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Star Trek: Discovery - 2017[SPOILER!]
Niniane:
Warum ich die Serie überhaupt gucke, habe ich mich gestern auch gefragt, nachdem ich die neuste Folge gesehen habe.
Leider hat die mich in den ersten zwei Dritteln völlig kalt gelassen. Es war mir schlicht egal, ob Michael (die unsympathischste Hauptfigur einer Star Trek-Serie seit James T. Janeway) oder Imperator Phillipa (die ich genauso unglaubwürdig fand) draufgehen. Lorcas Wandlung fand ich genauso wenig nachvollziehbar, ich hab ihm den rassistischen Oberbösewicht zu keiner Sekunde abgekauft. Ich habe Harry Potter gesehen, Lucius Malfoy, der immer wie aus der kleinen Fibel für Fieslinge wirkte, war in meinen Augen glaubwürdiger als das.
Aber warum hab ich nicht ausgemacht?
Ganz einfache Antwort: Doug Jones. Saru ist in der letzten Folge zu Hochform aufgelaufen, ich mag den Charakter, denn der hat in meinen Augen (außer Tilly vielleicht, und die mag ich auch) als einziger wirklich eine Wandlung durchgemacht. Was der macht, wie der auf Phillipa-Imperatrix reagiert, das will ich sehen.
Was mich massiv gestört hat an der Folge, waren die abgeschnittenen Handlungsfäden. Ist Tyler jetzt tot? Oder nur Voq? Was ist mit Culber, Stamets sieht ihn kurz im Netzwerk, und das wars?
Vielleicht liegt mein Eindruck, was Michael angeht, auch an der Synchro (die englische Tonspur macht mich wahnsinnig, obwohl ich Serien normalerweise im Original bevorzuge), Michael spricht auf Deutsch immer wie eine Theaterdarstellerin. Aber mir geht auch dieser ewig leidende Frodo-Gedächtnis-Gesichtsausdruck auf den Keks. Ich will sie immer schütteln und ihr sagen, dass sie mal an sich denken soll - oder überhaupt denken, denn das scheint mir trotz Vulkan-Akademie nicht so ihre Stärke zu sein.
Kowalski:
Gut, streichen wir das Brücken- aus der Crew weiter oben und Ersetzen es durch einen Ausschnitt der Mannschaft der in den Geschichten tragend erwähnt wurde.
Ansonsten: Es ist kein Action Movie, es sind Abenteuergeschichten.
Ich sehe hier Actionsequenzen als symbolische Darstellung, nicht als tatsächlich wichtigen Inhalt.
Und das an bestimmten Stellen Technik über Menschen triumphiert, das verwundert nicht.
Spiegel-Stammets konnte alle Lebenserhaltungssysteme bis auf die in der unmittelbaren Nähe bei der Brücke kontrollieren.
Und da sein Gas einsetzen.
Dem Anschein nach sind die Sporen schnell tödlich neutralisieren sich aber schnell. Ich fand das jetzt nicht doofer als den Super-Duper Mycelium Reaktor.
Ja, dieses Doomsday Device finde ich auch störend.
Too much!
Aber das soll wohl so die Art der Holzhammer Erklärung sein das Technologien auch schnell eine böse Seite bekommen können.
Autonomes Fahren vs. Killerroboter.
Billigen Strom vs. Atombombe.
Impfungen vs. Biowaffen
Putzmittel vs. Giftgas
Auto vs Panzer
Urlaubsflug vs. Cruise Missile
MyceliumSprung vs. Auswirkungen im Multiversum
Wie gesagt, es ist eine Soap, und damit von der Erzähltiefe eher flach.
Und vom Budget her bis auf den Pilottripel eher schmal.
Deutlich geringer als Game of Thrones.
Mag sein mit meinen geringeren Erwartungen hat die Serie es bei mir einfach leichter zu wirken.
Teylen:
Ich sehe das Problem das die Serie weder als Abenteuerserie, noch als Soap und auch nicht als Actionserie funktioniert und die Autoren gerne noch eine andere Serienform wären.
Hinsichtlich der Erzähltiefe kosten gute, stimmige Geschichten mit einer halbwegs einheitlichen Bildsprache hinsichtlich des Genres, für das man sich einmal entscheiden kann, keine Millionen.
Neben dem Umstand das Star Trek Discovery über ein sehr hohes Budget verfügt.
Das heißt Star Trek Discovery hat ein Budget von 8 bis 8,5 Millionen pro Folge.
Game of Thrones hatte während der ersten Staffel ein Budget von 2,5 bis 3 Millionen, während der zweiten Staffel von etwa 4 Millionen und kam bis zum Finale der 6ten Staffel nicht über 8 Millionen pro Folge. Bevor es in Bereiche von 13 Millionen explodierte. Womit STD deutlich mehr Geld im Schnitt hat als Game of Thrones.
Auch wenn man Star Trek: Discovery mit anderen SF-Serien vergleicht schneidet sie nicht schlecht ab.
Westworld liegt bei 8-10 Millionen, The Expanse bei 6-10 Millionen, ... bei den kleinen Serien findet man schlechter Budgets, aber Black Mirror bei 2,5 Millionen.
Nun und ich wage zu zweifeln das Dark Matter, Killjoys, InCorporate, Colony und andere SF-Serien auch nur in die Guckweite 8-Millionen kommen.
Zumal Star Trek: Discovery nun auch eher echt nicht mit Schauwerten klotzt oder CGI rauswöllt wie eine räudige Katze, so dass man kann "Hm, ja. Das sieht super teuer aus".
Wisdom-of-Wombats:
--- Zitat von: Teylen am 1.02.2018 | 11:03 ---Es hätte mich durchaus interessiert mehr über "die Roboter Lady", "die Schwarze mit den langen Haaren" oder andere Mitglieder der Brückencrew zu erfahren. Tatsächlich weiß ich allerdings von diesen Figuren nicht einmal den Namen und glaube nicht das es an meinem schlechten Namensgedächtnis liegt. Ich weiß noch nicht einmal was eigentlich die Aufgaben der Roboter Lady oder der Schwarzen ist.
--- Ende Zitat ---
Hier erfährst Du mehr über die Brückencrew. Saru hat sie übrigens alle mit Namen angeredet. Und ja, seit letzter Folge bin ich für Captain Saru - obwohl ich den Charakter nach wie vor nicht mag.
http://trekcore.com/blog/2017/12/meet-the-star-trek-discovery-bridge-crew-cast/
Pyromancer:
Ich schau STD noch, und ich finde auch nicht alles schlecht. Den Anfang fand ich sehr sperrig, aber mit den letzten Folgen vor dem Spiegeluniversum bin ich so langsam mit der Serie warm geworden. Die ersten Folgen Spiegeluniversum fand ich dann wieder schlimm, aber die letzte war (trotz aller Schwächen) unterhaltsam. Aber der letzte Twist hat es mir wieder verdorben.
Für mich ist die Serie genau in so einem unangenehmen Zwischenzustand. Wäre mehr kacke, dann würde ich sie nicht mehr schauen. Wäre weniger kacke, dann könnte ich sie mehr genießen. So sehe ich halt vor allem Potential, das in meinen Augen oft vergeudet wird, aber genug Ansatzpunkte bietet, wo sie ja noch besser werden könnte - was sie teilweise ja auch geworden ist.
Die zweite Staffel könnte richtig klasse werden. Die erste ist es - das kann man jetzt schon sagen - definitiv nicht. Aber auch das ist ja eine alte Star-Trek-Tradition.
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