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Ghostbusters 2016
NARF!:
--- Zitat von: Irian am 21.08.2016 | 12:38 ---Wobei ich jetzt auch mal sagen muß, dass es mir vorkommt, als würden die Originale gerne mal verklärt.
--- Ende Zitat ---
Das kommt dir nicht nur so vor.
Kowalski:
--- Zitat von: Irian am 21.08.2016 | 12:38 ---Wobei ich jetzt auch mal sagen muß, dass es mir vorkommt, als würden die Originale gerne mal verklärt... Es sind ja nette Filme, keine Frage, aber "großartig"? Gut? Klar, ja. Aber sie sind nun auch keine Filme, die bei mir in den Top 10 auftauchen würden. Auch nicht im Vergleich auf die Neuverfilmung.
--- Ende Zitat ---
Ich habe mir den ersten letztens wieder angeschaut.
Und der war schlechter als das Remake.
Dafür halt der erste seiner Art.
Die Witze sind unglaublich flach und man merkt das die Geisteshaltung der Reagan-Era so ein wenig glorifiziert wurde.
Damals fand ich den super.
Heute allenfalls mittelprächtig.
carthoz:
--- Zitat von: Kowalski am 22.08.2016 | 00:18 ---Ich habe mir den ersten letztens wieder angeschaut.
Und der war schlechter als das Remake.
Dafür halt der erste seiner Art.
Die Witze sind unglaublich flach und man merkt das die Geisteshaltung der Reagan-Era so ein wenig glorifiziert wurde.
Damals fand ich den super.
Heute allenfalls mittelprächtig.
--- Ende Zitat ---
Ich teile deine Einschätzung dazu eher so überhaupt nicht. Von der Reagan-Ära wird da gar nichts glorifiziert, eher im Gegenteil.
Und ansonsten liegt der Schwerpunkt eben auf Wissenschaftlern, die plötzlich ohne Elfenbeinturm dastehen:
"Ich wurde in dem Haus geboren!" - "Jeder hat heute drei Hypotheken." - "Zu 19%? Du hast nichtmal gefeilscht!"
"Du warst nie außerhalb des College. Du weißt nicht, wie's da zugeht: Man erwartet Ergebnisse!"
Außerdem sind unglaublich viele Sachen drin, die man als Kind überhaupt nicht verstanden hat oder verstehen konnte; so eine zweite Ebene glaube ich im Remake nicht zu sehen.
Versteh mich nicht falsch: ich wurde vom Remake/Reboot gut unterhalten, ich habe auch durchaus gelacht und hatte meinen Spaß.
Aber er war trotzdem in vielen Dingen deutlich pubertärer im Humor und viel mehr unter der Gürtellinie als die beiden alten Filme.
Die Chemie der vier Frauen holperte anfangs. Gerade in den ersten 15 Minuten hatte ich regelrecht die Befürchtung, dass der Humor auf dem Level bleibt, dass Holtzy und Yates gegenüber Gilbert ausgepackt haben. Zum Glück wurde es besser. Die vier waren eigenständige Personen und keine umgekrempelten Abziehbilder der Originale.
Und ich fand einige Sachen nicht gut gelöst. Warum war mal wieder die Schwarze die Straßenkennerin und keine Wissenschaftlerin? Warum konnten die Strahler im Finale auf einmal Geister auflösen, während vorher langwierig die Notwendigkeit von Geisterfallen etabliert wurde? Warum waren wirklich alle Männer in den Film entweder strunzdämlich oder arrogant oder Ärsche? Warum war der Bösewicht ein blasses Würstchen und warum konnte er magische Atombomben bauen anhand eines einzelnen pseudowissenschaftlichen Buches? Und warum sollte man einen riesigen Geist bezwingen, indem in seine nichtvorhandenen Geschlechtsteile schießt?
Das wirkte für mich wie das typische Problem der meisten "Blockbuster" der letzten Jahre – man bekommt immer mehr den Eindruck, das Drehbuch sei eigentlich egal und wirklich niemand lese das Ding final nochmal auf Sinnhaftigkeit und Schlüssigkeit durch. Äußerst schade, gerade bei einem Franchise, dessen Ursprungsfilm doch recht clever war.
NARF!:
Humor ändert sich. Gibt ja genug, die auch den neuen Ghostbusters clever finden.
Was die Theorie im Bezug auf Hollywood und writing angeht bin ich zwiegespalten. Beachtet man, dass Filme nicht allein von Drehbuchautor, Regisseur und Schauspielern produziert werden und dass im Grunde das Ganze auch mit dem editing im Nachhinein komplett andere Formen annehmen kann, ist es schwierig, da ein Department auszumachen, wo es mehr hapern soll als in einem anderen - oder eben mehr als früher. Im Zweifelsfall unterwirft sich natürlich alles der Vision des Regisseurs und Produktionsstudios und da muss man vielleicht auf Tuchfühlung im Bezug auf bestimmte Designentscheidungen gehen.
Man hört immer wieder von der Kreativlosigkeit Hollywoods, die anhand von endlosen Sequel-Serien und gesicherten Blockbustern ohne viel Inhalt bewiesen werden soll. Ich glaube das liegt viel eher in der Natur einer stagnierenden Wirtschaft und ist ein Symptom einer wirtschaftlichen Veränderung in dem Sektor. Eine der ersten Dinge, die in so einer Lage über Board geworfen werden, sind Risikofreudigkeit und Innovation. Es wäre demnach also nicht so, dass es an Kreativität oder Können mangelt, sondern vielmehr am Willen / an Bereitschaft. Und das Problem geht ja weit über das eine Sequel jetzt hinaus.
Ich finde es immer noch interessant, dass ausgerechnet die Neuinkarnation so eines Films für so viel Furore und solche Shitstorms gesorgt hat. Am Ende nehmen sich Industrie und Konsumenten vielleicht dann doch ernster als sie sollten. Und ich habe in letzter Zeit häufig das Gefühl, dass die Leute ernsthaft vergessen haben, dass Filme Aufnahmen von Leuten in Kostümen sind, die dafür bezahlt werden, vorzugeben, andere Leute zu sein.
Kowalski:
Es gibt schöne Filme, ohne Riesen Budget, und die Leben von den Leistungen der Schauspieler und vom Drehbuch/Skript.
Begin Again z.B.
Whiplash
Trumbo
Burnt
Learning to Drive
Slow West
Frontera
Big Eyes
Miss Meadows
Ex Machina
Pride
Her
Robot & Frank
These Final Hours
Stereo
The Salvation
The Dead Lands
Birdman
Son of a Gun
The November Man
Dallas Buyers Club
All is Lost
Aber nicht alles kommt bei den Zuschauern auch an auch in Ermangelung von Marketing.
Und dann ist da die Frage, will man in einen anspruchsvollen Film gehen oder will man Popcornkino?
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