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Das Tanelorn spielt => Forenrollenspiele => [Ruin Master] Snow Saga => Thema gestartet von: Outsider am 9.10.2025 | 10:45

Titel: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Outsider am 9.10.2025 | 10:45
Akt I
- Zeit des Zorns -
Die Hochzeit

Das Wetter ist herrlich an diesem Morgen. Ein strahlend blauer Himmel zeigt sich über Storhavn und die kalten Winde, welche von See her in die Stadt geweht hatten, waren einer fast schon milden Briese gewichen. Das rauschen der Brandung hat nachgelassen und alle erwarteten die Festlichkeiten.

In der großen Halle des Grimme Anwesens trefft ihr zur rechten Zeit aufeinander. Herausgeputzt so gut es geht, bereit sich der Herausforderung einer sturmländischen Hochzeit zu stellen. Es wird Zeit zum Tempel zu gehen.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: klatschi am 12.10.2025 | 01:03
Hírngar, auf der Hochzeit, mit Gylfi und Aeryn

Die Kiefer mahlten, die Wangenknochen schauten hervor. Hírngar war angespannt und sein Kopf schwirrte nur so von den guten Ratschlägen und Maßregelungen seiner beiden Gefährten. Er hatte sich auf vieles eingestellt, er hatte sich bemüht, aber die Tatsache, dass es spezielles Besteck für gewisse Speisen geben könnte, hatte den Holzfäller dann doch in seiner Meinung bestärkt: Ich bin ein einfaches Kraut. Das alles ist nicht meine Welt. Seine Laune war miserabel, das pochende Schmerzen in seinem Daumen unterstrich das nur. Hírngar hatte des öfteren in den Wäldern geschnitzt und sich an die beruhigende meditative Tätigkeit mit einem Sehnen zurückerinnert. Er malte sich selbst auf einem Baumstamm voll Moos aus, mit einem Stück Holz in der Hand, wissend, dass es einen solchen Moment nie gab. Hírngar fürchtete den Wald, das Alter, die Geister, die Kräfte dieser Welt, die sich in den Schatten der Bäume wohl fühlten. Und doch merkte er, dass er ein Teil davon war. Das hier ist nicht meine Welt. Die Hand zuckte zu seinem bronzenen Armband, den durch Gewohnheit blank gewetzten Stellen .
Ihn schauderte, kurz nur und er blickte sich verstohlen um, um zu sehen, ob es jemand bemerkte.

Er schämte sich so sehr. Er hatte versucht, ein Kleinod zu schnitzen und konnte es sich genau vorstellen. Das Holz, die Linien und Gravuren, die Runen, verschnörkelt, der Wunsch nach langem Leben und Gesundheit, der sich in den Windungen zeigte. Jedoch... Nun, seine Auswahl des Holzes war zwar tadellos, Hírngar spürte immer noch eine gewisse Befriedigung, dass er dieses Stück Holz ausfindig machen konnte. Dass er es in Blut getränkt vor Frust einfach weggeworfen hatte, reute ihn immer noch. Der Alte Skwilde muss in mir ein kleines, wütendes Kind sehen... Hírngar wusste, dass es dumm gewesen war, aufzugeben, dass er hätte mehr herausholen können. Aber er wusste auch, dass er sich selbst nie gerecht hätte werden können, seinen Ideen, seinen Vorstellungen. Es frustrierte ihn, dass er nur ein Holzfäller war. Ein Niemand, der sich in einer Geschichte wiederfand, die den Helden seiner Erinnerung entsprangen.
Und doch: Dieser Moment des Frustes, der Moment der Wut über sein fehlendes Fingergeschick und der Frust über das fehlende Verständnis für Herrn Gylfis und Frau Aeryns Ratschläge - dieser Zorn auf sich selbst änderte etwas ihn Hírngar. Er besann sich darauf, eine Rolle zu spielen. Er hatte lange darüber nachgedacht und gemerkt, aber all die Regeln und Ratschläge und Belehrungsversuche des skwilden und der Dyfir am Ende des Tages doch nur verschwendet waren, denn er konnte sich zwar dazu zwingen, sie nachzuahmen - aber er verstand sie nicht. Du bist im Dreck geboren. Du wirst das auch nie ganz verstehen. Aber eine Rolle, die konnte das Verstehen. Ein Ritter aus den Legenden konnte das.

Heute würde Hírngir versuchen, eine Gestalt aus den Sagen zu sein. Nicht nur, um Gylfi und Frau Aeryn Schmach zu ersparen. Sondern weil er wusste, dass ein Ritter wüsste, wie man sich benimmt!
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Hinxe am 12.10.2025 | 19:38
Gylfi
In Storhavn, mit Aeryn und Hírngar kurz vor der Hochzeit


Gylfi machte sich wegen Hírngar ein bisschen Sorgen. Der jüngere Mann hatte sich, soviel er sagen konnte, viel Mühe dabei gegeben, sich auf die Hochzeit vorzubereiten. Doch immer noch schien er sich bei vielen Fragen des Benimms unsicher zu sein. Und er hatte es letztendlich nicht fertig gebracht, sein Schnitzwerk zu beenden. Ich werde ein Auge auf ihn haben müssen.

Der Alte selbst hatte einiges der Zeit, die ihm nach den Übungen mit seinem Gefährten beglieben war, darauf verwendet, sich, im Rahmen seiner Möglichkeiten, auf die Festlichkeiten vorzubereiten. Er hatte seine abgerissene Kleidung durch einfache, aber robust gearbeitet Stücke ersetzt. Nur die alten Sandalen, in denen er stets barfuß ging, waren geblieben. Er hatte sich in die Hände eines Barbiers begeben, sein schütteres Haar und der scheckige Bart sahen jetzt nicht mehr ganz so schäbig aus. Und er hatte nach der langen Zeit der Entbehrungen im Haus des Schwertjarls etwas an Gewicht zugelegt. Nicht viel, aber immerhin.

Im Kopf ging der skwilde nochmals die Saga durch, die er dem Hochzeitspaar als Gabe vortragen wollte. Er war sich nicht vollständig sicher, ob er mit dem Ton, den er anzuschlagen gedachte, richtig lag. Ich werde mich wie immer an der Stimmung im Saal rientieren. So die Fowras wollen, wird es mir gelingen. Ein Lächeln umspielte seine Lippen, mancher Beobachter mochte es für arrogant halten.

Gylfi wandte sich seinen Begleitern zu. "Seid Ihr bereit? Ich glaube, es geht gleich los."
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: pharyon am 20.10.2025 | 22:17
Aeryn, vor der Hochzeit, teilweise mit Hírngar

Die Tage bis zur Hchzeit vergingen rasch. Aeryn hatte sich mit Hírngar in die Stadt begeben. Beim ersten Ausflug ging es darum, ein Gespür für die Leute außerhalb des direkten Umfelds des Grimme zu bekommen. Ein paar Vokabeln und Redewendungen hatte sie schnell aufgeschnappt. Hírngar stellte sich nicht ungeschickt an, beherzigte eine der ersten Regeln in der Fremde: Wenn du nichts zu sagen weißt, schweige. Er war dabei ziemlich bedacht, keinen Fehltritt zu machen. Im Gespräch versuchte Aeryn, ein wenig aus Hìrngars Vergangenheit hervorzulocken. Warum er unterwegs war. Weit kam sie dabei nicht.

Vertrauen will erst verdient werden. Das hatte ihr Lehrmeister ihr beigebracht. Auch, dass Vorsicht besser als Nachsicht ist. Der Weg zum Tempel war Aeryn sehr schnell bekannt. Auch alternative Routen vom Anwesen des Grimme zum Tempel oder zurück konnte sie ausmachen. Nichts jedoch, was ihr auffiel, das besonders raffiniert wäre. Die Sturmländer flößten ihr auf jeden Fall Respekt ein. Und so versuchte sie, die Sprache in Grundzügen zu verstehen. Ja, nein, bitte, danke sehr, hallo, auf wiedersehen - Grundlagen, die - mit Händen und Füßen - Einiges bringen könnten. Ein, zwei, viele, du, ich, wir/ihr/sie. Farben, Merkmale. Alles war wichtig. Worte sind Bilder, die wichtig genug geworden sind, ihnen einen Namen zu geben. Das war eine Lektion, die noch älter war, als ihre Ausbildung als Leibwächterin. Die Erinnerung, wer ihr das beigebracht hatte, war blass. Vielleicht ihr Vater?

Die nächsten Ausflüge verbrachte Aeryn ohne Hírngar. Er wollte sich mit dem Skwilden unterhalten. Von ihm lernen. Aeryn nahm es hin. Ein bisschen tat er ihr leid. Sie erkte ihm an, dass er lernen wollte. Verstehen wollte. Aber irgendetwas hemmte ihn. Hielt er sich für dümmer, weniger talentiert, als er war? Dem würde sie zu anderer Zeit nachgehen. In der Zwischenzeit erkundigte sie sich. Hochzeitsgebräuche, Kleidung, Haarschnitt. Und ein geeignetes Geschenk. Die Tochter des Grimme würde in die Ferne ziehen. Also sollte es auf jeden Fall etwas sein, dass sie mit der Heimat verband. Ein Kunststück, ein Werkstück, etwas Praktisches, etwas Dekoratives. Aeryn hörte viele Vorschläge und Meinungen. Einmal wurde sogar erwogen, der Braut einen verzierten Dolch zu schenken.Um ihr unliebe Gesellen vom Leib zu halten. Oder ihren Mann. Eine Waffe zu schenken, hier in der Fremde, mit so wenigen Verbündeten, kam für Aeryn nicht in Frage. Zu schnell wurden Waffen zu Werkzeugen auf eine Art, für die sie bestimmt waren, jedoch in einem Zusammenhang, für den sie nicht bestimmt waren. Die Wahl des Geschenks sagt über den Schenkenden ebensoviel aus wie über den Beschenkten. Gylfi würde ihr bestimmt einen Vortrag oder Gesang schenken, Hírngar etwas selbst Erstelltes. Mit Aeryns Talenten würde sie vermutlich nicht viel anfangen können. Zu wünschen wäre der Braut das. Dann fiel ihr ein Laden auf, der verschiedene Dinge anzubieten hatte. Dekoration, Runen (?), Segenswünsche in Bildern, Spiegel, Gläser und ... Bücher. Es waren nicht viele, aber dass Aeryn hier ein paar fand, verwunderte sie ein wenig. Es war darunter ein Werk eines sturmländischen Barden, versehen mit verschiedenen Gedichten, dazwischen Kurzgeschichten. Kleine Einbände mit Kinderreimen und -geschichten. Für ihren schmalen Geldbeutel konnte sie nicht viel auswählen. Ein schönes, noch gut erhaltenes Buch konnte sie aushandeln. Ihr war es dabei egal, dass vermutlich ihr fremdes, ansehnliches Aussehen ihr zum Vorteil gereichte.

Ein schönes kleines Geschenk war gefunden.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Outsider am 21.10.2025 | 18:25
Gemeinsam macht ihr euch auf zur Kirche von Serdajn, welche ehemals Großtempel von Serdajn genannt wurde. Der Grimme Clan jedoch benannte den Tempel um damit er auf einer Stufe mit den Kirchen des Tenet von Nid der Westmark stand. Die Kirche von Serdajn ist der größte Blutschrein der Wildlande und auf einem flachen Hügel erbaut. Die Hänge rund um das Gebäude sind zurückgeschnittenem Grün bewachsen, das Gebäude selbst ist aus dem Holz der Schwarzeiche erbaut. Vier riesige Blutsäulen erheben sich aus dem Fundament, eine an jeder Ecke der Kirche. Der sage nach wurden in grauer Vorzeit Eisriesen an diesen Säulen geopfert. So erheben sie sich, schwarz vom Holz und getränkt vom Blut der Opfer wie stumme Monolithen in den blauen Himmel.

Das ganze Areal wird von Hirdmännern der geladenen Gäste und Clans patrouilliert die nur diejenigen einlassen welche eine Einladung zur bedeutendsten Hochzeit der Wildlande haben. Reichtum und königliches Blut werden vermählt, auf das den Wildlanden eine große, glorreiche Zukunft bevorstehe.

Schaulustige drängen sich eng an eng in den anliegenden Gassen und auf der breiten Straße welche den Hügel der Kirche umgibt, fast schon ein Platz. Ein Murmeln und Raunen geht durch das Volk, Augen ruhen auf euch, ausländische Geste die mit den Ehren eines Jarls bedacht sind. Ab jetzt werdet ihr Gesprächsstoff sein, vielleicht sogar in Liedern auftauchen welche von diesem Tag zeugen werden.

Eine lange breite Treppe, erleuchtet von tausenden Kerzen führt hinunter, unter die vier Blutsäulen in den Schrein der Kirche. Im Allerheiligsten ist eine lange Tafel aufgebaut, Tische bilden ein ausladendes U. In der Mitte der Stirnseite sitzt das Hochzeitspaar mit den engsten Familienangehörigen.

Miri Grimme ist jung. Jünger als ihr erwartet hattet. Dunkles Haar zu Zöpfen gebunden, ihre Züge noch jugendlich, kaum eine Frau. Die Augen trotzig, ihr Kleid reich geschmückt.

(https://i.ibb.co/5XThBCcz/Miri-Grimme.png)

Neben ihr Huld Hagtorn, er wirkt fast eingeschüchtert, kann seiner Braut nicht in die Augen blicken und orientiert sich eher an seinem Vater. Huld ist groß, breite Schultern doch das Gesicht ist auch nicht das eines Mannes. Er scheint kaum Erfahrung mit derlei Anlässen zu haben und wirkt mindestens so fehl am Platze wir Miri Grimme.

(https://i.ibb.co/YFCKRpDB/Huld-Hagtorn.png)

Neben ihm sein Vater, grobschlächtig, in seinen fünfzigern, sein Bart fängt an zu ergrauen. Anders als sein Sohn blickt er die Reihen herunter. Vielleicht sucht er nach Konkurrenz, wittert Neid, wird doch sicherlich jeder der Gäste Oktar Grimme einen Vorschlag für eine Hochzeit unterbreitet haben als er seine Tochter zur Vermählung ausrufen lies. Schon allein die Chance auf das Mitgift des Grimme Clans wäre geeignet Kriege ausbrechen zu lassen. So jedoch erhielt der ärmste und am wenigsten mächtige Clan ob seines königlichen Blutes Oktars Zustimmung.

(https://i.ibb.co/5WRJS82J/Tomus-Hagtorn.png)

Auf Miris Seite sitzt ihr Vater mit seinen Konkubinen, sichtlich zufrieden mit dem Arrangement, der Tafel den Gästen und euch. Neben ihm Rendere, stoisch blickt er ins Leere als sinniere er in seinem Inneren über etwas. Bei allen die hier versammelt sind nimmt Oktar sich die Zeit euch zuzuprosten als er euch die Treppe herunterkommen sieht. Eine Ehre welche nicht jedem Gast zu teil wird wie ihr bemerkt.

Diener geleiten euch zu euren Plätzen.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Outsider am 21.10.2025 | 19:30
Kerzenschien erhellt die Runde, in der Mitte der u-förmigen Tafel sind Fässer mit Ale aufgestapelt, Tische mit Speisen warten darauf von der Vielzahl von Sklaven verteilt zu werden. Leuchtend glühen die kleinen Flammen hinter der Tafel und tauchen alles in ein sanftes dämmriges Licht. Nur die Stirnseite mit dem Brautpaar wird zusätzlich erleuchtet.

Ihr sitzt am rechten Flügel der Tafel, der letzte Tisch ist für euch gedeckt. Neben euch am Tisch der Männer des Saatigia Clans, die mächtigsten Männer der Wildlande. Fast könnte man meinen diese Berge haben das Blut von Riesen oder Trollen in ihren Adern. Fylkjarl Vilgar Saatigia ist an kriegerischer Macht und Einfluss das Gegenstück zu Oktar Grimmes Geld.

(https://i.ibb.co/9kLT0JkZ/Vilgar-Saatigia.png)

Er ist mit seinem Söhnen Grimhil und Elvijö sowie seinen Brüdern Valthir, Tryg, Torgor und Ulfgaar gekommen. An seiner Seite seine Frau Signe, ihre Ausstrahlung zeugt davon, dass sie sich der Stellung ihres Mannes bewusst ist. Näher als Vilgar Saatigia kann man dem Rank eines Königs der Wildlande nicht kommen. Sogar Ulfgaars Sohn, Hloe, Cousin von Grimhil und Elvijö wurde mit zu der Hochzeit genommen. Der Clan hat das Kommando über viertausend Hirdmänner und beherrscht das größte Gebiet der Wildlande. Grimhil, Elvijö und Hloe sind in ihren Zwanzigern und sitzen euch am Nächsten. Die drei sind um ein Gespräch nicht verlegen, halten sich aber noch zurück bis der offizielle Teil der Feierlichkeiten beendet ist. So bemerken sie nur eure fragenden Blicke und stellen euch die wichtigsten Männer an der Tafel vor.

„Dort sitzt der oberste Blutlord der Wildlande, Fylkjarl Saul Bhalgor.“

(https://i.ibb.co/spKZPCbm/Saul-Bhalgor.png)

„Er ist ohne Gefolge gekommen, so etwas unwichtiges wie eine Hochzeit bringt seine Krieger nicht dazu ihre Übungen zu unterbrechen. Zehn seiner Blutmänner begleiten ihn, nehmt euch vor denen in Acht…“ sagt Grimhil zu euch, mehr geraunt als gesprochen „…Saul ist der Brycker der Wildlande, Sturmis oberster Priester und seine ständige Präsenz. Sie werden überwachen das sich keiner gegen Sturmi versündigt und ihr Urteil wird folgen, keiner der Frevelt überlebt den dritten Tag nach seiner Missetat! Sie sind in der Menge und ihr erkennt sie daran, dass sie weder etwas trinken noch essen werden.“

„An dem Tisch daneben der kümmerliche Rest des Blauaxt Clans…“ fährt Elvijö fort, erhält aber sofort einen scharfen Hieb unter dem Tisch von Grimhil „…ich meine die Vertreter des Blauaxt Clans, auch wenn der Fylkjarl nicht erschienen ist, was einen großen Affront darstellt. Galve Blauaxt, neben ihm seine Söhne Brut und Axl sowie seine Frau Kari.“

Ihr könnt erkennen, dass Galve sich sichtlich unwohl fühlt und er die Sorge über das nicht erscheinen seines Fylkjarls kaum verbergen kann. 

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„Dort am Tisch eine ganz besonderer Schlag Männer!“ Hloe übernimmt die Vorstellung des Staark Clans rund um Fylkjarl Thorbjörn Staark.

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Der Fylkjarl ist mit allen zwölf seiner Brüder gekommen deren Namen alle mit Thor beginnen. Bei ihm seine deutlich jüngere und liebreizende Frau Annelie. Alle dreizehn Männer des Staark Clans sehen aus als wären sie wahre Agroths, ein Schwestervolk der grausamen Arks aus den Nordlanden. In der Tradition der Berserker tragen sie ihre Haare lang und ungeschnitten, im Gegensatz zu den anderen Gästen ist an ihrer Kleidung nichts fein oder edel, sie ist eher abgetragen und schmutzig. Mit ihren roten Haaren und funkelnden grünen Augen erntet Annelie den einen oder anderen lüsternen Blick aus der Runde der Gäste. Hätte sie nicht so einen grausamen und gewalttätigen Ehemann würde sie sich wohl in einer Traube jüngerer, vornehmlich männlicher Gäste bewegen, welche nicht von ihrer Seite weichen würden.   

Auf eurer Seite sitzen noch die Clans Uvail und Wulfr.

Fylkjarl Vret Uvail macht einen humorlosen und kalten Eindruck. Seine Augen sind dunkel, sein Gesicht wie in Stein gemeißelt. An seiner Seite seine zwei Brüder Hatr und Blotr und sein erst zehn Jahre alter Sohn Vrinje der trotz seines geringen Alters bereits die düstere Aura seines Vaters ausstrahlt.

(https://i.ibb.co/nNRdhwfV/Vret-Uvail.png)

Vielleicht als grausame Laune Oktars sitzt der Clan Wulfr, welche bis aufs Blut mit dem Uvails verfeindet sind direkt neben diesen. Getrennt nur durch die Hirdmänner des Grimme Clans. Es mag eine Erziehungsmethode sein oder ein absolut unglückliches Händchen was der sonst so umsichtige und Weltgewandte Oktar hier bewiesen hat.

Raak Wulfr ist mit seinen Brüdern Ask und Balth erschienen, beides hochgewachsene Männer. 

(https://i.ibb.co/tpq84P1C/Raak-Wulfre.png) (https://ibb.co/5hrB6xJc)

Alle drei haben ihre Frauen dabei, Niena, Silgra und Endra. Sie stammen ursprünglich von Agroths und den Wildgeborenen ab, sie waren die ersten welche die Religion Gerbanis annahmen und gelten als sehr religiös. Grimhil kann euch erzählen, dass die Wulfr Wolfzüchter sind. Der Wulfr Clan empfindet es als Beleidigung, dass Oktar die Uvails eingeladen hat, dauert der Krieg zwischen diesen beiden Clans doch schon mehr als Zwanzig Jahre. Angeblich geht es um eine Schuld von eintausend Goldstücken, welche die Uvails den Wulfr abgenommen hatten, kurz bevor der Kupferboom zu Ende ging und welche sie bis heute nicht zurückgezahlt haben.

Nach und nach finden die Gäste finden ihre Plätze und es kehrt Stille ein in dem Allerheiligsten der Kirche von Serdajn.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Outsider am 21.10.2025 | 20:05
Nachdem ihr noch ein wenig mit den Männern des Saatigia Clans über das Ale gefachsimpelt habt tritt der Brycker der Wildlande nach vorne. Bhalgor ist gekleidet in ein schmuckloses schwarzes Gewand welches bis zum Boden reicht. Kein Ornat oder Stickerei weist ihn als höchsten Priester Sturmis aus. Einzig eine rote Brosche, eine Faust welch einen Ring hält und seinen Mantel zusammenhält verrät um wen es sich handelt. Eure geschulten Augen können sehen das unter dem Saum seines Mantels eine Schwertscheide hervorschaut, anders als die anderen Gäste ist der Brycker bewaffnet.

Dann erhebt er seine tiefe Stimme welche in dem Gewölbe wiederhalt.

„Fylkjarls, Lords und heilige Männer. Heute haben wir uns zusammengefunden um gemeinsam zu speisen und zu trinken. Wir haben uns versammelt um Zeuge der Vermischung zweier Blutlinien zu werden. Wir sind als Bruderschaft hier um alte Feindschaften und Ungerechtigkeiten zu vergessen. Lasst uns die Vereinigung dieser zwei jungen Menschen als ein Zeichen für einen Neuanfang sehen!“

Schwer hängen die Worte des Brycker in der Luft, zielen sie doch auf die Uvails und Wulfr ab.   

„In der Vereinigung des Fylkjarls Sohn Huld Hagtorn Tomusson und der bezaubernden Dame Miri Grimme Oktarsdottir soll aus zweien eins werden und Stärke ihre Verbindung segnen. Diese zwei stehen nun am Scheideweg, lasst Sturmi sie den Pfad der Wahrheit und Aufrichtigkeit beschreiten. Lasst uns zusammenfinden um diese Verbindung zu feiern. Lasst ihre Liebe die Herausforderungen der Zeit überdauern. Huld Hagtorn tretet vor und bringt mir eure Gemahlin! Tretet vor damit eure Liebe rein werden kann im allsehenden Auge Sturmis!“

Ungeschickt, mit Schweißperlen auf der Stirn schiebt Huld seinen Stuhl zurück und ergreift Miris Hand um sie zum Brycker zu führen. Sein Gang ist unsicher, als wenn er schon ein wenig zu tief in seinen Humpen geblickt hätte. Miri ergreift nur ungern Hulds Hand und wirft ihrem Vater mit zusammengekniffenen Lippen bitterböse Blicke zu, welche dieser jedoch gekonnt übersieht.

Zusammen treten sie vor den Brycker und knien Nieder.

Wieder erhebt Sturmis Vertreter auf Erden seine Stimme: „Huld Hagtorn Tomusson, schwörst du vor den Augen Sturmis deine Ehefrau zu beschützen, sie zu lieben, in Zeiten des Lichts und in Zeiten der Dunkelheit? Schwörst du den Freuden von Konkubinen ab und wirst Miri Grimme Oktarsdottir treu sein?“

Huld schluckt schwer, sein Mund scheint trocken zu sein, gefüllt mit dem Sand aller Strände der Wildlande. Laut und viel zu schrill ruft er dann aus: „Bei Sturmi, ich geloben seinem Willen zu folgen!“

Der Blick des Bryckers fällt auf Miri.

„Miri Grimme Oktarsdottir, schwörst du vor den Augen Sturmis deinen Mann zu lieben, ihm zu dienen und im in der Stunde seines Todes zu folgen?“

Grimhil wendet sich leise an euch. „Es ist brauch, dass die Braut ihrem Mann nach Helgard folgt, so dass er die Ewigkeit im Totenreich nicht ohne sie verbringen muss!“

Die Stimme des Bryckers hängt schwer in der Luft so dass Miris Antwort kaum zu hören ist. Ihre Stimme ist dünn, kraftlos, im Gegensatz zu dem störrischen Funkeln in ihren Augen.

„Bei Sturmi, ich werde seinem Willen folgen!“

Bhalgors Stimme ist schneidend.

„Sprecht lauter Weib so das Sturmi euch hören kann!“

Eingeschüchtert wiederholt Miri ihre letzten Worte.

„Bei Sturmi…ich…werde seinem Willen folgen!“

Jetzt dreht der Bryckers ich zu den Gästen um.

„Hiermit erkläre ich Huld Hagtorn Tomusson und Miri Grimme Oktarsdottir als vereint, zwei verbunden in einem Schwur. Diese zwei sind von nun an für alle Zeiten eins und es steht ihnen frei nach der Feierlichkeit die Hochzeit zu begehen, als reine Seelen in den Augen Sturmis!“

Die Stimme des Bryckers schwillt an und er brüllt in die Menge.

„Erhebt eure Humpen zur Ehre des Brautpaares. Erhebt eure Humpen im Namen Sturmis! Erhebt eure Humpen zu Ehren der Wildlande!“

Wie ein Mann erhebt sich die Gesellschaft und ihr vielstimmiger Chor schallt durch das Allerheiligste.

„Lang lebe die Verbindung. Lang lebe Sturmi. Lang leben die Wildlande!“

Der Boden zittert unter den Stimmen der versammelten Wildländer.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Outsider am 21.10.2025 | 20:56
Alle trinken aus und die Sklaven fangen damit an Essen zu verteilen. Unglaubliche Mengen gegrilltes Wildschwein und Ale werden serviert. Bevor die Menge anfangen kann sich zu betrinken erhebt sich Schwertjarl Oktar Grimme um zu Ehren des Brautpaares seinen Hochzeitsreim vorzutragen. Wuchtig schlägt er einen Humpen auf den Tisch und es kehrt ein letztes mal Ruhe ein.

„Freunde, Brüder und Bären der Wildlande. Gäste aus dem Westen und Süden. Met in den Hallen der Krüge. Singt von großen Tagen.“

Dann macht er eine Geste in eure Richtung.

„Freunde des Hauses Grimme. Esst von gesegnetem Schwein, trinkt von geheiligtem Ale, geniest das Fest!“

"Silber des Sieges, vom wilden Eber erfüllt,
aus Stahl, der rastlos Beute will.

Westwärts am Thing. Ein Mädchenkind,
vom Glück gesegnet, kam geschwind.
Schilde zerbissen im Streitezug,
blutige Hemden, aus Eisen genug.

Splitter von Knochen, Gefäße verbrannt,
alles vom Feuer verschlungen, verbannt.

Schließ heut Nacht die Tür, die klirrt,
wenn Frost durch alte Ritzen irrt.
Vergiss, dass die Schatten der Zeit dich rufen,
in kalten, vergessenen, düsteren Stufen.

Ein Strom aus Blut, er dampft und fließt,
wo Rußschnee auf die Glut sich gießt.
Gierige Kiefer fraßen die Helden,
Klagelieder hallen in brennenden Felden.
So stürzen die Recken, so lodert das Licht —
im Aschenlied bleibt ihr Gesicht."

Die Menge verstummt, kein Laut ist mehr zu hören. Einige schauen sich beklommen um.

"Schilde drängen im Nebel von morgen,
Barmherzig singen wir Lieder der Sorgen.
Wenn Schlachten toben, das Chaos kracht,
der Stahl des Kriegers Blut entfacht.

Helden prahlen mit Mord und Tat,
die Klinge trinkt, was Leben hat.
Fleisch junger Männer, vom Eisen gebissen,
von glänzenden Schilden das Blut überflissen.

Tagelang wüten die Räuber mit Glut,
vom Streit verführt, vom Ruhm durchflut’.
Doch höret mich, ihr tapferen Seelen:
Heut Nacht soll Freundschaft den Becher wählen.
Der Krug ist Verbündeter, der Nachbar – Verwandt,
wo Friede für Stunden im Feuer erstand."

Zustimmendes Gemurmel ist zu vernehmen, manche nicken.

„Wir trinken auf die Ehre des Fylkjarls Njordung Blauaxt welcher heute nicht unter uns weilen kann!“

Vom Tisch des Blauaxt Clans erschallen zustimmende Rufe, in die ein paar andere mit einfallen.

„Draußen im Nebel wandert er…“ fährt Oktar mit einem verschmitzten Grinsen fort „…und versteckt sich vor der spitzen Zunge der Weiber!“

Erste Lacher erschallen und die Stimmung scheint sich aufzuhellen.

„Lasst uns seinen schwatzhaften Clan in Erinnerung behalten!“

„Huh…“ entfährt es Elvijö „…das war eine echte Beleidigung, er traut dem Blauaxt Clan nicht, jetzt musst du ihm einen Schlag unter dem Tisch geben!“ feixt der Wildländer in Richtung von Grimhil.

Oktar fährt unbeirrt fort mit seinem Reim.

"Speerträger, Schildmaid, er rief sie zur Stell’,
sammelte Streiter am Ulvarsfjell.
Zorn können sie wecken, wie Sturm in der Nacht,
flüstern wie Elfen mit uralter Macht."

„Er sollte es nicht übertreiben!“ raunt Grimhil, Ulvarsfjell ist ein Jagdanwesen des Blauaxt Clans.

Dann wendet sich Oktar an Huld.

"Frei wollt’ ich zu dir nun sprechen,
sie trat zum Hagtorn-Sipp’ als Zechen.
Dem Bräutigam ward ein Weib gebracht,
von dunklem Haar, in Glanz und Pracht.

Aus edlem Schoß und starkem Blut,
entspringen Söhne, kühnen Mut.
Vom Stamm der Hagtorn wächst ihr Ruhm,
wie Blüten blüh’n auf altem Baum.

Gegen ihr scharfes Wort, so oft ich mich wehr’,
kein Zügel, kein Schlag bändigt ihren Groll mehr.
Doch du, mit Herz in friedlichem Stand,
beliebt bei allen im ganzen Land —
so sei ihr Hüter, mein treuer Freund,
dass Glück euch leite, wie’s Schicksal meint.

Ihr Zorn ist Feuer, doch Treue ihr Lohn,
so wahrt sie im Sturm — wie Stahl, wie Thron."

Miri blickt verbittert auf den Boden, Huld lacht das Lachen eines Mannes der in der Tat schon betrunken ist und die Tragweite dieser Worte erst noch verstehen muss.

"Heiß brennt der Durst in der Kehle Glut,
laut schreit das Herz, voll wilder Wut.
Wie Blasebalg, der Funken speit,
ruft es nach Sturm und Trinkbereit."

Unruhe kommt in die Menge, greifen sie nach ihren Humpen und Hörnern in der Erwartung das Speis und Trank freigegeben werden.

"Hunger heult wie Schwein im Brand,
leg ab den Panzer, greif mit der Hand!
Füll deinen Schlund mit tropfendem Fleisch,
so stillt sich das Biest, so wird’s heiß."

Ein weiteres mal erschallt zustimmendes Gemurmel. Ein letztes mal setzt Oktar an.

"Im Metrausch dampft noch unsre Furcht,
beim Fest der Nacht, wo Einsamkeit ruht.
Denn Schwur ist getan, und Rabe sich nährt,
vom Feind von morgen, den heut ich entbehrt."

Dann leert er seinen Humpen in einem Zug und das Essen ist freigegeben. Jeder greift zu und Musik (https://www.youtube.com/watch?v=DwrUB9Ag64A&list=RDDwrUB9Ag64A&start_radio=1) erklingt um das Festmahl zu begleiten. Der zeremonielle Teil der Hochzeit ist vorbei und das Gelage hat begonnen.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Hinxe am 27.10.2025 | 00:18
Gylfi
Auf der Hochzeit in Storhavn


Gylfi konnte einfach nicht aus seiner Haut. Kaum dass er mit seinen Gefährten den Schrein betrat, dachte er die ganze Zeit an seinen kommenden Auftritt. Er überlegte sich genau, wie laut er sprechen musste, um bei den Klangverhältnissen von allen wichtigen Zuhörern gut verstanden zu werden. Er schätzte mit Bedacht ein, wo das Licht der Kerzen ausreichend hell sein würde, um sein Minenspiel auch aus einiger Entfernung noch gut beobachten zu können.

Interessiert folgte der Alte der Hochzeit. Dieser Brycker fühlt sich in seiner Macht vollkommen wohl. Sehr gefährlich. Das Hochzeitspaar machte keinen sonderlichen Eindruck auf ihn, auch wenn er die Braut sehr ansehnlich fand und sich gleich darauf einen alten Bock schalt.

Als es schließlich zu Oktar Grimmes Auftritt kam, musste sich Gylfi an mehreren Stellen ein Grinsen verkneifen. Gar zu holprig kamen ihm die Verse des Mannes vor, dessen Gast er in den letzten Tag war. Doch er achtet darauf, seine Gedanken nicht nach Außen dringen zu lassen. Vergiß nicht, dass er hier das Sagen hat! Sei nicht schon wieder arrogant und ruiniere alles!

Als das Gelage seinen Anfang nahm, ließ der skwilde den Schwertjarl wissen, dass er bereit war, und bat darum, nach ungefähr einer halben Stunde das Wort erteilt zu bekommen. Dann sind der erste Hunger und Durst gestillt, aber die meisten Gäste noch bei halbwegs klarem Verstand. Mit einem vielsagenden Blick zu seinen Gefährten machte er sich auf.

Dann war der passende Augenblick gekommen. Gylfi wandte sich direkt an das Hochzeitspaar. Er hatte eine alte Saga aus den Mittlanden über ein neuvermähltes Paar etwas angepasst. Er ließ die schlüpfrigen Passagen weg, die Anzüglichkeiten gegenüber der Braut. Das Mädchen hat es schwer genug! Statt dessen betonte er, wie sehr die Eheleute doch die Schmiede ihres eigenen Glückes sind. Wie sie ihr Leben nach der von den Eltern arrangierten Hochzeit selbst lenken und wie sie ihr Schicksal selbst bestimmen können. Der alte Mann übertrieb es dabei jedoch nicht, schließlich wusste er, dass das Paar zunächst noch den Anforderungen der jeweiligen Familien gehrochen musste. Vor allem die Braut wird lange brauchen, sich damit abzufinden. Aber sie hatten - hoffentlich - Zeit, um es zu ändern. Auch wandelte er das Ende der Saga ab, das mit schrecklichem Tod und Verzweiflung zu bestechen wusste. In seiner Interpretation meisterte das Ehepaar alle Schwierigkeiten und fand Zufriedenheit.

Letztlich war dies sein Geschenk an das Brautpaar. Hier endetet nicht ihr Leben. Hier begann etwas Neues, vor dem sie keine Angst zu haben brauchten. Er hoffte, dass sie sich in den schweren Momenten darin erinnern würden. Und kurz vor dem Ende seines Auftritts hoffte er, weder den Schwertjarl noch den Blutlord verärgert zu haben. Nach den letzten Worten verbeugte er sich vor dem Brautpaar und deren Eltern. Angespannt wartete er die Reaktion ab.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: klatschi am 1.11.2025 | 20:22
Hírngar
Auf der Hochzeit in Storhavn


Der Holzfäller war froh um die gut gemeinten Kommentare von Grimhil und Elvijö, auch wenn sie manchmal zu schnell daherkamen. Staark Clan, Uvail und Wulfr im Krieg, wie hieß der Vater der beiden nochmal? Valthir? Nein, das war der Bruder - Vilgar. Bei den Göttern der Erde, diese Sturmländer klangen alle gleich und Hírngar konnte den Erläuterungen kaum folgen. Er erinnerte sich daran, wie sich ein Ritter aus den Legenden benehmen würde. Er würde lächeln, die Scherze grinsend bejahen, aber nicht zu laut lachen, das würde falsch wirken.
Er folgte den Erläuterungen, trank das Ale, wenn die Krüger erhoben wurden, aber nur in kleinen Schlucken. Er wollte sich nicht betrinken, hasste das Gefühl. Er lächelt dennoch, als die Saatiago Brüder anfingen, das Ale zu loben und zu vergleichen, beteiligte sich etwas am Gespräch, kommentiert nur oberflächlich, um nicht zu zeigen, dass er sich nur wenig in Sachen Bier auskennt.

Der Hochzeitszeremonie selbst konnte er kaum folgen, er beobachtete das Brautpaar. Wie verloren der junge Mann aussieht! Verloren und überfordert. Und sie... zornig. Trotzig. Sie hatte sich sicherlich ein anderes Leben vorgestellt. Er verlor sich ein wenig in den Gedanken, wie es für die Lords und Ladies sein musste, die zwar alles hatten, was sie brauchten, Essen, Trinken, ein Dach über den Kopf - aber dennoch nur wenig freier waren, als die Unfreien, wenn es um solche lebensdefinierenden Entscheidungen ging. Der junge Huld freute sich sicher, aber Miri? Dazu noch der Gedanke, von diesem Brycker getraut zu werden. Ein Schauder lief Hírngars Rücken hinab.

Als schließlich der Schwertjarl zu seiner Rede anhielt, versuchte er ihr so gut zu folgen, wie es ging - viele der Andeutungen verstand er nicht, manche Anmerkungen von Grimhil und Elvijö auch erst, als er zweimal darüber nachdachte und das Gedicht schon wieder fortgeschritten war - nun, es war ja nicht so, als müsse er viel verstehen. Er war nicht das Ziel der Rede gewesen, und als sein Blick über den Raum schweifte, blieb er an Miri hängen, die Braut, die den Boden anstarrte. Nicht zu lange starren, Mann. Es wird dir nur schlecht bekommen, wenn es auffällt.

Schließlich war Gylfi an der Reihe und dieser Vortrag war anders, erneut schaffte es der Alte, Hírngar in seinen Bann zu ziehen, die Worte selbst waren gar nicht so bedeutend gewesen, es war die Stimmung, die der Sänger erzeugte, das Gefühl, dass es einen neuen Anfang gäbe, eine Hoffnung auf etwas großes, noch Unbekanntes, das noch zu entdecken war. Hírngar ärgerte sich, dass er das Schmuckstück nicht fertig geschnitzt hatte, die Muster, die er hineinarbeiten wollte, sie hätten diese Worte begleiten können. Als der skwilde endete, wollet er schon klatschen und aufspringen, riss sich jedoch zusammen, um die Reaktion des Schwertjarls und des Brautpaars abzuwarten. Vielleicht haben die beiden doch etwas aus mir gemacht, schmunzelte der Holzfäller für sich.


Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Outsider am 2.11.2025 | 12:21
Als Oktar, Gylfi ankündigt erschallt ein widerwilliges Grunzen und Raunen. War die Menge doch gerade erst still geworden um Oktars Hochzeitreim zu hören und erwartete das der offizielle Teil damit abgeschlossen war.  Doch als Ruhe ein kehrte und der Skwilde anfing die Saga vorzutragen, die sich so vollkommen von dem unterschied was die Wildländer gewohnt waren hingen sie gebannt an den Lippen des alten Mannes.

Gylfi konnte sehen, dass besonders Miri aufmerksam zuhörte und jedes Wort in sich aufzusaugen schien. Ihr Blick war klar und aufrichtig, sie fieberte mit dem Hochzeitspaar mit ein wenig verschwand der Trotz aus ihren Augen. Huld hingegen konnte dem Skwilden nicht in die Augen sehen und versteckte sich hinter einem Teller auf dem sich Wildschweinbraten türmte. Er blickte nach rechts und links, musste aber sehen das weder seine Braut noch sein Vater ihn aus dieser misslichen Lage befreien würden, folgten sie doch den Worten. So leerte er ein Horn Ale nach dem anderen und wischte sich das Fett vom Kinn.

Als Gylfi geendet hatte sprang Miri als erstes auf und klatschte in ihre schmalen Hände, sehr zur Zufriedenheit ihres Vaters. Huld versuchte es ihr gleichzutun, kam aber nur schwerlich von seinem Sitz hoch. Die Menge stimmte ein und ein brausender Applaus brandete durch das Allerheiligste der Kirche. Selbst der Brycker ließ sich zu einem stoischen, langsamen Klatschen hinreißen, hatte die Darbietung doch nicht gegen die Regeln von Sturmi verstoßen.

Dann ging das Gemurmel wieder los und die Rufe nach mehr Ale und Fleisch wurden von den Sklaven zum Anlass genommen nachzulegen und nachzuschenken.

Oktar nickte dem Skwilden zu und deutete eine Verbeugung an, ein Lob für die Leistungen die nicht verborgen blieb.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: pharyon am 2.11.2025 | 15:34
Aeryn
Auf der Hochzeit in Storhavn


Aeryn lauschte den Worten ihrer Nachbarn und versuchte sich die Namen und Gesichter in Erinnerung zu behalten. Viele klangen ähnlich, das machte es ihr schwer. wie Hírngar versuchte sie, die Schlucke Ale maßvoll zu nehmen. Ein Hüter muss ständig wachsam sein. Ein schwieriger Umstand, wenn man auch beobachtet wird. Dann gilt es nachvollziehbar dem Gebräu auszuweichen. Aeryn war von dem Vortrag des Oktars beeindruckt. Weniger aufgrund der Kunstfertigkeit an sich, mehr wegen der verhohlenen und unverhohlenen Andeutungen, die wiederum subtil genug enthalten waren. Sie war sich sicher, dass sie höchstens die Hälfte derer zuordnen konnte und noch so einige weitere enthalten waren. Ganz anders Gylfis Darbietung. Dies war kunstfertig, aufbauen, inspirierend. Manchmal hatte sie das Gefühl, dass Gylfi sich manche Worte, manche Sätze ersparte, die in seinem Geist aufblitzten. Nichtsdestotrotz konnte sie die aufbauende Wirkung auf sich auch nicht verhehlen. Es war ein guter Start. Und nachdem auch Gylfi sein verdientes Lob erhalten hatte, würde sie bald etwas tun müssen. Sonst wäre bad mehr Ale in ihrem Magen, als ihr - und womöglich ihren Gefährten - gut bekäme. Sie hatte sich auch den Auftakt zurecht gelegt. Das frisch vermählte Paar wirkte doch einigermaßen verloren, er mehr als sie. Daher würden es beide ihr wohl danken, wenn sie nicht zum Auftakt direkt einen ... schwierigen ... Gast versorgen müüsten.

Doch zunächst wollte sie ein wenig Huld und Miri beobachten, insbesondere ihre Körperhaltung und Blickwechsel. Es würde nicht schaden, die beiden noch ein wenig zu studieren. Das Gleiche galt Hulds Vater. Diesen Mann sollte man auch nicht gegen sich aufbringen, gerade in der Lage von Gylfi, Hírngar und Aeryn.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Hinxe am 2.11.2025 | 19:41
Gylfi
Auf der Hochzeit in Storhavn

 
Es freute Gylfi sehr, dass die junge Braut nach seinem Vortrag so enthusiastisch reagierte. Ich habe mein Ziel erfüllt. Er verbeugte sich zunächst explizit vor ihr und erst danach vor dem Rest des Publikums. Mit Genugtuung nahm er wahr, dass Saul Bhalgor ebenfalls klatschte, wenn auch nur sehr zurückhaltend.

Dann erst suchte der skwilde den Blick des Schwertjarls. Er konte ein Lächeln nicht verkneifen, als Oktar Grimme seine Kunst lobte. Beschwingt ging er zurück zu seinen Gefährten. "Ich hoffe, es hat Euch gefallen. Das Publikum jedenfalls ist begeistert!", sagte er mit einem Augenzwinkern zu Aeryn und Hírngar. "Jetzt ist mir nach Ale und saftigem Fleisch. Hej Du, bring mir etwas!", richtete er an den nächsten Sklaven.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: klatschi am 3.11.2025 | 22:01
Hírngar
Auf der Hochzeit in Storhavn


Als das Publikum zu applaudieren begann, stimmte schließlich auch Hírngar mit ein, breit lächelnd. Gylfis Rede hatte ihm gefallen, und vielleicht war es auch diese gute Stimmung im Saal, die ihn kurz vergessen lies, seine Rolle zu spielen und sich an den Rittergestalten in den Sagen zu orientieren.
Als Hírngars Blick auf den jungen Bräutigam fiel, musste er kurz schallend loslachen. Schnell blickte er weiter, zurück zu den alten Sänger, aber das Lachen hielt noch an. So verloren, wie ich. Ein Prinz, heiratet in eine so hohe Familie ein. Und doch wirkt er so verloren wie der ärmste Holzfäller. Das Lachen wandelte sich zu einem Grinsen, als Hírngar sich schließlich auf seinen Stuhl fallen lies und das Lächeln Gylfis erwiderte.

"Der Meister skwilde hat eine schöne Saga gesungen, was meint ihr?" wandte er sich an Aeryn. "Ich bin mir sicher, dass dieses Geschenk einem so hohen Haus entsprechen sollte."

Er blickte auf sein Ale, nahm noch einen tiefen Schluck. Habe ich bereits zwei Humpen? Oder drei? Verwirrt blickte er auf das Bier vor sich, ehe bereits ein neuer Krug von einem Sklaven abgestellt wurde. Vielleicht sollte ich mich wieder darauf konzentrieren.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Outsider am 4.11.2025 | 15:45
Aeryns Auge entgeht nicht das beide sich Mühe geben den anderen nicht zu offensichtlich zu ignorieren. Miri mit einem sturen, feuersprühenden Blick der starr auf ihren Teller gerichtet ist. In ihrem Inneren sucht die junge Frau wahrscheinlich schon nach Wegen die Hochzeit annullieren zu lassen, auch wenn es nur der Trotz der ersten Stunden ist. Hoffnung braucht jeder. Die Blicke die sie Oktar zuwirft könnten tödlicher nicht sein, doch kratzen sie kaum am Panzer des Schwertjarls, der zufrieden damit zu sein scheint das Huld Miris Gemahl wird. Wie sagte er doch in seinem Reim

Doch du, mit Herz in friedlichem Stand,
beliebt bei allen im ganzen Land —
so sei ihr Hüter, mein treuer Freund,
dass Glück euch leite, wie’s Schicksal meint.

Und wenn sich Aeryn in der Halle umsieht muss sie sich eingestehen, dass Oktar vielleicht gar nicht so falsch lag. Hätte er seine Tochter mit den Wulfr oder Staarks verheiraten sollen? Mit einem der Blauaxt-Männer oder dem Kind von Vret Uvail, dem düster dreinblickenden Vrinje dessen Augen für sein Alter eine Spur zu Finster sind und nicht recht in das kindliche Gesicht passen wollen? Huld dagegen scheint formbar, unsicher, er wird Miris Intellekt wohl nichts entgegenzusetzen haben. Für ihn kommt die Hochzeit viel zu früh, das Kind in Gestalt eines Mannes, unsicher, aus verarmter Familie. Kaum Weltgewandt aber bei weitem nicht so kriegerisch wie die anderen Jarls oder ihre Sippen. Der Saatigia Clan wäre vielleicht eine Wahl, warum nicht den reichsten Clan mit dem größten und stärksten verbinden, oder würde das ein zu großes Machtgefälle erzeugen. Vielleicht war Oktar am Ende doch das königliche Blut der Hagtorns am wichtigsten und sein Reichtum würde dem Clan zu seinem alten Stand verhelfen, war er doch einst das Oberhaupt aller Wildländer.

Tomus Hagtorn ist das Gegenteil von seinem Sohn. Sein Blick ist scharf und wandert immer wieder über die anwesende Gesellschaft. Hin und wieder raunt er seinem Sohn etwas zu, die Mitgift für Miri muss fürstlich sein. Vielleicht sieht er seinen Clan schon wieder zur alten Größe aufsteigen und wittert Konkurrenz und Neid. Auf der Hochzeit sollte er sicher sein, aber danach, es wird ein langer Weg nach Norden.

Wenn Aeryn es einteilen müsste würde Miri für den Trotz der Jugend stehen, auflehnend gegen ihr Schicksaal, Huld wäre die Naivität, das unreife das unvorbereitete genauso unzufrieden mit der Hochzeit, wenn auch aus anderen Gründen. Tomus hingegen wäre wohl berechnend, abgeklärt und derjenige welcher aus dieser Vermählung am meisten profitiert. Oktar, er hat seiner Tochter vielleicht die beste Wahl unter den Clans beschert. Einen Gemahl der so schnell in keinen Krieg ziehen wird und so seine Angetraute unfreiwillig mit in den Tod reißen könnte, dazu ein Junge den Miri formen kann, wenn der Vater nicht wäre, welcher sicherlich ein Auge auf das Paar haben wird.

Zu Gylfis Zufriedenheit wird eine riesen Schlachtplatte mit Wildschwein, gebratenen Töften, Zwiebeln und bunten Möhren auf eurem Tisch abgestellt und ihr könnte euch nach belieben sattessen.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: pharyon am 9.11.2025 | 10:33
Aeryn
Auf der Hochzeit in Storhavn


"Ja, die Saga von Meister Gylfi ist wirklich sehr schön und inspirierend gewesen." Aeryn lächelte Hírngar zu. "Aber auch der Vortrag des Oktars wahr vielfältig aufschlussreich." Ihr Blick glitt über die Runde, blieb dann am Brycker der Wildlande hängen. Sie versuchte seinem Gesichtsausdruck zu entnehmen, wie sehr ihm das Fest bis hierhin ge- oder missfiel. Dann betrachtete sie noch ein wenig den Vater des Bräutigams, Tomus Hagtorn. Wir haben zwar den Vorzug, dass man uns als Fremden kleinere Fehltritte aus Unwissenheit nachsieht. Nichtsdestotrotz dürfen wir uns hier - auf dem Spielfeld der Mächtigen - keinen Eklat leisten.

"Meister Gylfi, euer Vortrag war wirklich sehr schön." Aeryn lächelte ihn an, während sie sich innerlich zur Konzentration ermahnte. Sie erhob sich langsam, weniger um elegant und beherrscht zu wirken, mehr um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie weit ihr das Ale schon an Reaktionsvermögen und Kontrolle abgenommen hatte. Sie hatte sich zwar mehr zurückgenommen als Hírngar, der gerade seinen dritten Becher gelehrt hatte, war aber auch diese Art Alkohol nicht gewohnt. "Verzeiht mir, ich würde gerne früh ein Geschenk von uns übergeben, das eure Darbietung auf seine Weise unterstreicht und ... ergänzt." Nachdem sie sich sicher war, dass sie ihren Körper, ihre Sinne und ihren Verstand auf die vor ihr liegende Aufgabe richtend unter Kontrolle hatte, machte sich Aeryn auf den Weg zum jungen Brautpaar.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: klatschi am 9.11.2025 | 11:18
Hírngar
Auf der Hochzeit in Storhavn


Hírngar lächelte Frau Aeryn zu, als sie sich erhob und beugte zu zu Grimhil und Elvijö hinüber, die ihnen während des Vortrags Otkar Grimmes und bereits zuvor geholfen haben, die Anwesenden und das Gesagte besser einzuschätzen.

"Ich traue mich fast gar nicht zu fragen, da es mich eigentlich wenig angeht..." Aber warum machst du es dann? Der Alkohol scheint Hírngars Zunge gelockert und Neugierde angefacht zu haben. "Gab es schon zuvor böses Blut zwischen den Famiien des Grimme Clans und des Blauaxt Clans? Es scheint mir doch seltsam, dass der Fylkjarl nicht erschienen ist und das Gedicht des Schwertjarls klang an dieser Stelle sehr bedrohlich."
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Outsider am 9.11.2025 | 14:33
Aeryn konnte den Brycker schwer lesen. Seine Miene war stoisch, wie seine Gefolgsleute auch entsagte er jeglichem Essen und Trinken auf der Feier. Der Brycker war der Fels in der Brandung, Sturmis Wille und allsehendes Auge, außer den Hirdmännern des Grimme Clans schien er als einziger Bewaffnet zu sein. Er ließ seinen Blick über die Feiernden schweifen und vielleicht konnte Aeryn so etwas wie Verachtung in seinem Blick sehen. Wahrscheinlich verachtete er die Schwächen, die Völlerei und das Trinken, nicht die Menschen selbst auch wenn seine Position ihm große Macht gab war es nicht Überheblichkeit oder Eitel. Der Brycker schien Schwäche für eine Todsünde zu halten.   

Grimhil lacht zwischen zwei Bissen laut auf. Es ist ein freundschaftliches Lachen, das Hirngar nicht in Verlegenheit bringen soll. Dann beugt er sich zu dem Waldläufer hinüber, sein Atem riecht nach Ale: „Eine gute Frage, seht der Grimme Clan, Hagtorns, Saatigia und die Staarks haben schon immer gemeinsame Sache gemacht, die Blauäxte dagegen hielten sich immer für etwas Besseres. Jetzt seht wo sie sind, nicht da und ihr Tor zum Kupfer hätte Storhavn überflügeln können…“ der Wildländer macht eine gewichtige Pause „…doch sie beuten es nur für sich aus. Ich denke Oktar sieht es als Beleidigung das ihr Fylkjarl nicht erschienen ist, eine Provokation der es angemessen zu begegnen gilt!“

An diesem Punkt fällt Elvijö, Grimhil ins Wort.

„Ich habe gehört, bei Sturmis Ring, das Njordung Blauaxt letztes Jahr in Wretguard war, du weißt schon dem Sitz der Hagtorns und jetzt…“ Elvijö macht eine Geste als würde er eine handvoll Sand in die Menge werfen „…puff hat ihn der Nebel verschlungen. Schreckliche Kreaturen leben hinter der alten Brücke welche westlich von Wretguard liegt und ich sage euch, so wahr ich hier sitze, das war der Weg den der alte Njordung Blauaxt nahm als er verschwand!“

Grimhil brüllt vor Lachen auf und verteilt den Bissen Wildschwein auf dem er gerade gekaut hat über den ganzen Tisch.

„Elvijö, du kannst nicht mal sagen wo ich heute Morgen war, wie willst du wissen wo der Fylkjarl der Blauäxte letztes Jahr war!?“

„Nicht ich habe ihn gesehen…“ entrüstet sich Elvijö „…aber die Leute reden darüber, im Westen von Wretguard, ich sags dir, so wahr ich hier sitze und Grimmes Ale und Schwein in mich reinstopfe und ich weiß was ich gehört habe. Würdest du nicht die ganze Zeit den Weibern hinterherblicken und mal deine nutzlosen Ohren aufsperren wüsstest du das auch!“

Sichtlich zufrieden mit sich setzt Elvijö ein Horn Ale an um es zu leeren.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Hinxe am 11.11.2025 | 20:20
Gylfi
Auf der Hochzeit in Storhavn


Gylfi ließ sich das Festmahl mit großer Zufriedenheit schmecken. Er langte besonders beim Fleisch zu und nahm auch noch den letzten Rest Bratentunke in seiner Schale mit reichlich Brot auf. Dazu das ein oder andere Ale. So lässt es sich leben...

Auf Aeryns Lob hin antwortet der alte skwilde schon ziemlich selbstgefällig: "Ich will Dir ja nicht wiedersprechen, aber schön trifft es nicht mal ansatzweise. Hast Du nicht den Beifall gehört?" Er beugte sich zu seiner Gefährtin hinüber und flüsterte verschwörerisch. "Wir müssen uns schon ganz schön blöd anstellen, wenn wir dadurch nicht zumindest für einige Zeit keine Sorgen mehr zu haben brauchen, wo wir ein Dach über dem Kopf oder die nächste Mahlzeit herbekommen." Danach bekräftigt er sie in wieder etwas lauterem Tonfall, dem Brautpaar ihr Geschenk zu überreichen

Gylfi blickte ihr nur kurz hinterher, dann schweifte sein Blick ab und blieb dann bei Blutlord Saul Bhalgor hängen. Faszinierender Kerl. Weiß, wie man die Leute beeindruckt, ohne sich allzu sehr anzustrengen. Nach einem weiterem tiefen Blick in seinen Humpen erhob er sich. An Hírngar gerichtet sagte der Alte "Ich werde mich mal mit dem Blutlord unterhalten.", wartete die Reaktion seines Begleiters nicht ab und ging hinüber.

Er setzte dabei eine ernste Miene auf und näherte sich vorsichtig, um keine Reaktion der bewaffneten Begleiter des Mannes zu provozieren, der seine Aufmerksamkeit besonders erregt hatte. Kurz hielt er inne, als ob er die richtigen Worte suchte, begann dann aber mit fester Stimme ein Gespräch mit Fylkjarl Saul. "Meine Ehrerbietung, Fylkjarl Saul! Ich kam nicht umhin, die Kunstfertigkeit zu bemerken, mit der Ihr es durch Eure Worte zum Wohle des Brautpaars und zur Ehre der Wildlande verstanden habt, alles diese mächtigen Männer und ihre Gefolgsleute durch diesen besonderen Moment zumindest für den Augenblick zu einen." Mit seinen Armen macht Gylfi eine Geste, die die gesamte Hochzeitsgesellschaft umfasst. "Wenn Ihr es mir aber gestattet, so habe ich eine Frage, die schon in mir reift, seit ich mit der Axt des Azlahns, des heldenhaft verstorbenen Ziehsohnes des Brautvaters, hier in Storhavn ankam und in der Folge die Gastfreundschaft des Grimme-Clans genoß." Gespannt wartet Gylfi ab, ob der Blutlord ihm durch Wort oder Geste zu verstehen gibt, seine Frage zu stellen.

Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Outsider am 12.11.2025 | 15:13
Während Aeryn sich durch die feiernden auf dem Weg zum Brautpaar machte und sie sich sicher sein konnte das mehr als ein Augenpaar ihr folgte, war sie doch eine Exotin unter den Wildländern, gelangte Gylfi viel unbemerkter zum Brycker der Wildlande. Dem Blutlord, dem obersten Stellvertreter Sturmis.

Er sah Gylfi an, lange bevor dieser seinen Tisch erreichte, seine Mine drückte gespannte Vorfreude aus. Was wohl einer dieser Ausländer von ihm wollte?

„Ich habe mir schon gedacht, dass ihr für Oktar Grimme einen besonderen Wert habt, denn blickt euch um, ihr seid die einzigen Ausländer auf dieser Hochzeit und verzieht mir diese Anmerkung, ihr fallt auf. Ihr könnt mir jede Frage stellen die euch einfällt, aber lasst mich zuerst ein Lob auf euch ausbringen, eure Sage der Liebenden kam für das Brautpaar zur rechten Zeit auch wenn ich fürchte…“ das sonst so stoische Gesicht des Bryckers nimmt einen säuerlichen Ausdruck an „…bei Sturmi, nur Miri konnte euren Worten folgen. Dieser Junge…“ der Blutlord seufzt „…muss es noch lernen. Aber genug davon, Fragt!“

Der letzte Satz kam in unerwarteten Befehlston, ähnlich dem mit dem der Brycker Miri maßregelte ihr Ehegelübde zu wiederholen damit Sturmi sie auch hören könne. Die Gewohnheiten eines Mannes der unanfechtbar an der Spitze einer Religion einer ganzen Region steht.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Hinxe am 13.11.2025 | 22:38
Gylfi
Auf der Hochzeit in Storhavn


Gylfi musterte den Brycker während dessen Antwort genau, sein Blick wanderte zur roten Brosche. Er war von den Worten des Mannes Sturmis angetan, es schmeichelte ihm, dass ein so bedeutender Mann mit ihm auf Augenhöhe sprach. Deswegen war er zunächst vom rüden Befehl, seine Frage zu stellen, überrascht. Seine Augen verengten sich, sein Mund zog sich vor Mißmut zusammen. Glaubt er einen Frischling wie Hírngar vor sich zu haben?

Dann übernahm der Instinkt des skwilden die Oberhand, ein Lächeln erscheien auf seinen Lippen, das scheinbar auch seine Augen erreichte. "Wie Ihr wünscht, ich will Eure kostbare Zeit nicht verschwenden." Er zögerte kurz, eine Kunstpause, die die Aufmerksamkeit des kleinstmöglichen Publikums fokussieren sollte. Nach einem Räuspern fuhr fort. "In Euren Worten an das Brautpaar spracht Ihr davon, dass alte Zwistigkeiten und alter Hader vergessen sein sollen, dass diese Zusammenkunft ein Neuanfang für die Wildlande sein möge. Ich hatte das Gefühl, dass Ihr diese Formulierungen nutztet, weil sie weit über diese Hochzeit hinaus gelten sollen. Die Menge stand für einen Moment hinter Euch, Ihr versteht Euer Handwerk fürwahr."

Jetzt blickt der Alte dem Fylkjarl direkt in die Augen. "Glaubt Ihr, dass diese Hochzeit den Wildlanden Einigung bringen kann? Die Reime unseres Gastgebers lassen mich daran zweifeln, aber ich weiß wenig von den Verhältnissen hier..."
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Outsider am 15.11.2025 | 10:10
Aufmerksam hört der Brycker den Worten des alten Skwilden zu. Einmal muss er grob einen feiernden zur Seite schieben welcher daraufhin fast auf seinem Hosenboden landet. Die Bewegungen des Brycker sind kraftvoll und flüssig. Ein wenig erinnern sie Gylfi an Aino. Der Brycker und wahrscheinlich auch seine Blutmänner sind geübte Kämpfer die mehr Zeit mit dem Training als mit der Völlerei verbringen.

„Der letzte der die Wildländer einte war ein Hagtorn, kein Grimme, kein Blauaxt, kein Staark, kein Uvail, kein Wulfr und kein Saatigia. Die letzteren haben es danach nicht geschafft die Monarchie der Wildlande…“ ein Wort das aus dem Mund des Bryckers unglaublich falsch klingt „…zu erhalten. Weil die anderen sich nicht auf Nachfolger einigen konnten und der Hagtorn Clan nach der Rettung der Wildlande und ihrem notwendigen, aber teuren Bündnis mit den Frostriesen am Ende war, bildeten sie das Fylk-Thing. Geteilte Macht aber auch Kompromisse. Vielleicht schafft das Geld des Grimme Clans es, dass die Kinder aus der Verbindung von Geld und adeligem Blut die Clans wieder vereinen.“

Hier macht der Brycker, wie Gylfi auch, eine kurze Pause bevor er fortfährt.

„Der Blauaxt Clan hat keinen Fylkjarl entsandt. Jemand unbesonneneres als Oktar Grimme hätte das als Vorwand nehmen können den Clan zu entmachten und seine Ländereien aufzuteilen. Ich denke bevor der Abend zuende ist wird jemand von den anderen das noch zur Sprache bringen. Galve tut gut daran sich zurückzuhalten. Sein Clan wurde beleidigt, aber er behält seinen Besitz und seine Gebiete. Ein fairer Tausch in den Augen Sturmis.“
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: pharyon am 15.11.2025 | 18:02
Aeryn
Auf der Hochzeit in Storhavn


Aeryn schaute Gylfi noch etwas nachdenklich an, als sie sich erhob. Natürlich ist mir der Beifall nicht entgangen. Ist dieser ihm zu Kopf gestiegen? Ich sollte beizeiten darauf achten, wie wichtig ihm solcher Zuspruch ist. Wie war das noch: Kenne die Stärken und Schwächen deiner Feinde - und deiner Freunde? Es gelang ihr jedoch schnell, diese kleine Irritation abzuschütteln, gönnte sie ihrem Weggefährten doch den Erfolg und Jubel.

Auf dem Weg zum jungen Brautpaar versuchte sie, nicht mehr ins Augenmerk der anderen Feierenden zu geraten, als sie - als Exoten - sowieso bereits hatten. Dabei wich sie dem ein oder anderen ungeschickten Gast oder Bediensteten aus, die eifrig dabei waren, frisches Getränk oder Essen dorthin zu bringen, wo ein Fass oder eine Platte gerde geleert wurde. In einem Fall half sie einem Unglücklichen, nicht auf seinem Allerwertesten zu landen. Dieser hatte wohl einen kräftigen Stoß abbekommen. Aeryn schaute in die Richtung der möglichen Ursache. Dabei fiel ihr auf, dass sich auch Glyfi in ein Gespräch - mit dem Brycker - begeben hatte. Auch Hírngar schien ein wenig Konversation mit den Tischnachbarn zu betreiben Gut so. Entspann dich. Auch wenn dir vermutlich der Alkohol da etwas geholfen hat. Aeryn lächelte. Dann war sie nicht weit entfernt von den Brautleuten. So einige Augenpaare waren jetzt auf sie gerichtet.

Als sie schließlich vor Huld Hagtorn und Miri Grimme stand, atmete sie kurz durch. Dann verbeugte sie sich tief - so tief, wie es hier anständig war - und richtete das Wort an die beiden.

"Verehrtes Brautpaar, würdet Ihr ich kurz Eure Aufmerksamkeit schenken?"
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Outsider am 17.11.2025 | 16:22
Aeryn hat ihren Satz kaum beendet da mischt sich die tiefe und sonore Stimme von Fylkjarl Tomus Hagtorn in das Gespräch ein. 

„Selbstverständlich wird das Brautpaar euch eure Aufmerksamkeit schenken!“ Seine große Pranke landet dabei hart auf der Schulter seines Sohnes. Dieser, so kann Aeryn jetzt erkennen, wird noch keine zwanzig Winter alt sein und wollte sich wohl gerade aus dem Staub machen um nicht mit der Elfe sprechen zu müssen. Jetzt jedoch hält sein Vater ihn von diesem Rückzug ab und Huld ist sichtlich verunsichert.

„Ja, ja…“ stottert er „…wir haben Zeit, reden sie!“ Er kann Aeryn bei den Worten nicht in die Augen blicken. Miri ist dagegen ein Sonnenschein von einer Person. Sie hat die Elfe schon beobachtet als sie sich zum Brautpaar aufmachte und in ihren freundlichen und wissbegierigen Augen glomm das Feuer der Neugierde.

„Es ist uns eine Ehre das ihr an unseren Tisch gekommen seid. Mein Vater…“ Miri wirft einen giftigen Blick in Richtung Oktar und fährt dann mit aufgeweckter Stimme fort „…hat mir schon erzählt das wir Ausländer als Gäste haben und auch eine Bewohnerin der Inseln von Sohy unter ihnen ist. Sohy, spricht man das so?“

Miris Interesse an Aeryns Herkunft ist echt, sie scheint alles Wissen dessen sie habhaft werden kann in sich aufzusaugen. Im Gegensatz zu ihrem Bräutigam hat sie zwar leicht gerötete Wangen welche ihrem jugendlichen Aussehen den Funken von Heiterkeit und Leben einhauchen, aber diese scheinen eher von der Wärme hier drinnen zu kommen als von zu viel Ale und vielleicht ihrer Aufregung.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Hinxe am 17.11.2025 | 19:19
Gylfi
Auf der Hochzeit in Storhavn


Gylfi musste kurz über die Antwort des Bryckers nachdenken. Dabei ließ er den Mann nicht aus den Augen, milderte die Musterung mit einem Lächeln ab. Ich merke, dass ich nicht genug über diesen wilden Lande weiß, um alle seine Anspielungen zu verstehen.

"Ich habe jetzt schon mehrfach gehört, dass es einen großen Affront darstellt, dass der Fylkjarl des Blauaxt-Clans nicht erschienen ist und nur der Bruder seine Aufwartung macht. Jedoch gab es auch Andeutungen, dass der Mann verschwunden ist. Die Formulierung war, er sei in den Nebel gegangen, wenn ich mich nicht täusche. Worin besteht hier die Kränkung?" Gespannt schaute der Alte den Blutlord weiterhin genau an.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Outsider am 17.11.2025 | 21:34
„Die Kränkung, werter Skwilde…“ sagt der Brycker „…lag nicht im Nebel. Ob er verschwunden ist oder nicht, so oder so er ist nicht erschienen. Die Kränkung war, seinen Clan als geschwätzig zu bezeichnen. Weiber sind geschwätzig, tratschen am Herd und beim Waschen der Kleidung. Was Oktar Grimme tat, war den Blauaxtclan als Hausfrauen und Waschweiber zu bezeichnen. Ein Affront den kein echter Krieger auf sich sitzen lassen kann und Oktar hat angedeutet das sich der Fylkjarl versteckt vor eben jenen Weibern. Oktar hat klar gemacht, dass man den Blauaxtmännern so wenig trauen kann wie dem Geschwätz das man hört. Sagt das einem der hier anwesenden und ich bin mir sicher ihr würdet die Nacht nicht überleben.“

Bei seinen letzten Worten stielt sich kurz ein kaltes Lächeln auf die Lippen des obersten Blutlords.

„So wurde dem Affront genüge getan, Abwesenheit gegen Beleidigung. Ich denke Fylkjarl Njordung wird es erfahren und wir werden sehen wie er darauf reagiert. Wenn er vor dem nächsten Fylk-Thing seinen Mut sammeln kann und zurückkommt.“
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: klatschi am 17.11.2025 | 21:46
Hírngar
Auf der Hochzeit in Storhavn


Während ihm Grimhil freundschaftlich zulächelt und die Beziehungen zwischen den Clans erläutert, kommt Hírngar ein Gedanke. Der Blauaxt Mann war also beim Schwiegervater der Braut und verschwand dann? Er greift sich in den gestutzten Bart, fängt an, seine Backe nachdenklich zu kratzen. Das Fett, mit dem er sein störrisches Barthaar einigermaßen in Form gebracht hatte, machte das Gefühl ungewohnt und irritierte ihn noch mehr. Eventuell wurde ihm böse mitgespielt? Vielleicht darf deswegen dieser verlorene Junge die schöne Miri heiraten? Hírngar war kein kluger Mann, aber soviel Vorstellungskraft war selbst ihm gegeben.

Als Elvijö von den Kreaturen spricht, die hinter der alten Brücke lauerten, nickte er. Plötzlich und unwillkürlich. "Ihr sprecht da wahr, Herr Elvijö. Nun, von den Wesen hier in den Sturmlanden weiß ich wenig, aber ich komme aus Mittland, dort, wo sich die Dunklen Wälder nach Norden erstrecken. Ich bin zwischen den Bäumen aufgewachsen und ich habe gelernt, dass in den Schatten und im Unterholz Wesen leben, die älter sind als ihr und ich. Die die Wälder bewohnen und die uns hassen." Wieder nickt er Elvijö zu, bestätigend, verständnisvoll. Er erhebt seinen Krug und trinkt einen Schluck von dem Ale. Es fing an, ihm immer mehr zu schmecken und er erhob den Arm, um einen neuen Krug zu fordern.
"Ich glaube euch, Herr Elvijö!" Es schauderte ihn, als er an die Nebel jenseits der alten Brücke dachte, konnte sie sich bildlich vorstellen. "Sagt, der Landstrich, von dem ihr sprecht. Sind dort schon mehrere Menschen verschwunden? Ist es dann die Aufgabe des Blauaxt Clans, diese Grenze zu verteidigen?"

 
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Outsider am 17.11.2025 | 22:00
„Oh, ich hoffe in euren Adern fliest kein Blut der Arks, das kann leicht passieren, wenn man…“ weiter kommt Elvijö nicht, da er erneut, diesmal stärker so dass ihm kurz die Luft wegbleibt, einen Schlag von Grimhil kassiert.

Grimhil hebt beschwichtigend die Hände „Es tut mir leid, wenn Elvijö euch beleidigt haben sollte. Ihr seit Gäste Oktars und es steht uns nicht zu...“ bei den Worten blickt Grimhil, Elvijö finster an „…eure Abstammung zu hinterfragen. Es gibt hier am Tisch wohl ein paar deren Mütter zu nah bei den Trollen gelegen haben und die ihre guten Manieren vergessen!“

„Es tut mir leid…“ stöhnt Elvijö „…es war nicht meine Absicht, das Ale steigt mir zu Kopf. Wir zählen die Toten westlich der Brücke nicht. Es ist ein raues Land und es ist das Gebiet der Hagtorns, ein Blauaxt hat da so wenig zu suchen wie ein Wulfr in einem Uvail Weib!“

„Ha, der war gut!“ lobt Grimhil und klopft Elvijö auf die Schulter.

Ein Sklave kommt mir dem Krug den Hirngar geordert hat und stellt ihn auf eure Tafel.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Hinxe am 18.11.2025 | 13:15
Gylfi
Auf der Hochzeit in Storhavn


Gylfi war verblüfft. Dieser Blutlord vor ihm hielt ihn offenbar für einen Idioten. Seine Miene entglitt ihm kurz und zeigte seinen Unglauben. Seine Stimme ist etwas lauter als zuvor, er wirkt erregt. "Du glaubst, ähh...", er musste sich kurz sammeln, "...Ihr glaubt, ich habe nicht verstanden, dass Schwertjarl Oktar den anderen Clan als Weiber verunglimpft hat? Fylkjarl Saul, meine Frage zielte darauf ab, ob ich es richtig verstanden habe, dass die Kränkung, die dem Grimme-Clan angetan wurde, tatsächlich nur darin besteht, dass Fylkjarl Njordung dieser Versammlung fern bleibt. Denn offenbar gibt es Gerüchte er sei verschwunden. Nachdem er dem Clan des Bräutigams einen Besuch abgestattet hatte, wie ich hinzufügen möchte. Oder wird das nur zum Anlass genommen, alter Rivalität freien Lauf zu lassen?" Hier mochte er genau auf die Reaktion des Bryckers achten.

Allerdings setzt der skwilde direkt nach, jetzt wieder etwas leiser: "Ist es nicht sonderbar, dass ein Jarl des Blauaxt-Clans verschwindet, der Clan bewusst die Schande auf sich nimmt, auf dieser Hochzeit ohne sein Oberhaupt zu erscheinen, ohne eine öffentliche Erklärung abzuliefern, warum dem so ist? Wie gesagt, mir sind die Wildlande fremd. Aber ich will verstehen, warum dies so geschieht. Denn zum einen mag es sein, dass ich den kurzen Rest meines Lebens hier verbringe, zum anderen lässt mich meine jahrzehntelange Beschäftigung mit den Sagas und den den Menschen glauben, dass hier mehr dahinter stecken könnte." Am Ende hält sich der Alte bewusst vage, um das Einbildungsvermögen seines Gegenübers nicht einzuschränken. Hast Du eine Theorie, Blutlord? Oder weisst Du sogar, was gespielt wird?
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Outsider am 18.11.2025 | 16:25
Der Brycker strafft die Schultern und seine Augen ruhen regungslos auf der Gestalt des alten Skwilden. Die rechte Hand des Blutlords liegt auf dem Knauf seines Schwertes. Seine stimme ist trocken, fast emotionslos als er Gylfi antwortet.

„Stellt euch vor ihr habt eure besten Freunde zum Auftritt eures Lebens eingeladen, eine Leistung die sich nicht wiederholen lässt und sie kommen nicht. Vielleicht könnt ihr jetzt nachvollziehen worin die Beleidung besteht. Es gibt Regeln und Bräuche die beachtet werden müssen und diese Einladung ohne eine Entschuldigung auszuschlagen ist so gut wie unverzeihlich und nur zu gerne würde ich meinen Rittern befehlen, die Hallen der Blauäxte in Schutt und Asche zu legen. Doch ich tue es nicht.“

Gylfi kann förmlich spüren wie sehr es dem Brycker danach verlangt die Blauäxte abzustrafen. Es ist wie das Grollen in der Kehle eines Drachen bevor er sein tödliches Feuer auf die Welt ergießt. Es ist wie das Lachen des Lindwurms bevor er Azlahn verschlang oder das böse Lispeln des Braskelwurms bevor er seine Augen auf euch richtet. Es reicht eine kleine Unachtsamkeit, nur ein geringer Fehltritt um dieses Fass zum überlaufen zu bringen.

Dann Atmet der Brycker tief und lange aus. Mit etwas weicherer Stimme fährt er fort: „Was ihr da über das Verschwinden erzählt sind Gerüchte, mehr nicht. Wenn er wirklich bei den Hagtorns war, sind das seine Angelegenheiten. Tomus und Huld Hagtorn erhielten den Zuschlag für die Hand von Miri Grimme und kein Blauaxt. Das der Reste der Blauäxte hier ist, mit sichtlich kleinem Gefolge, zeugt nur von ihrer Angst, mussten sie doch damit rechnen das Oktars Zorn mehr als eine Beleidigung bereithält!“
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: pharyon am 19.11.2025 | 21:02
Aeryn
Auf der Hochzeit in Storhavn - bei Miri Grimme, Huld und Tomus Hagtorn


Aeryn schaut zunächst Miri, dann Huld und desse Vater ins Gesicht, leicht und offen lächelnd.

"Vielen Dank für eure warmen Worte." An Miri richtet sie die nächsten Worte "In der Tat habt ihr es bereits sehr gut ausgesprochen. Wenn es euch interessiert, und eure Zeit es zulässt, kann ich euch so einige Fragen sehr gerne beantworten."

Tomus Einmischung machte die sich gerade entspannende Stimmung zunichte. "Ihr sagtet, ihr habt ein Geschenk?" Der Tonfall war oberflächlich neugierig, Aeryn entging aber nicht, dass ihm diese Entwicklung missfiel und er sie im Keim ersticken wollte.

"Verzeiht. Ich wollte der Braut nicht ungebührlicherweise eine Antwort vorenthalten." Mit einem Lächeln wartete sie eine Gegenantwort ab, die dieses Mal ausblieb - fürs erste. Dann richtete sie sich an das Brautpaar.

"Ehrenwerter Huld Hagtorn, verehrte Miri Grimme, ihr seid nun einander anvertraut, dabei noch recht jung an Jahren. Ich bin noch nicht sehr viel älter als ihr und mir fehlt es an tiefer Kenntnis eurer Traditionen" Ein kurzer Blick zu Tomus. "Ich habe mir bei meiner Suche nach einem passenden Geschenk sagen lassen, dass die Sammlung viele Geschichten eurer Helden enthält." Sie präsentiert ein Buch, welches mit einer Schleife aus Stoff in den Farben der Häuser Grimme und Hagtorn etwas eingewickelt ist. "Leider ist mir eure Sprache wenig, und eure Schrift noch weniger, vertraut. Ich habe mir aber versichern lassen, dass dieses Werk eine gute würdige Sammlung dieser Geschichten ist. Ich hoffe, es hilft euch in dunklen Stunden euch eures eigenen Mutes, eurer Ausdauer, eures Herzen und eures verstandes zu erinnern. Ihr seid jung..."

Nun mischte sich Tomus doch wieder ein. "Hm, ein Buch. Naja, ihr habt euch sichtlich Mühe gegeben. Habt Dank!"

Aeryn wartete seinen Zwischenruf ab, schaute dabei abwechselnd in Hulds und Miris Gesichter. Beiden gefällt es nicht. Beide gehen damit aber sehr unterschiedlich um. Das wird noch sehr ... spannend.

Die Stille aushaltend, wartete Aeryn ab, dass Tomus ansetzen würde. In dem Moment, als er seinen Atem tiefer einzog, fuhr sie fort. "Die Gegenwart gehört euren Familien und euer Vertrauen dürft ihr bei euren Vätern wohl gewahrt wissen. Eure Zeit wird noch kommen. Bis dahin könnt ihr die anstehenden Herausforderungen gemeinsam bewältigen und werdet dass gemeinsam immer besser können."

"Ja gut. Schön gesagt. Habt vielen Dank, werte Ärin." Wieder sah sie Tomus lächelnd an, dann das Brautpaar. Ohne sich nach außen hin die Sticheleien anmerken zu lassen, ließ sie die Stille arbeiten. Huld muss sich von seinem Vater lösen lernen. Und Miri kann ihm helfen. Er kann ihre feurige Art wiederum zügeln, damit sie besonnener werden kann. Huld und Miri, Wasser und Feuer.

Dann wandte sie sich direkt an Tomus. "Ihr müsst sehr stolz auf euren Sohn sein. Miri ist, so scheint mir eine edle, aufrechte Maid, aus einem großen Haus. Euer Sohn wird seine Zeit mit ihr immer mehr verbringen. Ihr zeigt hier euer Vertrauen, dass er es zu beider Wohl, gut machen wird."

Nicht jedes Duell muss mit gezogener Klinge gefochten werden. Ihr seid am Zug. Erfreut auf ihren spontanen Einfall wartete Aeryn ab, wie Tomus Hagtorn mit diesem Auftakt umgehen würde.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Hinxe am 20.11.2025 | 21:34
Gylfi
Auf der Hochzeit in Storhavn


Nachdem der Brycker geendet hatte, schaute Gylfi zu Galve Blauaxt und seinem kümmerlichen Gefolge hinüber. Dabei unterdrückt er ein Schaudern, hatte ihm der Blutlord mit seiner kaum gezügelten Gnadenlosigkeit doch ziemlich imponiert. Kein Wunder, dass Galve aussieht, als ob er ein Schaf unter Wölfen ist. Was er wohl davon hält, für den Bruder seinen und die Nacken seiner Söhne hinzuhalten?

Dann wandte sich der skwilde wieder seinem Gesprächspartner zu. "Ich danke Euch für die Einblicke, die Ihr mir gewährtet. Ich verstehe jetzt so einiges besser und hoffe, dass ich Euch durch meine Fragen nicht beleidigt habe. Ich glaube, dass meine Gefährten und ich noch einige Zeit in den Wildlanden zubringen werden. Solltet Ihr einmal meiner Dienste bedürfen, sei es, dass Sagas vorgetragen werden sollen, oder falls Ihr einmal Fragen zu den Mittlanden habt, so zögert bitte nicht, mich von Eurem Ansinnen wissen zu lassen." Er verbeugte sich knapp vor dem Gegenüber.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Outsider am 21.11.2025 | 15:14
Bei Aeryn:

Bei dem Anblick des Buches klatscht Miri aufgeregt in die Hände, überlässt es aber ihrem Ehemann zuerst danach zu greifen. Hulds Hand umschließt das Buch und wendet es ein paar mal ohne die Schleifen auch nur zu lösen. Fast so als wenn er versuchen würde den Wert in Münzen zu erkennen, völlig desinteressiert an dem Inhalt.

„Ja, schön…“ fängt er an aber sein Vater übernimmt das Reden für ihn „…ein wirklich gutes Geschenk, Sagen und diese Sachen sind wichtig man kann aus ihnen lernen…“ Huld will fortsetzen wird aber wieder von Tomus unterbrochen „…wir wissen euer Geschenk zu würdigen!“

Als sein Vater geendet hat übergibt Huld das Buch an Miri die es wie einen kleinen Schatz in den Händen hält. „Wie konntet ihr wissen…“ wendet sie sich an Aeryn wird aber ebenfalls von Tomus unterbrochen „…sie möchte wissen wie ihr auf das Geschenk gekommen seid, es scheint das meine Schwiegertochter es noch nicht in ihrem Besitz hat!?“

„Ja, das wollte ich wissen, genau das!“ faucht Miri Tomus an nimmt sich dann aber unter dem Strengen blick des Fylkjarls etwas zurück wodurch die Frage unbeantwortet bleibt.

Während sie auf eine Antwort von Tomus wartet, kann die Elfe aus den Augenwinkeln sehen, dass Miri die Schleifen von dem Buch gelöst hat um einen Blick in das Innere zu werfen, während Huld sich jetzt tatsächlich abwendet und einen Tisch weiter geht.

Tomus blickt ruht kurz auf Aeryn bevor er antwortet.

„Zu allererst einmal beschert diese Heirat meinem Haus eine beträchtliche Mitgift welche vor allem Anderen die Zukunft dieses jungen Paares sichern wird!“

Miri seufzt auf, Trauer huscht über ihre Augen, bevor das wütende Funkeln zurückkehrt, sagen tut sie jedoch nichts.

„Ich bin Stolz, das Oktar Grimme mir die Ehre erweist das mein Sohn seine Tochter heiraten darf, sein Vertrauen in diese Verbindung wird nicht enttäuscht werden!“ Ein breites zufriedenes Grinsen erscheint auf dem Gesicht von Tomus Hagtorn, Ale rinnt durch seinen Bart und tropft auf sein Gewand. Seine Wangen glänzen vom Fett des Schweins und seine Augen sind vernebelt vom Ale.



Bei Gylfi:

Ähnlich knapp wie der alte Skwilde erwidert der Brycker die Verbeugung. „Wenn ihr nach der Hochzeit noch bleibt, laufen wir uns vielleicht noch mal über den Weg. Der Winter steht bevor, sollet ihr nicht abreisen wird dies erst im nächsten Frühjahr möglich sein. Das möchte ich euch mit auf den Weg geben. Solltet ihr den Winter hier verbringen können wir wirklich ein wenig über die Mittländer reden, auch wenn mir euer Glauben und die Traditionen der Eald fremd sind habe ich gehört das sie unserem Glauben in manchen Aspekten nicht ganz unähnlich sind. Eure Blutschwüre zum Beispiel, wieviel davon mag sich in unseren Ofperungen wiederfinden!?“
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: pharyon am 21.11.2025 | 20:40
Aeryn
Auf der Hochzeit in Storhavn - bei Miri Grimme, Huld und Tomus Hagtorn


"Vielen Dank für Eure großzügigen Worte." Aeryns Lächeln schwindet nicht, obwohl ihr das Gebaren von Tomus kaum zusagt. Das Privileg der Einflussreichen und Mächtigen. "Übe dich in Gelassenheit, bleibe besonnen, urteile nicht vorschnell. Es hat Gründe, warum er ist, wie er ist. Wir alle sind wie die Bäume. Im Kern wurzelt die Kraft unserer Ahnen, des Guten was sie uns mitgegeben haben. Gleichwohl das Schlechte, das sie in uns weitergeben. Boden und Wetter und Schicksal setzen uns von außen zu oder lassen uns erblühen. Verwechsle nicht das Innere mit dem Äußeren. Nutze deine Sinne, dein Herz und deinen Verstand um das Eine vom Anderen zu unterscheiden. Wähle erst dann deine Worte oder Waffen." Die Worte ihres Lehrmeisters hallen in Aeryns Gedanken nach. In der Bande wäre so jemand vielleicht das Ziel eines Diebstahls oder Betrugs geworden, wenn die Schutzleute eine Aussicht auf Erfolg versprachen. Hier konnte sie fürs Erste nichts ausrichten. Ihr Blick glitt zu Miri hinüber, die sich das Buch besah. Da habe ich wohl meinem Instinkt zu danken. Aeryn freute es sehr, dass das Geschenk zumindest Miri gefiel. Hulds abschätzendes Verhalten sagte ihr jedoch auch viel über ihn und seine Familie. Dabei ist er noch jung und kann viel lernen.

"Ist noch etwas?" Tomus Worte brachten Aeryn aus ihren Gedanken in die feucht-fröhliche und zugleich eisig-berechnende Gegenwart. "Ich..." wollte sie schon ansetzen. "Ihr müsst bedenken, dass auch andere noch ihre Aufwartung machen und 'Geschenke' (dieses Wort klang etwas abschätzig) überreichen wollen." Obwohl ihr etwas Röte ins Gesicht stieg, besann sich Aeryn ihres Lehrmeisters. Und blickte abwechselnd Miri und Tomus offen an, schaute sogar einmal dem sich abwendenden Huld kurz nach.

"Verzeiht. Natürlich will ich eure Zeit nicht über Gebühr strapazieren. Genießt das Fest und die Feier. Eure Fragen beantworte ich beizeiten gerne." Jetzt lächelte Aeryn wieder breiter.

Tomus stutzte. "Ich habe keine Fragen mehr an euch!" Nun gewann ihr Lächeln ein wenig Schelmisches, als Aeryn zur Antwort ansetzte und bevor sie sich umwandte, um zu ihrem Tisch zurückzukehren. "Verzeiht, wenn ich euch annehmen ließ, ihr wäret gemeint. Dem ist mitnichten so. Ich bin in eurer Sprache wohl doch schlechter als erhofft."

Zügig wandt sie sich von Tomus ab, versuchte Miri ein verstecktes Zwinkern sehen zu lassen. Vor allem wollte sie Tomus Hagtorn nicht weiter provozieren oder unliebe Aufmerksamkeit auf sich lenken.

Hoffentlich entgeht ihm diese kleine Finte bei sattem Bauch und gutem Ale.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Outsider am 22.11.2025 | 14:01
Bevor sich Aeryn abwenden kann spürt sie Miris schmale Hand auf ihrem Arm.

„Ich weiß es zu schät…“ Tomus fällt ihr wieder ins Wort.

„Sie wertschätzt eure Mühen für dieses Geschenk und danke euch sehr!“

Diesmal lässt sich Miri jedoch nicht so einfach übergehen und setzt schnell an weiterzusprechen als Tomus seinen Satz beendet hat.

„Ihr seid in meinem Haus in Wretguard immer willkommen, wenn es euch…“

Tomus setzt ein „Ja wenn es euch mal in den Norden verschlägt, heiße auch ich euch herzlich willkommen!“

Miri beendet mit trotziger Stimme ihren Satz.

„…wenn es euch nach Norden verschlägt zögert nicht in Wretguard einzukehren. Oktar wäre sicherlich froh wenn seine Gäste auch meine Gäste wären!“

Dieser Seitenhieb, abzielend auf Tomus, verstärkt durch die autoritäre Stellung ihres Vaters wirkt. Das erste mal in dem Gespräch fällt Tomus ihr nicht ins Wort sondern nickt nur stumm.

Dann lässt das Mädchen Aeryn ziehen.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Hinxe am 24.11.2025 | 15:27
Gylfi
Auf der Hochzeit in Storhavn


"Es ist noch nicht ausgemacht, ob wir Oktar Grimmes Gastfreundschaft noch weiter genießen können oder noch vor dem Einbruch des Winters aufbrechen werden. Ich teile gerne mit Euch, was ich als bescheidener bruid und spätbekehrter Anhänger der flowras zu wissen glaube." Gylfi überlegte kurz, wie er die nächsten Sätze formulieren wollte, um den Brycker und seinem Glauben an Sturmi gebührlich zu respektieren.

"Ich kann nicht einschätzen, inwieweit Ähnlichkeit besteht zwischen unseren Bluteiden und Euren Blutopfern, gestehe aber nur zu gerne, dass mir, wie wahrscheinlich den meisten Mittländern, schaurige Geschichten über die Bräuche der Sturmlande ein klares Urteil noch erschweren. Dies ist ein hartes Land, mir sind hier grausame Dinge widerfahren. Ich habe das Gefühl, dass Ihr mir helfen könntet, zu verstehen, warum es so gekommen ist. Aber dieses Gespräch, wenn es denn jemals stattfinden wird, passt nicht auf eine Hochzeit..." Damit wandte sich der skwilde ab und machte sich auf, zurück zu seinen Gefährten zu gehen. Dabei ließ er seinen Blick einmal durch die Halle schweifen.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Outsider am 25.11.2025 | 14:38
Die Hochzeit scheint ein voller Erfolg zu werden. Die Sklaven versorgen die Gäste mit einem nie endenden Strom aus Ale und gegrilltem Fleisch und je länger es dauert desto betrunkener werden alle. Die Musik spielt auf und ihr könnte gerade so ein Angebot der Staarks zu einem Wetttrinken ausschlagen, was euch zwar auch ein wenig Spott einbringt, aber nichts ist im Vergleich zu den Mengen Ale ist welche ihr hättet trinken müssen um mit den Wildländern mithalten zu können.

Huld allerdings war weniger Klug. Die Clans scheinen sich abgesprochen zu haben und in einem üblen Streich wird der Junge von Tisch zu Tisch gerufen um ein Horn oder Humpen Ale nach dem anderen zu leeren. Es dauert nicht lange und er kann kaum noch stehen. Die Menge tobt und feuert ihn an noch ein weiteres Horn zu leeren doch als er es ansetzt verliert sein Gesicht jegliche Farbe und er muss sich keuchend übergeben. Ale und halb verdauter Braten ergießt sich in einem breiten Strahl auf den Boden der Halle, besudelt sein Gewand.

Miri die das Schauspiel mit sichtbarem Abscheu beobachtet wendet sich vor Scham oder vielleicht Wut ab. Huld versucht, durch das Johlen der Wildländer angefeuert, einen weiteren Versuch das Horn zu heben, rutscht aber auf seinem Erbrochenen aus und fällt der Länge nach hin. Die Gäste hält es kaum auf den Bänken und alle beugen sich vor um dem armen Huld dabei zuzusehen wie er schnaufend am Boden liegt, die Augen verdreht und so betrunken ist, dass er nicht mehr aufstehen kann.

In dem ganzen Tumult um das Gelage und Huld kann Aeryn sehen, wie eine Person die sie im Dämmerlicht der Kerzen für Rendre hält mit einer der Konkubinen von Oktar die große Treppe hinauf verschwindet. Es ist schwer auszumachen, aber die Elfe glaubt das es Ylva ist mit der sich Rendre davonstielt. Ein schneller Blick rüber zur Stirnseite der Tafel zeigt Aeryn, das Oktar davon nichts mitbekommen hat, liegt dieser doch mit Tomus in den Armen und macht sich über Huld lustig, welcher zu allem Überfluss durch den Alkohol auch noch die Kontrolle über seine Muskeln verloren hat und anfängt sich einzunässen. Was ein Erneutes heulen und grölen der Menge nach sich zieht.

Hirngar ist der Einzige der bemerkt, wie Galve Blauaxt die Ablenkung ausnutzt um zu Miri Grimme herüberzugehen welche allein und verloren an ihrem Platz sitzt. Fast sieht es so aus als wenn Galve sie dazu drängen will mit ihm zu tanzen. Miri schaut sich hilfesuchend um kann aber weder ihren Vater noch Tomus in der Menge finden, von ihrem Ehemann ganz zu schweigen, der niemals in der Lage wäre die Ehre seiner Braut zu verteidigen. 
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: klatschi am 27.11.2025 | 20:57
Hírngar
Auf der Hochzeit in Storhavn


Fast schon mitleidig schaute Hírngar dem Schicksal des jungen Bräutigams zu, kann erkennen, wie die Schritte langsamer und langsamer werden, schwerer, unkontrollierter. Er stöhnte innerlich fast auf, als er sieht, wie schwer sich Huld an den Bänken abstützen muss, um überhaupt noch sein Gleichgewicht zu halten. Ein böser Streich, schoss es ihm durch den Kopf, als seine Augen zu Frau Miri zuckten, der jungen Braut, die nur beschämt zusehen konnte, wie ihr Gemahl sie und sich der Lächerlichkeit preis gab. Die arme, so jung und so schön, was wird sie sich wohl denken? Was geht ihr durch de Kopf, wenn sie das sieht? Fast schon amüsierte es ihn, wie sehr er sich bemüht hatte, wie ein Held aus den Legenden aufzutreten, vornehm, kontrolliert. Wie der Schwertmeister aus der Saga vom weißen Band. Aber diese ungestüme Wildheit der Sturmländer ängstigte ihn fast ein wenig, es war ihm einfach zu viel, zu laut. Wie im Jarnkett, als der geringe Sold auf den Kopf gestellt wurde. Feiere, denn morgen wirst du vielleicht sterben.
Ein Krachen und das laute Brüllen aller Männer um ihn herum ließ ihn wieder zu Huld blicken. Angewidert sah Hírngar, wie der junge Mann den Humpen kaum noch haltend konnte, während er an einem Tisch lehnte und sich übergab. Hírngar meinte, das angestrengte Keuchen und Erbrechen über den Lärm hinweg zu hören, das Japsen nach Luft, die kurze Atempause, bis der nächste Schwall sich nach oben drückte. Es war viel zu laut, diese Geräusche wirklich zu hören, aber der Holzfäller konnte sich ausmalen, wie es klingen musste, wie es riechen musste. Angewidert schob er sein eigenes Ale beiseite, hörte das kreischende und betrunkende Johlen der Gebrüder Saatigia, die in den Chorus einflelen , der den jungen Huld anfeuerte, als dieser wieder den Humpen ansetzte. Ein böser Streich, fuhr es Hírngar abermals durch den Kopf, sie werden es ihn nie vergessen lassen. Ein weiteres Krachen, als der junge Mann zu Boden ging, Grimhil und Elvijö hauten ihre Humpen auf den Tisch und hatten Tränen in den Augen, während der junge Huld jegliche Kontrolle verlor, sich verkrampfte, sich einnässte. Die Augen des Holzfällers wanderten wieder zu Miri. Und sie werden sie es auch nicht vergessen lassen.

Da bemerkte er die Bewegung aus den Schatten. Galve Blauaxt, der auf die junge Braut eindrängte, ihr Blick, hilfesuchend, ihre Augen aufgerissen.

"Seht ihr das auch?" fragte er die Gebrüder Saatigia, doch seine Frage ging im Lärm unter. Was soll ich tun? "Seht ihr..." versuchte er es nochmal lauter, aber da huschten Hírngars Augen  zum Schwertjarl, erkannten, wie sehr er mit der Demütigung seines Schwiegersohns abgelenkt war, dann wieder zurück zu Miri, die immer noch hilfesuchend um sich blickte. Bei den... Fetzen der Saga schossen ihm durch den Kopf, als er schon stand. Er machte zwei, drei Schritte und bemerkte dabei erst, dass er das scharfe Messer, mit dem gerade noch der Schweinebraten zerteilt wurde, in der Hand hielt. Schnell lies er es in seinem Ärmel verschwinden, hoffentlich brauche ich keine Waffe. Drei weitere Schritte. Gesang so zart, dem Helden geweiht füllten ihn die Worte. Er sollte vielleicht Hilfe rufen, aber er wusste, er spürte, dass er keine Hilfe erwarten konnte.

Die Zeit im Jarnkett machte sich bemerkbar, Hírngars Blick war auf Blauaxt gerichtet, als er sich an einem Tisch vorbeischlängelte, das Klopfen und Bellen der betrunkenen Gäste verschwamm fast zu einem dumpfen Dröhnen, zwei weitere Schritte. Ein Bierkrug auf Kopfhöhe, der Holzfäller musste den Kopf zur Seite reißen, drehte sich leicht im Schritt, verlor Miri und Blauxt aus dem Blick. Ein weiterer Schritt, dann waren sie wieder in seinem Sichtfeld. Galves Hand packte den Oberarm der Braut, zwei weitere Schritte, fast da, noch vier oder fünf Schritt. Nicht mehr Die Hand um den Messergriff schloss sich fest, die Klinge im Ärmel versteckt. Kein Blut, wenn es nicht sein muss. Zwei weitere Schritte, nun konnte er Galves Gesicht genau sehen. Das weiße Band, der rote Fleck... Hírngar taxierte Blauaxt, versuchte sich die Bewegungen des Mannes einzuprägen.
"Frau Miri", setzte er an, laut, so dass Galve ihn hören konnte. Noch ein Schritt. "Ihr hattet doch versprochen, mir aus dem Buch zu lesen, dass euch Frau Aeryn geschenkt hat." Unsinn. Egal.

Hírngar schritt weiter, verlangsamte seinen Schritt nicht, wollte den letzten Meter zwischen sich und Blauaxt überbrücken und sein Momentum nutzen.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Outsider am 27.11.2025 | 22:35
Galve sieht den Holzfäller nicht kommen, zu sehr ist er damit beschäftigt Miri in die Menge zu ziehen. Vielleicht, damit sie sich das erniedrigende Schauspiel um ihren Ehemann anschauen muss oder um sie zu einem Tanz mit ihm zu zwingen.

Miri reißt die Augen auf als Hirngar wie aus dem Nichts aus dem Dämmerlicht und der Menge auftaucht und rein durch seine Anwesenheit den Blauaxtmann zurückweichen lässt. Er hatte nicht mit derlei Widerstand gerechnet, war sein Opfer doch eine junge Frau, eher noch ein Mädchen an der Schwelle zur Frau. Galve stank nach dem Ale das er getrunken hatte und zu Hirngars Glück war er Kaufmann und Unterhändler, kein Krieger, kein Berserker oder Blutmann. Trotzdem kniff er wütend die Augen zusammen und wollte schon die Hand erheben, doch er erkannte einen der Gäste des Schwertjarls und sein Gesicht verzog sich zu bitterer Abscheu. Wut stand in seinen Zügen, aber er konnte nicht um Hilfe bitten. Eine Beleidigung am Abend war schon genug, sein Stand war schlecht, sein Fylkjarl nicht erschienen, er konnte diese Auseinandersetzung nur verlieren. So spuckte er nur auf den Boden und drehte sich torkelnd ab, kehrte Hirngar den Rücken zu.

„Danke!“ jauchzte Miri neben Hirngar auf. Er konnte ihre Hände auf seinem Oberarm spüren. „Mein Retter in der Not wo eigentlich mein…“ das nächste Wort triefte vor so viel Abneigung wie Miri aufzubringen im Stande war „…Ehemann stehen sollte!“

Miri hielt Hirngars Arm umklammert als müsste sie sich daran festhalten. Ihre Gesichtszüge waren offen, ihre Augen funkelten als sie ihn anblickte.

„Es wird mir eine Ehre sein euch vorzulesen, doch fürchte ich…“ sie bedeutete Hirngar sich vorzubeugen, damit sie gegen den Lärm nicht gegenanschreien musste „…ich werde morgen in der Früh meinem Gatten schon nach Wretguard folgen müssen!“

Jetzt wo er ihr näher war stellte Hirngar fest das Miri, anders als Galve, nach dem Blumenwasser roch in dem sie vor den Feierlichkeiten gebadet worden war. Oktar hatte nicht an Duftölen gespart und ein Hauch von Beeren und Flieder hing in der Luft. 
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: klatschi am 29.11.2025 | 10:30
Hírngar
Auf der Hochzeit in Storhavn


Als Miris Hände den Oberarm des Holzfällers berührten, wurde er sich seiner selbst und der Situation erst richtig bewusst. Das Leben als Söldner hatte gerade die Oberhand, er war fokussiert gewesen, konzentriert, die Reflexe hatten kurz seinen Körper gesteuert. Seine Statur sank sofort etwas ein, er roch das Rosenwasser der jungen Frau, angenehm, ein Kontrast zu dem säuerlichen Geruch nach Schweiß und Bier, dem Erbrochenen Hulds.
Was habe ich getan? Ist es verboten, dass sie sich so an mir festhält? Ihr Retter... es gefiel Hirngar, ja doch, er fühlte sich geschmeichelt und hingezogen, ein so leichtes, einfaches Wort. Retter. Aber für ihn war es, als würde eine Saite in ihm angeschlagen, ähnlich, wie wenn der alte skwilde ihn mit seinen Geschichten in den Bann zog.

Ihre Hand an seinem Arm. Er wollte nicht, dass sie losließ, wusste aber, dass Oktar Grimme dies vielleicht ungern sehen würde. Oder der Vater des Bräutigams?

Ihr offenes Gesicht. Nur Freundlichkeit? Dankbarkeit? Es war etwas, was er hier bei vielen der Anwesenden vermisste. Es gab so viele falsche Gesichter, wie er selbst eines aufgelegt hatte. Miri schien dagegen ehrlich, konnte ihre Gefühle nicht verbergen, den ganzen Abend schon nicht.

Hirngar musste schlucken, und seinen Mund befeuchten, bevor er sprechen konnte.
"Frau Miri," er lächelt dabei aufmunternd und spricht ganz leise, so dass nur sie die Worte hören kann. "Es tut mir leid, dass ihr das heute erleben musstet." Seine Augen schnellten zum Brycker, zu Oktar Grimme, zum Vater Hulds. "Es ist eurer nicht würdig." fügt er entschieden hinzu. Es ist vielleicht dumm, dass ich den Bräutigam beleidige. Aber irgendjemand muss es ihr sagen.

Hírngar wurde sich nun auch seines Messers gewahr. ich muss es loswerden.
"Darf ich mich kurz zu euch setzen? Erzählt mir doch von euch und dem Buch das Frau Aeryn euch geschenkt hat. Ich bin nicht sehr belesen, und kenne mich in diesen Dingen nur wenig aus. Aber ich liebe Geschichten, die Gesänge des skwilden Gylfi ganz besonders."
"Und," fügt er lächelnd hinzu, "ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass euer Gemahl morgen früh nach Wretguard reisen kann. Vielleicht könnt ihr mir doch eine der Geschichten lesen!"
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
Beitrag von: Outsider am 29.11.2025 | 12:40
In dem Augenblick als Hirngar der Gedanke kommt, dass Miris Berührung unpassend wäre lässt die junge Frau ihn schlagartig los. Fast so als hätte sie gerade die selben Gedanken gehabt und errötet dabei.

„Es tut mir leid!“ sagt sie leise zu Hirngar „Ich vergesse meine Manieren und ihr könnte mich einfach Miri nennen wenn kein anderer dabei ist, das Frau…“ sie runzelt die Stirn „…hört sich so alt an. Ja…“ bestätigt sie dann Hirngars Frage und deute auf die Stühle an der Tafel „…setzen wir uns!“

Dann treten Tränen des Zorns und der Wut in ihre Augen und ihr Blick scheint als könnte dieser die Meute der Feiernden niedermähen wie Sturmis Blitz selbst.

„Er liebt mich einfach nicht!“ Ihr kleinen schmalen Hände sind zu Fäusten geballt. „Es sollte anders sein, ein Held sollte mich Heiraten einer dem ich etwas bedeute!“ Eine Träne läuft über ihre Wange und peinlich berührt wischt Miri sie mit einer schnellen Bewegung ihres Armes weg. „Er…“ sie deutet zu Huld „…hat mich doch nur wegen des Mitgifts auf geheißen seines Vaters geheiratet, ich bin ihm völlig egal!“ Ihre kleine Faust schlägt auf den Tisch ein so dass die Humpen hüpfen.

Ein rascher Blick von Hirngar zeigt ihm aber, dass diesen Ausbruch von Miri keiner mitbekommen hat.

Keiner bis auf Vrinje, der unheimliche zehnjährige Sohn von Fylkjarl Vret Uvail. Innerlich erstarrt Hirngar, das Kind blickt ihn an, beobachtet alle seine Bewegungen aus den düsteren tiefen Augen und irgendwas in Hirngars Unterbewusstsein, sagt ihm, dass das Kind bewaffnet ist. Was will der Kleine, wollte er sehen was Galve mit Miri anstellen wollte und fühlt sich um eine Unterhaltung betrogen, oder wäre er Miri ebenfalls zur Hilfe geeilt und wartet jetzt ab was der Ausländer von der Braut will?

Dann mit einer geschickten Drehung seines Körpers verschwindet der Junge in der Menge und der Augenblick geht vorbei.

Es schleicht sich echte Trauer in Miris Augen.

„Was meine Abreise betrifft, da kennt ihr meinen Vater schlecht. Selbst wenn er Huld auf einen Karren oder Esel binden muss, morgen kurz nach Sonnenaufgang werde ich mit ihm und einer kleinen Reisegesellschaft nach Wretguard aufbrechen. Uns bleibt nur diese Nacht!“

Dann greift Miri zu dem Buch das Aeryn ihr geschenkt hat.

„Hört zu, vielleicht gefällt euch diese kurze Saga!“

Sie schlug das Buch auf und fing an vorzulesen, trotz all des Lärms, trotz des Gelages und der Besoffenen hatte Hirngar das Gefühl als wäre er an diesem Punkt alleine mit der jungen Braut. Die Kerzen warfen ein sanftes Licht auf ihr Haar und fast schien es als würde ein Schein aus Licht ihr Antlitz umgeben. Ihr Stimme betonte jede Silbe mit bedacht als hätte sie oft vorgelesen oder wäre darin geschult worden.

Der Wolfskönig

Einst in einem weit entfernten Königsreich herrschten zwei Brüder über das Geschick ihrer Untertanen, der eine war stattlich, von kräftiger Statur, gerecht und geschickt im Umgang mit den Waffen. Sein Bruder war ein Träumer, er liebte die schönen Dinge, das Musizieren und verzagte oft, ihm fehlte der Mut und er wünschte sich nichts sehnlicher als so zu sein wie sein Bruder. Er wünschte es sich sogar so sehr, dass er darüber seine eigenen Talente vergaß.

Eines Tages kam es zum Krieg mit dem benachbarten Königreich, die Spannungen hatten sich über Jahre aufgebaut und jetzt suchten die Herrscher die Entscheidung in der Schlacht. Mutig ritt der eine Bruder voran, der zweite jedoch zauderte, blieb in der Burg zurück und grämte sich. Er grämte sich so sehr das er sich heimlich hinausschlich um seinem Bruder zu folgen, nicht um zu kämpfen aber um zu beobachten, um später behaupten zu können er wäre dabei gewesen im Tross der Kämpfer.

An einem Wald prallten die Heere aufeinander und es kam zum Unglück. Als der mutige Bruder angriff scheuchte er ein Rudel Wölfe auf das zwischen die Heere geraten war und sein Pferd scheute, er stürzte und die Landsknechte des Feindes vielen über ihn her. Ein Stich durch das Visier beendete das Leben des Mutigen. Die Schlacht wogte hin und her und der Feige erkannte seine Chance. Er schlich sich in der Nacht auf das Schlachtfeld und legte sich die Rüstung seines Bruders an dann verstümmelte er den Körper bis zur Unkenntlichkeit.

Am nächsten Morgen ritt er vor die Reste der Armee seines Bruders und gab sich als er aus, seine Männer glaubten an ein Wunder und mit neuem Kampfgeist beseelt griffen sie an und wendeten das Schlachtenglück, der Feind in Furcht vor dem Totgeglaubten floh Hals über Kopf vom Schlachtfeld.

Am Ende des Tages nahm der Feige den Helm ab und behauptete sein Bruder wäre nie ausgezogen um zu kämpfen, er hätte sich feige davongestohlen und wäre geflohen. Im Wald heulten die Wölfe ob der Lüge und der Feige bekam es mit der Angst zu tun. Als erste Amtshandlung verfügte er, dass alle Wölfe auf seinen Landen zu jagen sein, ihre Köpfe seien im auf Spießen zu bringen und bald schon säumten die Schädel der traurigen Tiere seine Burg, worauf die Menschen ihm den Nahmen Wolfskönig gaben.

Viele Jahre gingen in´s Land und der Wolfskönig herrschte Grausam unter der Bevölkerung, er ließ Frauen auf sein Schloss kommen, immer die schönsten und nachts hörte man ihre Schreie, manche sah man nie wieder.

Eines Tages auf der Jagd, ritt der Wolfskönig voraus und erlegte einen riesigen Hirsch, als er das Tier ausweiden wollte merkte er jedoch das der Hirsch noch nicht tot war und zu seiner Überraschung zu ihm sprach.
"Wolfskönig, dein Herz ist mehr das eines Tieres als das eines Menschen und so sollst du unter den Tieren leben wie eines von den ihren. Erst der wahre Liebe Kuss soll dich von dem Dasein als Tier befreien und wieder einen Mann aus dir machen."

Der König verstand nicht, aber als seine Jagdgesellschaft an der Stelle eintraf schienen sie ihn nicht zu erkennen sie riefen „Ein Wolf, ein Wolf, erschlagt ihn im Namen des Königs!“

Erst da merkte der König, dass er zu einem Wolf geworden war und seine Rufe nur das wilde Knurren und heulen der Bestie waren, so floh er bitterliche weinend immer tiefer in den Wald....