Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen
Brauche Tipp für System
Wonko:
Um noch eine Nicht-Fantasy-Alternative vorzuschlagen, möchte ich noch mal Hollow Earth Expeditions nennen. Hier geht es wahlweise gegen Nazis, Dinosaurier oder sogar cthulhoide Schecken (oder auch cthulhoide Nazi-Dinosaurier (in Space!), wenn man denn will). Das System ist recht leicht verständlich, der Fokus liegt hier nicht so stark auf Kämpfen und es ist auf Deutsch verfügbar. Mit dem gleichen System (Ubiquity) gibt es auch noch Space 1889, das ein ähnliches Genre bedient (ohne Nazis, aber mit Marsianern). Wird manchmal als Steampunk bezeichnet, wobei eigentlich kein Punk drin ist.
Der Eine Ring hat noch niemand vorgeschlagen. Ich selber habe es noch nicht gespielt, aber darüber hört man eigentlich nur Gutes, außer über die deutsche Übersetzung, die leider nicht toll gelungen ist.
Von AD&D würde ich auch eher abraten und dafür lieber D&D5 oder Beyond the Wall, je nachdem, wie viel Crunch du willst und wie wichtig Deutsch ist.
Daheon:
Wie wäre es denn mit dem großen guten alten Cthulhu?
Leicht verständliches Prozentsystem, ins 20er-Jahre Setting kommt man schnell rein, und auch hier gibt es kostenlose Schnellstartregeln plus Abenteuer.
Ucalegon:
--- Zitat von: Wonko am 8.06.2016 | 13:05 ---Der Eine Ring hat noch niemand vorgeschlagen. Ich selber habe es noch nicht gespielt, aber darüber hört man eigentlich nur Gutes, außer über die deutsche Übersetzung, die leider nicht toll gelungen ist.
--- Ende Zitat ---
The One Ring ist auf jeden Fall eine gute Wahl für Neulinge, hat aber im Vergleich zu generischer Fantasy (bspw. mit Dungeon World), wo die Gruppe idealerweise selbst ausprobieren kann, welche Spielweise und was für ein Setting für sie funktioniert, den "Nachteil", sehr stark an Tolkien ausgerichtet zu sein. Besonders wenn man affine Leute in der Runde hat, bietet sich TOR aber an.
--- Zitat von: Daheon am 8.06.2016 | 13:14 ---Wie wäre es denn mit dem großen guten alten Cthulhu?
Leicht verständliches Prozentsystem, ins 20er-Jahre Setting kommt man schnell rein, und auch hier gibt es kostenlose Schnellstartregeln plus Abenteuer.
--- Ende Zitat ---
Gerade mit Typ 3 könnte sich das als Horror-Rollenspiel beißen. Bei allen müsste man sicher vorher klären ob Horror überhaupt in Frage kommt oder nicht.
Oberkampf:
--- Zitat von: Mindmelter_p am 6.06.2016 | 23:03 ---
Typ 1, Mann: Wenig Fantasyinteresse, wenig SciFi Interesse, eher Actiongamespieler am PC (Shooter, RTS)
Typ 2, Frau: Viel Fantasyerfahrung, viel Brettspielen, kein Gaming am PC, sehr empathisch bei vielen Themen
Typ 3, Mann: Viel Gamingerfahrung, viel Brettspielen, will alle Regeln komplett vor Spielbeginn kennen um das optimale rausholen zu können. Fantasy und SciFi Interessiert
Typ 4, Frau: Null Gaming am PC, null fantasyinteressiert, will die Dinge mal auf sich zukommen lassen.
--- Ende Zitat ---
Hallo,
es gibt in der Rollenspieldiskussion eine Typologie von Spielern (vom Spieleentwickler Robin Laws), die dir vielleicht eiter helfen kann, was passendes für deine Gruppe zu finden.
So wie es klingt, hast du vielleicht einen Butt Kicker (Spieler 1), der gerne kämpft und etwas Action braucht. Da ich ungefähr in die gleiche Richtung gehe, kann ich dazu sagen, dass es hilft, wenn in den Abenteuern am Tisch auch mal richtig Action abgeht und diese Action nicht von endlosen Würfelprozeduren, Herumrechnen und Regelbuchwälzen ausgebremst wird. In diesem Bereich hat z.B. Savage Worlds seine Stärken, weil es recht flotte und übersichtliche Regeln für Kämpfe und körperliche Konflikte liefert. Als ebenfalls passend dafür empfinde ich 13th Age, das es auf Deutsch oder Englisch gibt. (Die deutsche Ausgabe hat aber ein paar Übersetzungsprobleme.)
Bei Spieler 2 könnte es sich um die Typen Storyteller oder Method Actor handeln. Method Actors stehen auf den Schauspielanteil im Rollenspiel und wollen tief in ihrem Charakter versinken, Storyteller (nach Laws) möchten teil an einer guten Story haben (und diese evtl. auch aktiv mitgestalten). In den meisten (traditionellen) Regelsystemen werden beide Spielertypen eher stiefmütterlich behandelt, was aber nicht heißt, dass sie am Tisch selten waren. Einige Indie-Spiele (von z.B. 1of3 auch Storygames genannt), bedienen diese Spielertypen besser. Aus dem populäreren Bereich der Rollenspiele könnte FATE diese Vorlieben vielleicht bedienen. 13th Age hat ein paar Mechanismen, die diesen Spielertypen entgegen kommen, z.B. bei der Charaktererschaffung ein one unique thing und für die Abenteuerstory eine Bindung an Fraktionen. Savage Worlds liefert in die Richtung wenig, aber z.B. das Savage Worlds-Setting von Sundered Skies enthält eine coole Hintergrundgeschichte. Da Spieler 2 viel Erfahrung mit Brettspielen hat, sind auch die brettspieligen Komponenten von SW ein Punkt für dieses System.
Spieler 3 fällt möglicherweise unter die Kategorie Powergamer (Optimierer). Für solche Leute empfehlen sich Systeme, die ihnen Möglichkeiten zum Basteln zur Verfügung stellen, damit der Charakter optimiert werden kann. Gleichzeitig halte ich es für sinnvoll, wenn die Systeme trotzdem einigermaßen ausbalanciert sind, damit nicht der Rest der Gruppe zur Zweitbesetzung wird, während der optimierte Charakter alles alleine löst. Savage Worlds liefert eine ganze Menge an Bastelmöglichkeiten und erfüllt hier alle Voraussetzungen. Viel Bastelspaß liefern auch Systeme aus der d20-Familie, also z.B. Pathfinder. Der Preis dafür ist aber, dass manche Charaktere zwei oder drei Ligen unter einem optimierten Charakter spielen. Außerdem sind die d20-Regeln oft sehr detailliert und umständlich zu lernen.
Spieler 4 könnte ein Casual Gamer (Gelegenheitsspieler) sein. Denen sind Regeln, Schauspiel, Geschichte und generell Rollenspiel an sich nicht so wichtig, solange sie was lustiges mit ihren Freunden machen. Für solche Leute würde ich ein Regelsystem empfehlen, dessen Grundregeln sich leicht merken lassen und das es erlaubt, einfach zu spielende Charaktere zu erstellen. Früher, vor D&D3/d20, wurden solchen Spielertypen meistens Kämpferklassen empfohlen, aber das stimmt mittlerweile nicht mehr unbedingt. Einige Charakterklassen in 13th Age (Barbar, Paladin, Waldläufer) lassen sich recht leicht lernen, ansonsten würde ich bei den Old School RSPs suchen. AD&D hat allerdings viele optionale Zusatzregeln, wodurch es wieder zum Regelschwergewicht wird. Dann lieber sowas wie Dungeonslayer, das im Geist der OSR geschrieben wurde. Savage Worlds könnte an der Grenze der Regeldichte liegen, die ein Casual Gamer hinnimmt.
D. M_Athair:
OK. Bei den Vorerfahrungen würde ich vielleicht doch anderes empfehlen.
Savage Worlds:
Ist gut, wenn man hollywoodesk/actionlastig spielen will. Das Spiel verlangt, dass man reichlich Statisten als NSC und Gegner benutzt und nur wenige vollwertige Antagonisten. Man hat genug Optionen, kann den Charakter nach Gusto zusammenbauen, ...
Die Regeln wollen benutzt und eingesetzt werden. Savage Worlds arbeitet mit groben Pinselstrichen und die wenigen und wenig differenzierten Fertigkeiten, die das Spiel hat, sollte man lassen wie sie sind. Der Fluss von Bennies (andere Spiele nennen das Glückspunkte oder Schicksalspunkte) muss verstanden werden. Der richtige Einsatz von Bennies ist notwendig, damit das Spiel rund läuft.
Einfach mal die Probefahrt-Regeln hier runterladen und anschauen. Wenn dir gefällt, was du liest, würde ich SW nehmen. Bei Bedenken würde ich eher abraten. An einigen Stellen ist SW doch wenig hausregelfreundlich, sodass man (meiner Erfahrung nach) mit Hausregeln nicht unbedingt weit kommt.
Beyond the Wall:
Das Spiel bietet märchenhafte Fantasy im Sinne von Ursula LeGuins Erdsee. Es liefert überraschend viele optionale bzw. Alternativregeln. Vieles hat "Der Narr" auch schon geschrieben. Was bei Old-School-Spielen erwähnenswert ist, ist dass "kreative Beschreibungen und Spielerideen" die Regeln ergänzen. Wenn du mehr wissen magst, was "old school spielen" bedeutet, kann ich dir einen Link schicken.
Blood & Treasure:
könntest du dir auch anschauen. Das geht in die Richtung von D&D 5 - indem es aus allen D&D-Versionen das Beste rauszieht.
Ich verweise mal auf das hiesige Thema dazu. Insgesamt geht es eher in richtung Old School D&D als in Richtung New School D&D (was mehr 5E angesiedelt ist). Es gibt jede Menge Spielmaterial in Form der Zeitschriften NOD. B&T und NOD gibt es nur als Print on Demand auf LULU. Die Sachen von LULU sind relativ schnell da mit der Post (3-12 Tage). Vorteile des Spiels: Bastlerfreundlich. Man kann (vielleicht abgesehen von D&D4-Kram) alles, was von D&D- und OSR-Spielen je rauskam integrieren. Wie Hundopus schrieb glaube ich, dass B&T - wie auch D&D 5 - verschiedene Spielertypen gut integrieren kann.
D&D 5 wurde schon gut beschrieben.
OneDice würde ich bei der DSA-Vorprägung eher nicht mehr empfehlen. Das bietet Regelseitig für den einen Spieler wahrscheinlich deutlich zu wenig. Trotzdem schadet es nicht in den Schnellstarter reinzuschauen.
Powered by the Apocalypse (Monsterhearts, Urban Shadows) oder Fate (Turbo Fate und Masters of Umdaar) sind nach wie vor keine schlechten Tipps. Ich fürchte allerdings, dass sie bei dir und v.a. bei dem DSA-Spieler ein "Umlernen" erforderlich machen. Nicht die beste Voraussetzung für eine neue, so gemischte Spielrunde, wie du sie vor hast.
Corporation ... klingt gut.
Midgard 5 ... wenn dir das gefällt: Nimm es!
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