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Nicht Sandbox Taugliche Rollenspiele
Der Nârr:
--- Zitat von: alexandro am 12.08.2016 | 04:26 ---Meiner Erfahrung nach werden Zufallstabellen während des laufenden Spiels ohnehin eher assoziativ benutzt. Man hält sich nicht sklavisch an die Einträge, sondern benutzt sie als "Stichwortgeber", um sich neue Ideen zu holen - im wesentlichen funktionieren diese Tabellen also genauso wie die Idee!- oder Arkana-Karten aus Erzählspielen. ;)
--- Ende Zitat ---
Kenne ich ehrlich gesagt anders. Gerade während des Spiels akzeptiere ich das Ergebnis, wie es ist - ob ich auf eine schlechte Eigenschaft eins NPC gewürfelt habe, das Wetter für den nächsten Tag oder welche Klassen als Mietling in der kommenden Woche angeheuert werden können. Ich benutze die Tabellen aber auch gerade dann, wenn ich Verantwortung abtreten möchte. Aber wenn ich schlechtes Wetter auswürfle, gibt es schlechtes Wetter und keinen NPC, der davon redet, wie er mal in schlechtes Wetter geraten ist. (Ich habe bewusst kein Random Encounter aufgeführt, weil ich auf Random Encounter tasächlich am seltensten würfle, wenn überhaupt.)
Ich benutze auch regelmäßig ad-hoc-Tabellen. Wenn ich mehrere Ereignisse, NPC-Reaktione usw. für plausibel halte, dann bestimme ich schnell Zahlen auf einem W6 und würfle darauf und halte mich auch daran. (Es gibt bei mir kein "was gibt die bessere Story".) (Das ist bei mir auch eher dann das, was bei anderen die Random Encounter Tabelle macht, z.B. wenn ich würfle ob die Nachtruhe gestört wird.)
Karten als Ideengeber wären aber interessant. So etwas könnte man machen, um ein ins Stocken kommendes Spiel in Gang zu bringen. Aber wie würden solche Karten aussehen? Hast du da ein Beispiel, wo es solche Karten gibt? Da müssten ja Dinge nebeneinander gestellt sein, die man sonst nur über ganz verschiedene Tabellen bekäme.
Generell finde ich jedenfalls daher Regeln für die Nutzung im Spiel wichtiger als die Sandbox-Generierung für den SL. Wobei es zwar in beiden Fällen möglich ist, auf 3rd Party Publikationen zurückzugreifen (D30 Sandbox Companion ist gut) oder alles selber zu entwickeln, aber die Notwendigkeit macht die entsprechenden Spiele ja nicht geeigneter ;).
Chruschtschow:
--- Zitat von: Der Narr am 12.08.2016 | 10:05 ---Karten als Ideengeber wären aber interessant. So etwas könnte man machen, um ein ins Stocken kommendes Spiel in Gang zu bringen. Aber wie würden solche Karten aussehen? Hast du da ein Beispiel, wo es solche Karten gibt? Da müssten ja Dinge nebeneinander gestellt sein, die man sonst nur über ganz verschiedene Tabellen bekäme.
--- Ende Zitat ---
Ich benutze für Fate-Einsteigerrunden auf Cons Ja, Herr und Meister. "Ihr seid alle Minions, das sind diese kleinen grünen Männchen hier auf den Bildern. Ihr seid die kleinsten Möchtegernschergen vom großen bösen Lich." Charakterauswahl, Audienz, Auftragsvergabe. Und der Auftrag ist mit drei Karten aus den Fingern gesogen. Die Karten sehen dann so aus:
Dann bricht die Truppe auf und versucht die gestellte Aufgabe zu lösen. Es gibt normalerweise drei Szenen, das hängt so ein bisschen vom Zeitbudget auf der Con ab. Jede Szene wird durch das Ziehen und Interpretieren von zwei weiteren Karten initiiert. Das hat bisher zum Teil erstaunlich solide Fantasyabenteuer geliefert. Klar, mit den Karten ist das Spiel nicht gerade auf eine düstere Stimmung ausgelegt. Da wird dann auch mal der Grünschleim zur Kooperation und in die Menagerie des Lichs gezwungen, indem man ein Feuerchen unter seinem Topf macht, um ihn einzudicken.
Ich benutze die Karten also nicht als Ideengeber, wenn das Spiel stockt. Ich benutze sie als zentrale Ressource zum Aufbau des Spiels. In dem Fall keine Sandbox, aber die Übertragung sollte möglich sein.
Grundsätzlich sollte aber auch ein ernsteres Spiel mit ernsterer Grundlage möglich sein. Tarotkarten beispielsweise sind ja bestimmte Bedeutungen zugeteilt. Dann nehme ich noch statt eines Setups mit kleinen grünen Fieslingen eher Urban Fantasy wie Dresden Files oder Grimm. Dann kann ich einzelne Orte und NSC eben mit solchen Karten ausgestalten, hier durchaus auch in einer Sandbox. Dann ziehe ich für den Geschichtsprofessor in der Uni, den die Gruppe zu Recherchezwecken besucht, den Magier und den Turm, daraus kann ich mir schon einen gewissen Charakter für den Typen zusammenbauen. Beispielsweise eine große Kapazität bis zur Überheblichkeit mit einem fixen Weltbild, das aber zügig zusammenbricht und ihn sozusagen mitreißt, so dass er danach reichlich gefügiger ist, wenn man ihn damit konfrontiert, dass seine Weltsicht etwas eingeschränkt ist. Habe ich so noch nicht probiert, aber das wäre eine Idee für ernstes Spiel mit Ideenkarten.
Andere Ressourcen in der Richtung sind zum Beispiel Story Cubes.
alexandro:
--- Zitat von: Der Narr am 12.08.2016 | 10:05 --- Kenne ich ehrlich gesagt anders. Gerade während des Spiels akzeptiere ich das Ergebnis, wie es ist - ob ich auf eine schlechte Eigenschaft eins NPC gewürfelt habe, das Wetter für den nächsten Tag oder welche Klassen als Mietling in der kommenden Woche angeheuert werden können. Ich benutze die Tabellen aber auch gerade dann, wenn ich Verantwortung abtreten möchte. Aber wenn ich schlechtes Wetter auswürfle, gibt es schlechtes Wetter und keinen NPC, der davon redet, wie er mal in schlechtes Wetter geraten ist. (Ich habe bewusst kein Random Encounter aufgeführt, weil ich auf Random Encounter tasächlich am seltensten würfle, wenn überhaupt.)
--- Ende Zitat ---
Wettertabellen benutze ich überhaupt nicht. Die rauszusuchen hat für mich keinen Mehrwert. Da benutze ich lieber allgemeine NSC-Reaktionstabellen, um zu sehen, ob das Wetter "freundlich" oder "feindselig" gegenüber dem Vorhaben der SC ist und schmücke das dann entsprechend aus.
Und wenn ein Roter Drache aus der Tabelle purzelt, und die Umgebung in der die SC sich befinden dass einfach nicht hergibt, dann ist es imo besser diesen auf Entfernung sichtbar zu machen, ein Gerücht über diesen zu streuen, oder die Spieler dessen (aufgegebenen und geplünderten) Hort finden zu lassen. Auch kann man einem Dungeon auf diese Weise mehr Profil verleihen: wenn bisher alles im Dungeon auf echsische/drachische Einflüsse hingedeutet hat, und ich dann "Goblins" als Zufallsbegegnung auswürfele, dann habe ich absolut keine Skrupel, diese durch "Kobolde" zu ersetzen. Für das Spiel ist das egal (es sind beides kleine, wuselige Monster), aber durch die Änderung bekommt das Spiel deutlich mehr Flair.
--- Zitat ---Ich benutze auch regelmäßig ad-hoc-Tabellen. Wenn ich mehrere Ereignisse, NPC-Reaktione usw. für plausibel halte, dann bestimme ich schnell Zahlen auf einem W6 und würfle darauf und halte mich auch daran. (Es gibt bei mir kein "was gibt die bessere Story".) (Das ist bei mir auch eher dann das, was bei anderen die Random Encounter Tabelle macht, z.B. wenn ich würfle ob die Nachtruhe gestört wird.)
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Das wäre mir zuviel Aufwand - und wirklich fairer wird das Spiel dadurch auch nicht. Wenn ich mehrere plausible Ergebnisse habe, dann suche ich mir normalerweise eines davon aus, und würfele ggflls. ob es eintritt (ansonsten bleibt halt erstmal der Status Quo erhalten).
Pyromancer:
--- Zitat von: alexandro am 12.08.2016 | 13:56 ---Und wenn ein Roter Drache aus der Tabelle purzelt, und die Umgebung in der die SC sich befinden dass einfach nicht hergibt, dann ist es imo besser diesen auf Entfernung sichtbar zu machen, ein Gerücht über diesen zu streuen, oder die Spieler dessen (aufgegebenen und geplünderten) Hort finden zu lassen. Auch kann man einem Dungeon auf diese Weise mehr Profil verleihen: wenn bisher alles im Dungeon auf echsische/drachische Einflüsse hingedeutet hat, und ich dann "Goblins" als Zufallsbegegnung auswürfele, dann habe ich absolut keine Skrupel, diese durch "Kobolde" zu ersetzen. Für das Spiel ist das egal (es sind beides kleine, wuselige Monster), aber durch die Änderung bekommt das Spiel deutlich mehr Flair.
--- Ende Zitat ---
Wenn man Zufallstabellen als Weltmodellierungswerkzeug einsetzt, dann hat es entweder einen guten Grund, warum in einem Dungeon, der auf echsische/drachische Einflüsse setzt, auf einmal "Goblins" auf der Zufallstabelle auftauchen, oder sie tauchen in der Tabelle gar nicht auf.
Und wenn die SCs in einer Gegend unterwegs sind, in der "Roter Drache" auf der Zufallstabelle steht, dann HABEN sie im Vorfeld schon Gerüchte über ihn gehört.
alexandro:
Zufallstabellen sollen doch Arbeit abnehmen, oder? Wenn ich für jedes Dreckdungeon und jeden beschissenen Landstrich in meiner Welt eine eigene Tabelle mache (statt eine generelle Tabelle für "Hügelland" oder "Unterirdisch"), und mir dann auch noch Begründungen für Sachen aus den Fingern saugen muss, die im Spiel passieren könnten (und in 90% der Fälle gar nicht relevant sind, weil der entsprechende Eintrag nicht erwürfelt wird), dann kann ich es auch gleich sein lassen.
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