Abschlussbericht
Verdacht auf Verstoss gegen das Jagdverbot / Allfällige Grenzverletzung / Tötungsdelikt Mythengebiet
Ausgangslage war der Fund einer gepfählten Gams zwischen Grossem und Kleinem Mythen. Die Tatwaffe fehlte zunächst.
Ermittler: Reto Föllmi, Martin Traber, Anouk Zoller.
Erstzeuge: Dr. iur. Jan Müller (Jäger, Rickenbach) hörte zur Tatzeit einen tierischen Aufschrei und führte uns zur Fundstelle.
Ca. 100 m entfernt fehlte ein bronzener Grenzpfahl. Die Spurengrösse in der Erde überstieg dessen Durchmesser, weshalb zunächst von einem weiteren Pfahl gleicher Machart ausgegangen wurde.
Während der Spurensicherung wurden wir von Svetlana Zwingli beobachtet (Holzfrau, seit ca. 400–500 Jahren ortsansässig, wie sich später herausstellte). Sie berichtete, eine „Grenzverletzung“ gespürt zu haben, ohne deren konkrete Ursache oder Wirkung benennen zu können.
Die veterinärmedizinische Untersuchung zeigte: Wunde grösser, gleiche Formgebung.
Reto Föllmi stellte im weiteren Verlauf die Hypothese auf, dass es sich um denselben Grenzpfahl handelt, dessen Grösse magisch verändert wurde. Diese Annahme bestätigte sich mit dem späteren Auffinden der Tatwaffe.
Im Gespräch mit Sven Inderhalden (Bergmännli, Grosser Mythen) äusserte dieser den Verdacht gegen die Holzfrau / Holdefrau. Sie lebe auf dem Gebiet seines Cousins Silvano, ziehe zunehmend weitere magische Wesen an (u. a. Stegkatzen, Glasscheibenhund) und nehme nach seiner Darstellung stetig mehr Raum ein. Inderhalden äusserte deutlichen Unmut über diese Entwicklung.
Silvano zeigte sich arglos, bestätigte die Duldung der Holzfrau Svetlana und nahm die Spannungen mit Sven nicht als akut wahr.
Eine nächtliche Nachsuche führte zum Auffinden der Tatwaffe sowie zur Begegnung mit einem Glasscheibenhund (Blendwirkung).
Am Folgetag wurde Silvano, bereits seit mehreren Stunden tot, aufgefunden. Mistel im Brustbereich, zwei Gläser auf dem Tisch.
Die anschliessende Konfrontation mit Sven Inderhalden bei der Holzfrau, die er im Begriff war, mit einer Tatwaffe gleicher Machart zu pfählen, führte nach Kampf zu dessen Festnahme als geständiger Täter.
Offene Punkte:
* Langfristige Folgen innerhalb der Bergmännli-Linie (Cousinmord)
* Mögliche Märtyrer- oder Abschreckungswirkung der Inhaftierung
* Zunahme magischer Präsenz im Gebiet durch die fortbestehende Ansiedlung der Holzfrau / Holdefrau
* Bewertung der behaupteten territorialen Ausdehnung
* Neubewertung oder Stabilisierung historischer Grenzabkommen
* Erhöhte Sensibilität bei künftigen Ermittlungen in gewachsenen Territorialkonflikten
* Umgang mit der erhöhten Besuchsfrequenz durch Touristen
Strafrechtlich ist der Fall geklärt.
Strukturell bleibt das Gebiet konfliktanfällig.
Anouk Zoller
KaPo 27
Fall 2: KaPo 27 sucht das Gold von Zürich
Ermittler: Reto Föllmi, Martin Traber, Anouk Zoller, Klara Meyer, Alfred Schmid
Zunächst mussten die Ermittler eine doppelte Verschwiegenheitserklärung betreffend Gnome von Zürich unterschreiben – für diese und die Anderwelt.
Anmerkung: Diese wurde vom gesamten Team während der laufenden Ermittlung eingehalten.
Tatort: Laubner Bankhaus, Zürich
Im Tresorraum fanden sich nur noch Buchenblätter anstatt der Goldstücke – allerdings in exakt der gleichen Anzahl. Alfred stellte durch händische Untersuchung fest, dass diese Blätter bis vor kurzem das gesuchte Gold gewesen sind.
Während der Ermittlungen standen zwei der fünf Angestellten vom Bankhaus zur Verfügung: Emil Enderli und Conrad Cramer.
Erste Vermutungen, dass es sich um einen Unfall oder einen Erpressungsversuch handelt, wurden am nächsten Morgen durch einen Zeitungsartikel verworfen. Der freie Journalist Rene Jägge schrieb in seinem Artikel in der NZZ von Ungereimtheiten in der Geschäftsführung der Laubner Bank sowie unzureichenden Rücklagen.
Verdeckte Ermittlung durch Anouk Zoller förderte die Quelle des Journalisten zutage – anschliessend wurde Jägge unter Polizeischutz gestellt, da eine Personengruppe um eine Viola Tobler ihn observierte und wahrscheinlich mehr im Sinn hatte.
Bei der Quelle handelte es sich um Christian Kneubühler, Bruder in der St. Galler Stiftsbibliothek. Ermittlungen ergaben, dass er bereits seit Tagen untergetaucht war – genau ab dem Zeitpunkt der Tat im Bankhaus. Ihm konnte ein Exorzismus an einer Blutbuche im Seeburgbark nachgewiesen werden. Schliesslich wurde er in der St. Felix und Regulakirche in Zürich aufgegriffen und verhaftet.
Aufklärung:
Das Bankhaus hatte einen Handel mit einer Blutbuche im nahegelegenen Seeburgpark abgeschlossen. Die Buche spendete einige Ihrer Blätter, die im Bankhaus zu Gold wurden und als Einlage diente. Mit diesen Sicherheiten im Rücken investierte das Bankhaus in die Sicherung des Parks und anderer Grünanlagen – und somit in den Weiterbestand der Buche.
Der überführte Täter fand dieses Geschäftsgebaren heraus und konnte es nicht mit seiner katholischen Erziehung in Einklang bringen. Um die «Wucherei» zu beenden und die unheilige Wesenheit im Park zu stoppen wandte er einen Exorzismus an und bannte die Buche ironischerweise in einen Goldtaler. Dadurch wurde auch das Gold zurück in seine Ursprungsform gewandelt.
Offene Punkte und Trivia:
- Gnome lassen sich aufgrund ihrer Anderweltlichkeit nicht fotographisch nachweisen. Stattdessen erscheint ein verschwommener Umriss (festgestellt von Klara Meyer).
- Mögliche Quelle für spätere Fälle:
- EMTH (Eidgenössig magietheoretische Hochschule Zürich), u.A. Prof. Dr. Susanne Meyer
- EMPF (Eidgenössig magiepraktische Hochschule Lausanne)
- Wirtschaftskleriker von St. Gallen (u.A. Bruder Salomon Füssli)
- Aufnahme von Viola Tobler in Verdächtigenliste für mögliche spätere Ermittlungen, wird für die Erledigung von «Drecksarbeit» angeworben.
Fall 3: KaPo 27 schlägt es auf den Magen
Ermittler: Reto Föllmi, Martin Traber, Anouk Zoller, Klara Meyer, Alfred Schmid
Tatort: Davos
Eine Kuh wurde gerissen, Verdacht auf Werwolfaktivitäten
Der Verdacht konnte nach Untersuchung des Kadavers ausgeräumt werden. Etwas hatte sich aus der Kuh "herausgesprengt", der Pansen (einer der Kuhmägen) fehlte gänzlich. Eine Spur führte vom Fundort Richtung See.
Ein Besuch Anouks beim nahe lebenden registrierten Werwolf Ruedi Billeter brachte ebenfalls Entwarnung.
Die Untersuchung mehrerer Vermisstenfälle nährte den Verdacht, dass hier Personen betroffen waren, die "Dreck am Stecken" hatten. Die erste Person, der 16-jährige Louis Stamm, verprügelte einen Obdachlosen. Derselbe Obdachlose, Konrad Bühler, griff Asylanten an. Peter Meissen, die dritte Person, verschwand nach Begehung häuslicher Gewalt.
Kurz vor Verschwinden der Personen wurde jeweils ein frischer Kuhkadaver entdeckt. Die Gemeinsamkeit bei allen Kuhaktivitäten war, dass aufgrund des heissen Sommers die Herden mit Wasser aus dem Davosersee getränkt wurden. Wir unterbanden das Betreten des Sees sowie Gebrauch seines Wassers.
In alten Akten der hiesigen Archivs und der Kirche St. Johann entdeckten wir alte Geschichten eines Wesens aus dem See, das Sünder bestrafft. Der Buttatsch cun îgls (Rumantsch für "Kuhmagen mit Augen") gelangte über das Trinkwasser in die Kuhkörper und brach immer dann heraus, wenn ein Sünder zu bestrafen war.
Eine in den Kirchenarchiven entdeckte Liturgie konnte als Lösung des Problems angewandt werden. Sie wurde neben dem Klang einer Geweihten Glocke auf dem See und den betroffenen Weiden gesprochen. Daraufhin konnte auch der See wieder freigegeben werden.
Zitate und alternative Titel:
Pansen-Burster, Kuh-Geburt, Das Ding aus der Kuh, The cows have eyes
Fall 4: KaPo 27 will nicht mehr konsumieren
Ermittler: Reto Föllmi, Anouk Zoller, Klara Meyer, Alfred Schmid
Tatort: Luzern
Drei Supermarktfilialen der Ketten Aldi, Coop und Lidl nahe des Löwendenkmals wurden an aufeinanderfolgenden Nächten verwüstet. Auf den Kameraaufnahmen waren ein weiss aufblitzender Leuchtstab zu sehen, der in schneller Folge die Regale verwüstet. Es wurden weder Einbruchsspuren noch Fuss- ohne sonstige Abdrücke hinterlassen.
Bei der folgenden nächtlichen Überwachung der nächstgelegenen Filialen von Denner (Reto und Alfred) und Migros wurden Anouk und Klara Zeuge eines Angriffs einer Harpyie auf einen Migroslieferwagen. Die Harpyie wurde durch reaktionsschnelles Handeln von Anouk (bewaffneter Nahkampf) und Klara (Schusswaffengebrauch) überwältigt und in Gewahrsam genommen.
Beim Verhör im zuständigen Anderlandgefängnis unter der Älggi-Alp bei Sachseln kam mithilfe der Sprachtheoretikerin Gabriela von der EMTH heraus, dass es sich um ein aus dem Ruder gelaufenen Krieg der Einzelhandelsgesellschaften handelt.
KaPo 27 führte Gespräche mit den sogenannten "Kindern des Konsums", entstanden aus der emotionalen Bindung und Treue der Kunden an "ihren" Einkaufsort (Stichwort Migros- und Coop-Kinder):
- Laura Lüthi, Rabenschwarm, Lidl (Weinfelden)
- Andreas Imhof, alte Rechenmaschine/Uhrwerk, Aldi (Jonschwil)
- Michael Stucki, Tatzelwurm, Migros (Zürich)
- Constanze Pfister, Riesin mit Dörfern auf den Schultern, Coop (Basel)
- Daniel Röthlisberger, Kobold, Denner (Zürich)
Alfred erkannte ihr wahres Wesen durch sein zweites Gesicht. Auch konnte er den Täter, ein Irrlicht in Form einer Leuchtstoffröhre im Büro von Daniel Röthlisberger erkennen. Dieser konnte als Auftraggeber für die Taten festgenommen werden. Motiv waren vermutlich Minderwertigkeitsgefühle als Juniorpartner von Migros gegenüber den "grossen Vier".
In einem klärenden Gesprächen der oben Genannten wurde vereinbart, dass Konflikte im gleichen Preissegment wieder wie üblich mit marktüblichen Mitteln ausgetragen wird. Als weiteres Problem trat zutage, dass die relativ jungen Anderweltler sich weder an die irdische, noch an die anderweltliche Rechtsprechung gebunden fühlten. Das soll nun angepasst werden.
Fall 5: KaPo 27 kann nicht überall sein
Ermittler: Reto Föllmi, Anouk Zoller, Klara Meyer, Alfred Schmid
Teilbereich A
Tatort: Freiburg
Der Biss zweier Personen durch einen schwarzen Hund führte zu Tollwutübertragung, die innerhalb eines Tages zum Tode der ersten Person führte; die zweite verstarb nach der Vernehmung durch Reto.
Die Täterschaft konnte auf studentisches Milieu in einem Gebiet um die Universität eingegrenzt werden. Durch die weitere Eingrenzung (Herkunft Black Dog aus dem britischen Mythos, Beobachtung eines Kreuzes durch ein Opfer) wurde der britische Student der katholischen Theologie David Goodmann ausgemacht, der vor kurzem in den Highlands durch den Biss eines schwarzen Hundes infiziert wurde. Da er offensichtlich krank war, wurde er sofort nach Sachseln transportiert, wo er zwei Tage später nach wiederholter Verwandlung starb.
Teilbereich B
Tatorte: Einbruch in diverse Privat- und Gewerberäume schweizweit, u.A. in Zug, St. Gallen und Basel
Es wurden vor allem Geld und Wertsachen entwendet. An den Tatorten fanden sich die Fingerabdrücke von Denys Hanim. Der Verdächtige ist schweizer Bürger türkischer Herkunft, wohnhaft in Genf und Mitglied der Mevlevi-Ordensgemeinschaft der Derwische. Er ist Inhaber einer Barbershop-Kette gleichen Namens, deren Standorte bisher mit den Städten der Tatorte übereinstimmten. Er hatte für alle Tatzeitpunkte für ein Alibi an anderen Orten gesorgt (Demonstrationsteilnahme, Personenkontrolle etc.). Wahrscheinlich wurde die die erbeuteten Werte für karikative Zwecke eingesetzt.
Vermuteter Tatvorgang: Hanim ist magisch begabt und ist zu plötzlichen Ortswechseln fähig, evtl. im Rahmen der Kreistänze bei der Semâ-Zeremonie.
Die Indizienhinweise (Handyortungsdaten wiesen "Glitches" an den Tatzeitpunkten auf) und Vernehmung konnten nicht zu seiner Überführung oder einem Geständnis führen.
Offene Punkte und Trivia:
Oettinger-Liebknecht-Komplex
Während der Ermittlungen fand eine Untersuchung der Abteilung KaPo 27 durch das Bundesamt der Polizei, Eidgenössisches Departement für übernatürliche Phänomene (EDüP) statt. Anouk und Alfred wurden durch Nathalie Oettinger (Leiterin) und Hans-Peter Liebknecht (Staatanwalt in anderländischer Sache) zu ihrer Arbeitsweise und der Grundlage bestimmter Entscheidungen in der letzten Fällen befragt.
Anouk und Klara machten Bekanntschaft mit Adam Egli, einem Freiburger Werwolf (mit Silberkreuz um den Hals).
Das Freiburger Revier von Anouk wurde in ihrer Abwesenheit vom Partyluchs Lucya "anmarkiert". Reto lernte sie zwischenzeitlich auf einer Party kennen.
Fall 6: KaPo 27 Schwören einen Eid
Ermittler: Reto Föllmi, Anouk Zoller, Klara Meyer, Alfred Schmid
Tatort: Pilatus (Bergmassiv)
Unwetter nicht natürlichen Ursprungs zieht sich über dem Pilatus zusammen und verstärkt sich im Laufe der folgenden Tage. Geistersichtungen in Schwarzenbach (Bauer sieht Mann in einer Toga und ein Riesenrind) und am östlichen Pilatus (Bergsteiger wird von Mann in fremder Sprache angesprochen und stürzt ab).
Mit einem Helikopter gelangt das Team und der hinzugerufene Spezialist Dr. Herve Chavanes von der EMPF Lausanne auf den Berg und untersucht den zugeschütteten See, in dem einst Pontius Pilatus versenkt wurde. Schusswaffengebrauch bei der Abwehr eines Riesenrindes mit roten Augen, welches im Boden versinkt. Pilatus erscheint und verflucht uns auf Latein. Eine magische Analyse ergibt, dass ein Magier mit künstlichen Blitzeinschlägen Pilatus in Zorn versetzt hat. Dieser will nun allem Anschein nach die Drachen aus dem Berg befreien.
Klara und Anouk bleiben auf dem Berg und halten die Stellung. Die drei Anderen stellen Untersuchungen an, wie Pilatus erneut zu bannen ist.
Ergebnis: An einem Tag von grosser Bedeutung (1. August) muss an drei Stellen auf dem Berg ein Ritual vollzogen werden, welches im "Schwarzen Buch von Saanen" beschrieben ist. Da das Buch selbst verschwunden ist, führen Spuren zu drei einzelnen Seiten, die jeweils einen Teil des Rituals enthalten.
Eine Seite liegt in Lyon beim Orden "Die Erben der Rose". Reto kann beim Rosenkreuzer Jean Michel de Stadelhofen ein Foto machen. Eine zweite Seite befindet sich bei den "Freunden des Bundes" (Der alte Bund) in Schattdorf. Bei Ambros Furger kann das Foto der ersten Seite gegen eines der zweiten getauscht werden. Die dritte wird in Landquart bei den "Rittern Rätiens" aufbewahrt. Martina von Salis-Marschlins konnte nicht zur Herausgabe bewogen werden. Ein "Handel" mit Denys Hanim (siehe Fall 5) sicherte das benötigte Bild.
Klara und Anouk bereiteten die drei Höhenfeuer vor, so dass das Ritual erfolgreich durchgeführt werden konnte.
Offene Punkte:
Hinweis nach dem Verbleib vom Leiter der KaPo 27 Matthias Metzner Arnold. Dieser war der gleichen Spur nach dem Schwarzen Buch nach Blatten (Lötschen) gefolgt. Der Bergsturz am Tag seiner Anwesenheit legt magisches Einwirken nahe.
Identität oder Verbleib des mächtigen Magiers unbekannt