Das Tanelorn spielt > Albtraum in Norwegen
Irgendwo in IRLAND
Puklat:
Ove
Ich bin überrascht. Kristine macht einen fast schon erleichterten Eindruck und auch Harry wirkt entspannter. Er tritt auch als erster vor und streckt dem Riesen neben mir seine Hand entgegen. Auf dem Weg zu Collins, wirft er einen aufmunternden Blick zu Kristine und einen fragenden oder vielleicht sogar zweifelnden Blick hat er für mich übrig. Dann tritt mit freundlicher Mine vor Collins:
"Guten Tag Mr Collins. Mein Name ist Blackberry. Sind Sie ein Freund von Mr. Eklund?"
Der Riese erwidert seinen Händedruck und schweigt zunächst. Er hat nur Augen für Kristine, wie es scheint.
Kristine tritt ebenfall vor, doch anstatt Mr. Collins die Hand zu reichen, drückt sie mich fest an sich. Fester als es für eine Begrüßung vor Besuchern angemessen wäre. Sie flüstert mir zu "Ich hatte Angst um dich!"
Dann löst sie sich von mir und wendet sich an Collins. "Ich bin erfreut sie kennenzulernen."
Einen Handschlag bietet sie ihm nicht an. Sie ist versucht eine gewisse Distanz aufrechtzuerhalten.
Ich habe fast das Gefühl sie hält den Abstand, den man vor etwas unvertrautem hält, von dem man nicht weiß ob es freundlich oder böse gesonnen ist, ob es einen anspringen wird oder doch eher zahm ist.
Krisine schaut mich wieder an. Ich kenne diesen Blick. Sie versucht zu ergründen, was meine Beweggründe sind. Sind wir in Gefahr und dieser Mann will uns bedrohen. Sollte sie also unter einem Vorwand versuhen Hilfe zu holen?
Ich weiß nicht viel über diesen Mann neben mir. Nur das, was er mir berichtet hat. Und das hat meinen Kopf gehörig durcheinander gebracht. Erst jetzt realisiere ich, dass ich ihn nur hier hin geführt habe, damit die anderen seine reale Existenz bestätigen können. Damit sie mich nicht für irre halten, wenn ich ihnen berichte.
Um Kristine zu beruhigen und Harrys Frage nicht weiter im Raum stehen zu lassen, sage ich: nichts.
Mir fällt nichts ein, was ich sagen könnte, was nicht bedrohlich klingt.
"Mr. Collins ist hergekommen, weil er uns gesucht hat?", "Mr. Collins ist mir durch Zufall begegnet und da wollte ich ihn euch vorstellen?" , "Mr Collins ist ein Freund - über den ich aber nichts weiter sagen kann, wenn ihr mich fragt.", "Mr. Collins hat mir geholfen?" ... all das wären entweder Lügen oder würde Harry und Kristine nur beunruhigen.
Ich überlege fieberhaft, was ich sagen könnte. Und als das Schweigen schon körperlich schmerzhaft wird, sage ich schließlich:
"Mr. Collins hat mich beim Angeln gestört. Aber so kamen wir ins Gespräch. Er hat mir sehr interessante Dinge erzählt. Und da er länger hier in der Gegend sein wird, habe ich mir gedacht, dass ich ihn euch gleich vorstelle. Fremde fallen hier schnell auf. Und bevor ihr euch Gedanken macht, wollte ich ihn euch vorstellen. Aber nun ist es ja schon spät. Mr. Collins, sie müssen sicher ins Dorf und sich eine Unterkunft suchen. Vielen Dank, dass Sie mich noch nach Hause begleitet habe."
Collins nickt nur. Und bleibt zunächst unbewegt. Dann sagt er "Wie ihr wünscht!" und dreht sich um und geht wieder fort.
Harry schaut mich an, als hätte er eine Art Gespenst gesehen. Sein Blick sagt 'Wer zum Henker was das denn?! Was, lieber Ove, war das für ein Schauspiel?!'
Und Kristine schaut mich mit einem Blick aus Besorgnis und Wut an. Wobei die Sorge stark überwiegt.
Ich versuche die Situation aufzulockern.
"Hallo ihr zwei. Schaut mich bitte nicht so an. Ich werde euch alles berichten... ehrenwort. Doch ich möchte, dass Clive...", für Harry füge ich hinzu, "dass Doktor Savage, dabei ist. Ich glaube es betrifft uns alle. Aber keine Sorge. Ich glaube nicht, dass wir jetzt in akuter Gefahr sind."
Hätte ich das 'jetzt' nicht hinzugefügt wäre es eine glatte Lüge gewesen. Und auch jetzt bin ich mir nicht sicher wie viel Wahrheit in dieser Aussage steckt. Doch beruhigt es mich zu wissen, dass meine Informationen über unsere Lage nicht ausreichen, um unsere Gefährdung wirklich einzuschätzen.
"Ich möchte euch nicht beunruhigen." Ich gehe zu Kristine und schließe sie schützend und liebevoll in die Arme. "Nichts liegt mir ferner", sage ich leise.
An beide gewandt sage ich "Lasst uns nach Clive suchen."
Joran:
Clive
Ich bin hin- und hergerissen. Ich möchte die Fremden in meinem Haus nicht aus den Augen lassen. Andererseits will ich Ove einbeziehen, müsste ihm jedoch vorher - in Abwesenheit der Fremden - von Raymond Braddock, seinem plötzlichen Auftauchen und seiner Karte, von Paul und meinen Sorgen um Matilde erzählen. Das würde viel zu lange dauern.
Also erkläre ich nach Rückkehr in den Salon kurz, dass ich den Freund hinzuziehen möchte und in wenigen Minuten zurück bin.
Als ich den Salon verlasse, schließe ich die Tür hinter mir und lasse Luni in den Flur, so dass die Fremden nicht ohne weiteres in den Rest des Hauses gelangen können.
Dann verlasse ich das Haus, um außer herum zu Ove und Kristine zu gehen. Ich sehe einen großen Mann vom Manor weg den Weg zum Dorf herabgehen. Auch er erscheint mir fremd.
Als ich bei Ove und Kristine angelange, ist auch Harry Blackberry anwesend. Seine Anwesenheit verunsichert mich einen Augenblick. Andererseits gehe ich davon aus, dass die beiden ihm ohnehin sehr viel von den Ereignissen erzählen, die ich geheim halten würde. Also rede ich nicht lange um den heißen Brei herum, um schnell wieder zurückkehren zu können:
"Kristine ... Dr. Blackberry ... ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!", sage ich und schüttle beiden die Hand. Ove nicke ich zu, wobei mein Gesicht ernster wird. "Ich hoffe ich störe nicht. Ich würde gerne Ove für eine Weile entführen. Ich habe unerwartet Besuch von vier Fremden erhalten und hätte gerne jemanden an meiner Seite. Matilde ist ... vermutlich bei Máirín, um Marie zu holen. Heute ist sehr viel passiert. Es kam auch noch jemand wegen des Hotelbrandes aus London vorbei und ein alter Freund von Matilde, Paul Anderson, ist unvermittelt aufgetaucht. Verzeihen Sie mir das Durcheinander ... natürlich verstehen Sie kaum, wovon ich rede ... ich selbst bin noch ziemlich verwirrt. ... Aber es würde mir sehr helfen, wenn Sie mir zur Seite stünden, Ove! Es könnte sein, dass Sie eine der Besucherinnen schon einmal gesehen haben ... sie kommt aus Äthiopien. ... Ich weiß, es ist viel verlangt ... Herr Kollege, wären Sie so freundlich, Kristine noch ein wenig Gesellschaft zu leisten, bis ich Oves Unterstützung nicht mehr brauche?"
Puklat:
"Clive", sage ich ehrlich überrascht, als er plötzlich vor uns steht.
Ich höre mir an was er zu sagen hat. Dieser Wortschwall ist untypisch für ihn. Irgendwas ist also vorgefallen. Und woher soll ich eine Äthiopierin kennen?
Ich schaue zu Kristine hinüber, die überrascht von Clive zu mir schaut und wieder zurück. Sie hat in so kurzer Zeit gleich zwei Menschen erlebt, die sonst eher karge Redner sind. Und nun überschlagen sich bei beiden die Ereignisse und beide scheinen unzusammenhängenden Unsinn zu erzählen.
"Es mag dich überraschen, aber ... wir waren gerade auf dem Weg zu dir. Mir ist auch etwas sonderbares zugestoßen. Kennst du einen William Collins?"
"Aber besser der Reihe nach. Ich werde zunächst besser mit dir kommen. Aber danach sollten wir vier", ich schaue dabei von Clive zu Harry und Kristine, "uns auch noch unterhalten. Ich habe das Gefühl heute ist vieles passiert und es wird sicher noch mehr passieren. Besseren wir tauschen uns vorher aus."
"Du sagtest jemand sei wegen des Hotelbrands hier? Ein Polizist? Die haben hier doch gar keine Befugnisse, oder etwa doch?"
Als ich mich zum gehen umwenden will sage ich " Kristine, Harry, ich bin in wenigen Minuten zurück. Dann werde ich alles erklären. Soweit es mir möglich ist. Ihr könnt ja solange drinnen warten. Es wird ja langsam kühl."
Letzteres etwas übertrieben. Es ist soetwas wie eine Notlüge. Mir ist wohler Kristine ist im Gebäude, auch wenn Harry bei ihr ist.
"Und Harry, würdest du noch bleiben? Du kannst gerne mit uns zu Abend essen. Es wäre mir eine Freude."
Clive und ich wollen unsere Veranda gerade verlassen, als Kristine mit fester Stimme sagt:
"Ja. Es wird tatsächlich langsam Zeit fürs Abendessen. Und ich denke, dass wir uns dabei tatsächlich in Ruhe unterhalten sollten. Ich habe in 20 Minuten den Tisch gedeckt. Clive, es wäre uns sicherlich eine Ehre und eine Freude, wenn du ebenfalls mit uns speisen würdest. Vorausgesetzt, der Besuch gestattet es dir."
Doch ihr Blick, der Klang ihrer Stimme, ihr gesamtes Auftreten zeigt mir, dass sie etwas anderes meint: "So geht das nicht! Ihr könnt nicht einfach hier ankommen, meine Sorgen ignorieren, Harry und mich ins halbdunkel stellen und uns dann einfach alleine lassen, nur weil irgendwelche sonderbaren Personen gekommen sind. NOCH mehr sonderbare Personen als dieser Mr. Collins. Ihr verhaltet euch fast wie Trottel! Entweder erklärt ihr mir SEHR bald, was hier los ist, oder wir kommen auf der Stelle mit."
Ich halte inne und schaue Clive an. Ich bin gespannt, wie er auf Kristines Worte reagiert.
Joran:
Clive
"Vielen Dank für die Einladung. Ich werde zum Essen kommen, wenngleich ich 20 Minuten nicht sicher zusagen kann. Warten Sie also bitte nicht auf uns. Ich werde alles zu erklären versuchen ... soweit mir das möglich ist, ich verstehe es ja selbst nicht recht.
Ich wäre nicht hier, wenn die aktuellen Entwicklungen mich nicht auch verwirren würden. Darum ist es mir wichtig, Ove mit einzubinden. Ich möchte seine Meinung zu alldem hören.", sage ich zu Kristine und fahre zu Ove gewandt fort:
"Nein, der Mann aus London, Mr. Braddock, ist nicht von der Polizei. Er gab vor, von der Brandschutzbehörde zu kommen und wegen des Todes eines Kollegen zu ermitteln. Mir kam das auch merkwürdig vor ... aber ich dachte mir, er recherchiert möglicherweise auf eigene Faust aus persönlichen Motiven. Aber das Foto von seinem Kollegen, das er mir zeigte, ... nun, ich glaube nicht dass das der Feuerwehrmann war, der damals zu Tode kam. Das ganze machte mich skeptisch, ob seine Erklärungen nicht nur ein Vorwand waren. Bevor er hier auf dem Grundstück herumstrolchte, wanderte er am Lough Key entlang. Möglicherweise suchter er dort Sie?
Mr. Braddock wohnt im 'Camán Inn'. Ich weiß nicht, ob es gut wäre, ihn mit meinen Besuchern zusammentreffen zu lassen. Eben fand ich folgende Karte von ihm in meinem Haus. Er muss sich dort Zutritt verschafft haben." Ich fische die Karte aus meiner Tasche und reiche sie Ove.
"Und nein, ich kenne keinen William Collins, wenn man eimal von dem berühmten Landschaftsmaler irischer Abstammung absieht. Der lebte aber vor hundert Jahren.
Aber ich habe kein gutes Gefühl dabei, diese Fremden in meinem Haus ohne Aufsicht zu lassen. Ich würde daher gerne herüber gehen. Vielleicht können die Ihnen etwas über William Collins verraten. Es würde mich nicht mehr überraschen, wenn auch da ein Zusammenhang bestünde."
Puklat:
"Ich bin so bald wie möglich zurück. Bis gleich.", verabschiede ich mich von Kristine und Harry, die sicherlich verdutzt sind, als wir außen herum wieder zu dem ausschließlich von Clive genutzten Teil des Manors gehen.
"Clive. Mir ist nicht wohl bei der Sache. Dieser Mr. Collins, hat mich ebenfalls am Lough Key gefunden. Er meinte ich sei der Auserwählte und die Rechte Hand. Das hat bei mir keine guten Erinnerungen geweckt. Er meint er wollte mich und Kristine schützen. Sie sie schließlich die Linke Hand. Er sprach von Azatoth, wohl einem Gott oder gott-ähnlichem Wesen. Und genau jetzt tauchen diese anderen Gestalten auf?! Das ist kein Zufall. Mr. Collins, vielleicht, aber die anderen? Auf gar keinen Fall. Wir sollten sehen, dass wir sie hier wegkriegen. Und wir müssen Matilde finden und warnen!"
Wir gehen noch ein paar Schritte und lassen die Worte und die Situation auf uns wirken.
"Was ist, wenn dieser Herr Collins mich vor diesen Leuten beschützen will? Er sagte er reist allein und wäre allein gekommen. Sie werden sich also nicht kennen. Ich würde diesen Fremden auch nur sehr ungern weitere Infomationen geben, die sie noch nicht haben."
Mir schnürt sich die Kehle zu, als ich daran denke, was mich jetzt erwarten könnte und vor allem in welchem Zusammenhang das steht.
Meine rechte Hand wird warm und beginnt zu jucken.
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