Medien & Phantastik > Sehen, Lesen, Hören
Übersetzungsklopse
Feuersänger:
Das erinnert mich wieder an den Übersetzungsklops aus Mass Effect, wie war das noch...
"Kritische Mission gescheitert" stand da immer, wenn man gestorben ist. "Aha", hab ich mir am Anfang noch gedacht, "Es gibt also offenbar auch Nebenmissionen, die man irgendwie vergeigen kann, deren scheitern aber nicht so schlimm ist."
Bis ich dann herausgefunden habe, wie es auf Englisch heisst: "Critical Mission Failure", also sozusagen "Mission kritisch gescheitert". Duh!
alexandro:
Auf der deutschen Doctor Who-DVD-Box (der 2005er-Serie der ersten Staffel ist unter den Specials eine Dokumentation namens Den Lügner entlarven. Was könnte sich dahinter nur verbergen?
Ich klicke es also an und sehe eine Doku darüber, wie das Versteckt des Nestene Consciousness (aus der Pilotfolge) gebaut und spektakulär in die Luft gesprengt wurde. Nett, aber was hat das mit dem Titel zu tun? Nun, am Ende sieht man den Titel des Originals: Destroying the lair.
Offensichtlich war ein Buchstabendreher im Übersetzungsauftrag ("liar" statt "lair") und der Übersetzer hat es einfach nicht für nötig gehalten wegen der unklaren Formulierung nachzufragen sondern hat einfach munter gedichtet. Und niemand sonst hat sich mal die (minimale) Mühe gemacht, den Titel mal mit dem Inhalt des Films zu vergleichen. >:(
Zarkov:
Für den allergrößten Klops, der mir je begegnet ist, muß ich erst wieder eine deutsche Ausgabe von Dune besorgen, aber den Aufwand ist mir das wert.
In der Zwischenzeit habe ich aber auch was anzubieten:
Microprose hatte vor Urzeiten (64er-Zeiten) ein Spiel mit dem Titel Covert Action in einer deutschen Fassung auf dem Markt, das mich damals verwirrt hat. Es dauerte zum Beispiel eine kleine Weile, bis ich drauf kam, was es mit dem „Wandsicher” auf sich hatte. Ja, da ging es um Geheimagentenkram, und da muß man wohl ab und zu einen Safe aufmachen. Ja, der kann auch ein einer Wand verbaut sein.
„Kopiere das” als Scherzübersetzung für „copy that” hatten wir schon mal. Das kann man aber auch in freier Wildbahn beobachten. Dazu schaut man sich Aliens (dt. Aliens – Die Rückkehr) an, insbesondere die Szene, in der die Leuts am Boden die Pilotin des Shuttles anfunken und sie wieder herbeordern. Einer sagt dann in der deutschen Fassung ungelogen zu ihr „Schneid das mit!” Da hatte ich lange gerätselt, bis ich dann irgendwann mal Englisch gelernt hab.
Bei Fringe gibt es eine sehr lustige Folge, die in Deutschland spielt, mit falschem Deutschen (sa-gen-haft) und einer Flasche Sonnenschutzmilch. Die wurde natürlich vom Requisitenmenschen besorgt, der sich dafür ein schönes Etikett mit der Aufschrift „Sonne Gerb Lotion” (oder Sonnen Gerb Lotion? Ich finde den Screenshot nicht) gebastelt hatte. To tan: a) gerben b) bräunen.
[Nachklapp siehe zwei weiter unten.]
Feuersänger:
Mit dem "tan" treffen sie doch recht gut den Nerv der Solariengesellschaft:
man trägt nicht mehr Pelz, aber das Gesicht in Leder.
Zarkov:
Ah, da fällt mir noch einer ein: Bei einem von den grottenschlechten BattleTech-Romanen (Black Thorn Blues oder so) stirbt irgendwann irgendeiner von der Bande tragisch weg. Leerzeile neuer Absatz und die überlebenden Kameraden sind mit dem Schwebeauto irgendwo hin unterwegs. Und zwar in ausgelassener Stimmung. Neuer Absatz und es geht ihnen allen wieder schlecht. Da kann ja was nicht stimmen. Wo kommt die gute Stimmung her? Na, im Originaltext ist die Stimmungslage eher „moody”.
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