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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau => Thema gestartet von: Metamorphose am 22.04.2018 | 23:49

Titel: Unterschiedliche Völker, wie in System einsetzen?
Beitrag von: Metamorphose am 22.04.2018 | 23:49
Hallo.
Ich schreibe an einem Rollenspielsystem, dass unterschiedliche Völker beinhaltet.
Jetzt gibt es Beispielsweise Menschen, Orks und Elfen - diese haben ähnliche Werte in Körpergrösse und Power.
Dazu kommen aber auch Völker, die ganz anders sind. Beispielsweise Feen oder Mäuse als winzige Wesen -> Auswirkungen auf Geschwindigkeit, Tragkraft usw.
Ich versuche es mit drei relativ billigen Kniffen zu Regeln:
-Es gibt Grössenkategorien. Winzig, Klein, "Normal", Gross und Riesig. Je nach Abweichung von Grössenkategorie zu Grössenkategorie ergibt dies Boni/Mali. Schlägt sich auch in der Ausrüstung nieder.
-Es gibt für die Tragkraft Gewichtsklassen. Ein Wesen kann nur halb so viel tragen, wie es selbst schwer ist, ansonsten erleidet es einen Malus. Stärke erhöht die Tragkraft und Talente, die dann beispielsweise den Feen untersagt bleiben. Somit kann eine Fee nicht erfolgreich beispielsweise ein Auto durch ihre Physischen Eigenschaften anschieben.
-Damit die winzigen Wesen lukrativ werden, weil sie niemals durch ihre Physis soviel ausrichten können wie "Normale" Charaktere, habe ich einen Erfahrungswert eingeführt. Ihr bekommt im Spiel Erfahrungspunkte. Diese werden dann je nach Entwicklungswert zu einem Entwicklungspunkt - diese kann man dann einsetzen, um zu leveln. Beispielsweise Bekommst du 5 Erfahrungspunkte, hast einen Erfahrungswert von 4 und hast somit einen Entwicklungspunkt. Winzige Wesen haben oft einen kleinen Entwicklungswert, was sie schnell Dinge lernen lässt, aber auch eine Obergrenze, die sie nicht wahnsinnig kompetent macht (ausser ein paar Ausnahmen). Das ganze ist recht kompliziert um so etwas abzubilden, ich bin nicht Glücklich damit. Vorschläge?
Wie findet ihr diese Ideen?
Titel: Re: Unterschiedliche Völker, wie in System einsetzen?
Beitrag von: 1of3 am 23.04.2018 | 02:54
Also D&D hat unterschiedliche Steigerungsgeschwindigkeiten irgendwann abgeschafft. Denn ansonsten verschiebst du das Balancing je nachdem, wie lang die Kampagne wahrscheinlich wird.


Ansonsten vermute ich von deinem Beitrag her folgenden Gedankengang:
- Ich will unterschiedlich große Viecher.
- Mein Rollenspiel muss einen Stärkewert haben.
- Kleine Viecher sind schwächer.
- Wie balancier ich das?

Du kannst natürlich Stärkewerte in dein Spiel bauen. Musst du aber nicht. Vielleicht ist dir das völlig klar.
Titel: Re: Unterschiedliche Völker, wie in System einsetzen?
Beitrag von: aikar am 23.04.2018 | 06:46
Je komplexer/detailierter das System, umso mehr Probleme wirst du mit so extremen Charakterschwankungen haben.
Deines klingt schon recht kleinteilig.

Da würde ich evtl. mal einen Blick in GURPSs werfen, wie die an die Sache herangehen, das kommt deinem Ansatz wohl am ehesten nahe.

Somit kann eine Fee nicht erfolgreich beispielsweise ein Auto durch ihre Physischen Eigenschaften anschieben.
-Damit die winzigen Wesen lukrativ werden, weil sie niemals durch ihre Physis soviel ausrichten können wie "Normale" Charaktere, habe ich einen Erfahrungswert eingeführt. Ihr bekommt im Spiel Erfahrungspunkte. Diese werden dann je nach Entwicklungswert zu einem Entwicklungspunkt - diese kann man dann einsetzen, um zu leveln. Beispielsweise Bekommst du 5 Erfahrungspunkte, hast einen Erfahrungswert von 4 und hast somit einen Entwicklungspunkt. Winzige Wesen haben oft einen kleinen Entwicklungswert, was sie schnell Dinge lernen lässt, aber auch eine Obergrenze, die sie nicht wahnsinnig kompetent macht (ausser ein paar Ausnahmen). Das ganze ist recht kompliziert um so etwas abzubilden, ich bin nicht Glücklich damit. Vorschläge?
Finde ich ehrlich gesagt unnötig buchhalterisch und macht für mich auch nicht wirklich Sinn, warum sollten kleine Wesen schneller lernen (Im Gegenteil, in den meisten Settings sind Feen z.B. flatterhaft und unkonzentriert)?
Schau dir doch stattdessen die Vorteile an, die die geringe Größe im Ausgleich bietet: Schwerer zu treffen, erreicht Orte die kein anderer erreicht, leichter zu verstecken...
Und Feen können fliegen!

Das sollte die Stärke-Nachteile mehr als ausgleichen. Schnür ein Paket aus Vor- und Nachteilen, die sich ungefähr ausbalancieren und fertig.
Titel: Re: Unterschiedliche Völker, wie in System einsetzen?
Beitrag von: Zed am 23.04.2018 | 14:52
Bei meiner Entwicklung zu einem D20 -System habe ich mich mit dengleichen Fragen herumgeschlagen. Neben der Schwierigkeit, die Balance zu finden, war die bewältigbare Buchhaltung für mich ein wichtiger Punkt. Auch wollte ich sowohl unterschiedliche spielbare Völker, als auch magische Vergrößerung und Verkleinerung in einem Aufwasch behandeln.

Weil die Änderung z.B. der Stärke oder der Konstitution so unglaublich viele weitere Parameter beeinflusst, schloss ich Attributsveränderungen durch Größenveränderungen schnell aus - das ist zuviel Buchhaltungsaufwand!

Eine Eigenheit meines Systems ist außerdem, dass ich die SCs nicht fliegen oder teleportieren lassen möchte. Stattdessen gibt es viele Fertigkeitspunkte fürs Klettern, Balancieren etc.. Derartige Fertigkeiten werden nun nicht mehr durch niedrigste Stufen-Zauber (Fliegen, Spinnenklettern,  Levitieren...) überflüssig. Deshalb fallen bei mir auch Feen oder Pixies als SCs flach - denn ich fand das dauerhafte Fliegen schon immer schwer auszubalancieren.

Das waren schließlich meine Entscheidungen:

Balance: Die Spanne an spielbaren Völkern beträgt nur drei Stufen, klein mittel, groß. Magie kann aber die Größe weiter verändern.
Wenig Buchhaltung: Keine Attributsveränderungen durch die Größe, stattdessen Boni und Mali auf Fertigkeiten.

Anbei meine Größentabelle. Sie stellt Auswirkungen von magischen Größenveränderungen dar und bietet Anhaltspunkte für eine regeltechnische Abbildung von unterschiedlich großen Kreaturen, z.B.

klein = schwer zu treffen, schlechter (Nah-)Kämpfer, guter Verstecker
groß = leicht zu treffen, ansonsten guter (Nah-)Kämpfer, schlechter Verstecker

[gelöscht durch Administrator]
Titel: Re: Unterschiedliche Völker, wie in System einsetzen?
Beitrag von: KhornedBeef am 23.04.2018 | 15:21
ICh finde auch, dass du es nicht so als "Strafe" empfinden solltest, wenn kleinere Wesen mit Körperkraft weniger ausrichten können. Wenn jemand einen Mauskobold spielt, dann doch nicht weil er aus Fantasygeschichten so kennt, dass die Stadttore umwemsen wie Obelix, oder? Entscheidend ist, wie meine Vorredner sagen, dass sie andere Sachen gut können. Kobold-Geheimdienst? Bonus auf Umhören. Nicht so gemein wie die Stampfbeiner? Bonus für Interaktion mit allen kleineren Rassen. Fallen finden, Verstecken, Waldgras flechten...es kommt darauf an, welche Fähigkeiten einen in deiner Welt weiterbringen.
Wenn du ein generisches System schreiben willst, fallen ein paar der Sachen eben weg. Trotzdem fühlt sich keiner betrogen, wenn er bei 40 cm Körpergröße kein Armdrücken mit einem Ork gewinnt, denke ich.
Titel: Re: Unterschiedliche Völker, wie in System einsetzen?
Beitrag von: Greifenklause am 26.04.2018 | 09:37
Einfachste Lösung:

1. Schritt  - Kaufsystem
Kaufsystem ohne feste Boni. Jede Fähigkeit, jeder Wert kostet jeden Spieler exakt gleichviel.

2. Schritt - Charakterkonzept
Grob überlegen, was man da eigentlich baut bzw bauen will und was die Werte aussagen. Sprich: Wer einen kleinen Kobold baut, baut ihn halt mit sehr wenig Stärke

3. Schritt - Kontrolle
Kontrollieren, ob das Endergebnis dem Charakterkonzept entspricht.

4. Schritt - Nachbesserung
Feinabstimmung von Werten und Konzept
Titel: Re: Unterschiedliche Völker, wie in System einsetzen?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 26.04.2018 | 10:56

-Es gibt Grössenkategorien. Winzig, Klein, "Normal", Gross und Riesig. Je nach Abweichung von Grössenkategorie zu Grössenkategorie ergibt dies Boni/Mali. Schlägt sich auch in der Ausrüstung nieder.
Sieh dir mal FUDGE an

Zitat
Stärke erhöht die Tragkraft und Talente, die dann beispielsweise den Feen untersagt bleiben.
Warum?

Was sind die Vorteile der Winzigket, der Pixies ...
Fliegen?

https://www.youtube.com/watch?v=LSQCecY9rFU