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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau => Thema gestartet von: Feuersänger am 8.11.2015 | 17:16

Titel: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 8.11.2015 | 17:16
Bekanntlich wird ja in 99% der Science Fiction Universen mit Credits bezahlt. Was gibt es für Alternativen?

Ich möchte das jetzt gerne mal für Redshift festlegen und bräuchte Inspiration bzw Entscheidungshilfe. In diesem meinen Setting ist die Erde ja nicht politisch vereint, somit dürfte weiterhin jeder Machtblock seine eigene Währung haben.

Einstweilen ein paar Gedankenschnipsel/Alternativen, die ich schon so zusammengesammelt habe, nichts in Stein gemeißelt:

- Commonwealth / Empire: Pound Sterling, Sovereign, Crown (slang: Quid)
- Westeuropäische Union: Franken/Franc/Frank
- Norden: Krone (slang: spenn, svann)
- USA-Nachfolger: Continental, Eagle

In Punkto USA ist meine Idee, dass die sich in verschiedene Einzelstaaten aufgeteilt haben, zumindest einige davon aber immer noch eine Währungsunion pflegen.

Beim Norden ist evtl problematisch, dass da auch Finnland dazugehören soll, wo es historisch niemals Kronen gab. Ansonsten bietet sich das an, weil die Krone ursprünglich genau als gesamtskandinavische Einheitswährung erschaffen wurde. Da der Schwan das Wappentier des Nordens ist, könte "svan" gut ein Slangbegriff für die Währung sein, oder womöglich sogar der offizielle Name.

Die Balkanisierung der Erdwährungen bei gleichzeitiger interstellarer Expansion könnte gut und gerne dazu führen, dass sich darüber hinaus auch eine "Weltraumwährung" herausbildet. Das sollten dann natürlich keine "Space Bucks" sein (höchstens im Slang). Ideen:

- Solar
- Stellar
- Writs

Die Idee mit den "Writs" basiert auf einer direkten Naturaliendeckung. Irgendwo im Hinterkopf habe ich da was von "Water Writs" gespeichert, aber weiß nicht mehr wo ich das aufgeschnappt habe. Im Endeffekt wäre aber eine Deckung durch eine einzige Ressource unpraktisch.
Naja, oder halt doch wieder ganz profan Credits. :p

Feuer frei.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Pyromancer am 8.11.2015 | 17:23
Die Idee mit den "Writs" basiert auf einer direkten Naturaliendeckung. Irgendwo im Hinterkopf habe ich da was von "Water Writs" gespeichert, aber weiß nicht mehr wo ich das aufgeschnappt habe. Im Endeffekt wäre aber eine Deckung durch eine einzige Ressource unpraktisch.

Ich meine, in irgend einem Heinlein gibt es eine naturaliengedeckte Währung, wo man eine Währungseinheit wahlweise in eine festgesetzte Menge Edelmetall, Energie, Sauerstoff oder Land auf einem Planeten umtauschen kann. Bei so festen Wechselkursen kriegt man halt Probleme, wenn der Marktwert vom Buchwert abweicht - und das wird schnell passieren.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: 1of3 am 8.11.2015 | 17:25
IXU - Intplanetary Exchange Units

Goldgepresstes Latinum
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Grey am 8.11.2015 | 17:29
Den "Solar" hatte ich unabhängig hiervon schon mal selbst als Währung in einem Setting. ;) Allerdings war er da nur eine interplanetare Währung innerhalb unseres Sonnensystems.

In einem meiner frühen SF-Projekte hatte außerdem ein Weltraumimperium, das sich von der Erde unabhängig erklärt hatte, die "Pecune" eingeführt.

Nun zu spontanen Ideen speziell zu deinen Machtblöcken:

- Westeuropäische Union: Hier würde ich eher zum "Ecu" tendieren. Franken bzw. Franc würde eine Dominanz von Kernfrankreich betonen (Absicht?), wohingegen Ecu, Escudo etc. in Spätmittelalter und früher Neuzeit von verschiedenen Ländern unabhängig voneinander herausgegeben wurden; als European Currency Unit war der Name ja auch eine Zeitlang für den Vorläufer des Euro im Gespräch.
- Commonwealth: Besteht hier historische Kontinuität zum heutigen UK? Dann spricht nichts gegen das gute, alte Pound.
- Norden: Welche Staatsform haben wir da? Kronen bieten sich an, wenn's immer noch Monarchie ist; ansonsten hat mir duckduckgo (ich vermeide neuerdings Google, wo's geht) für die Suchbegriffe "Wikinger Münze" etwas namens "Sceat" ausgegeben, Plural "Sceatta". Wäre vielleicht was, wenn für die national-ideologische Grundlage deines Nordens tief in der Geschichte gebuddelt wurde.
- USA-Nachfolger: Was ist denn da so Katastrophales passiert, dass sie sich von der US-Identität und dem Dollar abgewandt haben?
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Infernal Teddy am 8.11.2015 | 17:55
Für deine "weltraumrährung" könnte man wasser bzw. eis als grundlage nehmen - eine einheit entspricht sagen wir mal einen liter, entweder aus den irdischen meeren oder den saturnringen.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 8.11.2015 | 18:16
- Westeuropäische Union: Hier würde ich eher zum "Ecu" tendieren. Franken bzw. Franc würde eine Dominanz von Kernfrankreich betonen (Absicht?), wohingegen Ecu, Escudo etc. in Spätmittelalter und früher Neuzeit von verschiedenen Ländern unabhängig voneinander herausgegeben wurden; als European Currency Unit war der Name ja auch eine Zeitlang für den Vorläufer des Euro im Gespräch.
- Commonwealth: Besteht hier historische Kontinuität zum heutigen UK? Dann spricht nichts gegen das gute, alte Pound.
- Norden: Welche Staatsform haben wir da? Kronen bieten sich an, wenn's immer noch Monarchie ist; ansonsten hat mir duckduckgo (ich vermeide neuerdings Google, wo's geht) für die Suchbegriffe "Wikinger Münze" etwas namens "Sceat" ausgegeben, Plural "Sceatta". Wäre vielleicht was, wenn für die national-ideologische Grundlage deines Nordens tief in der Geschichte gebuddelt wurde.
- USA-Nachfolger: Was ist denn da so Katastrophales passiert, dass sie sich von der US-Identität und dem Dollar abgewandt haben?

- WEU: Besteht im Prinzip aus D, F, A, Benelux. "Franken" soll keine Dominanz Frankreichs signalisieren, ist halt nur nicht so steril wie "ECU" und geht in den drei Sprachen der Union leicht von der Zunge.
- Commonwealth: sozusagen die Wiederauferstehung des British Empire, bestehend aus UK, CDN (evtl ohne Quebec), AUS, NZ, PNG und diversen Karibikinseln. Weiß noch nicht ob ich es Commonwealth oder Empire nennen soll oder wie auch immer; Politik ist jedoch klar imperialistisch.
- Norden: Island ist heute schon eine Republik und hat trotzdem Kronen. ;) Ansonsten evtl eine Mischform: die drei Königreiche haben immer noch ihren jeweiligen Monarchen, aber die Union als Ganzes gilt als Republik.
- USA: ich sag mal, innere Zerrissenheit auf wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene. Sozusagen die ultimative Konsequenz des Gerrymandering. Vielleicht ist sogar Platz für ein kleines "Libertäres Utopia" (wo dann natürlich nur Gold und Silber als Währung gilt). xD
Es gibt im Prinzip keinen zwingenden Grund, warum es den Dollar nicht mehr geben darf, außer dass ich es cooler fände wenn es was anderes gäbe. ;) Vielleicht hat ja China in einem Anfall von "Friss meine Shorts" seine Dollarreserven auf den Markt geworfen und damit die Währung ruiniert (und dabei auch gleich der eigenen Wirtschaft nen Bauchschuss verpasst).

Für deine "weltraumrährung" könnte man wasser bzw. eis als grundlage nehmen - eine einheit entspricht sagen wir mal einen liter, entweder aus den irdischen meeren oder den saturnringen.

Wasser ist in der Tat wichtig (v.a. als Stützmasse für interplanetare Antriebe). Der absolute Löwenanteil wird aus den Saturnringen kommen,  ein geringerer Teil vielleicht von bestimmten Eismonden oder -asteroiden, aber es wäre viel zu teuer, das Zeug von der Erde hochzuholen. Wir hatten dazu auch schon einen Thread:
http://www.tanelorn.net/index.php/topic,92562.msg1931138.html
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Chaos am 8.11.2015 | 18:30
Die Balkanisierung der Erdwährungen bei gleichzeitiger interstellarer Expansion könnte gut und gerne dazu führen, dass sich darüber hinaus auch eine "Weltraumwährung" herausbildet. Das sollten dann natürlich keine "Space Bucks" sein (höchstens im Slang). Ideen:

- Solar
- Stellar
- Writs


Chits? Also wie diese Plastik"münzen", die man beim Jahrmarkt für die Fahrgeschäfte und so weiter bekommt. Ist natürlich eher eine umgangssprachliche Bezeichnung.

Vielleicht drückt der Spitzname ja aus, dass man - statt bunter Geldscheine und Münzen aus echtem Metall, geschweige denn Edelmetall - nur seelenlose (wenn auch fälschungssichere) Plastikstücke wie aus einem billigen Jahrmarkt als Zahlungsmittel benutzt.

Oder vielleicht heißen so umgangssprachlich alle möglichen Lokalwährungen, die eigentlich nur im Herrschaftsbereich des ausgebenden Staatsgebildes (oder Megakonzerns) etwas wert sind, als Abgrenzung zu "echtem" Geld, für das man praktisch überall etwas bekommt, oder das man zumindest bei jeder Bank zu einem vernünftigen Kurs umtauschen kann.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Grey am 8.11.2015 | 18:36
OK, fürs Commonwealth würde ich definitiv am Pound festhalten. Alles andere wäre ... seltsam.

Für die WEU gehen mir noch solche historischen Vorbilder wie der byzantinische Solidus durch den Kopf; wenn "die Europäer" bis dahin ähnlich kompromissbedacht bleiben wie heute, wäre vielleicht eine Währung die beste Wahl, deren Name keiner der bestehenden Nationen entstammt.

Norden: Hab' ja auch nicht gesagt, dass eine Republik automatisch keine Krone hätte. ;) Wenn die sich allerdings schon zu einer übergeordneten Republik zusammenschließen, dürfte die neue Währung eher was sein, was sie mit der gemeinsamen Identität in Verbindung bringen. Etymologisch kommt die "Krone" ja daher, dass die Staaten ursprünglich auf ihren Münzen die Krone des jeweiligen Monarchen abgebildet haben. (Hast du dir den "Sceat" durch den Kopf gehen lassen? Oder heißt das irgendwas Unpassendes/Unflätiges in einer aktuellen skandinavischen Sprache?)

Post-USA: Da wäre jetzt interessant, welcher der neu entstandenen Teilstaaten wirtschaftlich den Ton angibt, sodass seine Währung eventuelle lokale Währungen der anderen Staaten verdrängt bzw. überschattet. Theoretisch, wenn ich mir die amerikanische Mentalität ansehe, würde nach einem Zusammenbruch des Dollar erst mal jeder neu ausgerufene Teilstaat wohl seine eigene Währung einführen. Dann gäbe es ein bisschen Hickhack an der Börse und am Ende bliebe de facto eine Währung davon übrig, während die anderen nach einer tierischen Inflation zwar noch existieren, aber keine Rolle mehr spielen. Wäre natürlich ein witziges Motiv, wenn du in bestimmten hochpatriotischen Läden in Texas nur mit dem Texas-Dollar bezahlen könntest (für den du normalwerweise selbst in Austin nicht mal mehr 'nen Kaugummi kriegst). ;D
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 8.11.2015 | 19:14
Ja, ein "nicht vorbelasteter" Name für eine Gemeinschaftswährung wäre natürlich grundsätzlich gut; sowohl für WEU wie für Nord.
Sceat lebt fort im neuskandinavischen 'skatt' = Steuer. Wäre also ungefähr so, als würden die Engländer oder Amis ihre neue Währung "tax" nennen.

Die heutzutage wirtschaftsstärksten Staaten der USA sind die an der Westküste, Texas und der größte Teil von Neuengland, mit hohem GSP insgesamt und pro-Kopf.

Aber wie ich da konkret mit Amerika verfahre weiß ich noch nicht. Es ist natürlich verführerisch, die momentanen sozialen Probleme lustvoll zu extrapolieren, also was z.B. Kriminalität, Gefängnisinsassen pro 1000 Einwohner, Schuldenfallen College und Gesundheitssystem angeht.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Boba Fett am 8.11.2015 | 19:52
Laesium als Energieeinheiten basierte Währung fällt mir noch ein. spacegothic...

In einem SF Roman hab ich mal über eine Währung basierend auf Prostitutionsdiensleistungszeiten gelesen.
Menschliche Dienstleistung war der einzige Faktor, den man als Standard annehmen konnte...

Neue Yen und Euros aus den beiden großen Cyberpunk Rollenspielen muss ich nicht erwähnen...

Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Orakel am 8.11.2015 | 20:10
In einem SF Roman hab ich mal über eine Währung basierend auf Prostitutionsdiensleistungszeiten gelesen.

Jetzt würde mich spontan interessieren, in welchem Roman diese Idee verbrochen wurde.  ~;D
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Infernal Teddy am 8.11.2015 | 20:27
Shismatrix, von Bruce Sterling. War auch nir ein bestimmtes Habitat.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Chaos am 8.11.2015 | 20:42
Ja, ein "nicht vorbelasteter" Name für eine Gemeinschaftswährung wäre natürlich grundsätzlich gut; sowohl für WEU wie für Nord.


Wie wär´s für Nord ganz einfach mit "Nord"?

Zitat
Die heutzutage wirtschaftsstärksten Staaten der USA sind die an der Westküste, Texas und der größte Teil von Neuengland, mit hohem GSP insgesamt und pro-Kopf.

Aber wie ich da konkret mit Amerika verfahre weiß ich noch nicht. Es ist natürlich verführerisch, die momentanen sozialen Probleme lustvoll zu extrapolieren, also was z.B. Kriminalität, Gefängnisinsassen pro 1000 Einwohner, Schuldenfallen College und Gesundheitssystem angeht.

Vielleicht nennen zumindest einige Nachfolgerstaaten ihre Post-Dollar-Währung den "Hamilton"? Alexander Hamilton war einer der Gründerväter, und erster Finanzminister der USA.

Verrückte Idee: Die gemeinsame Post-Dollar-Währung vieler oder aller Nachfolgerstaaten hat irgendeinen langweiligen bürokratischen Namen, aber jeder Nachfolgerstaat benennt sie nach einem Gründervater (oder einem historischen Präsidenten, z.B. Lincoln), der für sie wichtig ist. Hamilton, Lincoln, Washington, Roosevelt, meinetwegen auch (Jefferson) Davis oder (Sam) Houston.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Erdgeist am 8.11.2015 | 20:59
Die meisten skandinavischen Länder haben doch mehr oder weniger debil aussehende Löwen (http://satwcomic.com/coat-of-arms) als Wappentier. Damit ließe sich sicher was anstellen.

Edit: Link eingefügt. ;D
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Boba Fett am 8.11.2015 | 20:59
Wie wäre es als unvorbelastete Gemeinschaftswährung mit: Units?
Also Eineiten... ist neutral...
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 8.11.2015 | 21:12
Units gibts auch schon irgendwo. Hab vergessen wo. ;)

Löwen, das ist ne gute Idee.
Witziges Detail: das schwedische Wort ist dem finnischen ähnlicher als dem DK/NO:
Lejon/Leijona/Løve.

edit: achja. ISL Ljón iirc ^^
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Grey am 8.11.2015 | 21:15
Was SF-Währungen betrifft, fällt mir noch der "Standard" aus den Planetenwanderer-Geschichten von GRR Martin ein: "Dieser Klon kostet 100.000 Standard."

In Rainer Fuhrmanns "Die Untersuchung" heißt die Währung der vereinigten Erde einfach nur "Verrechnungseinheit", abgekürzt VE. Macht natürlich nicht viel her.

Wenn wir schon Beispiele für Währungen aus dem Genre sammeln, dürfen natürlich auch die aus "Per Anhalter durch die Galaxis" nicht unerwähnt bleiben: Der Altair-Dollar, die flainiasche Popelperle und der triganische Pu. ;D

Und natürlich hätte es eine gewisse augenzwinkernde Ironie, wenn sich in den USA nach dem Zusammenbruch des Dollars irgendwelche SF-Begeisterten mit dem "Credit" durchgesetzt hätten. ;)
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Boba Fett am 8.11.2015 | 21:20
Units gibts auch schon irgendwo.

Alles gab es schon mal irgendwo.
Macht es Sinn, als Alleinstellungsmerkmal Geld nicht mehr Geld zu wollen?
Wie wäre es mit Spunk? Ach nee, gab es ja auch schon...

Löwen als Währungseinheit erinnert mich an eine Hauswährung bei Fading Suns...
"black lions" wird von den Hawkwood verwendet.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: blut_und_glas am 8.11.2015 | 21:33
OK, fürs Commonwealth würde ich definitiv am Pound festhalten. Alles andere wäre ... seltsam.

Und die virtuelle Variante nennt sich dann Britcoin? :P

Passend zum allseits beliebten Neo-/New-/Nu- könnte im (neuen) vereinigten Europa natürlich auch mit dem Neuro bezahlt werden.

Und in Sachen Sammeln: Blue Planet benutzt (Incorporate) Scrip, wobei dahinter Long John als fiktiver Alienrohstoff steht (ausnahmsweise mal kein Energielieferant, sondern ein Rohstoff für die Genetikindustrie - insbesondere für die Lebensverlängerung/-verjüngung), mit dem im Zweifelsfall auch direkt bezahlt wird.

mfG
jdw
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Eulenspiegel am 8.11.2015 | 22:17
Ich kenne noch "Galax" als interstellare Währung zwischen Reichen innerhalb der Milchstraße.

Ansonsten: Bitcoin (https://de.wikipedia.org/wiki/Bitcoin)
Vielleicht hat sich ja irgendwo diese nicht-staatliche Währung durchgesetzt. Vor allem gerade bei mittelgroßen Konzernen: Zu klein für eine eigene Währung. Aber groß genug (und international genug), um sich nicht nur auf einen Staat zu verlassen und eine eigene Währung zu verwenden. Sie verwenden dafür den Bitcoin.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Galatea am 8.11.2015 | 22:27
Gelkanister oder Festblöcke mit speziellen Zusammensetzungen würden sich besonders für Settings mit Nanotechnologie anbieten, evtl. auch der Handel mit Bauplänen oder lizenzierten/limitierten Kopien von Bauplänen. Man zahlt quasi mit universellem oder speziellem Baumaterial oder mit Dingen die man daraus machen könnte.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Der Oger (Im Exil) am 8.11.2015 | 22:43
- Die Grundlage der Währung bei BattleTech (die C - Note) war: 1 C-Note = 1 Seite Text, die per HPG zu einem anderen Stern geschickt wurde.
- Hulks & Horrors: Beim Erschaffen außerirdischer ausgestorbener Zivilisationen konnte man auch schräge Währungen wie Zähne oder Radioaktive Isotope erhalten.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Imion am 8.11.2015 | 22:59
[Nur mal kurz reinschau]
In The Forever War von Joe Haldeman spielt ein Abschnitt während einer Zeit in der die Erde von Nahrungsenpässen schwer gebeutelt wird. Da ist die Währung die Kalorie.
[Schon wieder weg]
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 8.11.2015 | 23:00
Okay. Bevor es jetzt immer bizarrer wird und Omas alte Ringelstrümpfe als Währung vorgeschlagen werden: das braucht es alles nicht. Das Setting ist nicht dermaßen Far Out, dass ganz normale Fiatwährung keinen Sinn mehr machen würde; es gibt auch keinen Nanogoo, keinen FTL-Funk und auch sonst kein Macguffinite, dass eine derart zentrale Rolle sine qua non spielen würde. Vielleicht gibt es Sachen wie Magnetische Monopole und die haben dann auch ihre Anwendung, aber nicht so zentral, dass sich das gesamte Wirtschaftssystem der Menschheit nur noch darum drehen würde.

Es geht mir wirklich in erster Linie nur um interessante, originelle aber nachvollziehbare Namen. ^^
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Galatea am 8.11.2015 | 23:13
CUC [Kuck] - currency of the united commonwealth

Sol (z.B. als Währung des Erdsonnensystems, die in den meisten bekannten Systemen akzeptiert wird)
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Der Oger (Im Exil) am 8.11.2015 | 23:20
Hmmmh ... mal überlegen ...

meine nächste interstellare Hauptwährung werden "Koloniale Standards" oder "KS"

aber wie wäre es mit ...

"Yen Sterling"
"Solare Mark / Pfund / Dollar / Rubel"
"NUKE" (Neue Universelle Krediteinheit)
"Scrips"
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 8.11.2015 | 23:59
Hm, "Colonials", wäre vllt ein passendes Komplement zu "Continentals".

Hab btw auch schon überlegt, ob ich das Commonwealth/Empire nicht "Oceania" nennen soll, aber das käme wohl zu orwellianisch rüber. ;) Außerdem soll die Hymne nicht "Oceania, 'Tis for Thee" sein sondern "Land of Hope and Glory".  8)

Edit:
Hab inzwischen rausgefunden, was der historische Hintergrund zu "Continentals" ist. Kurz gesagt: das kann man wohl streichen.
Lang gesagt: dabei handelte es sich um während des Revolutionskrieges vom Continental Congress herausgegebenes Geld, welches mangels Golddeckung unter galoppierender Inflation litt -- nach 5 Jahren waren sie nur noch 2,5% des Ausgabewertes wert, und ein Jahr darauf wurden sie bereits überhaupt nicht mehr angenommen. Daraus entstand damals die Redewendung "Not worth a Continental".
Ist also mehr als unwahrscheinlich, dass man ausgerechnet diesen Namen für einen Währungs-Reboot wieder ausbuddeln würde.

Ich hatte die Idee aus dem Webcomic Escape From Terra (http://badwebcomicswiki.shoutwiki.com/wiki/Escape_From_Terra), welcher zwar erstmal ganz interessant war, sich aber dann als extrem libertär-ideologisch verbrämt herausstellte. Da waren Continentals die Währung der "United Worlds" -- und jetzt ist mir auch klar warum; weil für Libertäre das Konzept von Fiatgeld so beliebt ist wie Fußpilz, und der historische Continental alles darstellt, was sie an Fiatgeld scheisse finden. :p
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Fenix am 10.11.2015 | 23:43
Der selige Jack Vance hat in seinen Romanen die Standardverrechnungseinheit - SVE eingeführt. Sie entspricht dem Lohn für eine Stunde manuelle Arbeit eines ungelernten Arbeiters, quasi eine Art Mindestlohn. Man ging davon aus, dass die Arbeit überall gleich viel wert sein sollte. Die SVE ließ sich überall in lokale Währungen umtauschen.

Er hat außerdem noch die Sequinen erfunden, bunte Kristalle, je nach Farbe und Seltenheit unterschiedlich viel wert. Nur die Gewinnung war etwas aufwändig, um nicht zu sagen riskant ;-)

In den Comics über die Metabarone heißt die galaktische Währung Kublars.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 13.11.2015 | 18:12
Noch ein Nachtrag zur Frage, _warum_ überhaupt unbedingt alle Währungen geändert werden müssen:
- damit das Setting nicht durch reale Ereignisse in näherer Zukunft obsolet gemacht werden kann (man stelle sich vor, ich behalte den Euro, und in Echt wird er vor dem Jahr 2020 abgeschafft)
- um Fallstricke mit der Inflation zu vermeiden; vergleiche Back to the Future II wo eine Cola im Jahr 2015 $50 kosten sollte -- ganz so schlimm ist es ja nicht gekommen. ;)
- und damit man sich weiterhin in gewohnten Zahlenräumen aufhalten kann, und man nicht im Kopf umrechnen muss "Also eine Dose Cola kostet 50 Dollar, dann sind 100.000 Dollar..."

Wir sind es halt hier nicht gewöhnt, dass in unregelmäßigen Abständen von heut auf morgen die Währung abgewertet wird; für andere Währungen wie den Rubel mag das egal sein.

Für die planetaren Währungen hab ich jetzt schon ein paar brauchbare Ideen. Amerikanischer Eagle, Nordischer Löwe; alles schön und gut.

Nur bei den internationalen bzw Weltraum-Währungen bin ich noch nicht so recht fündig geworden. Das heisst, innerhalb des Sonnensystems geht es nach wie vor primär um einen schmissigen Namen, aber wenn ich so über interstellaren Verkehr nachdenke, wird das mit dem Fiatgeld doch potentiell problematisch. Da wird es (trotz FTL) schwierig, eine brauchbare Handelswährung zu finden, die überall akzeptiert wird, ohne auf Macguffinite zurückzugreifen.
Die Idee mit dem "Labor Credit" / SVE finde ich zwar ganz interessant, aber was bringt es mir auf der imperialen Kolonie New Jerusalem, wenn ich einen Gutschein über 100 Arbeitsstunden auf der Erde habe? Oder umgekehrt.

Man betrachte das vor allem aus der Perspektive eines Handelsschiffs, das zwischen der Erde und den Kolonien Fracht bewegt. Wenn du deine Erd-Fracht für 1 Million Colonials verkaufst, aber dort nur lokal erzeugte Fracht für sagen wir 800.000 Colonials laden kannst, was machst du dann mit den restlichen 200K, wenn diese Colonials auf der Erde nicht als Währung akzeptiert werden(bzw nicht zu einem akzeptablen Kurs)? Und du kein Interesse daran hast, dich später auf dieser Kolonie zur Ruhe zu setzen?

Unter Umständen wäre da das "Parken" überschüssigen Guthabens in klassischen Wertanlagen wie Gold ein kurzfristiger Ausweg -- aber auch nur so lange, wie niemand einen El Dorado-Asteroiden findet, der den Goldpreis auf der Erde komplett kollabieren lässt. Mit sowas muss man eigentlich immer rechnen, und vielleicht ist es schon passiert.
(Ich erinnere da an eine Szene aus Freefall, wo der Ingenieurin ein Stein vom Herzen fällt, dass der von ihrem Chef angerichtete Schaden _nur_ 50kg Diamanten betrug -- sie hatte schon Angst, es ginge um etwas Wertvolles.)

Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: YY am 13.11.2015 | 18:19
was machst du dann mit den restlichen 200K, wenn diese Colonials auf der Erde nicht als Währung akzeptiert werden(bzw nicht zu einem akzeptablen Kurs)? Und du kein Interesse daran hast, dich später auf dieser Kolonie zur Ruhe zu setzen?

Das Selbe wie immer:

In stabile Wertanlagen investieren.
Führt wohl über kurz oder lang dazu, dass die Händler irgendwo fett in Immobilien, Bergbau oder sonst was einsteigen und sich Händlerdynastien bilden.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Aedin Madasohn am 13.11.2015 | 18:54

Man betrachte das vor allem aus der Perspektive eines Handelsschiffs, das zwischen der Erde und den Kolonien Fracht bewegt. Wenn du deine Erd-Fracht für 1 Million Colonials verkaufst, aber dort nur lokal erzeugte Fracht für sagen wir 800.000 Colonials laden kannst, was machst du dann mit den restlichen 200K, wenn diese Colonials auf der Erde nicht als Währung akzeptiert werden(bzw nicht zu einem akzeptablen Kurs)? Und du kein Interesse daran hast, dich später auf dieser Kolonie zur Ruhe zu setzen?


das ist die Krux in allen Handelgeschäften ~;D ~;D ~;D

warum soll der Händler also lokale Colonials als Bezahlung akzeptieren, wenn sie den doch keinen Wert für ihn haben? Jeder halbwegs weitsichtige Händler würde das Problem schon im Vorfeld umgehen und nur harte terranische Devisen als Bezahlung akzeptieren bzw. die Handelsreise erst gar nicht antreten.

Bei stabilen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Terra und Kolonie ließen sich Währung(en) problemlos über berechenbare Wechselkurse gegeneinander tauschen.
Ist das nicht möglich, so muss der Güteraustausch in jeder Transakation ausgeglichen sein - und wenn auf-Teufel-komm-raus Seltenerde-Metall-Barren verladen werden müssen. Gold ist so eine Sache. Es gäbe auch Ytterium, Palladium, Germanium... Ein bunter Mix für Hochleistungsedelstähle der Raumfahrt halt.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 13.11.2015 | 19:04
Ja, eben darum brauchen wir eine allgemein akzeptierte Handelswährung. Da fragt sich dann auch, welche Institution dann dahinter steht. Da es keine zentrale Weltregierung gibt, steht da vllt eher ein Handelskonsortium dahinter.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Aedin Madasohn am 13.11.2015 | 19:14
wenn eine Handel(sfahrer)Konföderation dahinter steht,
so wären vielleicht TechnikerStunden im Raumdock für Wartung als Bezugsgröße relevant. Name TeStu  ~;D oder WarStu  ~;D
Oder Helium-(Isotop mit 3 Nukleotiden müsste das fusionsaffine sein) Tankfüllung für X Hyperraumsprünge.
Aus BattleTech gibt es die ComstarCredits, die auf Anzahl gesendeter Buchstaben einer interstellaren Kommunikation fussen.
Kommunikation wird ja schließlich sowohl auf Terra als auch den verscheidenen Kolonie geschätzt - und seien es Byte-Äquivalente, um ein Sportereigniss zu übertragen...

Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 13.11.2015 | 22:50
Ach, solang es nur um die Bezugsgröße geht ("was bekommt man für 1,00 Voucher"), das ist eine Frage des Beschlusses.
Jedoch sollte nicht die ganze Währung auf dieser einen Sache _basieren_ - also nach Art der "Golddeckung" - weil das ja dann hieße, dass dieses eine Ding genausoviel Wert ist wie die gesamte restliche Ökonomie zusammengenommen.
Außerdem wäre eine alleinige Deckung duch Verbrauchsstoffe wie 3He, Wasser oder Seltener Erden etc auch nicht praktikabel, glaube ich, eben weil das Zeug ja zum Verbrauchen da ist. In der Historie wurden als Gegenwert aber eigentlich immer nur Dinge hergenommen, die _keinen_ praktischen Nutzen hatten, eben sowas wie Gold -- vollkommen nutzlos, der Müll!

Stattdessen sollte die Währung einfach quasi durch das BSP selber gedeckt sein -- aber andererseits wiederum nicht dergestalt, dass Banken die Lizenz haben, Geld aus dem Nichts zu erschaffen und dann dieses Nichts-Geld gegen echte Zinsen zu verleihen.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Runenstahl am 13.11.2015 | 23:16
Mir persönlich gefällt als stellare Währung der von dir selbst vorgeschlagene "Solar" (im Umgang würde wohl "Sol" draus werden) am besten. Das ist kurz, klangvoll und sagt vom Namen her schon aus das der "Solar" mit unserem Sonnensytem verbunden ist.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 13.11.2015 | 23:30
Ja, das blöde ist nur, dass ich nicht der Erste mit dieser Idee bin -- so heisst schon die Währung bei Perry Rhodan.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Runenstahl am 14.11.2015 | 03:03
Ah okay. Das ist schwierig. Habe ganz ähnliche Probleme damit klangvolle Namen für meine Weltraumspiele zu finden. Alle Namen die mir einfallen hat schon irgendwer vor mir verwendet :(
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 14.11.2015 | 05:06
Bei mir heisst die Systemwährung Stellars und die intergalaktische Währung Spirals, wobei die Menschen das nur Milkies oder Milks nennen  ~;D
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 14.11.2015 | 11:39
Ja, eben darum brauchen wir eine allgemein akzeptierte Handelswährung.
Warum nicht eine Handelswährung, die Handelswährung ist - weil sie von den Händlern als Handelswährung* anerkannt ist?

Vielleicht weil sie einfach zum richtigen Zeitpunkt verfügbar war und bot was gebraucht, gewünscht etc. wurde?
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 14.11.2015 | 11:40
Bei mir heisst die Systemwährung Stellars und die intergalaktische Währung Spirals, wobei die Menschen das nur Milkies oder Milks nennen  ~;D
Sie sind genial! :pray:
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Eulenspiegel am 14.11.2015 | 11:58
Ich würde es so wie auf der Erde handhaben:

Sprich, es gibt Umtauschkurse zwischen den einzelnen Fiatwährungen, die sich nach Angebot und Nachfrage richten. Und es gibt Devisen.

Sprich, wenn da eine neue Kolonie ist, deren Währung nicht vertraut wird, dann müssen sie erstmal ihre eigenen Produkte exportieren, um fremde Währung ins Land zu schaffen. Und mit diesem Geld können sie dann Sachen kaufen/importieren.

Wenn es aber große Planeten gibt, deren Wirtschaft man vertraut, dann sollte es verlässliche Umtauschkurse geben. (Diese schwanken natürlich, sind aber so stabil, dass man ihnen halbwegs vertrauen kann.)
Beispiel: Der Händler fliegt zum US-Planeten und verkauft dort etwas für "Zukunft-Dollars". Mit dem Geld fliegt er dann zum EU-Planeten. Dort geht er zu einer Bank und tauscht die "Zukunft-Dollars" gegen "Zukunft-Euros".

Als galaxisweite Vergleichs-Währung wird sich bei Fiatgeld wahrscheinlich die Währung des (scheinbar?) wirtschaftsstärksten und dominantesten Planeten durchsetzen.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Grey am 14.11.2015 | 12:10
Ah okay. Das ist schwierig. Habe ganz ähnliche Probleme damit klangvolle Namen für meine Weltraumspiele zu finden. Alle Namen die mir einfallen hat schon irgendwer vor mir verwendet :(
Ich habe sowieso den Eindruck, jede halbwegs aussprechbare Buchstabenkombination bis rauf zu 8 Buchstaben ist in der Fantasy/SF bereits als Eigenname vergeben. ::)

@GLS: Die Stellars und Spirals gefallen mir. Und der Slang-Ausdruck dafür erst recht. :d
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 14.11.2015 | 12:41
Ich habe sowieso den Eindruck, jede halbwegs aussprechbare Buchstabenkombination bis rauf zu 8 Buchstaben ist in der Fantasy/SF bereits als Eigenname vergeben. ::)

Da magst du Recht haben. :6 Richtig frustig ist halt, wenn das selbst für einen einzigen eng definierten Bereich wie "Währung" zu gelten scheint.
Ich weiß jetzt auch wieder, woher ich "Stellar" im Kopf hatte. Das war die interstellare Handelswährung in Robert Heinleins "Citizen of the Galaxy".
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Grey am 14.11.2015 | 12:52
Nenn sie doch "Astral". :P
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 14.11.2015 | 13:24
Das gefällt mir wieder nicht. :6
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Antariuk am 14.11.2015 | 13:24
Ich finds immer schick wenn so Alltagsbegriffe sich ethymologisch auch irgendwie aus dem Setting herleiten und nicht nur dem groben Genre nach gewählt werden. Ein Beispiel:

Roc oder Rocu, von "Rackham Orbital Currency", einer ehemaligen kleinen Privatbank im Orbit von Mars (aus geopolitischen Gründen) die mittlerweile der Big Player im Finanzgeschäft ist. In der Arbeiterklasse auch Rags (von Rackham) oder Cur genannt (von "Currency"), weil die für Rackham nicht viel übrig haben. Rocu basiert auf einem proportionalem Platinumstandard der mittlerweile aber nur mehr theoretischer Natur ist weil im inneren Sonnensystem kaum jemand mehr in gemünztem Platin bezahlt (und weil Rackham 85% der Platinminen auf dem Mars kontrolliert). Bei auf Rocu basierenden Finanztransaktionen jeglicher Art spricht man von einem Pact - eigentlich PCT für Platinum-based Currency Transaction, im Laufe der Zeit wurde daraus dann der augenzwinkernde Hinweis auf das Große Böse aka Rackham. Auch wenn Rocu die quasi-Standardwährung darstellt, ist sie nicht die einzige Orc (Orbital Currency).

Sowas in der Art halt. Feuersänger, gib uns mehr Fluff zu Redshift, dann knobeln wir sowas aus >;D
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 14.11.2015 | 14:10
Klangvolle Akronyme sind natürlich eine Möglichkeit. Allerdings sollten sich dann Akronym und Bedeutung in einer Sprache bewegen, also nicht wie das oben vorgeschlagene "NUKE" mit englischer Aussprache und deutscher Bedeutung.

Zitat
Sowas in der Art halt. Feuersänger, gib uns mehr Fluff zu Redshift, dann knobeln wir sowas aus >;D

Habe kürzlich angefangen, mal alles zusammenzuschreiben, was ich schon habe. Hoffentlich bleib ich nicht wieder irgendwo hängen. ^^
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Chaos am 14.11.2015 | 14:15
[quote author=Feuersänger link=topic=96094.msg134320049#msg134320049 date=1447434746
Die Idee mit dem "Labor Credit" / SVE finde ich zwar ganz interessant, aber was bringt es mir auf der imperialen Kolonie New Jerusalem, wenn ich einen Gutschein über 100 Arbeitsstunden auf der Erde habe? Oder umgekehrt.

Man betrachte das vor allem aus der Perspektive eines Handelsschiffs, das zwischen der Erde und den Kolonien Fracht bewegt. Wenn du deine Erd-Fracht für 1 Million Colonials verkaufst, aber dort nur lokal erzeugte Fracht für sagen wir 800.000 Colonials laden kannst, was machst du dann mit den restlichen 200K, wenn diese Colonials auf der Erde nicht als Währung akzeptiert werden(bzw nicht zu einem akzeptablen Kurs)? Und du kein Interesse daran hast, dich später auf dieser Kolonie zur Ruhe zu setzen?
[/quote]

Für solche Dinge gibt es Geldwechsler. Die sind - gegen eine bescheidene Gebühr - liebend gerne bereit, deine Colonials, mit denen du nichts anfangen kannst, gegen eine für dich nützliche Währung einzutauschen. Schließlich kommt früher oder später ein Händler vorbei, der mehr Ware erwerben möchte, als er Colonials vorrätig hat, und der entsprechend bereit ist, zusätzliche Colonials zu erwerben.
 Natürlich muss man ein Doktor in Mathematik haben, um die obskuren Formeln zu verstehen, mit denen diese Leute ihre angemessenen Wechselkurse austüfteln - oder einfach nur genug Menschenkenntnis besitzen, um zu verstehen, dass sie ihre Kunden nach Strich und Faden verarschen.

Alternativ: Das von dir beschriebene Problem hat nicht nur ein Händler, das haben alle. Was läge also näher, als sich zusammenzuschließen und eine Art "Geldwechsel-Verein auf Gegenseitigkeit" zu gründen? Jedes teilnehmende Handelshaus zahlt in den Grundstock des Vereins ein, und erhält so das Recht, in Büros des Vereins (zu finden in jedem Raumhafen) Währungen umzutauschen - sei es gegen Bares, soweit verfügbar, sei es gegen ein Wechsel, einzulösen in jedem anderen Büro des Vereins. Und weil der Verein finanziell solide und relativ ehrlich ist, werden diese Wechsel auch an ziemlich vielen Orten als Zahlungsmittel akzeptiert, so dass sie sich irgendwann als eine Art universelle Parallel-Währung etablieren.

Ich würde mich im Übrigen nicht wundern, wenn es das mit diesem Verein Vergleichbares im späten Mittelalter oder in der frühen Neuzeit schon einmal gegeben hat...
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 14.11.2015 | 15:05
Noch als Nebenzweig zum Thema "Colonials":

Mir schwebt da vor, dass zumindest die eine oder andere Kolonialmacht den ganzen Gig darauf ausgerichtet haben, ihre Kolonien nach Strich und Faden auszubeuten. Das British Empire ist da sicherlich ein historisch prädestinierter Kandidat. So nach dem damaligen Indien-Schema: Kolonie muss Rohstoffe [wie Baumwolle] ans Mutterland liefern und verarbeitete Güter von diesem einkaufen. Die Kolonie darf ihre Rohstoffe nicht selbst verarbeiten, geschweige denn selbst verarbeitete Güter exportieren.

Nun lässt sich dieses Szenario nicht 1:1 in die SF übertragen.
Zum einen: Indien ist längst zu groß und mächtig, um sich abermals dem BE einverleiben zu lassen. Dennoch könnte das BE hier haufenweise Arbeitskräfte / Kolonisten aus den ärmeren Bevölkerungsschichten rekrutieren. Aber der große Bottleneck sind Transportkapazitäten: da das Setting nicht _so_ wahnsinnig weit in der Zukunft spielen soll (maximal ca 250 Jahre), und extrasolare Kolonien erst maximal 100 Jahre lang bestehen, werden die Kolonien viel kleinere Bevölkerungszahlen haben als die Mutterländer. Fragt sich also, welche Dividende aus deren Ausbeutung überhaupt zu erwarten ist. Zumal sich auch die Verschiffung von komplett unverarbeiteten Rohstoffen aufgrund der Frachtkosten nicht lohnt. Also z.B. keine Metallerze, sondern höchstens raffinierte Metalle (99%), die auf der Erde so teuer sind, dass sich Frachtkosten von ~10-30cr/kg nicht als Dealbreaker auswirken.

So ein Exploit-Scheme sähe also dann so aus, dass auf den Kolonien nur mit Colonial Credits gehandelt werden darf. Wieviel Colonials eine Tonne Yttrium wert ist, und wieviele Colonials im Gegenzug ein Traktor kostet, wird von einer staatlich sanktionierten Handelsorganisation festgelegt (ähnlich der East India Company vielleicht).
Damit nun freie Weltraumunternehmer mit ihren Frachtraumern da mitmachen, dürfen sie nicht von der Colonial-Währung eingeschränkt werden. Lösung: sie selber handeln gar nicht mit diesen Kolonien, sondern fungieren nur als Spediteure. Sie schippern Fracht von der Erde und zurück und kassieren dafür Frachtraten in harten Devisen. Die Abrechnung zwischen Mutterland und Kolonie braucht sie gar nicht zu interessieren.
(Das wiederum wird auch schon in der Literatur exerziert, z.B. in Harrisons "Homeworld"-Trilogie.)
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Antariuk am 14.11.2015 | 16:37
Das klingt auf den ersten blick auch nicht übel... kann man ein paar Abenteuer draus stricken. Jetzt muss ich mir diese Homeworld Trilogie mal ansehen... ;)
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 14.11.2015 | 17:09
OT:

Jetzt muss ich mir diese Homeworld Trilogie mal ansehen... ;)

Tu das, ich fand sie richtig gut. Hab ich übrigens auf Tip vom Pyromancer gelesen. ;) Das Thema mit den ausgebeuteten Kolonien wird im zweiten Teil (Wheelworld) durchexerziert: Agrarplanet produziert quasi nichts außer Getreide, und in regelmäßigen Abständen kommen Schiffe, die das Getreide gegen Versorgungsgüter eintauschen. Das läuft schon so lange so, dass die Kolonisten schon gar nicht mehr wissen, was Geld ist, oder dass es womöglich noch ein anderes Leben geben könnte. Gold kennen sie allerdings -- damit überziehen sie ihre Traktoren, damit sie nicht rosten. xD
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Gorai am 14.11.2015 | 17:15
Moin,

Ich spiele regelmäßig Nova-Universum von Daniel Scolaris. Eine der dortigen Währungen nennt sich Sternentex. Unsere Spielleitung führte zur einfachen Umrechnung einfacherhalber "Credits" ein  8).
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Chaos am 14.11.2015 | 18:11
Nun lässt sich dieses Szenario nicht 1:1 in die SF übertragen.
Zum einen: Indien ist längst zu groß und mächtig, um sich abermals dem BE einverleiben zu lassen. Dennoch könnte das BE hier haufenweise Arbeitskräfte / Kolonisten aus den ärmeren Bevölkerungsschichten rekrutieren. Aber der große Bottleneck sind Transportkapazitäten: da das Setting nicht _so_ wahnsinnig weit in der Zukunft spielen soll (maximal ca 250 Jahre), und extrasolare Kolonien erst maximal 100 Jahre lang bestehen, werden die Kolonien viel kleinere Bevölkerungszahlen haben als die Mutterländer. Fragt sich also, welche Dividende aus deren Ausbeutung überhaupt zu erwarten ist.

Gibt es eigentlich auf der Erde noch Länder, die wichtige Rohstoffe haben, aber selbst nicht über die nötigen Mittel verfügen, beim Kolonisieren mitzumischen?

Die könnten von einer Kolonialmacht ausgebeutet werde nach dem Schema "Dritte-Welt-Land liefert billig/kostenlos Rohstoffe, und bekommt dafür Land auf einer Kolonie und ein Transportkontingent von X Personen pro Jahr".


Darüber hinaus hat das Kolonialszenario, das du beschreibst, den Vorteil, dass es einen guten Abenteuer-Aufhänger bietet: Schmuggel! Je nachdem, wie eng das Mutterland die Daumenschrauben anzieht, kann es allemal billiger sein, bei einem Schmuggler Rohstoffe gegen Fertigwaren zu tauschen, als ganz offiziell über das Mutterland - ganz davon abgesehen, dass man so auch an Waren kommt, von denen das Mutterland gar nicht will, dass man sie hat, also etwa Maschinen, mit denen sich Fertigwaren selbst herstellen lassen.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 14.11.2015 | 19:22
Gibt es eigentlich auf der Erde noch Länder, die wichtige Rohstoffe haben, aber selbst nicht über die nötigen Mittel verfügen, beim Kolonisieren mitzumischen?

Die könnten von einer Kolonialmacht ausgebeutet werde nach dem Schema "Dritte-Welt-Land liefert billig/kostenlos Rohstoffe, und bekommt dafür Land auf einer Kolonie und ein Transportkontingent von X Personen pro Jahr".

Ja, so in der Art. Auf der Erde selber werden zwar nur noch relativ wenige Rohstoffe abgebaut. Meine ursprüngliche Idee war auch, dass dank billiger Energie überall auf der Erde ein anständiger Lebensstandard möglich sein soll. Da bin ich gerade ein bißchen am schwanken ob ich das nicht wieder etwas verschärfen soll.
So oder so kann man sich leicht ein "Brot für die Welt, die Wurst bleibt hier" Szenario ausmalen, in dem die 3. Welt zwar von den reichen Ländern versorgt wird, aber trotzdem so kurz gehalten, dass die einen nach wie vor nach der Pfeife der anderen tanzen müssen.

Und ja, das Schmuggel-Szenario hab ich auch auf dem Schirm. ;)

Edit:
Dazu mal einen alten Thread reaktiviert:
http://www.tanelorn.net/index.php/topic,69267.msg134320383.html#msg134320383
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 14.01.2026 | 02:11
*bump*

Nachdem der Thread jetzt ein paar Tage brach lag -- huch waren ja 10 Jahre -- ist mir was eingefallen, was hier diskutabel wäre.

Im bisherigen Verlauf hatten wir ja gesagt: es gibt nicht eine einzelne Weltwährung; die verschiedenen Blöcke und Regionen haben immer noch ihre eigenen Währungen, auch wenn die anders heißen als unsere heute.
Nun bin ich aber bei meinen Recherchen auf das "Triffin Dilemma" gestoßen, welches da besagt: eine Währung kann nicht dauerhaft gleichzeitig eine stabile Landeswährung und internationale Reservewährung / globale Leitwährung sein. Denn für das eine muss ständig viel von diesem Geld ins Ausland fließen, was aber im inneren für Schwierigkeiten sorgt. (Sorry, so komplett steige ich da auch nicht durch, bin halt kein Ökonom.)

IRL haben wir da ja den USD als Anschauungsbeispiel. Ist globale Leitwährung, nicht zuletzt bedingt dadurch dass die USA einen Importüberschuss haben, also ständig USD ins Ausland fließen. Im Rest der Welt häufen sich also massenweise USD an, und weil Zentralbanken damit nicht viel anfangen können, kaufen sie dafür US Treasuries. Diese werfen moderat Zinsen ab, aber halt auch wieder in USD, womit man immer noch nicht mehr anfangen kann, also kauft man davon noch mehr Treasuries, ad nauseam.

[Sidebar: aktuell liest man immer wieder von Drohungen, die US-Treasuries zu "dumpen", um damit die USA wirtschaftlich zu ruinieren, aber so richtig verfängt die Drohkulisse nicht. Die Fed ist mit der Macht ausgestattet, nahezu unbegrenzt Treasuries zurückzukaufen, und dann sitzt halt der Dumper auf einem Riesenhaufen US-Cash, und was macht er dann damit. Dadurch mag der USD-Wechselkurs stark fallen, aber das ist ja auch wieder nicht im Sinne der anderen Länder, weil ihr Cash dann halt einfach weniger wert ist, während gleichzeitig ihre Exporte teurer werden und somit der Absatz in die USA sinken dürfte.]

Aber umgekehrt stellt sich dann halt auch für die anderen Länder die Frage, warum sie überhaupt noch USD annehmen sollten, wenn sie dann doch nichts damit anfangen können außer sie wieder der US-Regierung zu leihen.

Und an _dieser_ Stelle habe ich mir eben gedacht: wie wäre es denn, wenn man dieses Dilemma auflöst, indem man tatsächlich eine internationale Verrechnungswährung erschafft, die das Triffin-Dilemma auflöst, weil sie nicht gleichzeitig als Landeswährung fungiert? Nennen wir diese fiktive Welthandelswährung einfach mal "Terran Credits".
--> Dies wiederum führt mich zu der Frage, wie dies vonstatten gehen könnte. Und insbesondere, wie es da mit der Konvertierbarkeit aussieht. Denn solange es Länder gibt, die keine ausgeglichene Handelsbilanz haben, werden sich dort größere Credit-Reserven anhäufen, während importlastige Länder irgendwie Nachschub an Credits besorgen müssen. Wie bei so ziemlich Allem gilt ja auch hier: ich kann etwas nur kaufen, wenn es mir jemand anders verkauft.

Mal am Beispiel Handel USA - EU illustriert: Aktuell (2024 heisst das) beträgt die Handelsbilanz 290 zu 200 Mrd Euro pro Jahr; es häufen sich also jährlich USD im Wert von 90Mrd€ in Europa an, aktueller Gesamtbestand ca 2000 Mrd USD.
Und wie wäre das, wenn es von einer unabhängigen Weltbank kontrollierte Credits gäbe?
Dann müssten die Amerikaner Credits für USD kaufen, um die Europäer zu bezahlen, und die Europäer hätten dann diese Credits, die sie gerne in Euro eintauschen würden. Aber wo sollen diese Euros herkommen? Die Weltbank hat ja vor allem USD vorrätig, und besitzt schlicht nicht genug EUR um diese irgendwem für Credits zu verkaufen. Und wie gesagt, bitte bedenken dass dies ein verkürztes Beispiel ist; natürlich könnte man das mit Hinzunahme von China usw noch beliebig komplexer machen. Aber unterm Strich läuft es halt darauf hinaus, dass eine deutsche Firma ihre deutschen Arbeitnehmer in € auszahlen muss, weil diese beim Bäcker ihre Brötchen nicht mit USD oder RMB oder sonstwas bezahlen können.

An dieser Stelle stecke ich gerade fest. Kennt sich von euch jemand damit aus? Wie bekommt man das aufgelöst?
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Chaos am 14.01.2026 | 14:16
Wenn ich das Problem auflösen könnte, wäre mir wohl ein Nobelpreis sicher.

Eine Alternative könnte sein, statt einer Leitwährung ein Leitgut oder eine Leitdienstleistung zu nehmen.

In BattleTech zum Beispiel ist die ComStar-Note (oder C-Note) internationale Leitwährung; die wird von ComStar herausgegeben, dem Monopolisten auf überlichtschnelle interstellare Kommunikation. Eine C-Note ist jederzeit einlösbar gegen eine Millisekunde Übertragungszeit (etwa 2 KB Datenvolumen) von einer Station zu einer anderen in Reichweite. Und selbst wenn du als Privatmensch gar keinen Bedarf hast, diesen Dienst zu benutzen, es gibt immer genug Firmen und Regierungen und Privatleute, die diesen Bedarf haben, deshalb weiß jeder, dass er jederzeit einen willigen Abnehmer für seine C-Noten findet.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: unicum am 14.01.2026 | 14:38
Gibt es dieses Problem grundlegend nicht erst seit dem Fiatgeld? Also seitdem man eben Geld nach bedarf "auf knopfdurck" herstellen kann?

Ach ja Bitcoin dürfte ja galube ich auch nicht funktionieren, dafür braucht es doch eine allgemeine Internettverbidnung für Transaktionen (oder? kenn mich damit auch nicht so wirklich aus) - man müsste also überall ein Netz haben das auch so schnell ist. Also eben auch "überall im ganzen Weltall" - Wenn du auf Pluto deinen Kaffeee mit Bitcoin zahlst wird die bezahlung schon etwas dauern selbst mit Lichtgeschwindigkeit. Von Alpa Centauri mal ganz zu schweigen. Könnte man natürlich ggf mit Quantenverschlüsselung umgehen - wenn man sagt das diese wirklich instantan wäre.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 14.01.2026 | 15:33
Naja, vor Fiatgeld war das Problem ein bisschen anders gelagert, aber lief im Prinzip schon aufs Selbe raus. Vor 1971 war ja der USD _offiziell_ goldgedeckt, aber in Wirklichkeit war er das eben nicht, sodass es schon für eine große Verwerfung gesorgt hat als irgendwann (so um 1968 iirc) hat Frankreich die USA beim Wort genommen und wollte sich seine USD in Gold auszahlen lassen, und das ging nicht weil nicht genug Gold da war. Also eigentlich war da die Golddeckung schon längst Geschichte, Nixon hat es dann halt nur offiziell bestätigt.

Und auch wenn man noch weiter zurückgeht und direkt Edelmetalle als Währung nimmt -- es läuft immer wieder darauf hinaus, dass halt die Handelsbilanzen oft nicht ausgeglichen sind und so immer mehr Gold oder Silber aus Land A in Land B fließt und sich dann dort aufhäuft. Siehe zB Teehandel zwischen China und England. England wollte Tee, es gab aber absolut nichts was China von England hätte eintauschen wollen außer Silber. Dass dieser ständige Silberabfluss England bankrott zu machen drohte, führte letztendlich zu den Opiumkriegen.

Bitcoin halte ich letztendlich auch für Quatsch, ist aber wieder ein anderes Thema.

Eine Deckung durch andere Werte, wie Information in Battletech, halte ich durchaus für denkbar und passend. Ich tendiere hier zu einer Energiedeckung, da letztlich jedes Gut in Energieaufwand umgerechnet werden kann.

--

Anyway:
Ich habe noch ein wenig über das Problem nachgedacht. Unterm Strich ist die einzige Lösung - auch mit Einführung einer internationalen Handelswährung - dass jeder lokale Währungsraum eine ausgeglichene Handelsbilanz braucht. Aber natürlich nicht durch künstliche Drosselung der Exporte oder Protektionismus, sondern durch Anpassung der Binnennachfrage.
Dazu müsste man halt in einer stolzen Exportnation wie Deutschland erstmal realisieren und verinnerlichen, dass "Exportüberschuss" in Wirklichkeit ein Euphemismus für "Konsumdefizit" ist. Da kommen wir dann wieder zur Productivity Pay Gap, aber das möchte ich jetzt in diesem Thread gar nicht so sehr vertiefen.

Jedenfalls fügt sich das eigentlich ganz schön ins Gesamtbild der Neuen Ökonomischen Politik in Redshift: es wird nicht mehr gehortet, sondern verteilt. Und das könnte ungefähr so funktionieren:
Eine unabhängige Weltbank verwaltet "ICU" - die International Clearing Unit. Zentralbanken wie die US Fed, EZB oder PBC kaufen ICU mit ihrer Landeswährung. Mit diesen ICU werden nun internationale Geschäfte abgewickelt. ZB Autohändler in USA kauft für $10M ICU, und bezahlt damit die Mercedeslieferung, und Mercedes tauscht den Überschuss an ICU wieder in € um. Da die Weltbank aber weder $ noch € erschaffen kann, können (verkürzt gesagt) nur so viele € zurückgetauscht werden wie vorher eingezahlt wurden. Die EU muss also für eine ausgeglichene Handelsbilanz sorgen, und könnte dazu Instrumente wie Strafzinsen nutzen.

Das wirkt jetzt vielleicht auf den 1. Blick unnötig kompliziert und wie "Dollarwirtschaft mit Extra Steps", aber ich finde es macht Sinn wenn man die komplette Weltwirtschaft betrachtet. ICU ist ein internationaler Puffer, der erlaubt, dass Länder in unterschiedlichen Währungen handeln können, ohne dass jedes Währungspaar perfekt ausgeglichen sein muss.
Der Hauptbenefit ist, dass nicht mehr alles am USD hängt. Die USA könnten dann ihre Währung so verwalten, wie es für sie intern am sinnvollsten ist, und die anderen Blöcke sind nicht mehr gezwungen, haufenweise Treasuries zu kaufen weil sie nicht wissen, was sie sonst mit den USD anfangen sollen.

(Jetzt mal davon abgesehen, dass ich in der Welt von Redshift eh nicht mehr von so wenigen Superblöcken ausgehe, sondern annehme dass sie in kleinere, intern homogenere reorganisieren und auch die Währungen von neuen lokalen Währungen ersetzt werden.)
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Galatea am 14.01.2026 | 20:37
In meinem SF-Setting ist das am breitesten anerkannte Zahlungsmittel eine Art "Grey Goo" - ein zähes Gel (Mischung aus organischer und technischer Nanomaschinere), das prinzipiell zur Herstellung von fast allem Möglichen verwendet werden kann (vorausgesetzt man hat den richtigen Bauplan). Man zahlt quasi mit Fabrikationsrobotern (es gibt verschiedene Varianten, die können sich i.d.R. nicht selbst reproduzieren).
Es gibt natürlich auch andere Währungen bis hin zum Tauschhandel, aber das Gel wird praktisch immer und überall angenommen, weil jeder was damit anfangen kann (die ganze Technologie des Settings basiert mehr oder weniger darauf).

Prinzipiell könnte man auch eine Energieressource als "naturelles" Universalzahlmittel haben, vorausgesetzt die ist kompakt genug.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: unicum am 14.01.2026 | 21:00
Etwas ist ja immer nur soviel wert wie jemand anderes bereit ist dafür zu bezahlen.

Ich halte die Idee hinter dem Bitcoin eigentlich für genial aber nicht zu ende gedacht.

Eigentlich müsste man Geld haben das mit jedem Tag an Wert verliert, so das man gezwingen ist umzusetzen wenn man den Wert erhalten will. Gibt es als Konzept auch, hat aber auch so seine Probleme.

Das einzige was ich derzeit sehe was eine knappe nicht wirklich nachwachsende sache ist - ist Grund und Boden. Ich würde Grund und Boden ohne wirklich signifikanten Grund nicht verkaufen wollen.

Zurück zu SF ich meine es mal in einem Roman gelesen zu haben das "geschwindigkeit" als resourche gesehen wurde - und es muss ja nicht die einzige sein.

Etwas anderes sind "gefälligkeiten" - meine Mutter ist in so einem Nachbarschaftshilfeverein die haben eine Währung die einfach so als "Stunden" gehandelt wird. Das bekommst auf dein Konto und es gibt auch einen Wechselkurs in € wenn man, wie etwa meine Mutter mit 87 nichts mehr anbieten kann.

Und dann ist da noch in Gold gepresstes Latinum,... weil man es nicht replizieren kann.

Ich glaube da eine wirklich stringente Antwort zu bekommen ist schwierig, da braucht es eben ein System dahinter was auch nicht den Hauch von Koru$$t ist. Das Comstar von Battletech hat ja (s.o.) auch sowas wie der Nachbarschaftshilfeverein.

Auf der anderen Seite, Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Als Jerusalem wieder erobert wurde konnte man für einen Chistlichen Sklaven nur ein paar Sandalen (ansonsten waren es zu der Zeit etwas wie ein Pferd oder so). Das wird sich in SF auch nicht wirklich ändern.

Ist jedenfalls ein interessantes Thema, aber eine wirkliche Vorstellung davon was gut ist, kann ich nicht sagen. Zeit ist etwas das auch als Währung interessant ist (gibt ja so einen SF film wo leute in Lebenszeit bezahlen mit einer Uhr die wenn sie abläuft eben den Tod auslöst (oder so ich hab den Film nur zum Teil gesehen)) Kann ja auch sowas wie "Rechenzeit" auf einem Großrechner sein da sind wir dann bei den ms von Batteltech wieder,...

Auf der anderen Seite - wie realistisch will man es haben? Wie "sicher" - ich meine wenn es ein absolut sicheres System ist, macht man sich vieleicht Abenteueransätze kaputt,...
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 14.01.2026 | 21:51
In meinem SF-Setting ist das am breitesten anerkannte Zahlungsmittel eine Art "Grey Goo"

Hmmh, also sowas wie dieses Omni-Gel in Mass Effect. Wenn sowas im Setting existiert, ist es natürlich nachvollziehbar dass das auch als Währung verwendet wird. Persönlich bin ich mehr als skeptisch, was die technisch-physikalische Machbarkeit von solchen Nano-Assemblern angeht, sodass ich sie aus meinem Setting erstmal ausspare.

Was die Energiewährung angeht, denke ich da eher an schlichte Energie_deckung_. Also du hast ein "Stück Papier in der Tasche" (in Wirklichkeit natürlich elektronisch), das dir ein Anrecht auf zB 100MJ gibt. (Das entspricht so grob 2 Litern Benzin, nur so als Referenz). Und die kannst du eben selber verbrauchen oder gegen andere Dinge eintauschen.

Alternativ sowas wie "Arbeitsstunden" wären natürlich theoretisch möglich, aber sowas funktioniert wohl in der Praxis wirklich nur bei Nachbarschaftshilfen, da in Realitas wohl ein sagen wir mal Automechaniker dir deine Rostmühle nicht für 3mal Rasenmähen reparieren wird, will sagen, Leute verlangen für unterschiedlich komplexe Arbeit unterschiedliche Entlohnung.

Zitat
Eigentlich müsste man Geld haben das mit jedem Tag an Wert verliert, so das man gezwingen ist umzusetzen wenn man den Wert erhalten will.

Äh ja, das ist so ziemlich jede Währung auf der Welt. Nennt sich Inflation. Wenn du dir jetzt 1000€ ins Kopfkissen stopfst und da liegen lässt, guck mal wieviel du in 10 Jahren noch dafür bekommst.

Umgekehrt,  Bitcoin als spezieller Fall von deflationärer Kryptowährung hat gleich mehrere Problemquellen, die schon jede einzeln für sich "schwierig" sind und in Kombination das ganze Konzept als Währung komplett untragbar machen.
Hier ein relativ kurzes und knappes Video zu dem Thema (12 Minuten): https://www.youtube.com/watch?v=LPJExBAhMtQ

Was da noch gar nichtmal angesprochen wird: die Validierung einer Transaktion ist ja nicht kostenlos. Der Validator will dafür eine Gebühr haben. Und für die nächste Transaktion auch und für die folgende wieder. Das ist dann nicht einfach "nur" Deflation, das sorgt dafür dass eher über kurz als über lang die komplette (weil begrenzte) Geldmenge von den Blockchainern aufgesogen wird. Als Währung würde es aber schon lange vorher zusammenbrechen.

Wie gesagt: für _irdische_ Währungen kann man meinetwegen auch weiterhin das Fiatprinzip beibehalten, nach dem halt zumindest nominell die Geldmenge durch die Gesamtheit der Waren gedeckt ist, was sich aber nichtmal überprüfen lässt, sodass es in der Praxis reine Vertrauenssache ist. Wenn ich dir zwei Rollenspielbücher für 50€ abkaufe, dann nimmst du die 50€ ja nur an, weil du davon überzeugt bist, dass du dafür morgen 100 Brötchen kaufen kannst, und der Bäcker nicht sagt "Euro interessiert mich nicht, aber schicke Armbanduhr hast du da".

Das funktioniert halt auf dem Planeten Erde, weil die Weltwirtschaft halt so wahnsinnig groß ist und unglaublich viele Teinehmer hat. Da kann man erstens davon ausgehen, dass einem schon _irgendwer_ Brötchen verkaufen wird und zweitens, dass nicht auf einmal 8 Milliarden Menschen gleichzeitig ihr Geld von der Bank abheben wollen.
In einem "harten" Weltraumszenario sieht das halt anders aus. Da ist jede Raumstation ein Mikrokosmos mit begrenzten Ressourcen. Da wird es zum einen harte Limits geben, wieviele lebensnotwendige Güter (wie Luft, Wasser, Nahrung, Energie) man dort überhaupt kaufen _darf_. Geschweige denn, womit. Selbst für 100 Milliarden Erd-Dollar wird man dir nicht sämtliche Lebensmittel verkaufen, aus naheliegenden Gründen. Normale Mengen des täglichen Bedarfs, etwa 1 Space-Espresso und ein Mondhörnchen kannst du vielleicht noch von einem netten Cafébetreiber für Erddollar kaufen, aber womöglich auch schon nur wenn der noch irgendwelche Beziehungen zur Erde hat, worüber er deine Erddollar halbwegs zeitnah wieder ausgeben kann. Ansonsten ist das halt so ein bisschen wie das Szenario, dass ich dir für irgendwas 1000 Papuesische Kina in Münzen anbiete, die du also bestenfalls dann loswerden kannst wenn du mal Urlaub in Papua-Neuguinea machst (und Münzen tauscht einem auch keine Bank um).
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Quaint am 14.01.2026 | 22:38
Muss ja sonst auch nicht den einen Standard geben auf dem alles fußt. Nur das es irgendwie Geld gibt und das überregional funktioniert, das wäre schon irgendwie hilfreich fürs Setting. Bin aber weder in BWL noch VWL vom Fach. Aber ich denk mal, wenn der eine Chinese zum anderen Chinesen sagt: Kann ich die Autoreperatur vielleicht in US Dollar bezahlen, kannste dir nen Schickes Iphone von kaufen, dann hat das ja brauchbare Chancen. Und damit funktioniert es ja für den einzelnen Verbraucher leidlich.

Und für ein hard(ish) Scifi Setting kann man glaube auch sagen: die Erde ist reich und mächtig, klar gibt es da auf VWL Ebene so gewisse Import-Export-Ausgleichsprobleme, aber wenn ich als Skipper von nem kleinen Raumschiff irgendwo im Asteroidengürtel halt mache, kann ich mir schon vorstellen, dass ich da mit Erd-Dollar (oder Saturndollar) was anfangen kann, gegebenenfalls halt gegen ne Gebühr/Aufpreis, damit die Banken auch von was leben können. Natürlich werden die die Versorgungssicherheit ihrer Station nicht gefährden, aber der nächste Transporter kommt bestimmt, und bissle Spielraum werden sie ja haben, dazu kommt: Profit ist immer nett.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Aedin Madasohn am 14.01.2026 | 23:06
was du suchst, ist der NuYen

ein allmächtiger Konzerngerichtshof aus AAA Trillakonz wacht darüber, dass nur so viele neue NuYen eingespeist werden, wie durch Produktivitätsfortschritte, angehäufte Investionsgüter sowie vereinbarter Inflation gerechtfertigt sind.
Austernität-im-Quadrat
 
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Galatea am 14.01.2026 | 23:39
Hmmh, also sowas wie dieses Omni-Gel in Mass Effect. Wenn sowas im Setting existiert, ist es natürlich nachvollziehbar dass das auch als Währung verwendet wird. Persönlich bin ich mehr als skeptisch, was die technisch-physikalische Machbarkeit von solchen Nano-Assemblern angeht, sodass ich sie aus meinem Setting erstmal ausspare.
Ja, technische Machbarkeit spielt bei mir eine eher untergeordnete Rolle  ;D

Das ganze greift aber in zweites System, den Handel mit Bauplänen. Die gibt es quasi als USB-Stick, in der Regel mit einer begrenzten Anzahl von Anwendungen. Um etwas herzustellen braucht man einen Bauplan und das Gel (und ggf. Energie), wobei es bei größeren Gütern oft so ist, dass der Stick Rohstoffe oder vorgefertigte Teile enthält (besonders bei Teilen die sehr viel Energieaufwand zur Herstellung benötigen) -  entsprechend kann so ein "Stick" verdammt groß werden, wenn es z.B. ein Kombipaket ist, das Rohstoffe + vorgefertige Teile + Gel für ein ganzes Schiff enthält.
Solche Baupläne sind auch einer der Gründe warum "Abenteurer" sich in gefährliche Gegenden oder auf langwierige Expeditionen wagen, denn wenn man in den Ruinen den richtigen Bauplan findet und erfolgreich in die "Zivilisation" zurückfindet ohne von der Alienfauna oder biomechanischen Horrorkreaturen/verwilderten Wartungskonstrukten gefressen zu werden, hat man mit einem Schlag ausgesorgt.

Die geringe Größe und universelle Anwendbarkeit macht gerade die "reinen" Bauplan-Sticks zu einer begehrten Währung in den weniger entwickelten Gebieten, denen das technologische Fachwissen fehlt um selbst 'Hochtechnologie' zu entwickeln.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 15.01.2026 | 00:38
@Aedin: naja, so ziemlich im Gegenteil. In meinem Setting sollen Konzerne keine besonders große Macht darstellen. Die meisten können froh sein, wenn sie nicht zerschlagen oder verstaatlicht wurden. Aber wie gesagt, sowas wie eine supranationale Bank und Finanzaufsicht dürfte es durchaus geben. Das würde auch zu internationalen Abkommen gegen Steuervermeidung passen.

@Quaint: hmm, wenn ich so drüber nachdenke -- ja, ist schon plausibel dass "kleinere" Summen an Erdwährung auch zB im Saturnsystem ("der Ring") akzeptiert würden. Da würde ich dann erwarten, dass diese Erdcredits gepoolt werden, um Importe von zB Luxusgütern zu bezahlen. Während im Ring selbst eine eigene, energiebasierte Währung gilt (Arbeitsname "Rin"). 
Ansonsten sind ja die primären Exporte vom Saturn zur Erde: Helium-3 (geringe Massen, hoher spezifischer Wert) und Wassereis (das Gegenteil). Diese werden ja dann ebenfalls gegen Erdwährung an die Erde verkauft. Auch da muss sich der Ring dann irgendwann entscheiden: entweder immer mehr Kram von der Erde importieren, den man eigentlich nicht unbedingt braucht, oder immer größere Erd-Währungsreserven anhäufen - bzw dann damit auf der Erde investieren und Anteile an Erd-Firmen erwerben, das könnte auch eine lustige Dynamik erzeugen.

Wobei, wenn ich so drüber nachdenke dürften die Exporte zur Erde selbst sich eh in Grenzen halten; auf der blauen Murmel wird man die Energie wohl eh schon lange vor Marktreife der D-3He Fusion komplett mit Sonne, Wind und Geothermie erzeugen, sodass der Bedarf für 3He eher überschaubar bleiben dürfte. Man wird das Zeug also vor allem in der Weltraumwirtschaft brauchen, ebenso wie das Wasser (vor allem als Treibstoff).
Aber das geht jetzt schon wieder sehr in eine andere Richtung, hier soll es ja nach wie vor um Währungen gehen.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Ainor am 15.01.2026 | 11:20
Zum Glück sind diese Probleme schonmal wissenschaftlich untersucht wurden  :)

https://en.wikipedia.org/wiki/The_Theory_of_Interstellar_Trade (https://en.wikipedia.org/wiki/The_Theory_of_Interstellar_Trade)

Historisch war es meistens so dass in Abwesenheit einer allgemein akzeptierten Währung sich irgendein geeignetes Gut als Währung etabliert. Auf dem Schwarzmarkt der Nachkriegszeit waren es Zigaretten, in Japan im Mittelalter Reis. Im Weltraum wäre Energie/Treibstoff da sehr naheliegend.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 15.01.2026 | 12:54
Den Aufsatz kenne ich zwar, ist aber hier für meine Belange nicht komplett anwendbar, da es darin ja um jahre- bis jahrzehntelange Reisezeiten und, noch schlimmer, jahrelange Informationsverzögerungen geht. Wenn du gerade auf Vega Station machst, hast du keine Möglichkeit herauszufinden, wo vegane Produkte gerade gefragt sind. Und natürlich würdest du keinesfalls irgendwo Fiatwährung annehmen bzw übrigbehalten, da lokal Jahrzehnte vergehen können bis du wieder zurückkommst und bis dahin sonstwas damit passiert. (Wir erinnern uns: ein Golf I hat Anno 1974 DM 8000 gekostet.)
Oder stell dir vor, die Handelsware in die du vor 9 Jahren dein Vermögen investiert hast kommt heute endlich an: es ist eine Schiffsladung Fidget Spinner.  >;D

Das ist im interplanetaren Raum alles etwas entschärft. Die Reisezeiten betragen (bei meinem Techlevel) Monate, nicht Jahre, und vor allem gibt es keine derart extreme Informationsverzögerung. Wenn ein Funksignal ein paar Stunden unterwegs ist, ist das nicht tragisch. Da sehe ich den Kern des Problems eher darin, dass die solaren Kolonien / Stationen / whatever eben noch relativ kleine Wirtschaftsräume mit weitgehend geschlossenem Warenkreislauf sind, die externe Eingriffe stark regulieren müssen um nicht destabilisiert zu werden.

Ebenso bin ich bei früheren Überlegungen schonmal auf das Problem stark asymmetrischer Handelsbeziehungen gestoßen: wenn ein Schiff zB Traktoren zum Mars schippert um sie dort gegen Naturalien einzutauschen, könnten aus 100 Tonnen Fracht schnell mal 10000 Tonnen werden, und das ist auch im Weltraum ein Problem.

That said, feiere ich den Autor des Interstallar Trade Artikels für diesen Satz: This paper, then, is a serious analysis of a ridiculous subject, which is of course the opposite of what is usual in economics.   ;D
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: unicum am 15.01.2026 | 13:24
Äh ja, das ist so ziemlich jede Währung auf der Welt. Nennt sich Inflation. Wenn du dir jetzt 1000€ ins Kopfkissen stopfst und da liegen lässt, guck mal wieviel du in 10 Jahren noch dafür bekommst.

Klar, aber so meinte ich es nicht.

Ich hatte mal einen Beitrag gesehen oder gehört wo es um eine kleine lokale "Privat" Wärhung geht die nur in einer Stadt oder derem Umkreis gültig ist. Leider habe ich im Netz nichts darüber gefunden weil da sofort genau das Inflation im Raum steht.

Wenn ich mich richtig erinnere war einer der Punkte dieser Währung "Geld darf/soll nicht gehortet werden" und das, wenn man es doch Hortet es anfängt an Wert zu verlieren. Es wird also nahegelegt das Geld immer im Umlauf ist.

Also das Geld hat ein Verfallsdatum wie der Joghurt im Supermarkt. Klar das ist auch erstmal etwas in richtung Inflation aber den Joghurt wirst ja auch essen wollen bevor das Verfallsdatum erreicht wurde. Aber innerhalb der zeit in der es aktiv ist kannst du damit etwas machen. Hast du es ausgegeben so wird dem Geld ein neues Verfallsdatum gegeben also für den an welchen du es gibst hat es wieder den gleichen Wert. Also in der Art das "Geld im Umlauf sein muss" oder auch "Geld muss arbeiten,..."

Es gab noch ein paar Knackpunkte aber es ist ewig her das ich das hörte. Ich vermute mal das es beim SWR/Wissen war, die haben schon mal so skurrilien Dinge gehabt.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Chaos am 15.01.2026 | 14:17
Klar, aber so meinte ich es nicht.

Ich hatte mal einen Beitrag gesehen oder gehört wo es um eine kleine lokale "Privat" Wärhung geht die nur in einer Stadt oder derem Umkreis gültig ist. Leider habe ich im Netz nichts darüber gefunden weil da sofort genau das Inflation im Raum steht.

Wenn ich mich richtig erinnere war einer der Punkte dieser Währung "Geld darf/soll nicht gehortet werden" und das, wenn man es doch Hortet es anfängt an Wert zu verlieren. Es wird also nahegelegt das Geld immer im Umlauf ist.

Also das Geld hat ein Verfallsdatum wie der Joghurt im Supermarkt. Klar das ist auch erstmal etwas in richtung Inflation aber den Joghurt wirst ja auch essen wollen bevor das Verfallsdatum erreicht wurde. Aber innerhalb der zeit in der es aktiv ist kannst du damit etwas machen. Hast du es ausgegeben so wird dem Geld ein neues Verfallsdatum gegeben also für den an welchen du es gibst hat es wieder den gleichen Wert. Also in der Art das "Geld im Umlauf sein muss" oder auch "Geld muss arbeiten,..."

Es gab noch ein paar Knackpunkte aber es ist ewig her das ich das hörte. Ich vermute mal das es beim SWR/Wissen war, die haben schon mal so skurrilien Dinge gehabt.

Das Prinzip ließe sich aber, so wie du es beschreibst, relativ leicht aushebeln.

Stellen wir uns mal vor, du hast Geld, das bald seinen Wert verliert (nennen wir es Joghurt-Geld) und eine leere Keksdose, die du als Kunstwerk deklarierst. Stellen wir uns weiter vor, ich habe auch Joghurt-Geld, und eine eigene leere Keksdose, die ich ebenfalls als Kunstwerk deklariere.

Was läge da für uns beide näher, als dem jeweils anderen das Keksdosen-Kunstwerk abzukaufen, damit unser Joghurt-Geld wieder haltbar wird? Und dieses Spiel natürlich so lange zu wiederholen, wann immer das Verfallsdatum naht, bis wir einen besseren Verwendungszweck für unser Geld gefunden haben?

In der Praxis wären diese Geschäfte sicher etwas komplexer und weniger leicht als Schummelei zu durchschauen, aber dass es Betrügereien im extrem großen Stil gäbe, muss man leider voraussetzen.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 15.01.2026 | 17:20
Ah ja, ein solches Konzept nennt sich "Freigeld", da hatten wir hier vor vielen Jahren mal einen Jünger im Forum der absolut jeden Thread damit zugemüllt hat.  ;D Das haben sie auch mal ausprobiert als Notgeld, iirc irgendwann in den 1920er oder 30er Jahren mal von einer österreichischen Gemeinde eingeführt, um die Hyperinflation zu umgehen.

Ausgerechnet Joghurt ist da aber a bleeds Beispüi, wenn ich so in meinen Kühlschrank schaue.  >;D

In eine ähnliche Richtung aber größer gedacht stößt auch Keynes' "Bancor" von 1944, was er als internationale Verrechnungswährung vorgeschlagen hat -- also im Prinzip genau das, woran ich jetzt gerade für mein Setting tüftele. Auch Bancor läuft wie mein obiger Gedankengang letztendlich darauf hinaus, dass es keine dauerhaften Überschüsse oder Defizite geben darf.

Zitat
Was läge da für uns beide näher, als dem jeweils anderen das Keksdosen-Kunstwerk abzukaufen, damit unser Joghurt-Geld wieder haltbar wird? Und dieses Spiel natürlich so lange zu wiederholen, wann immer das Verfallsdatum naht, bis wir einen besseren Verwendungszweck für unser Geld gefunden haben?

Wenn ich das richtig verstanden habe, wird bei dem Konzept halt der einzelne Geldschein immer weniger wert -- realisiert durch abzuschneidende Schnipsel oder aufzuklebende Marken oder was auch immer. Da verliert der Schein jeden Monat 1% des Ursprungswertes, d.h. nach einem Jahr sind aus 100 Mark dann 88 Mark geworden. (Und auf Bankguthaben bekommst du ebenfalls Negativzinsen.)
Es ist also nicht so, dass der auf 90 Mark abgewertete Schein durch Keksdosentransaktion wieder auf 100 Mark aufgwertet wird, oder der Verfallsprozess dann irgendwie von vorne begänne oder so. Er hat ein Anfangsdatum aufgedruckt und von dem aus wird runtergezählt.

So richtig verstehe ich da aber halt nicht, wie sich das letzten Endes _rational_ von Inflation unterscheiden soll. Außer halt dass die Inflationsrate hier vorgegeben ist und nicht erst im Nachhinein statistisch berechnet wird. Der psychologische Effekt mag allerdings durchaus einen Unterschied machen, wenn jeder sieht "Oi, morgen verliere ich wieder 1 Mark, lieber schnell noch einkaufen gehen, soll sich der Krämer damit rumschlagen, höhö". Und der Krämer denkt sich "Schnell ab zur Gemeinde, meine Steuern zahlen bevor ich wieder Marken aufkleben muss".
Insofern ist da durchaus eine Incentive da, das Geld im Umlauf zu halten, ja. Aber rational betrachtet hast du bei normal-inflationärem Fiatgeld genau die gleiche Incentive.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Galatea am 15.01.2026 | 20:12
Historisch war es meistens so dass in Abwesenheit einer allgemein akzeptierten Währung sich irgendein geeignetes Gut als Währung etabliert. Auf dem Schwarzmarkt der Nachkriegszeit waren es Zigaretten, in Japan im Mittelalter Reis. Im Weltraum wäre Energie/Treibstoff da sehr naheliegend.
Oder Briefmarken. In der Metro-Serie wird Standard-Gewehrmunition als Währung benutzt.

Würde mich nicht wundern, wenn es auf einer Weltraumstation Sicherungsglaskapseln wären.
Klein, verfügbar, wird praktisch immer gebraucht, für Alltagskäufe ausreichende Wertigkeit.
(https://m.media-amazon.com/images/I/719MrNYXWAL._AC_UF894,1000_QL80_.jpg)

Edit Feuersänger: Bild verkleinert
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: unicum am 15.01.2026 | 20:28
Das Prinzip ließe sich aber, so wie du es beschreibst, relativ leicht aushebeln.

Stellen wir uns mal vor, du hast Geld, das bald seinen Wert verliert (nennen wir es Joghurt-Geld) und eine leere Keksdose, die du als Kunstwerk deklarierst. Stellen wir uns weiter vor, ich habe auch Joghurt-Geld, und eine eigene leere Keksdose, die ich ebenfalls als Kunstwerk deklariere.

Was läge da für uns beide näher, als dem jeweils anderen das Keksdosen-Kunstwerk abzukaufen, damit unser Joghurt-Geld wieder haltbar wird? Und dieses Spiel natürlich so lange zu wiederholen, wann immer das Verfallsdatum naht, bis wir einen besseren Verwendungszweck für unser Geld gefunden haben?

In der Praxis wären diese Geschäfte sicher etwas komplexer und weniger leicht als Schummelei zu durchschauen, aber dass es Betrügereien im extrem großen Stil gäbe, muss man leider voraussetzen.

Imho wird das geld zentral verwaltet und nur dienstleistungen sind fällig. Aber wie gesagt es ist schon lange her und finanzer bin ich wirklich nicht.

Grundsätzlich ist ja immer irgendwas. Aber das Konzept fand ich interessant genug. So und nun Feuersänger iss deinen Joghurt!
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 15.01.2026 | 23:49
Noch zu "umlaufgesicherter Währung": das ausgegebene Geld - ob gedruckte Noten mit Verfallsdatum oder elektronisch nachgehalten - soll ja in möglichst kurzer Zeit einen Umlauf vollenden. Inzwischen habe ich auch nachgelesen, dass bei diesem Experiment von Wörgl lediglich 6000 Schilling gleichzeitig im Umlauf waren. Aber dieser Umlauf fand (mutmaßlich) innerhalb 14 Monaten über 400mal statt, es haben also also insgesamt 2,4 Millionen Schilling den Besitzer gwechselt. Soweit ich das verstehe, endet so ein Umlauf jeweils, wenn das Geld als Steuer an den Emittenten zurückfließt.

Letztlich zeigen ja die realen derartigen Experimente (Wikipedia listet noch mehr davon) in erster Linie eines: mehr Geld im Umlauf tut der Wirtschaft gut. Heutige Stimulus-Pakete machen ja auch nicht viel anderes. Und das zeigt halt, dass eben nicht jeder Pfennig durch irgendeine Reserve gedeckt sein muss, sondern dass die MMT Recht hat, die da (stark vergröbert!) besagt dass man eigentlich quasi ohne Nachteile at will nahezu beliebig viel Geld erschaffen kann, weil sich der daraus entstehende Geldumlauf selbst finanziert.

That said:
Ganz wichtig sind in Bezug auf Redshift noch zwei Annahmen, die ich hier für die Wirtschaft der Zukunft treffe -- ich glaube ich habe das schon in einem anderen Thread mal dargelegt, aber das habt ihr vielleicht nicht auswendig gelernt:
1. Die Produktivität steigt weiterhin linear wie schon seit Beginn der Industrialisierung,
2. Der Ertrag dieser Produktivitätszuwächse wird nicht (mehr) von einer Elite abgeschöpft, sondern in der ganzen Gesellschaft aufgeteilt.

Als Benchmark nehme ich hier etwa das Jahr 1975, da sich ungefähr hier die Producticity Pay Gap zu öffnen begann. Um das Jahr 2225 (also 250 Jahre später) ist die Produktivität demnach 3200% derer von 1975. Da liegt natürlich nahe, dass es noch nur für einen Bruchteil der Bevölkerung Arbeit _gibt_. Daraus folgt aber auch, dass wir schon mit relativ wenig produktiver Arbeit die gesamte Bevölkerung auf komfortablem Niveau versorgen _können_.

Ich habe das tatsächlich schon recht genau durchgerechnet, es ist mir aber gerade zu mühsam das hier in Tabellenform zu formatieren. :p
Grob:
- BGE: ermöglicht Lebensstandard auf oder über unserem heutigen Niveau mit Vollzeitjob
- klassisch wertschöpfende Tätigkeiten: werden für ca 24 Wochenstunden mit etwa dem 10fachen BGE vergütet (netto)
- gesellschaftlich produktive Tätigkeiten (zB Bildung, Pflege etc) mit dem 6fachen BGE
- und dann gibt es noch Extratöpfe für Honorierung von Ehrenamt, Kinder aufziehen etc

Mit der genannten Produktivität geht das problemlos auf. Aber wie gesagt: das gilt so "nur" auf dem Planeten Erde, und da vielleicht auch nicht in allen politischen Blöcken uneingeschränkt.
In Space-Siedlungen hingegen werden die Ressourcen dafür noch zu knapp sein, da wird es eher kein BGE geben (sondern eher bedarfsgesteuerte soziale Netze), und deutlich höhere Arbeitszeiten die Regel sein. Ins All gehen demnach vor allem Leute, die Bock haben ein paar Jahre so richtig ranzuklotzen, bei entsprechend höherer Vergütung natürlich, aber eben auch höherem Risiko.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Chaos am 16.01.2026 | 17:32
Wenn ich das richtig verstanden habe, wird bei dem Konzept halt der einzelne Geldschein immer weniger wert -- realisiert durch abzuschneidende Schnipsel oder aufzuklebende Marken oder was auch immer. Da verliert der Schein jeden Monat 1% des Ursprungswertes, d.h. nach einem Jahr sind aus 100 Mark dann 88 Mark geworden. (Und auf Bankguthaben bekommst du ebenfalls Negativzinsen.)
Es ist also nicht so, dass der auf 90 Mark abgewertete Schein durch Keksdosentransaktion wieder auf 100 Mark aufgwertet wird, oder der Verfallsprozess dann irgendwie von vorne begänne oder so. Er hat ein Anfangsdatum aufgedruckt und von dem aus wird runtergezählt.

So richtig verstehe ich da aber halt nicht, wie sich das letzten Endes _rational_ von Inflation unterscheiden soll. Außer halt dass die Inflationsrate hier vorgegeben ist und nicht erst im Nachhinein statistisch berechnet wird. Der psychologische Effekt mag allerdings durchaus einen Unterschied machen, wenn jeder sieht "Oi, morgen verliere ich wieder 1 Mark, lieber schnell noch einkaufen gehen, soll sich der Krämer damit rumschlagen, höhö". Und der Krämer denkt sich "Schnell ab zur Gemeinde, meine Steuern zahlen bevor ich wieder Marken aufkleben muss".
Insofern ist da durchaus eine Incentive da, das Geld im Umlauf zu halten, ja. Aber rational betrachtet hast du bei normal-inflationärem Fiatgeld genau die gleiche Incentive.

So wie du das beschreibst, klingt es in der Tat, als wäre es Inflation mit falschem Schnauzbart und dunkler Sonnenbrille.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Chaos am 16.01.2026 | 17:38
In Space-Siedlungen hingegen werden die Ressourcen dafür noch zu knapp sein, da wird es eher kein BGE geben (sondern eher bedarfsgesteuerte soziale Netze), und deutlich höhere Arbeitszeiten die Regel sein. Ins All gehen demnach vor allem Leute, die Bock haben ein paar Jahre so richtig ranzuklotzen, bei entsprechend höherer Vergütung natürlich, aber eben auch höherem Risiko.

Eine andere Zielgruppe wären Leute, die aus gesellschaftlichen oder politischen Gründen auf der Erde nicht so richtig glücklich werden. Keine Ahnung, wie verbreitet zum Beispiel Homophobie in deinem Setting noch ist, aber queere Menschen in einem Land, wo sowas gar nicht gerne gesehen ist, dürften motiviert sein, auf eine Raumstation auszuwandern, die explizit damit wirbt, dass ihnen sowas schnuppe ist, solange du bereit bist, zu arbeiten.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 16.01.2026 | 18:39
Geht jetzt ein bisschen weg vom Threadthema; vielleicht lohnt es sich das noch auszugliedern.

Zitat
Eine andere Zielgruppe wären Leute, die aus gesellschaftlichen oder politischen Gründen auf der Erde nicht so richtig glücklich werden

In eine ähnliche Richtung habe ich auch schon gedacht. Wobei jetzt Homophobie bei meinen Überlegungen keine Rolle gespielt hat. Eher so in der Art -- das ist aber noch aus einer älteren Iteration des Settings -- dass viele Erd-Blöcke ihren Bürgern eine gewisse Konformität abverlangen, quasi als sozialer Kontrakt "Du wirst voll versorgt, dafür nervst du nicht rum". Wer also aus diesem Konformitätszwang ausbrechen will, geht ins All. Soweit die Theorie.

In der Praxis aber wäre das geradezu satirisch albern. Gerade in einer Weltraumkolonie wird es absolut unabdingbar sein, sich in ein Kollektiv einzufügen. Ach so individualistische Freigeister dürften da große Probleme haben, wenn sie jahrelang unausweichlich auf relativ engem Raum* mit immer den gleichen anderen Menschen aufeinander hocken, wo jeder jederzeit Rücksicht nehmen und sich mit anderen abstimmen muss. Die einzige Ausnahme wären vielleicht Space Trucker oder Prospektoren, die in ihren Einmann-Schiffen wochenlang allein unterwegs sind.

Also kurz, in der Praxis wird man auf der Erde immer noch mehr Möglichkeiten haben, Individualismus auszuleben und die Sau rauszulassen, als bei irgendeinem Weltraumprojekt. Das taugt also nicht als Begründung, außer eben im Irrtum wenn sich jemand ganz gewaltig verkalkuliert hat.

Eine "billige" Erklärung wären da finanzielle Anreize -- auch wenn auf der Erde niemand mehr wirklich arm ist, sind hochbezahlte Jobs halt knapp. Da ist ein Kontrakt auf einer Raumstation ein potentieller Jackpot, zumal wenn man dort ähnlich wie heute auf einer Offshore-Bohrplattform innerhalb weniger Jahre soviel Knete machen kann wie anderswo im ganzen Leben.

Und dann gibt es sicherlich auch einfach viele Überzeugungstäter. Die das halt machen, weil sie's einfach geil finden, oder weil sie der Überzeugung sind dass sie das langfristig Richtige für die Menschheit tun.

*) Randbemerkung zu "engem Raum": wir reden jetzt hier nicht von WW2-Uboot-Maßstäben, wo sich zwei Männer eine Koje teilen und sich immer einer in den Mief des anderen legen muss. Ein moderner Clipper bietet der Crew Einzelkabinen à ca 16m² plus Gemeinschaftsräume. Auf einer Station sollten 40-50m² privater Wohnbereich pro Kopf locker möglich sein. Das nur eben zur Einordnung.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Kurna am 16.01.2026 | 21:20
Es gäbe vielleicht auch die Kombination von beidem (Individualität und finanzielle Anreize). Zwar gäbe es theoretisch auf der Erde mehr Möglichkeiten für einen individuellen Lebensstil als im All, aber eventuell muss man sich das erst einmal leisten können. Dann geht man dafür ins All und wenn es dort nicht wie erhofft möglich ist, macht man zumindest genug Kohle (pun intended  :) ), um es sich anschließend auf der Erde leisten zu können.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Chaos am 17.01.2026 | 10:22
Geht jetzt ein bisschen weg vom Threadthema; vielleicht lohnt es sich das noch auszugliedern.

In eine ähnliche Richtung habe ich auch schon gedacht. Wobei jetzt Homophobie bei meinen Überlegungen keine Rolle gespielt hat. Eher so in der Art -- das ist aber noch aus einer älteren Iteration des Settings -- dass viele Erd-Blöcke ihren Bürgern eine gewisse Konformität abverlangen, quasi als sozialer Kontrakt "Du wirst voll versorgt, dafür nervst du nicht rum". Wer also aus diesem Konformitätszwang ausbrechen will, geht ins All. Soweit die Theorie.

In der Praxis aber wäre das geradezu satirisch albern. Gerade in einer Weltraumkolonie wird es absolut unabdingbar sein, sich in ein Kollektiv einzufügen. Ach so individualistische Freigeister dürften da große Probleme haben, wenn sie jahrelang unausweichlich auf relativ engem Raum* mit immer den gleichen anderen Menschen aufeinander hocken, wo jeder jederzeit Rücksicht nehmen und sich mit anderen abstimmen muss. Die einzige Ausnahme wären vielleicht Space Trucker oder Prospektoren, die in ihren Einmann-Schiffen wochenlang allein unterwegs sind.

Also kurz, in der Praxis wird man auf der Erde immer noch mehr Möglichkeiten haben, Individualismus auszuleben und die Sau rauszulassen, als bei irgendeinem Weltraumprojekt. Das taugt also nicht als Begründung, außer eben im Irrtum wenn sich jemand ganz gewaltig verkalkuliert hat.

Ich glaube, du ziehst das falschherum auf.

Auf der Erde hängt man zwar nicht so eng aufeinander wie auf einer Raumstation oder einem Schiff - aber so richtig Platz, dass jeder ungestört sein eigenes Ding machen kann, ohne andere damit zu beeinträchtigen, ist auch wieder nicht. Es kann zwar jeder sein separates Dorf haben, aber zum nächsten Dorf sind es selbst zu Fuß höchstens ein paar Stunden.

Im Weltraum sieht das ganz anders aus - da ist es viel einfacher, sich als homogene Gemeinschaft in einer Station zusammenzufinden und, zum Beispiel, als Gruppe religiöser Fanatiker den Kontakt mit dem gottlosen Rest der Menschheit extrem einzuschränken, damit die eigenen Kinder nicht auf den Gedanken kommen, man könne auch anders leben.

Eine bunt gemischte Gruppe Nonkonformisten zusammen auf eine Station zu sperren ist ein Rezept für eine Katastrophe, da gebe ich dir recht. Aber ihnen die Möglichkeit zu geben, sich jeweils nach Gruppen sortiert im Weltraum ihr eigenes Fleckchen Paradies aufzubauen, erscheint mir deutlich realistischer.

Und fürs Rollenspiel hat das den Vorteil, dass sich schön viele wunderbar exzentrische Gesellschaften (ein wenig im Sinne des "Planet of Hats", aber diesmal gerechtfertigt) bilden, die unsere tapferen Spielercharaktere auf ihren Reisen besuchen können.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 17.01.2026 | 13:25
Hmmmh, ja solche Konstellationen sind denkbar. Allerdings halt mit dem Caveat, dass der Bau einer _ordentlichen_ Raumstation - ich denke da so an eine orbitale Stadt für ca 10-50.000 Menschen - auch gewaltig Ressourcen und somit letztendlich Geld kostet. Also allzuviele Sekten wird es nicht geben, die sich sowas leisten können. Die Mormonen werden ja für sowas gerne herangezogen, als so etwa die reichste Sekte der Welt - aber sonst? Und speziell die mussten jetzt schon in diversen SF-Franchises für solche Späße herhalten, etwa das interstellare Raumschiff in Expanse, da wird dieser Space Mormons Trope auch langsam alt.

Zitat
Eine bunt gemischte Gruppe Nonkonformisten zusammen auf eine Station zu sperren ist ein Rezept für eine Katastrophe, da gebe ich dir recht. Aber ihnen die Möglichkeit zu geben, sich jeweils nach Gruppen sortiert im Weltraum ihr eigenes Fleckchen Paradies aufzubauen, erscheint mir deutlich realistischer.

Hmm, lass es mich so sagen: wenn sich vier Leute aufs herzlichste einig sind, dass Putzen und Geschirrspülen des Teufels sind, ist das nicht unbedingt die beste Grundlage, um miteinander eine WG zu gründen.

Grundsätzlich sind freilich manche Szenarien denkbar. Für eine solche In-Group Aussteiger-Kolonie würde ich aber hinsichtlich Überlebensfähigkeit eher auf Hardcore-Kommunisten setzen als auf Libertäre oder Anarchisten. Außer es wird schon wieder eine Parodie wie in Fallout, wo die Vault-Bewohner täglich das Hohelied des American Dream singen und über Kommunismus schimpfen, während sie tatsächlich selber in einem fast perfekten Kommunismus leben.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Galatea am 17.01.2026 | 17:19
Ach, wenn die Antivax-Sekten sich erstmal in den Weltraum aufmachen, dann wird da schon immer wieder mal ein Habitat frei...
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: unicum am 17.01.2026 | 21:14
Back to währung: Ich finde das man durchaus auch verschiedene Wärhungen nebeneinander benutzen kann. Prinzipiell machen wir das ja schon. Erdölprodukte werden in $ gehandelt obwohl das produkt das bei mir gerade verbrannt wird nichts gesehen hat das irgendwie etwas mit den USA zu tun hat.

Dann hätte man für einiges das Freigeld (danke das du den Namen hattest ich hab vergeblich danach gesucht) etwa für Dienstleistungen vor Ort

Für anderes eine Lokale Fiat Währung, etwa alles was tragbar ist.

Und noch für was anderes eine Systemwährung oder was eine Milchstrassenwährung. Etwa für Raumschiffe und "Grund und Boden"

Naja nur mal so gedacht. Ich denke mir immer wieder was Geld betrifft das man sich viel gedanken macht etwa um Prostituition oder Konsum von illegelen Drogen - aber was wäre wenn es kein Bargeld gibt und man bei der Prostituierten bezahlt und dann halt alles auf der Kreditkartenabrechung steht? Und auf der anderen Seite, die Drogendealer etwa müssten dann als Verkäufer auch gleich Umsatzsteuer abführen weil die Mittler - aka Banken - das mit einkassieren. Illegale Geschäfte wären von der Sperrung der Konten gefärdet.

Aber in deinem Setting ist ja glaube ich armut auch abgeschafft das schränkt imho einiges der Kriminalität drastisch ein. Ich denke die wenigsten wollen sich Prostituieren und die die es dann wollen können deutlich mehr verlangen. Aber Illegale Drogen bleiben trodzem Illegal. (Vorausgesetz Prostitution ist nicht auch schon illegall, gibt es halt keine Bordelle mehr sondern mehr Massagestudios)
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Quaint am 17.01.2026 | 22:38
Naja nur mal so gedacht. Ich denke mir immer wieder was Geld betrifft das man sich viel gedanken macht etwa um Prostituition oder Konsum von illegelen Drogen - aber was wäre wenn es kein Bargeld gibt und man bei der Prostituierten bezahlt und dann halt alles auf der Kreditkartenabrechung steht? Und auf der anderen Seite, die Drogendealer etwa müssten dann als Verkäufer auch gleich Umsatzsteuer abführen weil die Mittler - aka Banken - das mit einkassieren. Illegale Geschäfte wären von der Sperrung der Konten gefärdet.

Na gut dann bringste der Nutte halt ne Stange Kippen mit oder drei. Sprich dann gibt's so Ersatzwährungen bzw. halben Tauschhandel.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 17.01.2026 | 23:32
Ach, wenn die Antivax-Sekten sich erstmal in den Weltraum aufmachen, dann wird da schon immer wieder mal ein Habitat frei...

 >;D Nicht schlecht!

Back to währung: Ich finde das man durchaus auch verschiedene Wärhungen nebeneinander benutzen kann.

Im Prinzip ja, es kommt halt wie gesagt bissl auf die Konvertierbarkeit an. Heute kann man so ziemlich überall mit USD und EUR bezahlen, nicht aber mit CNY oder wie das heisst. So ist es zB auch heute in einigen Ländern außerhalb der Eurozone üblich, größere Anschaffungen wie zB Gebrauchtwagen in Euro-Cash zu bezahlen oder Bullen damit zu schmieren. Weil das für alle Beteiligten attraktiver ist als die Landeswährung und man die € jederzeit wieder loswird. Bei den meisten anderen Währungen wirst du außerhalb deren Geltungsbereich nur kritische Blicke ernten. Und auch innerhalb der Eurozone wird man mit USD vermutlich eher abgewimmelt, und umgekehrt wahrscheinlich genauso.

Das mit der Lokalwährung à la Freigeld, "Mach du mir meinen Gartenzaun, kümmer ich mich um deinen Rasen", das ist schon durchaus denkbar - aber ist dann halt relativ klar dass da die Konvertierbarkeit nur _sehr_ eingeschränkt gegeben ist, weil man quasi nur als Anwohner etwas damit anfangen kann.

Am anderen Ende des Spektrums bin ich wie gesagt darüber am Nachdenken, ob man auch eine "Solar Clearing Unit" für interplanetaren Handel braucht und was gegeben sein muss, damit diese funktioniert.

Dann hätten wir insgesamt etwa die Währungsebenen:
- evtl Kommunalwährung / "Voucher", offiziell nicht konvertierbar (aber unter der Hand handelbar), gedeckt durch Arbeitskraft
- Block- bzw Landeswährung, entsprechend heute EUR, USD, CNY, CFA etc
- International Clearing Unit (ICU) für internationalen Handel auf der Erde, in Blockwährungen konvertierbar, solange gedeckt
- extraterrestrische Lokalwährungen, zB Mondtaler, Colonials, Rin etc, gedeckt durch die vor Ort hergestellten Ressourcen bzw Energie
- Solar Clearing Unit (Solars) für interplanetaren Handel, ähnlich konvertierbar wie ICU.

--> die Clearing Units sind jeweils auf unterm Strich ausgeglichene Bilanzen angewiesen, sonst funktionieren sie nicht. Der Ring kann nicht mehr Sols auf sein Konto packen, als er Rin verfügbar hat, und diese wiederum werden durch Förderung von 3He, Wasser und anderen Ressourcen erzeugt. Durch Verschiffen erhalte ich vom Abnehmer entweder Sols oder die dortige Lokalwährung, und das sollte ich dann unbedingt wieder in Güter umsetzen, die ich zurück zum Saturn schippere. Erdwährung will ich nur in dem Rahmen horten, dass meine Saturnianer irgendwann auf der Erde davon im Ruhestand gut leben können, wenn sie das denn wollen.

Zitat
Aber in deinem Setting ist ja glaube ich armut auch abgeschafft das schränkt imho einiges der Kriminalität drastisch ein.

Ich vermute eh, dass das nicht überall gelten darf, weil das Setting sonst zu konfliktarm und langweilig würde.
Wie jetzt im 23.Jh die Sexualmoral aussieht, was weiss ich. In einem Zukunftsroman, den ich mal gelesen habe, kann man einfach zu so einem Club gehen wo man sich einloggt und dann gegenseitig "matcht" und bei Gefallen sofort zum Vollzug schreiten kann, ganz ohne Geldtransfer, und dann wieder jeder seiner Wege geht und keiner guckt den anderen blöd an. Umgekehrt gibt es ja auch Leute die sich freiwillig prostituieren, warum sollte man das verbieten, auch wenn man's persönlich doof findet. Verboten ist halt nur, jemanden dazu zu zwingen, und solchem Ausnutzen von Zwangslagen ist zumindest in den progressiven Blöcken allein schon durch BGE ziemlich das Wasser abgegraben.

Wie gesagt, ich brauch auch noch ein paar exploitative Blöcke, bei denen der einzelne Einwohner halt nicht so einen ausgedehnten Schutz und Rundumversorgung genießt, und die dafür je nach Schwere von den progressiven Blöcken mehr oder weniger stark sanktioniert oder gar geächtet werden.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Aedin Madasohn am 18.01.2026 | 09:43
 :think:
über die kleinen und kleinsten He3 Druckkartuschen als "Universelles Tauschmittel", zur Not per "geeichter Gasstation" auch kleinteiligst teilbar (aus der klassischen Währungsdefinition entnommen)
hatten wir ja schon.
So eine Kartusche in der Volumen-Größe einer Zigarette (denkt an die CO2 Kapseln) wäre ja im kleinen Eurobereich und eine Campingkartusche dann der Wocheneinkauf im Szpermarkt oder so.
 :think:

es gibt garantiert eine ganze Menge an "Seltenerden" jenseits des Strahlen- und Druckproblems, die als Klimperklimper-Münzen akzeptable wären. Nicht, um gehortet zu werden (was sie ja der industriellen Nutzung entzieht), sondern um als "Umlaufvehikel" zwischen "Saturnarbeiter" und "Interstelarhändler" und "Konsumproduzent im Orbit der Erde" als "Schmiermittel" zu fungieren.

- wenn deine PlatYperion-Münze im Saturn nur dann was wert ist, wenn ein Warentransporteur eintrudelt (weil jeder auf dem Saturn die in der Tasche hat), dann fluten diese Münzen ruckizucki den "Saturnmarktplatz". Geldumlaufzeit ist also attraktiv hoch, ohne gleich eine Hyperinflation anzufeuern
(weil *dort* ist die Geldumlaufzeit im Maximum  :muharhar: und trotzdem ist keiner Zufrieden damit)

Statt also Barren Palettenweise einzuladen und DANN eine Fiatwährung
(mit den dafür nötigen Verwaltern, die alle auch Kosten verursachen  ;), etwa wenn sie einen neuen Zentralbankpalais bauen ;D) bemühe oder es wird "direkt" mit den Arbeitern (und ihren Dienstleister*Innen) "abzurechnen"
halt die *Münzen* Schuppkarenweise herumfahren. Waage, Dichte, elk.Widerstand, Strichfarbe helfen...
(oder Einschweißung in einen Beutel, wo *Chips*, *Prüfsubstanzen auf DNA-Ebene* mit *Datenbankabgleichen* für die *hinreichende* Manipulationssicherheit sorgen)

die Seltenerden sind ja erst im Erdorbit "neu" *richtig was wert sind*   
also hat auch der Händler ein *Interesse*, sie "umzusetzen"

und für den D&D Moment, wird ein uraltes sonstwo "Gravi-angespültes" Raumschiff*dungeon* zum *Looten* angeboten.
Wer mag, lässt dann den Space-Alien-Dracon auf dem Münzenberg in Kyrostasis "schlafen", welche jetzt von der "Hallo-Einbruchswarnanlage" wachgespritzt wird... >;D >;D >;D

Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Fenix am 18.01.2026 | 11:43
Da hätte ich noch etwas: Jack Vance hat für sein Gaeanisches Reich die Standardverechnungseinheit (SVE) erfunden. Das ist der Gegenwert einer Stunde Arbeit eines ungelernten Arbeiters unter Standardbedingungen. Ein interessanter Ansatz, finde ich. Die hätte wohl auch im ganzen Reich Auswirkungen auf gerechte und gleiche Bezahlung, sowie Mindestlöhne, obwohl ich glaube soweit hat er nicht gedacht.

Diese SVE gibt es dann auch in Münz- und Scheinform, sowie als Buchgeld, um sie reichsweit verfügbar und nutzbar zu machen.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 18.01.2026 | 12:47
Nunja, solche "Naturalienwährungen" bei denen man den jeweiligen Rohstoff direkt am Mann mitführen soll sehe ich insgesamt eher skeptisch. Es mag unter bestimmten Bedingungen sinnvoll sein - gerade wenn ich zB eine etwas abgelegene Asteroidenbasis besuche, dann interessiert die dortigen Geschäftsleute vielleicht nicht, wieviele Anrechtsscheine auf am Saturn geparktes 3He ich besitze, sondern sie bräuchten das 3He jetzt und hier. Okay.

Grad nochmal fix gerechnet: so eine kleine Gaskapsel, wie man sie heute zB mit 12g CO2 bekommt, würde bei gleichem Druck (ca 50bar) gerade mal etwa 0,1g 3He fassen können (Irrtum vorbehalten). Andererseits entspricht selbst diese winzige Menge theoretisch dem Brennwert von 10 Barrel Öl (bei 100% Fusion). Jetzt kommt's halt drauf an mit was für einem Ölpreis man das vergleicht. Gehen wir mal zurück in die Zeit der nominellen Golddeckung und vor der 1. Ölpreiskrise, sind das: 17 US-Dollar von 1970. Nach heutigen Ölpreisen aber eher $600. Und: man könnte halt schlecht wechseln.
Und so kleine Portiönchen sind dann auch nur einigermaßen sinnvoll, wenn es entsprechende Mini-Reaktoren gibt, die jeder daheim bzw in der Garage stehen hat, die man mal eben mit so einem Kartüschchen befüllen kann. Wenn die Fusionsreaktoren aber eher groß und zentral sind, ist das Quatsch. Wir karren ja auch nicht Flaschenweise Gas zum nächsten Kraftwerk, um unsere Stromrechnung zu bezahlen.

Naja, und Seltene Erden... klar sind die industriell wichtig, aber die heute gefragtesten Elemente liegen da so in der Größenordnung (!) von 100€/kg, bei einer Dichte eher wie Eisen als wie Gold. Heisst, eine Münze etwa der Größe eines 2€-Stücks hätte einen Materialwert hätte heute einen Materialwert von plusminus 1€. Jetzt stell dir vor, du würdest deine sämtlichen Einkäufe mit €-Münzen bezahlen... das ist nicht gerade attraktiv, weder für Käufer noch für Verkäufer.

--> Eher wahrscheinlich, dass unser wackerer Raumfahrer nach dem Andocken an der Asteroidenstation Hintertupfing sein mitgebrachtes 3He aus einem Frachttank in einen Lagertank pumpen lässt, und dafür ein entsprechendes Guthaben an lokaler Asteroidenwährung bekommt, mit dem er dann zB barrenweise REEs einkaufen kann die dann in seinem Frachtraum verstaut werden. Dann geht er in die Weltraumbar und genehmigt sich einen Drink aus Synthehol, den er wiederum mit dieser Lokalwährung elektronisch bezahlt.

Mitgebrachte (elektronische) Fremdwährung hingegen wäre auf einem abgelegenen Asteroiden nur sehr eingeschränkt nützlich. Was bringt es den Minern, wenn du ihnen ihre gesamte Erzausbeute für 10 Millionen Rin abkaufst, wenn dafür bei ihnen die Lichter ausgehen oder es nichts mehr zu Fressen gibt, weil das nächste Versorgungsschiff erst in einem Jahr angekündigt ist. --> gerade da wäre aber wohl zu erwarten, dass die Deals schon gemacht werden bevor du überhaupt losfliegst, also sie bestellen über Funk diese und jene Güter und die lieferst du dann für einen vorher ausgemachten Tauschwert.
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Galatea am 18.01.2026 | 12:58
Die kann man doch stückeln, man braucht nur das entsprechende Gerät um X Milliliter abzulassen. Die Kapsel könnte sogar eine Anzeige drauf haben, wie viel noch drin ist (zumindest die größeren Varianten).
Unterschiedliche Größen wären auch denkbar, wobei ich auf maximal 3-4 Versionen tippen würde, da es sonst zu kostenintensiv wird die ganzen Modelle zu produzieren (economy of scale und so).
Titel: Re: Währungen in SF-Settings
Beitrag von: Feuersänger am 18.01.2026 | 13:11
Meinetwegen, aber wie gesagt -- was machst du dann am Ende des Tages mit 0,03g Fusionsbrennstoff in der Hosentasche, wenn du keinen eigenen Reaktor rumstehen hast. Zumal das eine im Wortsinn volatile Währung wäre, wenn da nur einmal ein Ventil nicht richtig funktionieren muss und pfft haben sich deine 600€ in der Zimmerluft verteilt.