Medien & Phantastik > Sehen, Lesen, Hören
Übersetzungsklopse
Feuersänger:
Na hör mal! Das ist ein Prädikatsfilm, der vor lauter feinsinnigen Anspielungen nur so strotzt!
(Nein das ist nicht ironisch gemeint.)
Skele-Surtur:
Ja, darum habe ich auch nicht geschrieben: komplett Anspruchslos. ;)
Er ist bedingt Anspruchsvoll, die Bedingung ist, dass man den Film mit dem entsprechenden feinen Sinn ansieht. Worum es mir geht: Es ist keine Literaturverfilmung für Altphilologen.
Yerho:
--- Zitat von: Surtur am 16.06.2013 | 18:28 ---Die ist schon klar, dass Demolition Man ein nur bedingt anspruchsvoller Actionstreifen ist?
--- Ende Zitat ---
Klar. Aber die werden ja nicht inserieren: "Suchen bedingt anspruchsvollen Übersetzer für bedingt anspruchsvollen Action-Heuler.". Der Streifen geht zu den gleichen Synchronfirmen, die meinetwegen auch Houellebecq-Verfilmungen übersetzen.
Außerdem habe ich gerade ein "Verkehrte neue Welt"-Gefühl. Warst Du es nicht, der den vermeintlichen Klops in einem bedingt anspruchsvollen Actionstreifen gefunden hat? ;) Gerade in einem solchen sollte das doch kaum stören. Pokulturelle Referenzen und Bezüge auf Klassiker der SF machen noch keinen sonderlich anspruchsvollen Film, aber ich bezweifle dennoch, dass ein Großteil des Publikums auch nur einen Bruchteil der Anspielungen zuordnen konnte. Die sind eher ein Bonbon für einen kleinen Teil der Zielgruppe.
Dark_Tigger:
Naja ich finde schon (Bedeutungsgröße des wörtchens Brave hin, oder her), dass man bei popkulturellen Referenzen die exsistierende Übersetzung benutzen sollte.
Außer vll wenn das dann völlig Sinnentstellend ist.
Ich hab Demolition Man ewig nicht mehr geguckt, ging es an der Stelle eher um brave=tapfer, oder war das nur eher so eine allgemeine Referenz?
Thandbar:
In Goethes Zauberlehrling heißt es noch "wahrlich, brav getroffen"; und ich meine mich zu erinnern, dass in Thomas Manns "Der Erwählte" das Wort synonym für "tapfer" bzw. "treu" gebraucht wird. Wenn man archaisieren will, könnte man also durchaus auch "brav" setzen, denke ich.
Ich finde deutsche Filmsynchronisationen nicht per se schlecht; aber mir fällt auf, dass sie gerade im Zusammenhang mit literarischen Anspielungen den Zuschauer lieber unterfordern als irritieren.
In den Simpsons finden sich viele Übersetzungsklopse. Viele Anspielungen auf Bücher und Filme wurden da oft gar nicht von den Übersetzern erkannt. Homer spielt in "Homer an der Uni" das Spiel "Kerker und Drachen".
In einer anderen Folge bekommt er einen Sicherheitsfimmel und möchte Apus "gepunktete Gottheit" entschärfen. (Im Original ein Wortspiel mit "pointy", was "spitz zulaufend" bedeutet.)
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln