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Übersetzungsklopse

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Heinzelgaenger:

--- Zitat von: Fimbul am 17.10.2013 | 20:20 ---Allerdings ist bei "Game of Thrones" ja stets umstritten, ob und wie man übersetzen sollte. Mit dem altertümlichen Ausdruck "Reisiger" dürften viele nichts anfangen können, was man ja an den Reaktionen auf Deinen Beitrag sieht.

--- Ende Zitat ---
Es geht nat. immer um die Frage , wie man zur (eigenen?) Sprache steht.
Gäbe es erst heute eine Herr der Ringe Übersetzung, der tolle "Waldläufer" wär total in der Kritik.

Reisläufer für Söldner war eigentlich ziemlich lang im Sprachgebrauch selbst bis nach '45, aber [meine Theorie] da wir extremst demilitarisiert wurden, kennen das nicht mal, scheints, RPGler.

@Alejandro
mein Sample ist nicht nur einige dicker, guck dir ausserdem doch mal die Bücher an.
Im Übrigen reibe ich mich nicht wirklich an "Heckenritter", ist kein wirklicher Klops, nur nicht über jeden Zweifel erhaben.

Sieh es vielleicht mal so: George Martin hat durch britische Autoren nun mal sehr viel häufiger das Wort "Hecke" literarisch aufgesogen.
In seiner geistigen Welt pennen Ritter eben häufiger zwischen Hecken.
Autoren aus der Bretagne oder der Normandie mit ihrer eigenen Heckenlandschaft, der Bocage, haben das in ihren Epen und Märchen vielleicht auch eher verarbeitet, als, sagen wir, slawische Autoren?

Ich kann mich nicht erinnern, dass Hecken in dt. Märchen gross Erwähnung fanden.
DIe dt. Kulturlandschaft hat sicherlich andere Besonderheiten, zB mehr Gebirge, mehr Weinanbau-Nomenklatur etc.
Heisst nicht, das ich den Reben- oder Rankenritter befürworte. ;)
Sind wirklich nur Beobachtungen.

Feuersänger:
Spontan fällt mir da, öhm, Dornröschen ein. Aber viel mehr auch nicht.

Zarkov:

--- Zitat von: Thandbar am 17.10.2013 | 16:19 ---Weil es in Deutschland keine jahrhundertelange sprachliche Tradition gibt, einen ellende als Heckenritter zu bezeichnen.
Oder es an dem romantisierten mythischen Hintergrund gebricht, "the Hedge" als Trennlinie zwischen Feen- und Menschenwelt zu begreifen (wie er zum Beispiel in "Changeling: The Lost" Verwendung findet).

--- Ende Zitat ---

Für die historische Verwendung von hedge knight hast du nicht zufällig einen belastbaren Beleg? Ich vermute nämlich fast eine Neuprägung von Martin oder einem anderen Fantasy-Autor in Anlehnung an andere Komposita. Daß eine oberflächliche Google-Suche ausschließlich Belege für ASOIAF zutage fördert, macht mich mißtrauisch.

Aber zur Grundbedeutung einen Blick ins Wörterbuch: OED, Stichwort „Hedge“ (C2):
 

--- Zitat von: OED --- a. Born, brought up, habitually sleeping, sheltering, or plying their trade under hedges, or by the road-side (and hence used generally as an attribute expressing contempt), as hedge-bantling, hedge-brat, hedge-chaplain, hedge-curate, hedge-doctor, hedge-lawyer, hedge-parson, hedge-player, hedge-poet, hedge-wench, hedge-whore, etc. Also hedge-priest n.

--- Ende Zitat ---

Angeführte Belege zwischen ca. 1530 und 1855. Ich wüßte wirklich gerne, wie lange Komposita mit hedge noch im aktiven Sprachgebrauch gebildet wurden; leider habe ich gerade keinen Zugriff auf entsprechende Corpora und muß mich daher mit Google begnügen. (Beim OED kann es schon mal sein, daß der aktuelle Bearbeitungsstand eines Artikels von 1890 stammt, daher weiß man nie … )

Bei historischen Belegen wie hedge bookseller, hedge writer oder hedge lawyer wird auch klar, daß die gemeinten Hecken ganz greifbarer und wenig metaphyischer Natur sind. Hier Feen, Mystik und Romantik hineinzuinterpretieren, erscheint mir wenig zweckdienlich. (Erste Belege auch weit vor der Romantik.)

Ich gedenke jedenfalls hinfort nach Kräften dubiose Schreiberlinge als Heckenschriftsteller zu verunglimpfen.

[P.S. Von den ganzen Komposita scheint sich nur hedge priest im Wortschatz gehalten zu haben. Dafür gibt es auch gleich solide Google-Treffer.]

Teylen:
Zumindest bei Dornröschen hatte die Hecke eine ziemlich prominente Rolle. ^^
Naja und auch sonsten spielen viele Märchen doch im Wald? Das heißt ich kann mich an keins in den Bergen oder gar am Weinberg erinnern @.@;
Wobei dem umliegenden Gestrüpp ob Hecke oder Baum eher seltener Beachtung geschenkt wurde?

Fimbul:

--- Zitat von: Zarkov am 17.10.2013 | 21:49 ---a. Born, brought up, habitually sleeping, sheltering, or plying their trade under hedges, or by the road-side (and hence used generally as an attribute expressing contempt), as hedge-bantling, hedge-brat, hedge-chaplain, hedge-curate, hedge-doctor, hedge-lawyer, hedge-parson, hedge-player, hedge-poet, hedge-wench, hedge-whore, etc. Also hedge-priest n.

--- Ende Zitat ---

Im „Deutschen Wörterbuch“ der Grimms finden sich ebenfalls Komposita wie: Heckenarzt (= Pfuscher), Heckendieb (= Strauchdieb), Heckenhure (= geht in der Hecke ihrem Gewerbe nach), Heckenjäger (= Wilddieb), Heckenreiter (ebenfalls Strauchdieb) und Heckenwirt (= zwielichtiger Wirt). Die Hecke hat dabei die Bedeutung des abgelegenen, heimlichen Ortes und damit allgemein der Heimlichkeit und Ungesetzmäßigkeit. Es gibt dort auch die Bezeichnung „Strauchritter“ für einen berittenen Straßenräuber. Ein englisches „hedge-knight“ im Deutschen als „Heckenritter“ wiederzugeben ist meiner Meinung nach bei einer entsprechend negativen Konnotation des Wortes der deutschen Sprache also nicht so fremd wie es hier bei einigen angeklungen ist.

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