Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen

Sandboxtaugliche Rollenspiele

<< < (16/26) > >>

Viral:

--- Zitat von: Chruschtschow am  5.08.2016 | 22:07 ---"Geschmeidig anpassen" betrifft vor allem das Ausdemärmelschütteln von irgendwelchen Kreaturen, Organisationen etc. samt Spielwerten. Wenn die SC plötzlich in Gefilden rumflitzen, die noch eher aus Pappmache und einer groben Idee bestehen, kann ich mit Fate viel schneller einen plausiblen Gegner dahin stellen als zum Beispiel mit D&D 3.5 .

--- Ende Zitat ---

Also D&D 3.x, Pathfinder und D&D 4 sind für Sandkästen relativ ungeeignet. Allein schon diese Unmengen an Feats sind für mich als SL der Horror.

Ich persönlich - vermutlich aus Mangel an Motivation und Zeit sich intensiv in neue Systeme einzulesen - verwende alles D&D Versionen bis Ad&d 2, verzichte dabei weitgehend auf optionalen Regeln. Dauer für Gegnererschaffung ist minimal - ein paar Minuten. Zudem gibt es relativ viele Tabellen um auch komplexere Gegner z. B. mit Motivation zu erstellen - wenn man das möchte (Entweder als Download oder im Villains Book)


--- Zitat von: Chruschtschow am  5.08.2016 | 22:07 ---Exalted? LOL

--- Ende Zitat ---

Ich hab bei Exalted meist den Flufftext und die Hintergrundinformationen zu einem Gebiet in Ereignistabellen gegossen und abhängig davon mir einen Gegnerkatalog erstellt ... ja das war sehr sehr viel arbeit ;). Und dann kann man da ziemlich schnell Gegner improvisieren.

Fate?
Fate würde vermutlich für ein exaltedartiges Setting ganz gut funktionieren. Für ein hartes OSR-Spiel mit Save or Dies ist es eher nicht geeignet (das hab ich ja schon im Dark Sun Thread ausgeführt).

Viral:
An was ich auch grad arbeite bzw. lese ist Fading Suns, vom ersten Lesen scheint es sich ebenfalls relativ gut für eine Sandbox zu eignen - aber ohne Gewähr.

Chruschtschow:
@6:
Ok, in meinem Sandkasten ist die SL wahrscheinlich auch gar nicht neutral, sondern kollaboriert mit den Spielern (aber nicht mit den SC).

@Maarzan:
Fate funktioniert für deinen Sandkasten nicht, weil du Hamster spielst. In meinem Sandkasten sind die Spieler ein Haufen Kinder mit Baggern und Playmobilfiguren (oder Legofiguren, aber Legos gehen im Sand noch schneller flöten). ;)

@viral:
Fading Suns seh ich ähnlich.

Allgemein:
Ich bin halt sehr für einen ausgesprochen weiten Sabdkastenbegriff zu haben. Bevor ich überhaupt im Rahmen der OSR was über Sandboxes gehört habe, kannte ich den Begriff aus dem Computerspielbereich. Da mag man einwenden: das Spiel gibt doch den Rahmen sehr klar vor. Das gilt dann für GTA und Verwandte. Dann schnappe ich mir EVE Online und die soziale Komponente mit der ausgesprochen aktiven Community verursacht Dinge, die schlicht den Rahmen dessen sprengen, was im eigentlichen Computerprogramm abläuft. Das Spiel geschieht also auch jenseits des eigentlichen Programms und erzeugt da noch mehr Freiheitsgrade. Und dann gibt es den ganzen Bethesda-Kram. Die liefern im Allgemeinen den wieklich dicken Bagger mit, um die Sandkästen umzubuddeln. Neben der freien Wahl der Handlung kann ich auch massiv in die Landschaft eingreifen und mir eine dickere Kaiserstadt nach Cyrodiil setzen, weil ich die echte zu düster und leblos fand.

Den Sandkastenbegriff, der in OSR verbreitet scheint, finde ich da einfach zu eingeschränkt. Und wenn ich mir anschaue, welche Systeme und Settings hier vorgeschlagen werden, bin ich da nicht alleine.

Entsprechend bin ich da auf 1of3s Linie: grundsätzlich KANN ich erst ein Mal mit jeden System mit wenigen Ausnahmen sehr offen spielen. Mit manchen besser, mit anderen schlechter. Das hängt auch davon ab, welche Erdarbeiten ich im Sandkasten zulassen möchte. Da würde ich persönlich sagen: je mehr Erde verschoben werden darf, desto schlanker sollte das System sein, weil ich schneller mal eine spielmechanische Antwort in einer unvorhergesehenen Umgebung brauche. Aber wenn das System nicht einen brutal engen Fokus hat, geht erst ein Mal (fast) alles.

nobody@home:
Generell sehe ich keinen großen philosophischen Unterschied zwischen "Das ist der Sandkasten des Spielleiters, Spielerkindern ist das Mitbringen von eigenem Spielzeug ohne ganz doll offizielle Erlaubnis desselben verboten!" und "Das ist die Schu-Schu-Eisenbahn des Spielleiters, Passagiere springen gefälligst nicht ab!". Die kosmetischen Details mögen variieren, aber die (je nachdem, wie sehr man sich nun konkret daran stößt, entsprechend mehr oder eben weniger problematische) Grundeinstellung ist für mich immer noch dieselbe.

Grundsätzlich würde ich mir als SL für eine Sandbox, wie schon mal erwähnt, ein Spiel aussuchen, mit dem ich schnell auf die Entscheidungen der Spieler reagieren kann. Tendenziell also eher was Regelleichtes, das ich idealerweise komplett im Kopf haben kann, kombiniert mit einem Setting, für das ich nicht zuviele Notizen brauche -- ein Dreihundert-Seiten-Ringbuchordner, in dem ich alle fünf Minuten nachschlagen müßte, ob ich nach Meinung meines früheren Ichs, das den ganzen Mist mal geschrieben hat, noch alles "richtig" mache, wäre definitiv fehl am Platz. Fate beispielsweise paßt einfach deswegen recht gut, weil ich die Regeln inzwischen tatsächlich einigermaßen in meinen dreieinhalb Gehirnwindungen untergebracht habe (wo auch heutzutage für wesentlich mehr Komplexität wahrscheinlich nicht mehr der Platz und die Geduld vorhanden wären), die "Kanon"-Hintergrundwelten, wenn ich denn eine davon verwenden will, vorher keine mehrtägige Lektüre verlangen, und das System mir auch beim Improvisieren nicht lange im Weg herumsteht. Andere Leute werden andere Antworten haben, die dann wahrscheinlich einfach deswegen stark von ihren eigenen jeweiligen Lieblingssystemen geprägt sein dürften, weil sie sich ihrerseits mit denen am besten auskennen...aber wenn man das aus unseren jeweiligen Aussagen herausfiltert, wird sich wohl -- denke ich -- trotzdem ein genereller "je weniger Verwaltungsaufwand, desto besser"-Trend herauskristallisieren.

6:

--- Zitat von: Chruschtschow am  6.08.2016 | 09:17 ---Ich bin halt sehr für einen ausgesprochen weiten Sabdkastenbegriff zu haben. Bevor ich überhaupt im Rahmen der OSR was über Sandboxes gehört habe, kannte ich den Begriff aus dem Computerspielbereich. Da mag man einwenden: das Spiel gibt doch den Rahmen sehr klar vor. Das gilt dann für GTA und Verwandte. Dann schnappe ich mir EVE Online und die soziale Komponente mit der ausgesprochen aktiven Community verursacht Dinge, die schlicht den Rahmen dessen sprengen, was im eigentlichen Computerprogramm abläuft. Das Spiel geschieht also auch jenseits des eigentlichen Programms und erzeugt da noch mehr Freiheitsgrade. Und dann gibt es den ganzen Bethesda-Kram. Die liefern im Allgemeinen den wieklich dicken Bagger mit, um die Sandkästen umzubuddeln. Neben der freien Wahl der Handlung kann ich auch massiv in die Landschaft eingreifen und mir eine dickere Kaiserstadt nach Cyrodiil setzen, weil ich die echte zu düster und leblos fand.

--- Ende Zitat ---
Alles toll. Player Empowerment ist ne wirklich tolle Sache. Vorallem in der Kollaboration, wie Du sie ja beschreibst.
Aber wieso nennst Du es dann nicht auch genau so? Also kollaboratives Rollenspiel? Jeder weiss damit sofort was damit gemeint ist und zusätzlich hast Du nicht dieses total fruchtlose Streitgespräch, zwischen 2 komplett verschieden eingestellte Sandboxdefinitionen, die sich dann aus verständlichen Gründen in die Spielleitertipps und Problemführungen reinziehen?
"Meiner" Sandbox bedarf es einer starken moderativen und neutralen SL-Position, während "Deiner" Sandbox eines integrativen Moderators auf Augenhöhe (das geht so weit, dass der SL überhaupt nicht benötigt wird) bedarf. Wenn jetzt nach Hilfestellungen für einen SLs gefragt wird, geben wir Beide dann komplett widersprüchliche Tipps, die aus unser jeweiligen Sicht vollkommen korrekt sind, aber ziemliches Gift aus der jeweils anderen Sicht. Und damit ist dem armen Hilfesuchenden überhaupt nicht geholfen.

Also warum muss es aus Deiner Sicht unbedingt "Sandbox" sein, wenn Du mit "Kollaboration" meiner Meinung nach einen viel besseren und eigentlich auch unstrittigeren Namen hättest?

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln