Das Tanelorn spielt > Albtraum in Norwegen

Irgendwo in IRLAND

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Joran:
Clive

Ich wende mich in der Tür noch einmal zu Ayana um:

"Nun ... genau weiß ich es natürlich auch nicht.

Ein Informant brachte die Auktion, auf der die Hand angeboten wurde, und die Vorkommnisse in London allgemein mit den Tcho-Tcho, die dort leben sollen, in Verbindung.

Mrs. Marquard, die in London die Hand ersteigern wollte und Jahre zuvor an der Expedition teilgenommen hatte, mit der die Hand nach Europa kam, erzählte uns kurz vor ihrem Ableben noch, die Hand stamme von dem Hochplateau von Leng. Und dort sollen die Tcho-Tcho heimisch sein. Die Hand stammt wohl aus einem Dorf der Tcho-Tcho."

Dann trete ich durch die Tür, um Ove aufzusuchen.

"Ayana weiß offenbar vieles. Sie weiß um die Existenz der Tcho-Tcho. Aber tappt Sie bei den Verbindungen tatsächlich genauso im Dunkeln wie wir? Oder spielt sie nur die Unwissende? ... Es ist einerlei. Mir hilft das eine im Moment ebensowenig wie das andere."

Joran:
Clive

Ich gehe durch den Park des Ceallaigh Manor um das alte Gemäuer herum. Dabei muss ich mich selbst davon abhalten, zu den Fenstern heraufzublicken, denn ich bilde mir ein, Ayanas Blick auf mir zu spüren. Es verwundert mich, dass sie keine Einwände gegen mein Vorhaben erhoben hat. Ich hatte erwartet, sie würde mir nicht mehr von der Seite weichen. Schließlich hat sie erklärt, ich befinde mich in einer Gefahr, vor der sie mich bewahren will.

"Es ist schwer zu Ayana Vertrauen zu fassen. Ich möchte es ja. Mir gefällt ihre selbstbewusste Art. Mir gefällt, dass ihr gleichgültig ist, was andere Menschen denken ... über sie und alles andere. Mir gefällt, dass ich offen zu ihr über Erlebnisse und Gegebenheiten reden kann, die mir kein normaler Mensch glauben würde. Das macht alles so viel einfacher ... wie mit Matilde. ... Ich sehne mich nach dieser Selbstverständlichkeit des Unbegreiflichen! ... Aber da sind so viele Dinge unausgesprochen, dass wirkliches Vertrauen nur langsam wachsen kann."

Unvermittelt muss ich an ein Gemälde von Sir Edward Coley Burne-Jones denken. Ich verdränge den Gedanken an 'meine' Nimue. Und konzentriere mich auf das, was vor mir liegt: auf Ove und Kristine, Braddock und Marie.

"Was soll ich nur Marie sagen ... wo ihre Mutter ist. Wie kann ich ihr erklären, dass ihre Mutter sie hier zurückgelassen hat? ... Ich bin überzeugt, sie konnte nicht anders handeln. Aber wie mache ich das dem armen Kind begreiflich?" Das plötzliche Bewusstsein, welche Last mir Matilde damit auferlegt hat, trifft mich wie ein Schlag. Ich merke, dass ich stehen geblieben bin und Tränen meine Augen zu füllen beginnen. "Warum jetzt? Was ist los mit mir? ... Ich glaube, ich habe noch garnicht wirklich begriffen, wie groß die Katastrophe ist, die gestern über mich ... über uns ... hereingebrochen ist. ... Kein Stein meines Lebens scheint auf dem anderen geblieben zu sein."

Ich zwinge mich auch diese Gedanken mit meinen Tränen fortzuwischen und setze meinen Weg trübsinnig fort.

Ove will ich von den Morden erst auf dem Weg ins Dorf zu erzählen. "Kristine muss nicht noch mehr verunsichert werden."

Dann stehe ich vor der Tür zum hinteren Anbau des Manor und bediene den schweren eisernen Klopfer. Düster hallt der der stumpfe Klang des Eisenrings durch die dahinter liegenden Räume.

Puklat:
Ove
Es ist ein sonniger, wunderschöner Morgen. Die Sonnenstrahlen wecken mich. Kristine neben mir ist bereits wach. Sie liest in einem Büchlein, vielleicht ist es ihr Tagebuch oder eine Kurzgeschichte. Durch meine schläfrigen Augen kann ich es nicht erkennen. Ich habe einen traumlosen Schlaf hinter mir und fühle mich extrem platt.

Kristine scheint guter Laune zu sein. Sie lächelt mich an.
"Schau, wie schön das Wetter ist. Hättest du das gestern gedacht? Wunderschön, oder?"

"Ja, wunderschön." Sage ich. "So wie du." Ich richte mich etwas auf, und noch bevor ich mir den Schlaf aus den Augen reibe, drücke ich ihr einen liebevollen Kuss auf die Wange.

Kristine küsst mich liebevoll und enegerisch zurück und ich verliere mich in ihrem Kuss.
"Ove..." sagt sie mit leicht besorgtem Tonfall. "Es wird nie wieder sein, wie es mal war. So oder so nicht. Wir müssen uns der Zukunft stellen."

Ich bin noch immer schläfrig und erst langsam verstehe ich, was sie meint. Mir wurde die Gnade des Vergessens zu Teil, doch nun kehrt die Erkenntnis zurück, was gestern vorgefallen ist - was vor 3 Jahren in London passierte.
Mein Mund ist plötzlich trocken. Ich schlucke.

"Du hast recht." sagte ich mit festerer Stimme als ich es mir zugetraut hätte.

Später, als wir den Frühstückstisch decken wollen und Harry schon zu uns gestoßen ist, fällt uns wieder ein, dass wir eigentlich bei Clive zum Frühstück geladen waren. Peinlich berührt, räumen Kristine und ich die Marmeladen wieder in den Eisschrank. Kristine eilt anschließend ins Schlafzimmer zurück und zieht sich etwas eleganteres an. Ich folge ihr etwas später und hole mir mein Jacket.

Harry, der ohne frische Kleidung angereist war, steht etwas verloren in der Küche herum, als es an der Tür klopft.

Er ruft uns halb laut zu: "Es ist Doktor Savage!"

Schnell ziehe ich mir das Jacket über und eile in den Eingangsbereich. Kristine folgt mir dicht auf. Ich stecke mir noch schnell Collins' Revolver in die Jackettasche und stecke mein Notizbuch und einen gespitzen Bleistift in die Innentasche.

Ich entriegel die Tür und öffne sie.
"Clive. Guten Morgen. Es ist mir eine Freude dich hier zu sehen. Bitte entschuldige, dass wir noch nicht zu dir gekommen sind  Wir haben verschlafen. Wir wollten dich nicht beunruhigen."

Mir fällt tatsächlich eine leichte Last von den Schultern,  als ich bemerke, dass Clive gesund ist und hier vor mir steht. Das gute Wetter trägt ebenfalls seinen Anteil an der Verbesserung meiner Laune, im Vergleich zum gestirgen Tag, bei.

Joran:
Clive

"Das gemeinsame Frühstück ... das ist mir doch tatsächlich entfallen. Trotz der Nachricht für Caitlin. Ich selbst habe nur den Kaffee getrunken, den mir Ayana gebracht hat. Mrs. Ó hEidirsceóil wird nicht erfreut sein. Es wundert mich, dass Sie mich nicht darauf angesprochen hat. Ob das an Ayana liegt? ... Es ist vorstellbar, dass sie die Anwesenheit einer Afrikanerin ... und dann auch noch einer solchen Frau ... missbilligt ... vor allem, wenn sie sich in 'ihrer' Küche zuschaffen macht. Ob Mrs. Caitlin Ó hEidirsceóil mitbekommen hat, dass Ayana in meinem Zimmer geschlafen hat? ... Mir ist auch der Geruch des frischen Brotes entgangen. Backtag. Normalerweise weckt spätestens dieser Duft meinen Appetit. Der Tag hat ganz anders begonnen, als ich es mir vorgenommen hatte."

Meine Hand fährt zu meiner Brusttasche und ich lausche auf das Knistern des Papiers ... Matildes Botschaft, die ich heute morgen als erstes verschließen wollte.

"Nun, ich dachte, ich sehe mal nach Euch", antworte ich Ove ausweichend und bemühe mich, mir nichts anmerken zu lassen. Möglicherweise helfen die Zeichen, die die kurze Nacht in meinem Gesicht hinterlassen haben dürfte, meine vorübergehende Verunsicherung zu entschuldigen. "Gut wenn ihr ausschlafen konntet. Ich denke, Mrs. Ó hEidirsceóil sollte alles vorbereitet haben. Macht Euch keine Gedanken, mir scheint der gestrige Tag auf den Magen geschlagen zu sein. Oder es ist einfach das Alter. Bei mir hat sich jedenfalls noch nicht recht der Appetit eingestellt.

Und ich war auch ein wenig abgelenkt ... aber dazu später."

"Vielleicht kann ich Ove dazu bewegen, sich etwas früher mit mir auf den Weg ins Dorf zu machen. Nicht dass uns Braddock abreist, bevor wir mit ihm sprechen konnten", überlege ich. Aber ich bin selbst zu sehr im Zweifel, ob es eine gute Idee ist, Ayana mit Kristine und Mr. Blackberry alleine zu lassen, um diesen Vorschlag auszusprechen.

"Also, wenn Ihr noch nicht gefrühstückt habt, sehen wir mal nach, was Mrs. Ó hEidirsceóil für uns auf die Schnelle gezaubert hat."

Ich nehme mir vor, Ayana unauffällig zur Seite zu nehmen und um Zurückhaltung zu bitten ... um Kristine nicht noch weiter in Aufregung zu versetzen. Aber ich glaube nicht ernsthaft, dass Ayana meiner Bitte nachkommen wird. "Einen Versuch zumindest ist es wert!", denke ich resigniert.

Puklat:
"Fein. Wir kommen gerne mit. Wir sind auch so weit."

Mit einer Geste bitte ich Harry und Kristine, Clive nach draußen zu folgen. Als alle drei aus unserer Wohnung getreten sind, schließe und verschließe ich die Tür.

"Clive, wie geht es dir?" Fragt Kristine auf dem Weg in den Hauptteil des Manor und kommt mit damit zuvor.
Sie erspart Clive einen Kommentar zu seinem abgekämpft wirkenden Aussehen.

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