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Star Trek: Discovery - 2017[SPOILER!]

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YY:

--- Zitat von: Haukrinn am 10.10.2017 | 21:38 ---Ansonsten ist es interessant mal zu sehen, dass so ein Schiff offenbar auch dann funktioniert wenn du es ausschließlich von Volltrotteln und Arschlöchern betreiben lässt.

--- Ende Zitat ---

Eigentlich ja gar nicht so unrealistisch  ~;D


--- Zitat von: Sashael am 10.10.2017 | 19:19 ---Noch eine huiwierealistisch Serie kann mir wirklich gestohlen bleiben. Mittlerweile ist ein "realistisches" Setting für mich ein Hinweis, dass ich die Serie mit großer Wahrscheinlichkeit Scheisse finden werde.

--- Ende Zitat ---

Was mMn hauptsächlich daran liegt, dass man sehr gerne mit diesem Label hausieren geht und dem dann in keinster Weise gerecht wird.

Die letzte Serie, die das für mich über weite Strecken hinbekommen hat, ist von 2002  :P
Ich finde aber auch die meisten explizit unrealistischen Serien Scheiße  ;D



--- Zitat von: Der Narr am 10.10.2017 | 22:37 ---Gebt es doch zu, ihr mögt die Serie einfach nicht und sucht danach nach Gründen oder Rationalisierungen, warum dem nicht so ist ;D.

--- Ende Zitat ---

Wie ich schon sagte:
Man merkt ihr den "modernen" Erzählstil (mit dem ich tatsächlich nur in Ausnahmefällen was anfangen kann) an vielen Stellen überdeutlich an und das passt zu Star Trek höchstens dann, wenn man es als Kontrastprogramm aufzieht.
Das funktioniert aber nicht derart mit dem Holzhammer und auch sonst nur dann, wenn das, wovon man sich abheben will, genug Präsenz hat - was für ST nicht unbedingt zutrifft.

Kreggen:
Ich fühle mich gut unterhalten. Mehr erwarte ich nicht. Ich hab TNG geliebt, DS9 auch (wenn nicht mehr), Voyager weniger und bei Enterprsie hat's nicht mal für die erste Staffel gereicht.
Disc gefällt mir bisher gut.

Pyromancer:

--- Zitat von: Der Narr am 10.10.2017 | 22:37 ---Gebt es doch zu, ihr mögt die Serie einfach nicht und sucht danach nach Gründen oder Rationalisierungen, warum dem nicht so ist ;D.

--- Ende Zitat ---

Ja? Das ist doch der "normale" Prozess: Man konsumiert irgend etwas, stellt durch Bauchgefühl fest: Oh, mag ich nicht (bzw. mag ich)! Und dann überlegt man sich, woran das wohl liegen könnte.

Es schaut ja keiner (außer du vielleicht?) eine Serie, setzt sich dann hinterher nüchtern analysierend hin, wägt Vor- und Nachteile ab und trifft dann eine bewusste Entscheidung, dass man die Serie mag.

Wisdom-of-Wombats:

--- Zitat von: Talasha am 10.10.2017 | 17:13 ---Eine schöne Erklärung wieso ST Discovery für viele nicht so gut funktioniert:

--- Ende Zitat ---

Der Artikel ist bei mir unter "Quark" gelandet, nachdem der Autor behauptet hat, "The Expanse" sei ursprünglich als Strategiespiel konzipiert gewesen. Bereits hier hätte ein Blick nach Wikipedia gezeigt: The Expanse war als MMORPG konzipiert und später sollte es ein Table Top Spiel (RPG?) werden.

The Expanse liefert dreckige Politik in einem "near Future hardish SciFi" Universum. Habe da bisher allerdings nur 2 Seasons gesehen und lese/höre gerade Buch 2 "Caliban's War".
Star Trek war immer ein Plädoyer an das Gute im Menschen und den Pioniergeist. Damit hat es eine völlig andere Stoßrichtung und ist eine andere SF als The Expanse.

The Expanse liefert letztlich Gegenwartskritik im SF Gewand und damit genau das, was gute SciFi ausmachen kann.
Star Trek hatte nie einen tieferen Gegenwartsbezug, obwohl Klingonen vs. Föderation als Allegorie für den Kalten Krieg strapaziert wurden. Star Trek liefert Utopie. Eine zukünftige Welt, in der man leben möchte. In "The Expanse" möchte ich nicht leben, in der Föderation aus TOS oder TNG hingegen schon.

Discovery könnte guter Trek werden, wenn man der Serie Zeit gibt. Wir erinnern uns: TNG und DS9 haben jeweils bis Staffel 3 gebraucht, um gute Serien zu werden. Das waren über 40 Folgen... Discovery ist da bereits jetzt mit einer höheren Lernkurve unterwegs.

Den einzigen Fehler, den ich hier sehe, ist Discovery in der Vergangenheit anzusiedeln. Hier hätte es gut getan, sich freizuschwimmen vom Trek Canon und im 25. Jahrhundert weiterzumachen, statt ins 23. Jahrhundert zurückzukehren. Denn wie schon bei Enterprise sehen Shenzou und Discovery moderner aus als jede Enterprise oder die Voyager.

Kowalski:
Bisher immer besser werdend.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Hauptcharakter ist Michael, eine Waise die mehrere Angriffe in der Kindheit übersteht und von Vulkaniern aufgezogen wird.
Das befeuert die innere Zerrissenheit der Figur, die sich "schuldig" fühlt überlebt zu haben. Die vulkanische Disziplin und Logik beruhigt Michael nach außen. Für den unbedarften Zuschauer wird dieses Existieren in zwei Welten auch schon durch den männlichen Namen einer weiblichen Figur herausgehoben. Schaut man genau hin sieht man wie es in der Figur arbeitet und wie mal die Logik und mal das Bauchgefühl gewinnen, auch wenn nach außen hin nur wenig dieser inneren Konflikte sichtbar wird.

Dieses Grundtrauma des unverdient davon kommens ist es auch das Michael dazu bewegt die Schuld auf sich zu nehmen. Da sie sich selbst verteidigt gibt es niemanden der in die Bresche springt und sie vor den größten Dummheit sich bedingungslos schuldig zu bekennen abbringt. Der Angriff auf ihren Captain um den Klingonen statt mit Frieden mit einer Machtdemonstration zu begegnen, der aus dem menschlichen Bauchgefühl entspringt setzt sie die vulkanische Einsicht in den Fehler der Verletzung der Vorschriften entgegen. Der Captain, an deren Tod sie sich nun auch wieder schuldig fühlt und auch objektiv ist, kann ihr nicht mäßigend und mit anderer Sicht der Dinge beistehen.

Auch hier ist der Zwiespalt vorhanden vordergründig nach vulkanischer Logik zu handeln und, im innersten, nach menschlichen Gefühlen.

Die Pilotfolgen zeigen eine zwiegespaltene, mit sich nicht im Reinen stehende Michael.
Das mag sie auch auf gewisse weise unsympathisch erscheinen lassen.
Zum einen diese äußere Kühle und das Fehlen jeglicher größeren emotionalen Regung.
Und zum anderen diese offensichtliche Mauer die Michael um sich herum baut und andere von sich stößt. Auch um zukünftigen Verlusten vorzubeugen.

Besonders deutlich wird der Kontrast wenn man sich die freundliche Captain Georgiou und die höfliche aber latent feindselige/reservierte/hochnäsige Michael anschaut. Aber das ist Absicht. Kein Webfehler,
 sondern unsere Startposition.

Verhalten das wir beim spitzohrigen Spock als "niedlich"/rollenkonform" ansehen, ist bei Michael befremdlich, erwarten wir doch menschlichere Reaktionen. Selbst andere Nichtmenschen verhalten sich "menschlicher" als Michael.

Das verstört!
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)6 Monate nach Kriegsbeginn. Es ist klar das die Föderation unter gehörigen Druck durch die Klingonen gerät. Ein erfogreiches Ende des Konflikts ist weder sicher noch in Sicht. Es scheint sogar so zu sein das die Föderation so unter Druck ist das man wirklich auch die sonderbarsten Ideen verfolgt. Man gibt es nicht zu, aber die Entscheider in Star Fleet scheinen schon recht verzweifelt zu sein.

Das erklärt auch wieso man Michael reaktiviert, nicht offiziell, aber mit Zustimmung eines Teils der Admiralität (Sektion 31??) Die Prinzipien der Föderation stehen hier durchaus zur Disposition. Captain Lorca bringt es auf den Punkt als er darauf hinweist das er Ergebnisse erwartet. Im Moment interessiert ihn wie man den Krieg gewinnen kann.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Der Angriff auf eine Minenkolonie ruft die Discovery auf den Plan. Michael erweist sich als in der Lage sich in eine weitere Spezies hineinzudenken. Hier ein überdimensionales Tardigrade.
 Das ist auch gleichzeitig der Beginn der Zweifel an der Richtigkeit der Versklavung des Tardigrade. Offensichtlich leidet es bei dem Einsatz des Sporen-Antriebs.
Machen wir uns auf eine Entwicklung der Charaktere  gefasst die uns teilweise überraschen wird.
Was durchaus klar ist, ist das Druck im Kessel ist und es potentielle Konflikte einzelner Protagonisten untereinander gibt.

Michael sehe ich hier als unbeugsamen Idealisten stehen. In der Tradition von Martin Luther, Snowden, Assange, Michael Kohlhaas. Was fehlt ist das Zulassen des menschlichen Touches. Das kommt aber noch. Und wird doch nie ganz werden.

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