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Blade Runner von Philip K. Dick.

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Achamanian:
Ich finde nicht, dass man für "Do Androids Dream ..." irgendwelchen historischen Kontext braucht. Im Gegenteil hat das Buch eher einen gewissen zeitgeschichtlichen Ballast; Lem hat es ja z.B. zu Recht dafür verrissen, dass es dekontextualisierte Holocaust-Motive verwendet, die im Zusammenhang der Geschichte absolut keinen Sinn ergeben. Wenn man das liest und dabei an historischen Kontext denkt, stört und verwirrt das eher, als wenn man das Buch einfach nur als wilde, schwarzhumorige Farce über die (Un-)Menschlichkeit der Menschen und den verzweifelten Versuch, "echte Gefühle" Emotionen irgendwie zu etwas irgendwie erwerb- und konsumierbarem zu machen, liest.

Thematisch hat das eben nur wenig mit dem Film zu tun, der dann ja doch mehr das Frankenstein-Motiv verwendet ...

Sethomancer:
Ich mochte das Buch, aber man sollte es nicht mit dem Film vergleichen. Aus dem Kontext des Buches den Film zu bewerten macht ihn für mich schlechter, wobei ich den Film unabhängig vom Buch großartig finde.
Bei mir lief es halt so, daß ich zuerst den Film gesehen habe und genial fand, Dann habe ich das Buch gelesen und fand es großartig. Beim nächsten sehen des Filmes fing ich an Vergleiche zu ziehen und das machte den Film schlechter. Dann hab ich in letztens nochmal gesehen und mich drauf eingelassen und fand in wieder großartig.

Ich lese sehr gerne Romane von Phillip K. Dick und ich sehe auch gerne Filme nach Motiven aus seinen Romanen (gibt´s ja echt viele), und habe mich mittlerweile dran gewöhnt, daß keine von Dick´s Geschichten 1zu1 verfilmt wird, sondern immer nur etwas Wage ähnliches entsteht(was mir aber zumeist dann auch Spaß macht).

Daher ist "Träumen Roboter von elektrischen Schafen" das eine und "Bladerunner" etwas anderes, beides in einen Topf zu werfen führt zwangsläufig zu Entäuschungen.

McMolle:
Ich will mal eine Lanze für das Buch brechen: In einigen Aspekten fand ich es deutlich gelungener als den Film.

Gerade die Fragen "Was macht einen Menschen eigentlich aus?" und "Womit rechtfertigt man die grausame Behandlung der Androiden?" kommen dort deutlich besser rüber. Es gibt eine Szene, in der Deckard Gefühle für eine Person und Abscheu vor einer anderen empfindet, nur um feststellen zu müssen, dass die sympathische ein Androide, die abstoßende ein Mensch ist. Auch seine Verehrung eines Moderators, der 24h auf Sendung ist und eigentlich nur ein Android sein kann, was Deckard aber leugnet ist ein Beispiel dafür.

Von Dick gibt es meiner Meinung nach deutlich unverständlichere Kost; vor allem "Das Orakel vom Berge" ließ mich ratlos zurück.

Mit dem Film "Blade Runner" selbst kann ich merkwürdigerweise nicht viel anfangen: Er hat alles, was ich an einem solchen Machwerk schätze, aber das Gesamtgericht schmeckt mir dann doch nicht. Ich WILL ihn mögen, aber ich kann nicht - ohne zu wissen, warum.

KhornedBeef:

--- Zitat von: McMolle am 11.05.2016 | 15:51 ---[...]
Mit dem Film "Blade Runner" selbst kann ich merkwürdigerweise nicht viel anfangen: Er hat alles, was ich an einem solchen Machwerk schätze, aber das Gesamtgericht schmeckt mir dann doch nicht. Ich WILL ihn mögen, aber ich kann nicht - ohne zu wissen, warum.

--- Ende Zitat ---
Liegt vielleicht daran, dass Harrison Ford da so unsympathisch rüberkommt wie in keinem anderen Film, der mir jetzt aus dem Kopf einfällt :)

Lord Verminaard:
Ich liebe den Film und habe das Buch erst deutlich später gelesen, fand es aber auch super. Ich mag auch Dicks Schreibstil, trocken und schwierig finde ich eher andere Kult-Autoren wie z.B. Lovecraft, die eben auch noch ein paar Jahrzehnte älter sind. PKD schreibt doch knackig und anschaulich und mit einem wirklich bösartigen Humor. Seine Kurzgeschichten sind besser als die Romane aber „Do Androids“ hat mir gut gefallen, auch gerade der religionskritische Aspekt, der in Blade Runner weggelassen wurde. Der Fehler liegt wohl eher darin, einen tieferen Sinn zu suchen.

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