Medien & Phantastik > Sehen, Lesen, Hören
Übersetzungsklopse
Duck:
Ich habe soeben gelesen, dass John McClanes berühmter Ausspruch "Yippee ki-yay, motherfucker!" in der norwegischen Übersetzung von Stirb Langsam anscheinend als "Hoppla mammapuler!" wiedergegeben wurde. Mir ist vollkommen egal, ob das sprachlich korrekt ist, aber ich kriege mich gerade bei der Vorstellung dieser Szene seit mehreren Minuten kaum noch ein. ;D
Swafnir:
Ich lese gerade nochmal die "Clan der Otori"-Reihe von Lian Hearn.
Die haben wirklich "Tengu" mit "Kobolde" übersetzt. Und hätte ich nicht so lange SCION geleitet, wäre mir das nicht mal aufgefallen.
felixs:
--- Zitat von: Swafnir am 1.09.2018 | 20:59 ---Die haben wirklich "Tengu" mit "Kobolde" übersetzt. Und hätte ich nicht so lange SCION geleitet, wäre mir das nicht mal aufgefallen.
--- Ende Zitat ---
Ist aber auch gar nicht leicht, das anders zu übersetzen. Man kann es natürlich stehen lassen, wenn es nicht allzu gehäuft kommt.
In einigen koreanischen Fassungen von Herr der Ringe werden die Zwerge als tokhaebi (도깨비) bezeichnet. Im Koreanischen irgendwo zwischen Kobold, Heinzelmännchen und Oger. Der Punkt des Beispiels soll sein, dass es bei einer gewissen Kulturdistanz keine semantisch gut funktionierenden Analogien gibt. Im Koreanischen gibt es kein Wort für "Zwerg". Es gibt nanjaengi (난쟁이), aber das wird für kleinwüchsige Menschen verwendet, die Assoziation ist die einer Behinderung, nicht die einer Sagen- oder Märchenfigur. Da ist man als Übersetzer dann ziemlich blöd dran...
Westliche Fantasy ist (in Buchform) in Ostasien unter anderem wegen der schlechten Übersetzbarkeit nicht so beliebt. Es macht einfach keinen Spass, ein Buch voller schlecht transkribierter englischer Namen zu lesen. Was man auch tut - da kommen immer Klopse bei raus.
Feuersänger:
Oder Koropsu, wie der Japaner sagen würde.
Talasha:
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