Das Tanelorn spielt > Albtraum in Norwegen
Irgendwo in IRLAND
Puklat:
'Chapeau, Clive! Chapeau!'
Dieser Braddock ist nicht unbedingt ein Sympathieträger. Er scheint mir eher ein erfahrener Ermittler zu sein, der wenigstens etwas Erfahrung damit hat Leute zu befragen... auszufragen.
Mir gefällt es sehr, wie Clive ihn nicht unhöflich aber bestimmt auflaufen lässt, ihn aber dennoch mit einem gewissen Minimum an Informationen bei Laune, bei Interesse zu halten versucht.
Ich entspanne mich etwas, als ich merke, dass Clive sich von Braddock nicht sonderlich aus der Ruhe bringen lässt.
Mr. Braddock ist nicht so weit gereist um ohne Informationen oder weitere Erkenntnisse wieder abzureisen. Blufft er vielleicht? Aber wenn nicht, welche Infos hat er gesucht? Wollte er vielleicht wissen, ob es bereits "Huldiger" gibt? Macht ihm das Angst? Macht ihm das Probleme? Will er vielleicht deswegen wieder abreisen, weil er sich bedroht sieht oder sieht, dass er zu spät ist?
Der Läuterer:
"Bei derartig vielen Huldigern sollten Sie am Loch ein Hotel errichten, Doktor, und noch eine grosse Statue von Ihnen auf der vorgelagerten kleinen Insel. Das würde sicherlich ein wahrhaft grosser Erfolg werden." Er lächelt gequält.
"Aber Sie haben sicherlich Recht. Es müssen viele Menschen im Auktionshaus gewesen sein. Doch wie viele davon hatten Kontakt zu Frau Marquard? Und wie viele davon haben die Aufmerksamkeit von Huldigern erregt?"
"Dieser Ansatz brachte mich weg von Frau Stratton und hin zu Ihnen, Doktor."
"Ich habe mir über die Jahre eine gewisse Menschenkenntnis erworben. Und Sie, Herr Doktor, verschleiern viel mehr als Sie sagen."
"Ich gehe davon aus, dass es drei Parteien gibt, die ihr Spiel mit Ihnen treiben, bzw. treiben wollen. Die einen, die wollen, dass die Kreatur bekämpft wird. Die anderen, die Sie für die Kreatur benutzen wollen. Und dann... ja dann gibt es wohl noch eine dritte Gruppe, die nicht weiss, was Sie von Ihnen zu erwarten hat. Ob Sie der einen oder der anderen Seite zugeneigt sein werden. Das stellt für Sie natürlich ein gewisses Problem dar."
"Wer auch immer Sie in London begleitet hat, Doktor, blond ist nicht nur Herr Stratton, sondern auch Ihr jetziger Begleiter, Herr Ecklund. Aber was weiss ich schon. Ich bin nur ein kleiner und unbedeutender Ermittler. Und die Familienverhältnisse eines Privatschnüfflers interessieren mich nicht, ganz gleich, was Sie von ihm halten."
Joran:
Clive
"Nun, immerhin sind Sie überraschend gut über Hugh Strattons Aufenthaltsort informiert, dafür dass Sie sich für ihn nicht interessieren.
Wenn ich ehrlich bin, erinnern mich Ihr Gehabe sogar zunehmend an Hugh Stratton. Ich habe das Gefühl, dieses Gespräch schon einmal geführt zu haben.
Ihr Ton gefällt mir nicht besonders:
SIE werfen mir vor, ich würde viel mehr verschleiern als preisgeben?
SIE schleichen sich auf mein Grundstück und in mein Haus,
SIE geben vor, von der Brandschutzbehörde zu sein, um Auskünfte zu erhalten, und behaupten kurz danach einer ominösen Geheimorganisation mit dem Namen S.A.V.E. anzugehören,
SIE fragen meine Nachbarn und Pächter aus und fordern von mir rückhaltlose Offenheit ...
OBWOHL ich Sie nicht kenne,
OBWOHL Sie selbst mir im Ergebnis nichts von Wert sagen,
OBWOHL Ihr bisheriges Benehmen nicht gerade geeignet war, bei mir Vertrauen zu erwecken?
Das ist lächerlich! Verlangen Sie nichts von anderen, was Sie selbst nicht zu tun bereit sind! Bisher habe ich Ihnen viel mehr Informationen gegeben als Sie mir. Wie ich es sehe, wären Sie am Zug, einmal offen zu reden. Sie kommen hier her, auf mein Land, und wollen, dass ich Ihnen dabei helfe, die Wissensfragmente zusammenzufügen. Dann müssen Sie mir schon alles sagen, was Sie wissen. Oder Sie hätten sich den Weg sparen können. Wenn man gewinnen will, muss man auch bereit sein etwas zu riskieren. Und wie groß wäre Ihr Risiko denn schon? Wir beiden sind hier ganz alleine auf dem Land. Sie haben eine ganze Organisation hinter sich.
Ich bin es leid, mich mit Personen zu unterhalten, die mich nur ausfragen wollen, ohne selbst etwas mitzuteilen. Entweder wir sprechen auf Augenhöhe oder das hier ist sinnlos.
Aber noch einmal: Ich war nicht im Auktionshaus. Ich bin erst am Tag nach dem Diebstahl im Auktionshaus in London angekommen. Weder Ove Eklund noch Cainnech haben mich daher ins Auktionshaus begleitet, weil ich überhaupt nicht dort war. Falls Ihnen jemand etwas anderes gesagt haben sollte, dann hat er gelogen. Mr. Eklund habe ich sowieso erst danach kennengelernt ... ich glaube zwei Tage nachdem die Hand gestohlen worden war.
Ich gehöre also NICHT zu den Menschen, die im Auktionhaus waren UND die Aufmerksamkeit von 'Huldigern' erregt haben. Die Fremden müssen aus irgend einem anderen Grund zu mir gekommen sein. Den Bezug, den Sie zu sehen glauben, gibt es daher garnicht. Zumindest die meisten Fremden sind auch sofort wieder abgereist. Auch die gehen also wohl von einem Irrtum aus. Und auch Sie wollen ja offenbar wieder fortgehen. Also gehen Sie auch nicht davon aus, dass ich der bin, für den mich diese Fremden halten.
Woher wollen Sie wissen, dass es nicht noch mehr Menschen gibt, für die sich die Huldiger interessieren ... und die vielleicht sogar das Auktionshaus aufgesucht haben?
Außerdem wurden weitere Gegenstände im Auktionshaus gestohlen. Die Diebe hatten es also wohl nicht speziell auf die Hand abgesehen.
Ich kann Ihnen versichern: Ich habe die Hand nicht! Falls Sie zu denjenigen gehören, die nicht wissen, was sie von mir zu erwarten haben: Ich will ganz sicher nicht für die Zwecke irgendeiner mystischen Kreatur aus dem Himalaya 'benutzt' werden. Eigentlich sollte Ihnen das klar sein, nach all den Informationen, die Sie über mich gesammelt zu haben scheinen. Und die Zeiten, in denen ich Abenteuer in fremden Ländern erlebt habe, sind auch vorüber. Nachdem ich in meinem Leben mehr als genug vom Tod gesehen habe, wollte ich hier eigentlich nur noch in Ruhe meinen Lebensabend verbringen ...
Interessanter ist doch die Frage, wer das Hotel in Brand gesetzt hat. ... Wer hatte ein Interesse daran, Mrs. Marquard zu ermorden? ... Dort sollten Sie suchen! Was wissen Sie darüber?
Können Sie ausschließen, dass ich richtig liege und es Ihr eigener Mann war, der das Hotel in Brand gesteckt und Mrs. Marquard und den Feuerwehrmann ermordet hat? Was hat er denn unternommen, um den Brand zu verhindern? Was hat er unternommen, um Mrs. Marquard zu retten? Was suchte er überhaupt in dem Hotel an diesem Tag?
Ich habe nur Matilde begleitet, die Mrs. Marquard wegen eines Auftrages der Detektei aufgesucht hat. Sie hatte einen Grund, dort zu sein. Aber Joseph Henry ... welchen plausiblen Grund hatte er, dort zu sein, wenn nicht den, Mrs. Marquard auszuschalten? Und wenn er in dem Mord an Mrs. Marquard verwickelt war, handelte er dann im Auftrag von S.A.V.E., falls es diese Gruppierung überhaupt gibt? Was soll mir das über Sie sagen? ... Ich finde, Sie erwarten etwas viel Vertrauensseligkeit von uns!"
Der Läuterer:
"Hören Sie, Herr Doktor, es bringt nichts, wenn wir an einander hochgehen. Ich reise ab und das war es dann für Sie mich betreffend."
"Ich habe übrigens noch das Exemplar des jüngsten NATIONAL GEOGRAPHIC MAGAZINE in meinem Koffer. Ich lasse Ihnen das Exemplar da, dann können Sie den Artikel über Herrn Stratton selbst nachlesen."
Braddock öffnet einen neben ihm stehenden kleinen Koffer und holt eine Zeitschrift mit gelbem Rand heraus. Das Exemplar ist schon etwas abgegriffen. "Das ist sie. Das ist die jüngste Ausgabe. Vol. LXIII, No 6."
Puklat:
"Interessant. Ist das Ihre Version Huldigung?"
Ich bemühe mich um einen neutralen Tonfall.
"Mr Braddock, könnten Sie mir vielleicht nochmal erklären, warum Sie den weiten Weg zu Doktor Savage aufgenommen haben um nun schon wieder abzureisen? Das habe ich noch nicht so richtig verstanden. Es wäre sehr freundlich von ihnen, wenn Sie mir das nochmal erklären könnten.
Und könnten Sie mir auch berichten was das für eine Organisation ist, deren Mitglied sie wohl sind."
Ich schaue ihn selbstsicher und ehrlich interessiert an.
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