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Ghostbusters 2016

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Talasha:

--- Zitat von: Professor Farnsworth am  2.10.2016 | 23:59 ---A-Team Remake? Ist hier der Film gemeint? Den fand ich sogar ziemlich gut. Der hätte nur noch mehr A-Team sein können, wenn die Originalbesetzung in ihren jungen Jahren dabeigewesen wäre. Ich fand das Ding super.

--- Ende Zitat ---

Ich dachte das geht nur mir so. Nicht überragend aber sehr ordentlich. Im Gegensatz zu Knight Rider 2000 *schüttels* .

D. M_Athair:
... hab ihn vor ner Weile gesehen.
Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll.

Die schauspielerischen Leistungen der Hauptdarstellerinnen (und von Hemsworth) sind über weite Strecken großartig.
Es sind ein paar wirklich gute humoristische Einlagen drin, welche zeitgemäß sind und die Originale hinter sich lassen.
Der Film hat einen gewissen Unterhaltungswert.

Das war leider auch schon alles, was man an Positivem sagen kann. Besonders kaputt sind mMn Plot, Figuren-Konzeption, CGI und, dass der Film unter dem Deckmantel von Faux-Feminismus und (Selbst-)Ironie - für heutige Verhältnisse - ziemlich sexistisch und rassistisch daher kommt (womit er die wirklich niedrige Hürde der Originale reißt). Vielleicht kommt der Film - in der umgesetzten Konzeptionierung - auch nur 10 - 15 Jahre zu spät. Vielleicht ist das Hauptproblem, dass dem Film jede Kultur- und Geschichtssensibilität abgeht. Etwas das Kung Fury oder auch Jilet Ayse so großartig macht.

Der Beitrag hier und dieser fassen die Art der Probleme recht gut zusammen - auch wenn ich nicht überall übereinstimme.

Für mich:
4/10 Punkten

Ludovico:
Hab ihn nun fuer lau im Flieger gesehen und das war auch gut so.
Das Team war im Groben schon ok, wenn auch mir vollkommen ueberdreht. Besonders Holtzman fand ich nervig.
Es gab einige gute Gags.

Ganz abgestunken hat er bei mir aber an dem Punkt, als Holtzman all die ganzen Sondersuperwaffen praesentiert hat, was dem Ganzen sehr den Charme genommen hat, den es noch etwas durch das Original hatte.
So fand ich den Kampf gegen die Pilgervaeter langweilig und uninspiriert, allein auf Spezialeffekte ausgerichtet.

Aber gegen Langeweile im Flieger war er ok.

Achamanian:
Habe ihn gestern bis fast zu Ende gesehen und mich bisher gut amüsiert.

(Zur Erklärung: Ich weiß nicht mehr, wann ich und meine Frau das letzte Mal einen Film außerhalb des Kinos in einem Rutsch gesehen haben. Vor zehn kommen wir meistens nicht zum Anfangen, und gegen elf sind wir todmüde. Freuden des Elternseins!)

Das erste Drittel war noch ein bisschen lahm, was Gags und Spannung anging, aber ab dem Geisterfang beim Rockkonzert wurde es stetig flotter und amüsanter. Die meisten Gags sind jetzt nicht unglaublich subtil, aber einige haben mich durchaus zum Lachen gebracht und haben Zitatwert ("I hate Coffee!", "I'll keep my eyes on you!", oder der großartige "what do you think, how does he dance" Dialog - "No,no, It's all upper body, with lots of teeth!"). Chris Hemsworth spielt den liebenswert selbstüberzeugten Volltrottel total charmant, Yates und Holtzman machen einfach puren Blödel-Spaß - nur Erin stört mich ein bisschen, weil ich immer das Gefühl habe, einen Ally McBeal-Abklatsch vor mir zu haben. Die Schauspielerin macht das zwar auch ganz gut mit dem "Ich bin neurotisch überdreht und versuche dabei seriös zu wirken", aber die Rolle ist für mich halt auf ewig durch Callista Flockhart besetzt.
Der Running Gag damit, wie Erin ihren Ruf immer tiefer ins Klo rutschen sieht ("Great work, you saved us all! Now we're going to fake-arrest you ...") finde ich auch sehr spaßig.

Mal sehen, wie das Finale wird. Bisher jedenfalls eine ordentliche Komödie (und ganz ehrlich: Mehr waren die beiden ersten Ghostbusters-Filme auch nicht; vor allem habe ich aus denen in Erinnerung behalten, dass ich mich beim Zuschauen nach Alien irgendwie ein bisschen für die saudumme Rolle geschämt habe, die Sigourney Weaver darin hatte ...).

Achamanian:
So, gestern jetzt auch das Finale geschafft ... hat mich jetzt auch nicht gerade vom Hocker gerissen, dafür war die Beliebigkeit in dem, was wann warum passiert und wie Geister/der Big Bad funktionieren und was sie können, ein bisschen groß. Also nicht gerade gewaltige Spannung, aber weiterhin ein paar nette Gags; die tanzenden Spezialkräfte waren spaßig, Holtzman konnte mit ihrer total überdrehten Actionhelden-Parodie auch überzeugen. Den vielkritisierten In-die-Eier-Schuss fand ich zusammen mit der "That was where you wanted us to shoot, right?"-Zeile eigentlich ganz lustig, und meine Frau hat laut losgelacht (aber okay, wir sind beide auch für gelungene Pupswitze zu haben). Mein Highlight bleibt aber "I hate Coffee", habe mich sehr über die Wiederholung im Abspann gefreut.

Sexistisch fand ich den Film ehrlich gesagt nicht besonders, zumindest nicht in dem Sinne, in dem ich Sexismus verstehe (als Zementierung vergeschlechtlicher Machtverhältnisse durch Verwendung von sexualisierten Bildern und Geschlechterklischees). Okay, Erin war schon ein inzwischen recht fest in den Medien verankertes Frauenklischee (neurotisch und auf der Suche nach "dem Richtigen" oder zumindest dem Beefcake), aber in meinen Augen keines von der bösartigeren Sorte (immerhin war sie eine handlungsfähige und handelnde Figur, kein reines Objekt). Und die sexuelle Objektivierung von Kevin reproduziert erst mal kein Geschlechterklischee, und Kevin wird auch nicht als typischer Vertreter seines Geschlechts vorgeführt, sondern als liebenswerter Freak. Das Klischee "dumme Blondchen sind hübsch anzusehen, taugen aber mit viel Glück gerade für den Empfangsschalter" untermauert halt in Bezug auf Frauen echte gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse (schlechtere Bezahlung, Glass Ceiling, systematische sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz), auf Männer angewendet wirkt es dagegen vor allem skurril, gerade weil es keine tatsächlichen gesellschaftlichen Machtverhältnisse reproduziert. (Und ja, wenn die realen gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisse andere wären, dann wäre dieser Ghostbusters vielleicht ein schrecklich sexistischer Film - so was lässt sich halt ohne Kontext gar nicht bewerten; der Vorwurf des Sexismus zielt ja auch schon auf die Frage ab: "Welche Wirkung übt dieser Film auf das Bewusstsein der echten Menschen in der wirklichen Welt aus", kann also nur in Bezugnahme auf wirkliche Verhältnisse erhoben werden).

Wenn man unbedingt politisch werden will, finde ich die Klassenfrage in dem Film eher problematisch. Der Bösewicht ist im Prinzip ein Arbeiterklasse-Typ mit legitimer Wut auf die Gesellschaft, die ihm jeden Respekt als menschliches Wesen versagt. Und als Reaktion wird er halt hasserfüllt und will alles kaputtmachen. Dagegen stehen die Ghostbusters, 3 von 4 irgendwie Akademikerinnen oder so, denen auch der Respekt versagt wird, die aber weiter tapfer ihre Arbeit machen und am Ende dann Anerkennung dafür kriegen. Diese "Wenn du lange genug gute Arbeit machst und dich nicht unterkriegen lässt, wird die Gesellschaft dir irgendwann den Respekt erweisen, den du verdienst"-Ideologie, die gleichzeitig jedes echte Aufbegehren verteufelt, ist schon ziemlich quietistisch-reaktionär. Andererseits ist die jetzt aber nicht so Ghostbusters-Exklusiv, sondern eigentlich ein ziemlich verbreitetes Grundnarrativ von Hollywood-Filmen.

Insofern ist der neue Ghostbusters für mich politisch weder viel sympathischer noch unsympathischer als der Durchschnitt; und als Komödie hat er mir erstaunlich viel Spaß gemacht.

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