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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Luxferre am 20.04.2026 | 13:15

Titel: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Luxferre am 20.04.2026 | 13:15
HIER (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,124369.0.html) sprechen wir über Spiele, die wir früher abgelehnt haben und jetzt Feuer und Flamme für sind.

˙uǝɥǝɹpɯn lɐɯ sɐp llıʍ ɥɔı

Welche Spiele habt Ihr früher total abgefeiert? stundenlang gespielt? Wart Feuer & Flamme? Richtige Fanbois?
Und warum tut Ihr das nicht mehr? Welche Spiele waren das? Was ist passiert?

Hier (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,101323.0.html) habe ich seinerzeit mal meinen Abgesang auf PF1 aufgeschrieben. Selten hat eine Leidenschaft so viel Leiden geschafft.
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Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Infernal Teddy am 20.04.2026 | 13:25
Bei mir wäre es auch Pathfinder bzw. die ganze d20/3.x Ablegerschaft. Zu viel, zu unübersichtlich, zu... alles, eigentlich.

Aber was einige vielleicht überraschen könnte: die oWoD. Das Würfelsystem, die "Wissenschaft tötet die Freiheit unf Kreativität" die überall durch scheint (Vor allem bei Mage, Changeling und Werewolf), die Tatsache das wir mittlerweile in einer Welt leben in der Leute die viel zu viel zu sagen haben die sehr gut in die Traditionen von Mage passen mit ihren Vorstellungen... Ich weiß schon warum ich die nWoD bevorzuge.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Edgar Allan Poe am 20.04.2026 | 13:30
Das dürfte bei mir DSA sein. Ich habe mit DSA (3) angefangen und habe es abgöttisch geliebt. Welt. Regeln. Für mich gab es eigentlich nichts, was man da hätte besser oder anders machen können.

Ich habe lange Midgard (3) mitspielen müssen, weil ich sonst gar nichts zu spielen gehabt hätte und in dieser ganzen Zeit, habe ich DSA hinterhergeweint.

Und dann kam Warhammer 2. Und dann vieles anderes. Und nahezu jedes neue System hat mir gezeigt: "Guck mal ... wir können das, was DSA kann ... aber sind dabei zich mal schneller und zich mal eleganter." - und in meinem Kopf war es ab dann völlig unverständlich, wieso irgendjemand DSA spielt.

Heute wirst du mich maximal aus Nostalgiegründen mal dazu kriegen einen One Shot DSA mitzuspielen.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: DonJohnny am 20.04.2026 | 13:38
Bei mir auch DSA und es ist ähnlich gelaufen wie bei Edgar. Das Fantasy-System (und Welt) die mich damals von DSA weggeführt hat war Earthdawn.

Ich würde nicht sagen, dass der Zauber komplett weg ist. Mit den alten Leute ne gute alte DSA3-Revival Runde, dafür wär ich immer noch zu haben. Aber nicht weil ich die Regeln oder die Welt abfeiere, eher weil es so ein wohliges Gefühl der Wärme in mir auslöst, so, wie wenn ich die Titelmelodie von Forsthaus Falkenau höre.

Aber alles was danach kam würd ich wahrscheinlich nicht mal spielen wenn mir langweilig wäre.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Gorilla am 20.04.2026 | 13:41
Angefangen mit DSA2. Dann Shadowrun2. Dann DnD3.
Alles lange und ausgiebig gespielt und nichts davon möchte ich in keiner Iteration heute noch spielen oder leiten.
Shadowrun Anarchy ist eine Ausnahme, aber das ist ein ganz anderes Spiel.

Die jeweiligen Spielwelten bespiele ich immer noch gerne, aber wenn ich es irgendwie vermeiden kann, dann nicht mit den offiziellen Regelsystemen.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Eismann am 20.04.2026 | 13:46
Ich habe Shadowrun 2 und 3 sehr geliebt. Aber im letzten Drittel der dritten Edition ging es inhaltlich merklich bergab, und mit dem Wifi-Zwang der vierten Edition konnte ich mich genauso wenig anfreunden wie mit dem unnötigen "10-Jahres-Crash". Ich hab später dann mal die fünfte ausprobiert, aber das war mir auf gamistischer Ebene zu mechanisiert und der Charakterbau war mir zu wirr.
Mittlerweile schaue ich nur ab und an mal über den Zaun und sehe nur noch Drachen, Zombies und interdimensionale Weltenfresser auf dem Spielplatz herumspringen. Das ist, so richtig Alter-Mann-mäßig, "nicht mehr mein Shadowrun".
Also mach ich mein eigenes.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: flaschengeist am 20.04.2026 | 13:53
Bei mir ist das wohl D&D 3.5. Ich hatte eine super intensive Runde mit tollen Leuten zu meiner Studienzeit (darunter ein wahnsinnig engagierter, passionierter und fähiger SL). Heute würde ich das System nicht mehr spielen - pro Einheit Kompliziertheit bietet es nur ganz wenig Zusatznutzen und das Ausmaß an Kompliziertheit ist immens.

Weiterhin finde ich grob uncool, dass in 3.5 die Kompetenz verschiedener Charakter(builds) zwischen Freizeitkicker und Weltfußballer variiert. Ist hoffentlich klar, dass ich seinerzeit einen Weltfußballer gespielt habe ;).
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: schneeland am 20.04.2026 | 13:54
Ich reihe mich da ein: D&D3.x und Shadowrun 2 waren zwei Systeme, die ich viel und gerne gespielt habe, aber zu denen (RAW) für mich kein Weg mehr zurückführt.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: ghoul am 20.04.2026 | 13:54
HARP.
Ich fand es total cool, dass so ziemlich alles eine Fertigkeit ist, die man steigern kann.

Dann habe ich gemerkt, dass diese totale Flexibilität nur zu einer Wettrüstungsspirale gegen den Spielleiter führt, bei der alle nur verlieren können.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: First Orko am 20.04.2026 | 13:56
Danke, Schwarzes Auge, für diesen verträumt-naiven Einstieg ins Hobby. Danke, dass ich über dich damals einen ganz neuen Freundeskreis, ein neues Hobby und eine schöne Fantasiewelt mit einer gewissen Tiefe kennengelernt habe. Und die ein oder andere lange Kampagne (ob offiziell oder Homebrew) erleben durfte. Aber Ach! - musste es soweit kommen? Die erste Erneuerung nach V3 erstmal in den Sand gesetzt. Dann mit den 4.0 Boxen wieder verrannt. Dann mit 4.1. die Büchse der Regelpardona geöffnet... und dann diese seltsamen Fantum-Kreise mit ihren Auswüchsen.. bis hin zu Realität gewordenen Aprilscherzen!

Eine Zeitlang kamen wir klar mit anderen Regeln - seien es immer wildere Hausregeln, Savage Worlds-Konversionen, Story DSA, FATE oder sonstwas. Aber die Luft ist einfach immer....dicker geworden, staubiger, nicht mehr atembar für uns, die das Ganze gern phantatisch-entspannt angehen, die Settingbruchstücke zerlegen und sich mit ihren Gruppe ein ganze eigenes Aventurien bauen wollten. Denn was bringt all das, wenn die Vielzahl der Spielenden was Anderes will?

Darum auch: Schade, DSA, dass du so viel Zeit von mir bekommen hast. Hätte damals doch jemand mit einem Traveller oder so mich eingeladen zum ersten Spielabend - vielleicht hätten wir uns nie kennengerlernt. Und das wäre dann auch ok gewesen. Es damals gut, wird aber nicht mehr so sein. Darum: Mach's gut.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Waldviech am 20.04.2026 | 13:57
Ich würde es weniger "ablehnen" nennen, sondern eher "stark erkaltete Begeisterung": Numenera. Ich liebe das Konzept "Dying Earth Fantasy" und war von Numenera zunächst ziemlich begeistert. Allerdings empfand ich Numenera dann aber zunehmend, in Ermanglung einer besseren Formulierung, seltsam "inwendig hohl" und beliebig.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Boba Fett am 20.04.2026 | 14:00
Shadowrun - mag ich immer noch aber zu viel Regeln und Zeug. Naja und "mag ich immer noch" bezieht sich auf die erste und die halbe zweite version, als die Runner noch weltverbesserer waren und die Konzerne die bösen. Heute ist mir das zu "wir sind die bösen kriminellen Spezialisten"...

D&D - auf den Zug bin ich immer wieder aufgesprungen und mein Zug ist jedesmal entgleist. Ich kann die Powerspirale nicht leiden. Ab Level 9 macht es mit keinen Spaß mehr und ich mag kein Regelwerk mit 20+ Level bezahlen und dann nur 7 Level (3-9) bespielen.

Traveller - bin ich ja immer noch Fan und liebe vieles davon. Aber es ist ja auch furztrocken und hat so ein paar Issues, die mich echt nur nerven. Attributsschaden zum Beispiel.
Da würde ich heute eher M-Space oder Star Wars EotE nehmen und das TU bespielen.

Battletech: Die regeln sind altbacken und meh und das Setting ist genau betrachtet auch völliger Blödsinn. Und dann kamen die Clans und alles ging den Bach runter.

Cyberpunk: Die 2020 ist furchtbar altbacken und ganz viel umständlich und kleinteilig. Die Red Version ist in vielen Sachen echt besser, das Setting schreckt mich aber voll ab, weil ich kein Post-Apo-Cyberpunk will und einiges an den neuen Regeln lässt mich dann wieder "ist in 2020 besser gelöst" denken. Und nein, Otherscape ist nicht die Lösung.

Fading Suns: Die Wet ist so schön, aber die Spielregeln. Und die neue Version macht es nicht besser.

Welche ich nicht nenne:
DSA - weil ich da nie Fan gewesen bin.
Earthdawn - weil ich da immer noch Fan bin, mir aktuell keinen Zugang erschließt, ich aber hoffe, dass sich das nochmal ändert
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Grubentroll am 20.04.2026 | 14:20
DSA.
War ein wundervoller magischer Einstieg ins Hobby anno Sommer 1986.

Dann grad noch die Kurve hin zu AD&D und anderen Rollenspielen hin bekommen, als die zweite DSA Edition aufschlug, die vom mythischen Claus D Biswanger Cover-Stil hin zum totalen Schnurrbart-Yüce-Wahnsinn überging und bei uns nur noch für Gelächter sorgte.

Und alles was ich in den Jahren zwischendrin so mitbekam, hat mein Bild vom Spiel und seinen Fans nur noch verstörender gemacht. :D

Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Koronus am 20.04.2026 | 14:26
D&D das System mit dem ich angefangen. Aber mittlerweile kann ich einfach nicht mehr. Was ich hauptsächlich geliebt habe war in BEAM D&D seine eigenen Reiche hatte.
Aber mittlerweile bin ich draufgekommen, dass D&D hauptsächlich was für Mörderhobbos ist. Ich mag lieber freie Charakterbausysteme wie DSA oder Shadowrun wo man halt auch "nutzlose" Fertigkeiten wie Kochen hat einfach weil die einem Charakter mehr Leben verleihen. Auch habe ich meine Probleme mit diesem starren Attributssystem in D&D.

Ansonsten auch Shadowrun 6. Zum einen hasse ich dieses neue Edgesystem welches für mich zu sehr mit dem System verbunden ist als das man es entfernen kann. Zusätzlich hatte mich begeistert das ähnlich wie in DSA jeden Monat der Novapuls kam. Mit 6 änderte sich das jedoch und nun bin ich da ziemlich raus und kaufe nur noch aus Gewohnheit.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Ludovico am 20.04.2026 | 14:28
7te See 1st - Ich liebte das Setting und das System. Ich hab damit das Leiten so richtig angefangen.
Aber mittlerweile kommt mir das System schwerfällig vor und die nachfolgenden Editionen haben mich mit den Settingänderungen nicht abgeholt.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Maarzan am 20.04.2026 | 14:28
Das wird jetzt aber zumindest gefühlt : Welche neuen Editionen lehnt ihr ab,oder?
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Grubentroll am 20.04.2026 | 14:33
Das wird jetzt aber zumindest gefühlt : Welche neuen Editionen lehnt ihr ab,oder?

Muss ja nix schlimmes sein... ;)
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Koronus am 20.04.2026 | 14:40
Das wird jetzt aber zumindest gefühlt : Welche neuen Editionen lehnt ihr ab,oder?
Naja nicht alle Rollenspiele bleiben so gleich im Kern wie andere. DSA bekam zum Beispiel einen Radikalen Umschwung von 3 auf 4 ähnlich wie Shadowrun.
Dann haben wir auch noch Sachen wie die 5er Reihe der WoD welche mehr und mehr wie ein weiteres Soft-Reset ala New WoD aka CoD
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Runenstahl am 20.04.2026 | 14:44
DSA - Inzwischen zu kompliziert, zu Chrunchy, zu langatmig im Spiel und schreckliche railroading Abenteuer die von DSA-Nerds als hohe Kulturgüter abgefeiert werden.

Pathfinder1, D&D 3.X - Diese Systeme haben wir lange gespielt aber sie sind mir als SL viel zu Crunchy. Als Spieler würde ich die durchaus noch mitspielen (aber nur einem Regelfesten SL), als SL bevorzuge ich Spiele die nicht ganz so schwergewichtig sind.

Fallout / Dungeonslayers - Gut gemeinte Systeme die aber mMn am Balancing scheitern. Habe ich durchaus gerne gespielt aber je länger man spielte desto mehr vielen einem die Mängel auf. Sicherlich nicht unspielbar aber im Zweifelsfall spiele ich lieber was anderes.

Vampire (ältere Editionen) - Die neueste Edition kenne ich noch nicht, aber die alten Editionen hatten so einige Fehler die mir den Spaß vermindert haben. Spaß hat es damals trotzdem noch gemacht aber inzwischen kann man das besser lösen. Das gilt auch für alle anderen Systeme in denen Punkteverteilung bei der Charaktererschaffung nach anderen Regeln erfolgt als bei späteren Verbesserungen des Charakteres.

Fate - Habe ich damals als Revolution für RPGs wahrgenommen (hatte ja auch viele tolle neue Ideen) aber meine Begeisterung schwand im eigentlichen Spiel dann sehr schnell. Mag auch an der von mir gewählten Variante gelegen haben. Müßte vielleicht nochmal einer der neueren Varianten eine Chance geben.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: gilborn am 20.04.2026 | 14:51
Shadowrun 4: Habe ich lange mit Freude bespielt, mittlerweile ist es mir im Kampf aber viel zu zäh. Und das Initativesystem geht für mich nicht mehr, weil unregelmentiert dazu führt, dass die Spotlightverteilung völlig im Arsch ist.
Beim nächsten Mal wenn es mich juckt, will ich Sinless Slumdogs dafür probieren.

DSA4: Als junge Gruppe mit viel Zeit und Begeisterung jede Regel toll gefunden, das Baukastensystem, die Untersysteme etc.. Heute wäre mir das viel zu viel. Da teste ich dann in Zukunft lieber das eigene System.

DnD5: Ist innerhalb einer Kampagne kaputt gegangen. Bei Stufe eine bis fünf: super. Ab dann bergab gegangen bis ich bei Stufe 17 als SL keinen Bock mehr hatte. Hier würde ich als nächstes gerne mal Shadowdark ausprobieren.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Prisma am 20.04.2026 | 15:03
Rollenspiele, die ich früher abgefeiert habe und heute ablehne ... ich glaube da ist keins.  wtf?

Ich habe zwar so einiges gespielt und geleitet, aber richtig ablehnen tue ich davon keins. Ich habe mit keinem dieser Systeme richtig gebrochen. Die die ich abgefeiert habe würde ich heute sofort wieder spielen. Dann gibts noch ein paar wenige bei denen ich sagen würde, sie bringen keinen Mehrwert und andere machen es besser. Aber auch das ist kein richtiger Hype-Bruch. Ich würde das eine oder andere nicht unbedingt leiten wollen, aber spielen, und wenn Zeit da wäre, warum nicht?

Es gibt zwar Spiele die ich ablehne, aber die habe ich nie abgefeiert.

Habe ich nun alles richtig gemacht / nur Glück gehabt / bin zu zufrieden gewesen?  :think:
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Zed am 20.04.2026 | 15:05
Vor Urzeiten, als ich mit RPG in Berührung kam, kannte ich nur DSA1, D&D und AD&D. Schnell wurde mir klar, dass AD&D meine Rollenspielheimat prägen würde: Diese Epik!

Die Prägung blieb, doch die AD&D-Regeln selbst wurden zum Ballast. Sie passten weder zu meiner Vorstellung einer Fantasywelt noch zu meinen Erwartungen an Rollenspielregeln. Heute deute ich die AD&D-Regeln als grandiosen, wichtigen, gut verwitterten Meilenstein. Ein erster, umfangreicher Versuch, diesem damals neuen Spiel eine fundierte Version zu geben - der aber nur so gut geworden ist, wie ein erster, ungelenker Versuch es sein kann.

Mein erstes Problem mit den Regeln hatte ich bei den ganzen willkürlichen Einschränkungen durch Mindestwerte und andere nicht nachvollziehbare Vorgaben.

• Elben war es untersagt, Druiden zu werden. Gnomen auch. Warum? Iss halt so.
• Die Rassen-Bevorzugungstabelle wollte mir vorschreiben, dass Gnome und Halb-Orks sich automatisch hassen. Ich meine, das sollte ja wohl in den Händen des Kampagnebauenden liegen.
• Warum die Klassen jeweils eigene Erfahrungspunktetabellen hatten, konnte ich mir nicht erklären.
• Die Skills, die eigentlich nur Thieves und Assassinen nutzen sollten, waren stiemütterlich ausgearbeitetet.
• Der Paladin brauchte harte Charisma 17, anstatt dem Paladin mit Charisma 12 schlicht etwas weniger Paladin-Specials zu geben. Der Druide musste Charisma 15 haben, sonst taugte er nur zum Kleriker. Warum? Unbekannt. Ein Gnom mit Stärke 5 durfte nicht gebastelt werden, ein Elb aber schon. Reine Regelwillkür, schlechtes Design.
• Stärkewerte 18/99; 18/00 usw. Hätte man da wirklich nicht auf Stärke 19 und 20 gehen können? Intelligenz 19 wäre doch auch möglich gewesen, aber bei Stärke musste man diese Zwischenschritte erfinden?
• Die absurden Multiclass-Regeln: Es waren volksabhängig nur bestimmte Kombinationen erlaubt, Half-elves und half-orcs durften fighter/cleric werden, andere nicht. Weil es da steht.
• Die noch absurderen Regeln für "Charaktere mit zwei Klassen" (mussten Menschen sein): Erst in der ersten Klasse Deiner Wahl aufsteigen. Dann alle Features der ersten Klasse vergessen außer den gesammelten Lebenspunkten. Dann in der zweiten Klasse Deiner Wahl aufsteigen, ganz von vorne, bis Du die Stufenhöhe Deiner ersten Klasse erreichst hast: In dem Moment steht Dir alles Wissen der ersten Klasse zur Verfügung und kann mitgenutzt werden. Darin aufsteigen kannst Du aber nicht mehr. Das Ganze braucht aber noch zusätzlich hohe Mindestattribute in beiden Klassen.
• Die willkürlichen Level-Caps für Halbmenschen.
...mehr Punkte könnten folgen, aber soweit die wichtigsten.

Erst DnD 3(.5) stellte für mich die Freiheit im Charakterbau her, die ich von einem System erwarte. Die Grundbücher verschlankten und vereinfachten. Außerdem stellte die 3er-Familie das bis dahin übergriffige Verhältnis der Regeln zur Spielleitung auf die Füße. Ohne die Zusatzbücher mit ihren 1000 Optionen mag ich 3.5 noch immer, auch wenn es in hohen Stufen schwer zu leiten und zu spielen ist.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: bolverk am 20.04.2026 | 15:05
Der Klassiker, nämlich D&D. Genauer: D&D 5e.

Hab ich beim Erscheinen wahnsinnig gefeiert. D&D war seit der 3e immer mein zweitliebstes Rollenspiel, wobei der erste Platz hier stets im Wechsel besetzt ist, je nachdem was ich gerade gut finde.
Ich habe D&D wenig gespielt, aber viel und gerne geleitet, bis ich das... nicht mehr tat. Ich habe in der einen Woche noch Abenteuer vorbereitet, in der nächsten merkte ich Ermüdung, in der darauffolgenden habe ich die Runde aufgelöst, mit der Gewissheit, D&D nicht mal mehr mit der sprichwörtlichen 10ft-Stange anrühren zu wollen. Weg. Aus. Fertig. Plötzlich fand ich alles daran kacke: Level, Klassen, den Zirkus von Völkern, aber besonders die langweiligen Kämpfe, scheibchenweise HP-runtergesäbel, die ellenlangen Initiativelisten, die 8 Statblocks, die ich gleichzeitig zu jonglieren habe. Ätzend! Ätzend! Ätzend! Nie wieder!

Ich habe ein halbes Jahr Pause gebraucht, um wieder Lust auf Rollenspiel zu entwickeln. Mittlerweile sehe ich D&D auch etwas entspannter, aber spielen würde ich es nicht mehr. Leiten erst recht nicht. Da stört mich zu viel, das mir früher nichts ausgemacht hätte.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 20.04.2026 | 15:27
Spannende Frage.

Bei mir ist da ein System an der Spitze:

Fate Core. Ich habe das System sehr weit durchdrungen und vor ca. 10 Jahren festgestellt, dass es einfach für viele Spieler nicht funktioniert. Hab ich damals auch ausführlich im Tanelorn beschrieben und vor ein paar Wochen nochmal gelesen - und stehe immer noch hinter jedem Wort, dass ich dazu geschrieben habe. Hier bin ich irgendwan hart von weg gekommen.

Cypher. Ich liebe und feiere das Cypher System (Numenera, Old Gods of Appalachia). Aber ich lehne Cypher, die nun tatsächliche 2nd Edition, die dieses Jahr erscheint, nach den Previews komplett ab. Da ist alles weg, was das Cypher System (1. Edition) cool gemacht hat.

D&D 5e. Ich habe es 11 Jahre lang intensiv geleitet und auch noch die Neuauflage mitgenommen. Das System besteht nur aus Ausnahmen und dreht sich nur noch um Kampfkräfte. Superheldenrollenspiel, das sich als Fantasy-System tarnt. -> Wobei ich einschränke: das System spiele ich noch und würde es evtl sogar leiten. Aber die Zuneigung ist deutlich abgekühlt.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Raven Nash am 20.04.2026 | 15:34
W100. Nachdem ich mit MERP/RM angefangen hatte, erschien mir RQ/W% wie Das LichtTM. Hatte sogar ein eigenes System daraus entwickelt, mit umfangreichem Setting, das wir über Jahre bespielt haben. Legendäre Kampagnen.
Dann wollte ich mal Abwechslung - und wollte nie wieder zurück.
Der W% ist Illusion. Er macht nichts "greifbarer", weil es in Wahrheit auch nur um 5er Schritte geht. Der 1% ändert gar nichts.
Und wenn man dann das System zerlegt, weil man im Kampf plötzlich mehr als 100% haben kann, war's das dann.
Das Einzige, was alle BRP-Derivate auszeichnet, ist der enorme Buchhaltungsaufwand.
Ach ja, Trefferzonen. Geboren aus den Fantasien von Autoren, deren Wissen um Kämpfe aus der SCA stammt. Oder aus Hollywood. Das dann aber "realistisch" nennen. Nein, zufällig trifft man nicht - zumindest sollte man das nicht. Und vor allem macht es Kämpfe unglaublich kompliziert, weil man ständig prüfen muss, ob der eine Treffer jetzt nicht schon tödlich war, obwohl noch genug LP vorhanden sind...

StarWars/Genesys. Zum einen hat mir Disney SW verleidet. Durch Überflutung vor allem. Es wurde belanglos für mich. Zum anderen war der Versuch, Genesys auf Fantasy zu spielen ein Debakel, weil das Magiesystem nunmal broken ist. Wozu einen Feuerball zaubern, wenn man auch einen Drachen rufen kann?
Die Bücher gingen dann auch vor dem Umzug den Weg allen Irdischen.

5e/A5e. Ja, 5e hab ich gerne gespielt, später dann A5e noch lieber. Heute will ich das aber nicht mehr spielen, geschweige denn leiten. Ist mir einfach zu viel Rechnerei und Buchhaltung. Und viel zu viel Crunch.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Grubentroll am 20.04.2026 | 15:43
Zitat von: Wisdom-of-Wombats link=topic=132843.msg135342732#msg135342732
Fate

Ah, war bei mir eher eine kurze Liebe.
Las sich alles sehr toll, aber irgendwie hat das bei uns nie so richtig gezündet, weil alle anders sozialisiert waren was Regelmechanismen angeht.

Das Problem hab ich generell mit so eher erzählerischen Systemen die Story metaverregeln.
Klingt alles witzig, bis dann alle irgendwie doof am Tisch sitzen und nicht wissen was sie jetzt tun sollen und ob sie das dürfen.

Viele viele Menschen wollen halt einfach nur nen Wert wissen unter den sie würfeln müssen um dem Ork eine aufs Maul zu hauen. Und freuen sich wenn sie am Ende der Session den Wert erhöhen dürfen. Mehr ist es eigentlich gar nicht.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: SimonSavage am 20.04.2026 | 15:47
Vampire: Ablehnen ist ein zu starkes Wort aber heute zieht es mich nicht mehr an. Als junge Leute haben wir es absolut gefeiert. Und endlos gespielt aber aus heutiger Sicht habe ich nicht mehr soviel Interesse an der düsteren Seelenqual, dem unverstanden sein und Raubtier in der Finsternis Romantik.
Ich hatte sehr viel Spass damit, doch die ganzen Intriegen hatten bei uns am Spieltisch irgendwann dazu geführt das sich niemand mehr untereinander vertraute…. Da war das geteieleter Blutsband System, unserer kleinen Sabbat Kampagne, fast schon eine Erleichterung😅
Heute habe ich einfach gerne
Heroische Fantasy mit aufrechten Figuren(mindestens Wolverin oder Gambit muss es sein)
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Antariuk am 20.04.2026 | 15:59
Savage Worlds. Ablehnen ist vielleicht auch zu scharf formuliert an der Stelle, aber wenn ich es nie wieder spielen oder leiten würde, wäre das für mich kein Verlust. Wir hatten das mehrere Jahre lang im offiziellen ETU-Setting intensiv gespielt, dabei aber nach Verständigung Spezialmechaniken oft weggelassen und durch spontane Rulings ersetzt – speziell Verfolgungsjagden fanden wir ganz furchtbar, als wir das mal by the rules durchexerzierten. Beim Thema Horror/Terror fühlten sich die eskalierenden Auswirkungen von Begegnungen der dritten Art auch arg hakelig an. Verstärkt wird der Eindruck durch den an sich runden Grundmechanismus. Nur dass man da schnell merkt, wie unausgewogen die Attribute (Agility!) und Talente (Elan, anyone?) sind. Und Bennies nerven manchmal arg, weil der Mechanismus in manchen Settings wie mit der Faust reingeprügelt wirkt. Nicht dass alle Mechaniken diegetisch sein müssen, aber das war und ist für mich schwer verdaulich.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Tintenteufel am 20.04.2026 | 16:12
Pathfinder 1e
War mir beim Umstieg auf D&D 5e schon viel zu komplex, träge und überladen.

D&D 5e
Es hat mit dem OGL-Debakel angefangen, aber im Vergleich zu den OSR/NSR-Systemen, die ich heute spiele, ist auch D&D 5e unnötig komplex, träge und überladen. Es ist mir schlichtweg nicht mehr leichtgängig und spannend genug.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: WeepingElf am 20.04.2026 | 16:43
Ich habe vor 40 Jahren mal mit OD&D angefangen, würde so was heute aber nicht mehr spielen wollen. Später fand ich Corssover-Welten wie Shadowrun, TORG oder Rifts cool, fand aber dafür keine Mitspieler, heute halte ich so was für Unfug, und das Regelwerk von Shadowrun ist mir zu kompliziert.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Sashael am 20.04.2026 | 16:46
D&D 3 hat mich damals extrem begeistert, mir Fantasyrollenspiele wieder schmackhaft gemacht und am Schluss durch Bloat und Synergie-Mastery den ganzen Spaß wieder verleidet.

Bei Fate kann ich mich den Vorrednern nur anschließen. Nach zwei sehr intensiven Jahren mit mehreren Settings kam dann irgendwann für alle die Ernüchterung.
Und mir bleibt bis heute der Ausspruch eines Mitspielers im Kopf, als wir direkt im Anschluss Charaktere für Gammaslayers gemacht haben: "Hach, endlich mal wieder einfach irgendwo ein paar Zahlen eintragen!"

Savage Worlds hat mich auch erst hart in seinen Bann gezogen, bis sich dann im Laufe der Jahre herausstellte, wie crunchy (und teils clunky) das System ist und wie abhängig die Kompetenz der SC von der Systemmastery der Spieler ist.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Ainor am 20.04.2026 | 17:12
3E war schon gut. Wir sind 2009 auf PF1 umgeschwenkt, dadurch hielt sich das mit dem Bloat in Grenzen. Aber mit der endlosen Reihe von Zusatzbüchern würde ich auch nicht spielen wollen. Was mich damals aber mehr gestört hat war der extrem schnelle Machtzuwachs.

Bei Shadowrun geht es mit wie vielen hier. Tolle Welt, aber mit den Regeln konnte ich mich nie anfreunden, und irgendwie wurden die von Edition zu Edition auch nicht wirklich besser.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Galatea am 20.04.2026 | 17:19
"Abgefeiert zu ablehnen" ist jetzt nicht die richtige Beschreibung, eher zunehmend entfremdet/genervt.


D&D: Ist für Fantasyabenteuer im einstelligen Levelbereich ganz lustig, auch die Monsterkampagne (D&D3.5, Startlevel 9, alle Charaktere waren Kreaturen aus dem Monsterkompendium mit normalen Klassen) in der wir übermächtige Gegner mit zunehmend schwachsinnigen Synergiekombos aus Zaubern und den ganzen Kreaturenfähigkeiten übers Ohr gehauen haben, war sehr amüsant.
Aber selbst wenn man die Encounterregeln ignoriert, bei denen einem ständige dämliche Monster über den Weg rennen, mit denen man sich dann einen halben Abend lang Thunderdome-style prügeln muss, ist das System außerhalb zahlenmäßig SEHR beschränkter Kampfsituationen so unfassbar zäh, dass ich mir das einfach nicht mehr antun will.

Der endgültige Kippmoment war Starship Troopers D20 - wer auch immer auf die Idee kam, ein Spiel zu designen, bei dem Charaktere nach D&D-Regeln gegen Hordengegner kämpfen, die individuell alle ein gutes Stück über der Toughness eines Ogers liegen (Warrior Bug: 35HP, AC18, DR4, Schaden des Standardgewehrs 2D8), der gehört wirklich mit dem Grundregelwerk verprügelt.

Mitterweile nervt mich (gerade bei längeren Kampagnen) auch das Klassensystem, die unberechenbaren kritischen Treffer bei denen eigentlich harmlose Monster plötzlich Charaktere aus den Socken blasen, die dämliche Unterteilung in Klassen- und Nichtklassenskills und die saublöden (teilweise Klassenpflicht-) '+X auf Skill Y' Feats, die einfach nur sinnloser Clutter sind, der einen davon abhält die wirklich coolen Sachen zu nehmen.

Für einen Meme-Oneshot mit irgendwas dummem wie Triple Paladin, Wizard-only oder Monsterrunde bin ich aber durchaus noch zu haben.




Außerdem alles was explodierende Würfel hat. Fand ich eine Zeitlang sehr lustig, wenn ein Charakter mit einem Kieselstein plötzlich den Schaden einer Belagerungswaffe macht, aber irgendwann wird es einfach nur dumm.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: JohnnyPeace am 20.04.2026 | 17:28
Ablehnen tu ich kein einziges Spiel, das ich jemals gespielt habe. Und mir ist bisher überhaupt auch kein Rollenspiel untergekommen, was ich ablehnen würde. Es gibt Sachen, die mir nicht gefallen und dann spiel ichs halt nicht.

Wir haben früher DSA 2 und 3 gespielt. Mittlerweile gefallen mir die Regeln nicht mehr und wir spielen eben seit Jahren schon 4 und 5. Vampire haben wir mal ganz kurz in unserer Teenagerzeit gespielt, da gefällt mir heute die Idee dahinter nicht mehr.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Feuersänger am 20.04.2026 | 17:37
Mann, hier leiden aber viele unter D&D3-PTSD.  ;D
Naja, ich kann's ja nachvollziehen. Man muss das System bzw die Hausregeln schon ziemlich scharf kuratieren, wenn das nicht völlig aus dem Ruder laufen soll, außer man hat das seltene Glück, dass alle Mitspieler auf genau einer Welle schwimmen.

Hingegen mein Kandidat:

Savage Worlds
Ja, gab mal ne Zeit dass ich das abgefeiert hab. Es wirkte so flott und elegant, insbesondere wenn man von D20 oder Shadowrun 3 kam. Wir haben das insgesamt so etwa 1 Jahr lang gespielt, auch laufende Kampagnen von den o.g. Systemen "gesavaged", und am Anfang lief es auch ganz gut. Aber dann war halt irgendwann der Lack ab. Insbesondere weil sich gezeigt hat, wie absolut untauglich dieses völlig random Snakes-and-Ladders System tatsächlich für langlaufende Kampagnen ist.
Letzten Endes ist dies wirklich eins der relativ wenigen Systeme, die ich nicht mehr mit ner langen Stange anfassen würde. Habe auch schon Plätze in Runden ausgeschlagen, die mich vom Setting her total angemacht hätten, weil ich einfach wusste, dass ich in SaWo nur Frust damit hätte.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Selis am 20.04.2026 | 17:39
RuneQuest
im vgl. zu AD&D 1st fühlte es sich damals richtig gut und eingängig an.
Wie bei Cthulhu auch, diesem Prozentsystem kann ich nichts mehr abgewinnen.
D&D 3.0
eigentlich wie bei RQ auch, der Wechsel von AD&D zu 3.0 war richtig gut aber sowas meide ich heute, wie der Teufel das Weihwasser

Palladium
empfand es als das bessere D&D, zumindest bis 3.0 aber es gehört einfach in dieselbe Kategorie. Palladium Fantasy damit hab ich angefangen richtig zu leiten.

apropos Weihwasser Vampire usw.
ich kann nicht sagen, ob es am System liegt oder an der Spielerschaft. Gut, pauschal kann ich diese Einteilungen auf Häuser, Clans oder was auch immer, nichts mehr abgewinnen.

Iron Kingdoms
Setting interessant, System (d6), nicht mein Ding.

Vielleicht schließen sich demnächst die PTBA Spiele an:
Monsterhearts ob ich es ablehne, so streng genommen sicherlich nicht aber mir fehlt hier etwas, um mich dauerhaft bei der Stange zu halten. Wäre trotzdem bei der nächsten Runde dabei, also gehört es vermutlich hier nicht so hin aber der Hype ist weg.

---------
Alternity bin ich mir nicht sicher, das System fand ich schon immer sehr mau aber die Runde war legendär.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Quaint am 20.04.2026 | 18:24
D&D 5
Zunächst endlich wieder ein DnD was mir taugt. Ca 10 Kampagnen und Jahre später ist aber die Luft raus. Ich bin einfach müde. Immer die gleiche Kacke damit. Brauche mindestens ne längere Pause, weiß aber nicht, ob ich das überhaupt nochmal anfasse.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: bolverk am 20.04.2026 | 19:31

Hingegen mein Kandidat:

Savage Worlds
Ja, gab mal ne Zeit dass ich das abgefeiert hab. Es wirkte so flott und elegant, insbesondere wenn man von D20 oder Shadowrun 3 kam. Wir haben das insgesamt so etwa 1 Jahr lang gespielt, auch laufende Kampagnen von den o.g. Systemen "gesavaged", und am Anfang lief es auch ganz gut. Aber dann war halt irgendwann der Lack ab. Insbesondere weil sich gezeigt hat, wie absolut untauglich dieses völlig random Snakes-and-Ladders System tatsächlich für langlaufende Kampagnen ist.
Letzten Endes ist dies wirklich eins der relativ wenigen Systeme, die ich nicht mehr mit ner langen Stange anfassen würde. Habe auch schon Plätze in Runden ausgeschlagen, die mich vom Setting her total angemacht hätten, weil ich einfach wusste, dass ich in SaWo nur Frust damit hätte.
Oh ja, mir ging es ganz genauso. Wir haben 2 bis 3 Jahre fast alles mit SW zu spielen versucht, letztlich hatten einige von uns (darunter ich) gründlich die Nase voll davon. Ich habe im letzten Jahr nochmal eine kurze Kampagne mit SW mitgespielt, hatte aber wirklich keine Freude mehr daran.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: YY am 20.04.2026 | 19:45
Wenn die Entwicklung über die Editionen hinweg mit reinspielen soll, ist es bei mir auch Shadowrun. SR1-3 kann ich mit moderaten Umbauten und ein paar eingeschlagenen Grenzpflöcken immer noch ganz gut spielen, aber ab 4 überwiegt für mich der neumodische Firlefanz ohne großen Mehrwert.

Ansonsten ist es auch bei mir Savage Worlds. Da war ich von Anfang an dabei und habe viele, viele eigene Konvertierungen gebastelt, bis irgendwann die Luft raus war und die paar Vorteile des Systems von den Macken überschattet wurden. Ab und zu noch eine Runde mitspielen ist ok, aber die nehme ich schon im Vorfeld auf mechanischer Ebene nicht ernst.
Theoretisch hätte sich hier auch noch eine negative Entwicklung über die Editionen gefunden, aber bevor das für mich richtig akut geworden wäre, war ich schon einige Jahre raus.


Eher schleichend abgelöst wurde bei mir in den letzten Jahren GURPS; für die allermeisten Zwecke reicht mir mittlerweile Traveller mit minimalen Anpassungen.

Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 20.04.2026 | 20:00
Ich reihe mich da ein: D&D3.x und Shadowrun 2 waren zwei Systeme, die ich viel und gerne gespielt habe, aber zu denen (RAW) für mich kein Weg mehr zurückführt.

Dieses, allerdings bei beiden nur die Systeme. Settings sind davon ausgenommen, insb. SR2050.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Outsider am 20.04.2026 | 20:01
Ein bisschen relativiert weil ich nie "das" eine System abgefeiert habe aber ich würde heute nichts mehr länger spielen was Stufen und TP Berge hat.

Die Systeme sind meistens zu sehr auf pseudotaktische Kämpfe getrimmt als auf Rollenspiel und interessante Chars (nur die "Kampfwerte" machen einen Char in meinen Augen nicht interessant).
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Swanosaurus am 20.04.2026 | 20:07
Ah, war bei mir eher eine kurze Liebe.


Bei mir auch Fate - habe es in der Theorie abgefeiert, in der Praxis habe ich es nie so hinbekommen, dass es sich nicht total mechanistisch und beliebig angefühlt hätte. Irgendwie war es immer Boni stacken und dann als Afterthought noch kurz sagen, wie das mit dem Aspekt zu tun hat. Hat ja eh immer gepasst, weil rule of cool ...
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Zed am 20.04.2026 | 20:37
@bolverk @Feuersänger @Alle, die hier SW aufführen

Ich kenne Savage World nicht und kann mir nicht erschließen, was das long-term Problem bei SW ist.

Zitat
Insbesondere weil sich gezeigt hat, wie absolut untauglich dieses völlig random Snakes-and-Ladders System tatsächlich für langlaufende Kampagnen ist.

Kann jemand das erläutern?
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: gunware am 20.04.2026 | 21:02
Zum Glück habe ich keine Rollenspiele, die ich grundsätzlich ablehnen würde. Als Spieler habe ich von mir aus kein Spiel abbrechen wollen, da wurde immer so gespielt, wie die SL und die Gruppe Zeit hatte. Als SL habe ich im Grunde genommen (wenn es von vornherein nicht als Oneshot gedacht war - sehr sehr selten) nur lange Kampagnen gespielt.  Wenn es stufenlose Systeme waren, dann in Bereiche, von denen manche sagen würden, dass es nicht mehr spielbar ist. Bei Stufensystemen grundsätzlich von Stufe 1 bis zur Endstufe, die einzige Ausnahme war Old Slayerhand, da haben wir schon bei Stufe 7 aufgehört, damit wir was anderes spielen könnten. Es hat uns so nicht gepackt und die Ballance zwischen PC und NPC lief total auf der schiefen Ebene.  Aber auch da würde ich nicht sagen, dass ich das Spiel ablehnen würde - aber wahrscheinlich würde ich ein anderes nehmen, wenn es um eine Wahl gehen würde. Noch eins haben wir noch nicht von Stufe 1 bis zum Ende geschafft. Aber das nur deswegen, weil Schreckensgewölbe von PF2 nicht bis 20 geht, dafür geht Kingmaker bis Stufe 20 und da sind wir gerade dabei, dann sehe ich es zuversichtlich, dass hier die Tradition auch nicht gebrochen wird.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Quaint am 20.04.2026 | 21:19
Nunja, bei Savage Worlds würfeln Spielercharaktere normalerweise mit 2 Würfeln, dem Wild die, das ist üblicherweise ein d6, und einem Würfel der davon abhängt wie gut man in der Fertigkeit oder dem Attribut ist. Es wird aber nur ein Würfel gewertet. Man hat aber oft extreme Ergebnisse, da 1-1 (snake eyes) sowas wie ein Patzer ist und andererseits Würfel bei der maximalen Augenzahl "explodieren" also man kann sie nochmal würfeln und dazu addieren, auch mehrfach, auch beim Schaden.
Ich habe nicht soviel Savage Worlds gespielt, aber du hast halt gefühlt ständig Freakrolls. Und wenn du damit nen Boss zerlegst ist das vielleicht noch lustig, aber wenn dich ein kranker Goblin mit ner rostigen Gabel piekt und du in 1000 Teile zersplattert durch die Gegend fliegst ist das manchem evtl. etwas unpässlich für langfristiges Spiel.  ~;D
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Antariuk am 20.04.2026 | 21:20
EDIT: Quaint war schneller!

Kann jemand das erläutern?

Feuersänger meinte möglicherweise etwas anderes, aber ein statistisches Problem von SaWo ist, dass a) Würfe bei maximaler Augenzahl explodieren, du also nochmal würfeln darfst, und b) Attribute und Skills Würfelwerte von d4 bis d12 haben können. Dazu kommt ein "Wild Die", ein d6, den Charaktere bei allen Würfen noch parallel mitwürfeln (und der auch explodieren kann). Die Verteilung der verschiedenen Werte und Kombinationen, wann was am meisten erfolgversprechend ist – und damit auch, was man steigern sollte für höhere Erfolgschancen – ist, sagen wir mal, "nicht ganz gerade" >;D
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Kaskantor am 20.04.2026 | 21:25
@SW aber genau die Sachen gehören der Vergangenheit an, weil es genug Regeln gibt, um solche Desaster zu vermeiden und das sind keine Hausregeln, sondern stehen im aktuellen GRW.

Zum Thema: DnD. Ich kann die Firma im Hintergrund nicht mehr ab und es gibt da so einige Punkte, die mich insbesondere bei der 5e so dermaßen gestört haben, dass ich das Game nicht mehr mit der Kneifzange anfassen werde. Auch wenn ich das System nicht schlecht finde.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Zed am 20.04.2026 | 21:33
Danke für die Erläuterungen!
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: WeepingElf am 20.04.2026 | 21:35
Lange Zeit war GURPS für mich das ideale System, aber mittlerweile stoße ich mich an der restriktiven Lizenzpolitik von Steve Jackson Games (die zwar an sich nicht illegitim ist - das ist ein gutes Produkt, und der Herr Jackson hat das Recht damit Geld zu verdienen - aber eben die architektonische Offenheit des Systems durchkreuzt), und an dummen politischen Äußerungen, die aus dem Hause SJG kamen, und das ist der Grund, warum ich jetzt an was eigenem (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,128100.0.html) bastle.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Feuersänger am 20.04.2026 | 21:47
Zitat
Ich kenne Savage World nicht und kann mir nicht erschließen, was das long-term Problem bei SW ist.

Oh je, das ist lange her, da gab es damals einige Diskussionen zu hier im Forum. ^^

Grob gesagt liegt das an einer systemimmanenten enormen Swinginess. SaWo arbeitet mit sehr wenigen Würfeln (2 für SC und wichtige NSC, 1 für Mooks) variabler Größe (d4 bis d12, der zweite Würfel ist immer ein d6), die aber dafür bei Maximalergebnis explodieren können, also man würfelt weiter und speziell bei Schaden addiert man die Ergebnisse bis kein Maximalwurf mehr da liegt. Und umgekehrt sind Snake Eyes (also Doppel-1) Patzer mit "Bad Things Happen". Und wie man sich nun leicht ausrechnen kann, passieren beide Arten von "Spezialergebnissen" ziemlich häufig, oft mit verheerenden Konsequenzen.
Um so ein inhärent dysfunktionales System irgendwie gängig zu machen, braucht es Schmierstoff; bei SaWo heisst dieser Schmierstoff "Bennies". Das sind Gummipunkte, mit denen man Patzer nachwürfeln darf und versuchen kann, genommenen Schaden zu reduzieren ("soaken"). Nicht gesoakter Schaden läutet eine Todesspirale ein. Wenn einem aber nun die Bennies ausgehen... tja. ¯\_(ツ)_/¯

Es spielen noch mehr Elemente mit rein, aber ich wollte es jetzt hier möglichst knapp halten.
Hier eine Anekdote, wie sowas sich dann in der Praxis auswirkt: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,2994.msg1965406.html#msg1965406
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Zouan81 am 20.04.2026 | 21:51
Mein Einstieg ins Pen & Paper erfolgte bei mir auch über DSA.
Damals war ich davon sehr fasziniert. Ich kannte ja auch nichts anderes. Da war dieser 3W20 Mechanismus auch noch etwas völlig normales.

Heute ist DSA kein Favorit für mich, da die Regeln zu kompliziert, das System zu überladen wirkt.

Insbesondere DnD 3.5 gefiel mir besonders gut, aufgrund der sehr individuellen Charakter-Entwicklungsmöglichkeiten.
4e war für mich gefloppt und bei 5e vermisse ich das alte Fertigkeitensystem.

Direkt ablehnen würde ich auch DSA nicht, aber es würde mich nicht mehr reizen. Das Setting ist zwar spannend, aber das Reich A(d)venturiens fühlt sich für mich mittlerweile auch verbraucht an.

SavageWorlds würde mich noch einmal interessieren. Der Aufbau und das System wirkt kultig. Bis jetzt habe ich es aber noch nicht gespielt.


Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Zed am 20.04.2026 | 21:55
...Grob gesagt liegt das an einer systemimmanenten enormen Swinginess. SaWo arbeitet mit sehr wenigen Würfeln (2 für SC und wichtige NSC, 1 für Mooks) variabler Größe (d4 bis d12, der zweite Würfel ist immer ein d6), die aber dafür bei Maximalergebnis explodieren können, also man würfelt weiter und speziell bei Schaden addiert man die Ergebnisse bis kein Maximalwurf mehr da liegt. Und umgekehrt sind Snake Eyes (also Doppel-1) Patzer mit "Bad Things Happen". Und wie man sich nun leicht ausrechnen kann, passieren beide Arten von "Spezialergebnissen" ziemlich häufig, oft mit verheerenden Konsequenzen.
Um so ein inhärent dysfunktionales System irgendwie gängig zu machen, braucht es Schmierstoff; bei SaWo heisst dieser Schmierstoff "Bennies"...

Okay, danke!
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Jiba am 20.04.2026 | 22:02
Bei mir auch Fate - habe es in der Theorie abgefeiert, in der Praxis habe ich es nie so hinbekommen, dass es sich nicht total mechanistisch und beliebig angefühlt hätte. Irgendwie war es immer Boni stacken und dann als Afterthought noch kurz sagen, wie das mit dem Aspekt zu tun hat. Hat ja eh immer gepasst, weil rule of cool ...

Ja, sogar ich (der immer noch einigermaßen gerne Fate spielt) hat mit diesem Aspekt (höhö) des Spiels inzwischen seine liebe Not. Ich leite aktuell regelmäßig Fate... und mir fällt das inzwischen auch auf (am klarsten dann, wenn viele Aspekte auf dem Tisch liegen und man dann freie Einsätze hin und her schiebt, feststellt, dass es rechnerisch nichts ändern würde... und sie dann doch nicht einsetzt).

Ich nehme also Fate inzwischen längst nicht mehr für alles und schaue immer, ob ich es ersetzen kann. Meine 7te See-Konvertierung spielt sich recht stabil... alles andere... tja.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Aber zur Ausgangsfrage.

Ich lehne eigentlich kein Spiel, das ich mal gemocht habe, rundweg ab. Wirklich nicht. Ich finde, was ich früher gespielt habe, auch heute noch irgendwo gut. Ich habe mich an nichts "satt" gespielt, aber...

...tief einatmen...

Earthdawn Exalted - weil ich da immer noch Fan bin, mir aktuell keinen Zugang erschließt, ich aber hoffe, dass sich das nochmal ändert
Fixed it for me.
Ich mag das Setting – oder besser, meine Empfindung des Settings – wahnsinnig gern. Aber ich entliebe mich mit jedem neuen Buch mehr davon.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Ja, "entlieben" ist das richtige Wort. Denn noch ist viel Liebe dafür da. Aber ich spiele es nicht mehr. Ich leite es nicht mehr (mit welchem System auch? Qwixalted? Na viel Spaß, da Spieler:innen zu finden). Es fragt auch keiner mehr danach. Würde plötzlich eine 4te Edition angekündigt, wäre ich dann aber wohl doch wieder am Start.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: schneeland am 21.04.2026 | 00:05
Dieses, allerdings bei beiden nur die Systeme. Settings sind davon ausgenommen, insb. SR2050.

Ja, die Settings funktionieren für mich auch nach wie vor gut (auch v.a. SR 2050, aber die Realms bis 3e ebenfalls).
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Koronus am 21.04.2026 | 00:34
Ein bisschen relativiert weil ich nie "das" eine System abgefeiert habe aber ich würde heute nichts mehr länger spielen was Stufen und TP Berge hat.

Die Systeme sind meistens zu sehr auf pseudotaktische Kämpfe getrimmt als auf Rollenspiel und interessante Chars (nur die "Kampfwerte" machen einen Char in meinen Augen nicht interessant).
Da stimme ich im großen und ganzen zu. Kennen tue ich nur drei/vier Systeme mit Stufen welchen meiner Meinung nach nicht Hauptsächlich Kampf sind.
DSA2&3, Warhammer 40.000 RPG Schattenjäger und Freihändler sowie Earthdawn. Genau dieses Trimmen auf Kämpfe ist es auch warum ich sagte, dass ich heutzutage nicht mehr D&D spielen kann.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Gorilla am 21.04.2026 | 02:58
Ja, "entlieben" ist das richtige Wort. Denn noch ist viel Liebe dafür da. Aber ich spiele es nicht mehr. Ich leite es nicht mehr (mit welchem System auch? Qwixalted? Na viel Spaß, da Spieler:innen zu finden). Es fragt auch keiner mehr danach. Würde plötzlich eine 4te Edition angekündigt, wäre ich dann aber wohl doch wieder am Start.

Genau so. Exalted hatte ich völlig verdrängt, weil ich es lange für eine der coolsten Spielwelten überhaupt gehalten habe (und ein bisschen vielleicht noch immer noch tue), aber die Regeln wurden ständig immer nur schlechter.
Also wurde es aus meinem Gehirn ausgelagert.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Wisdom-of-Wombats am 21.04.2026 | 10:40
Der Exalted Quickstart, der kurz vor der ersten Edition raus kam, war toll. Das ist auch etwa das Regelniveau, das mir gereicht hätte. Ja, Exalted fehlt auch auf meiner Liste. Ich hatte mich unglaublich drauf gefreut und das Buch sogar gleich nach Erscheinen auf eine Dienstreise mitgenommen, um Abends drin schmökern zu können. Heute würde ich das System nicht mehr mit der Kneifzange anfassen. Die 3rd Edition hat ja endgültig den Fokus verloren: die Creation wird größer, es gibt zig Splats... einfach grauselig. Genau wie die Regeln.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Orok am 21.04.2026 | 11:45
Degenesis
Sieht super aus, klingt beim lesen total spannend, spielt sich grütze.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: WeepingElf am 21.04.2026 | 11:53
Um so ein inhärent dysfunktionales System irgendwie gängig zu machen, braucht es Schmierstoff; bei SaWo heisst dieser Schmierstoff "Bennies". Das sind Gummipunkte, mit denen man Patzer nachwürfeln darf und versuchen kann, genommenen Schaden zu reduzieren ("soaken"). Nicht gesoakter Schaden läutet eine Todesspirale ein. Wenn einem aber nun die Bennies ausgehen... tja. ¯\_(ツ)_/¯

Ich habe noch nie Savage Worlds oder ein anderes gummigepunktetes System gespielt, aber mich beschleicht schon seit einiger Zeit der Verdacht, dass solche Gummipunkte dazu dienen, ein eigentlich dysfunktionales System, das sonst zu viele Playerkills und Kampagnenzusammenbrüche produziert, halbwegs spielbar zu machen ;)
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Galatea am 21.04.2026 | 12:01
Degenesis
Sieht super aus, klingt beim lesen total spannend, spielt sich grütze.
Degenesis bekommt es sogar hin, dass es sich aufgrund des Regelsystems UND des Lore furchtbar spielt.
- Ganze Gruppen werden regelmäßig von wilden Hunden gefressen, das Regelsystem ist im Prinzip so aufgebaut, dass man schon fast scheitern muss.
- Die Welt ist super interessant, aber leider ist es (mit sehr sehr wenigen Ausnahmen) praktisch unmöglich eine gemischte Gruppe zu spielen, ohne dass sich die verschiedenen Fraktionen permanent gegenseitig an die Gurgel gehen müssten - und zwar so gut wie alle, weil fast jeder mit jedem Beef hat.
Das wird beides sehr schnell echt frustrierend.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Outsider am 21.04.2026 | 12:04
Degenesis
Sieht super aus, klingt beim lesen total spannend, spielt sich grütze.

+1 für beide Fassungen (1 und Rebirth)
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: WeepingElf am 21.04.2026 | 12:06
Ich hatte es nie mit Endzeit-Rollenspielen, darum habe ich noch nie Degenesis gespielt und würde es auch nicht spielen wollen. Das Genre stößt mich grundsätzlich ab. Ich spiele lieber in Welten, in denen zwar kein "Friede, Freude, Eierkuchen" herrscht (das wäre ja langweilig), in denen es aber Hoffnung gibt, so dass die Charaktere einen Unterschied machen können. Eine Welt, in der man noch den Einen Ring in den Vulkan werfen kann und er noch nicht an Saurons Finger steckt, sozusagen.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: felixs am 21.04.2026 | 12:12
Habe ich wirklich gar nicht. Die einzigen Rollenspiele, für die ich je wirklich Emotionen hatte, waren DSA, Cthulhu , Castle Falkenstein und Midgard. Die finde ich auch immer noch alle gut.

Möglicherweise geht Dungeonslayers ein wenig in die Richtung - das fand ich mal sehr gut, möchte ich aber jetzt nicht mehr spielen. Aber "Ablehnen" trifft es auch nicht. Interessiert mich einfach nicht mehr so, weil ich festgestellt habe, dass das nicht mein Spielstil ist. Das Spiel macht ansonsten das, was es machen will, sehr gut und ich würde es auch empfehlen.

Insgesamt habe ich zwar schon viele Spiele in der Hand gehabt, die ich nicht spielen wollen würde. Aber deshalb lehne ich die nicht ab - sie sind einfach nichts für mich, teilweise ist das (meine ich) ein anderes Hobby. Aber das macht nichts und ich tausche mich trotzdem gern mit Leuten aus, die das gern spielen. Irgendwelche Erkenntnisse gewinnt man aus fast allem.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Megan am 21.04.2026 | 12:15
Hm, ich würde es nicht so extrem ausdrücken aber:

Monsterhearts fand ich schon ziemlich cool, damals.
Inzwischen bin ich der Meinung, dass das Spiel ungesund ist: Vor allem durch die im Regelmechnaismus angelegten Machtverhältnisse können viele schlechte Dinge getriggert werden und schlechte Gefühle auf die Metaebene schwappen. Aber auch durch das Thema an sich, bei dem die Charaktere um sich selbst kreisen und so manch unschöne und zum Glück sorgsam begrabene Erinnerung an die eigene Teeniezeit wieder hochkommt.

Trophy Dark
Ich hatte ein sehr geile Auftaktrunde, die mich begeisterte (A Warm and Pleasant Hum - vermutlich das beste Abenteuer, das TD zu bieten hat).
Nach wie vor gefallen mir diverse Elemente sehr gut, nämlich
die Incursionstruktur,
die Charaktererschaffung durch nicht näher definierten aber inspirierenden Bausteine,
die Moments und Conditions,
das intensive Einbeziehen der Spieler in die Gestaltung durch häufiges Fragenstellen.

Davon ab empfinde ich aber das durch die Regeln vorgeschriebene, kontinuierliche Suchen nach Eskalation und einer Verschlechterung der Situation als beschwerlich und einen Stimmungskiller: "Okay, du hast deine Ausrüstung verloren, die Fackel ist aus, du wurdest von einem sehr giftigen Insekt gestochen, hast ein gebrochenes Bein, den Anschluss zur Gruppe verloren und außerdem hast du zwei zugeschwollene Augen ... was könnte dir jetzt widerfahren? ...hm ...
Außerdem funktioniert die Mechanik deutlich schlechter, wenn die SC nicht so richtig gegeneinander arbeiten, was bei mir in 3 von 5 Runden der Fall war.

Ich würde es aber trotzdem gerne noch spielen, so ist das nicht.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: WeepingElf am 21.04.2026 | 12:19
Habe ich wirklich gar nicht. Die einzigen Rollenspiele, für die ich je wirklich Emotionen hatte, waren DSA, Cthulhu , Castle Falkenstein und Midgard. Die finde ich auch immer noch alle gut.

Möglicherweise geht Dungeonslayers ein wenig in die Richtung - das fand ich mal sehr gut, möchte ich aber jetzt nicht mehr spielen. Aber "Ablehnen" trifft es auch nicht. Interessiert mich einfach nicht mehr so, weil ich festgestellt habe, dass das nicht mein Spielstil ist. Das Spiel macht ansonsten das, was es machen will, sehr gut und ich würde es auch empfehlen.

Insgesamt habe ich zwar schon viele Spiele in der Hand gehabt, die ich nicht spielen wollen würde. Aber deshalb lehne ich die nicht ab - sie sind einfach nichts für mich, teilweise ist das (meine ich) ein anderes Hobby. Aber das macht nichts und ich tausche mich trotzdem gern mit Leuten aus, die das gern spielen. Irgendwelche Erkenntnisse gewinnt man aus fast allem.

Ja, ablehnen ist ein zu starkes Wort. Wirklich ablehnen tue ich nur solche inhaltlich fragwürdigen Sachen wie F.A.T.A.L. oder RaHoWa (die ich aber nur vom Hörensagen kenne), und da sind wir uns hoffentlich einig - ansonsten gibt es nur Rollenspiele, die ich nicht spielen wollen würde.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Outsider am 21.04.2026 | 12:20
Genau dieses Trimmen auf Kämpfe ist es auch warum ich sagte, dass ich heutzutage nicht mehr D&D spielen kann.

Genau der Punkt der irgendwie am Ende ausschlaggebend war es nicht mehr als System zu spielen. Ich mag die Welt (Planescape / Faerûn) immer noch gerne, aber nicht das System W20 D&D System. Ich habe es auch bei BGIII am PC wieder gemerkt, geht nicht mehr.

@Degenesis

Kann mich meinen Vorschreibern nur zu 100% anschließen. Auch da finde ich die Welt extrem interessant. Aber das Setting / Regeln / Kulte macht es einem unendlich schwer da was zum laufen zu bringen. Besonders weil die Kulte ein Stück weit auch Klassen sind.

Willst du ein Face brauchst du ein Apo, der beißt sich aber mit Wiedertäufern, Spitaliern und Richtern. Nimmt man halt einen Neolybier, aber shit die sind ja nur da um den ersten dreien die Tech weg zu nehmen / und deren Leute zu Versklavt und unterhalten in Kerneuropa mehr sowas wie lockere Botschaften.

Nagut, der Hellvetiker ist eine gute Wahl bis alle am Tisch realisieren, dass dessen Ausrüstung dem Rest der Gruppe bis an ihr Lebensende ein Einkommen gewähren würde das diese nie wieder einen Fuß vor die Tür setzen würden. Ganz davon ab, warum sollte eine Helli die Alpenfestung verlassen usw. usw.

Kaum eine Kombi birgt keine Fallstricke und ist immer sehr darauf ausgelegt, dass man alles ausblendet was die Kulte ausmacht.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Outsider am 21.04.2026 | 12:25
Ich hatte es nie mit Endzeit-Rollenspielen, darum habe ich noch nie Degenesis gespielt und würde es auch nicht spielen wollen. Das Genre stößt mich grundsätzlich ab. Ich spiele lieber in Welten, in denen zwar kein "Friede, Freude, Eierkuchen" herrscht (das wäre ja langweilig), in denen es aber Hoffnung gibt, so dass die Charaktere einen Unterschied machen können. Eine Welt, in der man noch den Einen Ring in den Vulkan werfen kann und er noch nicht an Saurons Finger steckt, sozusagen.

In Degenesis gibt es Hoffnung. Die Katastrophe ist schon passiert und lange her. Man spielt die Zivilisation mehrere hundert Jahre danach. Und es geht darum eben den symbolischen einen Ring zu finden welcher den Primer (kurz gesagt Pilzsporen aus dem All) einhalt gebietet. Also als komplett übergeordnetes Meta-Ziel.

Nur manche haben sich schon an das Zeug "gewöhnt" was auch wieder in einem Konflikt in der Gruppe mündet.

Schrotter und Apos inhalieren den Scheiß, Psychonauten sind vielleicht die neue Spezies während der Homo Sapiens sich anoassen müsste oder eben ausstirbt. Spitalier, Widertäufer usw.  wollen das Zeug ausrotten. Zack, schon hat man den nächsten gruppeninternen Konflikt bei gemischten Gruppen.

Degensis ist als Setting nicht einfach schwarz und weiß. Das macht es so schwer kompatibel. Man kann nicht wirklich sagen wir sind die Guten und da drüben sind die Bösen. Das definieren die Kulte so, ist aber nur ein Teil der Wahrheit.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: WeepingElf am 21.04.2026 | 12:34
Verstehe. Trotzdem reizt es mich nicht ;) Ich habe mein Lieblingsgenre gefunden - und das ist Solarpunk!
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Outsider am 21.04.2026 | 12:40
Verstehe. Trotzdem reizt es mich nicht ;) Ich habe mein Lieblingsgenre gefunden - und das ist Solarpunk!

 :d

In Degenesis scheint auch die Sonne  ~;D
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: nobody@home am 21.04.2026 | 13:08
"Abfeiern" und "ablehnen" sind beides recht emotionale Begriffe, und an die Spiele, die mich früher mal wirklich längere Zeit fasziniert haben, habe ich heute zumindest immer noch ein paar sentimentale Erinnerungen, auch, wenn ich sie vielleicht freiwillig nicht wieder spielen (geschweige denn zu leiten versuchen) würde.

Midgard (damals 2. Edition) wäre wohl mein nachträglicher Kandidat aus der Frühzeit. Hat mich eine Weile wirklich abgeholt, dann sind mir ein paar störende Kleinigkeiten aufgefallen und habe ich mich auch mehr mit anderen Systemen beschäftigt (insbesondere, sobald meine Englischkenntnisse halbwegs für "Importe" reichten und ich Läden dafür entdeckt hatte), und heute zieht mich nichts mehr wirklich dahin zurück...dazwischen liegt allerdings auch meine Ich-hätte-gern-ein-System-für-möglichst-alles-Phase, und das konnte Midgard noch nie liefern.

Champions/Hero ist ein anderes einigermaßen schillerndes Beispiel, weil ich da (speziell zu 4E-Zeiten, als die Regeln noch etwas einfacher waren als später und es auch einiges an Materialausstoß gab) durchaus eine Weile den nicht ganz unberechtigten Eindruck hatte, daß damit wirklich so ziemlich alles geht und man insbesondere deutlich weniger als in vielen anderen Spielen auf mehr oder weniger menschengroße Zweibeiner festgelegt ist. Heute würde ich dazu auch nicht mehr ohne viel gutes Zureden zurückkehren, weil erstens doch ein gutes Stück zu viel Regel-Klein-Klein (wenn auch für mich besser verdaulich als z.B. GURPS) und zweitens, weil mir irgendwann einfach die ganze Charakterpunktrechnerei zuviel wurde...zumal mir zunehmend aufging, daß die letztendlich bei Punktsystemen allgemein (GURPS, Hero, BESM, Mutants & Masterminds...) eigentlich doch immer nur auf Pi mal Daumen basiert und also höchstens sehr begrenzte Aussagekraft hat, die den Aufwand schlicht nicht rechtfertigt. Entsprechend bin ich auch mit diesem Designansatz insgesamt recht gut durch.

Aber, wie gesagt: Ob "War mal nett, ist aber heute recht definitiv nix mehr für mich und ich hab' inzwischen andere Favoriten" schon das ist, wonach hier gefragt wird, bin ich mir nicht unbedingt sicher. :)
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Luxferre am 21.04.2026 | 13:19
Für alle, die sich an den Begriffen aufhängen.
Mich interessiert ehrlich gesagt gar kein "früher habe ich dies und heute das gespielt" sondern mich interessiert, in Anlehnung an den anderen Fred, was ihr mal richtig richtig cool fandet und heute einfach nicht mehr auf dem Tisch ertragt. Also harte Emotionen bitte und kei Deutsche Steuererklärung 4.0 zu vergangenen Rollenspielsystemen  ;D
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: tarinyon am 21.04.2026 | 13:20
Ich wollte hier DSA 4 schreiben, aber eigentlich lehne ich das gar nicht ab. Ich denke, alles hat seine Zeit. Und wer weiß, vielleicht kommt ja bald eine OSR-Welle für die frühen Nuller Jahre, wo dann alle GURPS-, DSA4- und d20-Retroklone spielen. Hier im Thread sieht man ja beispielhaft die großen Turns der Rollenspielgeschichte. Aktuell sind halt nostalgische Rules-Light-Systeme angesagt. Das wird sich auch wieder ändern und dann werden diese Sachen abgelehnt.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: nobody@home am 21.04.2026 | 14:08
Für alle, die sich an den Begriffen aufhängen.
Mich interessiert ehrlich gesagt gar kein "früher habe ich dies und heute das gespielt" sondern mich interessiert, in Anlehnung an den anderen Fred, was ihr mal richtig richtig cool fandet und heute einfach nicht mehr auf dem Tisch ertragt. Also harte Emotionen bitte und kei Deutsche Steuererklärung 4.0 zu vergangenen Rollenspielsystemen  ;D

Tja, da muß ich wohl passen. Mein Geschmack mag sich im Lauf der Jahre ja geändert (vielleicht sogar verbessert? ~;D) haben, aber ganz so drastisch, daß es für einen rekordverdächtigen "Früher hui, heute pfui!"-Weitsprung reichen würde, war diese Veränderung am Ende scheinbar doch nicht, und insbesondere Spiele zwischen den Extremen gab's ja auch schon immer. :)
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Luxferre am 21.04.2026 | 14:14
Ich bin ja ein bekennender Freund vom BUNT zwischen den Schwarz-Weiß-Polen.
Aber mitunter geht es halt um Extreme und Selbsthilfegruppen im :T:  >;D
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: rillenmanni am 21.04.2026 | 14:44
Ich bin da wohl auch raus. Keine harten Emotionen. Ich bin 85er DSA1-Spieler, bin 2, 3 und 4 mit Freuden mitgegangen. Heutzutage möchte ich partout nicht 2, 3 und 5 spielen, aber sehr gern 1 und gern 4. Sind diese Emotionen hart genug? :)
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Luxferre am 21.04.2026 | 14:46
Deine Emotionen sind hart sein Vadder!

 ~;D
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: rillenmanni am 21.04.2026 | 15:04
Deine Emotionen sind hart sein Vadder!

 ~;D

Ich wusste doch, dass ich zu hart fürs Geschäft bin!
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: 6 am 21.04.2026 | 15:22
Ich habe den Zyklus bei einem Spiel sogar zweimal durchgemacht. Nämlich bei D&D.
Mein erstes Rollenspiel, das ich besessen habe, war die deutsche Basisbox. Ich war damals richtig begeistert von dem Konzept, konnte es aber nie spielen. Das ging dann erst einige Zeit später in einer Ad&d-Runde. Aber eigentlich habe ich zu dem Zeitpunkt schon längst viele andere Systeme, die ich eher spielen wollte. Natürlich war ich da der Einzige gewesen und wir haben so häufig den Scheiss gespielt, bis mir D&D zum Hals raus gehangen hatte.
Dann kam die dritte Edition und die fand ich, genauso wie die 3.5 extrem schick mir den ganzen Optionen... bis ich den Scheiss selber gelitten habe.Die vierte Edition war dann dann wieder eine regelrechte Breath of fresh Air gewesen.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Templar am 21.04.2026 | 15:38
Starwars D6
Ich mag das aktuelle Starwars lieber.

Earthdawn.
Das System wo man Werte steigert die dann nicht zu einer Verbesserung des Würfels führen wegen irgendwelcher Rundungen oder Tabellen ist bullshit.
Aber Luftpiraten waren ok.

DSA Professional
Das Runenmagie system ist einfach schlecht. Die Welt mag ich aber...sogar das Rüstungsystem aber ich spiele halt gerne magiebegabte und sowohl das Runensystem als auch Sombrai sind schlecht.

Shadowrun
Ich mochte es bis ich mit Menschen gespielt habe die tonnen weise Equipment Bücher hatten.
und das Würfelsystem ist einfach unbrauchbar mit zwei stellschrauben wie Schwierigkeit und Erfolge...außer für die memes

Vampire Masquerade
Das Würfelsystem ist zu sperrig und zu langsam und steht dem Rollespiel im weg und verhindert eine schnelle Lösung von Konflikten.
Dann auch wieder 2 Stellschrauben, Schwierigkeit und Erfolge....
Man wird direkt mit einem Satz an Feinden geboren...das mag ich nicht.

Mage the Ascention 2nd Edition
alles wie bei Vampire Masquerade aber außerdem auch ein unvorhersehbares magie system wo man nie wusste was man kann...bzw. was man kann hing davon ab wie man selbst sein Paradigma gerade auslegte...man hat sich quasi gegenseitig am Spieltisch verarscht...denn sowas wie ein Paradigma kann man ja nicht wirklich in wenigen sätzen festlegen und ist eher etwas das Bücher füllt...und das macht ja niemand, auch um den SL zu schonen...

DSA 2 bis 5
Also vor allem die Regeln. Ich mag weite Teile der Welt. Aber die 3w20 probe ist einfach dumm. Und die verschiedensten Regelsubsysteme sind mir auch zu viel.
Ich mag zwar die welt...aber in den bekannten Kontroversen bin ich kritisch gegen über bestimmten Designentscheidungen Aventurien betreffend:
-Aventurien muss geographisch und demographisch größer sein
-Peng statt plöpp im Horasreich/Lieblichen Feld usw.
-Meine eigene Kontroverse: Magier sind viel zu omnipräsent. überall Magierakademien und Magier sind kein bisschen geheimnisvoll oder etwas das Unsicherheit verbreitet. Nie muss man sich fragen ob irgendwer ein Magier ist und vielleicht einem bösen Meister dient...Magier sind einfach so wie Ingineur Nerds, und man erkennt sie meilenweit am X-men Tshirt...oder ihrem akademie Hoodie...
Das ist doch bescheuert.



Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 21.04.2026 | 19:08
Aber du mochtest alle diese Systeme mal, ja? Von wegen Threadtitel und so.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: andymk am 21.04.2026 | 20:05
Ich sehe schon, in bin in guter Gesellschaft.

Savage Worlds: Was hab ich es geliebt. Aber wenn man es länger spielt... der Fast! Fun! Furios! - Faktor ist relativ schnell raus, und es wird Fiddelig! Ferdammt langsam! Fucking Swingy! - Nein danke, leider. Ich wünschte, es gäbe eine modernere Version davon, oder einen neuen Versuch von irgendwem, ein brauchbares Universalsystem zu machen.

D&D prä 4E: 3, 3.5 und Pathfinder haben wir JAHRELANG gespielt, aber natürlich macht das überhaupt keinen Sinn mehr, wenn man die 5E zur Verfügung hat, die man lieben oder hassen kann (ich liebe sie noch, oder mag sie jedenfalls sehr gerne, auch und gerade die neue Version), die aber einfach SO viel einfacher zu handhaben ist. AD&D ist aus meiner Sicht heute ebenfalls unspielbar, für das Spielgefühl gibt es zahllose OSR und NSR Systeme.

Shadowrun: Lange gespielt, aber wohl nie mehr wieder. Hier nenne ich auch keine Version. Die alten waren mechanisch driss, und die neuen sind es auch. Dazu der Regelbuch-Overkill und das Spielgefühl, das inzwischen viel zu weit von verchromtem Cyberpunk weg ist. - Das Setting an sich ist natürlich leider geil.

DSA: Spiele ich sogar noch, aber nur aus sozialen Gründen. Auch hier gilt, unabhängig von der Version: Mechanisch aus meiner Sicht völliger Rotz, kann sich nicht zwischen Bauergaming und High Fantasy entscheiden, und die meisten Mitspieler sind leider genau so dröge wie das System. - Auch hier ist das Setting leider gar nicht mal so schlecht. Aber halt mit dem System und mit der Drögigkeit von allem zu eng verheiratet.

7te See: Das für mich schlimmste System, was ich je gespielt habe. Es versprach schnelle, cineastische Mantel-und-Degen-Action, und lieferte ein völlig überkompliziertes Mist-System, das für jeden Spezialfall eine eigene Probe will, und Charaktere übel bestraft, die einen Skill nicht haben. Nicht lange gespielt, aber mit hohen Erwartungen, und die wurden übelst enttäuscht.

Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Galatea am 21.04.2026 | 20:08
Für alle, die sich an den Begriffen aufhängen.
Mich interessiert ehrlich gesagt gar kein "früher habe ich dies und heute das gespielt" sondern mich interessiert, in Anlehnung an den anderen Fred, was ihr mal richtig richtig cool fandet und heute einfach nicht mehr auf dem Tisch ertragt. Also harte Emotionen bitte und kei Deutsche Steuererklärung 4.0 zu vergangenen Rollenspielsystemen  ;D
Na dann...

Alles was explodierende Würfel hat, längere Version.

Es gab mal eine Zeit wo ich solche Mechaniken sehr lustig fand, das hat sich aber gelegt, nachdem ich die Gelegenheit hatte mehrere Erfahrungen zu machen, WIE krass solche Freakrolls in der Praxis tatsächlich werden können.

Vor Ewigkeiten hat meine damaligen Gruppe für ein eigenes RPG-Projekt mit diverse Regelsystemen experimentiert und sogar ein recht interessantes Pseudoticksystem gebaut (Kampfrunden, aber alle Aktionen haben Initiative gekostet, man konnte mehrere Aktionen pro Runde machen, die dann mit der jeweiligen Rest-Initative abgearbeitet wurden), das auch explodierende Schadenswürfel hatte.
Die Mechanik ist an dem Tag gestrichen worden, als einer der Charaktere bei einer Spionagemission einen Wachmann mit einem Steinwurf gegen den Hinterkopf ausnocken wollte und stattdessen dessen Schädel über die umgebenden fünfzig Meter verteilt hat. Die Würfel sind dermaßen explodiert, der arme Kerl hat mehr als das dreifache seiner Lebenspunkte an Schaden genommen.

Endgültig madig gemacht hat mir die Mechanik dann Star Wars D6 (ich mag das D6-System, aber der Teil mit den explodierenden Würfeln ist dumm).
Mein Charakter (Insektoidensoldat, der aufgrund, ähm... philosophischer Beschränktheit und Mangel an Emotionen fundamental Probleme hatte den Unterschied zwischen heller und dunkler Seite der Macht zu verstehen) hatte ein paar Sonderregeln, u.a. dass er alle Machtproben mit 1W6-4 würfelt (das ist weit unter dem was selbst der schlechteste Padawan-Build hat). Ich musste in besagtem Abenteuer zweimal auf Machtanwendung würfeln. Erster Wurf über 30 (glaube 33 oder 35), zweiter Wurf knapp unter 30 (28 oder so). Der hat den Jedimeister und seinen Padawan (die beide weit höhere Werte hatten) total im Staub stehen lassen, was mehr oder weniger das Charakterkonzept zerschossen hat (zumindest für besagten Abend). Der (damals neue) Jedimeister hat sich auch gefragt, was für einen Müll ihm seine Akademiekollegen da erzählt haben und ob die sich einen Spaß auf seine Kosten erlaubt haben - ganz davon abgesehen von der Frage, ob man ein so 'mächtiges' Individuum in einem solchen "geht gegen Null"-Trainingsstand überhaupt frei außerhalb der Akademie herumlaufen lassen darf.

Wer baut so ein System und kommt dabei nicht auf die Idee irgendwo eine Deckelung einzubauen? Ein bisschen explodieren ist ja okay, aber wenn ein Charakter statt 3 Schaden plötzlich 30+ macht, dann wird das doch ziemlich lächerlich. Mit genug Würfeldusel kann da ein Ewok-Steinkatapult ein AT-AT fällen, wie bescheuert ist das denn bitte?
Dagegen sind selbst die D&D-Freakrollkrits mit Maximalschadenswurf und Schadenverdopplung (70 Schaden mit 6W6 und ähnliche Späße) noch harmlos, und die sind schon ziemlich bescheuert.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: SirRupert am 21.04.2026 | 20:29
Wie bei vielen Vorrednern ist „Ablehnen“ das falsche Wort, aber meine Antwort lautet wohl: Rolemaster.
Wobei ich immer mal wieder eine Nostalgierunde leite und auch schon ein wenig in Richtung Rolemaster Unified lünker.

Aber nein, für ernsthafte Runden ist Rolemaster eigentlich keine Option mehr für mich.
Auch wenn ich gerade wieder richtig Bock darauf bekomme, während ich das hier schreibe und an früher zurückdenke – als natürlich noch alles besser war. ~;D
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: WeepingElf am 21.04.2026 | 21:25
@andymk: Shadowrun hat mit Cyberpunk so viel zu tun wie D&D mit Mittelalter. Und die Regeln sind zu kompliziert und die benötigten Würfelmengen Overkill. Ich habe noch nie an Würfelpoolsysteme geglaubt.

@Galatea: Was Du da schilderst, ist absolutes Systemversagen. Krass. Auch an explodierende Würfel habe ich noch nie geglaubt.

@SirRupert: Rolemaster ist mir noch in Erinnerung, ich war ein paar Jahre in einer Runde, die sogar zwei parallele Rolemaster-Kampagnen mit verschiedenen SLs spielte, von denen einer seine Mühe mit dem System hatte und viel "Pi mal Daumen" regelte - das gefiel mir besser als das Spiel mit dem anderen, obwohl mir der als Mensch sympathischer war.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Templar am 22.04.2026 | 17:08
Aber du mochtest alle diese Systeme mal, ja? Von wegen Threadtitel und so.
Ja sehr.
Ich glaube man mag sie bis man auf Probleme stößt oder zuviele Workarounds  ansammelt um sie weiter spielen zu können.

Teilweise fand ich das Spielerlebnis revolutionär bei Vampire z.b. man hinterlässt einfach nicht eine endlose Strecke von Leichen auf einer Reise von Ort zu sondern lebt möglichst gesittet in seiner Stadt...
Das war auch so ein Eyeopener...Richtung Fantasy Rollenspielen...
Ich glaube man kann es so sagen:

Der Feind des Guten ist das Bessere!

Ich bin probiere vielleicht zuviel Neues aus.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Templar am 22.04.2026 | 17:16
Savage Worlds: Was hab ich es geliebt. Aber wenn man es länger spielt... der Fast! Fun! Furios! - Faktor ist relativ schnell raus, und es wird Fiddelig! Ferdammt langsam! Fucking Swingy! - Nein danke, leider. Ich wünschte, es gäbe eine modernere Version davon, oder einen neuen Versuch von irgendwem, ein brauchbares Universalsystem zu machen.
Ich habe damit DSA gespielt (in Tharun) . Hat es funktioniert ? JA
Ich fand es auch schnell...(nicht furios) , ich meine fast alles ist mit einem treffer tot. Und meist muss man sich nur merken ob man angeschlagen ist oder nicht...
Aber ich mag es nicht wie die Attribute in dem System funktionieren. Also das es cap wert für die Fertigkeiten ist...wtf.
Dann steigerst du einfach einen Capwert und hast nichts davon ...außer irgendwann mal Fertigkeiten billiger steigern zu können..
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Mr. Ohnesorge am 22.04.2026 | 18:30
Ja sehr.
Ich glaube man mag sie bis man auf Probleme stößt oder zuviele Workarounds  ansammelt um sie weiter spielen zu können.

Teilweise fand ich das Spielerlebnis revolutionär bei Vampire z.b. man hinterlässt einfach nicht eine endlose Strecke von Leichen auf einer Reise von Ort zu sondern lebt möglichst gesittet in seiner Stadt...
Das war auch so ein Eyeopener...Richtung Fantasy Rollenspielen...
Ich glaube man kann es so sagen:

Der Feind des Guten ist das Bessere!

Ich bin probiere vielleicht zuviel Neues aus.


 :d

Interessante Erkenntnis ;D
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 23.04.2026 | 10:02
Interessant finde ich übrigens, daß dieser Thread inzwischen mehr als doppelt so viele Beiträge hat wie der Spiegelthread, welche RPGs man früher doof fand und jetzt liebt (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,124369.0.html).

Meckern macht mehr Spaß als loben, scheint mir.  ^-^
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Templar am 23.04.2026 | 11:09
Meckern macht mehr Spaß als loben, scheint mir.  ^-^
Das hat mit Spaß überhaupt nichts zu tun. Es geht hier um die Pflege urrrrdeutschen Brauchtums.  ~;D

Das hier ist jetzt aber nicht wirklich der Meckerthread oder?
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: nobody@home am 23.04.2026 | 11:18
Meckern macht mehr Spaß als loben, scheint mir.  ^-^

Reine Thermodynamik. Die Entropie muß ja zunehmen. :korvin:
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Kurna am 23.04.2026 | 11:19
Interessant finde ich übrigens, daß dieser Thread inzwischen mehr als doppelt so viele Beiträge hat wie der Spiegelthread, welche RPGs man früher doof fand und jetzt liebt (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,124369.0.html).

Meckern macht mehr Spaß als loben, scheint mir.  ^-^
Naja, das finde ich ganz normal. Denn etwas, dass man liebt spielt man (meistens) oft und kann dadurch weitere Erfahrung damit sammeln, also z.B. auch die, dass es doch nicht so gut ist wie ursprünglich gedacht. Etwas, dass man am Anfang nicht mag, wird man ja auch fast nie wieder spielen. Also ist die Chance zu merken, dass es einem eigentlich doch gefällt (z.B. weil vorher falsch eingeschätzt oder weil sich der eigene Geschmack geändert hat), nur sehr gering.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Smoothie am 23.04.2026 | 11:28
zudem kommt ja auch (gefährliche Meinung, ich weiß), dass sich Rollenspiel einfach weiterentwickelt. Ich bin zwar auch ein alter Sack, aber ich finde viele - nicht alle - neuen Sachen einfach auf vielen Ebenen besser und würde regelseitig keine Dinge aus dem letzten Jahrtausend mehr anfassen wollen...
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Nodens Sohn am 23.04.2026 | 11:47
Das erste Rollenspiel mit dem man in dieses Hobbie gezogen wurde war natürlich früher genial. Bei mir war es "Schwerter und Dämonen" bzw. Tunnels & Trolls. Ach was habe ich es damals geliebt. Heute könnte ich mit den Kampfregeln von damals nicht mehr klarkommen. Ich will meinen eigenen Schaden für mich alleine machen.

Und Midgard, mein Folge-Rollenspiel, war für mich das beste Rollenspiel überhaupt. Jahrzehntelanges Charakerbuilding? Kein Problem! Aber es hat, so finde ich, so extrem viel Staub angesammelt. Ich finde es mittlerweile doch sehr behäbig und altbacken. (auch wenn das andere als besonderen Vorzug sehen). Ich bin jedenfalls auf die Rundumerneuerung sehr gespannt.

Dann kam D&D rote und blaue Box! Ach was habe ich das gesuchtet. Aber mal ehrlich, wer möchte, nach den Originalregeln, einen Dieb spielen? Und dann diese undurchschaubaren und unerwartbaren Sonderregeln. Nö - auch das fasse ich mit keiner Beißzange mehr an. Ich liebe OSR, doch spiele ich es mit Rollenspielen, die mir das Gefühl von damals wieder geben, die meisten kruden Regeln von damals jedoch ausgebügelt haben.

So, das war mein Senf dazu!
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: WeepingElf am 23.04.2026 | 11:50
Naja, das finde ich ganz normal. Denn etwas, dass man liebt spielt man (meistens) oft und kann dadurch weitere Erfahrung damit sammeln, also z.B. auch die, dass es doch nicht so gut ist wie ursprünglich gedacht. Etwas, dass man am Anfang nicht mag, wird man ja auch fast nie wieder spielen. Also ist die Chance zu merken, dass es einem eigentlich doch gefällt (z.B. weil vorher falsch eingeschätzt oder weil sich der eigene Geschmack geändert hat), nur sehr gering.

Ja - wir alle spielen Rollenspiele (oder würden gern welche spielen), damit sie uns Spaß machen - und da verfehlt eben ein Spiel, das einem keinen Spaß macht, ganz einfach seinen Zweck, und man hat keinen Grund, es zu spielen ;) Und wie andere hier schon gesagt haben, entwickeln sich sowohl die Spiele als auch wir Spieler im Lauf der Zeit weiter, und die Präferenzen und Wahrnehmungen verändern sich - da nimmt es kaum Wunder, dass man irgendwann nicht mehr spielen möchte, was man früher mal gern gespielt hat.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Galatea am 23.04.2026 | 13:11
Und Midgard, mein Folge-Rollenspiel, war für mich das beste Rollenspiel überhaupt. Jahrzehntelanges Charakerbuilding? Kein Problem! Aber es hat, so finde ich, so extrem viel Staub angesammelt. Ich finde es mittlerweile doch sehr behäbig und altbacken. (auch wenn das andere als besonderen Vorzug sehen). Ich bin jedenfalls auf die Rundumerneuerung sehr gespannt.
Dem stimme ich durchaus zu, muss aber auch sagen, dass bei Midgard (zumindest in dem Levelbereich in dem wir gespielt haben) die Kämpfe wenigstens nicht aus stundenlangem HP-Runterkloppen bestanden.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: nobody@home am 23.04.2026 | 13:18
Dem stimme ich durchaus zu, muss aber auch sagen, dass bei Midgard (zumindest in dem Levelbereich in dem wir gespielt haben) die Kämpfe wenigstens nicht aus stundenlangem HP-Runterkloppen bestanden.

Na ja, das tun sie bei D&D auf den niedrigen Stufen ja auch (noch) nicht. ;D

Und ob sich auf den hohen dann das stundenlange AP-Runterkloppen wirklich so sehr vom LP-Runterkloppen unterscheidet...da müßte mal jemand aus dem Nähkästchen plaudern, der sich damit besser auskennt. :think:
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Luxferre am 23.04.2026 | 13:30
Interessant finde ich übrigens, daß dieser Thread inzwischen mehr als doppelt so viele Beiträge hat wie der Spiegelthread, ...

Ist ja auch meiner  ~;D
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 23.04.2026 | 13:48
Luxferre weiß, was die Massen wollen!!!  :headbang:
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Luxferre am 23.04.2026 | 13:49
Schlechte NachrichtenTM durchgespielt  >;D
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Luxferre am 23.04.2026 | 13:57
Ich habe noch eines: Midgard 5

Es gabe eine Zeit, ungefähr zur Veröffentlichung und eine drittmittelkurzlange Zeit danach, als ich total hyped war.
Wir haben es 1:1 und in der Gruppe gespielt.
Wenn man sich drauf einlässt, dann ist das ein recht stabiles und gutes System. Dass die Stufen im Wachstum des Heldens geschehen und keine spontanen ad-hoc-Machtzugewinne passieren, finde ich super! Leider auf längere Sicht dann doch verbuggt.
Die K(r)ampfregeln sind nicht ohne. Dagegen spielt sich RoleMaster Unified flüssig. Individuelle Einzelwünsche sind nicht mal eben zu improvisieren. Das Magiesystem ist meh. Also verschwand es dann wieder im Schrank, weil sich 2 Spieler so gar nicht und ich so mittel anfreunden konnten ...und der SL wiederum war/ist Feuer-und-Flamme. Was wiederum sehr bedauerlich für ihn ist, zumal der gemeinsam entschiedene Wechsel zu RMFRP auch unsäglich abgebrochen wurde.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Templar am 23.04.2026 | 17:20
Schlechte NachrichtenTM durchgespielt  >;D
ist das ein spin off von Plague Inc?
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Torsten (Donnerhaus) am 24.04.2026 | 00:25
Cyberpunk

Cyberpunk 2020 genauso wie Shadowrun. Ich kann das Genre nicht mehr ernst nehmen, seit wir es technologisch und gesellschaftlich in so vielen Punkten überholt haben, die Dystopie aber zunehmend wie eine Utopie aussieht, wenn man sich einige reale Missstände so anschaut. Vor allem aber funktioniert es für mich nicht mehr, innerhalb einer Cyberpunkwelt zu denken, weil reales Wissen oft bereits das übersteigt, was eine Cyberpunkwelt verkraftet, ehe sie bricht. Angefangen bei Überwachungs- und Waffensystemtechnik, bis hin zu Forensik, KI und Datenverarbeitung. Von den albernen Vorstellungen wie das Internet funktionieren könnten mal abgesehen.

Das Schwarze Auge

Fand ich grandios, als ich noch ein Kind war. Komm ich heute nicht mehr mit zurecht. Auch wie bei Cyberpunk, weil ich nicht mehr innerhalb der Welt denken kann, ohne zu hart an ihre Ecken, Kanten und Grenzen zu stoßen. Aventurien fühlt sich so winzig an, als wäre es eigentlich ein Gefängnis.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Feuersänger am 24.04.2026 | 00:38
Aventurien fühlt sich so winzig an, als wäre es eigentlich ein Gefängnis.

Vielleicht bist du da etwas Großem auf der Spur, und Aventurien IST eine interstellare Strafkolonie.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: JS am 24.04.2026 | 00:49
DSA: Bis 3 mein Langzeitbegleiter, dann mit 4 krass abgestürzt und mit der 5 wieder eingestiegen, um schließlich die klare Erkenntnis für den Lebensrest zu bekommen: System spielkacke, Welt inhaltskacke, Produktpolitik gierkacke. Tschö mit ö.

Savage Worlds: Mit wehenden Fahnen in den damaligen Hype hineingestürzt, es immer wieder probiert und es immer wieder für mies empfunden, vor allem dann auch mit Blick auf die Fanatokrawallos um dieses System herum. Ne, komm, bleib(t) mir weg.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Torsten (Donnerhaus) am 24.04.2026 | 02:44
Vielleicht bist du da etwas Großem auf der Spur, und Aventurien IST eine interstellare Strafkolonie.

Das wiederum wäre ja schon fast ein Twist, der es wieder cool machen würde.
Allerdings ist es dafür wiederum nicht elendig genug. Es ist mehr wie der Medium Place bei *The Good Place*
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Templar am 24.04.2026 | 08:28
Aventurien fühlt sich so winzig an, als wäre es eigentlich ein Gefängnis.
Hatte ich schon erwähnt, dass jeder rational denkende Mensch denkt, das Aventurien upskaling in geolographischer und demographischer Dimension braucht?  Du bist da nicht allein!
Auch wenn ich mich wiederhole,...Schwarzpulverwaffen statt Torsionswaffen aka "Peng statt Plöpp". Und natürlich gehören meiner persönlichen Ansicht nach, Magier Akademien abgeschafft und durch geheime Lehrmeister ersetzt oder sogar nur durch geheime Schriften ersetzt. Ja und die Regeln gehören gegen irgendetwas Amerikanisches ausgetauscht was schlank und systematisch ist und wirklich funktioniert.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Eismann am 24.04.2026 | 09:03
Ist eh nur eine unbedeutende Region auf einer verlorenen Feudalwelt, die dank eines Rogue Traders bald wieder in das Imperium der Menschheit eingegliedert werden wird.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: nobody@home am 24.04.2026 | 09:48
Das wiederum wäre ja schon fast ein Twist, der es wieder cool machen würde.
Allerdings ist es dafür wiederum nicht elendig genug. Es ist mehr wie der Medium Place bei *The Good Place*

Typisch Mensch. Kommt ohne Anstoß gar nicht erst auf den Gedanken, daß Aventurien vielleicht ein Gefängnis für jemand anderen als ausgerechnet seinesgleichen sein könnte... :ctlu:
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Arkam am 24.04.2026 | 10:50
Hallo zusammen,

DSA: Von DSA 1 bis zur 3. Edition und der Borbaradkampagne haben wir wirklich über Jahre intensiv gespielt. Regeln die in ihren Grenzbereichen echt ein seltsames Spielgefühl erzeugten, NPCs die Möglichkeiten hatten die Spielercharaktere so nie erreichen könnten und eine Gruppe die sich im realen Leben auflöste und reichlich Alternativen haben mich von DSA weg  gebracht. Heute brauche ich keine regelschweren Fantasy Systeme mehr.

7th Sea 1. Edition: Das mit vielen Quellenbüchern Regeln zur Charaktergenerierung heraus kamen hat mich noch in der aktiven zeit genervt. Die Kampfregeln waren für ein schnelles Helden bestimmtes System zu zäh. Die verschiedenen Spezialfertigkeiten der Kampfschulen zusammen mit Charakteren die mehrere Kampfschulen hatten machten die Regeln noch zäher. Wir haben versuicht den Hintergrund auf ein anderes System, etwa Savage World, zu konvertieren da waren die Vorstellungen in der Runde aber zu unterschiedlich.

Coriolis: Ein SF System mit einer einheitlichen Mechanik und einem außergewöhnlichem Hintergrund dem flog mein Herz zu. Das W6 Poolsystem mit nur 6 sind Erfolge hat für uns auch eigentlich kompetente Charaktere zu entwertet. Auch das der orientalische Hintergrund viele ungewohnte Begriffe einführte hat das Spiel nicht vereinfacht.

Gruß Jochen
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: HEXer am 15.05.2026 | 11:38
Coriolis: Ein SF System mit einer einheitlichen Mechanik und einem außergewöhnlichem Hintergrund dem flog mein Herz zu. Das W6 Poolsystem mit nur 6 sind Erfolge hat für uns auch eigentlich kompetente Charaktere zu entwertet. Auch das der orientalische Hintergrund viele ungewohnte Begriffe einführte hat das Spiel nicht vereinfacht.

Das ist genau unser Problem damit gewesen. Leider.

Was ich heute auch ablehne ist Shadowrun. Früher mega gefeiert, weil es dreckig und Cyberpunk war. Heute ist es mir vom Setting her viel zu viel Magie und viel zu weichgespült. Und jede neue Regelinkarnation (abgesehen von Anarchy) hat es nur anders schlimm gemacht, nie besser.
Titel: Re: Rollenspiele, die Ihr früher abgefeiert habt und heute ablehnt.
Beitrag von: Swanosaurus am 15.05.2026 | 12:04

Coriolis: Ein SF System mit einer einheitlichen Mechanik und einem außergewöhnlichem Hintergrund dem flog mein Herz zu. Das W6 Poolsystem mit nur 6 sind Erfolge hat für uns auch eigentlich kompetente Charaktere zu entwertet. Auch das der orientalische Hintergrund viele ungewohnte Begriffe einführte hat das Spiel nicht vereinfacht.

Coriolis habe ich tatsächlich auf den ersten Blick abgefeiert, bin aber dann schon beim Lesen immer weiter davon abgerückt. Mit den Regeln hatte das gar nichts zu tun (die haben es bei mir nie zum Test geschafft); aber das Setting empfand ich als das Gegenteil von originell, ein müdes Medley von Alien, Firefly und Dune und natürlich mal wieder mit Lovecraft-Anleihen, und die Abenteuer, die ich (an-)gelesen habe, waren eine Frechheit: Ich erinnere mich noch an den Train Heist mit der Anmerkung: "Ja, eine Karte vom Zug wäre hilfreich, mal sie dir doch selber, so langweilige Arbeit wollen wir uns nicht machen!", Ein Quickstarter-Abenteuer mit der undurchschaubaren Karte einer Raumstation und voller Logiklöcher, noch irgendein Abenteuer, in dem irgendein Einleitungstext eine Szene mitten aus dem Abenteuer erzählte, die offenbar so und nicht anders ablaufen sollte ... wirklich das schlechteste der 90er-Schule. (Aber in Sachen Abenteuerdesign hat mich auch noch nichts von den wenigen Sachen, die ich da von Free League gesehen habe, begeistert. Bei der Dragonbane-Kampagne in der Box habe ich auch die Lektüre abgebrochen, weil sie mich derart angeödet hat ...).