Medien & Phantastik > Sehen
(Serie) iZombie
Timo:
Ich schau sie mir gerade auf Netflix an, ist tatsächlich überraschend gut. Der Macher hat auch ordentlich Veronica Mars Schauspieler in Nebenrollen untergebracht ;D
Wenn ich jetzt noch VeronicaMars Staffel 4 FBI bekommen könnte (den FIlm ignorierend)...
Sin:
Ich habe bisher die ersten drei Folgen gesehen und eigentlich gefällt mir die Serie sehr gut, aber dann entsetzt mich doch eine äußerst verdrehte Moral, die die Autoren zu vertreten scheinen. In der zweiten Folge gabs schon was, das mich verärgert hat, aber in der dritten hat es mich ziemlich angekotzt:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Liv verhindert, dass ihre Mitbewohnerin und beste Freundin, eine Staatsanwältin, einen Unschuldigen lebenslang wegen Mord in den Knast schickt (ohne dabei die Freundin irgendwie besonders schlecht darstehen zu lassen, sie überführt einfach den echten Mörder; es sei angemerkt, das es eigtl. auch für die Staatsanwältin von Anfang an hätte ziemlich offensichtlich sein sollen, dass es ihr Verdächtiger nicht war, aber sowas kann man ihr im Zweifelsfall nicht anlasten, sondern könnte Folge eines mässigen Drehbuchs sein). Und dann wird es so dargestellt, dass Liv Schuldgefühle haben sollte, weil sie damit der Karriere ihrer Freundin geschadet hat... Aufgrund des Gehirns eines Soziopathen, das sie gegessen hat, kann Liv sich nicht bei der Freundin für den Karriereknick entschudlidgen (als ob sie das sollte...) und die Autoren drehen es tatsächlich so hin, als sollte sich ein normaler Mensch deswegen schlecht fühlen ["I was such an unbelievable bitch"]. Und sowas denkt/sagt Liv nachdem die Freundin ihr tatsächlich deswegen Schuldgefühle einreden will ["You could at least feel bad about it. You just massively derailed my career."]. Ein normaler vernünftiger Mensch sollte der "Freundin" mMn ins Gesicht spucken. Aber nein, egal wieviel Leid das verhindern mag, auf keinen Fall darf man seinem "Team" schaden - so die deutliche Aussage der Szene.
Edit: Da ich schon erwähnt habe, dass mich an der zweiten Folge auch schon was genervt hat, sollte ich es wohl auch ausführen:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Zu Beginn der Folge würde gezeigt, dass das Mordopfer in einer offenen Beziehung mit seiner Frau lebte und wiederholt Geliebte hatte und es wurde überzeugend dargestellt, dass seine Frau damit einverstanden war. Und schon musste ich an die gefühlten 100 letzten vergleichbaren Kriminalfälle denken, in denen es dann doch immer der eigentlich tolerante Partner war. Und natürlich war sie es dann tatsächlich (weil er ein Kind mit einer Geliebten bekommen hat, während er nie Kinder mit ihr wollte). Offensichtlich es nicht möglich die Prüderie aus (amerikanischen) Drehbuchautoren auszutreiben, genausowenig wie die langweiligen Standardmotive.
Timo:
Das kann ja auch nicht so sein:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)https://www.youtube.com/watch?v=Rs7E8HSgQy4
alexandro:
--- Zitat von: Sin am 23.10.2015 | 06:24 ---Ich habe bisher die ersten drei Folgen gesehen und eigentlich gefällt mir die Serie sehr gut, aber dann entsetzt mich doch eine äußerst verdrehte Moral, die die Autoren zu vertreten scheinen. In der zweiten Folge gabs schon was, das mich verärgert hat, aber in der dritten hat es mich ziemlich angekotzt:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Ein normaler vernünftiger Mensch sollte der "Freundin" mMn ins Gesicht spucken. Aber nein, egal wieviel Leid das verhindern mag, auf keinen Fall darf man seinem "Team" schaden - so die deutliche Aussage der Szene.
--- Ende Zitat ---
Ihr dafür ins Gesicht spucken, dass sie ihren Job macht. Das ist für mich weder normal, noch vernünftig. Die Entschuldigung wäre imo nicht dafür dass sie den Unschuldigen entlastet hat, sondern dass sie Freundin (trotz meherer Gespräche zwischendrin, in denen es auch um den Fall ging) komplett im Dunkeln darüber gelassen hat dass der Fall vielleicht doch nicht so eindeutig ist, wie gedacht (was sie möglicherweise dazu gebracht häte, sich das nochmal zu überlegen). Möglicherweise hat auch das Soziopathenhirn etwas mit ihrem inneren Monolog zu tun (die Freundin klang jedenfalls nicht so, als würde sie Liv wegen der Sache ernsthafte Vorwürfe machen - die Schuldzuweisung ist eher Livs "Gewinnen um jeden Preis"-Mentalität geschuldet).
Zumindest sehe ich das so. Aber es wäre ja nicht so, als wäre in Rob Thomas' Serien nicht gelegentlich zweifelhafte Moral im Spiel (vgl. Duncans Kindesentführung in Staffel 2).
Sin:
Peyton hat ihren Job extrem schlecht gemacht, selbst meine Oma hätte erkannt, dass niemand jemand auf dem Boden knieend "exekutiert", um ihm die Schuhe zu stehlen - und die Schuhe und DNA waren dann auch die einzigen Beweise. Sie wollte aus Unfähigkeit und Ehrgeiz einen Unschuldigen wegen Mord in den Knast bringen und als Liv den echten Mörder findet, regt sich Peyton auf, weil sich Liv nicht benommen haben soll wie es sich für eine Freundin gehört. Die Staatsanwältin verhält sich wesentlich mehr wie ein Zombie, der ein Soziopathen-Gehirn gefressen hat (Liv: It has nothing to do with you. Peyton: No, no, no, but it does! It does!); Peyton verhält sich egomanisch und frei von Mitgefühl und Unrechtsbewusstsein, während Liv die ganze Folge voll von Schuldgefühlen und Unrechtsbewusstsein getrieben wird (mit plakativer, oberflächlicher Gefühlskälte immer wieder eingestreut; die ganze Folge über macht sie sich Gedanken über ihr Verhalten selbst bei den harmlosesten Sachen und am Ende hat sie nicht genug Empathie um einen ihrer wenigen Freunde zu retten als ein Zombie sein Gehirn fressen will - alles ziemlich wirr und inkonsistent; die Autoren scheinen sich gedacht zu haben, solange wir Liv etwas richtig Fieses machen lassen, wird schon niemand merken, dass wir uns nicht die Mühe gemacht haben bei Wikipedia nachzuschauen, was soziopathisch bedeutet).
Naja, eigentlich will ich die Serie ja nicht schlecht finden. Und irgendwie mochte ich die Folge doch ein wenig, wenigstens was zum Nachdenken, hat man ja auch nicht immer. :)
Also lassen wir es gut sein, ich akzeptiere deine Meinung und schaue die Serie erstmal weiter.
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