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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Spielleiterthemen => Thema gestartet von: Namo am 25.01.2026 | 17:33

Titel: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Namo am 25.01.2026 | 17:33
Eine Frage die mir durch unseren letzten Rollenspielabend entstanden ist. Das Thema Vorbereitung vs. Improvisation in allen Zwischenstufen ist ja so alt wie das Rollenspiel selbst. Häufig geht es bei der Frage um ganze Abenteuer. Heute möchte ich aber spezifischer werden. Es soll um einzelne wichtige Szenen gehen. Vielleicht sogar Kampagnen bestimmende Szenen. Und um es nicht zu theoretisch zu gestalten, auch mal an einem praktischen Beispiel.

Da es schon in den Simpsons vorkam, sollte es kein Spoiler mehr sein: Ich rede von DER Szene von Star Wars: Das Imperium schlägt zurück! "Ich bin dein Vater, Luke!". Diese Szene nun mal ins Rollenspiel und die aktuelle Frage umgesetzt: Diese Situation wie Luke da hängt, geschunden, geschlagen aber noch voller Glaube - und dann thront da Darth Vader, siegreich, übermächtig und fügt ihm mit diesem Satz auch noch den psychologischen Todesstoß. Fantastisch und erinnerungswürdig?

Doch wie wäre diese Szene in unserem Rollenspiel zustande gekommen? Und wie wäre bei euch?

Für mich wäre sie so ein wichtiger Reveal mit Blick auf die Kampagne, dass ich diese Szene akribisch vorbereiten würde und auch zigmal im Geiste durch gehen würde und alle Eventualitäten planen würde - soweit möglich. Ich würde versuchen, den Spielern den Weg in ebenen jenen Raum erzählerisch oder durch die Umstände zu ebenen. Die Wortfetzen die Darth Vader sagen wird, würde ich vermutlich auch vorbereiten und zu Papier bringen - ob ich sie später brauche oder nicht. Die Szene kann auch nur in diesem Raum stattfinden. Vielleicht ist eine entsprechende Battlemap dafür vorbereitet. Beschreibungen aller Sinne sind zu Papier gebracht und entsprechende Musik ist vorbereitet um das Maximum an Atmosphäre zu erzeugen. Oft gelingt das alles dann auch, aber Spieler sind Spieler und dann kann auch mal alles anders laufen. Aber selbst dann hilft die Vorbereitung zumindest den eigentlichen Dialog und die Offenbarung gut rüber bringen zu können. Die Szene funktioniert ja eigentlich überall - hat dann eventuell etwas weniger Atmosphäre (man stelle sich vor, Luke würde die Flucht nochmal über einen Müllschacht versuchen und er und Darth begegnen sich in der Müllpresse für die Szene), da die Umstände nicht perfekt passen. Aber die Stärke des Inhaltes bleibt.

Und das ebnet eigentlich perfekt den Weg für die Überlegung zu Variante 2 und 3. Bei letzterer hat der SL vielleicht nur im Kopf: DV = Vater von Luke, könnte mal zur Sprache kommen wenn es sich ergibt. Vielleicht in diesem Abenteuer wenn es passt. Ich lasse mich überraschen ob es heute passiert.

In Variante 2 ist fix geplant das der Reveal kommt. Vielleicht auch mit ein paar Stichpunkten. Aber auch hier lässt man vielleicht eher mal laufen.

Also ihr Spielleiter des Tanerlorns - wie geht ihr damit um?
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Raven Nash am 25.01.2026 | 17:41
Das Problem beim Vorbereiten ist, dass man dann auch drauf hin arbeiten muss. Und wenn die Gruppe partout nicht den Weg geht, der zur Szene führt?
Da behalte ich lieber den Fakt im Hinterkopf (Vader ist Lukes Vater) und knalle das rein, wenn die Situation mir dafür am besten scheint und den meisten Impact hat.
Wenn sich die Szene also ewig nicht ergibt - was soll's? Außer mir weiß ja niemand, dass es dazu kommen soll. Wenn es nie dazu kommt, auch gut. Es fehlt ja niemandem was.

Dafür fügt es sich dann aber organisch ins Spiel ein, wirkt nicht aufgesetzt oder gar gerailroaded.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: schneeland am 25.01.2026 | 17:52
Tendenziell bin ich bei Variante 2, weil es mir leichter fällt, zu wichtigen Szenen/Locations/Personen zu improvisieren, wenn schon eine eine gewisse Basis da ist.
Einschränkung dabei: bei gewissen Szenen ist schon der Gedanke da, dass die wahrscheinlich stattfinden - wenn sich aber im Spiel ergibt, dass das nicht passiert, dann versuche ich nicht, das um jeden Preis zu erzwingen.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: 1of3 am 25.01.2026 | 18:11
Hey, Luke, was ist die schlimmste Offenbarung, die Darth Vader dir in dieser Situation machen kann?

Was kreuze ich da an?
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Outsider am 25.01.2026 | 18:14
Für mich ist es Variante 2 ich weiß grundsätzlich über die Motivation und die Werte der Figuren in der Szene bescheid und habe einen groben roten Faden wie es geplant laufen könnte. Aber nicht mehr und wenn die Spieler sich anders entscheiden oder der rote Faden reißt oder gar nicht erst aufgegriffen wird ist das leider so.

Die von dir (Namo) beschriebene Szene entsteht bei mir nur zufällig. Ich kann als SL den Weg dahin ebnen und hoffen das es gut wird, aber mit meinem SL-Stil kann ich das nicht erzwingen.

Aktuelles Beispiel ist in meinem Forenspiel ( hier ab #39 (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,131572.25.html) ) die Szene zwischen Miri (junge Braut wider Willen) und Hirngar einem Holzfäller. Ich weiß wie Miri tickt, ich weiß was sie motiviert und über Wahrnehmungswürfe habe ich die Spieler auf eine Handlung aufmerksam gemacht. Und da zeigt sich schon die Crux der Spieler von Hirngar ist drauf eingestiegen, ein anderer Spieler hat trotz erfolgreichen Wurfs auf eine andere Szene nicht reagiert. Das habe ich schon mal nicht fest in der Hand.

Wie sich die Szene dann im Einzelnen entwickelt, hängt sehr von dem Spiel zwischen Spieler und SL ab. Mit viel Glück wird es eine Darth-Luke Szene, manchmal verpufft es auch vollkommen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass kann man nicht erzwingen. Wenn man etwas zu sehr will klappt es nicht. Daher gilt für mich lieber loslassen und Spielangebote machen, dann aber auf den Punkt einsteigen, wenn sie angenommen werden. Also wenn dann ein Spieler der Wahrnehmung / Eingebung etc. folgt dann ist es kein larifari 08/15 Gequatsche, sondern hat Bedeutung.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: nobody@home am 25.01.2026 | 18:27
Ich schwanke so zwischen 2 und 3. Wahrscheinlich näher an 3, weil ich erst gar nicht überhaupt gerne Szenen festlege, die dann im Spiel auch unbedingt vorkommen "müssen"; mir fallen zwar durchaus regelmäßig welche ein, die das recht passend könnten und sich dann auch ein Stück weit vorbereiten lassen, aber da mit dem Vorbereitungsaufwand auch die innere Tendenz steigt, mich ein bißchen zu sehr in den eigenen Plan zu verlieben und entsprechende "unvermeidbare" Eisenbahnschienen zu verlegen, habe ich lieber meinen Stall an vorbereiteten NSC, grob skizzierten plausiblen Handlungsorten, und sonstigen Ideen, und mische die Zutaten dann erst im Spiel geeignet zusammen oder arrangiere sie zumindest bei Bedarf spontan neu.

Wenn also in meinem Spiel Darth Vader Lukes Vater ist, dann gibt's mit Sicherheit auch mehr als nur eine Möglichkeit, wie Luke das angemessen dramatisch herausfinden kann -- beispielsweise wußten ja Obi-Wan und Yoda im Filmkanon auch schon längst, was Sache war, und haben bloß die Mäuler nicht aufgekriegt. Wie genau er letztendlich an diese Information kommt und was er dann damit macht, darf aber ruhig von den Entscheidungen von Lukes Spieler mitgetragen werden.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Zed am 25.01.2026 | 18:51
Bei mir ist's exakt wie bei nobody:

Ich schwanke so zwischen 2 und 3. Wahrscheinlich näher an 3, weil ich erst gar nicht überhaupt gerne Szenen festlege, die dann im Spiel auch unbedingt vorkommen "müssen"; mir fallen zwar durchaus regelmäßig welche ein, die das recht passend könnten und sich dann auch ein Stück weit vorbereiten lassen, aber da mit dem Vorbereitungsaufwand auch die innere Tendenz steigt, mich ein bißchen zu sehr in den eigenen Plan zu verlieben und entsprechende "unvermeidbare" Eisenbahnschienen zu verlegen, habe ich lieber meinen Stall an vorbereiteten NSC, grob skizzierten plausiblen Handlungsorten, und sonstigen Ideen, und mische die Zutaten dann erst im Spiel geeignet zusammen oder arrangiere sie zumindest bei Bedarf spontan neu.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Namo am 25.01.2026 | 19:02
Hey, Luke, was ist die schlimmste Offenbarung, die Darth Vader dir in dieser Situation machen kann?

Was kreuze ich da an?

 ;D So "modern" spielen wir nicht. Dazu sind wir zu klassisch unterwegs. Hatte mir gerade gestern noch ein Spieler geschrieben, als ich etwas in dieser Richtung von ihm wollte. Da war er total überfahren und überfragt, da "kreative" Spielermitgestaltung der Welt für meine Spieler eher schwer ist und nicht die Richtung ist die ihnen Spaß macht. Oder nicht die Richtung die wir bewusst spielen.

Insofern touché, aber fühl dich verstanden. An diese Möglichkeit habe nicht gedacht. Aber die würde sowieso maximal ans Ende von Variante 3 mit Richtung 4 fallen - die dann wiederum Beginn der Skala für die entsprechenden Spieler wäre: "Wie bereitet ihr euch auf wichtige Szenenanfragen der Spielleitung vor die ihr gestalten sollt?" A: Ich habe mir Karten für alle möglichen Szenen vorgeschrieben um schnell flüssig etwas erzählen zu können bis zu C.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: sindar am 25.01.2026 | 20:33
Unter der Maßgabe, daß ich schon ziemlich lange nicht mehr gespielt, geschweige denn geleitet habe: Auch bei mir ist das ähnlich wie bei nobody. Wenn ich nicht gerade Kaufabentuer leite, habe ich für gewöhnlich nicht viel mehr im Kopf als eine Ausgangssituation und eine Entwicklung (in SEHR groben Zügen), die ohne die Spieler passieren könnte. Tatsächlich habe ich bisher meistens Gruppen gehabt, die aktiv nach Wegen gesucht haben, ihre Ziele zu erreichen (die nicht immer die waren, mit denen ich gerechnet habe) und deren Ideen ich dann spontan verwursten konnte. Vorgeplante Szenen habe ich dann kaum, wenn überhaupt.

Bei den wenigen Kaufabenteuern, die ich bisher geleitet habe, haben sich die Spieler immer recht gut an den vorgegebenen Roten Faden gehalten, da hatte ich bisher auch eher wenig Probleme.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: unicum am 25.01.2026 | 22:15
Dinge von denen ich fast sicher weiß das sie passieren bereite ich detaliert vor. Aber ansonsten wird eben auch viel improvisiert wenn die Spieler andere Wege beschreiten.

Aber wenn ich einen Chliffhanger habe weiß ich ja das ich etwa die Klippe ausarbeiten könnte.

Hängt aber viel einfach an der Zeit die ich habe und wie gut ich meine Pappenheimer kenne.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Yney am 26.01.2026 | 09:13
Allgemein wählen die Spieler ihren eigenen Weg und die Handlung ergibt sich daraus und aus den Gegebenheiten der Welt.

Aber manchmal braucht es großes Kino, finde ich und solche Szenen bereite ich dann sehr akribisch vor; immer mit dem Risiko, dass die Mannschaft fröhlich dran vorbei marschiert.

Als Ausgangspunkt für eine Geschichte, speziell für ein kurzes Erlebnis, baue ich durchaus gerne eine detaillierte Szenerie und lasse die Steuerungsmöglichkeit der Spieler dort „hineinwachsen“, bis sie schließlich voll und ganz übernehmen. Denn der Anfang einer Geschichte ist in einem Erlebnis ja noch gesetzt, ja muss es vielleicht sogar sein.

Zusammengefasst: Wenn ich eine wichtige Szene vorbereite, dann so richtig (also Möglichkeit 1).
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Namo am 26.01.2026 | 09:57
Die bisherige Bilanz der Umfragestatistik im Vergleich zu den Kommentaren finde ich schon ganz erstaunlich und interessant. Ohne die Statistikumfrage würde ich mich für einen Exoten halten. Interessante Erkenntnis.

Wobei man natürlich aufpassen muss: Hier geht es explizit um einzelne, relevante Szenen und nicht die allgemeine Abenteuervorbereitung und Improvisation.

Aus meiner Sicht haben viele Abenteuer z.B. ja zumindest einen halbwegs festgelegtes "Finale" oder Ziel. Wirf den Ring in den Schicksalsberg, Vernichtet den Todesstern etc. Diese würde ich auch bei recht freien improvisiertem Spiel als relativ unumstößlich sehen um das Abenteuer/die Kampagne zumindest zu einem guten Ende abzuschließen und auch ein packendes Finale zu haben. Der Begriff Kino wurde schon genannt. Das sehe ich ähnlich und empfinde ich auch als wichtig. Möglich ist natürlich immer, dass die Spieler ganz andere Ideen haben. Wobei ich es seltsam fände, wenn man sich auf epische Fantasy und wir sind die Guten einigt - und dann kommt die Truppe auf die Idee, ein Reich des Bösen mit dem Ring zu gründen oder die Rebellen zu verraten. Dass ein Charakter auf die Idee kommt sich den Ring selbst zu schnappen weil er verführt wurde ist nochmal etwas anderes, finde ich. Das wäre aber nichts desto trotz ja alles möglich und eben auch der klassische Fall, bei dem man etwas anderes vorbereitet hat, wie das was dann tatsächlich passiert. Das kommt vor, damit muss man aber als "SL" auch leben und umgehen können. Manchmal entstehen daraus ja wiederum andere denkwürdige Szenen.

Von meinem bisherigen Eindruck her, spielen die meisten Gruppen jedoch schon in eine gemeinsame Zielrichtung hin, so dass die Chancen für die Erfüllung der jeweiligen Szene schon auch da ist.

Für uns waren solche Kinoszenen auch oft ein Highlight der Kampagne und Lohn der ganzen Vorgeschichten. Auf manche Szenen hat man ja wirklich lange hingearbeitet. Ich fand es umso schöner, wenn sie durch die Vorbereitung ihre maximal mögliche Wirkung entfalten konnten. Das ist selbstverständlich nicht immer gelungen, oder fand anders wie erwartet statt. Von daher finde ich es auch als absolutes No Go, diese Szene absolut zu erzwingen. Wenn es sich nicht mehr organisch anfühlt, schadet das der Szene und der Runde an sich. Dann ist man in einer Einbahnstraße, die mir als Spieler auch wiederum aufstoßen würde.

Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Issi am 26.01.2026 | 10:48
Meine Antwort wäre : Ja
 Deshalb kann ich leider keine hier wählen.

Also klar bereite ich wichtige Szenen im Kopf vor (Inneres Drehbuch)
Ohne eine Silbe davon aufzuschreiben.

Aber das heißt nicht, dass dabei nicht trotzdem auch improvisiert wird.

Sprich: Wenn es sowas wie „Text“ gibt, dann nur im Kopf. Und dieser Text ist nicht zwingend unveränderlich. Also durchaus auch Improvisation unterworfen, falls erforderlich.


Was ich aber durchaus skizziere, sind die Figuren selbst(Kurz Porträt als Bild)weil ich ihrer Persönlichkeit dadurch näher komme.
Wie ist ihr Temperament?
Ihre Art zu sprechen?
Ihr Verhalten gegenüber anderen?
Was wollen Sie?
Wie setzen sie das durch?
Was macht sie besonders bzw. unterhaltsam?
Was lässt sie den SPL in Erinnerung bleiben?
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Sphinx am 26.01.2026 | 10:55
> Ich habe Notizen und Gedanken zu den wichtigsten Eckpunkten der Szene

Oft sind es sogar nur Gedanken die ich mir vorher mache. Dann Spiele ich die Szene im Kopf mehrfach durch um sie zu verinnerlichen.
Wenn es komplexer ist, dann eben ein paar Stichpunkte. "Wenn sie unfreundlich sind, Wird Alarm ausgelöst und Wachen tauchen in X Kampfrunden auf"
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Swanosaurus am 26.01.2026 | 11:59
Ich denke beim Leiten (EDIT: halt, nein, ich meine: beim Vorbereiten!) eigentlich tendenziell nicht mehr in Szenen. natürlich mache ich mir im Vorhinein Vorstellungen davon wie ein bestimmtes Aufeinandertreffen ablaufen könnte oder welche Arten von Situationen wahrscheinlich eintreten; aber ich versuche dann eher, die entsprechenden Überlegungen wieder in die NSC- und Schauplatzbeschreibungen einfließen zu lassen (um bei dem Beispiel zu bleiben: Ich male mir eine Konfrontation zwischen Luke und Vader aus, bei der letzterer ersterem eröffnet, dass er sein Vater ist. Was in die NSC-Beschreibung daraus zurückfließt: Vader weiß, dass er Lukes Vater ist, und ist auch bereit, ihm dieses Wissen zu offenbaren, wenn ihm der Moment dafür opportun erscheint).

Szenen akribisch zu planen ist für mich eigentlich ein No-Go. Je akribischer ich plane, desto größer wird die Versuchung, die Szene in die von mir geplante Richtung zu drücken und dabei jeden Verlauf, der mich (und damit wahrscheinlich auch die Spieler) überrascht, zu blockieren. Ist eigenltich eine Variante meines No-preplanned-Twists-Dogmas: Keine Handlungstwist darf jemals vorausgeplant werden, kein Abenteuer damit stehen und fallen, dass eine ganz bestimmte Information zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt offenbart wird. Wenn die Charaktere bei einem Detektivabenteuer von Anfang an kapieren, wer der Mörder ist, dann muss das Abenteuer genug anderes Material für Probleme enthalten (der Mörder muss gefasst werden, der Mord muss nachgewiesen werden, weitere Opfer müssen verhindert werden), um noch ein Abenteuer rauszuholen. Und wenn ganz selten Mal alles so perfekt läuft, dass die SC jedes Problem von vorneherein lösen, dann ist das Abenteuer halt vorbei und das nicht-verwendete Material wandert zur Zweckentfremdung in den Steinbruch.

Szenenvorbereitung läuft also kurzfristig und bedeutet: Noch mal einen Blick auf die beteiligten NSC und Schauplätze werfen, sich vergegenwärtigen (evtl. auch fragen), was die SC in der Szene wollen, darauf reagieren und im Spiel dann den Cut setzen, wenn klar ist, ob sie bekommen haben was sie wollen oder nicht.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Outsider am 26.01.2026 | 12:38
Aus meiner Sicht haben viele Abenteuer z.B. ja zumindest einen halbwegs festgelegtes "Finale" oder Ziel. Wirf den Ring in den Schicksalsberg, Vernichtet den Todesstern etc. Diese würde ich auch bei recht freien improvisiertem Spiel als relativ unumstößlich sehen um das Abenteuer/die Kampagne zumindest zu einem guten Ende abzuschließen und auch ein packendes Finale zu haben. Der Begriff Kino wurde schon genannt. Das sehe ich ähnlich und empfinde ich auch als wichtig. Möglich ist natürlich immer, dass die Spieler ganz andere Ideen haben. Wobei ich es seltsam fände, wenn man sich auf epische Fantasy und wir sind die Guten einigt - und dann kommt die Truppe auf die Idee, ein Reich des Bösen mit dem Ring zu gründen oder die Rebellen zu verraten. Dass ein Charakter auf die Idee kommt sich den Ring selbst zu schnappen weil er verführt wurde ist nochmal etwas anderes, finde ich. Das wäre aber nichts desto trotz ja alles möglich und eben auch der klassische Fall, bei dem man etwas anderes vorbereitet hat, wie das was dann tatsächlich passiert. Das kommt vor, damit muss man aber als "SL" auch leben und umgehen können. Manchmal entstehen daraus ja wiederum andere denkwürdige Szenen.

Das ist korrekt, aber so Szenen wie Vader-Luke lassen sich auch in einem Finale nicht immer erzwingen. Du schreibst selbst, das kann klappen muss es aber nicht. Daher biete ich solche Highlights auch zwischendurch an, wie oben beschrieben. Mir ist es lieber, auch für die Charakterentwicklung, die SC nehmen so ein Spielangebot im laufenden Spiel an, weil ihr Char danach noch davon zehren kann. Würde ich mir diesen Plotpunkt gezielt für das Finale aufheben ist es erst mal ungewiss ob sie das Finale überhaupt erreichen oder was mit den Chars danach passiert. Wäre ja schade, wenn der Plot dann am dichtesten ist, wenn die Chars in Rente gehen. Kann ein Höhepunkt sein, aber mir ist es lieber es geht für die Charaktere danach noch weiter.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Faras Damion am 26.01.2026 | 12:50
Gut vorbereitete Szenen gelingen mir im Schnitt deutlich besser.

Jedenfalls waren das die Szenen, von denen die Spieler jahrelang erzählten.

Aus Zeitgründen oder durch unerwartete Wendungen geht das gründliche Vorbereiten aber nicht immer. So ist es halt.  8)
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: tartex am 26.01.2026 | 12:51
Ich mache es so wie die meisten die hier kommentiert haben:

Ja. Ich gehe NSC-Motivationen öfters detailliert durch und frage mich, wie sie sich verhielten wenn sie SCs dieses oder jenes machten.

Und ja, ich plane hoffentlich coole Schauplätze und Setpieces.

Aber ich verknüpfe diese beiden Elemente eigentlich nicht in der Vorbereitung.

Darth Vader muss nicht genau an der Stelle den Reveal machen. Vielleicht lenken ihn die Spieler um, oder er muss frühzeitig flüchten - und das passiert dann ganz woanders - oder er geht sogar schon vorher drauf.

Wäre Empire strikes back meine Kampagne, hätte es den Reveal sicher schon auf Hoth gegeben, weil das Rebellenpack mir nicht entkommen wäre.  >;D
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 26.01.2026 | 13:31
Ich denke beim Leiten (EDIT: halt, nein, ich meine: beim Vorbereiten!) eigentlich tendenziell nicht mehr in Szenen. natürlich mache ich mir im Vorhinein Vorstellungen davon wie ein bestimmtes Aufeinandertreffen ablaufen könnte oder welche Arten von Situationen wahrscheinlich eintreten; aber ich versuche dann eher, die entsprechenden Überlegungen wieder in die NSC- und Schauplatzbeschreibungen einfließen zu lassen (um bei dem Beispiel zu bleiben: Ich male mir eine Konfrontation zwischen Luke und Vader aus, bei der letzterer ersterem eröffnet, dass er sein Vater ist. Was in die NSC-Beschreibung daraus zurückfließt: Vader weiß, dass er Lukes Vater ist, und ist auch bereit, ihm dieses Wissen zu offenbaren, wenn ihm der Moment dafür opportun erscheint).

Szenen akribisch zu planen ist für mich eigentlich ein No-Go. Je akribischer ich plane, desto größer wird die Versuchung, die Szene in die von mir geplante Richtung zu drücken und dabei jeden Verlauf, der mich (und damit wahrscheinlich auch die Spieler) überrascht, zu blockieren. Ist eigenltich eine Variante meines No-preplanned-Twists-Dogmas: Keine Handlungstwist darf jemals vorausgeplant werden, kein Abenteuer damit stehen und fallen, dass eine ganz bestimmte Information zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt offenbart wird. Wenn die Charaktere bei einem Detektivabenteuer von Anfang an kapieren, wer der Mörder ist, dann muss das Abenteuer genug anderes Material für Probleme enthalten (der Mörder muss gefasst werden, der Mord muss nachgewiesen werden, weitere Opfer müssen verhindert werden), um noch ein Abenteuer rauszuholen. Und wenn ganz selten Mal alles so perfekt läuft, dass die SC jedes Problem von vorneherein lösen, dann ist das Abenteuer halt vorbei und das nicht-verwendete Material wandert zur Zweckentfremdung in den Steinbruch.

Szenenvorbereitung läuft also kurzfristig und bedeutet: Noch mal einen Blick auf die beteiligten NSC und Schauplätze werfen, sich vergegenwärtigen (evtl. auch fragen), was die SC in der Szene wollen, darauf reagieren und im Spiel dann den Cut setzen, wenn klar ist, ob sie bekommen haben was sie wollen oder nicht.

Handhabe ich genauso, wobei ich ergänzend festhalten würde, dass ich mir Notizen mache. Das hat dazu geführt, dass Szenen in sich stimmiger werden, weil z.B. NSC kongruent in ihren Handlungen bleiben.

Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Zed am 26.01.2026 | 15:35
Ich habe oben zwar "zwischen 2 und 3" angegeben, aber wenn ich darüber nachdenke, gibt es doch ein paar Schlüsselszenen, die ich stärker vorbereitet hatte.

Hierzu gehört die Szenenfolge, in der nach etwa 22 Jahren Spielzeit einem SC (Aranik) die Erinnerung an ein früheres Leben freigeschaltet wurde. Ich als SL hatte jede Erinnerungsszene "eröffnet" und dem dazugehörigen Spieler überlassen, wie die Erinnerungsszene endete. Sein Ende der Erinnerung entschied, was für einer Art von Ethik sein früheres Ich folgte. (Beispiel: Deine Jugendfreundin, die bei der Vereidigung neben Dir steht, boykottiert den Eidschwur, indem sie ihn nicht mitspricht - was tust Du?) Hier hatte ich mir die Szenenfolge vorab aufgeschrieben, und sie auch vorab tief durchdacht, aber nicht in Worten ausformuliert.

Lange vorbereitet habe ich schon ein(!) "Sicherheitsnetz" für den Fall eines TPK, die ähnlich wie die Aranik-Erinnerung funktioniert. Das wird vorab etwas Ausformulierung von mir erfordern, die ich noch vorbereiten muss. (Namo hatte ich die Idee schon einmal vorgeschlagen.)

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Namo am 26.01.2026 | 18:42
Gut vorbereitete Szenen gelingen mir im Schnitt deutlich besser.

Jedenfalls waren das die Szenen, von denen die Spieler jahrelang erzählten.

Aus Zeitgründen oder durch unerwartete Wendungen geht das gründliche Vorbereiten aber nicht immer. So ist es halt.  8)

Das ist ganz genau mein empfinden bzw meine persönliche Erfahrung. Natürlich gibt es auch impro Szenen die toll waren und Einzug ins Gruppengedächtnis gehalten haben. Aber die im Vorfeld "durchgeplanten" Szenen haben da eine deutlich höhere Epikwahrscheinlichkeit. Ich habe hier vieö mehr Details und Atmosphäre parat wie wenn ich da nicht so viel reininvestiere.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Luxferre am 26.01.2026 | 18:53
Ich bereite gern mal wichtige Szenen für einen Einstieg vor.
Alles Weitere kann ich gar nicht antizipieren. Gut, mitunter leite ich auch lineare Abenteuer/Plots und dann könnte ich das tun. Aber nein, wenn überhaupt, dann bereite ich Startszenarien akribisch vor und mache mich mit meiner eigenen Um-/Welt sehr vertraut, sodass diese auch plausibel auf die Spielenden reagieren kann.
Selbst bei Ermittlungsabenteuern bereite ich nicht alles en detail vor. Klar, Spuren, Nebenschauplätze, Verdachte und Co und natürlich auch der/die Täter sind ausgearbeit. Aber eher keine Szenen. Vielmehr das Großeganze ringsum.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Zed am 26.01.2026 | 19:18
Unser letztes Highlight kam unvorhergesehen und spontan, hier wurde improvisiert ohne Vorbereitung:

Ein Ex-Paladin, der vor Jahren seine ganze Gruppe an einen übermächtigen Feind verloren hatte, war von einem "Mafiaboss" aufgelesen worden, der es ihm ermöglichte, Rauschzustände aller Art zu finanzieren. Das nutzte der Ex-Paladin über die Maße aus, klar bei Verstand war er in den letzten Jahren nur noch selten. Meine Gruppe hatte den Ex-Paladin per Teleport an einen fernen Strand entführt - ohne Wissen um seine Hintergrundgeschichte - und der Ex-Paladin war nicht sehr zugänglich, auch nicht, nachdem ihn die Priesterin mit "Neutralize Poison" wieder ernüchtert hatte.

Meine Gruppe merkte, dass der Kerle für sein Leben keine Zukunft mehr sah. Sie waren einen Tick berührt, und das Thema "Folter" wurde mehrheitlich nicht weiter überlegt. Wir spielen Diplomatie ja aus, daher kamen sie bei ihm aktuell nicht weiter. Bis er sagte, er wolle in einem Duell um seine Freiheit kämpfen.

Er sagte, er wolle gegen den stärksten Kämpfer meiner Gruppe antreten: Würde er gewinnen, sollte er wieder zurück gebracht werden. Würde er verlieren, würde er sagen, was die Gruppe von ihm wissen will, und dann wolle er zum Sterben am Strand zurückgelassen werden.

Die Gruppe ließ sich darauf ein. Der Zwergenpriester (20. Stufe) und der Ex-Paladin (12. Stufe) einigten sich, ohne Magie und Rüstung gegeneinander anzutreten, um das Duell schnellstmöglich abzuwickeln.

Und siehe da: Der Ex-Paladin gewann die Initiative und landete in zwei Runden drei kritische Treffer. Hier begann die Improvisation, hier fügte sich alles, wie es "schon immer" sein sollte: Bei jedem Treffer schien ein hellerer Sonnenstrahl durch die Wolken auf dieses Duell - Hiltor, der Sonnengott, der Gerechte und die Gottheit der Paladine blickte mit Güte auf das, was geschah.

Unser Zwergenpriester traf kaum, und er gab auf, kurz bevor er ganz niedergestreckt wurde. Der Ex-Paladin aber sah in die Sonne, erblickte sein Spiegelbild in seinem Schwert, und er erkannte, dass er doch noch fähig war, etwas zu bewegen, und auch, dass Hiltor sein gnädiges Auge auf ihn geworfen hatte. Hatte er doch eine weitere Chance verdient und es die Jahre über "in Obhut des Mafiabosses" übersehen?

Der Ex-Paladin lief nun über, erzählte seine Geschichte, die die Gruppe sich schon ähnlich zusammengereimt hatte, und wandte sich gegen seinen "Gönner". Mit seiner Hilfe gelang der Gruppe ein sehr erfolgreicher, kurzer Heist gegen den "Mafiaboss", der dabei verstarb.

Das Duell war spontan entstanden, und aus dieser netten, aber nebensächlichen Idee wurde dank der kritischen Treffer und des eindeutigen Verlaufes die wichtigste Szene und das unvorhergesehene Highlight des Spieltages.

Der Paladin jedenfalls kommt auf die Verbündetenliste meiner Gruppe und wird sicher noch einmal auftauchen.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Namo am 27.01.2026 | 09:24
Ich bereite gern mal wichtige Szenen für einen Einstieg vor.
Alles Weitere kann ich gar nicht antizipieren. Gut, mitunter leite ich auch lineare Abenteuer/Plots und dann könnte ich das tun. Aber nein, wenn überhaupt, dann bereite ich Startszenarien akribisch vor und mache mich mit meiner eigenen Um-/Welt sehr vertraut, sodass diese auch plausibel auf die Spielenden reagieren kann.
Selbst bei Ermittlungsabenteuern bereite ich nicht alles en detail vor. Klar, Spuren, Nebenschauplätze, Verdachte und Co und natürlich auch der/die Täter sind ausgearbeit. Aber eher keine Szenen. Vielmehr das Großeganze ringsum.

Das finde ich auch ganz interessant. Das Thema Startszenenvorbereitung habe ich gerade die Tage in einem Podcast gehört. Und dabei ist mir aufgefallen, dass das wiederum bei mir kein Thema ist. Aber vermutlich kommt das auch eher daher, dass wir mehr oder weniger eine durchgehende Handlung spielen. Dadurch ergibt sich nicht direkt die Notwendigkeit oder Möglichkeit für einen starken Start. Meistens eher nur, wenn wir in der Sitzung zuvor einen Cliffhanger hatten. Ansonsten gibt es quasi ein Intro in dem nochmal die wichtigsten Ereignisse des letzten Abends bzw. der letzten Zeit zusammengefasst werden.

Die andere Frage ist ja - da ich gestern das Wort Epik in den Mund genommen habe - ob es auch eine Unterschied macht, welche Art Abenteuer/Kampagne man spielt. Eine epische Kampagne lebt für mich auch von cineastischen Momenten, einer Agentenkampagne oder einem One Shot würde deren Notwendigkeit nur bedingt verordnen. Hier kann ich mir viel eher vorstellen, dass sich solche Szenen einfach flüssig aus dem Handlungsablauf ergeben.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Issi am 28.01.2026 | 10:37
Ich glaube solche Szenen, können nicht nur Abenteuer Start Momente sein, sondern auch NSC Vorstellungen in bereits länger laufenden Handlungen.
A la „Achtung: Wichtige Figur“
 
Um diese Figuren quasi eindrucksvoll vorzustellen.

Wenn die SPL dagegen von der SL wissen wollen, wie eine Figur heißt, und es wird zu lange überlegt, ein Name lieblos runtergeleiert, oder wie mir schon passiert:
SL sagt zu mir: Denk dir was aus!
(Dann ist der NSC vermutlich nicht ganz so wichtig  ~;D)
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 28.01.2026 | 11:35
Das könnte Absicht von der SL sein. ;D
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: nobody@home am 28.01.2026 | 11:46
Das könnte Absicht von der SL sein. ;D

"...Bob der Baumeister war der große Oberschurke?!?"
"War er schon immer. Nur der Name stammt von euch."

>;D
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Namo am 28.01.2026 | 12:04
Mir gefällt wie ihr denkt  ;D
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Issi am 28.01.2026 | 12:30
Das wäre in der Tat eine meisterhafte Täuschung gewesen:
Der genervte Gesichtsausdruck a la: "Muss ich mir wirklich für jeden Honk einen Namen ausdenken?"
Plus das laute Seufzen.
Dann das Lachen, weil jetzt jedem klar ist, dass die Figur weniger Bedeutung hat, als eine Stubenfliege.

Da wäre nie jemand drauf gekommen
 ;D :d
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Luxferre am 28.01.2026 | 12:34
Ich (also ICH!) würde ja den NSC gut vorbereiten, aber keinesfalls eine Szene fest in einen offenen Ablauf integrieren.
Deshalb auch mein take, dass ich gern Startszenen vorbereite, weil ich mir diese Freiheit/Macht/Hierarchie noch hernehme. Aber im für mich ergebnisoffenen Ablauf eine Szene für die Vorstellung eines NSC vorzubereite ... ist so DSAig, wie es nur geht  >;D

Ich weiß ja gar nicht, OB meine Spieler diese Situation überhaupt so anspielen oder zulassen.
Aber ich weiß, dass Borbel Baumeisteroni eine wichtige Rolle spielen wird.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Issi am 28.01.2026 | 12:43
Deshalb auch mein take, dass ich gern Startszenen vorbereite, weil ich mir diese Freiheit/Macht/Hierarchie noch hernehme. Aber im für mich ergebnisoffenen Ablauf eine Szene für die Vorstellung eines NSC vorzubereite ... ist so DSAig, wie es nur geht  >;D

Jetzt mal für Dummies: "Was ist denn an NSC Vorstellungen nicht Ergebnis-offen?"

Beispiel: Die Figuren beobachten ein Gespräch
(Eine Rede, einen Auftritt, eine Auseinandersetzung etc.)?
Natürlich können Sie in manchen Situationen die "Szene " unterbrechen indem Sie auf die Bühne springen, ins Publikum schreien,  ihre Waffen ziehen, eingreifen whatever.
Aber bevor es soweit kommen könnte, bleiben doch zuweilen ein paar Sätze und Handlungen übrig um der ein oder anderen Figur Profil zu geben.
Um was anderes geht es dabei idR nicht.

Edit.
Ich saß auch schon in Runden, da musste man als Spieler über die NSC genau Buch führen, denn ohne Mitschrift, hätte sich die keiner gemerkt.
A la " Wer war das nochmal?"
- Oh Gott, hoffentlich habe ich mir wenigstens den Namen notiert. Aber selbst der sagt mir nix mehr. ;D

Bezüglich DSA kann ich leider nicht mitreden, nicht mein System.


Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: unicum am 28.01.2026 | 13:02
Das wäre in der Tat eine meisterhafte Täuschung gewesen:
Der genervte Gesichtsausdruck a la: "Muss ich mir wirklich für jeden Honk einen Namen ausdenken?"
Plus das laute Seufzen.
Dann das Lachen, weil jetzt jedem klar ist, dass die Figur weniger Bedeutung hat, als eine Stubenfliege.

Da wäre nie jemand drauf gekommen
 ;D :d

Ach, ich mache mir dann als SL zweimal eine Lustige Nummer draus:
1.) Ich lasse die Spieler den Namen festlegen.
2.) Wenn der Name einfach unpassend ist. beispielsweise "Heinz Ketchup" für einen Elfen in Lorien,... dann könnte das durchaus dazu führen das dieser Elf ein Choleriker ist vor dem selbst Zwerge zurückschrecken. (Und leider ist er auch der einzige Elf der die Rüssis der Abenteurer reparieren kann, natürlich für einen derben aufschlag).

Ich halte eigentlich nichts davon wenn ich als SL versuchen ihre Spieler zu "erziehen", aber ja wenn sowas passiert (und ja es ist mir schon passiert) dann reagiere ich eben auch mal so.

Aber das ist eben - 100% Improvisiert und 0 intensiv Vorbereitet,.... wobei also der obige Cholerische Elf in der Kampange dann immer wieder aufgetaucht ist,...

Soviel zu "nicht wichtig" - als SL hat man da immer möglichkeiten einen unbedarften NSC wichtig werden zu lassen, anderstrum können Spieler das ja auch - indem sie immer wieder den gleichen NSC anspielen. In einer anderen Kampange hatten die Spielerfiguren einen Ork gefangen genommen und keiner der Autoritäten wollte etwas mit dem zu tun haben "Dein Ork, Dein Porblem!" also schliesslich hatte "Gumlupf" dann auch irgendwann einen Characterbogen und kümmerte sich um das Lager seiner,... hm ja "Befreier? Sklavenhalter? ich glaub so richtig klar war das nie"
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Issi am 28.01.2026 | 13:16

Soviel zu "nicht wichtig" - als SL hat man da immer möglichkeiten einen unbedarften NSC wichtig werden zu lassen
Selbstverfreilich
Man muss es halt wollen

Als Spieler kann man das zwar versuchen.
Aber wenn dich die SL dabei mehr oder weniger auflaufen lässt, weil sie keinen Bock drauf hat-
A la "Tut mir Leid, Heinz Ketchup ist auf unbestimmte Zeit mit Pommes und Steak untergetaucht "-
Verliert man über kurz oder lang die Lust
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Luxferre am 28.01.2026 | 13:35
Jetzt mal für Dummies: "Was ist denn an NSC Vorstellungen nicht Ergebnis-offen?"

Beispiel: Die Figuren beobachten ein Gespräch
(Eine Rede, einen Auftritt, eine Auseinandersetzung etc.)?
Natürlich können Sie in manchen Situationen die "Szene " unterbrechen indem Sie auf die Bühne springen, ins Publikum schreien,  ihre Waffen ziehen, eingreifen whatever.
Aber bevor es soweit kommen könnte, bleiben doch zuweilen ein paar Sätze und Handlungen übrig um der ein oder anderen Figur Profil zu geben.
Um was anderes geht es dabei idR nicht.

Edit.
Ich saß auch schon in Runden, da musste man als Spieler über die NSC genau Buch führen, denn ohne Mitschrift, hätte sich die keiner gemerkt.
A la " Wer war das nochmal?"
- Oh Gott, hoffentlich habe ich mir wenigstens den Namen notiert. Aber selbst der sagt mir nix mehr. ;D

Bezüglich DSA kann ich leider nicht mitreden, nicht mein System.


Du kannst im Voraus antizipieren, wo die SC den NSC wann und in welchem Milieu und welcher Verfassung treffen?

Ich nicht.

Besuchen die Ermittler den Hafenarbeiter zu Schichtbeginn? Nach Feierabend im Gasthaus? Abends bei seinen Drogenkollegen? Nachts bei seiner Familie? Auf dem Abort? Bei Beladen eines Schiffes? Mit oder ohne Fluchtmöglichkeiten?

Ich weiß ja nicht ...
Bei mir sind NSC eben nicht wie in Computerspielen stets am gleichen Fleck anzutreffen.

Daher bereite ich wichtige NSC vor und NICHT eine Szene. Und da es hier ja um Szenen geht, mein Einwurf dazu  :)
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Issi am 28.01.2026 | 14:58

Du kannst im Voraus antizipieren, wo die SC den NSC wann und in welchem Milieu und welcher Verfassung treffen?

Ich nicht.
Wann und wo ein Treffen Zustande kommt, kann durch verschiedene Faktoren bestimmt werden.

1. Der Zufall (Würfel) entscheidet, zum Beispiel auf einer Begegnungstabelle wann jemand wo auftaucht.
(Hier sind zwar spontane Anpassungen notwendig aber nicht zwingend so sehr, dass sie ne Vorstellung versauen )
2. Die Gruppe entscheidet einen Ort aufzusuchen, der eine Begegnung wahrscheinlich macht
(Auch hier kann der Würfel zusätzlich befragt werden, ob die Figur gerade tatsächlich vor Ort ist)
3. Die SL entscheidet dass der NSC die Begegnung selbst sucht (Weil Beschattung, Botschaft whatever)

Wichtig ist es eine gut anpassbare Vorstellung zu wählen, die Flexibilität erlaubt, und dennoch Profil entwickelt


Edit.
Grob Zu wissen, wie sich eine Figur bei der ersten Begegnung verhält (Wann und wo die genau stattfindet- halbwegs flexibel), ist mEn. kein schlechtes Ding.

PS.
Solange eine Figur noch nicht eingeführt wurde, obliegt es idR der SL ihre Verfassung bei der Ersten Begegnung zu definieren.
(Ob sie jetzt abgebrannt, betrunken, bestohlen oder in aller bester Verfassung ist, hat mit Ergebnis offen erstmal nichts zu tun)
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Namo am 28.01.2026 | 15:11
Hm, wenn man das hier so liest, meint man, es wäre ein Unding, dass sich NSC an fest Ortschaften aufhalten. Das sehe ich allerdings überhaupt nicht so. Zumindest im Fantasygedankengang. Wozu haben wir denn z.B. die ganzen Lair Karten? Ein Drache wird sich die meiste Zeit in seiner Höhle aufhalten. Er kann auch mal unterwegs sein, aber grundsätzlich lässt sich da schon recht klar festhalten, wo ein "Treffen" stattfinden wird. Vom typischen Oberboss, der in seiner Höhle/Thronsaal etc. sitzt und alles seine Untergebenen machen lässt mal ab. Natürlich können die Spieler da immer irgendwelche Pläne schmieden etc. Aber ich finde schon, dass viele NSC Begegnungen sich schon gut "planen" lassen und auch mehrheitlich so stattfinden.

Aber verallgemeinern lässt sich das natürlich so einfach auch nicht. Da kommt es wieder auf die Spielart bzw. das Abenteuer an. Bei einem Stadtabenteuer, um mal einen Oberbegriff zu nennen, dürfte der Ort der NSC Begegnung viel fluider sein wie z.B. in einem "Die Orks haben das Dorf überfallen und die Jungfrau in ihre Höhle verschleppt" Abenteuer.

Ich meine den Namo-Chef-Antagonisten trifft man normalerweise von Montag-Freitag 8-18 Uhr immer an einer bestimmten Kanzlei Adresse an. Und den Rest der Zeit sitzt er zu Hause. Da sähe die Zufallstabelle recht langweilig aus.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Issi am 28.01.2026 | 15:16
Hm, wenn man das hier so liest, meint man, es wäre ein Unding, dass sich NSC an fest Ortschaften aufhalten.
Absolut nicht.
Und solange sie ,wie gesagt, noch nicht eingeführt wurden, ist es für die allermeisten Runden auch Ok, wenn der Drache in seiner Höhle ist, statt zufällig durch die Gegend zu fliegen.

Ergebnis offen bedeutet, dass das Ergebnis, sprich der Ausgang des Abenteuers nicht festgelegt, also offen ist.
Das hat mit der Einführung von wichtigen NSC mMn. erstmal wenig zu tun.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Luxferre am 28.01.2026 | 15:29
Issi, mir geht es darum, dass Du als SL etweder hart sciptest (was okay ist) oder statt gescripteter Szenen, einfach NSC samt Motivationen und groben Abläufen vorbereitest. Deshalb mein take, dass ich viel lieber NSC vorbereite, als Szenen vorzuscripten. Meine Spieler lassen mich eh fast jede zu konkrete Vorbereitung unbespielt wieder mit nach Hause nehmen.
Und nimm's mir nicht übel, aber ich verstehe Deine Einwände zu meinen beiden von Dir kommentierten Beiträgen nicht.



Hm, wenn man das hier so liest, meint man, es wäre ein Unding, dass sich NSC an fest Ortschaften aufhalten. Das sehe ich allerdings überhaupt nicht so. Zumindest im Fantasygedankengang. Wozu haben wir denn z.B. die ganzen Lair Karten? Ein Drache wird sich die meiste Zeit in seiner Höhle aufhalten. Er kann auch mal unterwegs sein, aber grundsätzlich lässt sich da schon recht klar festhalten, wo ein "Treffen" stattfinden wird. Vom typischen Oberboss, der in seiner Höhle/Thronsaal etc. sitzt und alles seine Untergebenen machen lässt mal ab. Natürlich können die Spieler da immer irgendwelche Pläne schmieden etc. Aber ich finde schon, dass viele NSC Begegnungen sich schon gut "planen" lassen und auch mehrheitlich so stattfinden.

Aber verallgemeinern lässt sich das natürlich so einfach auch nicht. Da kommt es wieder auf die Spielart bzw. das Abenteuer an. Bei einem Stadtabenteuer, um mal einen Oberbegriff zu nennen, dürfte der Ort der NSC Begegnung viel fluider sein wie z.B. in einem "Die Orks haben das Dorf überfallen und die Jungfrau in ihre Höhle verschleppt" Abenteuer.

Ich meine den Namo-Chef-Antagonisten trifft man normalerweise von Montag-Freitag 8-18 Uhr immer an einer bestimmten Kanzlei Adresse an. Und den Rest der Zeit sitzt er zu Hause. Da sähe die Zufallstabelle recht langweilig aus.

Von einem Unding schreibe ich jedenfalls NICHT.
Jede/r SL bereitet anders vor.
Ich scripte wenige Szenen, und diese bevorzugt zum Start, und bereite dann Setting, Plot, Nebenplots, NSC samt Agenda und Abläufen vor. Ich weiß nie, wie sich meine Spieler verhalten und bereite zB auch Drachenhorte nicht unbedingt mit schlafendem Drachen vor, es sei denn, dass die Spieler explizit ansagen, dass ebendies das nächste Ziel sein wird. Und dann warten da sicherlich einige Überraschungen  >;D

Beispiel Oberboss im Thronsaal.
Ich bereits das Setting vor: Burg, Thronsaal, mögliche Wachen, den BBEG und was da sonst noch ne Rolle spielen kann.
Wenn ich jetzt die BBEG-Superduper-Rede und einundelfzig tolle NSC-Berater/-Wachen vorbereiten würde, dann verwette ich mein schönes Auto darauf, dass meine Spieler darauf einen Shit geben und ihren Plan durchziehen. Und ehrlicherweise agiere ich als Spieler auch oft so. Etwas disruptiv für manch eine/n, aber ich versuche doch das Beste aus jeder Situation für mich herauszuholen. Also eher Plotpoints, als Szenenspiel.

Zu Dir als Chef-Antagonisten: ich persönlich finde es charmant, wenn ich als SL verschiedene Möglichkeiten biete, Dich zu treffen. Ob jetzt im Office, beim Lunch, auf dem Weg von/zur Arbeit, bei der Familie, beim Drogenschmuggler im Hafen oder im Casino oder beim illegalen Autorennen in der Altstadt oder was Du sonst so treibst. Ich würde ungern die Szene auf dem Heimweg vorbereiten, wo die Spieler dann aber schon seit 12:30 fertig mit dir sind, weil sie Dich im Imbiß abgepasst haben.

Nochmal: ich erhebe hier GAR KEINEN Anspruch darauf, dass mein Stil DER BESSERE wäre.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Issi am 28.01.2026 | 15:45
Issi, mir geht es darum, dass Du als SL etweder hart sciptest (was okay ist) oder statt gescripteter Szenen, einfach NSC samt Motivationen und groben Abläufen vorbereitest. Deshalb mein take, dass ich viel lieber NSC vorbereite,
Das lässt sich aber doch nicht wirklich trennen.
Wenn ich grobe Abläufe vorbereite, scripte ich bereits.

Wenn da nicht jemand seinen Text rausholt, und Wort für Wort abliest, kann ich schwer von hartem Skriptem sprechen, und das oben drauf noch als nicht Ergebnis-offen bezeichnen.

Statt von zwei Extremen, würde ich von fließenden Übergängen ausgehen
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Kurna am 28.01.2026 | 15:47
Das mit dem NSC hängt ja auch stark davon ab, ob die Gruppe vorher von ihm weiß. Sich zu überlegen, wo man einen bestimmten NSC treffen könnte, macht für die Gruppe ja nur Sinn, wenn sie vorher etwas von ihm erfahren hat und klar ist, dass er für sie wichtig sein könnte. Es können also auch beide Ansätze Sinn machen.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Namo am 28.01.2026 | 15:48
@Luxferre: So habe ich das auch nicht wahr genommen. Im Gegenteil, sich sehe da (allgemein) einen recht offenen und flexiblen Stil. Was ja auch toll ist und sich organisch anfühlt. Gerade für Gruppen die genauso spielen geht das ja auch kaum anders. Wie eine Gruppe agiert ist ja auch ein sehr weites Feld. Zwischen "wir wollen einfach nur das Abenteuer des SL zerstören"  zu "wir wollen bloß nichts individuelles machen und einfach der Geschichte folgen" ist ja eine verdammt große Spielwiese.

Und zu NSC Szenen(Vorbereitung) gibt es ja dann auch weitere Abstufungen. Ich hatte z.B. mal eine "Rede" relativ tief vorbereitet, da es in wichtiger Plotpoint war. Allerdings hatte die am Ende ein ganz anderer NSC vorgetragen wie eigentlich geplant. Insofern war meine Vorbereitung nicht umsonst und es konnte durch die Vorbereitung eine gewisse Wucht erzielt werden. Halt nur von jemanden anders.

Flexibilität in den Szenen gehört unbedingt und immer dazu. Ansonsten hätten die Spieler ja letzten Endes auch keinerlei Einfluss auf das was geschieht. Und das wiederum ist eine Grenze die im Rollenspiel nicht überschritten werden sollte. Doch normalerweise (außer vielleicht jetzt ein Kampfareal) kann man ja auch vorbereitete Szenen einigermaßen leicht versetzen und wo anders spielen lassen und dennoch greift die Vorbereitung mit allem drum und dran.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Luxferre am 28.01.2026 | 16:01
Das lässt sich aber doch nicht wirklich trennen.
Wenn ich grobe Abläufe vorbereite, scripte ich bereits.

Wenn da nicht jemand seinen Text rausholt, und Wort für Wort abliest, kann ich schwer von hartem Skriptem sprechen, und das oben drauf noch als nicht Ergebnis-offen bezeichnen.

Statt von zwei Extremen, würde ich von fließenden Übergängen ausgehen

Du hast doch das hier geschrieben:

Ich glaube solche Szenen, können nicht nur Abenteuer Start Momente sein, sondern auch NSC Vorstellungen in bereits länger laufenden Handlungen.
A la „Achtung: Wichtige Figur“
 
Um diese Figuren quasi eindrucksvoll vorzustellen.

Das wäre für mich hartes Scripting, weil Du Deine vorbereitete Szene leitest.
Später schreibst Du Weichzeichner, weil Du die Szenen im Kopf vorbereitest.
Oben steht aber, dass eine vorbereitet Szene einen NSC eindrucksvoll vorstellt.

Und so etwas mache ich eben nicht, bzw nur dann, wenn es eine Startszene wäre. Zum Beispiel Start in ein Abenteuer und die Mörderhobos Söldner Mordgesindel Helden sollen ihren Auftraggeber kennenlernen.

Jetzt eine kleine Wertung: wenn ein SL bei uns in der Gruppe mit seinem "Achtung! Wichtige Figur!" kommt, dann kräuseln sich bei mir schon die Fußnägel, weil alles wieder total beeindruckend (sorry, BE-EEEEEEIIIINDRUCKEND!) und superdupersonderwichtig daherkommt. Ich brauche dafür keine gesonderte Szene. Weder als SL, noch als Spieler.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Luxferre am 28.01.2026 | 16:10
@Luxferre: So habe ich das auch nicht wahr genommen. Im Gegenteil, sich sehe da (allgemein) einen recht offenen und flexiblen Stil. Was ja auch toll ist und sich organisch anfühlt. Gerade für Gruppen die genauso spielen geht das ja auch kaum anders. Wie eine Gruppe agiert ist ja auch ein sehr weites Feld. Zwischen "wir wollen einfach nur das Abenteuer des SL zerstören"  zu "wir wollen bloß nichts individuelles machen und einfach der Geschichte folgen" ist ja eine verdammt große Spielwiese.

Und zu NSC Szenen(Vorbereitung) gibt es ja dann auch weitere Abstufungen. Ich hatte z.B. mal eine "Rede" relativ tief vorbereitet, da es in wichtiger Plotpoint war. Allerdings hatte die am Ende ein ganz anderer NSC vorgetragen wie eigentlich geplant. Insofern war meine Vorbereitung nicht umsonst und es konnte durch die Vorbereitung eine gewisse Wucht erzielt werden. Halt nur von jemanden anders.

Flexibilität in den Szenen gehört unbedingt und immer dazu. Ansonsten hätten die Spieler ja letzten Endes auch keinerlei Einfluss auf das was geschieht. Und das wiederum ist eine Grenze die im Rollenspiel nicht überschritten werden sollte. Doch normalerweise (außer vielleicht jetzt ein Kampfareal) kann man ja auch vorbereitete Szenen einigermaßen leicht versetzen und wo anders spielen lassen und dennoch greift die Vorbereitung mit allem drum und dran.

Ah, okay. Dann ist ja gut  :d

Mit vorbereiteten Reden habe ich so meine schlechten Erfahrungen gemacht. Wenn man das meta kurz ankündigt und laufen lässt, kann das super wirken. Kann ...

Ich leite sehr fluide. Fix ist bei mir: Setting, Grundgerüst, Startszene, NSC samt Motivationen und dann kanns losgehen.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: nobody@home am 28.01.2026 | 16:29
Hm, wenn man das hier so liest, meint man, es wäre ein Unding, dass sich NSC an fest Ortschaften aufhalten. Das sehe ich allerdings überhaupt nicht so. Zumindest im Fantasygedankengang. Wozu haben wir denn z.B. die ganzen Lair Karten? Ein Drache wird sich die meiste Zeit in seiner Höhle aufhalten. Er kann auch mal unterwegs sein, aber grundsätzlich lässt sich da schon recht klar festhalten, wo ein "Treffen" stattfinden wird. Vom typischen Oberboss, der in seiner Höhle/Thronsaal etc. sitzt und alles seine Untergebenen machen lässt mal ab. Natürlich können die Spieler da immer irgendwelche Pläne schmieden etc. Aber ich finde schon, dass viele NSC Begegnungen sich schon gut "planen" lassen und auch mehrheitlich so stattfinden.

Aber verallgemeinern lässt sich das natürlich so einfach auch nicht. Da kommt es wieder auf die Spielart bzw. das Abenteuer an. Bei einem Stadtabenteuer, um mal einen Oberbegriff zu nennen, dürfte der Ort der NSC Begegnung viel fluider sein wie z.B. in einem "Die Orks haben das Dorf überfallen und die Jungfrau in ihre Höhle verschleppt" Abenteuer.

Ich meine den Namo-Chef-Antagonisten trifft man normalerweise von Montag-Freitag 8-18 Uhr immer an einer bestimmten Kanzlei Adresse an. Und den Rest der Zeit sitzt er zu Hause. Da sähe die Zufallstabelle recht langweilig aus.

Na ja, das andere Extrem wäre halt wieder das Old-Skool- oder auch Computerspieldungeon, wo die Gegner brav vierundzwanzig Stunden am Tag an ihren vordefinierten Plätzen abwarten und so überhaupt nichts tun, bis die Spielercharaktere eeendlich mal vorbeikommen und sie angemessen "triggern". Kann man ab und zu und mit genügend Suspension of Disbelief auf der Spielerseite auch schon mal mit durchkommen, aber der Ansatz hat halt mit einer plausiblen Spielwelt weniger zu tun als schlicht mit dem Wunsch der/des Designer/s, sich selbst nach dem Erstellen einer einigermaßen komplizierten Karte weitere Arbeit möglichst zu ersparen -- wenigstens ein bißchen mehr Bewegung in der Landschaft sollte also standardmäßig allemal erlaubt sein. :)
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Torsten (Donnerhaus) am 28.01.2026 | 18:00
Ich bereite Szenen völlig unabhängig von Charakteren und Plot vor. Ich habe dutzende und aberdutzende Szenen im Kopf, die ich jederzeit passend abrufen kann. Komplikationen, Ablenkungen und andere Faktoren inklusive.
Für das laufende Abenteuer muss ich dann nur noch die Charaktere entsprechend vorbereiten, bzw. durchdenken. Wenn ich weiß, wer eine bestimmte Person ist und wie sie handelt, weiß ich ja auch in welche Szenen sie so passt.

Wenn dann die Spieler entscheiden, dem Barkeeper nach seiner Arbeit auf dem Heimweg aufzulauern, dann habe ich dafür entweder bereits eine passende Szene im Kopf, oder es die Aufgabe der Spieler die Szene selbst zu gestalten, wenn sie die maximale Kontrolle darüber haben wollen. Dann bin ich nur noch für die Unwägbarkeiten zuständig. Aber davon habe ich ja auch genug auf Halde.

Wichtig finde ich nur immer, dass die Entscheidungen der Spieler auch eine Rolle spielen und nicht entwertet werden durch ein fertiges Bühnenbild mit Handlungsablauf.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 28.01.2026 | 18:42
Ich bereite Szenen völlig unabhängig von Charakteren und Plot vor. Ich habe dutzende und aberdutzende Szenen im Kopf, die ich jederzeit passend abrufen kann. Komplikationen, Ablenkungen und andere Faktoren inklusive.
Für das laufende Abenteuer muss ich dann nur noch die Charaktere entsprechend vorbereiten, bzw. durchdenken. Wenn ich weiß, wer eine bestimmte Person ist und wie sie handelt, weiß ich ja auch in welche Szenen sie so passt.

Wenn dann die Spieler entscheiden, dem Barkeeper nach seiner Arbeit auf dem Heimweg aufzulauern, dann habe ich dafür entweder bereits eine passende Szene im Kopf, oder es die Aufgabe der Spieler die Szene selbst zu gestalten, wenn sie die maximale Kontrolle darüber haben wollen. Dann bin ich nur noch für die Unwägbarkeiten zuständig. Aber davon habe ich ja auch genug auf Halde.

Wichtig finde ich nur immer, dass die Entscheidungen der Spieler auch eine Rolle spielen und nicht entwertet werden durch ein fertiges Bühnenbild mit Handlungsablauf.

Das muss ich mal klauen. NSC bereite ich immer vor, aber Szenen ähnlich zu behandeln, kam mir gar nicht in den Sinn. Chapeau!

Monster of the Week macht das iirc, indem es Orte mit Moves versieht.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Issi am 28.01.2026 | 19:23
Du hast doch das hier geschrieben:

Das wäre für mich hartes Scripting, weil Du Deine vorbereitete Szene leitest.
Später schreibst Du Weichzeichner, weil Du die Szenen im Kopf vorbereitest.
Oben steht aber, dass eine vorbereitet Szene einen NSC eindrucksvoll vorstellt.

Und so etwas mache ich eben nicht, bzw nur dann, wenn es eine Startszene wäre. Zum Beispiel Start in ein Abenteuer und die Mörderhobos Söldner Mordgesindel Helden sollen ihren Auftraggeber kennenlernen.

Jetzt eine kleine Wertung: wenn ein SL bei uns in der Gruppe mit seinem "Achtung! Wichtige Figur!"
Ich gewinne den Eindruck, du hast keine Idee wie ich das meine.
Ne anders: Du hast ganz bestimmte Erfahrungen gemacht  und überträgst die jetzt.

Mit eindrucksvoll meine ich: Im Gedächtnis der Spieler bleibend. (Sie sollen einen Eindruck von der Figur bekommen. Wie ist/wirkt die so?)


Wie bleibt eine Figur im Gedächtnis der Spieler?
Es gibt Dinge die ihr (in welcher Art auch immer )Profil geben.

Es geht schlicht um mit bisschen Mühe/Liebe dargestellt (statt lieblos hingeklatscht)

Also nicht um "Spieler beeindrucken a la: Boah
Ist die Figur eindrucksvoll!" (Oder boah bin ich toll!)
Sondern wirklich um einen Eindruck vermitteln.
(Welche Stimmung, Gemütslage? Welchen Fokus?
Welches Verhalten? Welche Auffälligkeiten etc.)

PS: Ja ich weiß,  irgendeinen Eindruck bekommt man immer.
Im worst case ist das dann das Gefühl, dass die SL selbst keine Ahnung hat, wie die Figur so ist oder sein soll.
Und dann bleibt der Gruppe eben das im Gedächtnis.

Wenn Du meine Beiträge anders liest, ist das Schade aber nicht zu ändern

Edit.
Vielleicht auch mein Fehler: Ich hatte nicht auf dem Schirm, dass man meine Formulierung auch anders deuten kann.

Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Alexandro am 28.01.2026 | 20:32
Ich skizziere grob, was die NSC sagen und tun werden, wenn die SC nicht eingreifen.
Manchmal überlege ich mir grobe "Rede-Fragmente" (sowas wie "Mir wurde im Leben nichts geschenkt, warum sollte ich es euch einfach machen?", oder "Du willst nicht wissen, was ich für meine Familie zu tun bereit bin"), mit denen die NSC ihre Position deutlich machen können (sowas fällt mir nicht so leicht zu improvisieren) und baue die dann in passenden Situationen ein.
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Ildfus Mahler am 8.02.2026 | 12:37
Hi Namo,

sehr spannendes Thema. Ich greife mal einen früheren Post von Dir auf:

Das Thema Startszenenvorbereitung habe ich gerade die Tage in einem Podcast gehört. Und dabei ist mir aufgefallen, dass das wiederum bei mir kein Thema ist. Aber vermutlich kommt das auch eher daher, dass wir mehr oder weniger eine durchgehende Handlung spielen. Dadurch ergibt sich nicht direkt die Notwendigkeit oder Möglichkeit für einen starken Start. Meistens eher nur, wenn wir in der Sitzung zuvor einen Cliffhanger hatten. Ansonsten gibt es quasi ein Intro in dem nochmal die wichtigsten Ereignisse des letzten Abends bzw. der letzten Zeit zusammengefasst werden.

Die Startszene ist mittlerweile die einzige "Szene" als solche, die ich für jedes Abenteuer - und ich leite wirklich ausschließlich Kampagnen mit durchgehgender Handlung - vorbereite. Meine Gedanken dazu habe ich gerade gestern mal hier zusammengefasst: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,130443.msg135329902.html#msg135329902 (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,130443.msg135329902.html#msg135329902) Vielleicht ist das ja für Dich interessant - gerade auch aus der Perspektive, wie ich "starker Start" definiere und wie das aus meiner Sicht mit Cliffhanger, Notwendigkeit/Möglichkeit und durchgehende Handlung zusammenhängt.

Aber ich habe auch schon andere Szenen intensiv vorbereitet - insb. dramatische Klimax-Szenen, wie zum Beispiel eine Schlacht oder die finale Konfrontation mit einem Finsterling. Da wusste ich aber vor Beginn der Session halt schon, was stattfinden und wo das (wahrscheinlich) passieren wird. Selbst wenn man "ergebnisoffen" spielt/leitet ist ja nicht ALLES offen. Wichtig ist hier für mich vor allem, dass ich ein Gefühl für das Setting und die Motivationen der NSC (und natürlich der Charaktere) habe. Was ich dann in der Regel nicht mache, ist einen detaillierten Verlauf vorzuskripten. Das ist dann wieder ergebnisoffen...

Um mal ein Beispiel zu bringen:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Auf jeden Fall Danke für's Aufmachen dieser interessanten Diskussion! Sehr erkenntnisreich!

Gruß aus Hamburg!
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Namo am 8.02.2026 | 15:31
Hi Ildfus,

deinen Beitrag im anderen Thread habe ich mit großem Interesse gelesen. Dazu wollte ich gerne etwas schreiben, aber leider ist meine Zeit und aktuell Dank Kindergartenzombievirus auch meine Gesundheit recht knapp bemessen.

Daher nur eine Frage weil mir gerade deine Signatur auffällt: was genau hast du denn mit dem 2w12 Podcast zu tun? Der ist mir Anfang des Jahres neu unter gekommen und wird auch gerne von mir gehört  :)
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Ildfus Mahler am 8.02.2026 | 17:43
deinen Beitrag im anderen Thread habe ich mit großem Interesse gelesen. Dazu wollte ich gerne etwas schreiben, aber leider ist meine Zeit und aktuell Dank Kindergartenzombievirus auch meine Gesundheit recht knapp bemessen.

Oh je. Dann komm bald wieder auf die Beine!

Zitat
Daher nur eine Frage weil mir gerade deine Signatur auffällt: was genau hast du denn mit dem 2w12 Podcast zu tun? Der ist mir Anfang des Jahres neu unter gekommen und wird auch gerne von mir gehört  :)

Ah. Ich bin einer der beiden W12 :-D Danke für Deine lieben Worte, freut mich (und uns) sehr.

Liebe Grüße und schnelle Besserung!
Titel: Re: Wichtige Szenen vorbereiten, skizzieren oder improvisieren? Was macht ihr?
Beitrag von: Olibino am 12.03.2026 | 12:05
Ich bereite wichtige Kampfszenen relativ ausführlich vor. Nicht nur die Gegner und den Schauplatz, sondern auch dynamische Entwicklungen und Zeitdruck.

Alle anderen wichtigen Szenen spiele ich eher im Kopf durch und notiere nur ein paar Stichworte.