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(Brainstorming) Supermächte besiedeln im Kalten Krieg eine Parallelwelt

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bobibob bobsen:
Ich würde die Mitspieler einfach mit ins Boot holen, Ihnen die Probleme und eventuellen Logikbrüche erläutern und sie Auffordern diese selbst zu schließen. Das kann über den Hintergrund der Charaktere passieren oder indem man eine Erklärung findet mit der alle zufrieden sind.
Ich habe schon weit unlogischere Settings erlebt bei weitaus bekannteren Systemen. Lass dir deine Idee nicht kaputt machen wenn du von dem Setting überzeugt bist.

blut_und_glas:
Ganz allgemein finde ich die sich hier langsam herausschälende Vorstellung der Beta-USA als bis zum Kollaps übermilitarisierter Quasidiktatur mit bis zu Hungernöten defizienter ziviler Infrastruktur und der Beta-UdSSR (Einschub: Ist Beta eine eigene SSR? Eine autonome Region?) als funktionierendem, sich selbst versorgendem Staatswesen ja im Sinne der Parallelwelt als Spiegelwelt sehr interessant. Auch wenn  ich den Eindruck habe, dass das so nicht gemeint war.

Ein paar alternative Überlegungen:

Viele von den "Machbarkeitsproblemen", die hier im Laufe des Threads aufgeworfen wurden, ließen sich meiner Ansicht nacht umgehen, wenn die Technologie keine Einbahnstrasse darstellen würde. Das verändert allerdings natürlich die Ausgangslage komplett. Fragen wie "wer würde dort hingehen?", "wie wird die Kontrolle aufrecht erhalten?", "welche Motivation haben die staatlichen Akteure, in die neue Welt zu investieren?", ... ließen sich aber sehr einfach beantworten. Andererseits dürfte der Handlungsspielraum der Beteiligten auf Beta dann auch ein ähnlicher sein, wie auf Alpha - marodierende US-Truppen würde es vermutlich nicht geben und offene Angriffe auf sowjetische Kräfte und Zivilisten wären wohl nicht möglich ohne einen Zweiweltkrieg zu provozieren.

Was ich mir unabhängig von der Kommunikationslage vorstellen könnte, wäre eine Veränderung der Machtbalance und des Vorgehens in der folgenden Weise: Auch die USA halten die Technologie geheim und statt einer massiven Aufrüstung verlegen sie sich auch auf Beta auf das Führen eines Stellvertreterkrieges, bei dem "Berater" (für die es auch weniger Freiwillige braucht, die bereit sind, niemals ihre Heimat und Familien wiederzusehen) die indigene Bevölkerung gegen die Sowjetunion zu führen versuchen (wozu alles vom Herstellen eines erst einmal passenden politischen Klimas, über Waffenlieferung, Ausbildung und Aufbau, bis hin zu direkten Operationen gehören kann).

Zuletzt muss ich ja noch einen Gedanken einwerfen, der mir ganz am Anfang gekommen ist und der mir sehr gut gefällt, aber der ein wirklich völlig anderes Spiel bedeuten würde: Was wäre, wenn praktisch alles, was auf Alpha an Informationen über die Lage auf Beta ankommt, erlogen ist? Was ist, wenn dort drüben nämlich explizit kein (egal ob kalter oder heißer) Krieg herrscht? Sondern stattdessen eine utopische Gesellschaft, die die Vertreter erst der Sowjetunion und dann beider Seiten gemeinsam angesichts einer leeren neuen Welt aufgebaut haben? Einer Welt unbelastet von all den "Sünden der Väter"? Der Fokus des Spiels könnte auf Exploration liegen, aber auch auf internem politischen Disput, wie mit den (unerreichbaren) Verwandten auf Alpha umzugehen sei - soll die "große Lüge" aufrechterhalten werden? soll stattdessen eine Einladung an Gleichgesinnte ausgesprochen werden? An alle? Eine Friedensbotschaft gesandt werden? Aber auch: Wie wird mit Neuankömmlingen aus Alpha umgegangen? Gibt es vielleicht Radikale, die sich nicht von ihren alten Überzeugungen lösen wollen? Wie geht die junge Gesellschaft mit Problemen um? Wie mit dem ersten Mord der dort geschieht? Überhaupt: Was für eine Staatsform und Gesetze gibt sie sich und wie entwickeln sie sich angesichts von Veränderungen? Und natürlich: Was passiert, wenn die Einbahnstrasse der Portale plötzlich durchbrochen wird, und eine Rückreise möglich wird (gesteuert von Beta? gesteuert von Alpha?)?

mfG
jdw

Antariuk:
In Punkto Realismus frage ich mich auch ernshaft wie weit man es damit treiben sollte... ich weiß zwar nicht genau welches System für dieses angedachte Setting zum Einsatz kommen soll bzw. welcher Art die geplanten Abenteuer sein sollen (falls das bereits erwähnt wurde - ich habs nicht gesehen), aber ich vermute mal ganz stark dass es nicht so sehr eine Simulation der Wirklichkeit wird dass die Spieler à la Tom Clancy die Typennummern und die Bewaffnungsart aller beteiligten Kriegsmaschinen herunterbeten können müssen, von den Realitäten einer mittelschweren militärischen Mobilmachung ganz zu schweigen. Es wird wohl niemanden interessieren wie viel Kraftstoff eine F16 pro Start und Flugstunde verbraucht, wie viel Rattenschwanz zur Aufrechterhaltung einer ganzen Kompanie gehört, und so weiter. Das ist nämlich alles Hintergrundrauschen und für ein echtes Abenteuer nicht wichtig. Und falls, dann wird es einmal wichtig weil das Abenteuer den Aufhänger Nachschublieferung X ist verschollen/wurde entführt hat und die Spieler dort dann hinterherjachtern, aber eine nachvollziehbare Ökonomie sollte nicht das Ziel sein.

Arkam:
Hallo zusammen,

bei mir wäre Beta isoliert. Also bisher gab es keine Rückwanderung von Lebewesen oder Material.
Aber die Physiker haben errechnet das es auf Beta Punkte geben muss an denen man Lebewesen und Material verschieben kann. Den ersten Siedlern hat man auch angegeben woran man diese Orte identifizieren kann und auch die Geräte für die Rückreise dazu gepackt. Aufgrund von Abweichungen bei den Ziel Koordinaten und der Tatsache das sich die entsprechenden Punkte bewegen hat bisher noch Niemand einen Rücksprungpunkt erreicht und seine Ausrüstung aufbauen können.
Wer als erstes einen solchen Rücksprungpunkt erreichen würde könnte nicht nur begehrte Rohstoffe sondern eben auch Waffen, etwa Atomsprengköpfe transportieren.
Ganz klar das USA und UdSSR sich solche Punkte sichern wollen und deshalb weiter Truppen nach Beta schicken.

Kleinere Länder wittern allerdings auch Morgenluft. Denn beide Großmächte bieten Ziele bei denen man auch im Rahmen der Streung weder das eigene Land treffen würde noch ein anderes Land. Das wäre etwa für den Iran ein Unternehmen mit dem man die USA abschrecken oder sogar angreifen könnte.
Welche Option man wählt hängt davon ab welche Reaktion man vermutet. Grob sehe ich da die folgenden Optionen:

* Man nimmt den Angriff an und forscht nach den Verursachern.
* Man sieht die UdSSR als Angreifer und startet einen Dritten Weltkrieg.
* Man wählt einen Schurkenstaat aus und greift diesen dann an.
* Man greift einen ausgewählten Schurkenstaat an und vernichtet ihn durch einen atomaren AngriffDa keins dieser Szenarien aus Sicht der USA wünschenswert ist forscht und investiert man eben auch blind in Portalforschung und Beta Besiedlung.

Nachdem das mit dem Rücktransport nicht so geklappt hat wie gewünscht ist die Situation auf Beta jetzt verwickelt. Auf der einen Seite benötigt man jetzt Landwirtschaft, eigene Rohstoffe, Produktionsbetriebe und vielleicht auch Handel. Auf der anderen Seite benötigt man hohe Mobilität, Aufklärung und militärische Stärke um einen Rücksprungpunkt zu erreichen und zu nutzen.
Hier könnte ich mir vorstellen das sich die Beta Siedler aufspalten. Ein Teil von ihnen sieht Beta als Chance und verhält sich als Siedler. Ein anderer Teil will zurück und organisiert sich als hochmobile militärische Einheit.
Diese Einheiten können dann auch von Alpha stammende Materialcontainer und natürlich auch Personencontainer bergen. Mit dem Material kann man nicht nur die eigene Stärke aufbauen sondern auch Handel betreiben. Neue Mitglieder braucht jede Einheit und Spezialisten in einem zivilen Bereich kann man in einem System zwischen Sklavenhandel und einem Ablösemarkt, ähnlich wie im Fußball nutzbringend einsetzen.

Besonders begehrt sind natürlich Personen denen man die neusten Erkenntnisse über die Sprungpunkte mitgegeben hat. Denn inzwischen hat man auf Alpha das Problem errechnen können. Von da aus schickt man jetzt Einheiten die mehr auf die vermutete Situation eingestellt sind.

Ich würde keine Urzeitmenschen nehmen sondern auf Beta entweder nur ein paar Bauerndörfer auftauchen lassen. Die Bauern sind versetzt worden als sie ein Portal bewundert haben und haben einfach weiter gemacht. Die Alternative wäre ein einfacheres Staatsgebilde. Das vernünftig ins Spiel zu bringen wäre aber recht aufwendig.

Gruß Jochen

Pyromancer:

--- Zitat von: Antariuk am 13.11.2015 | 10:36 ---Es wird wohl niemanden interessieren wie viel Kraftstoff eine F16 pro Start und Flugstunde verbraucht, wie viel Rattenschwanz zur Aufrechterhaltung einer ganzen Kompanie gehört, und so weiter. Das ist nämlich alles Hintergrundrauschen und für ein echtes Abenteuer nicht wichtig.

--- Ende Zitat ---

Ich kann nur für mich sprechen, aber mich interessiert das.

Und es formt das Setting, wenn man sich mit solchen Details beschäftigt, und es ergeben sich daraus Randbedingungen, die auch für "echte Abenteuer" wichtig werden.

Um bei deinem Beispiel zu bleiben: Es macht einen Unterschied, ob die Basis Treibstoff genug hat für 10.000 F-16-Flugstunden, oder für 10. Im ersten Fall kriegen die SCs nämlich relativ problemlos mal eine Luftaufklärung, oder Feuerunterstützung, und im zweiten Fall halt nicht.
Und es macht auch einen Unterschied, ob der Treibstoff für diese 10.000 Flugstunden in zwei Tanklaster passt, die man im Bunker parken kann, oder ob man dafür 10 zwanzig Meter hohe Silos braucht, die entsprechend leichte Ziele für Sabotage und Kommando-Aktionen des Feindes sind. Undsoweiter.

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