aber keineswegs als Nihilist, der es einfach nur darauf anlegt, die Welt brennen zu sehen (siehe Joker-Parallele). damit stellt sich die Frage: Was will der Typ eigentlich? Alles, was im Film über seine (zwischen-) Ziele auch nur angedeutet wird, bekommt er auch: Zugang zum Raumschiff, zu den Leichen der Kryptonier; Daten über Metahumans hat er sowieso ... Nur wozu, das lässt der Film offen. Vermutlich aus Gründen.

Kurz, wie man es auch dreht und wendet, weder über die Motive der Charaktere im Allgemeinen noch über das Thema "Kontrolle" im Speziellen ergibt der Film wirklich Sinn. Man gewinnt den Eindruck, als hätte irgend ein niederträchtiger Mensch ohne Sinn und Verstand wesentliche Verknüpfungen aus dem Drehbuch gestrichen, um mehr Spieldauer für Krawall zu haben, der dann jedoch auch gekürzt wurde, weshalb der Film nicht einmal als reiner No-Brainer funktioniert und einfach nur inkonsistent wirkt.

Ja, ich denke, auf zwei bis drei Filme verteilt oder als Miniserie und ohne die Lücken hätte etwas richtig Großes daraus werden können, bei der kleinere Schwächen der Inszenierung gar nicht aufgefallen wären. So aber summieren sich bei mir - und anscheinend auch bei Anderen - die Mängel zu einem negativen Gesamteindruck oder doch zumindest zu einer unterschwelligen Unzufriedenheit mit dem Ergebnis. Diesen Eindruck muss man sicherlich nicht teilen, aber er ist nun einmal da und unterscheidet sich doch sehr von einem pauschalen "Gefällt mir nicht, weil isso ...".

Noir:
Genauso ist es aber auch kein "Gefällt mir, weil isso..."? Du siehst die Crux?

Grundsätzlich ergibt auch die Bombe einen Sinn, weil die Vorsitzende ihn aufhalten wollte, hat er das Ganze einfach direkt im Keim erstickt ... warum mit so einer gewaltigen Explosion? Weil er es kann ... größenwahn ... whatever ... Das sieht man ja auch an dem Glas "Pisse", dass er der Dame noch mit "auf die Reise" gibt.

Ich hatte während des Films nie das Gefühl alleingelassen zu sein. Für mich ergab das meiste Sinn und die Sachen, die NOCH keinen Sinn ergeben haben, waren (für mich) deutliche Hinweise auf weitere Filme. Das kann man mögen, oder auch nicht. Das macht den Film aber nicht schlecht.

Ja, viele Leute mochten den Film nicht ... aber sehr viele Leute mochten den doch. Man kann es drehen und wenden, wie man eben möchte. Es kommt am Ende trotzdem ein "Ansichtssache" dabei heraus und kein "das Ding ist objektiv scheiße/geil".

Für mich der beste Superheldenstreifen der letzten 10 Jahre. Für andere Mist.

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