Tanelorn.net

Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Dr. Beckenstein am 16.02.2026 | 19:43

Titel: Themenrollenspiele?
Beitrag von: Dr. Beckenstein am 16.02.2026 | 19:43
Ich weiß nicht, ob das hier das richtige Forum ist, aber na ja.

Was fällt euch zum Themenrollenspielen ein, also Spiele, die sich um eine bestimmt Thematik, nicht um ein bestimmtes Setting drehen?

Nach dieser Definition wäre Mutants and Masterminds oder Gurps Supers ein Themenrollenspiel, Freedom City und Wild Cards nicht (obwohl die Übergänge fließend sind).

Andere Kandidaten wären Hong Kong Action Theatre, Extreme Vengeance und vielleicht Golden Sky Stories.

Was meint ihr? Was wären andere Beispiele?


Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: Edgar Allan Poe am 16.02.2026 | 20:10
Alien dürfte dann ein Themenrollenspiel sein - oder ist das in deinen Augen eher ein Setting?
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: Crimson King am 16.02.2026 | 20:18
Viele Spiele aus der PbtA-Familie sind strikt thematisch. Apocalypse World, Monsterhearts, The Veil, Thirsty Sword Lesbians...

Andere Kandidaten wären Bluebeard's Bride, Polaris: Chivalry and Tragedy at Utmost North, Fiasco, My Life With Master... generell sind sehr viele Indies thematisch konzipiert.
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: Holothuroid am 16.02.2026 | 20:45
Was fällt euch zum Themenrollenspielen ein, also Spiele, die sich um eine bestimmt Thematik, nicht um ein bestimmtes Setting drehen?

Setting is per se schon nicht so richtig klar oder, wenn du so willst, die Übergänge zu Thema schwammig. Letztlich kann es für jeden Inhalt geben:

1. Eine fertige Antwort.
2. Mehre Möglichkeiten zur Auswahl.
3. Ein Hinweis, dass man sich etwas überlegen sollte.
4. Eine Prozedur/Mechanik, um diesen Inhalt zu erzeugen.
5. Gar nichts. Das Rollenspielprodukt spricht nicht davon.

Vampire regt an, sich zu überlegen, welche Vampire die hiesige Stadt bevölkern und man sucht sich eben eine real existierende aus. Tribe 8 dagegen bietet einen fertigen Startort mit einwohnen NSCs und nimmt an, dass alle Spielgruppen genau da anfangen, als ausgestoßene ihrer Clans. Masks spielt immer auch in "Halcyon City", aber Halcyon City könnte auch eine Raumstation sein oder ein 20er-Jahre-Noir-Ding, solange eben junge Superheld*innen da sind. Itras By spielt dagegen immer in Itra ihrer sehr surrealen Stadt, aber wer die SCs sind, ist da unbestimmt.

Wenn thematisch also heißt, dass etwas nicht vorgegeben ist, sondern das Spiel anregt, es festzulegen, dann können Spiele in unterschiedliche Richtungen thematisch sein.
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: Skyrock am 16.02.2026 | 20:55
Viele der NAR-orientierten Rollenspiele aus dem Forge-Umfeld fallen darunter.
Stellvertretend dafür mal der Urvater Sorcerer, mit der Prämisse "How far will you go?", dem Kampf um (oder Verlust von) Menschlichkeit - und Dämonen, die der Menschlichkeit entgegengesetzt sind, mit denen die SCs aber paktieren müssen um die Welt um sie herum zu beeinflussen. Dabei ist aber nicht nur das Setting austauschbar, auch "Menschlichkeit" und "Dämonen" können und müssen für jedes Spiel definiert werden.
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: nobody@home am 16.02.2026 | 21:35
Eigentlich wäre das jedes Rollenspiel, das ein bestimmtes Thema beackern will, aber erst mal ohne klar definiertes "offizielles" Setting anfängt...und damit muß die Liste natürlich direkt bei D&D beginnen, denn da ging's ja ursprünglich auch mit so was wie "Als erstes denkt sich der Kerkermeister (es waren ja noch die politisch unkorrekten 1970er ;)) ein eigenes Verlies aus..." los und die diversen Kanon-D&D-Welten kamen erst im Lauf der Zeit dazu. Und es ist ja nicht nur so, daß man sich auch heute noch sein eigenes D&D-Setting einigermaßen frei Schnauze selbst zusammenfabulieren kann, sondern man bemerkt das gemeinsame Thema "Fantasy in genau diesem von D&D als Regelsystem erst geprägten Stil" auch daran, wie wenig sich die diversen offiziellen Settings in vielen Kernelementen überhaupt unterscheiden...
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: Dr. Beckenstein am 16.02.2026 | 22:15
Alien dürfte dann ein Themenrollenspiel sein - oder ist das in deinen Augen eher ein Setting?

Alien ist für mich ein Setting. Das Themenrollenspiel dafür wäre Mothership
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: Selganor [n/a] am 17.02.2026 | 19:44
Wie genau trennst/unterscheidest du "Thema" und "Setting"?

Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: Doc-Byte am 17.02.2026 | 19:55
Was wären andere Beispiele?

Hm, Outgunned (speziell zusammen mit den Action Flicks) scheint eher Themen- statt Settingbasiert zu sein.
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: nobody@home am 17.02.2026 | 20:12
Wie genau trennst/unterscheidest du "Thema" und "Setting"?

Das ist so ein bißchen der Knackpunkt, nicht wahr? Wo verläuft die Grenze zwischen "Einem allgemeinen Themenrollenspiel um Superspione a la Hollywood" einer- und "Dem James-Bond-Lizenzrollenspiel schlechthin!" andererseits nun genau -- zumal sie ja wahrscheinlich beide primär die Erde des 20. und 21. Jahrhunderts als ganz allgemeinen Hintergrund gemeinsam haben werden?

Hinzu kommt dann ggf. auch noch, daß ein "Thema" meist um so enger um ein bestimmtes zumindest impliziertes "Setting" herumkreisen wird, je spezieller es selbst schon ist. "Ihr spielt Mecha-Piloten" ist eine Sache, "Ihr spielt frisch ausgebildete Teenage-Mecha-Piloten in einer weltweiten Zombieapokalypse" dann schon wieder eine andere...
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: Haukrinn am 17.02.2026 | 21:35
Uh, auf den zweiten Blick echt spannend!

Ich würde ausgehend von der Ausgangsdarstellung Thema wohl am ehesten als "erlaubt das Bespielen einer bestimmten Art von Geschichte auf eine bestimmte Art und Weise" definieren. Das andere Extrem (ohne das jetzt seicht wirken zu lassen) wäre ein Spielen um des Spielens willen.

Damit wären zum Beispiel Spiele die das sehr offen lassen oder da in sehr viele Richtungen Anregungen geben keine Themenspiele, und das wären dann wiederum vor allem die "Massenspiele" wie D&D, DSA, Shadowrun usw. Auf der anderen Seite stehen dann so Spiele mit sehr starkem Fokus wie Monsterhearts, Pasion de las pasiones, aber auch so Klassiker wie Call of Cthulhu.

Ich sehe das übrigens sehr klar von Setting abgetrennt. Setting ist die Bühne und vielleicht auch noch die Spielphysik, aber nicht die thematische Einschränkung. DSA hat zum Beispiel ein extrem detailliertes Setting, aber definitiv kein Thema. Shadowrun legt da eine Menge Bühnenmagie über das klassische Abenteurergruppen-Trope (das für mich auch ein Thema eigentlich ausschließt), aber wenn man das einmal durchblickt, ist es eigentlich auch themenlos.

Spannend ist noch der Aspekt, dass eine Gruppe natürlich einem themenlosen Spiel ein Thema geben kann. Umgekehrt gehen aber die meisten thematischen Spiele kaputt, wenn man sie von ihrem Thema befreit.

PS: Um mal ganz tief in der Mottenkiste zu kramen und das mit Big Model Terms abzugleichen: NAR wäre immer thematisches Spiel (weil Premise das faktisch erzwingt), SIM wäre das nie und GAM kann es sein, muss es aber nicht. Das ist übrigens nicht symmetrisch. Aus "Thema" kann man nicht auf NAR schließen.

Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: nobody@home am 17.02.2026 | 21:45
Ich sehe das übrigens sehr klar von Setting abgetrennt.

Deiner Erklärung nach allerdings mehr im Sinne von "orthogonal dazu" als "diametral entgegengesetzt" -- sehe ich das in etwa richtig? Ich muß zugeben, das hatte ich bei aller nachträglichen Offensichtlichkeit bis jetzt noch gar nicht in Betracht gezogen; mag ein bißchen an der Formulierung im Ausgangspost gelegen haben, die mir recht klar einen Gegensatz zu suggerieren scheint, aber da hat bei mir definitiv auch eine Schublade geklemmt.
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: Maarzan am 17.02.2026 | 21:46
Sind "Piraten" oder "Rittergut verwalten" dann auch Themen?
Ein themenfreies Rollenspiel kann man dann ja mit dem passenden Ausbauset dann ja mit einem Thema Beglücken.
Wobei BECMI ja eigentlcih für jede Box ein neues Thema hatte Überleben/Dungeons, Erkunden, Reiche Gründen, Unsterblich werden, Unsterblich sein.
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: Haukrinn am 17.02.2026 | 21:56
Sind "Piraten" oder "Rittergut verwalten" dann auch Themen?
Ein themenfreies Rollenspiel kann man dann ja mit dem passenden Ausbauset dann ja mit einem Thema Beglücken.

Ja, würde ich auch so sehen.

Wobei BECMI ja eigentlcih für jede Box ein neues Thema hatte Überleben/Dungeons, Erkunden, Reiche Gründen, Unsterblich werden, Unsterblich sein.

Genau. Man bekommt eigentlich je nach Machtlevel immer ein neues thematisches Spiel. BECMI und noch mehr OD&D wären für mich auch gute Beispiele für thematisches Spiel.

Deiner Erklärung nach allerdings mehr im Sinne von "orthogonal dazu" als "diametral entgegengesetzt" -- sehe ich das in etwa richtig? Ich muß zugeben, das hatte ich bei aller nachträglichen Offensichtlichkeit bis jetzt noch gar nicht in Betracht gezogen; mag ein bißchen an der Formulierung im Ausgangspost gelegen haben, die mir recht klar einen Gegensatz zu suggerieren scheint, aber da hat bei mir definitiv auch eine Schublade geklemmt.

Genau, orthogonal trifft es ziemlich gut.
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: Crimson King am 17.02.2026 | 22:32
PS: Um mal ganz tief in der Mottenkiste zu kramen und das mit Big Model Terms abzugleichen: NAR wäre immer thematisches Spiel (weil Premise das faktisch erzwingt), SIM wäre das nie und GAM kann es sein, muss es aber nicht. Das ist übrigens nicht symmetrisch. Aus "Thema" kann man nicht auf NAR schließen.

Genre-Emulation ist SIM nach Big Model, und Genre-Emulation ist thematisch. Ich würde das Big Model hier einfach weglassen (und nicht nur hier).
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: Luxferre am 18.02.2026 | 10:46
Alle Herr-der-Ringe oder Hobbit-Rollenspiele wären für mich klar Themenrollenspiele in der Ecke "klassisches Fantasyrollenspiel". Insbesondere TOR2 wäre für mich ein Themen-Rollenspiel.
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: nobody@home am 18.02.2026 | 12:04
Ein bißchen ist das Ganze wohl auch eine Frage der Semantik. Betrachte ich die Frage nach dem "Themenrollenspiel" beispielsweise unter dem Gesichtspunkt literarischer Themen (https://de.wikipedia.org/wiki/Thema_(Literatur)), dann lande ich plötzlich bei Aspekten, die mit dem klassischen Genrebegriff (https://de.wikipedia.org/wiki/Genre) gar nicht mehr so viel zu tun haben...
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: Holothuroid am 18.02.2026 | 14:19
Ich würde ausgehend von der Ausgangsdarstellung Thema wohl am ehesten als "erlaubt das Bespielen einer bestimmten Art von Geschichte auf eine bestimmte Art und Weise" definieren. Das andere Extrem (ohne das jetzt seicht wirken zu lassen) wäre ein Spielen um des Spielens willen.

OK. Was ist in diesem Sinne eine bestimmte Geschichte? Core Story? Also was die Protagonisten regelmäßig tun? Oder was ganz anderes?

Was sind solche Arten und Weisen?
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: Maarzan am 18.02.2026 | 14:37
Ich denke das beschreibt nicht "Thema" im allgemeinen Sinne, aber im Rahmen des Startposts könnte das so aussehen:

- Thema - Wenn das "was macht ein SC hauptsächlich"  im Vordergrund steht, aber das wer und wo austauschbar bliebe, wäre das Thema.
- Wenn das wer und wo entscheidend relevant ist bzw auch die Verbindung von wer und wo, dann haben wir einen Settingfokus.
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: Boba Fett am 18.02.2026 | 15:27
Was fällt euch zum Themenrollenspielen ein...?

Powered by the Apokalypse... eigentlich alle Umsetzungen dieses Regelwerkes konzentrieren sich auf ein bestimmtes Thema.
Ironsworn, Blades in the Dark, My life with Master...

Mutants & Masterminds würde mir jetzt nicht in den Sinn kommen, denn das könnte man leicht auf SF oder Fantasy twisten.
D&D ist im Vergleich für mich auch nur Superhelden Fantasy (ab einem bestimmten Level der Charaktere).

Genau genommen gibt es zwei unterschiedliche Spezialisierungen:
- Konzentration auf ein Genre und regeltechnische Umsetzungen der typischen Genre-Tropes. (Beispiel: Horror, Mantel & Degen, ...)
- Konzentration auf ein Spielmotto und Spezialisierung der Abwicklungsmechanismen auf die jeweils typischen Story-Ablauf. (Beispiel Fiasko)
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: treslibras am 18.02.2026 | 15:39
"Thematische Rollenspiele" sind für mich Rollenspiele, die vordringlich der Frage nachgehen, "Wie fühlt es sich an, XY zu sein?" Sie emulieren also spezifische - themengebundene - Erfahrungen.

Das beinhaltet für mich auf jeden Fall eine Beschränkung auf bestimmte Aspekte des Charakterspiels - ist also zumindest der Intention nach kein komplett freies Abenteuerspiel.
Das kann ein Fokus auf die emotionalen Erfahrung sein, wie z.B. bei "Horror" oder "Teenage Angst", oder ein Ausspielen von exotischen Identitäts- oder Verhaltenskonzepten ("wir sind Katzen und bekämpfen die Bösen!"). Oft auch beides.
- Landwirtschaftssimulator kann durchaus als ein Thematisches Rollenspiel betrachtet werden. 

Thematische Rollenspiele haben sehr oft mechanische Regeln, um die spezifischen Aspekte eines Themas zu realisieren, z.B. spezielle Mechaniken zu "Angst", "Wahnsinn", "Bindung", "romantisches Ränkespiel" oder "Threat level".

Themen sind nicht zwangsläufig mit einem Setting verbunden, Cosmic horror gibts sowohl als wir-emulieren-Delta-Green-im-Römische-Reich, wie auch mit besagten Katzen-SC in einer Traumwelt.

Sie sind aber oft mit bestimmten Settings konzeptionell verschränkt. Ein Landwirtschaftssimulator im Mittelalter (oder einem Fäntelalter-Äquivalent) setzt andere Prämissen für Identität und Handlungsfelder der Charaktere als ein moderner. D.h. die Autorinnen und Autoren suchen sich oft ein spezifisches Setting, um genau diese spezifischen Themen ausspielen zu können. "Thema" und Setting" sind also keine Gegenpole des gleichen Kontinuums (a la "Ist es ein Thema-Rollenspiel oder ein Setting-Rollenspiel?")

Es gibt verschiedene Stufen der Spezifizität eines Themas. Es gibt breite Themen, die viele Spielarten zulassen, und es gibt relativ enge "Emulationen", die gewollte Spielarten klar begrenzen.
Selbst "Fantasy" per se ist ja bereits eine Art von thematischer Einschränkung , die mit vielen "Regeln für korrektes Fantasy-Spielen" einherkommt.

"80s Teenage-misfits-buddy story/horror-TV-Show" / "Stranger Things-Emulation" ist aber natürlich deutlich spezifischer und beschränkter.

So gesehen sind beinahe alle Rollenspielsysteme thematisch, aber nur bestimmte Rollenspiele sind auf ein Thema - oder nur sehr wenige Themen - fokussiert.
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: Drudenfusz am 27.02.2026 | 16:50
Was OP beschreibt klingt für mich mehr nach Spiele die auf eine bestimmte Ästhetik ausgelegt sind un nicht auf ein Thema. Thematisch währe für mich mehr Spiele wie Ten Candles, wo halt tatsächlich ein Thema ausgekundschaftet wird.
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: Gunthar am 28.02.2026 | 13:36
Wie stark ist eigentlich Call of Cthulhu oder Vaesen ein Themarollenspiel?
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: Raven Nash am 28.02.2026 | 13:52
Vaesen ist sehr stark themenbezogen, IMHO. Sowohl das Grundthema, als auch die Vorgangsweise sind relativ starr im System verankert. So ist es z.B. kaum möglich, einen auf "Supernatural" zu machen, weil die direkte Konfrontation schon systemseitig sehr zu Gunsten der Gegner ausgelegt ist.
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: nobody@home am 28.02.2026 | 14:21
Wie stark ist eigentlich Call of Cthulhu oder Vaesen ein Themarollenspiel?

Na ja, Call of Cthulhu ist in Sachen Setting schon recht stark erdbezogen. ;) Allerdings gibt's Zusatzbände und Abenteuer schon für einige teils recht unterschiedliche Epochen, da könnte man also ggf. argumentieren, daß die gar nicht alle als dasselbe Setting zählen.

Und ja, der Themenschwerpunkt liegt da recht eindeutig auf dem Mythos-Detektivspiel, in dem es erst mal darum geht, zu ermitteln, was genau an Schröcklichem vor sich geht, und dann (oder auch gleich simultan) hoffentlich etwas dagegen unternehmen zu können.
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: postkarte am 28.02.2026 | 14:37
Ich finde Monte Cook's First Responders, bei dem man Einsatzkräfte in Notfällen spielt, ist ein sehr klassisches Themenrollenspiel. Wir haben mehrfach spannend und interessante Szenarien gespielt, bei denen die Gruppe aus Polizei, Rettungskräften, Feuerwehr usw. gut harmoniert hat.

Ein anderes Beispiel ist Blade Runner. Man spielt Personen in der Polizei, die sich mit Replikanten beschäftigen, und einige sind sogar offen Replikanten. Das Spiel bietet dafür Regeln und ist dafür optimiert, bietet aber nicht viel außerhalb an. Streng genommen ist Blade Runner also eher ein Setting-Rollenspiel, aber es zeigt gut, wie stark thematische Fokussierung ein System prägen kann. Wir haben damit auch Polizisten in Gegenwart gespielt (ohne Replikanten) und das hat dafür gut funktioniert, denn die Struktur mit den Dienstschichten, dem Hauptquartier und den persönlichen Hooks in Freizeit passt genau für diese Art von Polizeidienst super und ist dafür auch generisch genug verreglet um nicht explizit vom Hintergrund abhängig zu sein.
Titel: Re: Themenrollenspiele?
Beitrag von: WeepingElf am 16.03.2026 | 18:01
Ein Beispiel für ein Themenrollenspiel wäre dann wohl auch beispielsweise ein "Regenbogenkrieger"-Rollenspiel, wofür ich vor ein paar Tagen einen Brainstorming-Thread (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,132578.0.html) aufgemacht habe.