Ich schwanke so zwischen 2 und 3. Wahrscheinlich näher an 3, weil ich erst gar nicht überhaupt gerne Szenen festlege, die dann im Spiel auch unbedingt vorkommen "müssen"; mir fallen zwar durchaus regelmäßig welche ein, die das recht passend könnten und sich dann auch ein Stück weit vorbereiten lassen, aber da mit dem Vorbereitungsaufwand auch die innere Tendenz steigt, mich ein bißchen zu sehr in den eigenen Plan zu verlieben und entsprechende "unvermeidbare" Eisenbahnschienen zu verlegen, habe ich lieber meinen Stall an vorbereiteten NSC, grob skizzierten plausiblen Handlungsorten, und sonstigen Ideen, und mische die Zutaten dann erst im Spiel geeignet zusammen oder arrangiere sie zumindest bei Bedarf spontan neu.
Hey, Luke, was ist die schlimmste Offenbarung, die Darth Vader dir in dieser Situation machen kann?
Was kreuze ich da an?
Aus meiner Sicht haben viele Abenteuer z.B. ja zumindest einen halbwegs festgelegtes "Finale" oder Ziel. Wirf den Ring in den Schicksalsberg, Vernichtet den Todesstern etc. Diese würde ich auch bei recht freien improvisiertem Spiel als relativ unumstößlich sehen um das Abenteuer/die Kampagne zumindest zu einem guten Ende abzuschließen und auch ein packendes Finale zu haben. Der Begriff Kino wurde schon genannt. Das sehe ich ähnlich und empfinde ich auch als wichtig. Möglich ist natürlich immer, dass die Spieler ganz andere Ideen haben. Wobei ich es seltsam fände, wenn man sich auf epische Fantasy und wir sind die Guten einigt - und dann kommt die Truppe auf die Idee, ein Reich des Bösen mit dem Ring zu gründen oder die Rebellen zu verraten. Dass ein Charakter auf die Idee kommt sich den Ring selbst zu schnappen weil er verführt wurde ist nochmal etwas anderes, finde ich. Das wäre aber nichts desto trotz ja alles möglich und eben auch der klassische Fall, bei dem man etwas anderes vorbereitet hat, wie das was dann tatsächlich passiert. Das kommt vor, damit muss man aber als "SL" auch leben und umgehen können. Manchmal entstehen daraus ja wiederum andere denkwürdige Szenen.
Ich denke beim Leiten (EDIT: halt, nein, ich meine: beim Vorbereiten!) eigentlich tendenziell nicht mehr in Szenen. natürlich mache ich mir im Vorhinein Vorstellungen davon wie ein bestimmtes Aufeinandertreffen ablaufen könnte oder welche Arten von Situationen wahrscheinlich eintreten; aber ich versuche dann eher, die entsprechenden Überlegungen wieder in die NSC- und Schauplatzbeschreibungen einfließen zu lassen (um bei dem Beispiel zu bleiben: Ich male mir eine Konfrontation zwischen Luke und Vader aus, bei der letzterer ersterem eröffnet, dass er sein Vater ist. Was in die NSC-Beschreibung daraus zurückfließt: Vader weiß, dass er Lukes Vater ist, und ist auch bereit, ihm dieses Wissen zu offenbaren, wenn ihm der Moment dafür opportun erscheint).
Szenen akribisch zu planen ist für mich eigentlich ein No-Go. Je akribischer ich plane, desto größer wird die Versuchung, die Szene in die von mir geplante Richtung zu drücken und dabei jeden Verlauf, der mich (und damit wahrscheinlich auch die Spieler) überrascht, zu blockieren. Ist eigenltich eine Variante meines No-preplanned-Twists-Dogmas: Keine Handlungstwist darf jemals vorausgeplant werden, kein Abenteuer damit stehen und fallen, dass eine ganz bestimmte Information zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt offenbart wird. Wenn die Charaktere bei einem Detektivabenteuer von Anfang an kapieren, wer der Mörder ist, dann muss das Abenteuer genug anderes Material für Probleme enthalten (der Mörder muss gefasst werden, der Mord muss nachgewiesen werden, weitere Opfer müssen verhindert werden), um noch ein Abenteuer rauszuholen. Und wenn ganz selten Mal alles so perfekt läuft, dass die SC jedes Problem von vorneherein lösen, dann ist das Abenteuer halt vorbei und das nicht-verwendete Material wandert zur Zweckentfremdung in den Steinbruch.
Szenenvorbereitung läuft also kurzfristig und bedeutet: Noch mal einen Blick auf die beteiligten NSC und Schauplätze werfen, sich vergegenwärtigen (evtl. auch fragen), was die SC in der Szene wollen, darauf reagieren und im Spiel dann den Cut setzen, wenn klar ist, ob sie bekommen haben was sie wollen oder nicht.
Gut vorbereitete Szenen gelingen mir im Schnitt deutlich besser.
Jedenfalls waren das die Szenen, von denen die Spieler jahrelang erzählten.
Aus Zeitgründen oder durch unerwartete Wendungen geht das gründliche Vorbereiten aber nicht immer. So ist es halt. 8)
Ich bereite gern mal wichtige Szenen für einen Einstieg vor.
Alles Weitere kann ich gar nicht antizipieren. Gut, mitunter leite ich auch lineare Abenteuer/Plots und dann könnte ich das tun. Aber nein, wenn überhaupt, dann bereite ich Startszenarien akribisch vor und mache mich mit meiner eigenen Um-/Welt sehr vertraut, sodass diese auch plausibel auf die Spielenden reagieren kann.
Selbst bei Ermittlungsabenteuern bereite ich nicht alles en detail vor. Klar, Spuren, Nebenschauplätze, Verdachte und Co und natürlich auch der/die Täter sind ausgearbeit. Aber eher keine Szenen. Vielmehr das Großeganze ringsum.
Das könnte Absicht von der SL sein. ;D
Deshalb auch mein take, dass ich gern Startszenen vorbereite, weil ich mir diese Freiheit/Macht/Hierarchie noch hernehme. Aber im für mich ergebnisoffenen Ablauf eine Szene für die Vorstellung eines NSC vorzubereite ... ist so DSAig, wie es nur geht >;D
Das wäre in der Tat eine meisterhafte Täuschung gewesen:
Der genervte Gesichtsausdruck a la: "Muss ich mir wirklich für jeden Honk einen Namen ausdenken?"
Plus das laute Seufzen.
Dann das Lachen, weil jetzt jedem klar ist, dass die Figur weniger Bedeutung hat, als eine Stubenfliege.
Da wäre nie jemand drauf gekommen
;D :d
Selbstverfreilich
Soviel zu "nicht wichtig" - als SL hat man da immer möglichkeiten einen unbedarften NSC wichtig werden zu lassen
Jetzt mal für Dummies: "Was ist denn an NSC Vorstellungen nicht Ergebnis-offen?"
Beispiel: Die Figuren beobachten ein Gespräch
(Eine Rede, einen Auftritt, eine Auseinandersetzung etc.)?
Natürlich können Sie in manchen Situationen die "Szene " unterbrechen indem Sie auf die Bühne springen, ins Publikum schreien, ihre Waffen ziehen, eingreifen whatever.
Aber bevor es soweit kommen könnte, bleiben doch zuweilen ein paar Sätze und Handlungen übrig um der ein oder anderen Figur Profil zu geben.
Um was anderes geht es dabei idR nicht.
Edit.
Ich saß auch schon in Runden, da musste man als Spieler über die NSC genau Buch führen, denn ohne Mitschrift, hätte sich die keiner gemerkt.
A la " Wer war das nochmal?"
- Oh Gott, hoffentlich habe ich mir wenigstens den Namen notiert. Aber selbst der sagt mir nix mehr. ;D
Bezüglich DSA kann ich leider nicht mitreden, nicht mein System.
Wann und wo ein Treffen Zustande kommt, kann durch verschiedene Faktoren bestimmt werden.
Du kannst im Voraus antizipieren, wo die SC den NSC wann und in welchem Milieu und welcher Verfassung treffen?
Ich nicht.
Hm, wenn man das hier so liest, meint man, es wäre ein Unding, dass sich NSC an fest Ortschaften aufhalten.Absolut nicht.
Hm, wenn man das hier so liest, meint man, es wäre ein Unding, dass sich NSC an fest Ortschaften aufhalten. Das sehe ich allerdings überhaupt nicht so. Zumindest im Fantasygedankengang. Wozu haben wir denn z.B. die ganzen Lair Karten? Ein Drache wird sich die meiste Zeit in seiner Höhle aufhalten. Er kann auch mal unterwegs sein, aber grundsätzlich lässt sich da schon recht klar festhalten, wo ein "Treffen" stattfinden wird. Vom typischen Oberboss, der in seiner Höhle/Thronsaal etc. sitzt und alles seine Untergebenen machen lässt mal ab. Natürlich können die Spieler da immer irgendwelche Pläne schmieden etc. Aber ich finde schon, dass viele NSC Begegnungen sich schon gut "planen" lassen und auch mehrheitlich so stattfinden.
Aber verallgemeinern lässt sich das natürlich so einfach auch nicht. Da kommt es wieder auf die Spielart bzw. das Abenteuer an. Bei einem Stadtabenteuer, um mal einen Oberbegriff zu nennen, dürfte der Ort der NSC Begegnung viel fluider sein wie z.B. in einem "Die Orks haben das Dorf überfallen und die Jungfrau in ihre Höhle verschleppt" Abenteuer.
Ich meine den Namo-Chef-Antagonisten trifft man normalerweise von Montag-Freitag 8-18 Uhr immer an einer bestimmten Kanzlei Adresse an. Und den Rest der Zeit sitzt er zu Hause. Da sähe die Zufallstabelle recht langweilig aus.
Issi, mir geht es darum, dass Du als SL etweder hart sciptest (was okay ist) oder statt gescripteter Szenen, einfach NSC samt Motivationen und groben Abläufen vorbereitest. Deshalb mein take, dass ich viel lieber NSC vorbereite,Das lässt sich aber doch nicht wirklich trennen.
Das lässt sich aber doch nicht wirklich trennen.
Wenn ich grobe Abläufe vorbereite, scripte ich bereits.
Wenn da nicht jemand seinen Text rausholt, und Wort für Wort abliest, kann ich schwer von hartem Skriptem sprechen, und das oben drauf noch als nicht Ergebnis-offen bezeichnen.
Statt von zwei Extremen, würde ich von fließenden Übergängen ausgehen
Ich glaube solche Szenen, können nicht nur Abenteuer Start Momente sein, sondern auch NSC Vorstellungen in bereits länger laufenden Handlungen.
A la „Achtung: Wichtige Figur“
Um diese Figuren quasi eindrucksvoll vorzustellen.
@Luxferre: So habe ich das auch nicht wahr genommen. Im Gegenteil, sich sehe da (allgemein) einen recht offenen und flexiblen Stil. Was ja auch toll ist und sich organisch anfühlt. Gerade für Gruppen die genauso spielen geht das ja auch kaum anders. Wie eine Gruppe agiert ist ja auch ein sehr weites Feld. Zwischen "wir wollen einfach nur das Abenteuer des SL zerstören" zu "wir wollen bloß nichts individuelles machen und einfach der Geschichte folgen" ist ja eine verdammt große Spielwiese.
Und zu NSC Szenen(Vorbereitung) gibt es ja dann auch weitere Abstufungen. Ich hatte z.B. mal eine "Rede" relativ tief vorbereitet, da es in wichtiger Plotpoint war. Allerdings hatte die am Ende ein ganz anderer NSC vorgetragen wie eigentlich geplant. Insofern war meine Vorbereitung nicht umsonst und es konnte durch die Vorbereitung eine gewisse Wucht erzielt werden. Halt nur von jemanden anders.
Flexibilität in den Szenen gehört unbedingt und immer dazu. Ansonsten hätten die Spieler ja letzten Endes auch keinerlei Einfluss auf das was geschieht. Und das wiederum ist eine Grenze die im Rollenspiel nicht überschritten werden sollte. Doch normalerweise (außer vielleicht jetzt ein Kampfareal) kann man ja auch vorbereitete Szenen einigermaßen leicht versetzen und wo anders spielen lassen und dennoch greift die Vorbereitung mit allem drum und dran.
Hm, wenn man das hier so liest, meint man, es wäre ein Unding, dass sich NSC an fest Ortschaften aufhalten. Das sehe ich allerdings überhaupt nicht so. Zumindest im Fantasygedankengang. Wozu haben wir denn z.B. die ganzen Lair Karten? Ein Drache wird sich die meiste Zeit in seiner Höhle aufhalten. Er kann auch mal unterwegs sein, aber grundsätzlich lässt sich da schon recht klar festhalten, wo ein "Treffen" stattfinden wird. Vom typischen Oberboss, der in seiner Höhle/Thronsaal etc. sitzt und alles seine Untergebenen machen lässt mal ab. Natürlich können die Spieler da immer irgendwelche Pläne schmieden etc. Aber ich finde schon, dass viele NSC Begegnungen sich schon gut "planen" lassen und auch mehrheitlich so stattfinden.
Aber verallgemeinern lässt sich das natürlich so einfach auch nicht. Da kommt es wieder auf die Spielart bzw. das Abenteuer an. Bei einem Stadtabenteuer, um mal einen Oberbegriff zu nennen, dürfte der Ort der NSC Begegnung viel fluider sein wie z.B. in einem "Die Orks haben das Dorf überfallen und die Jungfrau in ihre Höhle verschleppt" Abenteuer.
Ich meine den Namo-Chef-Antagonisten trifft man normalerweise von Montag-Freitag 8-18 Uhr immer an einer bestimmten Kanzlei Adresse an. Und den Rest der Zeit sitzt er zu Hause. Da sähe die Zufallstabelle recht langweilig aus.
Ich bereite Szenen völlig unabhängig von Charakteren und Plot vor. Ich habe dutzende und aberdutzende Szenen im Kopf, die ich jederzeit passend abrufen kann. Komplikationen, Ablenkungen und andere Faktoren inklusive.
Für das laufende Abenteuer muss ich dann nur noch die Charaktere entsprechend vorbereiten, bzw. durchdenken. Wenn ich weiß, wer eine bestimmte Person ist und wie sie handelt, weiß ich ja auch in welche Szenen sie so passt.
Wenn dann die Spieler entscheiden, dem Barkeeper nach seiner Arbeit auf dem Heimweg aufzulauern, dann habe ich dafür entweder bereits eine passende Szene im Kopf, oder es die Aufgabe der Spieler die Szene selbst zu gestalten, wenn sie die maximale Kontrolle darüber haben wollen. Dann bin ich nur noch für die Unwägbarkeiten zuständig. Aber davon habe ich ja auch genug auf Halde.
Wichtig finde ich nur immer, dass die Entscheidungen der Spieler auch eine Rolle spielen und nicht entwertet werden durch ein fertiges Bühnenbild mit Handlungsablauf.
Du hast doch das hier geschrieben:Ich gewinne den Eindruck, du hast keine Idee wie ich das meine.
Das wäre für mich hartes Scripting, weil Du Deine vorbereitete Szene leitest.
Später schreibst Du Weichzeichner, weil Du die Szenen im Kopf vorbereitest.
Oben steht aber, dass eine vorbereitet Szene einen NSC eindrucksvoll vorstellt.
Und so etwas mache ich eben nicht, bzw nur dann, wenn es eine Startszene wäre. Zum Beispiel Start in ein Abenteuer und dieMörderhobos Söldner MordgesindelHelden sollen ihren Auftraggeber kennenlernen.
Jetzt eine kleine Wertung: wenn ein SL bei uns in der Gruppe mit seinem "Achtung! Wichtige Figur!"
Das Thema Startszenenvorbereitung habe ich gerade die Tage in einem Podcast gehört. Und dabei ist mir aufgefallen, dass das wiederum bei mir kein Thema ist. Aber vermutlich kommt das auch eher daher, dass wir mehr oder weniger eine durchgehende Handlung spielen. Dadurch ergibt sich nicht direkt die Notwendigkeit oder Möglichkeit für einen starken Start. Meistens eher nur, wenn wir in der Sitzung zuvor einen Cliffhanger hatten. Ansonsten gibt es quasi ein Intro in dem nochmal die wichtigsten Ereignisse des letzten Abends bzw. der letzten Zeit zusammengefasst werden.
deinen Beitrag im anderen Thread habe ich mit großem Interesse gelesen. Dazu wollte ich gerne etwas schreiben, aber leider ist meine Zeit und aktuell Dank Kindergartenzombievirus auch meine Gesundheit recht knapp bemessen.
Daher nur eine Frage weil mir gerade deine Signatur auffällt: was genau hast du denn mit dem 2w12 Podcast zu tun? Der ist mir Anfang des Jahres neu unter gekommen und wird auch gerne von mir gehört :)