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Welche Conan Romane bzw. Kurzgeschichten und Comics sollte man haben?
KWÜTEG GRÄÜWÖLF:
--- Zitat von: nobody@home am 16.06.2026 | 14:14 ---Was Conans "Heldenstatus" angeht, würde ich ihn im ursprünglichen Sinne des Begriffs schon als Helden bezeichnen -- er leistet mit schöner Regelmäßigkeit Außergewöhnliches und Erzählungswürdiges. Trägt er dabei einen weißen Hut oder hat er sich ein S im Wappen auf die Brust tätowiert? Sicher nicht...aber wie die Formulierung schon andeuten mag, scheint mir der Gedanke, daß "Helden" immer die möglichst makellos Guten sein müssen, ein gutes Stück weit speziell der US-amerikanischen Medienselbstzensur ca. Mitte des 20. Jahrhunderts (Hays-Code für Filme, Comics Code Authority, und was es sonst noch gegeben haben mag) geschuldet und wird ansonsten normalerweise gar nicht groß verlangt -- Hauptsache, der "Held" taugt halbwegs zum Bewundern. Und daß das auch mal ein Dieb, Pirat, oder Banden- und Söldnerführer leisten kann, zeigt uns ja schon allein die Realität. ;)
--- Ende Zitat ---
Der US-amerikanischen Medienselbstzensur ca. Mitte des 20. Jahrhunderts wären so ziemlich alle Helden der Romane von Alexandre Dumas zum Opfer gefallen - gerade die Musketiere sind astreine Halunken mit ab und an die Überhand gewinnendem Ehrgefühl, und machen deswegen auch Mordsspaß.
Aber was erwartet man auch von einer Kultur, die von Puritanern abstammt? ^-^
Kurna:
Andererseits hat Karl May mit Kara ben Nemsi/Old Shatterhand und Winnetou schon im 19. Jhdt. Helden geschrieben, die ziemlich makellos sind. Eine amerikanische Erfindung des 20. Jhdt. ist das also auch nicht.
nobody@home:
--- Zitat von: Kurna am 16.06.2026 | 14:31 ---Andererseits hat Karl May mit Kara ben Nemsi/Old Shatterhand und Winnetou schon im 19. Jhdt. Helden geschrieben, die ziemlich makellos sind. Eine amerikanische Erfindung des 20. Jhdt. ist das also auch nicht.
--- Ende Zitat ---
Um das endgültig beurteilen zu können, müßte ich mal seine Originalwerke sehen; was ich persönlich überwiegend so in den 70er/80er Jahren gelesen habe, waren modernere Neuauflagen, die theoretisch schon ein wenig "entschärft" gewesen sein könnten, und von den Filmen her kann man das ohnehin etwas schlecht beurteilen. Daß allerdings der Autorenavatar des Herrn May seinerseits gerne mal ein gehöriger Schwindler war, der ohne mit der Wimper zu zucken die Unwissenheit oder gar den "unzivilisierten Aberglauben" zwar primär, aber nicht unbedingt nur seiner Gegner zum eigenen Vorteil ausgenutzt hat, ist selbst bei mir noch hängengeblieben. ;D
Raven Nash:
Sir Rider Haggard hatte den charakterlich makellosen "Weißen Jäger" zeitgleich als Allan Quatermain etabliert. Das war einfach ein Archetyp der viktorianischen Zeit, des Kolonialismus und der Romantik.
schneeland:
Um mal wieder zu den eigentlichen Büchern und der Frage von Inquisitor Majoris zurückzommen.
--- Zitat von: Inquisitor_Majoris am 13.06.2026 | 22:33 ---Im November erscheint eine neue Ausgabe zu den Conanbüchern - quasi eine Gesamtausgabe mit 200 Illustrationen.
Ich glaube vom gleichen Verlag ist auch eine Elric Gesamtausgabe erschienen.
Was meint ihr, als jemand der noch keine Conanbücher im Regal stehen hat, sollte ich mich dieser neuen Ausgabe widmen?
...
--- Ende Zitat ---
Ich habe selber die Festa-Ausgabe in digitaler Form, und ich finde, man kann die Geschichten auch heute noch mit Gewinn lesen. Die Bücher von TOR Fischer, die ich bisher in der Hand hatte, waren solide, insofern würde ich grundsätzlich sagen: wer noch nichts im Schrank stehen oder auf dem Tablet/e-Reader liegen hat, kann da ruhig zuschlagen.
Alternativ kann man natürlich auch den Gebrauchtmarkt nach der Festa-Ausgabe abklappern - mein Eindruck ist aber, dass die Preise da schon wieder auf Scalper-Niveau sind.
Persönlicher Eindruck war übrigens: flott geschrieben sind die meisten Geschichten, aber es gibt schon bessere und schlechtere, und es hat m.E. schon seinen Grund, warum die Leute sich als erstes an Der Turm des Elefanten oder Die Königin der Schwarzen Küste erinnern.
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