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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau => Thema gestartet von: Taktikus am 16.06.2026 | 07:52

Titel: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Taktikus am 16.06.2026 | 07:52
Für alle, die große Städte in mittelalterlichen Welten bauen wollen, ist anliegendes Video zur realistischen Skalierung hilfreich. Ist auch ein Hinweis drauf, warum Rom unter den Römern wirklich eine seeehr grosse Stadt war:

https://www.youtube.com/watch?v=1wAyQUAD25E
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Prisma am 16.06.2026 | 20:51
Danke fürs Teilen ... aber warum ist dieser Thread in R&G und nicht bei Weltenbau, oder sowas?
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Eismann am 17.06.2026 | 10:16
Sobald Rom erwähnt wird, gibt es doch gleich Stress zwischen den Imperiumsfans und den Republik-Enjoyern.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Maarzan am 17.06.2026 | 11:08
Ich denke er hätte nur die Transport-/Verderbnisverluste und den Saatgutanteil abziehen dürfen. Die Abgaben an den Adel oder die Kirche oder die Städte setzen sich ja auch wieder in Personen sowie ggf deren Personal und Zulieferer um. Aus dem Kirchenzehnt wird dann der lokale Priester bis dann oben (anteilig) der Kirchenboss, dessen Bedienstete und alle, welche die Kirche sonst so noch bezahlen muss und alle dazwischen bedient. Und der Kirchenbaumeister und sein Dutzend Handwerker sind dann eben auch Bewohner der Domstadt und nicht "verloren".

Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Holothuroid am 17.06.2026 | 11:55
Wobei natürlich nicht jede Magier*in ein kalorische Schuld sein muss, wie es im Video heißt. Wenn wir Magie in die Rechnung bringen, können wir irgendwas machen. Aber interessanter Workflow.

Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Feuersänger am 17.06.2026 | 14:00
Habe das mal eben ins Weltenbau-Forum verschoben.
Okay ich gehe mal das Video durch. Ich kann nach 1 Minute schon sehen dass wir einiges zu diskutieren haben.

These: "80-95% der Bevölkerung müssen Bauern sein" Er versteigt sich sogar zu der Aussage, das sei "nicht verhandelbar".

Ähm. Es geht doch um eine FANTASY Stadt? Ich kann auch eine Fantasywelt haben, in der jeder ein Töpfchen-Koch daheim hat, dann brauche ich überhaupt keine  Bauern. Er aber geht offenbar von "realistischen mittelalterlichen" Verhältnissen aus, was dem Titel des Videos widerspricht. [mal davon ab dass es schon einen gewissen Fortschritt in den 1000 Jahren zwischen Anfang-Früh- und Ende-Spätmittelalter gab]

Wenn wir aber die Torpfosten in Richtung "Mittelalter-Setting" verschieben, ja, dann scheint der Rest soweit recht fundiert zu sein. ZB auch das Einzugsgebiet und so. Ich habe ja auch schonmal ähnliche Kalkulationen angestellt.
Ich bin dann grob auf das Ergebnis gekommen, dass bei gemischter Landschaft (Felder, Wald, Weiden etc) eine Stadt aus ihrem primären Einzugsbereich, mit Dreifelderwirtschaft und relativ günstigen aber immer noch mittelalterlichen Bedingungen (zB Pferde- statt Ochsenpflüge), ca 45-60.000 Einwohner versorgen kann.

Der Typ hingegen kommt mit seiner Rechnung (Einzugsbereich 15 Meilen Radius) auf eine maximale Stadtgröße von... 3800 Einwohnern.
Da sollte es eigentlich klingeln dass da was nicht stimmen kann. Es gab auch im europäischen Mittelalter durchaus größere Städte, ohne dass diese jetzt "imperiale Hauptstädte, die alle anderen aussaugen" sein mussten. Beispielsweise Nürnberg war um 1350 grob 10-20k Ew stark. Das 100km entfernte Würzburg vielleicht 4-8k, und nochmal 100km weiter Frankfurt grob 8-10k. Ganz genaue Zahlen haben wir freilich nicht.

--> diese Behauptung ("3800 max") ist einfach kompletter Kappes.

--

Edit:
Ah moment: er setzt wohl Zweifelderwirtschaft und einen Ertrag von 4:1 an. Dann mögen seine Zahlen hinkommen. Das ist aber dann wirklich Antike oder _sehr_ frühes Mittelalter, grob vor 800. Das ist aber normalerweise nicht der Techlevel, der in gängigen Fantasysettings emuliert wird.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Holothuroid am 17.06.2026 | 15:14
Mich würde mal die Rechnung mit anderen Grundnahrungsmitteln interessieren. Sagen wir: Kartoffeln.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Sashael am 17.06.2026 | 15:31
Wie funktionierte dann Rom, das angeblich 1 Mio Einwohner hatte?
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Maarzan am 17.06.2026 | 15:34
Mich würde mal die Rechnung mit anderen Grundnahrungsmitteln interessieren. Sagen wir: Kartoffeln.

Nicht nur die Roherträge, sondern auch auch Lager- und Transportverluste wären dann aber zu betrachten.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 17.06.2026 | 15:40
Ähem, hab das Video bisher nur überflogen - aber trennt er tatsächlich eine rein nichtagrarische Stadtbevölkerung von nahrungsproduzierenden Bauern im Umland?

Weil nämlich Stadtbewohner sehr wohl auch eigene Nahrung mitproduziert haben, in Gärten und Feldern innerhalb der Stadt (Städte im Mittelalter sind bis ins Spätmittelalter nicht mit Bebauung vollgepflastert), als auch in den Gärten und Feldern direkt vor der Stadtmauer (die bei den meisten Fantasystädten einfach nicht existieren).

Wer das Thema mal gerne vom Fachmann erläutert bekommen will, ich kann das hier nur empfehlen:

https://acoup.blog/category/collections/lonely-cities/


Und generell wie die Mehrheit der Bevölkerung in der Vormoderne lebt und wirtschaftet (und worauf sich der ganze Rest der Gesellschaft dann aufbaut):

https://acoup.blog/category/collections/the-peasant/
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Holothuroid am 17.06.2026 | 15:41
Wie funktionierte dann Rom, das angeblich 1 Mio Einwohner hatte?

Wenn du den Kanal weiter guckst, gibts da ein Video über "Parasite Cities". Da kann ich dann auch sagen, hat er recht. Rom wurde über Generationen von Ägypten her ernährt.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: tarinyon am 17.06.2026 | 16:52
Da knarzt der Armchair aber schon ganz gewaltig, bei dem, was der da im Video so von sich gibt.

Ich empfehle mal weniger Eurozentrismus und Armchair-Historian-blabla über "das" Mittelalter und stattdessen "Garden Urbanism" zu googeln
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 17.06.2026 | 17:26
Ist ja nicht mal eurozentristisch gesehen so korrekt, was er da macht.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Quaint am 17.06.2026 | 17:34
Maximale Stadtgröße 3800  ::)

Für Fantasy.

Ich glaub dieses Video brauch ich ned gucken.

Grundsätzlich kann man das halt auch ganz anders machen, wenn man sich Länge und breite der Geschichte ansieht, und wenn man Magie, fiktive Lebensformen (auch Pflanzen) und auch andere Kulturen ansieht.

Und was man IMHO auch bissle bedenken muss: historisch waren sie halt nicht unbedingt alle Ultrakapitalisten und Ertragsmaximierer. Recht verbreitet war auch die sogenannte Subsistenzwirtschaft. Und je nachdem wie ertragreich der Boden und die Pflanzen waren hattest du dann halt... mehr Freizeit. Du hast halt produziert was du brauchtest nebst dem was du abgeben musstest und was du brauchtest um einzuhandeln was du nicht selbst machen konntest. Du hast aber nicht unbedingt soviel gemacht wie maximal möglich gewesen wäre. Und auch nicht was maximal effizient wäre. Irgendwie hatte dann jeder paar Felder die er bewirtschaftet hat, nen Garten, Hühner, Schweine, vielleicht nen Pferd usw. evtl. noch nen Nebenberuf. Dabei wäre Arbeitsteilung und Spezialisten viel ertragreicher.

Je nachdem um was für Feldfrüchte es geht, ob Fleisch gegessen wird (Fleisch ist oft recht ineffizient für die Ernährung weil du die Viecher ja meist füttern musst) usw. variiert das ganze auch stark. Aber mit nem guten Getreide, was du den Winter über Lagern kannst, das kannst du halt mitunter auch relativ weit bewegen. Muss dann halt die Logistik dafür da sein.

Ich hab auch ein Fantasysetting wo Millionenstädte gar nicht so selten sind, aber die haben halt auch so Feldsegen-Magie, die schon an moderne Hybridsaaten und Kunstdünger heranreicht, teils auch Ackergolems statt Traktoren und so weiter und so fort.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Maarzan am 17.06.2026 | 17:43
...
Je nachdem um was für Feldfrüchte es geht, ob Fleisch gegessen wird (Fleisch ist oft recht ineffizient für die Ernährung weil du die Viecher ja meist füttern musst) usw. variiert das ganze auch stark. ...

Der Vorteil ist doch, daß die Viecher auch auf Böden noch etwas finden, wo es für menschliches Getreide nicht mehr so gut aussieht oder du sie direkt mit Resten fütterst. Außerdem brauchst du Viehzeug für die Düngung. Bis Kunstdünger wird es noch etwas dauern oder wieder - magic.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: nobody@home am 17.06.2026 | 18:31
Ich denke, ich werde mir das Video sparen und meine Spielweltstädte nach wie vor weitgehend Pi mal Daumen dimensionieren. Ist ja erstens nicht so, als ob ich eine echte quasimittelalterliche Stadt entwerfen und bauen müßte, in der dann eine entsprechende Anzahl realer Menschen mehr oder weniger gut klarkommen sollten... :)

...und zweitens kann ich mir als Eigenweltenbauer ohnehin auch gleich das Umland, Klima, und sonstige Umstände so zurechtdefinieren, daß sie zumindest vom Gefühl her zu der gewünschten Ortschaft passen -- den Luxus hatten die meisten Leute in der Geschichte nämlich weniger, die mußten einfach nehmen, was sie gerade kriegen und ggf. gegen neidische Nachbarn verteidigen konnten.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Maarzan am 17.06.2026 | 18:36
Ich denke, ich werde mir das Video sparen und meine Spielweltstädte nach wie vor weitgehend Pi mal Daumen dimensionieren. Ist ja erstens nicht so, als ob ich eine echte quasimittelalterliche Stadt entwerfen und bauen müßte, in der dann eine entsprechende Anzahl realer Menschen mehr oder weniger gut klarkommen sollten... :)

...und zweitens kann ich mir als Eigenweltenbauer ohnehin auch gleich das Umland, Klima, und sonstige Umstände so zurechtdefinieren, daß sie zumindest vom Gefühl her zu der gewünschten Ortschaft passen -- den Luxus hatten die meisten Leute in der Geschichte nämlich weniger, die mußten einfach nehmen, was sie gerade kriegen und ggf. gegen neidische Nachbarn verteidigen konnten.

Problem wird - je nach Spielstil - nur, wenn deine Setzungen trotzdem nicht auskommen und du ins Schwimmen gerätst, wenn die Spieler dann sich diese angepasste Welt anschauen und entweder sagen "geht immer noch nicht" oder Effekte zu nutzen beginnen, an die du nicht gedacht hast, inkl. Sabotage von feindlicher Infrastruktur statt sich anständig durch den Kellerdungeon zum Bossgegner zu schnetzeln. .
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Taktikus am 20.06.2026 | 08:56
... zur realistischen Skalierung hilfreich. Ist auch ein Hinweis drauf, warum Rom unter den Römern wirklich eine seeehr grosse Stadt war ...

- Niemand ist zum Realismus verpflichtet.

-Alle erklärenden Modelle bilden immer nur einen Teil der Realität ab, nur das, was die Autor-Person für bestimmend hält.

- Das detailierteste Modell, das alles abbildet, nennt sich Realität und hat jeder draussen vor der Tür. Aber für das Verständnis derselben kann ein vereinfachendes Modell trotzdem sehr nützlich sein.

- Jede Person kann anderer Meinung sein.

Ich finde es einfach interessant.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: nobody@home am 20.06.2026 | 09:30
Letzten Endes ist die Frage sowieso ein bißchen: "Hauptstadt von was?" So etwas wie ein antiker Stadtstaat mit bloß der einen "richtigen" Stadt überhaupt plus ausreichend Umland zur Selbstversorgung wird mit einiger Sicherheit deutlich kleiner ausfallen als die zentrale Metropole eines ausgedehnten Imperiums mit brummender Ausbeutungsinfrastruktur, und die meisten "klassischen" Fäntelkönigreiche dürften wiederum irgendwo dazwischen liegen.

Insgesamt stelle ich mir ausgesprochene Großstädte von mehr als ein paar tausend Einwohnern unter "typischen Fantasyverhältnissen" schon als eher selten vor, einfach, weil die einen guten Grund bräuchten, um überhaupt zu solchen Dimensionen anzuschwellen. ("Historischer Zufall" mag hier und da passen, ich will ihn aber nicht überstrapazieren.) Es wird sie geben, keine Frage...aber das sind dann auch gleich die innerspielweltlichen Berühmtheiten unter den Städten zumindest des jeweiligen Reichs.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Feuersänger am 20.06.2026 | 09:55
Wie groß waren eigentlich die griechischen Städte der hellenistischen Periode? Ehrlich gesagt kA.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Sashael am 20.06.2026 | 10:15
Mal zum Vergleich:
Zitat von: Wikipedia
Als Sitz eines Erzbischofs und getragen von den Handelsaktivitäten am Rhein entwickelte sich Köln dynamisch und zählte im Jahr 1000 mit 10.000 Einwohnern nach Paris (15.000) und Rouen (12.000) zu den drei größten Städten in Nordwesteuropa. Am intensivierten Kirchenbau im „großen Jahrhundert der kölnischen Kirchenbaukunst“[32] 1150–1250 lässt sich das weitere Wachstum der Stadt ablesen, die zwischen 1000 und 1200 ihre Einwohnerzahl auf 40.000 vervierfachte.

Also 10k im Jahre 1000 und 40k zwischen 1100 und 1200 ist jetzt ne Ansage.

Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Quaint am 20.06.2026 | 11:58
Mal ein paar Überlegungen (mit geggoogle und daher auch teils KI)
Nen Hektar Getreide gibt die Suche mit einem Ertrag zwischen 400kg und 800kg an. Wenn man bedenkt das man davon auch wieder aussähen muss, ist ein Hektar also ungefähr genug für eine Person (grob gerechnet reichen 400kg für 1 Person und 1 Jahr). Also wenn man jetzt 1 Ernte pro Jahr rechnet. Nimmt man nen drittel Brache rein isses etwas weniger. Wieviele Hektar kann so ein Bauer bewirtschaften? Hängt sehr vom Boden ab. Aber so 10 bis 12 gingen schonmal mit nem guten Pflug. Wenn der dann seine Familie (maybe 5 Leute) ernährt hat, kommt da also noch  Essen für 2-4 weitere Personen raus.

Für Kartoffeln (in der Frühzeit als diese groß angebaut wurden in Europa) werden zwischen 2 und 7 Tonnen angegeben. Pro Gewicht sind Kartoffeln etwa 4mal weniger kalorisch als Getreide, aber dennoch ist das einfach deutlich mehr (mindestens das doppelte an kcal)

Ein 15 Meilen Radius hat ungefähr 210000 Hektar. Wieviel davon ist urbar? Wieviel taugt zumindest als Weidegrund für Pflanzenfresser? Fragen über Fragen. Sagen wir mal ca. 1/3 Ackerland. Sagen wir mal es gibt noch bissle Flüsse und Seen oder ein Meer, wo man Fisch bezieht, Wälder aus denen man Wild beziehen und manches Sammeln kann, und weitere Flächen die sich als Weiden eignen, dann würde ich vielleicht wirklich mit 1 Person pro Hektar gehen, also roundabout 70.000 Leute möglich wenn der Bereich selbstversorgend sein soll. Mit Kartoffeln dann potentiell auch 140.000
95% Bauern unverhandelbar geh ich nicht mit. Kommt aber halt auf die Kultur an. Wenn man wirklich will, kann man auch mit herkömmlichem Getreide bestimmt 40% der Bevölkerung in die Stadt stecken. Normalerweise wird man aber mehr Landbevölkerung haben das sind aber nicht alles Vollbauern.

Und das Zeug ist ja Lagerbar. Mindestens ein Jahr, teils auch mehr. Das heißt, je nachdem wie das kulturell-soziologisch beschaffen ist, kannst du den Mist halt auch in nen Schiff laden und 1000km weit weg fahren um da ne Stadt zu unterhalten. Das ist halt nicht unbedingt das effizienteste, was man machen kann, aber man kann sich Gründe ausdenken.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: nobody@home am 20.06.2026 | 12:31
Ich weiß nicht mal, ob ich unbedingt die Versorgung einer Stadt als das große zentrale Problem sehen würde. Futterage und Gebrauchsmaterialien lassen sich zur Not ja importieren...

...aber wie sieht's in unserer hypothetischen Stadt eigentlich mit der Entsorgung aus? Wie werden Tausende von Menschen und/oder anderen Lebensformen, die auf relativ engem Raum zusammen wohnen, mit den vorhandenen Mitten möglichst effektiv ihren täglichen Müll, ihr Abwasser, und ihre Fäkalien los (denn alle auf ein und dasselbe kleine Plumpsklo im Garten zu schicken, wird vermutlich nicht funktionieren)?

Aus meiner Sicht ist eher schon das geeignet, als Wachstumsgrenze zu funktionieren -- denn spätestens, wenn sich die Leute buchstäblich schon nicht mehr riechen können, werden doch zumindest die von ihnen, für die das überhaupt eine Option ist, anfangen, über einen Ortswechsel nachzudenken.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Maarzan am 20.06.2026 | 12:37
Gestunken wird es haben, aber so viel Abfall im Sinne von Endlagerung war das gar nicht.
Fast alles Organische kann man wenn es nicht von schweinen gefressen wurde kompostieren oder spätestens die Asche davon nutzen. Und gerade Harn und Fäkalien waren Rohstofffe .
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: sindar am 20.06.2026 | 15:57
Wie groß waren eigentlich die griechischen Städte der hellenistischen Periode? Ehrlich gesagt kA.
Wikipedia zufolge (https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Athens) hatte die Stadt Athen im 5. Jh. v. Chr. etwa 40.000 Einwohner.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 20.06.2026 | 16:36
Daran denken die Transporteure brauchen auch Futter, Getränke usw und Holz wird zu Heizen, Bauen , etc gebraucht
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Zouan81 am 20.06.2026 | 18:04
Mir schwebte auch sowas vor,  dass im Mittelalter Städte wie Köln, Hamburg, Lübeck u.a. auch so zwischen 20.000 und 40.000 Einwohner lagen. Für damalige Verhältnisse waren das ja schon Metropolen, denn tendenziell waren Städte unter 10.000 Einwohner eher die Regel.

Wie haben andere Systeme das in etwa gehandhabt?

In DSA sind die größten Städte Gareth und Al'Anfa jeweils mit ca 190.000 und einmal ca 80.000 Einwohner beschrieben. Die anderen Großstädte liegen so um die 10.000 Einwohner.

Über D&D habe ich über die Größe der Städte jetzt keine Infos. Also keine Ahnung wie groß Städte wie Baldurs Gate, Niewinter oder Verbobonc wirklich sind.

Vielleicht weiß es ja hier jemand.

Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: gunware am 20.06.2026 | 18:18
Bei Pathfinder hat z.B. Absalom mehr als 300 Tausend Bewohner, andere große Städte sind so um die 80 Tausend. Aber das sind jetzt nur auf die Schnelle gefundene Beispiele. Falls es relevant sein sollte, kann ich noch ein paar Beispiele raussuchen.

Edit: Tippfehler
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: nobody@home am 20.06.2026 | 18:18
Zumindest für die Forgotten Realms gibt's ein Fan-Wiki (https://forgottenrealms.fandom.com/wiki/Main_Page) -- und ja, da findet sich auch die eine oder andere Stadtbeschreibung samt Zahlen.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Ainor am 21.06.2026 | 15:57
Tjo, Waterdeep über eine Millionen, Baldurs Gate über 100000. Passt schon irgendwie wenn man bedenkt dass sie am Meer liegen und das Setting immer eher hochentwickelt daherkommt. Andere Settings haben deutlich kleinere Städte.

Historisch gesehen sind das eigentlich recht normale grössen für Grossstädte: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_largest_cities_throughout_history (https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_largest_cities_throughout_history)

Selbst ohne den Fantasyfaktor gibt es eine enorme Bandbreite was so mit vormoderner Technik möglich ist.

Maximale Stadtgröße 3800  ::)

Ist schon lustig wie er ganz viele Details reinbringt und dann ein Resultat rauskommt was keinem Vergleich mit der Realität standhält....
Erinnert mich irgendwie an diverse "realistische" Rollenspielsysteme.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: nobody@home am 21.06.2026 | 16:10
Ist schon lustig wie er ganz viele Details reinbringt und dann ein Resultat rauskommt was keinem Vergleich mit der Realität standhält....
Erinnert mich irgendwie an diverse "realistische" Rollenspielsysteme.

Wald, Bäume, irgendwas war da doch... ~;D
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Zouan81 am 21.06.2026 | 16:18
Für eine Fantasy-Welt ist eine Großstadt über 100.000 Einwohner ja schon SO riesig, dass es als Autor kaum noch überschaubar und ausarbeitbar ist, wenn es um die Details und Locations innerhalb der Stadt geht.

Gerade wenn man nicht hauptberuflich Fantasy- bzw. Spieleautor ist, könnte man sich an ZU riesigen Projekten schon die Finger verbrennen. Das schließt Ortschaften innerhalb von fiktiven Welten mit ein.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Sashael am 21.06.2026 | 16:25
In einer großen Stadt sind auch nur mehr Menschen.
Man muss da genauso wenig jedes Haus und jeden Bewohner ausarbeiten, wie in nem riesigen verwunschenen Wald jeden Tierpfad zu kartographieren.
Ist stinknormaler Weltenbau, nur möglicherweise etwas mehr räumlich konzentriert.

Ich frag mich aber wirklich, wie der auf diese Zahl von 3.800 Leuten kommt, wenn doch die ganze nornale Realität ihn da schon mehrfach auf mehreren Ebenen Lügen straft.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Ainor am 21.06.2026 | 16:48
Jupp. Im wesentlichen ist es eine andere Detailstufe. Eine grössere Stadt bedeutet dass man vielleicht eher Stadtviertel als Strassen einzeichnet, das ggf die Wege länger sind, und dass die Stadt ziemlich unüberschaubar wird, was bedeutet dass z.B. Personen finden schwierig wird. 
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Aedin Madasohn am 21.06.2026 | 17:13
es gab auch mal irgendwo eine Abhandlung zu

Wasserversorgung - Stadtgröße

nach dem die Magistrate die Infrastruktur (Äquadukte) nicht mehr reparieren ließen, ginge ihre Städte ziemlich schnell "den Bach runter", sprich schrumpften auf das Niveau zusammen, was aus loakl-natürlichen Quellen schlürfen konnte

im Gegenzug sorgten fertiggestellte Äquadukte (Brunnen, Känale, Quasire, Wasserentsalzungsanlagen...) für "Wachstumsringe" an den Städten.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Maarzan am 21.06.2026 | 21:50
Da mögen Fehler drin sein, aber man hat zumindest eine Basis. Und wenn eiserner Flug, Mistdüngung und Dreifelderwirtschaft noch nicht mit drin sind, dann sind wir sehr frühes Mittelalter denke ich. Dazu hat ein Fluss auch noch Nebenflüsse, welche den Einzugsbereich auch wieder erweitern soweit schiffbar.

Aber vor allem sind Zölle sowie Abgaben an Kirche und Staat auch gefütterte Münder. Wenn ich das so überschlage sind das weitere 40 Buckets pro Bauernfamilie und damit weitere 19000 Familien oder 95000 Köpfe gefüttert - auf Farmerniveau und sicher nicht alle dann auf die einzelne Stadt konzentriert. Aber das zeigt denke ich das Potential - bis mir jemand ggf Fehler vorrechnet.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Runenstahl am 21.06.2026 | 22:27
Für mich kann ich mitnehmen das es Sinn macht sich über die Größe einer Stadt Gedanken zu machen und zu überlegen wie die Stadt diese Größe halten kann. Da muss ich mich nicht an bestimmten Zahlen festhalten aber es macht ein Setting auf jeden Fall glaubhafter wenn man die Plausibilität im Auge behält. Große Städte brauchen einen Grund aus dem sie ihre Größe halten können. Entweder müssen sie also massives sehr fruchtbares Umland haben oder sie werden von anderen Städten im näheren Umkreis über Land versorgt oder bekommen Nahrung per Schiff geliefert wenn es Küsten oder Fluss-Städte sind (Städte sollten ja ohnehin immer an Flüssen liegen).
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: unicum am 21.06.2026 | 23:25
Ich hab vor einigen Jahren im SWR einen Artikel gehört der mir die Sache schon veranschaulicht hat,...
grundsätzlich ging es da auch darum wie viele Leute in der "Lebensmittelerzeugung" arbeiten mussten damit einer etwas anderes machen konnte.

Die Jäger und sammler waren da tatsächlich besser aufgestellt als die ersten Bauern.

Krass ist halt wie das Verhältniss heute ist,... da reden wir von 1 Nahrungserzeuger zu 190 Esser (oder mehr)

Das Video finde ich nur dahingehend okay das es anzeigt auf was man achten sollte wenn man eine Stadt entwirft,... aber die zahlen? Ich hab da echt so meine Zweifel und ich bin weit weg von Experte.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: unicum am 21.06.2026 | 23:45
Ich bastle (mal wieder, aber dieses mal erntshafter) an einer eigenen Welt.
Ich werde aber da jetz nicht jede Stadt irgendwie so berechnen wollen wie er es aufsetzt.
Will sagen wenn ich eine Metropole wie Rom mit 1Mio einwohnern irgendwo hinsetzen werde dann mache ich das,... schrieb ich Metropole? Ich meinte natürlich Moloch ;)

Und klar ich werde im Dunstkreis einer Metropole nicht nochmal eine zweite Setzen.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Feuersänger am 22.06.2026 | 08:59
Ich finde, es gehört schon dazu zum Weltenbau, dass man sich über die Versorgung wenigstens ein paar Gedanken macht. Und selbst wenn du sagst "Überall stehen magische Nahrungsautomaten Rum, da musst du nur an ner Kurbel drehen und es kommt Essen raus"! Das hat halt wieder weitere Implikationen (wer hat die Automaten gemacht, wie wertvoll sind sie usw). Oder "Absolut jeder kann zaubern und Nahrung Erschaffen ist der verbreitetste Standardzauber". Alles ist fein solange es halt irgendwie erklärt wird.
Ansonsten bei konventioneller Landwirtschaft gerne auch etwas genauer durchgerechnet, aber der Herr aus dem Video hat sich halt nachweislich irgendwo verzettelt.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Skeeve am 22.06.2026 | 09:05
ist zwar schon auf dieser Seite verlinkt
Historisch gesehen sind das eigentlich recht normale grössen für Grossstädte: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_largest_cities_throughout_history (https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_largest_cities_throughout_history)
aber um auch mal was zu schreiben, hier der direkte Hinweis auf:
https://en.wikipedia.org/wiki/Historical_urban_community_sizes (https://en.wikipedia.org/wiki/Historical_urban_community_sizes)

Da kann man auch mehr oder weniger gut die verschiedenen Länder vergleichen. Im frühen Mittelalter waren die großen Städte (sechsstellig) wohl viele irgendwo im asiatischen Morgenland beheimatet (mit Reis als Grundnahrungsmittel), während die Städte hier im europäischen Raum nur fünfstellige Einwohnerzahlen hatten.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: nobody@home am 22.06.2026 | 09:29
Ich denke, solange man sich keine gar zu offensichtlichen Schnitzer leistet (eine abgeschnittene Millionenstadt ohne sichtbare Versorgung mitten in der Wüste?) und nicht gerade das Pech hat, einen verhinderten Möchtegern-Städtebauer direkt mit am Tisch sitzen zu haben, kann man schon mit groben Strichen arbeiten -- die Mehrheit der anzunehmenden Spieler wird vermutlich einfach davon ausgehen, daß Städte, in die ihre Charaktere kommen, schon irgendwie "wie gehabt" funktionieren, und selbst da, wo die Bewohner mal mit etwas exotischeren Methoden arbeiten oder Gerichte anbieten, die man anderswo nicht kennt, ist die Wahrscheinlichkeit recht gut, daß das auf der Ebene von Lokalkolorit bleibt.

So richtig stellt sich die Versorgungsfrage im Spiel ja sowieso erst, wenn diese Versorgung ernsthaft bedroht ist -- vielleicht durch eine Belagerung, in der sich die SC auch gleich nützlich machen können -- oder die Spieler ausnahmsweise doch mal ernsthaft vor ein Rätsel stellt (wenn etwa die angesprochene Wüstenstadt bewußt so angelegt und eben nicht bloß ein Flüchtigkeitsfehler ist).
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: unicum am 22.06.2026 | 09:34
Ich finde, es gehört schon dazu zum Weltenbau, dass man sich über die Versorgung wenigstens ein paar Gedanken macht. Und selbst wenn du sagst "Überall stehen magische Nahrungsautomaten Rum, da musst du nur an ner Kurbel drehen und es kommt Essen raus"!

Ja klar, aber das kann ich auch durch gesunden Menschenverstand erreichen und muss nicht für jedes Kaff eine Excel Tabelle bemühen die hier ja auch nicht gerade gut angekommen ist bei Leuten die Historsich etwas betuchter sind als ich.

Mir ist an der Stelle schon klar: Ohne Wasser wirds schwer. Ohne Land auch,...

Aber nehmen wir mal die Zwergensiedlungen - wo sich die wenigstnen Autoren gedanken darüber gemacht haben "was essen die eigentlich?" - "Die Trinken Bier,... woher kommt das Getreide dafür? (Getreideanbau im Gebirge ist glaube ich auch nicht so prikelnd).
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Sashael am 22.06.2026 | 09:42
Aber nehmen wir mal die Zwergensiedlungen - wo sich die wenigstnen Autoren gedanken darüber gemacht haben "was essen die eigentlich?" - "Die Trinken Bier,... woher kommt das Getreide dafür? (Getreideanbau im Gebirge ist glaube ich auch nicht so prikelnd).
Pilze. Pilzbier. Als Pils. Pilzpils sozusagen.

Auch zum Essen. Große Pilzfarmen, die von Nahrung, Biergrundstoff bis Medizin alles bereitstellen. Deshalb sind Zwerge auch so resistent gegen Krankheiten, weil sie permanenten Zugang zu Antibiotika haben. So ne Zwergengrippe killt jeden Nichtzwerg in Stunden nach der Infektion!

Aber auch ein schönes Thema.
Man denke nur an all die sehr fantastischen Städte. Im Lavameer, auf fliegenden Inseln, im Kristallkönigreich.
Irgendwann wirds mit der natürlichen Nahrungsbeschaffung echt hakelig und sämtliche Berechnungen aus dem Video sind komplett für die Katz.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: nobody@home am 22.06.2026 | 09:50
Aber nehmen wir mal die Zwergensiedlungen - wo sich die wenigstnen Autoren gedanken darüber gemacht haben "was essen die eigentlich?" - "Die Trinken Bier,... woher kommt das Getreide dafür? (Getreideanbau im Gebirge ist glaube ich auch nicht so prikelnd).

Beim Leben unter Tage kommen wir dann natürlich auch schnell von der Zwergenstadt zum Dungeon (manchmal wie bei Opa Tolkien sogar buchstäblich). Bei denen hält sich die genauere Beschreibung des lokalen Ökosystems einschließlich der Frage, was all die Monster eigentlich täglich so essen und trinken, wenn sie nicht gerade ausnahmsweise Abenteurer haschen spielen, nämlich für gewöhnlich auch in engsten Grenzen...
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: unicum am 22.06.2026 | 09:52
Pilze. Pilzbier. Als Pils. Pilzpils sozusagen.

Und von was leben die Pilze? Also ein klein wenig hab ich in Bio auch aufgepasst Pilze brauchen organisches Material um zu wachsen,... also meistens ... Pflanzen.

Ja ich weis man kann im Fantasybereich alles todreden und am Ende mit der Magiekeule erschlagen ;)

Fantasystadt mit 14.000.000 einwohnern? Kein problem - alles Untote.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Skeeve am 22.06.2026 | 10:00
Pilze. Pilzbier. Als Pils. Pilzpils sozusagen.

Auch zum Essen. Große Pilzfarmen, die von Nahrung, Biergrundstoff bis Medizin alles bereitstellen. Deshalb sind Zwerge auch so resistent gegen Krankheiten, weil sie permanenten Zugang zu Antibiotika haben. So ne Zwergengrippe killt jeden Nichtzwerg in Stunden nach der Infektion!
... und die körperlichen/geistigen Reaktionen von Nicht-Zwergen nach dem Konsum von Zwergennahrung  ~;D  [aber das ist ein ganz anderes Thema  ;)]
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: nobody@home am 22.06.2026 | 10:05
Ja ich weis man kann im Fantasybereich alles todreden und am Ende mit der Magiekeule erschlagen ;)

Ich denke, das ist bei klassischen Märchen- und Sagenzwergen, -gnomen, und wie sie sonst noch heißen mögen, tatsächlich die Antwort: die sind selber schon magische Wesen(*) und haben entsprechend natürlich auch die Magie, sich in den Bergen und an ihren sonstigen versteckten Wohnorten gemütlich einzurichten. Das haben die meisten Rollenspiele nur nicht übernommen...

(*) Okay, die Kumpel von Schneewittchen sind ein gewisser Grenzfall, allein schon, weil bei denen nicht recht klar ist, ob sie wirklich Zwerge im Sinne von "andere Spezies" sein sollen oder einfach nur kleinwüchsige Menschen -- das Märchen ist halt alt genug (und sein Schwerpunkt liegt auch woanders), daß es darauf nicht wirklich ankam. Außerdem wohnen die ja definitiv oberirdisch und gehen nur zur Arbeit in den Berg. :)
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: unicum am 22.06.2026 | 11:19
(*) Okay, die Kumpel von Schneewittchen sind ein gewisser Grenzfall, allein schon, weil bei denen nicht recht klar ist, ob sie wirklich Zwerge im Sinne von "andere Spezies" sein sollen oder einfach nur kleinwüchsige Menschen -- das Märchen ist halt alt genug (und sein Schwerpunkt liegt auch woanders), daß es darauf nicht wirklich ankam. Außerdem wohnen die ja definitiv oberirdisch und gehen nur zur Arbeit in den Berg. :)

Schneeflittchen hatte aber auch keine Verdauungsprobleme nachdem sie deren Essen gefuttert hat,... also jedenfalls steht nichts davon im Mährchen. Also im hinblick auf,...

... und die körperlichen/geistigen Reaktionen von Nicht-Zwergen nach dem Konsum von Zwergennahrung  ~;D  [aber das ist ein ganz anderes Thema  ;)]
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Kurna am 22.06.2026 | 11:23
Schneeflittchen hatte aber auch keine Verdauungsprobleme nachdem sie deren Essen gefuttert hat,... also jedenfalls steht nichts davon im Mährchen. Also im hinblick auf,...
Ich erinnere mich da an ein Koma, das dann frech einer wandernden Obsthändlerin und ihren Äpfeln in die Schuhe geschoben wurde.  ~;D
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: unicum am 22.06.2026 | 11:32
Ich erinnere mich da an ein Koma, das dann frech einer wandernden Obsthändlerin und ihren Äpfeln in die Schuhe geschoben wurde.  ~;D

Wäre sie lieber beim Zwergenbrot und Zwergenbier geblieben,... ist zwar nicht gut für die schlanke Linie aber irgendwann hätte der Spiegel auch nichts mehr gesagt, der stand ja nur auf vollschlanke und nicht auf Rubensfigur.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Taktikus am 24.06.2026 | 07:39
Und von was leben die Pilze? Also ein klein wenig hab ich in Bio auch aufgepasst Pilze brauchen organisches Material um zu wachsen,... also meistens ... Pflanzen.

Oder Abenteurer, auch organisch, überwiegend ...
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Quaint am 24.06.2026 | 10:11
Na Zwerge handeln halt viel, die exportieren ihre Schmiede- und Handwerkswaren, ihre Metalle usw. und dafür bekommen sie unter anderem Essen. Und je nachdem kann man in den Bergen (es gibt ja auch Täler!) und Untertage schon ein wenig Essen produzieren. Aber als Selbstversorger sehe ich klassische Zwerge eher weniger.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: nobody@home am 24.06.2026 | 10:55
Na Zwerge handeln halt viel, die exportieren ihre Schmiede- und Handwerkswaren, ihre Metalle usw. und dafür bekommen sie unter anderem Essen. Und je nachdem kann man in den Bergen (es gibt ja auch Täler!) und Untertage schon ein wenig Essen produzieren. Aber als Selbstversorger sehe ich klassische Zwerge eher weniger.

Ich erinnere mich da ganz gerne an den alten "The Dwarves of Rockhome"-Gazetteer. Der beschreibt tatsächlich mal eine Zwergenstadt eingehender -- samt Arbeitsteilung, Clanstruktur, und internen Reibungspunkten -- und gibt uns als Teil der Selbstversorgung doch wirklich auch oberirdischen Ackerbau. Der seinen eigenen Zündstoff in sich trägt, weil diese Zwerge kulturell viel Wert auf "Bleibendes" legen und entsprechend die von ihnen, die sich zwangsläufig mit der Produktion von so etwas Vergänglichem wie Nahrung beschäftigen müssen, wahlweise bemitleiden oder gleich von oben herab als Zwerge zweiter Klasse behandeln...und mit dadurch begründet, warum diese Zwergenbauern mit erstaunlich fortschrittlichen Mitteln hohe Erträge einfahren können. (Auf der einen Seite müssen so weniger Zwerge ihr Leben damit "verschwenden", primär andere durchzufüttern, und auf der anderen haben sie natürlich immer noch ihren eigenen Stolz auf ihre Arbeit.)
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Maarzan am 24.06.2026 | 11:30
bezgl. Zwerge:
- so ein Zwerg wiegt ggf. auch etwas weniger als ein Mensch.
- ein Zwerg ist anteilig einen viel höheren Anteil seiner Lebenszeit "werktätig" bei weniger Kindern. .
- wie groß ist dann eine große Zwergenstadt im Vergleich zu einer Menschenstadt?
Gebirge mögen kein gutes Ackerland sein, können aber für Weiden genutzt werden.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 24.06.2026 | 11:57
Gebirge mögen kein gutes Ackerland sein, können aber für Weiden genutzt werden.

*laughs in Inka*

(https://www.boletomachupicchu.com/gutblt/wp-content/uploads/2022/12/terrazas-andenes-agricolas-machu-picchu.jpg)
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Maarzan am 24.06.2026 | 12:31
*laughs in Inka*

(https://www.boletomachupicchu.com/gutblt/wp-content/uploads/2022/12/terrazas-andenes-agricolas-machu-picchu.jpg)

OK, da hatte ich europäische Almen im Blick.
Wenn man die Kennzahlen einsetzen wollte:
Welchen Flächenanteil haben die Gärten an der Gesamtfläche?
Was haben so Terrassengärten abgeworfen und wie ist das Klima dort?
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: KWÜTEG GRÄÜWÖLF am 24.06.2026 | 13:09
Die Inka haben tatsächlich - auch dank perfekter Organisation durch Bürokratie, Straßen und Ideologie - aus verhältnismäßig wenig brauchbaren Flächen ein anderen Kulturen nicht mögliches Optimum an Erträgen da rausgeholt. Die Inka-Agrikultur gehört zu den besten der Menschheit. Analog kann ich mir das durchaus bei Zwergenkulturen vorstellen.

Dazu gibt es dicke Fachbücher, aber der englischsprachige Wikipedia-Artikel fasst es ganz gut zusammen: https://en.wikipedia.org/wiki/Inca_agriculture
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Maarzan am 24.06.2026 | 13:26
Die Inka haben tatsächlich - auch dank perfekter Organisation durch Bürokratie, Straßen und Ideologie - aus verhältnismäßig wenig brauchbaren Flächen ein anderen Kulturen nicht mögliches Optimum an Erträgen da rausgeholt. Die Inka-Agrikultur gehört zu den besten der Menschheit. Analog kann ich mir das durchaus bei Zwergenkulturen vorstellen.

Dazu gibt es dicke Fachbücher, aber der englischsprachige Wikipedia-Artikel fasst es ganz gut zusammen: https://en.wikipedia.org/wiki/Inca_agriculture

Danke, und was da an großen Baumaßnahmen zu gehört paßt ja auch wieder zum zwergischen Image.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: unicum am 24.06.2026 | 13:53
bezgl. Zwerge:
- so ein Zwerg wiegt ggf. auch etwas weniger als ein Mensch.
- ein Zwerg ist anteilig einen viel höheren Anteil seiner Lebenszeit "werktätig" bei weniger Kindern. .
- wie groß ist dann eine große Zwergenstadt im Vergleich zu einer Menschenstadt?
Gebirge mögen kein gutes Ackerland sein, können aber für Weiden genutzt werden.

Also ich bin da voll bei dir  Gebirge ist (erstmal so) kein gutes Ackerland

Aber nach dem was GRÄÜWÖLF schrieb,... kann man da was machen. Erstmal mit verdammt viel harter Arbeit. Wenn ich das mit etwas anderem aus Amerika der "schwarzen Erde" des Amazonasdschungels (glaub ich mich zu erinnern) zusammenmische kommt man da sicherlich auf gute erträge. Terra Preata (oder so ähnlich) auch nichts weiter als zum großteil Holzkohle, Tonscherben und ... Scheiße.

Ah gefunden:
https://de.wikipedia.org/wiki/Terra_preta (und nicht mal gar so falsch geschrieben)

Tatsache ist ja - man kann durchaus mit recht geringem Aufwand hohe erträge erreichen. Und bei Zwergen ist die Wahrscheinlichkeit das da etwas entwickelt wird das Hand und Fuß hat eher gegeben als bei Menschen die eben nicht so alt werden.

Das Midgard Quellenbuch Zwerge hatte da auch schon Bergbauern bei den Zwergen angedacht.

Elfen sind da auch so eine Hausnummer. Die Waldstädte von Elfen kommen auch oft genug so ganz ohne Felder daher. Jedenfalls in keinen Erzählungen - Tolkien schweigt sich da aus. Aber der schweigt auch sonst über sowas, da haben nur die Halblinge große Gärten und alle anderen haben nichts. Gondor? Rohan? Ich erinner mich an große Flächen mit Grass aber kein Weizen,... kein Gemüse, etc... die Orks fressen wohl auch steine wie die Trolle,...
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: nobody@home am 24.06.2026 | 14:08
Elfen sind da auch so eine Hausnummer. Die Waldstädte von Elfen kommen auch oft genug so ganz ohne Felder daher. Jedenfalls in keinen Erzählungen - Tolkien schweigt sich da aus. Aber der schweigt auch sonst über sowas, da haben nur die Halblinge große Gärten und alle anderen haben nichts. Gondor? Rohan? Ich erinner mich an große Flächen mit Grass aber kein Weizen,... kein Gemüse, etc... die Orks fressen wohl auch steine wie die Trolle,...

Es hat schon seine Gründe, wenn ich stereotype Elfen gerne mal als spitzohrigen Adel auf Rundum-Wohlfühl-Waldurlaub betrachte, und das ausdrücklich nicht nur bei Tolkien. ;) Im Herrn der Ringe ergibt der Mangel an Erwähnung wenigstens noch etwas Sinn -- das Auenland am Anfang der Trilogie ist nicht nur unsere Einführung in die Welt, sondern auch die einzige Gegend, in der noch Frieden herrscht, bis dann die Ringgeister auftauchen und nach 'Beutlin' suchen. Da läßt sich das hobbitsche Landidyll natürlich gut beschreiben, aber später begleiten wir dann eigentlich nur noch kleine Reisegruppen an zunehmend ausgemachte Kriegsschauplätze...
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Kurna am 24.06.2026 | 14:24

[...]
die Orks fressen wohl auch steine wie die Trolle,...
Also im Film essen sie unter anderem "maggotty bread" und Orks. Und würden gerne auch Menschen essen.  >;D
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: nobody@home am 24.06.2026 | 14:37
Was die Orks angeht, so soll insbesondere Mordor wohl auch landwirtschaftlich nutzbare Gebiete beinhalten, die halt statt von fröhlichen Bauersleuten von Saurons Sklaven (wahrscheinlich sowohl Orks als auch Menschen) beackert werden. Da kommt die Handlung der Bücher nur schlicht nicht hin.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Luxferre am 14.07.2026 | 16:51
Ich finde ja, dass man in den HdR-Filmen und in der GoT-Serie mit den beiden großen Städten und den jeweiligen Endschlachten sehr viel beeindruckendere Bilder hätte erschaffen können, wenn vor den Toren noch die Felder brennten und die Bauern vor den anrückenden Truppen flohen.
Mal ab davon, dass ich diese Gipskarton-Stadtmauer in GoT einfach lächerlich fand, wunderte ich mich schon ob der Darstellung ... so inmitten der Pampa ohne alles und bloß ausgetretener Fußwege ...

Ich mag es plausibel, ohne jetzt wissenschaftlichen Realismus zu brauchen.
Deshalb danke ich Skeeve für seinen Link:
https://en.wikipedia.org/wiki/Historical_urban_community_sizes (https://en.wikipedia.org/wiki/Historical_urban_community_sizes)
Weil man sich dann einfach daran orientieren kann. Sogar nach archäologischen Perioden unterteilt: cool!  :headbang:
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: unicum am 14.07.2026 | 17:25
Es hat schon seine Gründe, wenn ich stereotype Elfen gerne mal als spitzohrigen Adel auf Rundum-Wohlfühl-Waldurlaub betrachte, und das ausdrücklich nicht nur bei Tolkien. ;)

Ich sehe (Wald)Elfen da tatsächlich im Einklang mit der Natur lebend. Jäger und Sammler eben. Aus dem Wald kann man ganz passabel leben wenn man auch noch etwas bevorratung macht (wie die Eichhörnchen, deswegen haben Eichhörnchen auch spitze Ohren). Diese Urbanisierung der Menschen war doch erstmal sehr mühsam. Jäger und Sammler zu sein war einfacher, gut man musste ab und an reisen und brauchte mehr Fläche als ein "Bauer" aber man musste sich nicht den Rücken mit harter Feldarbeit kaputt machen.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: nobody@home am 14.07.2026 | 18:04
Ich sehe (Wald)Elfen da tatsächlich im Einklang mit der Natur lebend. Jäger und Sammler eben. Aus dem Wald kann man ganz passabel leben wenn man auch noch etwas bevorratung macht (wie die Eichhörnchen, deswegen haben Eichhörnchen auch spitze Ohren). Diese Urbanisierung der Menschen war doch erstmal sehr mühsam. Jäger und Sammler zu sein war einfacher, gut man musste ab und an reisen und brauchte mehr Fläche als ein "Bauer" aber man musste sich nicht den Rücken mit harter Feldarbeit kaputt machen.

Im Prinzip ja. Nur sehen die Elfen bei Tolkien und auch anderswo kulturell und anderweitig meist schlichtweg so gar nicht nach Jägern und Sammlern aus, sondern sind durchaus seßhaft und leben halt wie zumindest der Flachadel in den Tag hinein, während sie mehr oder weniger ihren Hobbies frönen. Nur die Bedienstetenschaft, die eigentlich im Hintergrund schuften müßte, um diesen Lebensstil für sie aufrechtzuerhalten, kriegt man dabei halt nie zu Gesicht. :)

(Ausnahmen gibt's natürlich -- Elfen in den Abenteuer-in-der-Elfenwelt-Comics etwa leben in so kleinen Stammesverbänden, daß ein Jäger-und-Sammler-Dasein für manche von absolut ihnen Sinn ergibt. Die leben aber auch nicht in einem "typischen" Fäntelaltersetting, sondern zumindest in den klassischen frühen Handlungsbögen noch in der allgemeinen Steinzeit ihrer Welt und mit den dort ebenfalls ansässigen Menschen öfter als nicht im Clinch.)
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Tudor the Traveller am 14.07.2026 | 18:36
Ich sehe (Wald)Elfen da tatsächlich im Einklang mit der Natur lebend. Jäger und Sammler eben. Aus dem Wald kann man ganz passabel leben wenn man auch noch etwas bevorratung macht (wie die Eichhörnchen, deswegen haben Eichhörnchen auch spitze Ohren). Diese Urbanisierung der Menschen war doch erstmal sehr mühsam. Jäger und Sammler zu sein war einfacher, gut man musste ab und an reisen und brauchte mehr Fläche als ein "Bauer" aber man musste sich nicht den Rücken mit harter Feldarbeit kaputt machen.

Waldgärten. Eigentlich relativ simpel.
Titel: Re: Meine große Hauptstadt ...
Beitrag von: Doc-Byte am 15.07.2026 | 20:36
*laughs in Inka*

Die Inka hatten aber auch eine Geheimwaffe: Kartoffeln ~;D

Anyway, ihr habt mich dazu inspiriert, mir mal so eine Metropole vorzustellen, wie sie etwas realitätsnäher wäre:

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Würde ich mich aktuell aktiv mit meinem (Steam) Fantasy Weltenbau beschäftigen, hätte ich glatt Lust, die Stadt auszugestalten und perspektivisch auch zu bespielen. :think: