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Pen & Paper - Spielsysteme => DSA - Das schwarze Auge => Thema gestartet von: Blechpirat am 23.09.2025 | 22:43
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Vom Staat der Amazonen bis Praios‘ Zorn – Die politische Ideengeschichte der Welt von Das Schwarze Auge (Arbeitstitel) Hrsg. Lena Falkenhagen & Eugen Pfister
Details gibt es z.B. auf Lenas Blog: https://www.falkenhagen.de/2025/09/23/call-for-papers-dsa-ideengeschichte/
Ich finde es eine spannende Idee. Ich habe andererseits aber auch nur eine vage Vorstellung davon, was eine Ideengeschichte ist...
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Ich weiß, es ist ein DSA Thema. Aber ich fürchte, dass hat auch eine gewisse Sprengkraft. Vielleicht wäre es eine gute Idee, dazu frühzeitig einen Diskussionsthread in "Rollenspiel und Gesellschaft" aufzumachen, damit das hier auf das eigentliche Thema fokussiert bleibt und nicht eskaliert?
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Ich finde ja schon den ersten Satz interessant (Hervorhebung von mir):
Das Schwarze Auge war lange Zeit das bedeutendste Pen-and-Paper-Rollenspiel im deutschsprachigen Raum.
Wird das von DSA-Seite auch sonst so klar kommuniziert, dass man da an der Spitze abgelöst wurde? Ich bekomme die offiziellen Aussagen ja nicht mehr so sehr mit, seitdem ich bei DSA nur noch Spieler bin.
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Ich finde ja schon den ersten Satz interessant (Hervorhebung von mir):
Wird das von DSA-Seite auch sonst so klar kommuniziert, dass man da an der Spitze abgelöst wurde? Ich bekomme die offiziellen Aussagen ja nicht mehr so sehr mit, seitdem ich bei DSA nur noch Spieler bin.
Zumindest ist das von jedem Händler so zu hören, und scheint mir bei Gesprächen innerhalb der Branche als Fakt angenommen zu werden.
Ich habe kurz darüber nachgedacht, für den Band meinen Hut in den Ring zu werfen, aber das Zeitfenster von 1984 bis 2007 und die eher überblicksartig gewünschten Kapitel machen das dann doch eher schwierig.
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Spannend. Werd ich Mal im Auge behalten.
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Ich finde es eine spannende Idee. Ich habe andererseits aber auch nur eine vage Vorstellung davon, was eine Ideengeschichte ist...
Ganz kurz nur zu diesem Punkt: Ideengeschichte ist ein Ansatz der Geschichts- und Geisteswissenschaft, der sich mit der Entstehung und Entwicklung von Ideen, Vorstellungen und Begriffen beschäftigt. Der Call gibt ein paar Stichworte dazu, z.B. Weltbilder, Stereotype oder politische Ideale, die in Aventurien abgebildet werden.
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Ich finde ja schon den ersten Satz interessant (Hervorhebung von mir):
Wird das von DSA-Seite auch sonst so klar kommuniziert, dass man da an der Spitze abgelöst wurde? Ich bekomme die offiziellen Aussagen ja nicht mehr so sehr mit, seitdem ich bei DSA nur noch Spieler bin.
es war lange Zeit deswegen so krass beliebt weil es nunmal der Platzhirsch war. Ich wusste bis Mitte der 2000er nicht das es D&D überhaubt auf Deutsch gibt da ich keinen Zugriff drauf hatte da die Regelwerke der 3.5 nur in größeren Städten gab.
Den Platzhirsch haben die halt mittlerweile verloren.
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Ich habe andererseits aber auch nur eine vage Vorstellung davon, was eine Ideengeschichte ist...
Das wird im verlinkten Text erklärt.
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Das mit "war" verstehe ich genauso wenig wie was eine Ideengeschichte ist, warum es Sprengkraft haben soll, oder was Gender damit zu tun hat...?
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a.) Das bedeutendste ist es jetzt eben vermeintlich nicht mehr. Das dürfte Dungeons & Dragons sein, wie sonst auch fast überall.
b.) Platt formuliert: Die Ideengeschichte erforscht den Zeitgeist vergangener Epochen. Gerne auch spezifisch für ein bestimmtes Milieu wie in diesem Fall. Damit sollte auch geklärt sein, was Gender damit zu tun hat.
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Nur ein Hinweis: es ist auch nicht zielführend, einzelne Punkte des Calls hier zu diskutieren. Sollte das gewünscht sein, gibt es entsprechende Threads im Bereich Rollenspiel und Gesellschaft.
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b.) Platt formuliert: Die Ideengeschichte erforscht den Zeitgeist vergangener Epochen. Gerne auch spezifisch für ein bestimmtes Milieu wie in diesem Fall. Damit sollte auch geklärt sein, was Gender damit zu tun hat.
Hat irgendwer hier einen Link zu einem Beispiel, wie so eine Ideengeschichte aussieht?
Ich hab versucht selber etwas zu finden, aber irgendwie war das alles nicht sonderlich hilfreich. Kann sein dass ich da echt auf dem Schlauch stehe, aber da ich fachfremd bin, erschließt sich mir das immernoch nicht so ganz.
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Beispiele gibt es im wissenschaftlichen Kontext viele:
https://scholar.google.com/scholar?hl=de&as_sdt=0%2C5&q=ideengeschichte&btnG=
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Ich glaube, es ist auch gar nicht eine Ideengeschichte im Sinne von 'ich erzähle eine Geschichte über Ideen', sondern die Ideengeschichte, genau wie die Kulturgeschichte, die Sportgeschichte oder die römische Geschichte.
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Ich glaube, es ist auch gar nicht eine Ideengeschichte im Sinne von 'ich erzähle eine Geschichte über Ideen', sondern die Ideengeschichte, genau wie die Kulturgeschichte, die Sportgeschichte oder die römische Geschichte.
Ja, das hab ich auch so gemeint.
Dass das ein wissenschaftliches Format ist, ist klar, ich bin es nur eventuell aus meiner Heimatdisziplin gewohnt dass das klarer definiert ist.
Deswegen die Frage nach Beispielen...
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Willkommen in den Geisteswissenschaften! Ich spreche aus leidvoller Erfahrung.
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Hat irgendwer hier einen Link zu einem Beispiel, wie so eine Ideengeschichte aussieht?
Ich hab versucht selber etwas zu finden, aber irgendwie war das alles nicht sonderlich hilfreich. Kann sein dass ich da echt auf dem Schlauch stehe, aber da ich fachfremd bin, erschließt sich mir das immernoch nicht so ganz.
Bei einer Ideengeschichte um DSA fällt mir als erstes die Gleichberechtigung der Geschlechter ein, und wie das in den aventurischen Kontext eingebaut wurde. Es war also nicht weiter erstaunlich, wenn eine Hufschmiedin die Pferde beschlug oder eine Rondrageweihte einem den Schädel einschlug, etc ...
Das war im Vergleich zu D&D schon eine Ansage, denn die Macher bei TSR, die im übrigen auch keine 68er waren wie bei Kiesow & Co, hatten sich darum weit weniger gekümmert. Das soll jetzt nicht heißen, dass Frauen da rigoros unterdrückt wurden, aber die Geschlechterrollen gestalteten sich da schon etwas traditioneller und auch ''historisch'' korrekter - vor allem im Umfeld der SCs in den Settings. Das vielleicht mal so als Anregung.
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Ich hoffe sehr, sie gehen darin etwas auf die Metaphysik der Borbaradkampagne ein. Ich finde es furchtbar faszinierend, dass in deren Rahmen jene Gruppe Alt-68er (im Bestreben, moralische Nuancen einzubringen?) einen Dualismus zwischen Rohals Konservatismus (im Wortsinne) und Borbarads Revolutionsstreben zum Angelpunkt der praegendsten Geschichte der Spielwelt gemacht haben.