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[Gesucht] Die besten Regeln für Raumschiffkampf
nobody@home:
--- Zitat von: Chruschtschow am 23.03.2016 | 11:23 ---Die Anlagen, die du benötigst, um solche Energiemengen erst zu speichern, dann innerhalb extrem kurzer Zeit abzurufen und dann aus einer hinreichend dynamischen Energiequelle wieder aufzufüllen, sind wahrscheinlich sehr groß und sehr schwer.
--- Ende Zitat ---
Yep. Die wahrscheinlich noch plausibelste nahfuturistische Methode, den Energiebedarf eines SF-typischen "Kampfraumschiffs" auch nur halbwegs zu decken, bleibt wohl auf absehbare Zeit die Kernfusion, und die ist (a) im Moment immer noch recht spekulativ (kriegen wir das jemals überhaupt gebacken und wenn ja, können wir die Reaktoren mit allem Drum und Dran auch klein genug für Raumschiffe bauen und wie lange hält so ein Teil eigentlich im Dauerbetrieb...?) und (b) auch keine Hexerei, die aus drei Litern Wasser unbegrenzte Energie für Tage liefert. "Ich brauch' mal schnell ein paar Gigawatt extra" wird auf absehbare Zeit kein Routineszenario werden. :)
Chruschtschow:
Das Problem ist ja noch nicht mal die Energiemenge. Ein .50 BMG-Geschoss hat vergleichbare Geschossenergie (ca. 20 kJ) wie das 2-Gramm-Teil von Bondelev. Aber du brauchst für eine sehr kurze Zeit die Leistung von vier Mal Isar II (leistungsstärkster deutscher Nuklearreaktor). Das macht man wahrscheinlich irgendwie über Kondensatoren, Schwungräder und Unipolarmaschinen. Nur werden die einiges wiegen. Mehr als die 16.5 g Pulver in der .50 BMG. Da kann man mit größeren Beschleunigungsstrecken sicher was reißen, um so die Dauer der Beschleunigung zu erhöhen und mit der Leistung runter zu gehen. Aber für ordentlich Ooomph in der Größenordnung chemischer Treibmittel brauche ich halt dennoch extrem dynamische Energiequellen und vor allem -speicher.
Wenn es nur um die Energie ginge, könnte sogar die ISS vier bis fünf zwei-Gramm-Geschosse mit 5 km/s wegballern. Theoretisch. Bei hohem Wirkungsgrad. ;)
Was da bei den Energiespeichern aber an Wärmeenergie draufgeht, um die derart schnell dauernd voll und wieder leer zu knallen... Korrigiert mich, wenn da jemand anderes weiß, aber ich würde annehmen, dass so eine Anlage nur kurz zu betreiben und sehr schwer und aufwändig wäre.
YY:
--- Zitat von: mattenwilly am 23.03.2016 | 11:12 ---Der Hauptgrund warum es derzeit nicht Tonneweise Rail/Coilguns und Strahlenwaffen gibt dürfte der selbe sein warum es keine 140mm Kanone auf dem Leo2/M1 gibt - es gibt keinen Bedarf bzw. keinen militärischen Mehrwert.
--- Ende Zitat ---
Klar gibt es für bestimmte Anwendungen einen Mehrwert - deswegen wird da momentan auch recht intensiv geforscht, obwohl eben gerade nicht die Option besteht, ein fix und fertiges System einfach zu beschaffen.
Diejenigen, welche ausreichend Fett auf der Kette für solche Projekte haben, sind dran, und wenn das mal ausgereift ist und in Serie geht, werden jene Schlange stehen, die kein Geld für Forschung haben, aber genug für die Beschaffung des Endproduktes.
Individuelle Kosten-Nutzen-Rechnung, wie immer.
--- Zitat von: mattenwilly am 23.03.2016 | 11:12 ---Rheinmetall hat ne 140mm samt Autolader "einbaufertig" aber die 120L55 kann derzeit alles knacken was rumfährt und die alte Munition etc. weiter verwenden/ist ein einfaches Update. Daher kauft kein Staat die 140mm die mehr Umbauten, neue Munition etc. braucht. Das selbe bei Railguns. Mehr als "Loch" können die auch nicht
--- Ende Zitat ---
Die 140mm hätte sowohl gegen Hartziele als auch gegen das restliche Kroppzeug messbare und relevante Vorteile - die sind eben nur nicht groß genug, um die Beschaffung zu rechtfertigen, auch deswegen, weil man ja noch anderes Zeug im Wirkverbund hat, welches die auf absehbare Zeit entstehenden Leistungslücken der 120L55 noch lange wird ausgleichen können.
--- Zitat von: mattenwilly am 23.03.2016 | 11:12 --- Experimentiert wird viel (MBT 70 mit dem 152mm Gun/Launcher etwa(1)) aber eingeführt wird es dann oft nicht weil "zu neu"/"zu kompliziert"
--- Ende Zitat ---
"Zu neu" ist kein Grund. Eher "nicht praxistauglich" (auch, aber nicht nur: zu kompliziert) oder "entgegen der Erwartungen keine relevante Leistungssteigerung im Vergleich zum Vorgänger".
Und militärisches Beschaffungswesen ist ein Thema für sich - da kommt so viel zusammen, dass sich noch nicht mal halbwegs verlässliche Grundsätze ableiten lassen. Also jenseits von gewissen Bauernregeln ;D
--- Zitat von: Chruschtschow am 23.03.2016 | 11:23 ---Du musst diese Leistung halt anknipsen, raushauen, ausknipsen. SCHNELL! Im Labor? Mit sehr viel Aufwand und Kram, den man nicht durch die Gegen karren muss? Klar. Aber als Waffensystem? Hm...
Wenn du schnell viel Energie haben willst, dann nimmst du derzeit was chemisches. BUMMM. Viel Energie auf wenig Platz, die auch sehr schnell zur Verfügung gestellt wird.
--- Ende Zitat ---
Wie gesagt: Beim chemischen Ansatz ist die Leistungsfähigkeit des Systems ganz klar nach oben gedeckelt, und da kratzen wir schon länger dran.
Natürlich ist es ein Riesenaufwand, eine Railgun mit einer signifikanten Leistungssteigerung gegenüber konventionellen Kanonen zu betreiben.
Und natürlich steht dieser Mehraufwand nicht im Verhältnis zur Leistungssteigerung.
Aber das ist im Prinzip seit dem Faustkeil so und wenn die relevante Messgröße eben gerade die absolute Leistungsfähigkeit ist, dann muss man sich den Aufwand eben machen oder läuft Gefahr, dass sich nur die Gegenseite die Arbeit macht - und dann wirds blöd ;)
Feuersänger:
--- Zitat von: nobody@home am 23.03.2016 | 11:53 ---Yep. Die wahrscheinlich noch plausibelste nahfuturistische Methode, den Energiebedarf eines SF-typischen "Kampfraumschiffs" auch nur halbwegs zu decken, bleibt wohl auf absehbare Zeit die Kernfusion, und die ist (a) im Moment immer noch recht spekulativ (kriegen wir das jemals überhaupt gebacken und wenn ja, können wir die Reaktoren mit allem Drum und Dran auch klein genug für Raumschiffe bauen und wie lange hält so ein Teil eigentlich im Dauerbetrieb...?)
--- Ende Zitat ---
Naja, genau _dazu_ ist es ja Science Fiction. Fusion (die richtige Sorte) passt perfekt in die Hard SF. Ich distanziere mich von den ganzen Ultras, die sämtliche Technologie als "Magic" abqualifizieren, die nicht bereits seit >50 Jahren im Einsatz ist (vulgo Fission). Und im Unterschied zu irgendwelchen rein spekulativen Fantasiekonzepten (à la "künstliche Singularität", Subraumblablabla) ist die Theorie der Kernfusion wohl verstanden und es hängt "nur noch" an der technischen Umsetzung, und es ist immerhin so seriös dass man tatsächlich mit Milliardenbudgets daran arbeitet. Ich wiederhole mich: _genau das_ ist ideal für Hard SF.
Klar, mit der D-T-Fusion die momentan in Arbeit ist kommen wir im Weltraum nicht weit. Da legen wir noch ein, zwei Schippen drauf auf den Techlevel und gönnen uns D-3He-Fusion. Schwupp, haben wir einen Prozess mit sehr wenig unangenehmer Neutronenstrahlung und dem Großteil der Energieausbeute in geladenen Teilchen, die sich wunderbarstens in Strom umwandeln lassen.
nobody@home:
@Feuersänger: Schon klar, es ist halt nur so, daß mir auch schon genügend viele Settings untergekommen sind, bei denen gleich wieder "fusion is technobabble" gilt. Ich sag' da nur mal "BattleTech". ::)
Oder nimm Perry Rhodan: da mußten sie letztendlich die Fusionsantriebsraketen, vulgo "Impulstriebwerke", aus der Vor-Metagrav-Zeit auch nachträglich mit Hyperraumeinflüssen zurechthandwedeln, um auf ihre schon seit frühestem Serienstart etablierten Beschleunigungsfaktoren von Hunderten von Kilometern pro Sekundenquadrat (!) bei trivialem Treibstoff- und Reaktionsmasseverbrauch zu kommen...
Ich will also die Technik bestimmt nicht verteufeln, aber speziell bei einem angedachten "härteren" Ansatz wäre mir schon ein bißchen wichtig, daß sie einigermaßen plausibel dargestellt wird und nicht gleich von der nächsten Space Opera, die auch mal das Wörtchen "Fusion" verwendet hat, einfach nur abkupfert. ;)
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