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Das Tanelorn spielt => Forenrollenspiele => [Ruin Master] Snow Saga => Thema gestartet von: Outsider am 2.01.2026 | 12:05

Titel: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 2.01.2026 | 12:05
Akt I
- Zeit des Zorns -
Auf dem Kupferweg nach Norden

Der Landstrich nördlich von Storhavn war für die Maßstäbe der Wildlande dicht besiedelt auch wenn es nur ein paar Weiler und drei größere Farmen waren an denen ihr vorbeikommen würdet. Sote machte euch Hoffnung darauf, dass ihr hier noch öfters mit einem Dach über den Kopf als Schlafplatz rechnen konntet. Gerade auf den größeren Farmen mit so wohlklingenden Namen wie Grünwall, Saatheim oder Outhelm würde man euch sicherlich freundlich empfangen. Die Farmen lagen nur wenige Meilen ab vom Kupferweg und wenn ihr die Nächte nicht in Regen und Kälte verbringen wolltet waren das Alternativen die sich anboten.

Das Land war geprägt durch die Hügel von "Ulve und Strafe" in deren Herzen die Festung-Stadt Hallwind thronte. Die Hügel waren sanft ansteigende Kuppen die mit wenigen ausnahmen nicht sonderlich hoch waren und deren Gipfel allesamt frei von Fels und mit saftigem Grün bedeckt waren, welches jetzt jedoch von blasser fahler Farbe war und sich vor dem kalten Wind beugte. In den Einschneidungen und Tälern zwischen den Hügel gab es eine große Anzahl von Auen und Flussläufen die mit dem ständigen Regen angeschwollen und teilweise über die Ufer getreten waren doch der Kupferweg war auch dafür ausgelegt. Mal führte eine weitläufige Brücke über das Gebiet oder es war ein Damm errichtet worden, welcher Durchlässe für das eilende Wasser hatte aber die Straße soweit erhob, das sie nicht überschwemmt wurde. 

Meist wart ihr alleine auf der Straße und das Land schien Menschenleer. Nur selten traft ihr andere Reiter oder mal einen Wagen. Meist Menschen mit Geschäften auf den Gehöften und Weilern oder Reisende wie euch die von Hallwind nach Storhavn oder zurück wollten.

Dieser, der dritte Morgen eurer Reise, unterschied sich kaum von denen davor. Ihr konntet die Sonne im Osten aufgehen sehen, bevor sie sich über die Wolken erhob, verblasste und nur ein graues trübes Licht übrigblieb. Starke Winde fegten über die Hügel und trieben die Wolken in wilden Fetzen über den Himmel, was dazu führte, dass immer wieder heftige Schauer niedergingen. Die eisigen Winde verwandelten die Tropfen in Eiskristalle welche schneidend auf euch einprasselten nur um so schnell zu verebben wie sie gekommen waren. 
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Hinxe am 2.01.2026 | 14:23
Gylfi
Auf dem Kupferweg Richtung Hallwind


Der Wechsel vom luxuriösen Leben als Gast in Oktar Grimmes Hallen zum entbehrungsreichen Dasein als Reisender auf dem Kupferweg fiel Gylfi leicht. Er war selber überrascht und brauchte eine Weile, um zu verstehen, woran es lag. Immerhin bestimmen wir, wo es hingeht. Immerhin sehen wir, dass wir vorankommen. Der Wald hatte tiefe Spuren in Gylfi hinterlassen.

Gleich zu Beginn der Reise hatte der alte skwilde Sote Heilung angeboten, auch um mit dem Boten ins Gerspräch zu kommen. Schließlich stellte er dem Sklaven die Fragen, die ihm schon seit dem Raum der Runen im Kopf herumgingen.

"Sag Sote, wer genau ist dieser Haldur Ouvar? Wessen Mann ist er? Werden wir ihn in Wretguard sprechen können? Wurden seine Angaben überprüft?" Gespannt beobachtete Gylfi sein Gegenüber und hoffte auf erhellende Antwort.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 2.01.2026 | 17:17
Sote war mehr als glücklich über die angebotene Hilfe. Wie ihr gelernt hattet war es Sklaven verboten selbst um Gefallen für sich zu bitten, die ihnen nicht von alleine gewährt wurden. Die Wunden der Auspeitschung waren notdürftig versorgt worden, aber die Verbände mussten regelmäßig gewechselt werden um Entzündungen zu vermeiden und selbst ohne das waren sie unheimlich schmerzhaft.

Sote ließ sich nichts anmerken und war vollkommen überrascht von der Güte und Gnade die ihr ihm entgegenbrachtet. Er hatte euch bis dahin zwar für Ausländer gehalten, aber für hochgestellte unter den Jarls so wie Oktar euch behandelte. Kaum jemand der sich für die Belange eines Sklaven interessierte. Gylfis Behandlungen brachten ihm deutliche Linderung und er war nur allzu gern bereit all eure Fragen zu beantworten. Er betonte immer wieder, dass er zu fast allen in Wretguard etwas sagen konnte, kannte er die Familien doch sehr gut.

„Haldur Ouvar ist der Scharfrichter und Rechtsprecher von Wretguard, einen Posten den schon seine Vorfahren und Vorvorfahren innehatten. Tomus hat niemanden ausgeschickt um die Angaben von Haldur zu überprüfen. Haldur genießt ein hohes Ansehen und um ehrlich zu sein, sein Posten als Richter und Vollstrecker macht es schwer ihm zu widersprechen. Vielleicht…“ Sote muss kurz über seine Worte nachdenken „…vielleicht hat der Fylkjarl inzwischen jemanden geschickt. Er ist kein schlechter Mensch, aber seine Gier steht ihm immer wieder im Weg, wisst ihr!?“

„Haldur ist dem Hagtorn Clan treu ergeben, seine Familie stellt die Hirdmänner des Clans, alles versierte Krieger und der Name hat eine lange Geschichte in der Gegend rum um Wretguard. Wäre das Schicksal im wohlgesonnen gewesen hätte Haldur jetzt vielleicht Fylkjarl sein können oder sogar der einzig wahre König der Wildlande. Ouvar der Enthaupter ist sein Vorfahre, der Saga nach diente er den Königen der Wildlande schon als Scharfrichter. Es gibt einen Vers über ihn!“

Sote räuspert sich, seine Augen glänzen vor Freude das er etwas vortragen darf und Gylfi ihm zuhört.

Ouvar der Enthaupter.
Des Kupfers Mann.
So stark, so groß, gerecht war seine Hand.
Der Gesetzlosen Weg war lang und gewunden.
Dem Tod, unserer Herrin, konnte niemand widerstehen.
Am Ende der Reise, von nun an bis in alle Ewigkeit
Trennt sein Hieb den Kopf vom Körper.
Hoch auf dem Hügel des Scharfrichters weht sein Umhang.
Die Klinge so scharf, der Hieb so kühn fielen unter ihm Männer wie Frauen.
Alt und Jung, die Köpfe an die hunderte zählen.
Er ist der Schnitter.
Er ist der Ender von Blutlinien, den Ouvar ist sein Name.
Ouvar der Enthaupter.

„Die Sagas berichten das Ouvar der Enthaupter zu seiner Zeit von den Menschen gemocht wurde und möglicherweise wäre er der nächste König der Wildlande geworden.“

Sote erzählt weiter.

„Aber das Schicksal meinte es nicht gut mit ihm. Eines Tages brannte sein Haus nieder und seine ganze Familie kam in den Flammen um. Viele glaubten die Seelen der Toten die unter seinen Hieben gestorben waren, wären zurückgekommen und wollten Rache. Er selbst erlitt schwere Verbrennungen und als er sich von Hügel des Scharfrichters zurück nach Wretguard schleppte soll ein Ioi auf ihn aufmerksam geworden sein, der ihm einen Pakt anbot, dafür würde der Ioi ihm seine Familie zurückgeben. Welcher Natur der Pakt war ist nicht überliefert, doch Ouvar der Enthaupter soll abgelehnt haben. Manch einer ist der Meinung, das waren nur Fieberträume des Mannes, aufgrund seiner schweren Verbrennungen. Die zu überleben allerdings schon ein Wunder war.“

„Das ist die Geschichte zum Vorfahren und ob wahr oder nicht die Leute glauben mal mehr mal weniger daran. Wer widerspricht schon jemanden dessen Vorfahr den Pakt eines Ioi abgelehnt hat? Oder, wie andere meinen, den Pakt eingegangen ist. Jedenfalls, rate ich euch diese Geschichten um seine Vorfahren nicht in Gegenwart von Haldur Ouvar zu erwähnen, die Ouvars reagieren sehr genervt auf diese alten Sagas und Gerüchte. Wer kann es ihnen verübeln.“
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: pharyon am 3.01.2026 | 08:58
Aeryn
Auf dem Kupferweg Richtung Hallwind


Der Aufbruch kam Aeryn gelegen. Endlich nehmen wir unser Schicksal wieder in unsere Hände. Aufmerksam hörte sie Sote zu, wenn er erzählte. Und wechselte sich mit den anderen beiden beim Versorgen der Wundverbände ab. Die Informationen über Haldur Ouvar sog sie in sich auf, genauso wie den Vers über dessen Vorfahr. Meistens hielt sie jedoch auf dem Weg Ausschau nach Hindernissen und Gefahren.

Bei einer Rast, während sie seine Wunden versorgte und Sote Essen und Trinken reichte, erkundigte sich Aeryn bei Sote. "Sagt, was könnt Ihr über Euch und Eure Familie erzählen? Welche Handwerke beherrscht ihr, wie groß ist Eure Familie und geht es allen gut? Und: Was könnt ihr uns über Wretguard erzählen? Gibt es dort demnächst besondere Tage? Wie viel Wachen hat es dort? Was für Handwerke werden dort vornehmlich betrieben?" Aeryn lächelte den Sklaven an und gab ihm zu verstehen, dass er ihr keine falschen Antworten geben konnte und daher frei (frei!) war, so viel oder wenig zu erzählen, wie er mochte. Aufmerksam hörte sie ihm zu, während sie die Umgebung ihrer Truppe nie ganz aus den Augen ließ.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 3.01.2026 | 13:03
Über das knackende und wärmende Feuer hinweg blickt Sote in den dunklen Himmel über euch. Es wirkt kurz so als würde ein Hauch von Schwermut einen Schatten über seine Züge legen, doch dann blickt er zu Aeryn rüber und das Lächeln kehrt in sein Gesicht zurück.

„Ich habe nur noch meinen Vater Greld, er steht ebenfalls in den Diensten der Hagtorns. Meine Mutter starb früh und Geschwister sind mir nicht vergönnt. Die Hagtorns sind gut zu uns Sklaven, keine unnötigen Schläge oder Schikanen, sie behandeln uns fast wie freie Wildländer. Mein Vater…“ ein verschmitztes, spitzbübisches Lächeln schleicht sich auf das Gesicht des Sklaven „…ist ein ziemlicher Schwerenöter, er hat etwas, ach…“ Sote seufzt „…dem die Frauen nicht widerstehen können. Er ist vorsichtig, aber sie stehen einfach auf ihn, manchmal glaube ich…“ Sote senkt seine Stimme „…Huld ist gar nicht Tomus Sohn, in seinem Herzen kommt er eher nach meinem Vater, was uns zu Halbgeschwistern machen würde. Aber das habe ich euch nie erzählt!“

Verschwörerisch blickt der Sklave in die Runde.

„Huld hat es nicht leicht, Tomus Brüder, seine Onkel haben es auf ihn abgesehen. Mehr als eine Nacht hat er sich unter ihren Schlägen in den Schlaf geweint. Er behandelt die Sklaven nicht gut, was er von seinen Onkeln bekommt gibt er an uns weiter. Er könnte ein guter Mensch sein, aber die Umstände…“ hier verstummt Sote, hat er doch vielleicht schon zu viel erzählt.

„Feiertage stehen nicht an in nächster Zeit. Wretguard ist ziemlich klein, nur noch ein paar Familien mit vielleicht ein dutzend Hirdmänner die alle von den Ouvars gestellt werden. Früher war Wretguard mal ein Basislager für die Bergleute und Steiger, jetzt stehen viele Häuser leer. Handwerk wird ebenfalls kaum betrieben, wir haben eine Schmiede, die ist in der Hand der Hjelms. Die Hjelms sind nach den Hagtorns die zweitgrößte Familie in Wretguard und ebenfalls sehr umgänglich. Ihre Sklaven sind fast freie Männer, aber das Familienoberhaupt Turulf ist sehr alt, mehr als siebzig Winter hat er auf dem Buckel und keiner glaubt das er diesen Winter noch überleben wird. Was dann aus den Hjelms wird wissen nur die Götter. Sein erstgeborener Hedar, der Schmied von Wretguard wird die Familiengeschicke dann übernehmen, das glauben jedenfalls alle. Aber irgendetwas ist falsch an Hedar, als Kind hatte ich wirklich Angst vor ihm. Alle Kinder von Wretguard hatten das und die Kindermädchen nannten ihn nur den Schrecken um uns Angst zu machen in ihren gute Nacht Geschichten. Ihr wisst schon, wenn ihr nicht schlaft holt euch Hedar der Schrecken und macht mit euch das gleiche wie mit den Tieren!“

Ein Schauer läuft über Sotes Rücken.

„Früher ist er immer durch die Felder gestreift und hat kleine hilflose Tiere, Frettchen, Hasen und Feldmäuse gefangen und zu Tode gequält und dabei immer so irre gekichert. Erst als er mit zwölf in der Schmiede anfing hörte das auf, aber ihr könnt es in seinen Augen sehen, er ist…“ Sote sucht nach Worten „…anders. Das trifft es wohl am besten!“

„Die Hagtorns züchten Rinder, die sogenannten Hagtorn Rinder, sie haben auch Schweine und Hühner. Neben meiner Aufgabe als Bote arbeite ich auch viel mit dem Vieh. Wir haben drei Bullen, wirklich riesige Berge von Tieren und nicht ungefährlich, zwölf Kühe nennen die Hagtorns ihr Eigen und mehr als dreißig Frostschweine und über einhundert Hühner. Die Hühner sind mir die liebsten. Sie scharren und legen Eier, sind immer freundlich und umgänglich. Ich mag sie!“

„Als letztes wären da noch die Norim Familie, das Oberhaupt ist Hakka und seine Frau heißt Linn. Ich habe Tomus mal sagen hören, dass er meinte Hakkas Frau wäre eine Elfe aber ich weiß nicht was er damit gemeint hat. Linn ist blind und Hakka viel älter als er sein sollte. Manche behaupten er wäre schon über zweihundert Jahre alt und wäre schon alt gewesen als die Alten noch Kinder waren, aber ich kann mir das schwer vorstellen. Ihre Tochter Maria ist die Heilerin des Ortes!“

Jetzt kommt Sote ein wenig ins schwärmen und sein Blick wandert zum Horizont.

„Sie ist weit und breit die schönste Frau in Wretguard, ach in dem ganzen Landstrich, etwas an ihr zieht einen in ihren Bann, vielleicht ihre Augen oder ihr gütiges Wesen. Huld…“ jetzt starrt Sote auf den Boden „…ist schwer verliebt in sie, ich meine wer ist das nicht, wenn man sie sieht ist es wie der Sonnenaufgang über eine Sommerwiese. Das Licht ist warm, die Luft mild, der Duft von Gräsern und wildem Mohn liegt in der Luft, noch ist es Kühl aber ihre heilenden Berührungen haben die Kraft der Sonnenstrahlen und wärmen die Haut. Ach…“ Sote seufzt erneut „…ich schweife ab. Jedenfalls Hulds Liebe wird nicht erwidert und das bricht ihm das Herz. Der Junge hat es echt nicht leicht!“

„Die Norims sind Jäger und Fischer, sie verkaufen eingelegten und Trockenfisch, nähen Kleidung aus Fellen und stellen Fallen her. Alles zu vernünftigen Preisen, ihr werdet in den Wildlanden keine bessere Qualität finden und sie werden euch keinen Heller zu viel kosten."

„Ich sollte natürlich die Familie Sorva nicht vergessen, das sind Sklaven denen man die Freiheit geschenkt hat. Dafür sind sie die Totengräber von Wretguard und leben in der Kapelle am Rande des Friedhofs. Die sind auch ein wenig komisch, deren Oberhaupt Remi ist verflucht. Angeblich soll er einen Jungen lebendig begraben haben, nicht mit Absicht…“ fügt Sote schnell hinzu „…es war ein Unglück, aber jetzt wird er von diesem Jungen heimgesucht! Rilja, Tomus erste Frau, hat mir das erzählt und sie neigt nicht dazu zu tratschen!“
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: klatschi am 4.01.2026 | 11:10
Hírngar
Auf dem Kupferweg Richtung Hallwind


Anfangs schmerzte der Körper noch von den langen Tagen auf Reisen, die Glieder steif, die Muskeln verspannt. Doch je stärker er sich wieder an das Reisen gewöhnte, je weniger sich seine Gedanken auf ein Zwicken hier oder da fokussierten, umso mehr begann er, die Umgebung zu schätzen und erfreute sich an den gemeinsamen Gesprächen und Geschichten am Feuer.
Hírngar spürte auch, dass sich etwas in der Gruppe verändert hatte, zwischen ihm, dem Meister Skwilden und Aeryn. Er hatte lange das Gefühl gehabt, ihnen zu folgen, hatte sich selbst klein gemacht. Sein öffnen, die Mission, sie machte sie zu Verbündeten, brachte sie auf Augenhöhe. Für ihn veränderte sich dadurch vieles.

Steter Zweifel nagte an ihm. Werden wir rechtzeitig kommen? War Míri noch am Leben? Was hatten die Hagtorns vor?

"Ihr seid gut zu uns, Sote, danke dass ihr uns helft, die Familie Hagtorn und Wretguard besser zu verstehen!" bedankte sich Hirngar bei dem Sklaven immer wieder. Es war ihm wichtig, ihm zu zeigen, dass Hírngar ihm den Respekt eines Gleichen zollte. Das Mindeste was wir tun können...

"Ihr sagtet, die Gier stehe dem Fylkjarl Hagtorn immer wieder im Wege. Das verstehe ich nicht. Ist das Kupfer in den Bergen erschöpft?"
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Hinxe am 4.01.2026 | 11:59
Gylfi
Auf dem Kupferweg Richtung Hallwind


Gylfi war froh darüber, dass auch seine Begleiter dem Sklaven Fragen stellten, wenn sie am Abend beim Feuer zusammen saßen. So konnte er Sote beobachten, an seiner Pfeife ziehen und sich alles immer wieder durch den Kopf gehen lassen. Irgendetwas kommt mir falsch vor. Da ist mehr dran, als es den ersten Anschein hat. Oft ließ er auch einen etwa hühnereigroßen, glatten Stein von einer Hand in die andere wandern. In diesen Momenten wirkte es, als sei er mit den Gedanken weit weg, und es brauchte immer einen Moment, bis er reagierte, wenn er angesprochen wurde.

Schließlich kam ihm ein Gedanke. Er wandte sich direkt nach Hírngar an Sote, ohne ihm Zeit zur Antwort zu lassen. "Sag, Sote, ich verstehe etwas noch nicht so ganz. Das Brautpaar und seine Bedeckung war ja noch nicht in Wretguard angekommen. Sie sind doch sicherlich auch auf dem Kupferweg gereist. Eben jenen Weg musstest doch auch Du nehmen, um zu Oktar Grimme zu reisen. Hättest Du dann nicht etwas am Rand des Weges bemerken müssen? Oder wo genau will der Henker den Jungen gefunden haben?"
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 4.01.2026 | 12:31
Aufgrund der schnell gestellten Fragen blickt Sote etwas unsicher zwischen Hirngar und Gylfi hin und her. Dann entscheidet er sich dafür erst die Frage von Hirngar zu beantworten.

„Ja, das Kupfer ist seit über dreißig Jahren versiegt, die Adern erschöpft, der Berg abgetragen in dem man es fand. Das Ende kam über Nacht erzählt man sich. Diejenigen welche in den Minen arbeiteten wussten es schon lange, aber Gier hielt sie davon ab es zu verbreiten, so war der letzte Erz Fund von einem Tag auf den nächsten das Ende des Reichtums und es kam kein Material mehr aus den Minen. Alles war darauf aufgebaut, die Arbeiter wurden davon bezahlt, Geschäfte und Familien lebten von den Arbeitern und alles wurde schlechter, vieles ging zugrunde da kein Geld mehr da war und es jetzt viel zu viele Menschen in den Wildlanden gab die weder Heim noch Einkünfte hatten.“

Dann wendet sich Sote an den alten Skwilden und seine Stimme ist vorsichtiger, als wolle er jetzt keinen Fehler machen.

„Ihr habt ja sicherlich erfahren, dass es schon über einen Monat her ist seit der Überfall passierte. Erst mit Rückkehr des Fylkjarls hat man mich losgeschickt und auch meine Reise dauerte seine Zeit, selbst wenn der Ort des Überfalls nahe an Wretguard liegt so ist mir nichts aufgefallen. Das Wetter, wilde Tiere oder das Land selbst haben alle Spuren verwischt. Mein Befehl lautete so schnell wie möglich Bericht zu erstatten, es war mir nicht erlaubt weitere Verzögerungen zu riskieren. Mit meinem Pferd bin ich nicht dauerhaft auf dem Kupferweg unterwegs, es gibt Abkürzungen für gute Reiter und starke Pferde die es mir erlauben Zeit zu sparen. Ich gebe euch recht, dass es Spuren geben müsste, aber niemand hat Haldurs Worte angezweifelt oder hinterfragt. Er ist der Rechtsprecher und Scharfrichter, warum sollte er Lügen oder die Unwahrheit sagen?“ 
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: klatschi am 6.01.2026 | 13:21
Hírngar
Auf dem Kupferweg Richtung Hallwind


Hírngar nickt bedächtig. "Es muss schwer gewesen sein für die Familien, sich danach zu ernähren. Zogen viele Familien weg oder gab es mehr Gesetzlose? Wisst ihr, wie die Familie Hagtorn darauf reagiert hatte?"
Der Holzfäller suchte immer noch ein Motiv zu erkennen, warum Oktar Grimme seine Tochter dieser Familie anvertraute.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 6.01.2026 | 15:08
Sote denkt kurz über Hirngars Frage nach.

„Ich glaube, wenn ihr das genau wissen wollt solltet ihr die Hagtorns fragen. Das Kupfer versiegte bevor ich geboren wurde und selbst das Jahrzehnt danach war ich nicht mehr als ein Jucken in den Lenden meines Vaters!“ Sote grinst schief bei seiner Wortwahl. „Für mich hat die Welt sich nicht verändert. Seitdem ich denken kann ist es schwierig.“

„Ich weiß nur die Hagtorns überlebten, in dem sie das taten was alle tun mussten. Für sich selber sorgen, vom Land leben und das wenige was man hatte zusammenhalten. Durch den Kupferrausch haben die Hagtorns das Recht in der Gegend Steuern zu erheben und den Zehnt einzutreiben. Sie sind immer noch die Familie die den Fylkjarl stellt.“
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: pharyon am 7.01.2026 | 20:46
Aeryn

"Hakka Norims Frau ist also eine Elfe? Das würde Maria ja dann zu einer 'Halbelfe' machen, wie es in manchen Ländern heißt. Haben sie helle oder dunkle Haut - Linn und Maria?" Aeryn schmunzelt ein wenig, als sie Sote von der Heilerin schwärmen hört. Die Familie klingt interessant. Sollte sich die Gelegenheit ergeben, mache ich mich mit ihnen bekannt - wenn nicht sogar vertraut.

An ihn und ihre Gefährten gerichtet. "Wollen wir uns eigentlich den Ort des Zwischenfalls zuerst anschauen? Das bedeutet zwar mehr Tage in der Wildnis, bevor wir Zivilisation ... (hier macht Aeryn eine kurze Pause) erreichen. Dafür können wir später gegebenenfalls bessere Fragen stellen. Und falls es Spuren gibt, die Anlass zu Hoffnung versprechen (hierbei blickt sie insbesondere Hírngar an), könnten wir schneller darauf reagieren. Sind wir uns in dieser Sache einig?"
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Hinxe am 7.01.2026 | 21:03
Gylfi
Auf dem Kupferweg Richtung Hallwind


Interessiert lauschte Gylfi Sotes Ausführungen über die Anwohner von Wretguard. Er versuchte, sich so viel wie möglich einzuprägen. Dabei ließ er jetzt eine weiße Feder durch seine Finger gleiten.

Auf Aeryns Frage antwortete er in ruhigem Ton: "Bis dahin ist es noch ein langer Weg. Erst kommen wir nach Hallwind. Und wenn ich Sote hier richtig verstehe, wissen wir ja gar nicht genau, wo sich das Unglück ereignet hat. Wir halten die Augen offen und sollten wir den Ort ausfindig machen können, halten mich keine zehn Trolle davon ab, alles genau zu unzersuchen." Dann lächelte er seine Gefährtin an.

"Ich befürchte aber, dass wie erst an unserem Zielort vom Scharfrichter näheres erfahren können. Wenn er es denn mit uns teilen will..." Hier warf der Alte einen forschenden Blick auf den Sklaven.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 7.01.2026 | 23:14
Während Gylfi den herzförmigen Stein durch die Finger wandern lässt bemerkt er das dieser warm ist. Eine sanfte Wärme wie die Berührung nackter Haut, oder warmen Wassers.

„Maria und ihre Mutter haben sehr helle Haut, seidig weiß. Linns Haare sind von einem tiefen rot und ihre Augen haben die Farbe der Erde, ein tiefes sattes Braun. Marias Haare dagegen sind schwarz wie das Gefieder von Raben und ihre Augen haben die Farbe eines tiefen Blaus, fast schwarz, sie funkeln wie die Sterne selbst.

„Es gibt einen Vers in Wretguard, welcher Marias Augen beschreibt, lasst mich kurz überlegen ob ich ihn noch zusammenkriege!“

Sote räuspert sich erneut.

„Ein Blau ins schwarz getönt zu später Stunde den Himmel krönt. Sternenfunkeln, diamantengleich der Krone zur Schönheit gereicht!“

Sote errötet leicht.

„Wenn das Sternenlicht sich in ihren Augen spiegelt, ist es als wären sie ein Teil des Himmels selbst! Es tut mir leid ich schweife schon wieder ab!“

Auch wenn Aeryn nur eine Dyfir ist, so war ihr Vater ein Illmalaini und hat ihr so manche Geschichte von Soj erzählt. An der Erzählung von Sote muss etwas falsch sein, auch wenn die Elfe keine Lügen in seinen Worten erkennen kann. Nach seiner Beschreibung müssten Linn eine Illmalaini sein und Maria somit ebenfalls eine Dyfir, doch rotes oder schwarzes Haar ist unter Illmalaini so selten das in jeder Generation nicht mal eine Handvoll Elfen mit dieser Haarfarbe geboren werden. Ausgerechnet im hohen Norden der Wildlande zwei davon zu treffen ist nahezu ausgeschlossen.   

Der Sklave wendet sich dem Skwilden zu.

„Es ist richtig, das wir den genauen Ort des Überfalls nicht kennen. Ich denke Ouvar wird sein Wissen mit euch teilen, wenn er auch schwer von etwas anderem zu überzeugen sein wird, als dass was er berichtet hat. Er ist es nicht gewohnt das man ihm widerspricht und Fremde sind in Wretguard nicht gern gesehen. Die Leute sind verschlossen.“
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 11.01.2026 | 12:28
Neun Tage braucht ihr für die Reise von Storhavn nach Hallwind. Die Festungsstadt liegt im Herzen der Hügel von Ulve und Strafe. Auch wenn es länger gedauert hat als erwartet seid ihr froh den Wagen dabei gehabt zu haben. Alle Pferde sind noch gesund und ihr konntet Decken und andere Annehmlichkeiten sowie besseres Essen und Ausrüstung transportieren. Wer geritten ist, konnte seinem Hintern auf der Bank des Wagens eine Pause vom Sattel und dem Pferderücken eine Pause vom Reiter gönnen.

Ein Runenstein an der letzten Weggabelung weist den Weg.

Wenn man dem Kupferweg nach Norden folgt liegt dort nur noch Nord Hall und es sieht so aus als würde hinter Hallwind die Zivilisation enden und der ungezähmte Teil der Wildlande anfangen. Von den Hügeln aus könnt ihr Hallwind sehen. Die Stadt ist auf dem höchsten Hügel der Gegend erbaut und Thront über dem Land, als Mahnung an alle Feinde. Wer auf den hohen Türmen Wache hat wird Meilenweit in das Land sehen können. Ein zwölf Meter hoher steinerner Wall mit überdachtem Wehrgang schließt die Stadt ein und es gibt nur ein paar wenige Häuser außerhalb des Walls die soweit von der Mauer entfernt stehen, dass ein Angreifer sie nicht strategisch nutzen könnte. Die Festung der Saatigias liegt im Nordwesten der Stadt, ein über zwanzig Stockwerke hoher Bergfried thront über der Stadt.

(https://i.ibb.co/ppDV97f/Hallwind.png)

Bei eurer Ankunft regnet es mal wieder und es sind nur wenige Leute auf den Straßen. Am Torhaus durchsuchen die Wachen kurz euren Wagen nach etwas das verzollt werden muss, finden aber nichts und entlassen euch in die Gassen der Stadt. Ihr merkt schnell, dass nicht nur die Festung sondern die ganze Stadt als Verteidigungsanlage geplant wurde. Häuser, Plätze und Durchgänge sind nicht zufällig entstanden, sie wurden geplant. Immer wieder kommt ihr auf einen Platz der von Häusern umringt ist die eine Mauer verbindet. Während Verteidiger sich zurückziehen können ohne das man ihnen in die Flanke fällt wird ein vorstürmender Angreifer immer wieder auf Plätzen landen und sich einer Wehrmauer oder Turm gegenübersehen von dem aus er beschossen, mit Steinen oder brennendem Öl übergossen werden kann. Kein direkter Weg führt durch die Wälle und so dauert es ein wenig bis ihr die Festung selbst erreicht wo ihr von Hloe und seinem Cousin Grimhil empfangen werdet. Vilgar Saatigia hat wichtigeres zu tun, aber der Empfang durch die Jungen Saatigias ist herzlich und sie stimmen das Schmählied auf Galve und den Blauaxtclan an als sie Gylfi auf dem Wagen sehen.

„Seht, wir haben uns die Zeilen gemerkt und haben diesen Spaß nicht vergessen! Seid unsere Gäste!“

Der Abend vergeht wie im Fluge und euch wird eine warme Mahlzeit und weiche Betten zur Verfügung gestellt. Natürlich fließt auch wieder Ale im Überfluss und Hloe, Grimhil und Elvijö wollen alles von euch wissen, was ihr auf der Reise erlebt habt. Die Geselligkeit endet und ihr bezieht eure Betten, erschöpft von der Reise und dem beständig schlechter werdenden Wetter. So angenehm ein Wagen auch ist und trockene Decken umso besser sind starke, dicke Festungsmauern und eigene Zimmer im Gästeflügel der Burg. Sote selbst ist bei den anderen Sklaven untergebracht, euer Wagen steht im Stall und eure Pferde werden versorgt.

Das Licht schwindet und die Nacht bricht herein. Euer schlaf kommt schnell, die Bäuche voll, der Kopf gewärmt, der Geist gesättigt von anregenden Gesprächen.

Hirngars schlaf ist unruhig, immer wieder wirft er sich in den Laken hin und her. Ein Traum quält seine Ruhe.

Du stehst ganz allein auf einem eisigen, kalten und gefrorenen Feld. Ein dunkler Schleier liegt schwer und bedrohlich über dem Himmel. Als du versuchst dich zu bewegen musst du feststellen, dass deine Füße am Boden festgefroren sind. Die Kälte ist unerträglich und Panik beginnt in deiner Brust aufzusteigen. Dann ein Geräusch. Kriegstrommeln in der Ferne und am Horizont des gefrorenen Feldes ziehen dunkle Gestalten auf. Dir kommt es vor als würde die Zeit stillstehen, oder als wenn die Zeit auf dem eisigen Feld keine Bedeutung hat. Jeder deiner Atemzüge dauert Minuten. Die Gestalten nähern sich dir mit erschreckender Geschwindigkeit. Das Dröhnen der Trommeln hallt in deinen Ohren wider und der Takt wird schneller und schneller. Deine eigenen Bewegungen werden fahriger, langsamer. Eisiger Wind zerrt an deiner Kleidung und du spürst wie langsam aber sicher die Wärme deinen Körper verlässt. Eine dünne Eischicht bedeckt deine Haut, wie die Rinde eines Baumes und am liebsten würdest du schreien, aber dein Mund ist nicht mehr in der Lage Wörter zu formen. Müdigkeit steigt in dir empor und du wirst immer schwächer. Die Gestalten kommen immer näher, jetzt kannst du ihre Gesichter sehen. Tote, leere Augen starren dich an.

Dann, urplötzlich verstummen die Trommeln und es nichts weiter zu hören als der eisige Wind der an deiner Kleidung zieht und zerrt. Die Toten halten inne, ihr Marsch stoppt. Die Trommeln werden durch den Schlag deines Herzens ersetzt. Eine dunkle Gestalt mit leeren weißen Augen reitet auf einem toten Pferd auf dich zu. Die Armee der Toten teilt sich vor dem Reiter bis er direkt vor dir steht. Knirschend stampfen seine Füße auf als er aus dem Sattel steigt. Blutige, geschundene Hände greifen nach deiner Kehle, lange Finger Krallen sich in dein Fleisch und drücken zu. Mit übermenschlicher Stärke wird das Leben aus dir herausgepresst. Die Hoffnung schwindet, Widerstand ist zwecklos, das Schicksal klar. Deine Seele verlässt deinen Körper und die Welt um dich herum verschwindet hinter einem blassen Schleier. Du stehst am Abgrund, einen riesigen schwarzen Mahlstrom, eines düsteren Labyrinths und die Seelen der Toten zerren an dir wie der eiskalte Wind auf dem Feld. Die Fetzen deiner Kleidung peitschen im schwarzen Wind wie die Banner einer geschlagenen Armee. Verzweifelt stellst du fest das du tot bist, wie all die anderen Seelen die hier an diesem Ort gefangen sind. Plötzlich beschleicht dich das Gefühl einer nahenden Präsenz.

Verhängnis und Angst. Du existierst nicht mehr, noch hast du es jemals…

Mit einem Keuchen erwacht Hirngar und wie im Traum scheint die Zeit still zu stehen. Das Fenster zu deinem Zimmer steht weit offen und erste Schneeflocken werden vom Wind hereingeweht, sie schweben in der Luft als würde für sie keine Schwerkraft gelten, stehen still und dann siehst du die Gestalt welche an deinem Bettende sitzt.

Ein Kind, jünger als Miri, schlank, seidig weiße Haut, lange, schwarze Haare welche ihr über den Rücken fallen. Trotz der Kälte kann Hirngar sehen, dass das Kind nur ein schlichtes weißes Leinenkleid trägt welches sich in der Farbe kaum von ihrer Haut abhebt. Die Augen des Kindes jedoch sind tiefe schwarze Tümpel und in ihnen brennt ein unstillbarer Hass.

Ein Hass auf dich.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: klatschi am 13.01.2026 | 10:50
Hirngar
in seiner Kammer in Hallwind


Schlagartig öffnet Hírngar die Augen, keucht, hustet, meint, die Kälte seines Traums noch durch seinen Körper wandern zu fühlen. Er bemerkt dass er schweißgebadet ist, Tränen laufen seine Schläfen hinab, mischen sich mit dem Schweiß seiner nassen Haare. Das Fenster. Schließen.

Sein Blick fällt auf die Gestalt am Bettende und aus dem Keuchen wir ein Schrei. Wortlos, laut, gefühlt endlos. Hirngar schmeißt sich zurück, zieht die Bettdecke mit, ein erbärmlicher Schutz, drückt sich im Bett weit weg von der Gestalt und dem Hass. Ein erneuter Schrei. Dann ein Husten, die Kälte des Raums, Hirngar meint, nicht mehr sprechen zu können, sieht sich in seinem Traum, festgefroren, handlungsunfähig und hoffnungslos. Das Husten wird stärker, er sieht Sterne vor den Augen. Es hilft ihm, sich zu fokussieren.

"Was bist du?" fährt er das Wesen an. "Verschwinde!"
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 13.01.2026 | 11:50
Ohne ein Wort zu sagen, zerfällt die Gestalt des Kindes in eine Wolke aus Eiskristallen als der Waldläufer sie anspricht. Hirngars Atem kondensiert in der Luft vor ihm, dann mit einer Bö eiskalten, schneidenden Windes rauscht die Eiswolke aus dem Fenster und die Läden schlagen so laut zu, dass das Poltern selbst in den anliegenden Schlafgemächern von Gylfi und Aryn zu hören ist und beide aus den Träumen reißt.

Dort wo das Mädchen auf dem Bett gesessen hat überzieht Raureif das Holz des Bettgestells und Hirngars Decke der jetzt langsam auftaut.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Hinxe am 14.01.2026 | 19:03
Gylfi
Auf Feste Hallwind


Gylfi hatte sich schon vor Jahren damit abgefunden, dass er in seinem Alter nur noch selten mehr als 4-5 Stunden Schlaf am Stück fand. Entweder drückte die Blase und musste entleert werden oder er fand gar nicht oder erst nach Stunden des hin und her Wälzens in das Reich der Träume. Auf Reisen aber, an Tagen, an denen er viel an der frischen Luft war und sich am besten noch körperlich verausgabte, reichte am Abend ein Becher Mets und er schlief, als ob nochmal ein Jüngling von 30 Jahren wäre.

So brauchte der Alte einige Augenblicke, bis er realisierte, dass er sich auf Feste Hallwind in einem der Gästezimmer der Saatigias befand und ihn etwas aus dem Schlaf gerissen hatte. In aller schnelle zog er sich seine Sandalen an, entzündete das Nachtlicht und verließ sein Zimmer. Was ist denn hier bloß los? Hoffentlich nur ein Sklave, der mit einem Eimer Waschwasser gestolpert ist.

 
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: klatschi am 14.01.2026 | 23:45
Hírngar
in seiner Kammer in Hallwind


Als die Gestalt zu Eiskristallen zerfiel, sprang Hírngar aus dem Bett, riss die Tür auf und krabbelte rückwärts auf den Gang. Die Kälte des Raums fraß sich in seine Knochen, der Atem dampfte. Die Augen weit aufgerissen drückte sich der Holzfäller gegen die Wand des Ganges. "WAS bist du??" hauchte er
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: pharyon am 17.01.2026 | 22:49
Aeryn - in ihrer Kammer auf Feste Hallwind

Aeryn hatte es sich in fremden Gemchern zu eigen gemacht, diese zu prüfen. Wie sind die Zugänge, kann man des nachts überrascht werden. Erst nachdem sie für sich einen Plan für schnelle Optionen bereitgelegt hatte, entspannte sie sich langsam. Die Kälte und Nässe der Reise wollte sie noch etwas vertreiben. Und so begann sie ihre Übungen, die den Körper wär.men und die Seele beruhigen sollten. Nachdem sie damit fertig war, konnte sie sich zur Ruhe begeben. Der Schlaf vermochte verlorene Kräfte zurückzubringen.

...

Was war das? Ein Schrei hatte sie aus dem Schlaf gerissen. Es gab etwas Unruhe, jedoch nicht in ihrem Zimmer. Ruhig versuchte sie Geräusche auszumachen. Da war etwas ... auf dem Flur. Sie schnappte sich ihren Dolch, schlüpfte in die Schuhe und huschte leise zur Tür. Vorsichtig öffnete sie diese, um einen Blick auf den Gang zu werfen. Was geht hier vor? Wachsam lauschte und beobachtete sie.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Hinxe am 18.01.2026 | 14:36
Gylfi
Auf Feste Hallwind


Im schwachen Licht seiner Funzel erkannte Gylfi zum einen Aeryn, die ebenso wie er gerade aus ihrer Kammer getreten war, als auch den am Boden kauernden Hírngar. Die von seinem Gefährten gehauchte Frage, in dessen Kemnate hinein gestellt, ließ den alten skwilden vorsichtig werden. Was geht hier vor. Halawen steh uns bei!

Mit mißtrauischer Stimme sprach der Alte Hírngar an. "Was geschieht Dir, mein Freund? Wer raubt Dir den Schlaf?" Er fröstelte, bemerkte erst jetzt die garstige Kälte, die aus der Kammer des Waldläufers kam. Noch hatte Gylfi keinen Schritt auf Hírngar zu getan.   
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: klatschi am 23.01.2026 | 00:04
Hírngar
auf dem Gang vor seiner Kammer in Hallwind


Die Augen weit aufgerissen, starrt Hírngar auf das Nichts in seinem Zimmer, das zerfallene Kind, der Dämon, der Geist, das... das Wesen, das ihn heimsuchte. Was soll ich sagen?
"Es war der Hass auf alles Lebende..." entfuhr es ihm, er fröstelte, sein Körper schüttelte sich kurz und heftig, als er sich an die Kälte erinnerte. Und dann brabbelte er los, unkontrolliert, unstrukturiert, starrte weiterhin auf sein Bettende, lenkte seinen Blick nicht auf den skwilden oder Aeryn.
Er berichtete von seinem Traum, in knappen Zügen, in Worten, die dem Gefühl der Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit und Kälte nicht gerecht wurden. Worte versagten, Hírngar ärgerte sich, dass er nicht die richtigen Ausdrücke für das fand, was er wirklich vermitteln wollte, was er wirklich fühlte. Aber was fühle ich denn? Was war das? War es Hoffnungslosigkeit? War es Angst? War es ein Traum?
Das Mädchen am Ende seines Bettes. Der Holzfäller beschrieb sie im Detail, ohne wirklich zu beschreiben, wie furchterregend sie war.

Endlich blickte er seine Gefährten an.
Jetzt erst konnten sie erkennen, dass Hírngar weinte, und dass die Tränen an seinen Backen gefroren.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: pharyon am 23.01.2026 | 12:41
Aeryn
auf dem Gang vor Hírngars Kammer in Hallwind


Aeryn war sich nicht sicher, ob sie richtig verstand. Das was Hírngar erzählte, was aus ihm herausquoll war schwer verständlich, irritierend und ... gruselig. Aber sie sah, was das Erlebnis bei ihm auslöste. Aeryn fühlte sich hilflos. Gegen so einen Gegner, so ein Geschehen, fiel ihr nichts ein. Zwar hatte ihre Mutter ihr ein paar fantastische Geschichten, ein paar Märchen, erzählt, und auch die ein oder andere Erinnerung an ihren Vater enthielt Erzählungen von mystischen Dingen. Aber seit sie unterwegs war, kamen ihr derlei Erlebnisse nicht mehr vor. Sie wusste, dass es Magie und Mystisches gibt, hatte selbst jedoch nie einen Zugang dazu gefunden. Jetzt saß, nein, kauerte vor ihr Hírngar, ein gestandener kräftiger Mann, und war hilflos. Was sollte sie nur tun?

Ein paar Augenblicke überdachte Aeryn die Situation, ihre Hilflosigkeit, ihr Mitleid, den Schrecken, den das alles auslöste. Dann kam er endlich. Der eine hilfreiche Gedanke. Kleine Schritte. Aeryn überwand ihre Starre, steckte den Dolch in die Dolch-Scheide und näherte sich Hírngar. Mit Blick zu Gylfi sagte sie nur ein Wort. "Decke." Dann umarmte sie Hírngar, versuchte, ihre Wärme mit ihm zu teilen. Ihn so wieder zum Leben zurückzuholen.

Denn er war eiskalt.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Hinxe am 24.01.2026 | 19:20
Gylfi
Auf Feste Hallwind, vor Hírngars Kammer


Auch Gylfi tat sich schwer damit, den Ausführungen Hírngars zu folgen. Er wird es später wiederholen müssen. Als sein Gefährte zu der Beschreibung des Mädchens kam, warf er einen schnellen Blick in die Zelle, um sicherzustellen, dass keine Gefahr mehr drohte.

Aeryn überraschte den Alten mit ihrer Geste, obwohl sie doch so naheligend war. Er nickte knapp, eilte in seine eigene Kammer und holte die Decke, die ihn selbtst noch vor Augenblicken im Schlafe warm gehalten hatte. Er kniete sich hin und breitete sie sanft über die Beiden aus. Schwerfällig erhob er sich mit einem Ächzen. "Ich werde etwas Wärmendes besorgen."

Er machte sich auf, um einen Wächter, einen Sklaven oder die Küche zu finden. Ich kann auch einen Schluck Brand vertragen. Bei seinen Worten lief es mir kalt den Rücken runter...
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: klatschi am 29.01.2026 | 23:52
Hírngar
auf dem Gang vor seiner Kammer in Hallwind


Die Nähe zu Aeryn hätte Hírngar in einer anderen Situation erstaunt - seine Gefährtin hatten etwas Respekteinflössendes an sich, dass sicher in Hírngars fehlendem Kontakt mit ihrem Volk und den Geschichten in seinem Kopf zusammenhing. Doch ihre Nähe war tröstend, angenehm warm. Geteilte Wärme, anders als die Einsamkeit der Eiseskälte und die Todesgestalt. Die Decke fühlte sich nach Geborgenheit an und in Aeryns Armen weinte der Holzfäller, er weinte aus Angst, aus Hilflosigkeit, aus Anspannung wegen Miris Verschwinden. Hírngar weinte auch aus Dankbarkeit, für die Wärme, die Geborgenheit ihrer kleinen Gemeinschaft, weil er nun angekommen war.
Er weinte, bis seine Tränen versiegten.
„Was war das, bei allen Göttern der Erde??“ krächzte er und hoffte, dass seine Gefährten mehr verstanden als er.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: pharyon am 30.01.2026 | 20:15
Aeryn
auf dem Gang vor Hírngars Kammer in Hallwind


Aeryn ließ ihn weinen. So ganz verstand sie noch nicht was er gesehen hatte. Aber sie merkte, dass ihm die Nähe guttat. Ihn beruhigte, auch wenn er noch immer sehr verstört war. Die Sache war ihr nicht geheuer. Warum hatte Hírngar diese Art von Begegnung? Oder war es eine Vision? Oder nur ein Alptraum. Letzteres konnte sich Aeryn nicht vorstellen. Auch wenn sie in diesen Dingen nicht bewandert war. Sie streichelte Hírngar noch immer durch sein Haar, hielt seinen Kopf an ihrer Schulter geborgen. Was machen wir jetzt? Vielleicht weiß Gylfi Rat? Ein Blick in seine Richtung offenbarte, dass er noch nicht zurück war. Wie lange ist er jetzt schon unterwegs? Aeryn hatte ihr Zeitgefühl etwas verloren. Hoffentlich war Gylfi nichts auf seinem Weg zugestoßen. Sie konnte ihm jetzt nicht helfen.

Etwas später antwortete Aeryn auf Hírngars Frage. "Ich weiß es leider nicht. Vielleicht weiß Gylfi etwas mehr. Wir werden es herausfinden, vielleicht dauert das aber etwas. Wer weiß, ob das dann gut oder schlecht für uns ist." Aeryn atmete tief durch. Das, was jetzt vor ihr lag, war schwierig, machte ihr Angst. "Wenn du willst helfe ich dir ein wenig. Ich habe vor langer Zeit gelernt, dass man den Schrecken mindern kann, wann man das Erlebte wiedergibt, aber dabei geführt oder abgelenkt wird. Das nimmt dem Schrecken ein wenig Macht. Willst du das versuchen?" Bei der Frage versuchte Aeryn, Hírngar ins Gesicht zu schauen, aus seiner Reaktion abzulesen, wie weit sie beide gehen konnten.

Wenn ich hier einen Fehler mache, wird der Schrecken nur noch schlimmer in ihm. Oder wächst auch in mir. Sie hoffte, dass sie keinen Fehler machen würde.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: klatschi am 1.02.2026 | 11:11
Hírngar
auf dem Gang vor seiner Kammer in Hallwind


Hírngar starrt immer noch auf seine Kammer, das Bett und meint, den Schemen der Gestalt zu erkennen. Er fühlt die Nähe von Aeryn und die dankbare Wärme ihres Körpers und der Decke. Die Angst, die Panik, sie kriechen langsam fort, verblassen. Der Verstand setzt wieder ein.

"Aeryn, was ist, wenn es mit dem Gedicht zu tun hat? Mit Miris Erinnerungen?"
Er zitiert die Worte, kann sie auswendig, seine Stimme nimmt leicht den Singsang des Kinderliedes an, das ihm hilft, die Worte zu verinnerlichen.
"the days of light rush by, dark times shall come."
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Hinxe am 3.02.2026 | 23:20
Gylfi
Auf Feste Hallwind


Gylfi hatte sich von einem Sklaven eine Schüssel heißer Suppe und ein Horn warmen Mets bringen lassen. Den ebenfalls verlangten kleinen Becher Schnaps hatte er sofort runtergestürzt. Während er auf den Mann hatte warten müssen, war er volle Sorge um seinen jungen Gefährten gewesen. Der Geist ist eine zerbrechliche Angelegenheit. Der Körper mag stark sein, aber wenn der Wille zum Leben erlischt...

Bei Hírngar angekommen hörte der Alte noch die von Miri stammendenden düsteren Worte. Zuerst bot der dem unter der Decke kauernden Mann die wärmende Speise an. "Hol Dir ein bisschen der Wärme der Lebenden zurück, bevor wir uns solchen Dingen zuwenden!", sagte er mit sanfter Stimme. Mit einem fragenden Seitenblick zu Aeryn bot er ihr das Horn mit dem gewärmten Honigwein an.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: pharyon am 4.02.2026 | 10:00
Aeryn
auf dem Gang vor den Kammern in Hallwind


Aeryn nimmt das Horn, das Gylfi ihr anbietet, gerne. "Danke." Ein tiefer Schluck hilft ihr, ihre Gedanken zu sortieren. "Ich weiß nicht, ob die Erscheinung hier mit den gesammelten Versen zusammenhängt. Es ist gut möglich. Wie dem auch sei. Wenn die Verse Wahrheit werden sollten, werden wir das früher oder später erfahren. Jetzt im Moment zählt für mich euer Wohlergehen und dass wir herausfinden, ob Miri noch lebt oder, wenn nicht, wo ihre... ihr Körper noch ist, um sie zu ihrem Vater zu bringen. Kannst du aufstehen?" Langsam versucht sie Hírngar aufzuhelfen und ihm die Decke wieder umzusehen. "Wie fühlst du dich jetzt im Moment?".
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 7.02.2026 | 13:34
Vor dem Fenster von Hirngars Kammer tanzen die Schneeflocke. Die Dächer von Hallwind werden weiß und in den Ecken der Gassen sammeln sich die Flocken. Der Winter naht und tiefhängende graue Wolken tragen die Kälte von den eisigen Ebenen hinter den Eisenbergen bis weit hinein in die Wildlande. Der Wind heult und säuselt um den Bergfried und immer wenn ihr meint das Wimmern und Klagen verschwindet im Hintergrund ist da ein Flüstern in den Böen. Ihr könnt nicht sagen ob ihr es wirklich hört oder ob es nur der Wind ist eine Einbildung der Ereignisse.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: klatschi am 8.02.2026 | 22:08
Hírngar
auf dem Gang vor seiner Kammer in Hallwind


Hírngar nimmt Aeryns Angebot an, richtet sich langsam auf, er ist schwach. Ausgelaugt. Der Schrecken des Traums, der lebendige Alptraum der Gestalt vor seinem Bett, der Weinkrampf - es hat ihn einfach grundlegend erschöpft. Der Holzfäller spürt, wie eine große Anspannung von ihm abgefallen ist, als er geweint hatte und sich der Nähe und Wärme seiner Freundin hingegeben hatte.
Endlich angekommen. Ich habe endlich meinen Platz gefunden. Das Gefühl erwärmt ihn immer noch, dankbar greift er zur Suppe und setzt die Schale an. In der Kälte des aufziehenden Winters ist sie schon etwas abgekühlt, aber dennoch etwas zu heiß. Nur ein wenig. Hírngar setzt sie an, trinkt in kleinen Schlucken und genießt das Brennen in seinem Körper, das Gefühl, etwas anderes spüren zu können, als Kälte.

"Ich weiß nicht..." fängt er an. Hat es etwas mit dem Lied zu tun? Steht uns das Ende der Welt bevor? Er ringt nach Worte. Wie fühle ich mich eigentlich? Emotionen stürmen auf Hírngar ein, Gefühle, die er immer zurückgedrängt hatte. Die Sehnsucht, Miri zu finden, um sie nach Hause zu bringen. Die Spuren von Unsicherheit in der Gesellschaft seiner Begleiter. Der Traum eines Lebens aus den Legenden. Das Suchen nach Worten. Der Schmerz in seinen Knochen. Die Müdigkeit. Ich bin so müde.

Er fängt erneut an.
"Ich bin so müde, Aeryn." Eine kurze Pause. "Und ich habe Angst - vor dem, was ich gesehen habe... Aber auch vor dem, was wir finden werden." Alles muss raus, wir sind unter uns. Sie haben es verdient. Ich kann ihnen trauen. Er flüstert, hat Angst, dass fremde Ohren das hören könnten.
"Ich... ich habe Angst um Miri. Ich fühle mich ihr verbunden. Also, nicht so wie ihr jetzt meinen könntet - sie hat mich geöffnet, mich einfach angesprochen, mir Geschichten erzählt... Ich..." Hírngar beginnt zu stammeln, wieder überfordert, seine Gefühle für Miri in Worte zu gießen. "Es ist ungerecht, dass sie diesem Idioten zur Braut gegeben wurde, sie hat so viel besseres verdient und sie war so traurig. Und zurecht. Und ihr Vater hat sie an eine Familie mit Namen verkauft im letzten Winkel des Landes und weint bittere Tränen, die seine Schuld sind und nun ist sie vielleicht tot und dieses dreckige Schwein eines Bräutigams lebt und die Götter der Erde und der Dunkelheit seien mein Zeuge, ich werde..." Hírngar merkt, dass er sich in Rage redet, nimmt den Met und trinkt einen Schluck. Besser so.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Hinxe am 9.02.2026 | 16:56
Gylfi
Auf Feste Hallwind


Ein wahrer Redeschwall! Gylfi war von Hírngars Worten überrascht. Doch konnte er mit ihm fühlen, Miri bedeutete Hírngar viel.

"Wir werden für Miri tun, was in unserer Macht steht. Retten oder rächen, je nachdem, was die Flowras gewähren mögen." Gylfi sprach in fast väterlichem Ton zu seinem Reisegefährten. "Du brauchst jetzt aber eine warme Schlafstätte, um Dich zu erholen. Ich werde eine neue Kammer für Dich beschaffen."

Gylfi ging den Gang wieder entlang, um einem Sklaven mitzuteilen, dass eine neue Schlafstatt benötigt wurde. Dabei warf er einen Blick durch Hírngars alten Raum. "Ja, ja, der Fimbulwinter kommt.", murmelte der Alte vor sich hin, als er einen Blick aus dem Fenster warf und ob des Flüsterns im Wind ein Schaudern unterdrücken musste. 

Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: pharyon am 16.02.2026 | 15:34
Aeryn
auf Feste Hallwind


Nachdem der Diener ihnen eine neue Kammer gezeigt hatte, auch auf dem Gang, jetzt benachbart zu Gylfi, begleitete Aeryn Hírngar zu seiner neuen Schlafstätte. "Egal was du vorhast, du wirst Ruhe brauchen. Schlaf. Soll ich heute Nacht bei dir bleiben? Für alle Fälle?" Aeryn schaut Hírngar aufmerksam an, nachdenklich. "Natürlich kann auch Gylfi bei dir bleiben, wenn dir das lieber ist." Den letzten Satz begleitet ihr Gesicht mit einem schelmischen Ausdruck, während sie von Hírngar einmal zu Gylfi und wieder zurück schaut.
Danach schaut sie ihre Gefährten ernst, aber sanft an. "Ich weiß auch nicht, ob uns gefallen wird, was vor uns liegt. Aber wir sind jetzt in Bewegung. Wie Kugeln, die einen Hang hinunterrollen. Wir müssen in Bewegung bleiben. Egal wo wir landen. Ich verlasse mich auf Euch. Genauso könnt ihr Euch auf mich verlassen." Ein Gähnen unterbricht, dass Aeryn sich in eine milde Rage redet. "Wir sollten versuchen zu schlafen. Und uns morgen früh bereit für die weitere Reise machen. Je früher wir Antworten und Hinweise haben, desto klarer dürfte unser Weg werden. Was meint ihr?"
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: klatschi am 16.02.2026 | 22:25
Hírngar
auf Feste Hallwind


"Schlafen... ja." Werde ich schlafen können? Hírngar nickte langsam, fuhr sich mit der Hand durch sein Gesicht.. "Du hast Recht, Aeryn. Etwas Schlaf wird uns helfen, einen klaren Kopf zu bekommen." Aber werde ich schlafen können?
Der Holzfäller versuchte sich an einem Lächern. "Ich danke für das Angebot und für deine Wärme. Aber ich denke, ich schaffe den Rest der Nacht alleine." So können zumindest sie sich ausruhen.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Hinxe am 17.02.2026 | 20:03
Gylfi
Auf Feste Hallwind


Skeptisch sah Gylfi Hírngar an, als dieser auf Aeryns Frage antwortete. Dann zuckte er mit den Schulter. "So lasst uns die Ruhe finden, die wir alle brauchen. Die Reise wird sicherlich nicht leichter werden, je weiter wir voranschreiten."

In seiner Kammer angekommen, stierte der Alte noch eine Weile auf seiner Schlafstätte sitzend vor sich hin. Was erwartet uns? Werden wir dem gewachsen sein? Als er schließlich in den Schlaf fand, stand der Sonnenaufgang bereits kurz bevor.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: pharyon am 19.02.2026 | 10:28
Aeryn
auf Feste Hallwind


Aeryn schaut Hírngar nachdenklich an. Will er wirklich die Nacht allein verbringen? Meint er, das gelingt ihm alleine? Nachdem er jedoch entschlossen scheint, dass er keine weitere Gesellschaft benötigt, zuckt Aeryn mit den Schultern. "Du weißt, wo meine Kammer und wo Gylfis Kammer ist. Falls du etwas brauchst, zögere nicht uns zu fragen." Dann richtet sich die Dyfir auf und reckt sich kurz. Bevor Sie Hírngar in seine Kammer gehen lässt gibt sie ihm einen kurzen Kuss auf seine linke Wange. "Dann viel Glück und einen möglichst erholsamen Rest an Ruhe."

Danach geht sie in ihre Kammer, schließt die Tür und lässt sich auf ihr Bett sinken. Das Kissen lehnt sie zwischen die kalte Wand und sich, die Decke legt sie über sich, der Dolch liegt in Griffweite neben ihr. Nachdenklich schaut sie zu ihrem kleinen Fenster und den kleinen Schimmern Licht, die sich hereinschmuggeln. Während sie über ihre Gefährten, sich, das gemeinsame Schicksal, Miri und die Zukunft Gedanken macht, schläft sie langsam ein.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 20.02.2026 | 13:05
Die Nacht vergeht und die Gestalt kehrt nicht zurück. Ein jeder von euch versucht noch so viel Schlaf zu finden wie möglich bevor ihr am nächsten Tag abreist. Gegen morgen ist der Schneefall in einen eiskalten Regen übergegangen und das graue Tageslicht tut ihr übriges um die Stimmung zu dämpfen. Von den Hügeln aus könnt ihr die weite Grasebene sehen die zwischen Hallwind und Nord Halle liegt. Vielleicht eine Tagesreise wird es brauchen bis ihr das Grasland erreicht. Die Saatigias haben euch gewarnt, der Norden der Wildlande ist schwer zu kontrollieren. Bis nach Nordhalle, wenn das euer Ziel sein sollte sind es vier Tage mit dem Wagen und in der Ebene dazwischen liegen nur ein paar kleinere Gehöfte. Das Ende des Kupferrausches hat diesen Landstrich härter getroffen, da kaum noch jemand weiter in den Norden reist. Nordhalle ist ein Sammelbecken für die Flüchtigen und Arbeitslosen Bergleute geworden. Die einen verloren ihre Arbeit in den Minen die Anderen, weil es keine Reisenden mehr gab. Die Bevölkerung von Nordhalle ist auf über 5000 Seelen angestiegen und die Saatigias haben weniger als 50 Stadtwachen die öfters weg- als hinsehen. Nordhalle ist nicht gesetzlos, aber man muss auf seinen Besitz und seine Seele aufpassen. Zu schnell gerät man an Leute denen ein Menschenleben wenig zählt.

Die Ebene dazwischen ist fahles Grasland, das seine Blüte hinter sich hat und das weite Grün in ein vertrocknetes Gelb übergegangen ist. Vereinzelt stehen Eichen in der Ebene, doch sind es wenig mehr als Gehölze oder wirklich nur einzelne Bäume die sich unter dem Wind ducken.

Sote hat in der Nacht ebenfalls schlecht geschlafen, auf Nachfrage sagt er euch, dass ihn schreckliche Alpträume geplagt haben. Ohne dass er sich an Einzelheiten erinnern kann. Nur das es so grausam war, dass er danach kaum in den Schlaf finden konnte. Dunkle Ringe zieren seine Augen.

Am Stadttor verabschieden euch Grimhil, Elvijö und Hloe und geben euch eine letzte Warnung mit auf den Weg.

Räuberbanden machen die Grasebene zwischen Hallwind und Nordhalle unsicher nicht alle Reisenden dort draußen werden euch freundlich gesonnen sein und es gilt ein Auge offen zu halten.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Hinxe am 21.02.2026 | 19:27
Gylfi
Hallwind


Gylfi warf einen letzten Blick über die Schulter auf Hallwind und die drei Saatigias. Auch wenn der Aufenthalt auf Grund von Hírngars Heimsuchung in der Nacht nicht sonderlich gemütlich ausgefallen war, überkam ihn das Gefühl, für lange Zeit das letzte Mal einen Hauch von Zivilisation verspürt zu haben. In seinen Bart grummelnd zuckte er mit den Schultern. Es ist der Weg.

Der Alte wandte sich an seine Reisegefährten, wobei er auch Sote mit einschloß. "Die Drei haben uns den Weg nach Nordhalle ja möglichst schmackhaft machen wollen, haben sich dabei aber für meinen Geschmack ordentlich in den Zutaten vertan. Wollen wir denn diesen Pfad einschlagen oder...", jetzt wandte er sich ganz Sote zu, "...gibt es einen anderen Weg, der vielleicht an weniger gefährlichem Volk vorbei führt?" 
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: pharyon am 22.02.2026 | 13:45
Aeryn
beim Verlassen der Feste Hallwind


Ein, zwei nachdenkliche Momente blickte Aeryn zur Festung zurück. So sicher die Mauern auch Feinde abhalten vermochten, gegen einen nächtlichen Schrecken halfen sie nicht. Als sie die Worte Gylfis vernahm, wartete sie gespannt auf Sotes Antwort. Jetzt kein unnötiges Risiko eingehen. Da hat Gylfi recht. Leider. Gerne hätte Aeryn möglichst schnell die Stelle aufgesucht, an der der Hinterhalt stattgefunden hat. Aber es war ihr klar, dass sie drei vorsichtig sein mussten. Die Kampfkraft ihrer Gefährten konnte sie noch nicht besonders gut einschätzen. Aber ihre eigene im Vergleich zu den Sturmländern. Auch wenn es sich bei Räubern meist nicht um gut ausgebildete Kämpfer handeln mochte, wollte sie Kämpfe gerne vermeiden, wo es möglich war. Aeryn blickte zu Hírngar hinüber und versuchte in seinem gesicht zu erkennen, woran er dachte. Er sorgt sich natürlich noch mehr um Miri. Hoffen wir, dass ihr Schicksal nicht wirklich allzu schlimm ist. Wieder in Richtung Sote und Gylfi gerichtet, ergänzte sie. "Der Skwilde hat recht. Wir nützen niemandem, wenn wir unser Ziel nicht erreichen. Welche Pfade könnten wir wählen, welches Vorgehen wäre vernünftig, um sicher und dabei noch möglichst schnell am Ziel anzukommen, werter Sote? Nordhalle erscheint mir als sinnvoller nächster Schritt. Es sei denn, wir gelangen durch eine günstige Fügung an eine Stelle, die uns Hinweise auf Miris Verbleib gibt."

Wenn es Götter tatsächlich noch gibt, wäre es tatsächlich ein Segen, ihr Wohlwollen in dieser Sache zu haben.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 22.02.2026 | 14:23
Sote lenkt sein Pferd dicht neben den Wagen. Auch hier, jenseits von Hallwind ist der Kupferpfad eine breite gut ausgebaute Straße welche der Niedergang des Reichtums bisher wenig anhaben konnte. Es stehen zwar Pfützen auf ihm und Wasser spritzt unter den Hufen der Pferde auf, doch ist der Untergrund fest und gut zu befahren. Die Baumeister welche die Straße geplant und errichtet hatten, hatten gute Arbeit geleistet.

„Nordhalle zu umgehen wird kein Problem sein, Vorräte haben wir genug dank des Wagens auch wenn er uns langsamer macht.“

Sote blickte zum Horizont wo ihr bereits die hoch aufragenden Gipfel der Eisenberge sehen könnt. Zwar sind es noch ein paar Tagesreisen und davor lagen noch die Dunkelwälder die durchquert werden mussten aber die Gipfel ragten schon über den Horizont hinaus.

„Nordhalle ist umgeben von Farmland, wenn wir uns westlich davon halten können wir die Stadt umgehen und erst in den Dunkelwäldern wieder auf den Kupferweg stoßen. Das kostet uns vielleicht einen Tag  zusätzlich, oder wir meiden nur die Stadt, kehren dort nicht ein, rasten eine halbe Tagesreise davor und erst nach Nordhalle wieder im Wald.“

Der Sklave stellt sich kurz in die Steigeisen.

„Die Räuberbanden sind ein Problem. In den Ställen erzählt man sich eine davon trägt die Uniformen der Saatigias und erpresst Wegezoll von den Reisenden. Da wird uns der Wagen zum Nachteil werden, wir können den Kupferweg nicht verlassen ohne das wir deutlich langsamer vorankommen. Aber es wäre eine Möglichkeit.“

Dann wendet sich Sote an Aeryn.

„Die Stelle mit dem Überfall liegt hinter Nordhalle und den Dunkelwäldern, wenn Haldur die Wahrheit gesagt hat. Der Kupferpfad wird nach den Dunkelwäldern nach Osten abbiegen und uns am Waldrand entlang nach Wretguard führen. Auf dem Weg lohnt es sich nach dem Ort des Überfalls Ausschau zu halten.“
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: klatschi am 23.02.2026 | 23:03
Hírngar
Auf dem Kupferweg


Dunkle Augenringe zeichnen das Gesicht des Holzfällers. Das neue Bett war warm gewesen, der warme Met brannte im Magen und die Müdigkeit so erdrückend. Schlaf wollte sich nicht einstellen. Er hatte nur wenig gesprochen auf der bisherigen Fahrt, kaute auf seiner Innenlippe, immer wieder riss er sie sich auf und schmeckte das Eisen seines Blutes. Hírngar war angespannt und von ich genervt. Welchen Weg sollen wir gehen?
Durch die Stadt?
Kostet Zeit! Denk an Miri!

Den langen Weg durch die Wälder?
Wer weiß was in diesen Wäldern auf uns Wanderer wartet.
Mehr von diesen Eisdämonen, die sich in Träume schleichen können? Trolle oder andere Monster aus den Sagen?
Dunkelwälder ist ein schrecklicher Name.

Wir könnten den Mittelweg nehmen.
Aber mit dem Wagen sind wir immer gehindert...

Hírngar hatte die Frage nun schon einige Male in seinem Kopf hin und her gewälzt - sprich sie aus - und war einfach nicht zu einem Ergebnis gekommen. Bisher. Sie werden dir zuhören. Ein Biss auf die Lippe. Erneut schmeckte er Blut. Verdammt!

Er räusperte sich.
"Ich bin überzeugt, dass die Dunkelwälder ganz eigene Gefahren für uns bereit halten..." Miri... "...aber ich bin auch überzeugt, dass es sich lohnt, sie zu bewältigen, wenn wir dadurch Zeit sparen. Vielleicht ist Miri, nun, vielleicht ist ihr etwas zugestoßen. Aber wenn nicht? Sollte sie vielleicht verwundet sein? Und wir könnten dadurch gut gerüstete Diebe auf den Straßen umgehen." Trolle sind auch gut gerüstet...

Hírngars Blick fiel auf den Wagen. "Wir müssten den Wagen zurücklassen..."
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Hinxe am 23.02.2026 | 23:22
Gylfi
Auf dem Kupferweg kurz hinter Hallwind


Skeptisch blickte Gylfi zu Hírngar. Ihm gefiel der Gedanke, den Wagen zurückzulassen, gar nicht. Nach kurzem Räuspern sagte er: "Der Wagen macht uns auf dem Kupferweg gar nicht so viel langsamer, Hírngar. Und wenn ich es mir richtig gemerkt habe...", ...und da kannst Du einiges drauf wetten..., "..., dann führt der einzige halbwegs nutzbare Weg durch die Dunklewälder eben über den Kupferweg. Es ging mir mehr darum, dass wir, bevor es in die Wälder geht, Nordhalle und das ganze ehrlose Pack, das sich dort rumtreiben soll, umgehen."

Der skwilde konnte es nicht vermeiden, scharfen Spott in die Stimme zu legen, vielleicht, weil auch seine Nachtruhe zu kurz ausgefallen war. "Wenn es ohne Wagen gehen soll, brauchen wir Reitpferde. Willst Du nach Hallwind zurück? Oder sollen wir sie und in Nordhalle besorgen, wo sie uns warscheinlich übers Ohr hauen wollen und werden?" Er schaute auf Zustimmung hoffend zu Aeryn.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: pharyon am 1.03.2026 | 09:18
Aeryn
auf dem Kupferweg


"Gylfi hat recht, Hírngar." Aeryn sah, dass ihr Gefährte mit sich rang und versuchte ihr Mitgefühl auszudrücken. Ich will Miri auch so schnell wie möglich retten, aber dafür dürfen wir kein unnötiges Risiko eingehen. "Schauen wir erst einmal, wie gut wir auf dem Kupferweg vorankommen. Zumal ich mit Dieben und Räubern vermutlich besser klar komme, als mit unbekannten Gefahren aus einem Wald in einer Gegend, die ich nicht kenne. Selbst mit euch an meiner Seite. Wir werden uns diesen gefahren noch früh genug stellen. Lasst uns erst einmal auf bekannten Pfaden voran kommen. Beeilen wir uns, ohne verloren zu gehen."

Aeryn schaute allen Dreien in die Augen, um ihre Reaktion zu erkennen und ihnen einen aufmunternden, fast hoffnungsvollen Eindruck zu vermitteln. Dann wandte sie sich ab.
"Wollen wir?"
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: klatschi am 2.03.2026 | 22:41
Hírngar
auf dem Kupferweg


Selbstzorn überkam den Holzfäller. Idiot. Seine Gedanken waren wirr von der Nacht, von seinen Wünschen, von seinem Frust über die Situation. Aber sie haben Recht...
Ein müdes Nicken.
"Ihr habt sicher Recht. Es... Ich..." Er brach ab und begann auf seine Lippe zu kauen. Wie ein Mondkalb stehst du da. "Ich weiß auch nicht, verzeiht." Der vertraute Geschmack nach Eisen füllte seinen Mund. "Die Nacht hat mir zugesetzt. Ich denke nicht, dass ich ein guter Ratsmann bin heute."

Hírngar sah die Gestalt immer wieder vor sich. Das Mädchen an seinem Bett und den Eisigen Fürsten. So hat er ihn getauft, um dem Schrecken einen Namen zu geben.  Und das Trommeln, auch das konnte Hírngar hören. Das Trommeln der toten Armee. Und ein kleiner Teil in ihm hatte Angst, heute Abend einzuschlafen.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 3.03.2026 | 18:24
Nachdem ihr euch auf eine Wegstrecke geeinigt habt setzt ihr eure Reise fort. Jetzt mit einem mulmigen Gefühl, war die Reise nach Hallwind noch in der Erwartung die Saatigia Sprösslinge wiederzusehen so ist das Land vor euch jetzt unwirtlich und feindlich. Langsam zuckelt der Wagen über die Straße. Die fahle Grasebene ist überseht mit weißen Flecken wo der Schnee in den schattigen Senken liegen geblieben ist auch wenn euch jetzt wieder ein kalter Regen begleitet. Am Ende des ersten Tages stellt ihr das erste mal Wachen für die Nacht auf. Jeder ist mal dran und das Feuer wird in einer kleinen Senke entzündet damit sein Schein nicht weithin über das Land zu sehen ist.

Trotz Anspannung verläuft die Nacht ruhig, ohne finstere Träume und ihr könnt eure Reise am nächsten Morgen fortsetzen. Ein Westwind reißt die Wolken auf und streckenweise kommt sogar die Sonne durch. Ihr merkt schnell das ihre Strahlen kaum noch Kraft haben, aber immerhin ist es trocken.

Gegen Mittag des zweiten Tages könnt ihr, vielleicht einhundert Schritt abseits des Weges, eine knorrige Eiche sehen. Schon lange bevor ihr den Baum sehen konntet sind euch ein paar Vögel aufgefallen welche über der Ebene am Himmel kreisten. Jetzt wisst ihr, dass ein Schwarm Krähen sich auf den Baum niedergelassen hat. Aus der Entfernung sieht es so aus als wenn mehrere Körper an Stricken von den ausladenden Ästen des Baumes baumeln. Ihre Kleidung flattert im Wind und erinnern Hirngar unangenehm an seinen Alptraum. 

Bis jetzt seit ihr keiner Seele auf dem Kupferweg begegnet, wer wohl die Unglücklichen sind die dort von der Eiche baumeln? Reisende wie ihr, oder haben die Saatigias endlich eine der Banden gestellt und mit einem Standgericht gleich an Ort und Stelle den Wegelagerern die Gerechtigkeit der Wildlande zuteilwerden lassen?
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Hinxe am 3.03.2026 | 19:24
Gylfi
Auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Gylfi gab Zeichen, den Wagen anzuhalten, und stieg herunter. Er streckte sich und sagte dann: "Ich werde mir das mal genauer anschauen." Vorsichtig die Umgebung musternd machte er sich langsam auf den Weg zur Eiche mit ihrem makaberen Schmuck.

In Gedanken richtete er ein Wort an die Flowras. Gnädige Magh, tapferer Halawen! Verhütet, dass wir einst wie diese hier enden mögen. Bevor er nicht wusste, wer die Gehängten sein mochten, wollte der Alte aber noch nicht um einen Segen für sie bitten. Es könnten ja auch Mörder und Halsabschneider sein...
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 3.03.2026 | 22:36
Sote nickte dem Skwilden zu. „Geht nur wenn ihr euch das Elend ansehen wollt, ich bleibe derweil beim Wagen und habe ein Auge auf die Umgebung. Der Wagen sollte hier nicht alleine stehen bleiben, nicht das genau das die Absicht derjenigen war welche die armen Seelen dort aufgeknüpft haben.“
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: pharyon am 6.03.2026 | 17:25
Aeryn
Auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


"Ihr solltet nicht alleine gehen. Aber es sollte auch niemand allein beim Wagen bleiben. Willst du mit ihm gehen, Hírngar?" Aeryn hoffte, ihren Gefährten wieder etwas mehr ins Hier und Jetzt holen zu können. Zu oft war er die letzten Tage sehr mit sich beschäftigt. Auch, dass er gerne anders vorgegangen wäre, war nicht zu verkennen. Hoffentlich findet er zu sich. Aeryn machte sich Sorgen. Ihr Gefährte war etwas Besonderes. Aber auch besonders mit sich im Unklaren. Daraus konnte Großes erwachsen. Große Hoffnung, aber auch große Gefahr. Es wird schon gut gehen, lieber Hírngar.

Mit einem Blick zu Gylfi, ob er die Entscheidung des Gefährten noch abwarten würde, und zu Hírngar, wie er sich entscheiden würde, wartete Aeryn dessen Reaktion ab. Dann schaute sie zu dem Baum mit den Gehenkten. Hoffentlich bleiben uns die bösen Überraschungen für heute erspart.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: klatschi am 7.03.2026 | 11:01
Hírngar
Auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Der kalte Wind und die Nässe hatten Hírngar auf gut getan, das Reisen und das unbequeme Lagerleben ihn wieder ins Hier und Jetzt zurückgeholt. Langsam aber sicher war der Traum verblasst und die Notwendigkeiten ihrer kleinen Gemeinschaft in den Vordergrund getreten. Wachen einteilen, Kochen, die Tiere versorgen.
Langsam war er auch wieder gesprächiger geworden, und versuchte, seine Sorgen in Zaum zu halten.

Der Baum mit den Gehängten brachte die Erinnerungen und die Sorgen zurück, ein Knoten in der Magengegend, ein ungutes Gefühl, das in ihm Raum ergreifen wollte, sich ausbreiten wollte. Nein! Einatmen, ausatmen. Es sind nur Strauchdiebe an einem Galgen. Es sind keine Geister!

Auf Aeryns Frage hin, nickte er, kratzte sich am Bart und griff nach seiner Axt. "Meister skwilde, ich begleite euch!" Gefällt mir alles nicht. "Seid auf der Hut, Aeryn! Sote!" Ein weiteres Nicken, dann leckte er sich die Lippen, der Griff um den Axtstiel wurde fester.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Hinxe am 7.03.2026 | 11:47
Gylfi
Auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Auf Aeryns Worte hin hielt Gylfi inne und blickte zurück. Er nickte ihr zu. Sie hat recht. Es könnte eine Falle sein... Gespannt wartetet er auf Hírngars Antwort. "Sehr gut, Hírngar. Dann können die Toten und ich uns sicherer fühlen.", sagte er, als dieser gesprochen hatte. Nachdem sein Gefährte aufgeschlossen hatte, setzte Gylfi sich wieder in Bewegung. "Sie haben schon recht. Es könnte ein Hinterhalt sein. Die Heimtücke der Menschen kennt keine Grenze. Wir bräuchten gar keine Geister oder Trolle, um unser aller Leben nur schwer erträglich zu machen."

Sein Ton wirkte nachdenklich. Der alte skwilde war sich selbst nicht sicher, woher diese verbitterte Erkenntnis gerade kam. Vermutlich der Anblick der Aufgeknüpften, du alter Narr. Hoffentlich sind keine Kinder darunter!

Mit langsamen Schritten und der gebührenden Vorsicht näherte Gylfi sich dem Baum.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 7.03.2026 | 22:01
Auch wenn das Gras fahl und am Ende des Herbstes nur noch wenig Kraft hat ist es teilweise Kniehoch. Der Wind spielt mit den Spitzen und jede Böe kündigt sich weit vorher an, wenn sich die Halem unter dem himmlischen Kind beugen.

Gylfis Wunsch geht nicht in Erfüllung bei dem Anblick dessen was sich am Baum abgespielt haben muss kommen euch die ersten Zeilen des Buches wieder in den Sinn. Das Buch das Miri euch genannt hatte „Zeit der Ungezähmten“.

Es gibt Zeiten, in denen die Realität zerbricht und auseinanderfällt. In denen die Zeit selbst jede Bedeutung verliert und neue Geschichte geschrieben wird. Es gibt Zeiten, in denen niemand der Versuchung dunkler Mächte widerstehen kann und um in ihrem überwältigenden Kampf, nicht zu erliegen, jeder bereit ist, alles zu töten, was ihm im Wege steht. Vor dreihundert Jahren war die „Zeit der Ungezähmten” eine solche Zeit. Eine Welle des Bösen breitete sich in den Wildlanden aus und rekrutierte neue Anhänger. Die folgenden Jahre wurden so dunkel und bedrückend, dass selbst heute niemand mehr davon zu sprechen wagt. Daher schreibe ich diese Zeilen nieder um eine Mahnschrift zu verfassen, auch wenn ich glaube das sie in die hintersten Ecken der Bibliotheken gestellt wird. Das Vergessen ist des Bösen größter Diener!

Die Eiche ist uralt, knorrig und stemmt sich schon lange gegen die Winde und erträgt den Wechsel der Jahreszeiten und die Witterungen. Viele Sommer und Winter müssen an diesem Baum vorbeigezogen sein, vielleicht so viele, dass er schon stand als der Autor das Buch geschrieben hatte.

Knarzend, an Hanfseilen hängen vier Gestalten von den Ästen herunter, die Seile schlingen sich um die Hälse der Unglüclichen und sind am Stamm der Eiche festgebunden. Was erst wie die Kleidung der vier aussah ist ihre Haut. Wer auch immer diesen armen Seelen aufgelauert hat muss ein Ioi in Menschengestalt gewesen sein. Große Teile der Körper wurden gehäutet, so dass diese an den Gliedmaßen und dem Torso herunterhängt. Getrocknet im Wind, ausgeblichen in der Sonne weht sie wie Fetzen. Vögel haben das Fleisch zerpickt und die Gesichter sind nicht mehr zu erkennen. Freigelegte Zähne in Mündern ohne Lippen grinsen leer in die Weite. Es müssen zwei Erwachsene und zwei Kinder gewesen sein.

Reste ihrer Kleidung, dunkel von längst geronnenem Blut liegen am Fuß der Eiche. Der Geruch von Verwesung hängt in der Luft, auch wenn die Witterung und das kalte Wetter diese so gut es geht verhindert haben. Aus den Ästen der Eiche blicken die Raben auf euch herunter als müssten sie einschätzen ob ihr ihnen die Mahlzeit streitig machen wollt. Ihr Krah Krah wird vom Wind weit über die Ebene getragen, aber sie fliegen nicht weg.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: klatschi am 11.03.2026 | 10:50
Hírngar
An der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Ein Drücken und Ziehen machte sich in der Magengegend des Holzfällers breit. Ein unangenehmes Gefühl, das ihn von der Eiche wegeilen lassen wollte, flieh, was auch immer das getan hat, es kann es auch mit Dir und deinen Gefährten tun!
Er musste hart schlucken und sich bemühen, den Geruch von Verwesung nicht zu stark einzuatmen. Er griff nach einem Tuch, dass er sich vor Mund und Nase hielt. "Bei den Göttern der Erde und des Waldes, Meister Gylfi, was ist hier geschehen?" Wer hat das getan? Und warum?

"Das ist das Werk von Monstern!" Sein Blick blieb auf den Kindern hängen. Monster!
Über all dem schwebte die Erinnerung an seinen Traum, an die Toten, die in der Kälte auf ihn warteten.
Würde die Kleidung etwas über diese armen Gestalten preis geben?
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Hinxe am 11.03.2026 | 17:32
Gylfi
An der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Gylfi war für einen Augenblick wie versteinert, als er die Toten genauer betrachten konnte. Sein Blick blieb besonders an den Kindern hängen, er nahm jedes Detail auf. Die misshandelten Körper, die blutige Kleidung, die am Baum befestigten Seile. Stumm schickte er einen Ruf nach Hilfe an die Flowras, bat um die Kraft, nicht fortzulaufen oder den Verstand zu verlieren. Sie wurde ihm gewährt.

Nur flach atmend antwortete der Alte seinem Gefährten: "Mögen es Monster gewesen sein oder Menschen, das Ergebnis ist dasselbe. Vier Leben verloschen, zwei davon hatten gerade begonnen. Wir sollten uns nach Hinweisen umschauen. Wenn wir verstehen, was sich zugtragen hat, lässt sich vielleicht Gerechtigkeit herstellen oder zumindest Rache nehmen."

Ohne allzuviel Hoffnung begann der skwilde sich am Fuße der alten Eiche umzuschauen. Innerlich nahm er sich vor, die Leichen nicht erneut zu betrachten. Der Anblick hatte sich sowieso schon in seinem Gedächtnis eingebrannt. Er musste an die Zeilen aus der "Zeit der Ungezähmten" denken. Vielleicht ist das erst der Anfang, nur ein Schatten dessen, was auf uns alle zukommt. Er versuchte ein Erschauern zu unterdrücken, was aber nur zum Teil gelang.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: klatschi am 11.03.2026 | 20:05
Hírngar
An der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Hírngar seufzte und nickte dann.
"Ihr habt Recht, vielleicht finden wir etwas. Und danach sollten wir die Toten begraben. Ein letztes bisschen Anstand für die armen Seelen."
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 12.03.2026 | 10:26
Das Gras um die Eiche ist niedergetrampelt, es müssen mehrere Personen gewesen sein. Die Kleidung der Opfer wurde ihnen grob vom Leib gerissen, alles von Wert scheint entfernt worden zu sein. Gürtel, Haarspangen, Broschen, Ringe, nichts ist zu finden. Zurückblickend könnt ihr die Spuren sehen die ihr im hohen Gras hinterlassen habt, doch die der Angreifer sind nicht mehr zu sehen. Es ist zu lange her und die Witterung hat ihr übriges getan. Das muss das Werk einer der Räuberbanden sein welche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle ihr Unwesen treiben. Nicht alle scheinen nur Wegzoll einzutreiben, vielleicht findet man sie auf einer der verlassenen Höfe welche rechts und links ein paar Meilen weit weg vom Weg in der Grasebene liegen.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: pharyon am 15.03.2026 | 11:01
Aeryn
Auf dem Pfad unweit der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle, beim Wagen mit Sote


Aeryn sah ihren gefährten nach, wie sie sich dem Baum näherten. An der Körpersprache der beiden versuchte sie abzulesen, ob sie etwas Wichtiges entdeckt hatten. Es sah nicht nur nicht danach aus, sondern anscheinend war ihr Fund eher belastender Natur. Hoffentlich können wir diese Station schnell hinter uns lassen. An Sote gewandt fragte sie: "Was haben wir alles, um ggf. Gräber ausheben zu können? Wenn es sich nicht um Verbrecher handelte, sollten wir den Verstorbenen einen letzten Rest ihrer Würde gewähren. Schaut bitte nach, was wir haben, um ggf. zu zweit Gräber ausheben zu können. Ich behalte derweil die Gegend im Auge."

In der Hoffnung, keine Überraschungen zu erleben, behielt Aeryn ihre Gefährten immer wieder im Blick, hielt aber in alle Richtungen Ausschau. Manchmal schlägt der Blitz auch an der selben Stelle noch mal ein. Hoffentlich nicht hier.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 15.03.2026 | 11:58
Sote nickt Stumm und macht sich daran das Werkzeug welches ihr eingepackt hattet hervorzukramen. Eigentlich war es dafür gedacht im späteren Verlauf der Reise einen festsitzenden Karren sprichwörtlich aus dem Dreck zu ziehen oder mehr zu graben. Jetzt jedoch war der Grund für den Einsatz der Schaufel und Spitzhacke eher trauriger Natur.

Aeryns Blick schweift über das Land. Sie kann sehen wie sich der etwas erhobene Damm mit dem Kupferweg wie eine feststehende Konstante durch das Grasmeer zog. Immer weiter nach Norden auf die am Horizont liegenden Bege zu vor denen dünn, kaum wahrnehmbar die braunschwarze Mauer der Dunkelwälder lag. Wer sich ins Gras legte, keine Pferde oder Wagen dabei hatte konnte sich gut vor den Augen eines Beobachters verbergen. Aeryn konnte keine Anzeichen dafür finden, dass dort draußen irgendwer oder irgendwas ihnen auflauerte oder gerade dabei war sich an sie anzuschleichen.

Am östlichen Horizont bauten sich neue Regenwolken auf, vielleicht brachten sie auch Schnee. Kalt genug ist der Wind der vom Meer her kommt allemal. 
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Hinxe am 17.03.2026 | 15:44
Gylfi
An der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Gylfi wusste nicht, ob er eher enttäuscht oder beunruhigt darüber war, dass sich keine Spuren der für den Tod der am Baum hängenden Menschen Verantworlich finden ließen. Bis Nordhalle wird mich das Gefühl begleiten, dass wir von den Mördern beobachtet werden. Und uns bleibt keine Möglichkeit, etwas daran zu ändern. Kurz dachte er nach. Ein Gedanke kam ihm, den er zuerst als abenteuerlich verwerfen wollte. Dann runzelte er die Stirn und blickte zurück Richtung Hallwind. Könnte es mit der Erscheinung zusammenhängen, die Hírngar letzte Nacht heimgesucht hatte. Er schüttelte den Kopf, es schien dann doch zu weit hergeholt.

Schließlich sprach er seinen Gefährten an. "Ich sehe keine Spur, Hírngar. Ich gehe zum Wagen und schaue, welches Werkzeug wir dabei haben. Schneide Du schonmal die Körper vom Baum. Wir sollten aber schnell machen."
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: klatschi am 21.03.2026 | 10:16
Hírngar
An der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Es ist ein trauriges Handwerk, das wir hier verrichten. Und eines, das eigentlich den Hütern der Gesetze hier zukommen würde. Aber gab es hier Überhaupt Gesetze? Hírngar war dieses raue Land nicht geheuer, er kannte das Leben als Söldner und das Leben als Mitglied einer kleinen Dorfgemeinschaft. Die Sturmlande waren viel wilder und ungezügelter als das, was er bisher erlebt hatte. Vielleicht sind sie deswegen so hart und unberechenbar.
Er griff nach einem Seil, nahm seine Axt am Kopf und säbelte damit den Knoten durch. Dann lies er die Leichen langsam zu Boden, vorsichtig, um sie nicht fallen zu lassen, so gut es eben ging. Sie haben nicht verdient, nun auch noch wie Säcke auf dem Boden zu landen. Hatten sie es nicht verdient? Er wusste nichts über sie, und dennoch... das Häuten. Diese Gräueltat an Kindern zu verrichten. Das kann nur ein böser Geist tun, ein herzloses Wesen. Ihn schauderte erneut.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: pharyon am 26.03.2026 | 13:59
Aeryn
Auf dem Pfad unweit der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle, beim Baum mit Hírngar


Während Hírngar die Leichen herabließ, überlegte Aeryn kurz, wo sie die Schaufel zuerst ansetzen wollte. Nachdem sie sich für die Südseite entschieden hatte, markierte sie vier Gräber. Nahe genug am Baum und am Weg, aber nicht direkt daran. Nachdem in ungefähr klar war, wo sie und Hirngar graben würden, half sie ihm beim Ablegen der Leichen. Sie vermied es, zu sehr auf die Leichen zu achten, distanzierte sich innerlich. Konzentrier dich auf die Aufgabe, nicht die Umstände. Hilf auch Hírngar dabei. Nachdem sie immer wieder ihren Fokus darauf richtete - das Schicksal der Getöteten ging ihr trotz aller Mühe nahe - wandte sie sich an Hírngar. "Meinst du, so würde ihnen etwas Würde und Ruhe gewährt werden?" und zeigt auf die von ihr markiereten Stellen. Hoffentlich merkt er nicht, dass ich von ... sowas... keine Ahnung habe. Sie versuchte ihre Unsicherheit mit einem leichten Lächeln zu überspielen, spielte dabei mit einem Finger an einer Strähne, die sich etwas gelöst hatte.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 26.03.2026 | 14:33
Vom Baum aus blickten euch die Krähen dabei zu wie ihr die Leichen abnehmt. Stück für Stück flatterten sie auf und setzten sich auf einem niedrigeren Ast ab machtet ihr den Tieren doch ihre Nahrung für die nächste Zeit streitig. Ihre braunen Augen mit der schwarzen Pupille beobachten jede eurer Handlungen.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Hinxe am 27.03.2026 | 13:01
Gylfi
An der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Beim Wagen angekommen atmete Gylfi tief durch. Der Geruch wird mich eine Weile begleiten. Er nahm einen Schluck Wasser und spuckte direkt wieder aus. An Sote gerichtet sprach Gylfi, aber zunächst ohne den Mann anzuschauen: "Da hängen 4 Menschen im Baum, teilweise gehäutet. Schlimmer Anblick, es sind auch Kindere darunter." Jetzt warf er einen Seitenblick auf den Sklaven. In seiner Stimme war Abscheu nur allzu deutlich zu bemerken. "Ist das in dieser Gegend üblich?"
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 27.03.2026 | 14:01
Sote blickte sich ruckartig zu dem alten Skwilden um als dieser ihm von der Szene am Baum erzählt.

„Bei Sturmi, nein…“ entfährt es dem Sklaven „…die Wildlande sind Rau, die Menschen hart da sie dem Land alles abringen müssen um zu überleben, aber solcherlei Grausamkeit ist nicht üblich. Es ist aber auch wahr, dass das Ende des Kupferrausches viele Entwurzelt hat, das Leben ist härter geworden und das Land ernährt nicht alle die in ihm gestrandet sind. Ich glaube Not und Leid können das schlimmste in den Menschen hervorbringen, diese Tat jedoch ist mit nichts anderem als Wahnsinn oder den Einflüsterungen der Chaosgötter zu erklären!“
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Hinxe am 27.03.2026 | 15:17
Gylfi
An der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Gylfi machte dem Sklaven gegenüber eine beschwichtigende Geste. "Verzeih mir, Sote. Ich weiß ja, dass wir in einem harten Land reisen. Darum machen es mir manche Erlebnisse und Geschichten aus diesen Gefilden schwer, einzuschätzen, was hier als normal und was als grausam und schändlich angesehen wird."

Der alte Mann ließ seinen Blick schweifen, mied dabei die Eiche, an der sich seine Gefährten mit dem Begräbnis der Toten abmühten, und blickte länger in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Leise murmelte er vor sich hin. "Keine zwei Tage, so nah..."

Schließlich riß sich der swilde zusammen und sagte zu Sote in befehlendem Ton: "Geh und hilf den beiden. Die Vier wurden vor mehreren Tagen getötet, ich glaube kaum, dass sich Räuber solange auf die Lauer legen."

Und wenn doch, habe ich große Lust, sie für ihre Taten zu bestrafen, wobei die Flowras mir helfen mögen!
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: klatschi am 27.03.2026 | 15:35
Hirngar
An der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Hírngar dachte über die Frage Aeryns nach. Würde ihnen Würde und Ruhe widerfahren?"
Nachdem er einen Spatenstich in den Boden gerammt hatte und eine Scholle dunkler, brauner Erde herausgab, streckte er seinen Rücken durch und blickte seine Gefährtin an. "Ich weiß es nicht, ich kann nicht abschätzen, welche Geister dies verursacht haben. Es waren keine Wohlwollenden, so viel steht fest. Aber ich denke, dass ich es mir wünschen würde, begraben zu werden. Und das ist Grund genug für mich."

Wieder stack er mit seinem Spaten in die Erde.
"Kennst du dich mit solchen Dingen aus? Geistern, meine ich..."
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: pharyon am 30.03.2026 | 21:12
Aeryn
An der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Aeryn dachte eine Weile über Hírngars Frage nach. Weniger über den Inhalt. Der war für sie klar. Sie dachte vor allem über die Implikationen nach. Das, was aus dieser Frage heraus kommen mochte. Er hält mich wirklich für bewandert, oder? Obwohl ich ihm vielleicht nur ein paar wenige Jahre des Reisens voraus habe. Sich bewusst machend, dass sie ihm eine Antwort schuldete, entschied sich Aeryn für die Wahrheit.
"Nein, mit Geistern kenne ich mich nicht wirklich aus. Nur die ein oder andere Geistergeschichte. Aber nichts" Aeryn neigte den Kopf leicht in Richtung der Leichen, ohne sie direkt anzuschauen, "was das hier erklären würde. Oder die eisige Nacht vor kurzem." Aeryn dachte wieder etwas nach. "Es tut mir sehr leid. Wir alle sind sehr mitgenommen von dem, was Miri passiert sein soll. Aber ich weiß, dass sie dir noch mehr bedeutet hat." Nun wagte sich Aeryn, Hírngar direkt anzuschauen. "Ich habe auch schon einige Menschen verloren, die mir wichtig waren. Mit Verlust kenne ich mich aus. Und ihr beide hattet ... etwas ... Besonderes - eine besondere Verbindung. Wenn ich irgendwas für dich tun kann, lass es mich wissen." Dann räusperte sie eine Träne weg, den Ausbruch mehrerer Tränen, vor dem sie beinahe gestanden hätte. Konzentrier dich. Das Dringende zuerts. Sie wandte sich den leichen zu, versuchte sich beim Anblick innerlich zu distanzieren, auch wenn sich Aeryn sicher war, dass sie es diese nacht sein würde, die schlecht schläft.

"Erst einmal geben wir ihnen ein wenig Würde zurück. Ich hoffe, mir wird solch eine Geste zuteil, wenn mein Ende gekommen ist. Mehr können wir nicht mehr für sie tun." An die Krähen, Raben und anderen Aasvögel gerichtet, sagte sie lauter und fester, als sie beabsichtigt hatte. "Hiervon könnt ihr leider nichts mehr haben. Seht es uns nach und sucht bitte anderswo nach Nahrung für euch. Diese hier haben genug gegeben." Mit festen und bestimmten Handgriffen half sie H´ringar und konzentrierte sich - bei all dem Ekel und Abscheu über den Zustand der Leichen und dem Ekelhaften, das ihnen das angetan hatte.

Bitte lasst unser Schicksal ein Besseres sein.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 5.04.2026 | 13:15
Im Namen der Götter beerdigt ihr die Familie in der Grasebene nahe der Eiche.

Namenlose Tote in namenlosen Gräbern. Sote geht euch auf Gylfis Geheiß hin zur Hand und es dauert nicht lange, dann sind die toten Gestalten von Erde und Gras bedeckt. Auf das sie ihren Weg durch die Nebel nach Helgard finden und nicht auf ewig in der Zwischenwelt gefangen sind.

Kurz kommt Gylfi der Gedanke ob ein Grab für die Überreste von Eyleeg ihrer Seele nicht frieden gegeben hätte. Ihre Stimme ist längst verstummt, aber er weiß, dass das Kind mit dem zerstörten Gesicht und dem Geisterbären immer noch im wilden Herz nach einem Ausweg sucht um zu seiner Familie zurück zu kommen, die wahrscheinlich längst tot ist. Ein Schauer überläuft den alten Skwilden meint er doch für den Augenblick Eyleegs Stimme zu hören, im pfeifen des Windes der von der See her über das Land fegt. Aber es ist nur Einbildung, nichts weiter als die Erinnerung in seinem Kopf.

Zwei Tage lang setzt ihr eure Reise fort und kommt an den Ausläufern von Nordhalle vorbei. Um die Stadt ist ein weiter Ring aus bestelltem Farmland entstanden. Jetzt sind die Äcker gepflügt und die dunkle, fruchtbare Scholle liegt aufgebrochen unter dem Himmel. Bereit im nächsten Frühjahr die Saat aufzunehmen die es braucht um die Stadt und die Menschen darin zu ernähren. Immer deutlicher vor euch könnt ihr am gesamten Horizont die schwarze Mauer des Dunkelwaldes sehen die sich von West nach Ost erstreckt. Dahinter erheben sich die Gipfel der Berge. Gylfi ist ein wenig Mulmig zu mute, erneut steuert er auf einen Wald und turmhohe Fichten ragen vor ihm auf. Eine letzte Rast am Rande des Waldes erinnert nur zu sehr an den Übergang. Doch es zieht kein Nebel auf und obwohl der Dunkelwald seinem Namen alle Ehre macht ist er für Gylfi bei weitem nicht so bedrückend wie das wilde Herz.

Im Schatten unter den Bäumen geht Wind, und auch wenn diese eng beisammen stehen sinkt die Sichtweise nie unter zehnt, fünfzehn Schritt. Der Untergrund ist wenig hügelig und auch der Pfad durch den Wald verschwindet nicht. Stoisch bahnt sich der Kupferweg seine Spur durch den Wald. Wasserläufe und Unwegsamkeit werden von Brücken überspannt und in unregelmäßigen Abständen wurden Schutzhütten am Wegesrand errichtet die Reisenden ein Dach über den Kopf bieten können, auch wenn diese Hütten meist im schlechten Zustand sind und die Natur sich das zurück geholt hat was der Mensch ihr abgerungen hat. Und noch einen Unterschied gibt es, dieser Wald ist zwar still, bis auf das Rauschen des Windes in seinen Gipfeln aber die Stille wird hin und wieder durchbrochen von dem Geräusch der Tiere. Dem Singsang eines Vogels oder dem Laut eines Hirsches. Es ist Leben in ihm.

Sechs Tage führt der Weg durch den Wald, dann erreicht ihr die andere Seite und der Kupferweg biegt nach Osten ab. Jetzt sind es nur noch zwei, vielleicht drei Tage bis nach Wretguard. Hinter dem Wald breitet sich eine windgepeitschte Ebene aus, ein Hochmoor mit fahlem Gras zwischen dem immer wieder Wassertümpel stehen. Südlich von euch reist ihr entlang der Bäume des Dunkelwaldes, Nördlich steigt das Gelände an und die Gipfel des Gebirges erheben sich in den stahlblauen Himmel.

Kalt ist es geworden. Jeden Morgen überzieht Raureif die Gräser und der Wind ist schneidend.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: klatschi am 6.04.2026 | 12:05
Hirngar
Auf dem Kupferweg hinter dem Dunkelwald


Hírngar war froh, dass sie den Wald hinter sich gelassen hatten. Die Geräusche der schattigen, kühlen Wälder waren vertraut gewesen und sie erinnerten ihn an seine Jugend und seinen Ursprung. Es hatte ihn wieder erstaunt, wie weit er gekommen war, nachdem er sich gegen sein Schicksal aufgebäumt hatte und die karge Hütte des Bären hinter sich gelassen hatte. Und doch hatten Wälder, egal wo er war, etwas unheimliches, das ihn einerseits anzog und doch ängstigte. Doch Hírngar stellte fest, dass diese Angst inzwischen nur noch ein dumpfes Gefühl war, die Erlebnisse seit seiner Reise mit den Gefährten stellten all dies in den Schatten.

Die Nächte in den kleinen Unterschlupfen am Wegesrand waren ein willkommenerer Schutz vor der Kälte gewesen und Hírngar nutze einen Abend, um Aeryn, Gylfi und Sote von dem Bären zu erzählen, dem Holzfäller, der Geld dafür erhielt, ihn groß zu ziehen. Der ihn zu einem Holzfäller ausbildete und über ihn lachte, wenn er Geister in den Wäldern sah und sich weigerte, alleine Holz zu schlagen. Der wie ein aufbrausender Sturm sein konnte, wenn er zu viel getrunken hatte, doch manchmal fast schon eine zärtliche Vaterfigur war, wenn er abends am Feuer Geschichten erzählte. Hírngar erzählte, wie er eines Nachts die Axt stahl und sich in die Ferne aufmachte.

Sein erster Schritt auf seiner Reise, die ihn hier her führte. Und der erste Schritt, das merkte er jetzt, der ihn die Geister in den Wäldern weniger fürchten lies.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Hinxe am 7.04.2026 | 21:20
Gylfi
Auf dem Kupferweg hinter dem Dunkelwald


Gylfi hatte es so satt. Seit sie die Gehenkten beerdigt hatten, gingen ihm Eyleeg und ihr Bär für mehrere Tage nicht mehr aus dem Kopf. Er haderte mit seinem damaligen Verhalten und wünschte sich, dass sie dem Mädchen hätten helfen können. Andererseits waren wir schon geraume Zeit im Wald, waren erschöpft und verzweifelt. Da hätte jeder eine schlechte Entscheidung treffen können, oder?

Und dann schon fast eine Woche durch diesen Wald, der den alten skwilden deutlich an das wilde Herz erinnerte. Er war einsilbig und mürrisch, nahm kaum an den Gesprächen der Gefährten teil. Oft grübelte er, auf dem Wagen sitzend, nur vor sich hin. Er schlief schlecht.

Erst an dem Abend, als Hírngar von seinen eigenen Erfahrungen mit wieder einem anderen Wald und einem ganz anderem Bären berichtete, konnte Gylfi die dunklen Gedanken wie einen von Regenwasser vollgesaugten Umhang abwerfen. Es beruhigt die geschundene Seele, wenn der Gefährte von seiner eigenen Pein berichtet. Wenn die Worte auch ungeschlacht sein mögen, machen sie deutlich, dass unsere Vergangenheit immmer nur ein Teil von uns ist. Ein wichtiger Teil, aber eben nur ein Teil.

Mit dem ersten Lächeln seit Tagen dankte er seinem Gefährten: "Dank Dir Hírngar für Deine Geschichte. Sie lässt  mich Dich besser verstehen. Wir haben uns anscheinend beide viel zu sehr von Geistern, die uns in Wäldern nachstellten, beeindrucken lassen." Mit einem Blick auch zu Aeryn und Sote fährt er fort. "Verzeiht, Ihr guten Reisegefährten, dass ich in den letzten Tagen so maulfaul war. Lasst mich Euch mit einer kleinen Geschichte von Hauptmann Tryggr und seinem untreuen Weib entschädigen..."

Als sie dann endlich aus dem Dunkelwald zu den ersten Ausläufer des Gebirges gelangten und nach Osten Richtung Wretguard abbogen, bedauerte der Alte es fast ein wenig. Die Kälte ließ ihn jedoch bald auf ein schnelle Ankunft bei den Hagtorns hoffen.

An die drei Anderen gewandt mahnte er noch zur Aufmerksamkeit, kamen sie doch jetzt ihrem nächsten Ziel näher. "Ab jetzt sollten wir nach Spuren des Überfalls auf Miri und ihren Zug Ausschau halten. Es ist nicht mehr weit."
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: pharyon am 9.04.2026 | 11:04
Aeryn
Auf dem Kupferweg im und hinter dem Dunkelwald


Aeryn hing mit ihren Gedanken immer wieder bei den Verstorbenen. Den armen Seelen, die nun ein dürftiges Grab hatten. Wie wohl unser Grab aussehen wird? Doch es gelang ihr, nach einigen Minuten des Grübelns, sich wieder auf die Gegenwart und die nahe Zukunft zu konzentrieren. Aufmerksam hielt sie die Augen offen. Vor allem nach Räubern, ungebetenen Gästen, Bestien, aber auch nach Spuren. Sie haderte innerlich, dass sie eine Reise ihres Mentors aufs Land nicht hatte begleiten können. Ihr Bruder war krank gewesen und sie hatte sich entschieden, für ihn da zu sein. Um sich abzulenken und auch um in Form zu bleiben, nutzte sie die wenigen Minuten des Abendlichts, wenn alle Aufgaben erledigt waren, für Kampftraining. Sie studierte Übungsabläufe ein und so manche Schramme zog sie sich zu, um Faustschläge und Tritte an Bäumstämmen und -ästen zu üben. Wenn ihre Gefährten mitmachten, übte sie auch ein wenig Taktik und Kampfverhalten. Gelegentlich konnte sie Sote und Hírngar dazu bewegen, sich zu beteiligen. Gylfi hielt sich jedoch meist zurück, oder kommentierte eine höfliche aber knappe Absage. Er schien zu grübeln, hing einem oder mehreren Gedanken nach.

Als Hírngar ihnen erzählte, wie er vom Bären großgezogen wurde und ihn dann eines nachts verlassen hatte, musste sie an ihre Familie denken. Wie würde es ihrem Bruder gerade gehen? Welchen Weg beschritten ihre Freunde aus den Kindertagen auf der Straße? Würde sie das Rätsel um den Brandanschlag je lösen können? Nachdem auch Gylfi seine Zurückhaltung ablegte und von Tryggr und dessen Weib erzählte, entschied sich Aeryn, auch selbst etwas von ihr preiszugeben.
Nach der famosen Geschichte des Skwilden, über die sie mehrmals herzhaft lachen konnte, wandte sie sich an die drei Gefährten: "Habt vielen Dank für eure Ehrlichkeit und Offenheit. Auch ich möchte euch ein weni mehr von mir erzählen. Wie ihr seht, bin ich eine Dyfir - zur Hälfte Mensch, zur Hälfte Elfin. Meinen Vater habe ich seit meiner Kindheit nicht mehr gesehen. So das Schicksal es fügt, werden wir einander begegnen. Meine Mutter ist tot, und ich habe sie leider nicht zu Grabe tragen können." Aeryn berichtete kurz davon, dass sie und ihr Bruder nur knapp den Flammen entkommen sind, die ihre Mutter, ihren Stiefvater und viele Bedienstete das Leben gekostet hatten.
Den Rest hob sie sich für ein anderes Mal auf. Bezüglich Sote blieb sie vorsichtig. Es war nicht, dass er irgendetwas offenbart hätte, was ihm als vertrauensunwürdiges Merkmal ausgelegt werden konnte, aber Aeryn vergaß nicht, dass er im Dienste eines Herren stand. Und so wollte sie ihn auch nicht mit zu viel Wissen über sie ausstatten. Auf der anderen Seite versuchte ihn sie dennoch nicht auszuschließen und tauschte sich interessiert und freundlich über das Land, ihre Strecke, die hiesige Natur mit ihm aus und ließ ihn auch gerne ein Thema bestimmen, an dem sie sich nach bestem Wissen beteiligte.

Als sie sich Wretgard näherten, versuchte Aeryn bereits Spuren im zusammenhang mit Miris Überfall zu finden, als Gylfi dies nochmal betonte. Sie fand jedoch nichts und fragte sich, ob sie vielleicht zu spät ihren Fokus darauf gelenkt hatte.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 9.04.2026 | 19:28
So sehr ihr euch an anstrengt, Ausschau haltet, ihr könnt keine Spur von dem Ort des Überfalls auf das Brautpaar finden. Zwei, dreimal glaubt ihr etwas gesehen zu haben und der Wagen hält an. Ihr untersucht die Stellen aber findet keine weiteren Spuren oder Hinweise darauf, dass hier wirklich mehr stattgefunden hat als der Brunftkampf zweier Hirsche von denen jetzt keine Spur mehr zu sehen ist. Hier oben im Norden hat der Kupferweg durch Witterung und Unwetter stärker gelitten und erste Spuren des Verfalls werden sichtbar. Mal ist eine Böschung abgerutscht und der Weg verjüngt sich auf eine schmale Fahrspur, an anderen Stellen ist er fast gar nicht mehr von der umliegenden Vegetation zu unterscheiden. Alleine der feste Untergrund zeugt noch davon das ihr weiter auf dem Weg seid.

Der Waldrand liegt mal näher mal ferner am Weg und die Berge nördlich von euch sind imposante Gipfel an denen sich die Wolken auftürmen. Schneebedeckt sind ihre Gipfel und dunkel die Schluchten welche ihr aus der Entfernung sehen könnt. Immer wieder stoßt ihr auf die Spuren wilder Tiere, es scheint tatsächlich große Bären zu geben die in diesem Teil des Waldes hausen. Zumindest wenn man ihre Spuren sieht, ein lebendes Exemplar bekommt ihr nicht zu sehen sind sie doch zu scheu.

Am zweiten Tag kommt ihr an einen weiten See, dessen gegenüberliegendes Ufer kaum zu erkennen ist.

„Das ist das niedere Wasser!“ sagt Sote. „Einer der Seen an denen wir vorbeikommen werden, manche halten ihn schon für einen Fjord, aber es ist Süßwasser, auch wenn es kaum Fisch enthält. Es braucht mit dem Wagen in der Tat mehrere Stunden die sich der Kupferweg an dem See entlangschlängelt. Kleine Wellen schlagen gegen das Ufer, das reich an rundgeschliffenen Kieselsteinen ist. Schilfgürtel bedecken die Ufer, hin und wieder könnt ihr Wasservögle sehen die in Gruppen auf dem Wasser treiben und nur aufflattern, wenn ihnen danach ist.

Dann bleiben die Ufer zurück und machen wieder dem Hochmoor platz doch schon am Abend erreicht ihr eine weitere Wasserfläche. Fast vollkommen zugewuchert mit Schilf scheint sie versandet zu sein. Ein fauliger Geruch steigt vom Wasser auf und weht über das Land. Das Wasser selbst wenn es durch das Schilf zu sehen ist, ist pechschwarz und spiegelt den Himmel über dem Gewässer

„Der schwarze Wasserlauf oder wie ihn viele auch nennen, der tote Wasserlauf. Anders als es hier aussieht war es mal ein Fluss, der sein Wasser vom hohen Wasser bekommt. Während der Schneeschmelze leiten wir das Wasser des hohen Wassers hier hinein. Es gibt keine Fische in ihm und selbst die Vögel meiden das Wasser!“

Ihr verbringt eine letzte Nacht in der Wildnis und seit dabei immer dem Ufer des schwarzen Wasserlaufs gefolgt. Früh am nächsten Morgen, es steht noch Nebel in den Niederungen und Raureif bedeckt Reet macht ihr euch auf zu letzten Etappe nach Wretguard.

Der Kupferweg biegt nach Norden ab und im Osten könnt ihr eine weiter Wasserfläche sehen. „Das ist das hohe Wasser, hier kann man fischen und es ist noch nicht das Meer, auch wenn man das glauben mag. Es gibt Stürme auf ihm und das hohe Wasser kann über die Ufer treten, wenn der Schnee in den Bergen schmilzt. Jetzt jedoch haben wir nichts zu befürchten.“

Der See ist so weit, dass in der Tat kein anderes Ufer zu sehen ist, das windgepeitschte Wasser erinnert ein wenig an eure Ankunft mit dem Boot, doch die See war noch ein ganzes Stück rauer. Der Kupferweg ist hier höher angelegt, auf einem Damm so dass er auch während der Schneeschmelze ganzjährig zu befahren ist. Im Westen liegt der schwarze Wasserlauf im Osten das hohe Wasser, durchschnitten nur von einer schmalen Landzunge auf welcher der Kupferweg entlangführt. Wo sich der schwarze Wasserlauf und das hohe Wasser am nächsten sind durchschneidet ein steinerner Kanal mit einem Schleusenwerk die Landzunge. Das Bauwerk ist aus riesigen Steinquadern errichtet worden und dient dazu den Pegelstand des hohen Wassers zu regulieren. Einst der Stolz der Wildlande. Türme, Zahnräder und eisenbeschlagene Eichentore dienen dazu dem Wasser den Weg zu weisen. Algen wachsen an den Wänden der Steine und man kann die Wassermarken der Hochwasser sehen die sich in den Stein geschliffen haben. Glucksend und rauschend fließt das Wasser durch den Kanal welcher unter einer Brücke verläuft. Einst wurde hier wohl Zoll verlangt, denn eine kleine Wehranlage auf der Südseite des Kanals kann den Weg für Reisende versperren, doch die Dächer sind eingefallen und kein Wachmann versieht hier seinen Dienst.

Hinter dem Kanal liegt ein hoher Hügel auf der Westseite des Kupferweges. Ringförmig führt ein Weg bis zur Spitze.

„Das ist der Henkershügel, dort stand auch die Hütte von Ouvars Familie welche seiner Familie zum Verhängnis wurde. Er und die seinen sind an den Hängen des Hügels beerdigt worden!“ Sote vermeidet es zu lange zum Hügel zu blicken.

Dann endlich gegen Mittag könnt ihr die Stadt Wretguard (https://www.youtube.com/watch?v=F1dTv_WsMRI) am Horizont erblicken, doch es ist mehr eine Siedlung. Viel kleiner als Storhavn, Hallwind oder Nordhalle. Mehr ein Dorf als eine Stadt, bestand die Siedlung wohl mal aus vielleicht 60 großen Häusern. Bis auf wenige alles Holzgebäude und der Hauch des Verfalls liegt über allem. Das Holz schwarz von Feuchtigkeit und Witterung scheinen viele der Häuser unbewohnt zu sein und das seit langer Zeit. Einst muss die Siedlung reich gewesen sein, Kupferverzierungen schmücken Fenster und Türrahmen, das Dach eines großen Steingebäude in der Mitte besteht gar vollständig aus Kupfer.

Wretguard hat keine Mauer und keine Palisade, die Stadt war auf die Beherbergung von Bergleuten und Arbeitern spezialisiert. Viele ließen sich hier nieder aber jetzt sind von den ehemals vielleicht 1000 Bewohnern nur noch etwa 100 übrig. Ein großer Friedhof mit alten Grabsteinen welche von Moos und Flechten überzogen sind gibt einen Hinweis auf das Schicksal der Bewohner.

Vor Wretguard liegt ein kleines Gewässer, vielleicht ein paar hundert Meter lang und halb so breit. Eine Pumpenmechanismus vollständig aus Kupfer und ein großer Kupfertank stehen am Ufer. Der Tank ruht auf einem Podest aus Stein.

„Der glitzernde See!“ sagt Sote „Wenn ihr Wasser braucht holt es euch dort. Er wird von einer unterirdischen Quelle gespeist die den Erzählungen nach am Tag von Marias Geburt die Oberfläche durchbrach. Das Wasser ist immer sauber und rein, ihr könnt es trinken ohne es abzukochen.“

Dann bleibt der kleine See zurück und vor euch, rechts und links vom Pfad zeugen zwei Hölzerne Säulen das ihr die Außengrenze von Wretguard erreicht habt. Schwere Eisengringe Garbanis hängen rostig an den Seiten der Säulen und sie erinnern an die Blutsäulen der Kirche von Serdajn in Storhavn.

Eine Gruppe aus etwa dreißig Dorfbewohnern lungert zwischen den Häusern herum. Kalte, misstrauische Blicke beobachten euch. Kein Empfangskomitee, sondern Leute in voller Kampfmontur sind gekommen um zu sehen ob es Ärger gibt.

Obwohl es Tag ist liegt ein gespenstischer Schleier über dem Ort, er strahlt die Trauer vergangener Grausamkeiten aus.
Titel: Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 10.04.2026 | 23:01
Von seinem Pferd aus mustert Hirngar die Schar der Bewaffneten. Seine Zeit bei den Söldnern hat ihm einen guten Blick für Waffen und Rüstungen gegeben. Die Truppe vor euch, so arm Wretguard auch sein mag, ist bestens für eine Schlacht gerüstet. Kette und Harnisch, Schilde, Speere, Äxte und Schwerter. Nichts zeigt Rost oder Vernachlässigung. Hat der Mensch auch nichts zu Essen, fürs Morden ist es nie zu wenig. Die Blicke der Männer sind kalt und abweisend, sie haben keine Fremden erwartet, wieso auch, wer sollte sich schon hierher verirren. Dahin wo das Königreichs des Kupfers seinen Anfang und sein Ende nahm.

Dann fängt eine Bewegung Hirngars Aufmerksamkeit ein. Etwas Weißes, ein Kind? Ein Mädchen steht zwischen den Soldaten, bekleidet nur mit einem schlichten Leinenkleid dessen Farbe so rein wie frisch gefallener Schnee ist. Schwarze Haare fallen dem Mädchen über die Schultern, es blickt euch an, den Wagen und ein boshaftes Lächeln verzerrt seine Mundwinkel, entblößt makellose Zähne. Dann wendet es sich ab und Hirngars Kopf ruckt herum, er will sehen wohin das Mädchen rennt, barfuß durch den Schlamm. Doch es verschwindet und keiner der Krieger scheint es wahrgenommen zu haben. Es taucht in der Menge unter als hätte es nie existiert.
Titel: Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Hinxe am 12.04.2026 | 18:48
Gylfi
In Wretguard


Je näher die Reisegruppe Wretguard kam, desto unruhiger wurde Gylfi. Ständig hielt er Ausschau. Doch kein Hinweis auf den Ort der Tragödie war zu entdecken. Die Bärenspuren jedoch, die sie gelegentlich fanden, ließen ihm jetzt die Geschichte des Henkers ein wenig glaubwürdiger erscheinen.

Als sie beim schwarzen Wasser vorbeikamen, musste sich der skwilde schon sehr bemühen, den üblen Geruch und tristen Anblick nicht als böse Omen für ihre Ankunft in der Stadt zu deuten.

Schließlich in Wretguard angekommen fiel der Vergleich mit Storhavn und zuletzt Hallwind natürlich ernüchternd aus. Eher ein besseres Dorf. Lange her die Zeiten, dass hier ein König residierte. Wegen der bewaffneten Bewohner beunruhigt, setzte der Alte ein gewinnendes Lächeln auf, während er sich zu Sote herüber beugte und ihm zuflüsterte: "Die sehen ja fast feindselig aus. Bring uns am besten gleich zu Tomus Hagtorn." Nicht dass die Bande noch auf dumme Gedanken kommt.
Titel: Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: pharyon am 13.04.2026 | 21:19
Aeryn Aulí
In Wretguard


Wretgard ist klein. Ein bisschen wunderte sich Aeryn, hatte sie sich für ein - wenn auch ehemaliges - königliches Domizil mehr ausgemalt. Immerhin konnte man den Wohlstand früherer Tage erahnen. Umso schwerer wog der Niedergang, der sich hier in voller Pracht entfaltete. So wunderte sie kaum, dass die "Garde" sie sehr misstrauisch und "empfänglich für Ärger" beäugte.

Dann fiel ihr das Mädchen auf. Oder war es eine Einbildung? Sie suchte in den Gesichtern ihrer gefährten, ob sie es auch wahrgenommen hatten. Gylfi beugte sich zu Sote und flüsterte ihm etwas zu. Er schien nichts gesehen zu haben. Wenn da etwas war. Dieser kurze... flüchtige... Eindruck besorgte Aeryn. Während sie versuchte, bei den anderen beiden Gefährten Hinweise zu entdecken, ob auch sie etwas gesehen hatten, konzentrierte sich Aeryn auf die Gegenwart.

Und die bestand aus einer Schar Bewaffneter zwischen ihrer kleinen Reisegruppe und dem ersten richtigen Ziel ihrer Queste, der Familie Hagtorn.
Titel: Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 14.04.2026 | 20:51
Sote deutet euch an mit dem Wagen kurz zu warten. Er gibt seinem Pferd die Sporen und reitet ein wenig Voraus um mit den Leuten zu reden. Vom Sattel gebeugt spricht er einen der Männer an. Einen grobschlächtigen Typ mit roten Haaren und rotblondem Vollbart der unter dem Helm hervorquillt.
Titel: Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: klatschi am 18.04.2026 | 00:25
Hírngar
In Wretguard


Hírngar war angespannt. Keine Spur hatten sie gefunden - natürlich nicht, Dummkopf, Träumer, Dumpfhold!. Sie waren den Weg nach Wretguard weiter geritten und Rotes Versuche, die Umgebung einzuordnen, drangen kaum zu dem Holzfäller durch. Was wird uns erwarten?
Das, was sie erwartete, beruhigte den ehemaligen Söldner noch mehr. Ein Landflecken, kaum zu verteidigen, keine Mauern, dafür gut gerüstete Kämpfer, die die Stadt verteidigten.
"Passt auf, die Leute hier sind bereit für den Kampf" flüsterte er hinter zusammengebissenen Zähnen, ohne seinen Mund zu verziehen. Langsam legte sich seien Hand um den Stiel der Axt.
Nicht auffallen. Nicht provozieren. Die Hand kroch einen Schritt weiter zur Axt. Nicht auffallen. Nicht provozieren. Ein weiteres Stück. Nicht auffallen. Nicht provozieren. Nicht auffallen. Nicht provozieren.

Dann das Mädchen, die Überraschung und die Erinnerung an seinen Traum. Hírngar stieß seinen Atem aus, alle Vorsicht vergessen griff er nach seiner Waffe und zog sie an sich heran. Er blickte dem Mädchen gespannt hinterher.
Titel: Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 18.04.2026 | 11:46
Durch die ruckartige (https://www.youtube.com/watch?v=dF2NxVa_JBA&list=RDdF2NxVa_JBA&start_radio=1) Bewegung von Hirngar wiehert sein Pferd auf und Tänzelt auf der Stelle. Die Hufe schlagen dumpf auf den Boden und dunkler Matsch spritzt auf.

Die Männer vor euch, die sich eben noch auf Sote konzentriert haben blicken auf.

„Was ist mit dem Los?“ sagt der Rotblonde Hüne bei Sote und geht einen Schritt auf Hirngar zu.

„Sprecht Fremder, erschrecken wir euch so sehr, dass ihr euer Beil braucht!?“ Ein spöttisches Grinsen umspielt seine Lippen.

Sote will etwas sagen, aber eine herrische Armbewegung des Mannes bringt den Sklaven zum Schweigen.

Alle Augen sind auf Hirngar gerichtet.
Titel: Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: klatschi am 19.04.2026 | 19:45
Hírngar
In Wretguard


Abgelenkt durch das Mädchen benötigte Hirngar ein paar Sekunden, bis er verstand, dass der Hüne ihn ansprach.
Verdammt, hab ich etwas angerichtet?
Er bemerkte die Armbewegung gegenüber Sote, verstand, dass es an ihm lag, diese Situation zu entschärfen und dass ein Eingreifen seiner Gefährten ihm sicherlich als Schwäche ausgelegt werden würde.
Wie würde es Meister Gylfi machen? Sicherlich einen guten Spruch auf den Lippen haben und alle um den Finger wickeln. Nun, das kann ich nicht...

"Verzeiht, ich wollte euch nicht kränken," begann er, und blicke dem Mann mit einem schiefen Grinsen ins Gesicht. Er wollte nicht zu spitzbübisch wirken, nicht, dass der Kämpfer meinte, Hirngar mache sich über ihn lustig.
"Die Reise über den Kupferweg war lange, anstrengend und verdammt ungemütlich. Ich bin wohl einfach etwas durch den Wind. Ein Ale würde mir helfen, denke ich. Können wir hier eines bekommen?"
Hírngar versuchte, seine Frage mit einem Lächeln zu unterstreichen.

Ich hoffe, er geht auf die Frage ein und will sich hier nicht vor den anderen beweisen.
Titel: Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
Beitrag von: Outsider am 19.04.2026 | 21:25
„Lang und ungemütlich?“ Der Rothaarige kneift die Augen zusammen und fixiert Hirngar aufs schärfste. Als hätte er eine Beleidigung ausgesprochen, wurde der Kupferweg doch angelegt um die Reise in den Norden so angenehm wie möglich zu machen.

Doch dann lacht er schallend auf.

„Für wahr der Kupferweg hat schon bessere Tage gesehen!“ Der Rest der Leute entspannt sich etwas, auch wenn die kalten Blicke bleiben. Sote atmet sichtlich auf.

„Sote meinte ihr seid die Abgesandten von Oktar Grimme dem Brautvater? Dann kommt, Tomus Hagtorn wird euch sehen wollen.“ Mit etwas Spott in der Stimme führt der Wildländer fort: „Da wird es auch das Ale geben nach dem es euch verlangt!“

Die Situation scheint sich aufzuklären und ein Teil des Trupps verteilt sich in dem Weiler. Ein paar jedoch bleiben in eurer Nähe, vielleicht ein Haus weit entfernt. Beobachten euch.

Der Wagen setzt sich wieder in Bewegung und ihr passiert die ersten Häuser.

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