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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Rezensionen => Thema gestartet von: Rhylthar am 23.04.2018 | 20:13

Titel: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 23.04.2018 | 20:13
Da ich noch mindestens einen Monat ohne (Zocker-)PC auskommen muss, meine Frau abends das Sofa für seltsame Serien in Beschlag nimmt ("Pretty little Liars"...pfft!) und ich dementsprechend öfter mal nichts zu tun habe, werde ich mal den ein oder anderen Eindruck zu verschiedenen RPG-Sachen hier reinstellen. Mal ausführlicher, mal angerissen, immer subjektiv. ;)

Schwerpunkt wird auf Sachen liegen, die vielleicht nicht ganz so oft aufgegriffen wurden. Manch einer weiss ja, dass ich (fast) jeden Mist kaufe (gekauft habe, jetzt muss erstmal ein wenig gespart werden) und da kann man ja ein paar Worte drüber verlieren.

Den Anfang wird sehr wahrscheinlich "The Two-Headed Serpent" für Pulp Cthulhu von Chaosium machen.

Danke für die Aufmerksamkeit.

Bewertungsskala:
Sehr Gut/Sehr empfehlenswert:  :d
Gut:  :)
Moderat:  :-\ :-X
Eher nur was für Liebhaber:  :(
Vielleicht besser genau überlegen, ob man es kaufen will:  :q

Reviews so far:
The Two-Headed Serpent (Call of Cthulhu/Pulp Cthulhu) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134620875.html#msg134620875)
Drakonheim: City of Bones (Systemfrei/D&D) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134621148.html#msg134621148)
Scarab of Death (D&D 5E) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134621242.html#msg134621242)
Scourge of the Demon Wolf (OSR) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134621565.html#msg134621565)
Baby Bestiary I + II (Systemfrei) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134621693.html#msg134621693)
LoreSmyth´s Ultimate Guide to Remarkable Inns & Their Drinks (Systemfrei/D&D 5E) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134621950.html#msg134621950)
Trail of Cthulhu - Mythic Expeditions (Trail of Cthulhu) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134622335.html#msg134622335)
The Journal of Reginald Campbell Thompson (Systemfrei/Cthulhu Britannica) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134622701.html#msg134622701)
Pax Cthuliana (Call of Cthulhu) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134622777.html#msg134622777)
Legacy of the Crystal Shard (D&D) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134623378.html#msg134623378)
Iron Kingdoms - Unleashed (Eigenes Regelwerk) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134624303.html#msg134624303)
Curse of the Azure Bonds (AD&D 1E/2E) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134624475.html#msg134624475)
The Hall of the Rainbow Mage (D&D 3.0/3.5) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134624531.html#msg134624531)
DUNGEON Magazine #90 (D&D 3.0/3.5) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134624809.html#msg134624809)
The Ebon Mirror (D&D 3.0/3.5) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134624901.html#msg134624901)
Tome of Beasts (D&D 5E) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134625286.html#msg134625286)
Rivendell Region Guide (Adventures in Middle-earth) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134625750.html#msg134625750)
Out of the Abyss (D&D 5E) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134626347.html#msg134626347)
Mordenkainen´s Tome of Foes (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134631889.html#msg134631889)
Primeval Thule Campaign Setting (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134632736.html#msg134632736)
Pathfinder Campaign Setting - Nidal, Land of Shadows (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134635143.html#msg134635143)
U1 - The Sinister Secret of Saltmarsh (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134658401.html#msg134658401)
Dark Matter - Supernatural Conspiracy Roleplaying (d20) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134658453.html#msg134658453)
Lords of Darkness (D&D 3.0) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134658914.html#msg134658914)
A Family Affair (D&D 3.0/3.5) (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,106657.msg134666283.html#msg134666283)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Tante Petunia am 23.04.2018 | 20:22
Spannend! Abo! :d
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 23.04.2018 | 20:38
:)

Sachen, die in der (Lese-)Pipeline sind:

- Scarab of Death (5E)
- The Dark of Hot Springs Island (D&D)
- Europe Ablaze (World War Cthulhu)
- The Star on the Shore (Cthulhu)
- Ruins of Azlant Adventure Path (Pathfinder)
- Baby Bestiary (D&D)

Können gerne Wünsche geäußert werden.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Thandbar am 23.04.2018 | 21:03
Auch Abo.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Blizzard am 23.04.2018 | 21:07
Klingt interessant. Schreibst du dann nur über (Kauf)Abenteuer oder auch über Quellenbücher bzw. Regelwerke?
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 23.04.2018 | 21:11
Klingt interessant. Schreibst du dann nur über (Kauf)Abenteuer oder auch über Quellenbücher bzw. Regelwerke?
Was mir gerade in die Finger kommt. Baby Bestiary z. B. ist kein Abenteuer und das oben ist nur das, was mir spontan eingefallen ist.
Werde mich, wenn überhaupt, auch selten an irgendwelchen Regelmechanismen aufhalten, weil diese mittlerweile das geringste Problem für mich darstellen.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: schneeland am 23.04.2018 | 21:18
- The Dark of Hot Springs Island (D&D)

Da bin ich mal gespannt, was Du dann dazu erzählst (habe auch damit geliebäugelt, aber ich hab' einfach echt schon zu viel Zeug)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: rillenmanni am 23.04.2018 | 21:38
Wir lieben so was! Wir lieben so was hier! :)

Du fragst nach Wünschen, und mir fällt ein, dass ich kaum weiß, was Du so spielst. ... Mir ist es am liebsten, wenn Du irgendwas besprichst, das ich auch kenne. So ganz grob gesagt: DSA1-4, ganz altes D&D oder Curse of Strahd, Lamentations of the Flame Princess, Numenera, Trail of Cthulhu, Call of Cthulhu, Splittermond - das sind dann die Systeme mit der höchsten Kenntnisdichte. Und mich interessieren nur die Abenteuer.

Ich lese aber einfach alles, was Du schreibst. :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Samael am 23.04.2018 | 21:41
So, gesagt - getan?
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Thallion am 24.04.2018 | 08:34
Und angepinnt.  :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 24.04.2018 | 17:44
The Two-Headed Serpent

(https://www.sphaerenmeisters-spiele.de/WebRoot/Store/Shops/15455106/5955/0D54/922B/C580/03C5/C0A8/2BB9/0FFC/THS_Front_Cover_for_web__24952.1495740122.500.659_ml.jpg)

Klappentext:
The world needs heroes, now more than ever.

The Two-Headed Serpent is an action-packed, globe-spanning, and high-octane campaign set in the 1930s for Pulp Cthulhu. The heroes face the sinister conspiracies of an ancient race of monsters hell-bent on taking back a world that was once theirs.

Working for Caduceus, a medical aid organization, the heroes will loot a lost temple in the forests of Bolivia, go head-to-head with the Mafia in New York City, face a deadly epidemic in the jungles of North Borneo, uncover the workings of a strange cult in dust-bowl-era Oklahoma, infiltrate enemy territory inside an awakening volcano in Iceland, face the horrors of hideous medical experiments in the Congo, race to control an ancient and powerful artifact on the streets of Calcutta, and ultimately travel to a lost continent for a desperate battle to save humanity from enslavement or annihilation!


Meine Eindrücke (inkl. Spoiler!):
"The Two-Headed Serpent" (im Folgenden: THS) ist eine knapp 280seitige Kampagne für Pulp Cthulhu, wobei die Betonung hier eindeutig auf "Pulp" liegt. Puristen bzw. Spieler/SL, die eher auf den investigativen Part bzw. den Horror-Aspekt von Cthulhu stehen, werden eventuell nicht ganz glücklich werden.

Worum geht es?
Wie im Klappentext erwähnt, arbeitet man in den 1930ern für die Caduceus Organisation, die vordergründig medizinische Hilfe auf der ganzen Welt stellt. Doch sehr schnell (quasi in der Einleitung) wird den Spielern und den SC klar (gemacht), dass die Organisation sich eher dem Kampf gegen den Mythos verschrieben hat...so scheint es jedenfalls.

Was passiert aber wirklich (massive Spoiler)?
Caduceus ist nur eine Tarnung und auch der Kampf gegen den Mythos ist nicht ihre wahre Absicht. In Wirklichkeit haben "Serpent People" (ich nutze die englischen Begriffe, da mir die deutschen Übersetzungen nicht geläufig sind) die Organisation übernommen und versuchen über sie (und damit mit Hilfe der unwissenden SC), ihren verlorenen Kontinent Mu wieder in unsere Realität zu bringen und die Menschheit zu versklaven und zu hybridisieren. Als wäre das nicht genug, gibt es aber eben auch noch die Gegenorganisation, denn beim Untergang von Mu waren sich die "Serpent People" nicht ganz einig, um es vorsichtig auszudrücken. Die andere Organisation, "The Inner Night", bekämpft Caduceus, wo sie nur kann und ist damit auch permanenter Gegenspieler der SC. Ihre Absicht hat weniger mit Versklavung der Menschheit zu tun, sondern der kompletten Vernichtung. Auch schön.

Und weil dies ja noch nicht ausreicht, befreit man im ersten Abenteuer auch noch eine mächtige Serpent People Sorceress, die ganz eigene Pläne hat. Verwirrend? Man mag es erstmal glauben.

Grundsätzlich hat THS ein ähnliches Problem wie alle großen Cthulhu-Kampagnen, egal welcher Regeledition: Wie soll man dies alles als SL bewerkstelligen? THS hat es aber dabei geschafft, dem SL zumindest in der Hinsicht viel Arbeit abzunehmen, dass es eine für mich logische Ordnung hat, so dass man im Zweifel schnell Antworten auf eventuell Fragen findet. Dass ein SL trotzdem, je nach den Entscheidungen der SC, eine Menge Arbeit hat, ist klar. THS hilft hierbei, als dass es Anekdoten aus ihren Playtests aufzeigt und dem SL suggeriert: "Hier, mach wie Du denkst bzw. es passt!". Alternative Einstiegspunkte, etc....alles dabei.

Was haben wir denn an "Fleisch", also was macht das ganze pulpig?
Nun, hier wird geschossen, Knochen gebrochen, Dinosaurier im Kongo, Angriffe von Mythoswesen auf das Flugzeug, Vulkanausbrüche, riesengroße Wasserschlangen, spektakuläre Flucht, etc.. Nochmal, dies ist Cthulhu over the top!

Ich fand die einzelnen Szenarios allesamt gut, bis auf Island (ich will jetzt nicht jedes Szenario auflisten) und eventuell das Ende, wobei vieles auch sehr hart erscheint, aber wahrscheinlich mit den Pulp Cthulhu Regeln doch machbar ist. Highlights für mich waren tatsächlich die detaillierten Nebenschauplätze (Oklahoma: Katholischer Priester, der Schlangen verehrt; New York: Das Mafia-Kapitel ist großartig!), aber auch die Gesamtkampagne kann ich mir sehr spassig vorstellen.

Von der "technischen" Seite gibt es wenig zu bemängeln; die Handouts sind gut, die Beschreibungen stimmig, die NSC gut ausgearbeitet. Schön wäre es gewesen, wenn die Bilder der Gegner und NSC größer bzw. nicht nebeneinander abgedruckt worden wären. So müsste man sie wohl aus dem pdf ausschneiden, wenn man sie einzeln präsentieren will. Und: Keine Karten für Spieler! Das mag ja bei der Erforschung eines Labors unter einem Vulkan (aka Dungeon Crawl) noch okay sein, aber bei New York, Kalkutta oder ähnlichem ist es eher...doof. Geht dann nur über die Erzählung.

Mein Fazit: :d
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: LushWoods am 24.04.2018 | 18:38
Vielen Dank für den Bericht, steht auf meiner Liste  :d

Is das Teil Soft- oder Hardcover?
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 24.04.2018 | 18:52
Vielen Dank für den Bericht, steht auf meiner Liste  :d

Is das Teil Soft- oder Hardcover?
Hardcover, pdf for free. :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Caranthir am 24.04.2018 | 19:01
Pulp Cthulhu nutzt die normalen Cthulhu-Regeln nur ... pulpiger? Oder ist das ein komplett eigenes System? Beim Hexer-Rollenspiel hat das halbwegs gut geklappt, meine ich mich zu erinnern.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Coltrane am 24.04.2018 | 19:15
Pulp Cthulhu nutzt die normalen Cthulhu-Regeln nur ... pulpiger? Oder ist das ein komplett eigenes System? Beim Hexer-Rollenspiel hat das halbwegs gut geklappt, meine ich mich zu erinnern.
Von der Pegasus Website -  der deutsche Pulpband ist als PDF schon raus, Druckversion erscheint in Kürze:
Zitat
In Pulp Cthulhu findest du ein auf die Pulp-Erfordernisse angepasstes Charaktergenerierungssystem, Regeln für psychische Kräfte, geistige Gesundheit, erweiterte Fähigkeiten und seltsame Wissenschaften sowie Tipps für Spielleiter für Abenteuer im Pulp-Style-Stil.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: eldaen am 24.04.2018 | 19:18
Wow,
sowie Tipps für Spielleiter für Abenteuer im Pulp-Style-Stil.

Wow, sogar inklusive tautologischer Verdoppelungen...  >;D

Aber davon ab: Es benutzt schon noch das normale Cthulhu System aber mit Modifikationen? Oder wie muss ich mir das vorstellen?
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 24.04.2018 | 19:24
Wow,
Wow, sogar inklusive tautologischer Verdoppelungen...  >;D

Aber davon ab: Es benutzt schon noch das normale Cthulhu System aber mit Modifikationen? Oder wie muss ich mir das vorstellen?
Ja, genau. Nur sind die SC wesentlich tougher. Und haben solche Sachen wie "Escape Certain Death", was sie in dem Abenteuer auch brauchen.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 24.04.2018 | 19:24
Fein, noch jemand der Rezensionen schreibt. Abo! :d
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 24.04.2018 | 19:29
Fein, noch jemand der Rezensionen schreibt. Abo! :d
Naja, back to the roots. ;)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 25.04.2018 | 16:35
Drakonheim: City of Bones

(https://4.bp.blogspot.com/-v2dPc2ZKjbY/Vvo1isDxGNI/AAAAAAAAAkA/xS7TOERpPtQ2vpN3jWQBrY75cwqVjD4jQ/s1600/Drakonheim.png)

Klappentext:
Why are we nicknamed the City of Bones?
People first started calling us that when the city's founder killed the dragon Ignomia and used her bones to build the walls of Drakonheim.
It took on new meaning after the Empire fell. The marble palaces became skeletal remains of a dead civilization.
Now there is a third reason. The bones of the dead walk the street. Skeletons and zombies. Why don't we fear them? We do, of course. But what choice do we have?

—Gavin Kipper, guide for hire

To save the city from disaster, Drakonheim made a deal with a cabal of necromancers. Now this cabal, the Gray Society, holds the real power in the city.

Drakonheim is a fantasy city full of intrigue and surrounded by dangers. Goblins dwell in the sewers, undead walk the streets, and aristocrats scheme for greater power. Hobgoblins ride across the northern plains, lizardfolk rule the southern swamps, and all manner of monsters hunt in the western mountains.

Drakonheim is a system-free setting; you can use it with any fantasy roleplaying game. It can serve as a quick stopping point, or as the center of an entire campaign.

Mein Eindruck:
Drakonheim ist ein 50seitiges pdf (als POD erhältlich) von Sneak Attack Press, welches durch in meinen sehr gelungenes Artwork besticht (allerdings habe ich ein wenig Probleme mit Schriftauswahl und Schriftsatz, aber das habe ich öfter aus beruflichen Gründen).

Drakonheim soll ein system-neutrales Stadtsetting sein, dass man quasi in jedes Fantasy-Setting/System eingliedern kann. Nun ja, wenn es denn in diesem System, Elfen, Halb-Orks, Barden, Paladine, Hobgoblins, etc. gibt. Man merkt schon, wo der Hase langäuft.

Gut, mich stört es nun nicht wirklich, da ich ja durchaus geneigt bin, es für D&D zu nutzen. Was macht Drakonheim nun besonders, inhaltlich und als Produkt?

Inhaltlich eigentlich nicht viel: Es ist eine Stadt, die einer Belagerung dadurch überstanden hat, dass Nekromanten eine Untoten-Armee aufgestellt haben und so die Stadt retten konnten. Sie haben sie nicht wieder weggeschickt, also leben und arbeiten die Untoten in der Stadt (oder regieren sie mit), was nicht jedem gefällt. Neben der reinen Stadtbeschreibung (eingeteilt in die verschiedenen Viertel) wird auch nur ein kurzer Abriss der Umgebung und der Geschichte geliefert plus Abenteueranknüpfpunkte. Alles in allem gut gemachte Standardkost.

Aber: Ein guter Koch weiss auch scheinbar "normales" Essen entsprechend zu würzen und zu verbessern. Und das macht Drakonheim, denn über die Beschreibungen und die in meinen Augen super dargestellten/ausgearbeiteten NSC kommt Leben in das Ganze. Das ganze bekommt etwas rundes, weg von einer nüchternen Stadtbeschreibung zu etwas, das atmet bzw. in das man eintauchen kann. Hier hat man schon Wert auf Details gelegt. Hat mir wirklich gut gefallen.

Was eher unschön ist, ist der Preis. Okay, pdf für $5.99 ist noch okay, aber POD mit $14.99 bzw. $19.99? Für 50 Seiten?
Sorry, ich bin ja echt nicht pingelig, aber dabei: Nö. Trotzdem bleibt...

Mein Fazit:  :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 25.04.2018 | 22:48
Scarab of Death

(https://www.goblinstone.com/IMG/Covers/ScarabOfDeath_Small.jpg)

Klappentext:
A young noble is found dead a block away from Nabulee’s Bazaar of the Extraordinary. Everything suggests that Nabulee was neglectful and left his scarab of death unattended, which ultimately led to the death of the noble. But how did the cursed broach find its way out of Nabulee’s impenetrable vault in the first place? And why doesn’t Nabulee remember taking it out? Will the characters solve this mystery before the noble’s vengeful father has Nabulee beheaded?

Mein Eindruck:
"Scarab of Death" ist ein 30-seitiges Abenteuer für D&D 5E von Goblin Stone, die auch die beiden in meinen Augen hervorragenden Abenteuer Banquet of the Damned und "The Chapel on the Cliffs" herausgebracht haben. Vom Artwork und Aufmachung muss es sich vor Original-WotC-Werken nicht verstecken, das ist schon sehr gute Qualität.

Bei diesem Abenteuer handelt es sich um ein investigatives Abenteuer in Waterdeep für Charaktere der Stufe 10...und da müssen wir erstmal einen kleinen Exkurs machen, für nicht D&D-Kenner. In der Regel funktionieren nämlich genau solche Abenteuer in D&D nicht (gut), da entweder die Charaktere über so viel Magie verfügen, dass das investigative Element eigentlich total ausgehebelt wird oder aber die Magie wird vom Abenteuer relativ platt ausgeschaltet, was häufig sehr gezwungen wirkt.

Natürlich muss sich auch "Scarab of Death" einiger Kunstgriffe bedienen, allerdings macht es das so, dass es für mich durchaus plausibel wirkt. Das Abenteuer lebt dementsprechend von den Nachforschungen und der Konversation der Charaktere mit NSC; auch mal erfrischend anders, denn Kampfencounter sind sehr sehr rar. Aufgrund der Kürze des Abenteuers ist keine all zu große Story dahinter, aber (es ist schließlich Waterdeep) man kann es entweder als Sidetrek nutzen oder aber, durch die Verwicklung Adliger in das Geschehen, auch als Teil einer Waterdeep-Kampagne. Auch der Auftraggeber kann ja, falls er das Abenteuer überlebt, durchaus ein nützlicher Verbündeter für die Zukunft sein; welche Gruppe wünscht sich nicht einen Händler magischer Gegenstände als dankbaren Ansprechpartner?

Nochmal zusammengefasst:
Kurzes Detektivabenteuer mit viel Rollenspiel und weniger Kampf, netter Story in toller Umgebung. Artwork, Layout und Karten passen...$3.95 pdf.

Fazit: :d
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: schneeland am 25.04.2018 | 23:47
Klingt gar nicht so schlecht - gleich mal auf die Liste setzen.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Hotzenplot am 26.04.2018 | 08:50
Super Faden!

Kannst du vielleicht kurz eine Legende deiner Bewertungssmilies hinzufügen, damit man sieht, was sie bedeuten? Ich weiß jetzt nicht genau, ob  :d besser ist als :) und ob als Top-Bewertung vielleicht noch ein  :headbang: kommt.  ;)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 26.04.2018 | 08:56
Habe ich oben eingefügt. Besser als  :d gibt es nicht bzw. ist mir noch nicht untergekommen (oder wird hier nicht rezensiert, weil schon zu alt.)  ;)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Wellentänzer am 26.04.2018 | 11:50
Spannend. Danke. Abo!
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 26.04.2018 | 20:13
Scourge of the Demon Wolf

(http://tenfootpole.org/ironspike/wp-content/uploads/2013/04/sdw.jpg)

Klappentext:
Three died. They were mauled beyond recognition. The Baron sent his huntsmen to kill the beasts and for a fortnight they tramped across the countryside. Between their whoring and drinking they killed twelve wolves, parading their skins through the village. They were hung on poles as trophies of victory. Then the huntsmen left, the beasts slain, the village saved… so we thought.

As the fields turned golden under the summer sun the killings began again. Four more died. Then the Baron's man, the bailiff, was killed on the high meadow in sight of Mitra's Temple. His screams could be heard well into the village. He was only identified after we reassembled the pieces.

With the priest's help I wrote a report to our liege, the Baron of Westtower. My report ended with,

There will be no harvest until the beast is slain and the killings stopped.


Mein Eindruck (inklusive Spoiler):
Scourge of the Demon Wolf (ab jetzt: SotDW) ist ein 70-seitiges Abenteuer/Quellenbuch für das The Majestic Wilderlands-Setting von Bat in Attic Games. Es ist für Swords &Wizardry konzipiert, würde aber wohl sicher mit jedem OSR-System funktionieren; eine Konvertierung in jedes andere System dürfte nicht sonderlich schwerfallen. Direkt vorweg: Bei DrivethruRPG gibt es ein Print/PDF-Bundle mit diesem Abenteuer und dem auch wirklich guten Majestic Wilderlands-Setting für 16,41 €. Da hatte ich auch zugegriffen; also wer Interesse hat, sollte zuschlagen!

Das Buch ist ein Standard-Softcover mit OSR-typischen Zeichnungen. Ich bin jetzt nicht so der Fan dieser Art von Artwork, aber es passt. Karten und sonstiges sind exzellent.

SotDW ist zweigeteilt: Das Abenteuer umfasst ca. 25 Seiten, der Quellenteil macht den zweiten Part aus.

Zum Abenteuer:
Von der Story her ist das erstmal nichts besonderes. Als Spoiler: Magie-Lehrling beschwört Dämon, versaut es, Dämon schlüpft in Wolfskörper, bringt Leute um. Soweit unspektakulär. Das ist allerdings auch nur der grobe Rahmen, denn eigentlich geht es um etwas ganz anderes. SotDW arbeitet mit verschiedenen Fraktionen, die miteinander im Clinch liegen und jegliche Entscheidung führt zu Konsequenzen im weiteren Verlauf. Ein Dorf in Aufruhr, Räuber im Wald, Schmuggler und die Männer des Barons. Alle mit unterschiedlichen Vorstellungen, teilweise natürlich konträr zu denen der anderen bzw. evtl. auch der SC. Ich würde es mal "Soziale Sandbox" nennen. Und die dürfte meiner Meinung nach richtig gut klappen, wenn man als SL ein wenig Zeit reinsteckt; das Buch selber hilft einem an mancher Stelle dabei, auch durch die Anmerkungen in Kästen durch den Verfasser, wie seine Spielgruppen sich in manchen Situationen geschlagen haben. Viele mögliche Folgen erschließen sich aber auch schon beim Lesen, wobei es wohl kaum zwei Gruppen geben wird, die exakt gleich vorgehen würden. Kampf steht bei diesem Abenteuer definitiv nicht im Vordergrund, wobei der Endkampf, der irgendwann natürlich erfolgen muss, nicht zu den einfachsten gehören wird. Es ist keine Stufenangabe dabei, aber mit Anfängercharakteren wird es ziemlich schnell sehr tödlich nach meiner Einschätzung.

Zum Quellenteil:
Sprechen wir mal über Details. Hier wird nämlich deutlich ins Detail gegangen. Jede Ortschaft, jeder NSC wird beschrieben. Ausführlich. Mit Karten. Und die Umgebung auch noch mit Adventure Hooks versorgt. Heisst im Klartext: Ich habe als SL während des Abenteuers richtig gut ausgearbeitete Lokalitäten und NSC und falls, was eigentlich nicht ganz abwegig ist, ich auch nach dem Abenteuer die Gegend als Ausgangspunkt nehmen will, ebenfalls detaillierte Beschreibungen. Da gibt es nichts zu meckern.

Da kann ich nur sagen:

Mein Fazit:   :d
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Wellentänzer am 26.04.2018 | 20:25
Hm. Merkwürdig. Wie wählst Du die Abenteuer aus, die Du kaufst und dann rezensierst? Das ist nun das dritte Abenteuer, das Du besprichst. Keins kenne ich und dabei bemühe ich mich, einigermaßen den Überblick zu bewahren. Super! Es würde mich interessieren, woher Du Deine Kaufanreize bekommst :-)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 26.04.2018 | 20:29
Woher ich dieses Ding kenne, keine Ahnung.  ;D
Ich vermute aber, dass ich bei Drivethru nach "Wilderlands" gesucht habe und das vorgeschlagen bekommen habe. Dann recherchiert, eine Review gelesen, gekauft.

Generell bin ich Informations-Junkie; ich bin der Typ, der sich auch von Verlagen per Newsletter zuspammen lässt, um zu gucken, was es da so gibt. Lore Smyth und Goblin Stone kenne ich dadurch. Das Cthulhu-Abenteuer kenne ich von der SPIEL; die Chaosium-Leute waren so nett, da habe ich das direkt mal mitgenommen.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 26.04.2018 | 20:30
Ich stelle hiermit fest, dass ich deine Rezis extrem nützlich finde. Zum einen hast du einige Sachen dabei, die ich ohnehin schon auf der "vielleicht mal ansehen"-Liste habe. Zum anderen kann ich mit deiner Art der Zusammenfassung sehr viel anfangen.

Vielen Dank!
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 26.04.2018 | 20:31
Gerne. :)

Ich merke, ich war längere Zeit aus der Übung, aber jetzt läuft es wieder.  ~;D
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: rillenmanni am 26.04.2018 | 21:41
SotDW muss ich haben! :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 26.04.2018 | 22:14
SotDW muss ich haben! :)
Dann viel Spaß damit. Hoffe, es passt für Dich.  :)

Muss mal gucken, was ich als nächstes mache...
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Luxferre am 26.04.2018 | 23:39
SotDW muss ich haben! :)

Fettes +1
Für HârnMaster. Dafür ist die Fledermaus ja auch bekannt  :d
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Luxferre am 26.04.2018 | 23:40
BTW: toller Thread! Besser, als das " Was Habt Ihr Neues  :d
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 27.04.2018 | 06:06
Baby Bestiary I + II

(http://babybestiary.com/img/book-front-sm.jpg)(https://i.pinimg.com/originals/e9/00/2d/e9002d0b99c641abff0165f6c9ebdf7e.jpg)

Klappentext:
In a world of myth and magic, great heroes vanquish terrible monsters and earn a place in legend.

But what about the babies left behind? This book is the first exploration of a new kind of adventure, the raising of young monsters to become loyal companions, beloved friends or fearsome guardians.

If you are looking for something novel to spice up a fantasy roleplaying campaign, or simply want to see a different side to the creatures of fantasy art, the Baby Bestiary Book has all the monstrous cuteness you could want.


Mein Eindruck:
Doppeleinschätzung, denn tatsächlich gibt es keine großen Unterschiede zwischen den beiden Büchern. Baby Bestiary I + II (ab jetzt: BB) von Metal Weave Games sind zwei system- und settingunabhängige Bücher, die sich mit den (überraschend!) Neugeborenen von Monstern beschäftigen. Dabei geht es nicht um irgendwelche konkreten Regeln, sondern es wird beschrieben, wie man diese (in der Theorie) großziehen kann und was es dabei zu beachten gibt (Ja, Basilisken großziehen könnte unschön enden). Dabei ist das Format relativ simpel: Eine Seite Beschreibung für die einzelnen Lebensphasen (regelneutral), 1 Seite Artwork, immer im Wechsel. BB I umfasst dabei ca. 80 Seiten, BB II sogar 100. Davor noch jeweils eine mehrseitige Einführung über Beschaffung, Futter, etc. für die Kleinen.

Das wars. Mehr gibt es nicht. Der Nutzen für den Spieltisch dürfte marginal sein. Gut, ein SL könnte einem Spieler, der einen Tiergefährten haben möchte, ein wenig Futter (haha) liefern, aber ansonsten ist das nicht viel Fleisch auf dem Knochen. Aber: Das Artwork! OMG! Die Bilder!

Einfach mal Google anwerfen und erste Eindrücke einholen. Fantastisch! Ich bin froh, beide Bücher zu haben.

Also kann es hier auch nur ein Doppelfazit geben:

Fazit (als RPG-Buch):   :q
Fazit (als Artbook):   :d
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: rillenmanni am 27.04.2018 | 11:59
Tut mir leid, aber bei den Vorlagen muss ich es schreiben (auch falls ich damit dann endgültig substanzlos rüberkommen sollte):

Das Eulenbärbaby auf dem Cover da ist ja soooo süüß! :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Hotzenplot am 27.04.2018 | 12:17
Ja, ich muss sagen, ich war damals auch kurz davor, dass du kaufen (und ja, nur wegen dem Artwork). Wenn ich meine heutige Spielrunde so anschaue ("ooooh, fliegende Katzen, ich möchte sowas als Baby haben!"), bin ich aber froh, es nicht getan zu haben.  ~;D
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Exar am 27.04.2018 | 14:03
Sieht nach etwas aus, dass ich mir gut als Geschenk vorstellen könnte.
Danke für die Anregung. ;)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 27.04.2018 | 14:56
Wenn ich meine heutige Spielrunde so anschaue ("ooooh, fliegende Katzen, ich möchte sowas als Baby haben!"), bin ich aber froh, es nicht getan zu haben.  ~;D

Ich glaube, wenn ich das Ding einer Spielerin meiner Gruppe schenke, könnte ich damit ihre Beziehung zerstören...
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Mhyr am 27.04.2018 | 14:59
 8) Abo.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 27.04.2018 | 15:59
Ich glaube, wenn ich das Ding einer Spielerin meiner Gruppe schenke, könnte ich damit ihre Beziehung zerstören...
Wegen sowas
(https://www.sphaerenmeisters-spiele.de/WebRoot/Store/Shops/15455106/562C/8561/01A9/6800/EFD0/C0A8/2BBC/0D63/1a.jpg)oder sowas?(https://orig00.deviantart.net/3705/f/2016/267/0/4/baby_bestiary___baby_rakshassa_by_thiever-dairj27.jpg)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 27.04.2018 | 20:31
Hoffentlich sieht sie das nicht...  ;D
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 27.04.2018 | 20:34
LoreSmyth´s Ultimate Guide to Remarkable Inns & Their Drinks

(https://www.loresmyth.com/wp-content/uploads/2017/07/RemarkableInns-LoreSmyth-CoverDTRPG.jpg)

Klappentext:
Remarkable Inns & Their Drinks is the definitive guide to taverns, how to create your own and bring them to life. This richly detailed 88-page tome offers a wealth of new gameplay options, 8 ready-made taverns, NPC's, rumors, secrets and over a 1.000 random list options. What are you waiting for? Step inside!

Mein Eindruck:

Wofür braucht man sowas? Für DSA-mäßiges Tavernenspiel? Okay, genug gefrotzelt; bei DSA halte ich es mit Dieter Nuhr und abgesehen davon ist dies nicht mein erstes Buch dieser Art und ich bin großer Fan der alten AD&D-"Volo´s Guide to..."-Reihe.

Hard Facts: 88 Seiten, vollfarbig, gutes Artwork, 8,25 € pdf, Bundle mit POD von 17,34 € (Softcover) bis 30,54 € (Hardcover Premium).

Worum geht es? Augenscheinlich dem Titel nach um Tavernen. Remarkable Inns & Their Drinks (RITD) hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieser Wirkungsstätte von Abenteurern mal ein wenig mehr Leben einzuhauchen. Angedacht wohl für D&D 5E, aber auch mit ein wenig Ignorieren/Ändern von Regeln für jede D&D-Version oder auch andere Systeme nutzbar. Umgesetzt wurde dies mit schönem Artwork, das mich auch schon in LoreSmyth´s "The Chapel on the Cliffs" beeindruckt hat.

RITD ist in 3 Kapitel aufgeteilt. Kapitel 1 stellt 8 fertig ausgearbeitete Kneipen/Gasthäuser vor, Kapitel 2 erläutert einige Angaben zu den in Kapitel 1 vorgestellten Gasthäusern (klingt seltsam, kann man aber so machen) und Kapitel 3 ist für die Leute, die sich ihre eigenen Kneipen erstellen wollen, klassisch mit Würfeltabellen und allem, was dazu gehört.

Ich fange mal mit Kapitel 2 an, denn die Erläuterungen sind eben allegemeiner Natur. Kapitelüberschrift ist "Bringing your Inns to life" und dafür hat man sich folgendes überlegt: Jede Kneipe hat bestimmte Eigenschaften. Als erstes geht es um die Einstellung der Gäste zu bestimmten anderen Gästen, abgestuft in verschiedene Grade. So kann es eben sein, dass die Stammgäste einer schäbigen Gaunerkneipe mit Gewalt auf z. B. Paladine reagieren...also besser draußen bleiben. Als nächstes dann der Einfluss, denn der Besitzer des Etablissments auf die lokalen Behörden hat. Sprich: Stell Dich gut mit ihm und Du kommst eventuell schneller ans Ziel. Weitere Eigenschaften sind das Security-Level (Yeah, Schlägereien!), Wealth-Level (niedrig=günstig, aber eventuell nicht der erholsamste Schlaf; hoch=teuer, aber natürlich luxuriöser und mit der Chance, Kontakte der höheren Gesellschaft zu treffen, etc.), Service-Angebote inkl. Anheuern von Mietlingen für Dienstleistungen, Essen und Trinken inkl. Preise (alles auch schön beschrieben), Kneipenspiele, Lieder....und zu guter letzt der Battlemaster, ein Lehrer, der als optionale Regel Charakteren bestimmte Sachen beibringen kann. Fast vergessen: Abenteueraufhänger, Gerüchte, etc. sind natürlich auch immer vorhanden.

Also Kurzfassung: Eine Fülle von gut exzellent aufbereiten Informationen, die einer Taverne Leben einhauchen.

Nach diesem Schema sind auch die 8 Gasthäuser aus Kapitel 1 aufgebaut. Von der von Elfen geführten "Hunting Lodge" für Adlige über die Magierkneipe bis hin zu dunkelsten Absteige für Mörder und Schlimmeres ist alles dabei. Haben mir ausnahmslos gefallen; einziger Kritikpunkt wäre, dass einige der Getränke/Speisen, die schon fast in Richtung magischer Tränke gehen, regeltechnisch ein wenig over-the-top sind, aber okay...verzeihbar.

Kapitel 3 lässt dann das Herz des Bastlers höher schlagen. "Creating you own Inn"...mit Tabellen. Und Tabellen. Vielen Tabellen. Sagte ich Tabellen? Und alle gut. Richtig, richtig gut. Mit Namensgenerator. Mein Favorit: "100 Memorable Things to characterize your tavern". Und das ganze nicht nur oberflächlich und nichtssagend, sondern mit Liebe zum Detail. Ach ja, "100 Story Hooks for your inn" und "Deepen your NPC". Was will man denn noch?

Kommen wir zurück zum Anfang: Braucht man sowas? Antwort: Nö, man kann auch Bob Ross-like einfach so ein Bild für die Spieler schaffen, aus der Hüfte geschossen. Oder man nimmt dieses Buch. Ich weiss, was ich tun würde. Also...

Mein Fazit: :d

Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Gwynplaine am 27.04.2018 | 20:55
Toller Thread, gute Auswahl, schön rezensiert -  Abo!  :d

(Nachteil ist nur, dass die Wunschliste immer länger wird.)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 29.04.2018 | 15:54
Trail of Cthulhu - Mythic Expeditions

(http://site.pelgranepress.com/wp-content/uploads/2011/12/Cover_print_final_400.png)

Klappentext:
“Before that there had been wild enough stories — accounts of mysterious trips to Thibet, the African interior, the Arabian desert, the Amazon valley, Alaska, and certain little-known islands of the South Pacific…” — H. P. Lovecraft, “The Horror in the Museum”

Bon voyage!


Mein Eindruck:
Fangen wir mit den Basics an: Hardcover, ca. 240 Seiten, Artwork gewohnt sehr gut, pdf für lau beim Kauf dazu.

Worum geht es in Myhic Expeditions (ME)?
Holen wir ein wenig aus. Nicht wenige große Kampagnen bei Cthulhu finden über die ganze Welt (und danüber hinaus) verstreut statt. Häufig wird die Reise so abgehandelt, wie es mancher vielleicht aus Indiana Jones-Filmen kennt. Eine rote Linie wandert über eine Landkarte und die SC sind dann vor Ort. Oder mal konkret: Die SC reisen nach intensiven Ermittlungen von New York/London in den tiefsten Kongo, kommen an, finden das Grauen und eine wenige reisen wieder ab, entweder unspektakulär oder im Falle von pulpigen Cthulhu mit einer Maschine der Mi-Go, angetrieben von den Gehirnen ihrer gefallenen Mit-SC. ;)

ME geht einen anderen Ansatz. Getreu dem Motto "Der Weg ist das Ziel!" geht es nämlich genau um diese Zwischenräume, die Reisen und was dort den Ermittlern widerfahren kann. Zwar hat das Buch angedacht, dass diese im Buch aufgeführten Szenarien zwischen einzelnen anderen Abenteuern gemacht werden könnten (oder sie mit ihnen verknüpft), ich allerdings sehe sie eher als Möglichkeit, sie noch ein wenig mehr auszuschmücken und sie zum eigentlichen Abentuer zu machen!

Damit der Ansatz funktioniert, gibt es in ME zusätzliche Regeln. Leicht zu lernen, die wichtigste ist wohl der "Survival Pool", der Verpflegung, Ausrüstung, etc. darstellt. Von Abschnitt zu Abschnitt in den Expeditionsszenarien kommt es zu Geschehnissen, die evtl. den Survival Pool aufbrauchen. Was dann passieren kann...man ahnt es wohl.

Was für Szenarien bietet ME nun? Tja, 10 Stück (alle meist in den 1930ern), unterschiedlichster Art. Ich liste einfach mal auf, wo es hingehen könnte:

- Mongolei (Archäologische Untersuchungen von Knochen, mysteriöse Morde...muss man mehr sagen?)
- Nord Rhodesien (Die Suche nach der Heilung nach Malaria läuft ein wenig anders, als gedacht.)
- Bermuda (Bermuda...Sturm...)
- Paraguay (Chaco War...Prof. Moore will "nur" einen Meteoriten untersuchen...im Kriegsgebiet)
- Yucatan (Hurricane Season im mexikanischen Dschungel...yeah!)
- Indien (Die Geschichte der Christenheit führt nach Indien)
- Grönland ( Zwei Teilnehmer einer Expedition nach Grönland werden umgebracht. Werden die Ermittler die restlichen Teilnehmer retten können und hinter das Geheimnis kommen?)
- Papua Neu-Guinea (Wieder mal Dschungel...und eine mysteriöse Flöte)
- Irland (Ein gesunkenes Dampfschiff vor der Küste Irlands)
- Clipperton Island (s. u.)

Alle Szenarien gefielen mir gut, mit Ausnahme vielleicht von Clipperton Island, auch wenn dies das "sandboxigste" Szenario von allen ist. Aber für Franklin D. Roosevelt die "Ferien" vorzubereiten und als Universitätsmitarbeiter durch Erkunden einer Insel sein Interesse zu wecken...hm, muss man wohl mögen, wobei es keinesfalls schlecht ist, denn der Horror ist ein "Klassiker". Bei der Auswahl dürfte eigentlich für jeden SL etwas dabei sein und, wie gesagt, ich bin der Meinung, dass man daraus noch mehr stricken kann als die durchschnittlich 18 - 20 Seiten pro Szenario.

Nochmal: Man muss Reiseabenteuer mögen, sonst ist das Buch bestenfalls als Steinbruch zu gebrauchen.

Deshalb auch wieder ein gemischtes Fazit: :) :d

Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Der Läuterer am 29.04.2018 | 16:33
Cerulean Halo - auf Clipperton Island, jedoch völlig befreit von Präsident Franklin D. Roosevelt, war bei uns ein Bomben Erfolg. Einer meiner wenigen Spielberichte findet man hier
https://www.tanelorn.net/index.php/topic,99075.0.html (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,99075.0.html)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 29.04.2018 | 16:42
Glaube ich. Ist auch nicht ganz richtig dargestellt von mir, Roosevelt hat ja quasi nur als Aufhänger was damit zu tun.

Mal ändern, wobei ich trotzdem die anderen besser fand. Aber schön, wenn es bei euch gut geklappt hat. :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 30.04.2018 | 21:18
The Journal of Reginald Campbell Thompson

(https://www.sphaerenmeisters-spiele.de/WebRoot/Store/Shops/15455106/556A/DBA7/1C69/46D5/128E/C0A8/2BB9/7367/Journal2_ml.jpg)

Klappentext:
"Within the inner sanctum, the central altar had been moved across the dais, and there were signs of excavations all around it. The sound of the muttering continued as if our intrusion had gone unnoticed, and it came from behind the altar. Upon investigating, we were all seized with an unimaginable terror."

Nineveh! Most populous and ancient city of the Assyrian Empire of antiquity. Ringed by great walls and vast gates, filled with forgotten treasures, mysterious carvings and great libraries of tablets. All lost to the modern world.

In 1903 British archaeologist Reginald Campbell Thompson set out to locate the site of ancient Nineveh. This expedition was widely and erroneously reported as a failure. His 1919 return to Nineveh and the temple of Nabu went entirely undocumented, until the discovery of this journal.  Campbell Thompson, ever the adventurous academic, sought to unlock the temple's secrets. Secrets that should have remained hidden in the Assyrian desert.

Mein Eindruck:
So manch einer wird sich jetzt wundern: Wieso dieses Buch alleine bewerten, wenn es doch eigentlich nur eine Beilage zu der Cthulhu Britannica-Kampagne "The Curse of Nineveh" ist? Erklärung folgt.

Wie immer, die Fakten: Hardcover, 64 Seiten "Digest Format" (also eher klein), Artwork fantastisch, aber insgesamt nicht ganz billig: 27,95 € inkl. pdf; wer Interesse hat, zugreifen, Cubicle 7 hat keine Cthulhu-Lizenz mehr und die Reihe ist oop.

Nun zum Buch selber:
Es ist im Tagebuch-Format geschrieben, angereichert mit Karten und Abbildungen. Ich glaube, ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass die gesamte Aufmachung in meinen Augen absolut großartig ist. Es beschreibt die Geschehnisse bei der Ausgrabungsstätte, von anfänglichen Schwierigkeiten durch Land und Leute bis zu dem Zeitpunkt, als dass der Horror um sich greift. Alles aus der Ich-Perspektive geschrieben; in meinen Augen (bin aber nun weder Native-Speaker noch Literaturkenner) auch gut geschrieben, so dass die Spannung bzw. das Anwachsen der Spannung deutlich rüberkommt.

Trotzdem bleibt natürlich die Frage: Warum dieses Buch alleine bewerten?
Das ist für mich ganz einfach: Entweder man liest es als cthuloide Kurzgeschichte (was durchaus geht), man nutzt es als Hintergrund für eine eigene Kampagne (und eben nicht zwingend "Curse of Nineveh") oder, und das gefällt mir mit am besten, gibt es den Spielern in die Hand als Vorbereitung für eine Kampagne, egal obe selbstgeschrieben oder eben "Curse of Nineveh". Ähnlich wie bei "Dracula Unredacted" halte ich dies nämlich für eine sehr coole Möglichkeit, Spieler so richtig für einen Plot zu begeistern. Und der Vorteil hier: Für 64 Seiten kann sich bestimmt jemand erbarmen, es durchzulesen!

"The Journal of Reginald Campbell Thompson" ist sicherlich nicht der rollenspielerische Stein der Weisen, aber es ist sehr cooles Gimmick, mit dem man wunderbar arbeiten kann. Vielleicht nicht etwas für jeden, gerade, weil es auch nicht ganz günstig ist.

Mein Fazit:  :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Jiyu am 30.04.2018 | 22:26
Sehr cooler Thread!  :d

[Blecherner Lautsprecher] Thallion von rollenspiel-bewertungen.de bitte in den Thread, Thallion bitte! ;)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Runenstahl am 30.04.2018 | 22:48
Ich muß der allgemeinen Meinung hier mal zustimmen. Es ist ein sehr Lesenswerter Thread. Die Rezensionen lesen sich gut, sind informativ und nicht zu ausschweifend. Weiter so !
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 30.04.2018 | 23:10
Da ich ja eh hellwach bin, machen wir mal noch etwas...

Pax Cthuliana

(http://www.drivethrurpg.com/images/6556/223747.jpg)

Klappentext:
London, 1927... A sinister discovery is about to unveil itself in your dreams... an untold secret that will disturb the soul of even the most resilient investigator... The slumber of Cthulhu will soon come to an end…as will humanity.

Mein Eindruck (inkl. einiger kleiner Spoiler):
Ich habe damals beim Kickstarter mit gemacht, es gibt aber das Softcover inkl.pdf für 16,40 € bei DrivethruRPG. Die GM Handouts sind als pdf kostenlos, allerdings kostet der Soundtrack auch nochmal ca. 5,00 €...und den sollte man haben. Das Artwork und die Handouts sind wirklich gut, wobei ich mich immer schwer tue mit handschriftlichen Aufzeichnungen. Ist aber noch in Ordnung.

Vorweg: Das ist kein Abenteuer für Anfänger, weder als SL noch als Spieler. Vorwissen vom Mythos ist dringend erforderlich...ebenso wie ein gehörige Portion Hirnschmalz.

Worum geht es hier?
Wie der Klappentext schon sagt, geht es darum, dass Cthulhu erwacht. Blöd nur, dass das gerade in London passieren muss...und man selbst gerade in London ist. Aber vielleicht schafft man es ja, es zu verhindern...

Das soll es an Inhalt erstmal gewesen sein, weil andere Dinge sind viel interessanter.

Erstens der Einsatz von Musik. Der ist nämlich extrem wichtig wenn nicht sogar unerlässlich. Und neben dem Soundtrack sind auch andere Lieder vorgeschlagen, die in verschiedenen Szenen zum Einsatz kommen sollen. Zweitens: Es ist vollkommen egal, welches Cthulhu-Regelwerk benutzt wird. Theoretisch kann dieses Szenario, das für 6 Stunden angedacht ist (aber natürlich erweitert werden kann) in Freiform gespielt werden. Die ist ein investigatives Cthulhu-Abenteuer, bei dem es vornehmlich darum geht, ein Puzzle zusammenzusetzen...und ja, Puzzle ist hier wörtlich zu nehmen (beim Kickstarter kommt man sogar eines aus Ton dazubestellen, aber ich denke, ausgedruckt und auf Pappe geklebt reicht auch). Drittens scheint es zwar auf den ersten Blick im sandboxigen London zu spielen, ist aber eher eine geführte Tour. Ich will nicht das böse Wort "Railroading" verwenden, weil so empfinde ich es auch nicht, nur ist der Weg schon sehr deutlich. Und viertens gibt es einen Prelude, der es in sich hat...und mit dem kann das ganze stehen und fallen. Denn wenn es hier schon scheitert, kann man das Abenteuer auch beiseite legen. Die SC erleben nämlich als Cutscene ihren eigenen Wahnsinn, das Erwachen Cthulhus und den Beginn des Endes der Welt...bevor das Abenteuer einige Zeit vorher beginnt. Kann man mögen, kann aber auch in die Hose gehen; das Abenteuer selbst gibt aber Tipps, wie eigentlich an vielen Stellen, wie man vorgehen könnte.

Nun, in dem Abenteuer sind dann auch noch Alistair Crowley und ein gewisser Tolkien verbaut, also man kann schon einiges erleben.

Zusammengefasst: Nur für erfahrene Spieler/-innen und SL, ungewöhnlich anders, starker Einsatz von Musik, eventuell nicht für jeden etwas.
Mit haben die 72 Seiten dieses Abenteuers von Two Starving Gnolls aber zugesagt, trotzdem...

Mein Fazit: :-X :) (da eben nicht das einfachste Szenario)

Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Zarkov am 30.04.2018 | 23:31
Die ist ein investigatives Cthulhu-Abenteuer, bei dem es vornehmlich darum geht, ein Puzzle zusammenzusetzen...und ja, Puzzle ist hier wörtlich zu nehmen (beim Kickstarter kommt man sogar eines aus Ton dazubestellen, aber ich denke, ausgedruckt und auf Pappe geklebt reicht auch).

Ich bin ja kein großer Fan von Puzzles am Spieltisch, aber ein Handout aus Keramik – da mußte ich doch gleich nach einem Photo suchen. Wer ähnlich neugierig ist wie ich, hier bitteschön. (https://www.kickstarter.com/projects/1990950227/pax-cthuliana-a-cthulhu-scenario/posts/1978116)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 30.04.2018 | 23:35
Ich bin ja kein großer Fan von Puzzles am Spieltisch, aber ein Handout aus Keramik – da mußte ich doch gleich nach einem Photo suchen. Wer ähnlich neugierig ist wie ich, hier bitteschön. (https://www.kickstarter.com/projects/1990950227/pax-cthuliana-a-cthulhu-scenario/posts/1978116)
Leider konnte ich nicht mehr auf die Schnelle rausfinden, was das gekostet hätte. :)

Edit:
Doch gefunden: $36.00 incl. Shipping
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 2.05.2018 | 20:33
Dieses Review ist eine Herzensangelegenheit, denn eigentlich habe ich das schon mal Jahren ausführlich rezensiert. Wer also eine Langfassung haben möchte, möge *HIER* (http://www.dnd-gate.de/gate3/page/index.php?id=5400) klicken.

Legacy of the Crystal Shard (D&D NEXT)

(http://dnd.wizards.com/sites/default/files/media/styles/product_tabletop_left/public/images/product/DnD_LegacyCrsytalSh.png?itok=4yQpcPP_)

Klappentext:

Forgotten Realms - the Sundering

The People of Icewind Dale are hardy and have long stood against the perils of he North. the events that shook the region a hundred years ago are now a distant memory. But what was defeated was not destroyed.

Now forces converge on the Ten Towns, the people of the North face their greatest trial yet. To overcome these threats , adventurers must once again rise to challenge evil.


Mein Eindruck (inklusive Spoiler):

Vorweg vielleicht ein wenig D&D-Geschichte zu diesem Abenteuer. "D&D NEXT" war der Titel für D&D 5E während des Playtests für diese Edition. In der Zeit sind insgesamt 5 Abenteuer herausgekommen, die käuflich zu erwerben waren, 3 damals in Print, 2 als pdf...mittlerweile gibt es alle als pdf. "Forgotten Realms - the Sundering" war eine Überschrift für die Veränderungen der Forgotten Realms von der 4E zur 5E, wofür unter anderem 6 Romane herausgebracht wurden. Dass man davon mangels eines Setting-Bandes kaum etwas weiss, ist in meinen Augen eine Schande, aber hat nichts mit dem Abenteuer zu tun und sollte an anderer Stelle diskutiert werden (ich rante dann gerne. ;) ).

Was ist "Legacy of the Crystal Shard" (LotCS) nun und warum schreibe ich etwas zu so einem alten Abenteuer?
LotCS ist ein Abenteuer für Stufe 1 Charaktere und spielt in Icewind Dale bzw. Ten Towns, Ortschaften die natürlich Salvatore Roman-Lesern aber auch Spielern der PC-Spiele Icewind Dale I und II bekannt sein dürften. Sie gehören für mich neben ein paar anderen Gegenden zu den Klassikern, wenn man über die Forgotten Realms spricht, und eignen sich hervorragend für verschiedenste Abenteuer.

Worum geht es?
Nach ihrer Ankunft in Icewind Dale werden die Charaktere in drei parallel verlaufende Handlungsstränge involviert, die eine Bedrohung für die Städte darstellen. Sie müssen nun entscheiden, welchen Konflikt sie lösen wollen, um die Gefahr abzuwenden. Das Besondere daran: Es ist aufgrund des Zeitrahmens unmöglich, alle drei zu schaffen, so dass es unweigerlich zur "Katastrophe" (ein wenig übertrieben) kommen muss, die dann auch Icewind Dale nachhaltig verändert. Mag nicht jeder mögen, ich finde es sehr cool, weil es eben auch ein Aufhänger für zukünftige Abenteuer sein kann.

LotCS kombiniert klassische Kämpfe mit investigativen Spiel plus Diplomatie, so dass für jeden etwas dabei ist. Icewind Dale wäre nicht Icewind Dale, wenn nicht das Wetter auch eine entscheidende Rolle spielen würde, so dass sich der SL (und die Spieler) richtig austoben kann/können.

Das "Werk" LotCS kommt dreiteilig daher: 32 Seiten Abenteuer, 64 Seiten Campaign Guide und einem SL-Schirm. Eine tolle Sache, warum sich dieses Abenteuer auch jetzt noch absolut lohnt: LotCS ist nahezu wertefrei. Das Abenteuer ist in meinen Augen richtig gut, aber zum richtigen Top-Produkt macht es eigentlich der Campaign Guide. Ausführliche NSC-Beschreibungen, Karten, Beschreibungen der Umgebung der Städte, Abenteueraufhänger...ich würde WotC noch Geld hinterherwerfen, hätten sie dieses Format für die 5E-Abenteuer beibehalten!

Sollte man sich das pdf zulegen (gerade für 9,99 € im Angebot), gibt es auch noch die Werte für D&D 3.5, 4E und die Playtestregeln dazu; ansonsten gibt es sie aber auch umsonst auf der Wizards-Seite zum Download. Die Printfassung ist nicht mehr ganz einfach zu kriegen, lohnt sich aber definitiv, denn der SL-Schirm (Zufallstabellen, etc.) ist ebenfalls sehr schön (und man muss ihn nicht aus dem pdf selber basteln).

Heute ein wenig längeres Fazit: LotCS ist mit das beste Abenteuer, dass ich, systemübergreifend, in den letzten Jahren in den Händen hatte. Für mich ein absolutes Highlight in meinem Regal (und da stehen einige Abenteuer...). Kaufen!

Mein Fazit:
Hotzenplotz, hier ist es:  :headbang:
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Der Läuterer am 2.05.2018 | 21:41
Pax Cthuliana [...]
weiss i.d.T. zu begeistern.
Ein anspruchsvolles und gut aufgemachtes Szenario mit exzellenten Handouts (Handschrift), die man, im Gegensatz zu manchen anderen Produkten, sogar gut lesen kann. Dass das Ganze kein Free Form sondern Railroading ist, tut der Liebe keinen Abbruch. Besonders die Zusatmöglichkeiten mit den erweiterten Szene wissen zu gefallen und ich empfinde das Ganze als besonders erfrischend. Auch die Idee mit dem Puzzle schafft es m.M.n. weit nach vorne.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 2.05.2018 | 21:44
Ich glaube, dass es gerade für erfahrene Gruppen durchaus mal was anderes ist. :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: schneeland am 2.05.2018 | 21:47
...
Heute ein wenig längeres Fazit: LotCS ist mit das beste Abenteuer, dass ich, systemübergreifend, in den letzten Jahren in den Händen hatte. Für mich ein absolutes Highlight in meinem Regal (und da stehen einige Abenteuer...). Kaufen!

Nachdem Du das gesagt hast, hatte ich ja keine Wahl ;) (und ein Ausflug ins Eiswindtal ist nostalgieträchtig genug, um eine weitere Ausnahme vom allgemeinen Kaufstopp zu rechtfertigen). Danke für die Besprechung!
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 2.05.2018 | 21:49
 
Nachdem Du das gesagt hast, hatte ich ja keine Wahl ;) (und ein Ausflug ins Eiswindtal ist nostalgieträchtig genug, um eine weitere Ausnahme vom allgemeinen Kaufstopp zu rechtfertigen). Danke für die Besprechung!
:d...und ich möchte betonen, dass ich mir heute auch noch das pdf gekauft habe, obwohl ich Sparzwängen unterliege und das physische Produkt besitze. ;)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Blizzard am 2.05.2018 | 21:51
  :d...und ich möchte betonen, dass ich mir heute auch noch das pdf gekauft habe, obwohl ich Sparzwängen unterliege und das physische Produkt besitze. ;)
...sagt der Mann, dessen zweiter Vorname "Kaufrausch" ist. ;D
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 2.05.2018 | 21:55
...sagt der Mann, dessen zweiter Vorname "Kaufrausch" ist. ;D
Im Moment nur das "Nötigste".  ;)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: schneeland am 2.05.2018 | 22:03
  :d...und ich möchte betonen, dass ich mir heute auch noch das pdf gekauft habe, obwohl ich Sparzwängen unterliege und das physische Produkt besitze. ;)

Das PDF spare ich mir - glücklicherweise ist mein Kaufrausch nur ein Komplettierungswahn. Und da es bei D&D5 keine offiziellen PDFs gibt, brauche ich auch für Zusatzprodukte keine ;)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 2.05.2018 | 22:04
Das PDF spare ich mir - glücklicherweise ist mein Kaufrausch nur ein Komplettierungswahn. Und da es bei D&D5 keine offiziellen PDFs gibt, brauche ich auch für Zusatzprodukte keine ;)
Physisch ist sogar noch besser. Ebay? :)

Viel Spaß damit, kannst ja mal berichten, ob es Dir auch so zugesagt hat wie mir.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: schneeland am 2.05.2018 | 22:10
Physisch ist sogar noch besser. Ebay? :)

Viel Spaß damit, kannst ja mal berichten, ob es Dir auch so zugesagt hat wie mir.

Amazon. Da scheinen noch ein paar Leute ihre Bücher loswerden zu wollen. Werde gerne mal berichten, sobald ich ein bisschen reingelesen habe (bis ich's tatsächlich leite, wird's wohl noch etwas dauern).

An dieser Stelle nur mal kurz festhalten: ich stimme Dir zu, dass es eine Schande ist, dass es kein Überleitungsabenteuer zum Sundering gibt. Ich hätte da noch eine derzeit im Ruhestand befindliche D&D 3.5-Kampagne, für die ich das gut gebrauchen könnte.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Bildpunktlanze am 3.05.2018 | 08:35
  :d...und ich möchte betonen, dass ich mir heute auch noch das pdf gekauft habe, obwohl ich Sparzwängen unterliege und das physische Produkt besitze. ;)
sehr guter Tipp. Eignet sich das auch als Einsteigerabenteuer in die FR und kann man es auch mit 5e spielen bzw wo liegen die Unterschiede zu Next?
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 3.05.2018 | 20:23
sehr guter Tipp. Eignet sich das auch als Einsteigerabenteuer in die FR und kann man es auch mit 5e spielen bzw wo liegen die Unterschiede zu Next?
Definitiv. Und es ist quasi regellos. Für die Encounter einfach das Monster Manual schnappen. NEXT war schon in vielen Dingen sehr anders.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: rillenmanni am 3.05.2018 | 20:39
Och menno, schon wieder was gekauft! ...
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 3.05.2018 | 20:42
 :)...gerne Feedback, ob der Tipp sich bezahlt gemacht hat.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Bildpunktlanze am 3.05.2018 | 20:52
Ich werde es unser Gruppe vorschlagen auch wenn ich dann in den VR lande ..welch Treppenwitz :-D
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 3.05.2018 | 21:55
Och menno, schon wieder was gekauft! ...

Ich habe auch die Befürchtung, dass der Thread hier für mich teuer werden könnte...
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 5.05.2018 | 11:04
Mal ein kurzes Review über ein Produkt, über das man kaum Beiträge hier findet, obwohl es eigentlich kein Nischenprodukt ist (sein sollte). Außerdem mal ein buch, dass ich nicht zwingend als Kaufempfehlung ansehe.

Iron Kingdoms - Unleashed

(https://s3-eu-west-1.amazonaws.com/images.geeknative.com/wp-content/uploads/2015/05/28223542/UnleashedCover1.png)

Klappentext:
Welcome to the savage side of the Iron Kingdoms! Iron Kingdoms Unleashed explores the untamed lands of western Immoren, where even the heroes are monsters. To survive, you’ll need a bad attitude and a big appetite. Bash, slice, and chomp your way through your foes, then use their broken bodies as a power-packed snack to fuel your rampages or as ingredients for your primal magic. Monsters may be bad, but being a monster is good.

Mein Eindruck:

451 Seiten Hardcover für 52,95 €...stolzer Preis für etwas, was man auf jeden Fall für die Jagd auf Hauswinkelspinnen exzellent verwenden kann (oder, obwohl bei dem Cover natürlich unpassend, zum Blumenpressen). Problem: Das pdf kostet nochmal 30,00 €.

Iron Kingsdoms...ich will nicht viele Worte verlieren. Ich mochte die d20-Version gerne, es war erfrischend anders und das Monsternomicon gehört für mich zu den besten Büchern, die in dem Bereich auf den Markt gekommen sind. Fantasy mit Steampunk-Anleihen...count me in.

"Unleashed" ist jetzt das Rollenspiel für die "andere Seite". Weg aus der Zivilisation, rein in die Wildnis. Und weg von zivilisierten Rassen, auf gehts, die abgefahrenen Charaktere werden ausgepackt. Alligatorenwesen, Trolle, Wildschweinwesen...alles nichts für Puristen, aber Humans kann man auch spielen (aber wer will das schon?). Wichtig: War Beasts (das Äquivalent zu den Jacks aus Iron Kingdoms) spielen auch eine wichtige Rolle.

Was bieten mir jetzt 451 Seiten?
Zunächst mal 85+ Seiten Crashkurs über die Geschichte der Iron Kingdoms, aber eben jetzt für die Wildnis. Ich mag sowas ja, kann mir aber vorstellen, dass es für den ein oder anderen zu langatmig ist.

Und der Rest sind: Regeln. Alle Regeln. Von Charaktererschaffung über Kampf, über Warbeast-Regeln, Ausrüstung bis hin zu Gegnern. Nein, von "Rules light" kann hier nicht die Rede sein. Fairerweise muss man sagen, dass die Regeln gut zu lesen sind und (wie das gesamte Buch) von fantastischem Artwork begleitet werden. Und...wie ist das Regelwerk so? Nun, ich habe prinzipiell kein Problem, mich auch in solche Schinken einzulesen, die Mechanik wirkt auch nicht sonderlich kompliziert (2d6+X gegen Schwierigkeitsgrad), aber was mir ein wenig sauer aufstösst, ist der Verweis auf das Tabletop (kurzer Exkurs: Sowohl Iron Kingdoms als auch Unleashed sind aus TableTops entstanden). Entweder-Oder...und wenn Kampfregeln sehr deutlich auf Figurenkampf abzielen (und ohne kaum durchführbar sind bzw. die Beispiele mit Figuren dargestellt werden), dann finde ich das suboptimal. Insgesamt sind die Regeln für mich Schrödingers Katze: Bevor ich sie nicht am Tisch ausprobiert habe, werde ich sie nicht objektiv beurteilen können. Sie sind also gerade Gut und Schlecht. Neben Kritikpunkten gibt es auch durchaus nette Anleihen und interessante Mechaniken; ob sie taugen...ich werde es wohl nie erfahren.

Sehr loben muss ich aber den 80+ Seiten Abschnitt über Monster/Gegner. Lassen wir die Regeln mal außen vor, aber wenn jedes Monster sowohl fantastisches Artwork als auch eine lange Beschreibung erfährt (Lebensweise, Verbreitung, Charakterwissen über diese Gegner, etc.), dann ist das eine eine exzellente Sache. Hat für mich schon damals das erwähnte Monsternomicon zu einem herausragenden Buch gemacht.

Der Abschnitt für den SL ist Standardkost: Nicht wirklich schlecht, aber auch keine Offenbarung.

Mein Fazit:

Bei dem Preis, kann es erstmal nur ein Urteil geben:  :(

Sollte man aber mal irgendwo günstig darüber stolpern, sei es durch ein Humble Bundle, Ebay oder Tanelorn-Verkauf, dann ist es irgendwo zwischen  :-\ :-X und :), da es doch einige schöne Ansätze hat und zum Ausschlachten gut zu gebrauchen ist (auch für reguläre Iron Kingdoms-Kampagnen). Im Zweifel eben zur Spinnenjagd nutzen!

Nachtrag:
Es ist auch auf Deutsch unter dem Namen "Entfesselt" erschienen.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Uwe-Wan am 5.05.2018 | 14:48
Bummelige 50€ sind für das Gebotene doch cool. Wie gefallen dir die Regeln für soziale Skills und Interaktionen? Da gab es zumindest bei der IK Neuauflage ja hart wenig.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 5.05.2018 | 15:34
50,00 € für Regeln, die größtenteils halt auch schon im IK-Werk drin sind plus ein am Tisch nicht sehr nützliches Buch ohne pdf. Das ist halt die Krux.

Social Skills...are you kidding me? Ernsthaft, wahrscheinlich nicht viel anders als bei IK. SL bestimmt passenden Stat für den Skill, fertig.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 5.05.2018 | 18:08
Btw.:

Ich brauche ein wenig Input, was noch so gefragt ist. "Curse of Strahd" habe ich tatsächlich noch auf der Liste, aber wie sieht es generell mit älteren D&D/d20-Sachen aus? Gibt ja eine Masse davon mittlerweile auch als pdf, deswegen sind sie irgendwie semi-aktuell.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Kaskantor am 5.05.2018 | 20:21
Ich fände was zu Star Wars D20 interessant, vor allem die Letzte Edi von WotC und deren Kampagne Dawn of the Defiance.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 5.05.2018 | 20:22
Ich fände was zu Star Wars D20 interessant, vor allem die Letzte Edi von WotC und deren Kampagne Dawn of the Defiance.
Muss ich passen, den "heiligen Boden" habe ich nur mit "Edge of the Empire" betreten.  :-\
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 5.05.2018 | 20:29
Ich brauche ein wenig Input, was noch so gefragt ist. "Curse of Strahd" habe ich tatsächlich noch auf der Liste, aber wie sieht es generell mit älteren D&D/d20-Sachen aus? Gibt ja eine Masse davon mittlerweile auch als pdf, deswegen sind sie irgendwie semi-aktuell.

In welchen Systemen bist du denn so grundsätzlich unterwegs?
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 5.05.2018 | 20:34
Du meinst, was hier rumsteht/liegt?  >;D

- D&D/d20 in jeglicher Ausführung (von AD&D bis 5E)
- Cthulhu (ToC, CoC, Cthulhu Britannica, Achtung! Cthulhu, etc.)
- Splittermond (noch nicht komplett)
- Space 1889 (noch nicht komplett)
- Pathfinder
- Middle-earth (AimE und TOR)
- Mutant: Year Zero
- Shadowrun (nicht alles)
- Dragon Age
- etc.

Grundsätzlich sind mir die Dinge, die ich auch als pdf besitze, lieber, weil ich sie auf dem Tablet lesen kann. Deswegen sind Space 1889 und Splittermond ein wenig außen vor (und gibt es ja auch viele Rezensionen zu).
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Bildpunktlanze am 5.05.2018 | 20:39
- Dragonlance Classics :-)
- Freedom (DS1)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 5.05.2018 | 20:42
Dark Sun fällt raus, ebenso wie Spelljammer. :D
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Bildpunktlanze am 5.05.2018 | 20:43
Dark Sun fällt raus, ebenso wie Spelljammer. :D
Prima dann Dragonlance Classics :-)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 5.05.2018 | 20:43
Mich persönlich interessieren davon am meisten die 5E-Sachen (sowohl die großen, bekannten als auch die unbekannteren von Drittherstellern, die es nur bei Drivethru & Co gibt), vor allem Abenteuer und Kampagnen. "Halls of the Mountain King" hätte aktuell mein besonderes Interesse, falls du das kennst.

Außerdem gerne Kommentare zu den verschiedenen Settings für M:YZ.

Ansonsten trifft deine bisherige Auswahl aber sehr meinen Geschmack, du darfst also wegen mir auch gerne einfach so weitermachen wie bisher :d.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Luxferre am 5.05.2018 | 21:03
Dragon Age Rezis wären prima  :d
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Blizzard am 5.05.2018 | 21:47
Dark Sun fällt raus...
Warum?
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Antariuk am 5.05.2018 | 21:59
Weil er davon nichts hat und keine Lust hat, den alten (und teils sauteuren oder nicht mehr auffindbaren) Sachen jetzt noch hinterherzujagen - weil wenn müsste es ja auch alles von Dark Sun sein ;)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 5.05.2018 | 22:07
So, habe mich erstmal für einen anderen Klassiker entschieden:

Curse of the Azure Bonds

(https://vignette.wikia.nocookie.net/forgottenrealms/images/e/e0/Cotab.jpg/revision/latest?cb=20090507041930)

Klappentext:

Day breaks, and the crowing of a distant rooster wakes you from an all-too-short sleep. Another day for adventure, you think as you arise - but then you stop short. You, and all of your companions, have an elaborate blue tattoo covering most of your sword arm!

And there is more to these marks than a drunken prank. As you try to find out the source and meaning of your new adornment, you are drawn further and further into danger and mystery. Will you become a pawn in somebody else's power game, or will you fight for your freedom and individuality?

Mein Eindruck (mit Spoilern):
Kurze Forgotten Realms-Kunde: Viele wissen, dass dieses Abenteuer auf dem gleichnamigen PC-Abenteuer basiert. Wenige wissen allerdings, dass es eigentlich nur ein Sequel zum 4. jemals veröffentlichten Forgotten Realms-Roman ("Azure Bonds"; Auftakt einer sehr schönen Trilogy) ist. Alle drei Dinge verwenden das gleiche Cover (oder dasselbe? Ich kanns mir nicht merken...).

Fakten, Fakten, Fakten: 96 Seiten, 6,68 € als pdf. Ursprünglich für AD&D 1E bzw 2E geschrieben, aber wie ich schon mal sagte, interessieren mich Regeln meist nur am Rande bei Abenteuern.

Los geht es...oder besser: Man ist mittendrin. Es gibt zwei alternative Einstiege in das Abenteuer, ich wähle mal den einfacheren: Die Gruppe erwacht morgens in einem Gasthaus in Tilverton, kann sich an die letzten Tage kaum erinnern, vermisst evtl. den ein oder anderen Ausrüstungsgegenstand und jeder hat fünf wunderschöne Tätowierungen auf dem Arm. Tja, klingt nach einer durchzechten Woche, aber bei dem Versuch, mal herauszukriegen, was denn los war, kommt es zu einem klitzekleinen Problem: Man greift den, vermeintlichen, König von Cormyr an.

Tja, und spätestens jetzt stellen sich bei einigen Lesern die Nackenhaare auf. Scripted Events gepaart mit dem, was ich unter Railroading verstehe. Denn, um mal den Hintergrund ein wenig zu erläutern, die Tätowierungen sind Zeichen von mächtigen Gruppen, sind nicht mit normalen bzw. magischen Dingen entfernbar und haben auch noch unangenehme Eigenschaften, wie eben die Charaktere zu zwingen, jeden anzugreifen, der wie König Azoun von Cormyr klingt.

Ihr seid noch dabei?
Tatsächlich klingt das ganze schlimmer, als es ist bzw. sein kann. Denn nach der Flucht aus Tilverton wird das ganze deutlich entzerrter, denn die Gruppe muss nun die anderen Machtgruppen suchen, denn nur wenn sie ausgeschaltet sind, verschwinden auch die Tätowierungen. Die Reihenfolge ist dabei ziemlich egal, wobei die letzte Tätowierung wohl auch als letztes entfernt werden wird. Hinter ihr steht einer der coolsten (in meinen Augen) Bösewichter der Forgotten Realms, leider mittlerweile in der Versenkung verschwunden und nirgends mehr erwähnt. Aber vorher hat man es mit den Zhentarim, Red Mages of Thay und Anhängern von Moander zu tun. Bei dieser Reise trifft man übrigens auch die beiden Figuren auf dem Cover; insbesondere Dragonbait (ein Saurial!) hat es mir ja besonders angetan.

Ich habe dieses Abenteuer vor Jahren für zwei unterschiedliche Gruppen geleitet, mit vollkommen unterschiedlichen Ergebnissen. Gruppe 1 empfand es komplett als Gängelung und wir haben schon relativ früh abgebrochen, einfach, weil ihnen zu viel ihrer Entscheidungsfreiheit genommen wurde. Die zweite Gruppe hat sich komplett auf den Plot eingelassen und fand das Abenteuer großartig. Man sollte also seine Gruppe kennen und ein wenig Umbauarbeit ist sicher auch gefragt. Z. B. ist der alternative Einstieg zu Beginn eigentlich keine wirkliche Alternative: Elminster und...ein weiterer bekannter Realms-NSC...treten direkt in Erscheinung...hm, Nein.

Um es mal deutlich zu sagen:
Für unter 7,00 Euro gibt es hier ein Abenteuer, das, wenn man die richtige Gruppe hat und ein wenig feilt, richtig Spass machen kann. Das Artwork ist old-school, die Karten sind gut, die Story mag ich sehr. Es kann aber auch eine richtige Katastrophe sein und leider kann man auch nicht zu viel daran rumbasteln, da ja der eigentliche Aufhänger eben die erzwungenen Tätowierungen sind.

Mein Fazit:
Für 7,00 € kann man es auf jeden Fall mitnehmen. Es ist auch ansonsten nett zu lesen, es gibt ein paar ein schöne Hintergrundinfos zu bösen Gruppierungen in den Realms. Ob man es leiten will...das muss jeder für sich entscheiden. Gibt auf jeden Fall den hier: :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: rillenmanni am 5.05.2018 | 22:41
Also, wenn Du noch Input benötigst, dann nimm diesen hier:
Spieler- und SL-Buch für London (Cthulhu Britannica) & Bookhounds of London. - Das ist ein guter Vergleich der Quellenbücher, obschon natürlich BoL einen Schwerpunkt besitzt, sodass man nicht 1:1 vergleichen kann. Plus natürlich das Abenteuer aus BoL, Whitechapel Black-Letter, weil ich mich dazu ja gerade wieder ausgelassen hatte.

Und Die Drei Könige von Achtung!Cthulhu.

So!
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 5.05.2018 | 22:48
Weil er davon nichts hat und keine Lust hat, den alten (und teils sauteuren oder nicht mehr auffindbaren) Sachen jetzt noch hinterherzujagen - weil wenn müsste es ja auch alles von Dark Sun sein ;)
e. b. d.

Und, auch wenn es seltsam klingen mag: Ich finde keinen Draht zu Dark Sun. Da würde ich eher noch Spelljammer neu anfangen, zu sammeln, aber da macht mir der Regalplatz einen Strich durch die Rechnung. Also dann lieber Greyhawk/Forgotten Realms die letzten Sachen nach und nach kaufen und mich anderen Sachen widmen.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Antariuk am 5.05.2018 | 22:54
Rhylthar, könntest du deine einzelnen Reviews vielleicht im Startposting verlinken? Noch hält es sich ja in Grenzen mit dem Scrollen, aber wenn du anfängst durch deine Sammlungen zu gehen wird sich das schnell ändern >;D
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 5.05.2018 | 23:10
Rhylthar, könntest du deine einzelnen Reviews vielleicht im Startposting verlinken? Noch hält es sich ja in Grenzen mit dem Scrollen, aber wenn du anfängst durch deine Sammlungen zu gehen wird sich das schnell ändern >;D
Wie verlinke ich denn auf einen einzelnen Beitrag?   wtf?

Edit:
Gefunden.  ^-^
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Kaskantor am 6.05.2018 | 07:16
Tatsächlich habe ich die Sammlung komplett inklusive Tiles und SL-Schirm, aber ich hätte gerne deine Meinung dazu gehört. Man kann aber natürlich nicht alles haben:).

Ich finde das was du hier machst, ziemlich 😎, weiter so.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Bildpunktlanze am 6.05.2018 | 08:43

Schwerpunkt wird auf Sachen liegen, die vielleicht nicht ganz so oft aufgegriffen wurden. Manch einer weiss ja, dass ich (fast) jeden Mist kaufe (gekauft habe, jetzt muss erstmal ein wenig gespart werden) und da kann man ja ein paar Worte drüber verlieren.


So, habe mich erstmal für einen anderen Klassiker entschieden:


Ich find das ganze prima aber ohne ggf Eulen nach Athen tragen zu wollen wäre nicht ein primäres Kriterium auch das die jeweiligen Produkte auch gute Produkte sind und nicht nur historisch relevant sondern auch als vergessene Geheimtipps wieder Spielrunden erfreuen könnten? Die Cyrstal Shard Rezi hat mir zb jetzt sehr weitergeholfen...
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 6.05.2018 | 08:59
Mutter und Kind schlafen noch, erster Kaffee ist drin, Zeit für ein Review.

The Hall of the Rainbow Mage

(http://cdn.paizo.com/image/product/catalog/FGG/FGGWWP08372E_500.jpeg)

Klappentext:
The Rainbow Mage is Missing!

While investigating the disappearance of Londar Brightrain, known as the Rainbow Mage, the party comes across dark, twisted plans and deadly secrets. Do your players dare travel to his looted home and risk entering his tower? Can they find the Rainbow Mage, or his hidden treasures and powerful spells? Will they discover the secret behind Horgrim’s Pyramid and locate the forgotten temple that may hold the key to a terrible mystery?


Mein Eindruck:
Wieder ein wenig D&D-Geschichte. Necromancer Games, der Verlag hinter diesem Abenteuer, ist der Vorgänger von Frog God Games und gehörte für mich zu den besten Anbietern von Produkten während der d20-Ära. Das Motto "Third Edition Rules, First Edition Feel" kann ich nicht beurteilen, aber ich bin ein großer Fan aller ihrer Produkte.

Zum Abenteuer: 92 Seiten, momentan 2,00 € (!) als pdf und 6,26 € als pdf + POD. Ich könnte jetzt schon sagen: Zugreifen!
Cover bunt, Rest schwarz/weiss, Artwork hat schon ein wenig 1st Ed.-Feeling, passt aber.

Worum geht es?
Londar, ein beliebter Magier ist verschwunden. Und bei den Nachforschungen in seinem Haus treten die örtlichen Behörden auf der Stelle, denn ein Magier weiss natürlich sein Heim zu schützen. Hier kommen dann die SC ins Spiel...

Natürlich hat das ganze eine wie ich finde recht gute Hintergrundgeschichte, die sich nach und nach offenbart. Ich will mal heute ganz ohne Spoiler auskommen, nur so viel: Die SC werden in vielfacher Hinsicht überrascht werden. Dem ein oder anderem wird dieser Teil teilweise zu kampflastig sein, aber ich finde, es ist durchaus ein gesundes Maß auch an Rollenspielmöglichkeiten vorhanden.

Die Suche nach Londar ist auch nur ein Teil des Abenteuers, Der zweite Teil, nachdem sich die Ereignisse ein wenig überschlagen haben, lässt die SC erst reisen und dann...in einen klassischen Dungeon Crawl abtauchen. Okay, hier sind wie an der Stelle, an der die Meinungen auseinander gehen werden. Die einen mögen genau sowas, andere eben eher nicht. Ist der Dungeon gut? In meinen Augen schon. Aber nochmal: Muss man mögen.

Das Schöne an diesem Abenteuer is aber auch, dass man es wunderbar überall einbinden kann. Zwar hatte Necromancer Games auch eine eigene Welt, aber die Anpassung von ihren Abenteuern ist ein leichtes. Und wenn z. B. die SC ein wenig Motivationsprobleme haben, den zweiten Teil dieses Abenteuers anzugehen...nun, dann eben nicht, mal schauen, welche Auswirkungen dies auf das Setting hat.

Ich mochte das Abenteuer sehr, sowohl als Spieler als auch SL. Klar, wie immer, ein wenig anpassen/weglassen muss man immer, aber es ist in meinen Augen definitiv besser, als alles, was damals von WotC herausgekommen ist an Abenteuern. Und bei dem Preis momentan kann ich nur sagen:

Mein Fazit:  :d

P. S.:
Eine kleine Bitte in eigener Sache. Zu diesem und auch vielen Necromancer Games-Produkten gab es kostenlose Web Enhancements. Für dieses Abenteuer hiess es "G3W: The Broken Mountains", 33 Seiten und richtig gut. Ich muss es mal besessen haben, denn ich habe noch einen (schlechten) Ausdruck im Regal, kann es aber nirgends auf meinen Festplatten finden. Falls es also jemand hat (oder auch die anderen Web Enhancements, denn leider ist die Necromancer Games-Seite nicht mehr existent), wäre ich dankbar, wenn man es mir zukommen lassen könnte.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 6.05.2018 | 09:09
@ Pixellance:
Keine Sorge, ich werde nur Sachen machen, die mir einigermaßen gefallen. ;)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Antariuk am 6.05.2018 | 09:13
@Web Enhancements: Hast ne PM, Schätzelein :D

Yay, der Rainbow Mage! :d Das Modul finde ich auch großartig, wie so einige Sachen von NC. Nur Vault of Larin Karr konnte ich irgendwie nie so abfeiern wie einige der alten Reviews...

Wenn ich mir was wünschen darf: das Modul "The Last Dance", von Atlas Games. Die haben ja eher ungewöhnliche d20 Sachen gemacht, und das Modul gehört mMn dazu, aber ohne Probleme ist es auch nicht.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 6.05.2018 | 09:14
@Web Enhancements: Hast ne PM, Schätzelein :D

Yay, der Rainbow Mage! :d Das Modul finde ich auch großartig, wie so einige Sachen von NC. Nur Vault of Larin Karr konnte ich irgendwie nie so abfeiern wie einige der alten Reviews...

Wenn ich mir was wünschen darf: das Modul "The Last Dance", von Atlas Games. Die haben ja eher ungewöhnliche d20 Sachen gemacht, und das Modul gehört mMn dazu, aber ohne Probleme ist es auch nicht.
Hast Antwort...und das Abenteuer habe ich nicht. Aber "Ebon Mirror", das kann ich mal machen. :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Uwe-Wan am 6.05.2018 | 10:01
Ist das Abenteuer Setting-neitral?
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 6.05.2018 | 10:07
Ist das Abenteuer Setting-neitral?
Ja, in dem Sinne, dass man es überall reinpacken kann. Ist d20 und Necromancer Games hatte durchaus eine eigene (nicht ganz schlechte) Welt, aber im Prinzip passt es in jede Welt. Kleinere Ortschaft plus später Dungeon passt immer.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Uwe-Wan am 6.05.2018 | 10:08
Mist ;D

Dann melde ich prophylaktisch ebenfalls Bedarf am Web Enhancement an.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 6.05.2018 | 10:09
Gab sogar zwei davon, eines war aber "nur" die Werte der NSC mit ein wenig Geschichte dabei. Das andere ist eine 33seitige Erweiterung.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Tante Petunia am 6.05.2018 | 10:15
Weiterhin sehr spannend zu lesen, danke!  ;D :d
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Uwe-Wan am 6.05.2018 | 20:25
Daran wäre ich interessiert ;)

(http://www.vagrantworkshop.com/images/darranis_cover.png)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 6.05.2018 | 20:36
Dungeon Magazine #90

(https://vignette.wikia.nocookie.net/forgottenrealms/images/1/1b/Dungeon_magazine_90.jpg/revision/latest?cb=20180218151450)

Klappentext: Entfällt.

Anekdotisches (muss man nicht lesen, bin nur in Nostalgiestimmung):

Als damals D&D 3.0 (und später 3.5) herauskam, hatte ich meine rollenspielerische Hochzeit. Nicht nur mit den Runden, sondern mit eben diesem System. Ich glaube nicht, dass ich übertreibe, wenn ich behaupte, damals eine extreme System Mastery besessen zu haben (viel mehr, als ich jemals wieder auch nur versucht hätte), was mir u. a. Jobs erst bei AMIGO und hinterher bei Feder & Schwert eingebracht haben. Wenn ihr euch also über Übersetzungen aus der damaligen Zeit beschweren wollt, bei 4 Büchern trage ich als Lektor eine Mitschuld.

Im Zuge dieser System Mastery erkannte ich schnell, dass ich nur mit den (in meinen Augen auch nur semi-guten) Abenteuern von WotC nicht sehr weit kommen würde. Also griff ich, neben Necromancer Games-Werken, zum DUNGEON Magazine (und dem Schwestermagazin DRAGON), das eben mir auch jede Menge Abenteuerfutter geben konnte und dies meist in mindestens guter Qualität. Paizo wird dafür ewig einen Stein bei mir im Brett haben.

Mein Eindruck:
DUNGEON Magazine #90 hat insgesamt ca. 170 Seiten (inkl. Werbung), allerdings beschäftigen sich 110 mit D&D-Abenteuern, der Rest gehört dem Polyhedron-Magazine. Es waren also quasi zwei Zeitschriften in einer, wobei ich auf den Polyhedron-Part nicht eingehen werde, außer, um kurz das Thema zu nennen: Pulp! (also auch durchaus interessant).

In dieser Ausgabe befinden sich insgesamt vier Abenteuer (drei längere, ein kürzeres Szenario) und die Rubrik "Critical Threat", in der ein böser NSC vorgestellt wird, den man in seine Kampagnen einbauen kann. Ich werde einfach mal kurz alle Abenteuer anreissen (mit ein paar Spoilern).

The Elfwhisper (24 Seiten):

Auf der Jagd nach einem gesuchten Verbrecher verschlägt es die Abenteurer an den Rand eines Waldes, von dem die Bewohner der anwohnenden Dörfer nur mit Furcht sprechen. Er sei verwunschen und wer hineingeht, wird nicht mehr gesehen. Hm, ärgerlich nur, dass der Verbrecher leider wohl genau dahin geflohen ist.

Wildnis-Abenteuer mit schönen Begegnungen, netter Hintergrundgeschichte und knackigen Gegnern. Habe ich mal geleitet, kam gut an.

Totentanz (22 Seiten):
Amerikaner (ich nehme an, der Autor ist Amerikaner) sind manchmal schon ein lustiges Völkchen. Wer kommt denn auf die Idee, die Ortschaften in diesem Abenteuer an Schweizer Städte anzulehnen? Luzern, Bregen(t)z, Chur....hat mich schon amüsiert.

Das Abenteuer ist grundsolide, eine Stadt wurde von einem Fluch befallen und ist quasi nur noch eine Nekropole. Warum dies so ist und wie man es beenden kann, ist Sache der SC.

Prey for Tyrinth: (6 Seiten):
Kurzes Szenario für zwischendurch. SC finden alte Aufzeichnungen, in denen ein Schatz beschrieben ist...muss ich mehr sagen?
Mini-Dungeon mit originellem Endgegner. Hat mir gefallen.

Tears for Twilight Hollow (48! Seiten):

Der Hauptgrund, warum ich überhaupt dieses Review schreibe. Absolut großartiges Forgotten Realms-Abenteuer! Insgesamt viermal nahezu unverändert geleitet, jedesmal kam es super an. Plot-Twists, Detektivarbeit, Horrorszenen, knackige Kämpfe...Herz, was willst Du mehr?

Etwas genauer:
Shaunnra, Paladina von Ilmater und Beschützerin von Twilight Hollow, ist tot. Jeder Versuch des ansässigen Tempels des Ilmater, sie wiederzubeleben, ist gescheitert, ohne dass man weiss, warum. Der Ort leidet und die Bedrohungen von außen, die bis jetzt von Shaunnra in Zaum gehalten werden konnten, rücken immer näher...

Ich wiederhole nochmal: Für mich eines der besten Abenteuer, die ich leiten durfte (leider nie als Spieler erlebt). Klasse Antagonisten, gute Karten, Artwork u. a. von Brom, überraschende (aber nicht unlogische) Auflösungen gepaart mit Herausforderungen an die SC, die den Namen verdient haben.

Critical Threat:

Beschreibt einen Werwolf Kleriker von Malar. Nette Beschreibung, gutes Bild, wurde ein- oder zeimal von mir in Abenteuern verwendet. Schöner Bonus.

Mein Fazit:
Ja super, Rhylthar...ein Review über ein mehr als 16 Jahre altes Magazin, das auf legalem Wege nicht mehr erhältlich ist...schön die Nase lang gemacht!"

Nicht verzagen, meine Freunde, einfach mal die Augen offen halten. Auf ebay (Suchkriterium: "Dungeon Magazine #90") sind gerade zwei Stück relativ preiswert zu haben. Und ansonsten: Durchwühlt die Grabbelkisten eurer lokalen Händler. Guckt auf Cons oder Messen bei den Händlern vorbei, sie werden immer wieder verscherbelt. Haltet hier im Forum die Ausschau bei den Verkäufen. Und scheut euch auch nicht, auch andere DRAGONS/DUNGEONS für kleines Geld mitzunehmen, es lohnt sich!

In diesem Sinne:  :d
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 6.05.2018 | 20:38
@ Uwe-Wan:
Leider kein Earthdawn bei mir.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Uwe-Wan am 6.05.2018 | 20:47
Betrachte es unter der Möglichkeit einer Konvertierung/ Nutzung in anderen Settings.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Antariuk am 6.05.2018 | 21:12
[...] das Abenteuer habe ich nicht. Aber "Ebon Mirror", das kann ich mal machen. :)

Cool! :d
Alternativ, oder zusätzlich, würde mich interessieren was du von "The Shattered Gates of Slaughtergarde" (WotC) hältst. Im Netz wurde das ja gerne zerpflückt, ich selber habe das mal geleitet mit dem Vorsatz was Gutes draus zu machen, ist nach 3 Sitzungen und einem TPK dann aber vorzeitig abgebrochen worden 8]
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 6.05.2018 | 21:20
Cool! :d
Alternativ, oder zusätzlich, würde mich interessieren was du von "The Shattered Gates of Slaughtergarde" (WotC) hältst. Im Netz wurde das ja gerne zerpflückt, ich selber habe das mal geleitet mit dem Vorsatz was Gutes draus zu machen, ist nach 3 Sitzungen und einem TPK dann aber vorzeitig abgebrochen worden 8]
Puuhhh...das habe ich ja vor Ewigkeiten (an)gelesen. Muss ich mal gucken, wann ich den Wälzer mal wieder hervorkrame.

@ Weltengeist:
Das von dir gewünschte 5E-Abenteuer habe ich leider auch nicht. "Wrath of the River King" könnte ich machen.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 6.05.2018 | 21:24
@ Weltengeist:
Das von dir gewünschte 5E-Abenteuer habe ich leider auch nicht. "Wrath of the River King" könnte ich machen.

Kein Problem, war ja nur ein Gedanke. "Wrath of the River King" kenne ich gar nicht - falls ich daran was ändern sollte, kannst du es ja mit aufnehmen :).
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: afbeer am 6.05.2018 | 23:37
@ Weltengeist:
Das von dir gewünschte 5E-Abenteuer habe ich leider auch nicht. "Wrath of the River King" könnte ich machen.
Macht es bei den in verschiedenen D&D Versionen vorliegenden Abenteuern einen Unterschied in welchem Regelsystem sie abgefasst sind?
Oder gilt 'Kennt man einer Version, kennt man alle Versionen.'?
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 7.05.2018 | 06:33
Macht es bei den in verschiedenen D&D Versionen vorliegenden Abenteuern einen Unterschied in welchem Regelsystem sie abgefasst sind?
Oder gilt 'Kennt man einer Version, kennt man alle Versionen.'?
Grundsätzlich ist es so, dass mir bei den meisten Abenteuern das System erstmal egal ist, weil ich die Regeln beim Durchlesen nicht als erstes im Fokus habe.

In der Tat ist es jedoch so, dass ich je nach D&D-Regelversion schneller auch erkenne, wie die Regeln umgesetzt werden. Im Klartext: Nach wie vor lese ich einen 3.0/3.5-Stat-Block so, als wäre es Fließtext. Aber ich bin natürlich nicht mit jedem Regelsystem gleich gut vertraut. Eine grobe Einteilung sieht ungefähr so aus (absteigend nach Kenntnisstand):

1. D&D 3.0/3.5
2. D&D 5E
3. OSR
4. Pathfinder
5. AD&D 2nd

Die 4E fällt völlig raus. Jegliche angewandte Regeln sagen mir gar nichts, da sie (ganz wertneutral) für mich ganz weit weg sind von allen anderen Editionen.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 7.05.2018 | 08:00
Heute "Spätschicht, darum noch was am Morgen:

The Ebon Mirror

(https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51NE67GMWHL._SX258_BO1,204,203,200_.jpg)

Klappentext:

Curiouser and curiouser ...

Mein Eindruck (mit entscheidenden Spoilern!):
"The Ebon Mirror" ist ein 95seitiges D&D-Abenteuer aus der 3.0/3.5 Ära. von Keith Baker. Das Artwork ist gut (nicht überragend) und es ist momentan für unter 10,00 € als pdf zu haben.

Die Story:
Die Gruppe wird beauftragt, im Auftrag einer Organisation gefährliche Artefakte zu transportieren, damit sie zerstört werden können. Auf ihrem Weg zum Bestimmungsort geraten sie durch Zufall (naja, es wird wohl eher unweigerlich passieren) in eine Parallelwelt, in der sie vorerst gefangen sind. Ihr einziger Ausweg: Den Gefahren dort zu trotzen und den Rückweg zu finden.

So kurz, so simpel. Nichts wirklich besonderes. Aber ich würde es ja nicht besprechen, wenn es da nicht noch einen Clou gäbe. Denn "The Ebon Mirror" wartet mit einer Besonderheit auf, die es zu einem sehr speziellen Abenteuer macht, welches nicht für jede Gruppe geeignet ist und vor allem vom SL sehr viel abverlangt: Wie man am Namen vielleicht schon erahnt, ist die Realität, wie sie die SC kennen, vollkommen umgedreht.

Wir reden also von friedliebenden und zaubernden Orks,  handwerklichen Goblins, blutrünstigen Elfen, kriegerischen Halblingen, im Wald lebenden Gnomen, gute Untote, etc. Einfach mal alle Klischees gedreht. Aber damit nicht genug: Alle Ausrüstungsgegenstände magischer Art werden ins Gegenteil verkehrt, alle Zauber und zauberähnlichen Fähigkeiten auch. Als Beispiel: Statt bei einem Unsichtbarkeitszauber zu verschwinden, steht man plötzlich hell erleuchtet und für jeden sichtbar in der Landschaft rum.

"The Ebon Mirror" widmet diesen Dingen durchaus einige Seiten, um einen SL damit nicht alleine zu lassen. Dies ist in meinen Augen vorbildlich, denn insgesamt ist der Arbeitsaufwand für einen SL natürlich sehr hoch. Hier muss man sich als potenzieller SL halt auch die Frage stellen, ob man eine Gruppe dafür hat, die bereit ist, das mitzumachen. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass dies nicht immer der Fall sein wird, weil es eben auch ein sehr starker Eingriff in die von den Spielern gewünschten Charaktere ist. Ich konnte es nur für eine Gruppe leiten, die sehr offen für solche Dinge war. Schön war auch, dass diese sehr in Klischeedenken verankert war (klassisch schwarz/weiss), so dass hier viele Überraschungen auf sie zukamen. Wer natürlich mal richtig "weird" spielen will, packt das Abenteuer nach Middle-earth. ;)

Die eigentliche Geschichte ist überdurchschnittlich, ohne zu glänzen. Muss sie aber auch nicht, da der Fokus hier ganz klar auf der Umkehrung der Realitäten liegt.

Mein Fazit:
Wer eine "offene" Gruppe und genügend Zeit als SL hat, dem kann ich das Abenteuer nur empfehlen. :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 7.05.2018 | 21:24
Da ich leider gerade gemerkt habe, dass es keinen Sinn macht, über ein Produkt zu schreiben, das man kaum noch zu vernünftigen Preisen kaufen kann, dann nur eine kurze Meinung zu etwas anderem.

Tome of Beasts 5E

(https://koboldpress.com/kpstore/wp-content/uploads/Cover-Tome-of-Beasts-FINAL.png)

Klappentext:

A Horde of New 5th Edition Monsters!

DM: “A collection of hundreds of eyes floats down the corridor toward you, trailing ganglia and dripping caustic fluid that sizzles when it hits the ground. What do you do?”
PLAYER: “I retire, and become a farmer.”


Whether you need dungeon vermin or a world-shaking personification of evil, the Tome of Beasts has it. Here are more than 400 new foes for your 5th Edition game-everything from tiny drakes and peculiar spiders, to demon lords and ancient dragons.

Mein Eindruck:

Ich habe damals den Kickstarter für dieses Buch aus zwei Gründen mitgemacht: Erstens kann man ja nie genug Monsterbücher haben und zweitens war ich vom Monster Manual von WotC ein wenig enttäuscht. Das lag vor allem daran, dass nach meinem Gefühl (und bei meinen wenigen Ausflügen in One/Two-Shots hat sich das zum Teil bestätigt) die Gegner im Monster Manual nicht auf das Spiel mit Feats und anderen Optional Rules ausgerichtet sind und dann zum Teil einfach viel zu schwach und/oder zu langweilig sind. Klar, wenn man ein wenig mit der Materie vertraut ist, kann man immer selbst nachbessern, aber warum nicht mal gucken, was die anderen so basteln können?

Tome of Beasts umfasst 433 Seiten mit über 400 "neuen" Monstern/Gegnern, wobei man fairerweise sagen muss, das manches auch nur eine Variante von etwas bekannten ist (z. B. Cave Dragon). Trotzdem, Abwechslung kann nie schaden. Jedem Monster ist mindestens eine Seite gewidmet, das Artwork gefällt mir durchgehend gut, teilweise...hmm...Mature Content. Nichts, was mich stören würde, wollte es nur gesagt haben. Wichtig für mich: Wir reden hier nicht von reinen Stat Blocks und Fähigkeitenbeschreibung, auch sogenannter Flufftext ist für jeden Gegner dabei. Dies ist für mich deshalb wichtig, weil ich wissen will, ob dieser Gegner nun auch in meine Kampagne passt oder nicht. Kobold Press hat hier auch viele Monster aus ihrem hauseigenen "Midgard"-Setting reingepackt, was ich persönlich aber nicht tragisch finde.

Nun zum oben erwähnten: Die Stärke der Gegner. Ja, sie sind meiner Meinung nach stärker als Monster mit dem selben Challenge Rating aus dem offiziellen Monster Manual. Dies liegt vor allem an den Spezialfertigkeiten, die jedes Monster hat und somit keines zu einem reinen "Flesh Bag" verkommt. Außerdem können diese Spezialfertigkeiten auch Charakteren mal richtig zusetzen, so dass evtl. auch mal die eine oder andere Taktik gefahren werden muss. Definitiv ein Bonuspunkt. Außerdem sind auch mehr hochstufige (CR) Gegner enthalten und, dies wird Druiden freuen, auch einige "Beasts"...mehr Möglichkeiten zum Verwandeln! Ich persönlich mag ja besonders die große Anzahl sowohl an "Fey"-Kreaturen als auch die "Constructs". Dass bei so vielen Monstern nicht jedes meinen Geschmack getroffen hat, dürfte klar sein, aber das habe ich auch nicht erwartet.

Der Online-Support ist auch gut; mittlerweile 2 Errata (1st und 2nd Printing) und 2 Listen ("Monsters by Terrain" und "Monsters by Terrain") sind kostenlos erhältlich. Kommen wir zum einzigen Nachteil: Kobold Press bietet anscheinend keine Print+PDF-Bundle außerhalb ihres eigenen Shops an. Bei Roland gäbe es also nur die Print-Version für 48,95 €. Der Preis ist vollkommen angemessen, aber bei so einem Wälzer hat man natürlich gerne das pdf dabei.

Mein Fazit:
Auch wenn WotC mittlerweile seine Monsterauswahl durch weitere Bücher erhöht hat, Tome of Beasts wird trotzdem bei mir immer zum Einsatz kommen. Definitive Kaufempfehlung, evtl. sogar die Pawns noch dazu.  :d
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Antariuk am 8.05.2018 | 00:13
Danke für den Eindruck, ich schleiche seit Monaten um ToB herum und überlege mir das anzuschaffen und wackele immer so bei 50/50 herum.
Hast du das Book of Lairs auch? Falls ja, wäre für mich spannend wie gut das im Zusammenspiel mit ToB ist.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 8.05.2018 | 06:29
Tome of Lairs habe ich erst im Dezember im Rahmen eines Humblebundle-Deals bekommen und noch nicht wirklich reingeguckt.  :-\
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: afbeer am 8.05.2018 | 10:31
Eine grobe Einteilung sieht ungefähr so aus (absteigend nach Kenntnisstand):
1. D&D 3.0/3.5
2. D&D 5E
3. OSR
4. Pathfinder
5. AD&D 2nd
Wenn also ein Abenteuer in Pathfinder vorliegt, reicht das schon um es in 5E zu bespielen oder sollte man die neue 5E Version nehmen?
(Oder 3.X -> Pathfinder; 3.X -> 5E; 4E -> Pathfinder; 4E -> 5E; OSR -> 3.X; 3.X -> Swords & Wizardry ...)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 8.05.2018 | 10:53
Das kann ich pauschal nicht beantworten, weil es davon abhängt, wie sehr man jeweils mit den beteiligten Systemen vertraut ist. Meiner Erfahrung nach ist das Zielsystem noch ein wenig wichtiger, d. h. ich habe kaum Probleme, Pathfinder in 5E zu konvertieren.

Wenn man die Wahl hat, natürlich immer das passende Abenteuer zum passenden System. Dafür extra nochmal Geld ausgeben? Nur, wenn man so doof ist wie ich und sich manches doppelt kauft (so geschehen bei Primeval Thule).
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 8.05.2018 | 21:03
Heute mal zur Abwechslung was Frisches auf den Tisch!

Adventures in Middle-earth - Rivendell Region Guide

(https://www.sphaerenmeisters-spiele.de/WebRoot/Store/Shops/15455106/5AE7/0EE5/051A/B34E/189D/0A0C/6D06/35D3/Rivendell_Region_Guide_cover_900_ml.jpg)

Klappentext:
The Rivendell Region Guide takes your adventures West across the Misty Mountains to the Last Homely House, expanding play into eastern Eriador, covering not only Rivendell itself, but Angmar, Fornost, Mount Gram, Tharbad and everywhere in between.

Mein Eindruck:
Erstmal mal wieder was vorweg (kann man auch weglassen, wenn man nur etwas über das Produkt wissen will):
Als die ersten Ankündigungen rausgingen, Middle-earth würde mit D&D-Regeln umgesetzt, war die Aufregung ja groß. Neben Vorfreude gab es auch eine gehörige Portion Skepsis bis hin zu absoluter Ablehnung. Und auch ich muss gestehen, dass ich eine gewisse Skepsis an den Tag gelegt hatte, denn Middle-earth gehört neben Star Wars zu meinem "heiligen Boden", was soviel heisst wie: Da will ich meine verklärten Gedanken zu diesen Welten mir nicht mit einem halbgaren RPG-Produkt kaputt machen lassen. Habe mich auch jahrelang geweigert, irgendetwas in dieser Richtung zu spielen. Außerdem gab es ja schon ein fantastisches Spiel namens "The One Ring" (TOR) zu diesem Thema...

6 Bücher später kann ich nur sagen; Adventures in Middle-earth (AiME) ist großartig. Ich werde keine Vergleiche zwischen den beiden Spielen (TOR vs. AiME) anstellen; sie sind anders, aber beide für sich großartig. Und, dann brauche ich es gleich nicht zu sagen, sie gehören beide von der Aufmachung her zum besten RPG-Material, was mir in den letzten Jahren in die Hände gefallen ist.

Nun zu Rivendell:
144 Seiten, Artwork: S. o. 38,95 € inkl. pdf beim Roland, in meinen Augen ein Schnapper.

Insgesamt 9 Unterkapitel sind in diesem Buch enthalten; vorab schon mal: Ein guter Mix aus Beschreibung und Regeln.

Kapitel 1 beschreibt Rivendell und Umgebung inkl. Elronds Haus, wichtige Persönlichkeiten, mögliche Aktivitäten, etc. War schon im Schwesterbuch von TOR zwiegespalten, weil mir erst nicht ganz klar war, was man denn dort so machen könnte, aber wie dort werden auch hier verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, was Rivendell Charakteren bietet.

Kapitel 2 und 3 kann man zusammenfassen. Erst gibt es eine kurze Abhandlung der Geschichte Eriadors und dann eine ausführliche Beschreibung der Gegenden in Eastern Eriador. Hier springt mein Fluff-Herz ja quasi aus der Brust: Gegendbeschreibungen mit Abenteueraufhängern, Flora und Fauna, Bewohner, wichtige Personen und Plätze. Mit Karten. Keine Ahnung, wie man das viel besser machen will, ich habe den Part (immerhin 35 Seiten) förmlich verschlungen.

Weiter gehts mit Gegnern. Trolle, Untote...alles was das SL-Herz begehrt. Natürlich, wie soll es sein, immer mit äußerst ansprechenden Bilden und Beschreibungstexten. Ach ja, die Nazgûl sind auch drin.

Dann zwei Kapitel über Schätze. Klingt erstmal ein wenig trocken, aber da Schätze in AiME doch größere Bedeutung haben, als beim Standard-D&D (weil seltener), fand ich die dargebotenen Regeln sehr informativ und sinnvoll. Lesetipp: Magical Treasure Indexes...klingt nichtssagend, kann aber imho das Spiel sehr bereichern (sind quasi vorgeplante SL-Aufzeichnungen für mögliche Schätze für Abenteurer).

"The Eye of Mordor" ist ein optionale Regel, über die man nachdenken kann. Es gibt dafür quasi 2 Werte: "The Hunt" und "The Veil". Es geht darum, wie sehr Sauron/der Feind auf die Gruppe aufmerksam wird. Die Gruppe hat einen Grundwert für "The Hunt", der sich durch Handlungen oder Machtzuwachs erhöhen kann. Passiert eine Erhöhung, muss gewürfelt werden, nämlich gegen den neuen Wert von "The Hunt" mit einem d20 modifiziert durch den Wert in "The Veil" (gibt an, wie gut sich die Charaktere vor dem Feind verbergen können). Misslingt er...nicht gut! Gar nicht gut!

"High Elves of Rivendell" werden als spielbare Rasse präsentiert. Im Gegensatz zu TOR werden hier D&D-Eigenschaften umgesetzt, in dem Fall "Balancing". High Elves sind mMn nicht stärker als die anderen wählbaren Rassen, das war in TOR deutlich anders. Sie verlieren aber dadurch nichts von ihrem Flair, da sind schon ein paar sehr coole Eigenschaften dabei!

Den Abschluss bilden Zufallstabellen für die Reisephase durch Eriador. Wobei Tabellen hier nicht wörtlich zu nehmen ist, nennen wir es besser kurze "Encounter", in denen eben auch beschrieben wird, was da passiert. Super praktisch und gut ausgearbeitet.

Mein Fazit:
Was meint ihr denn, was ich nach der ganzen Lobhudelei geben werde? Richtig,  :d ^-^
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: schneeland am 8.05.2018 | 21:14
Sehr nett! Planst Du die restlichen AiME-Bücher auch noch hier zu besprechen?
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 8.05.2018 | 21:19
Sehr nett! Planst Du die restlichen AiME-Bücher auch noch hier zu besprechen?
Puuh, hatte ich erstmal nicht im Sinn. Zumindest nicht die Grundregelwerke und die Mirkwood Kampagne, den Rhovanion Guide könnte ich demnächst mal machen. :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: schneeland am 8.05.2018 | 21:24
Puuh, hatte ich erstmal nicht im Sinn. Zumindest nicht die Grundregelwerke und die Mirkwood Kampagne, den Rhovanion Guide könnte ich demnächst mal machen. :)

Kein Problem. Ich wollte nur mal festhalten: ich mag Deine Rezensionen und wäre auf jeden Fall interessiert mehr zu AiME zu lesen. Soll aber jetzt auch nicht in Stress ausarten :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 8.05.2018 | 21:28
Kein Problem. Ich wollte nur mal festhalten: ich mag Deine Rezensionen und wäre auf jeden Fall interessiert mehr zu AiME zu lesen. Soll aber jetzt auch nicht in Stress ausarten :)
Neee, Stress ist es nicht. Schreibe momentan gerne ab und an ein wenig was. Die anderen AiME-Bücher sind halt länger her, dass ich sie gelesen habe und die Mirkwood Kampagne ist so komplex, da müsste ich mich richtig einlesen (und wohl auch sehr viel schreiben).

Grundsätzlich kann ich nur sagen: AiME ist für mich eine der positiven Überraschungen der letzten Jahre und gehört zu den Top 5-Spielen, die ich momentan gerne spielen würde.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: schneeland am 8.05.2018 | 21:36
Neee, Stress ist es nicht. Schreibe momentan gerne ab und an ein wenig was. Die anderen AiME-Bücher sind halt länger her, dass ich sie gelesen habe und die Mirkwood Kampagne ist so komplex, da müsste ich mich richtig einlesen (und wohl auch sehr viel schreiben).

Grundsätzlich kann ich nur sagen: AiME ist für mich eine der positiven Überraschungen der letzten Jahre und gehört zu den Top 5-Spielen, die ich momentan gerne spielen würde.

Ok, hatte das so interpretiert, dass Du jetzt erst kürzlich alle 6 gelesen hast. In dem Fall nehme ich einfach die generelle Einschätzung mit. Ich hab' das System schon länger auf meiner Wunschliste stehen, aber im Moment ist das Regal zu voll (und das Konto zu leer) - wahrscheinlich werde ich letztlich doch schwach, insbesondere, wenn die Übersetzung gut werden sollte (und auch die Kampagnenbücher abdeckt).
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 10.05.2018 | 09:43
So, mal ein Review, das auch ein wenig eine Gegendarstellung zu dem sein soll, was ich bei Thallions Bewertungen gesehen habe.

Out of the Abyss

(https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51LOlkLFtVL._SY450_.jpg)

Klappentext:
Madness is the only escape...

Mein Eindruck (sehr viele Spoiler):
250 Seiten vollfarbiges Hardcover, 43,95 € beim Roland. Gewohnt hochklassiges Artwork und Layout. Out of the Abyss (OotA) stammt noch aus der Zeit, als die Abenteuer von WotC an andere Verlage vergeben wurde; OotA wurde in Zusammenarbeit mit Green Ronin Publishing erstellt. Es soll Charaktere von Stufe 1 - 15 bringen, wobei ich Stufe 1 wirklich nicht empfehlen kann; 2 oder sogar 3 ist da schon besser.

Hintergrund:
OotA basiert auf einem Romanhintergrund von R. A. Salvatore. Gromph Baenre, Erzmagier von Menzoberranzan (eine der wichtigsten Städte der Drow) hat ein magisches Ritual ein wenig versaut, um es vorsichtig auszudrücken. Er hat es tatsächlich geschafft, einige der mächtigsten Erzdämonen in das Underdark zu beschwören, was natürlich Folgen hat, da alleine ihre Präsenz die Umgebung und die Bewohner beeinflusst (und nicht gerade zum Positiven).

Man kann OotA grob in zwei Teile aufteilen: "Raus" und "Rein". Alles beginnt mit "Raus", denn die SC sind Gefangene in einem Drow Aussenposten und es geht nur um eines: Flucht! Ist schon für manche Gruppen ein schwieriger Anfang, aber durchaus jetzt auch nichts, was in meinen Augen ablehnungswürdig ist. Muss man halt mit seiner Gruppe ausmachen bzw. einschätzen können, ob das passt.

Ziel ist es also, den Drow und dem Underdark zu entkommen. Von oben erwähnten Hintergrund wissen die SC erstmal nichts. Auch nicht schlimm, denn der Weg nach "oben" ist schon ein Abenteuer für sich. OotA macht hierbei etwas, was ich einerseits super, andererseits für sehr schwierig halte: Es stellt den SC NSC an die Seite. Aber nicht irgendwelche gesichtslosen Figuren, sondern eine Ansammlung von richtig abgefahrenen NSC, die vom SL Leben eingehaucht bekommen müssen, wobei OotA entsprechende Beschreibungen liefert. Beispiele gefällig? Der pazifistische Kuo-Toa und das Myconoiden-Kind sind nur 2 der insgesamt 9(!) NSC, die ebenfalls entkommen wollen (und noch andere Motivationen haben...). Wer als SL hinbekommt, die vernünftig einzubringen, ist ein absolutes Genie und wird seiner Gruppe viel Freude bereiten!

Okay, zurück zur Flucht. Die ist sehr offen gestaltet, denn die SC können durchaus selbst entscheiden, wo es langgehen soll. Ein SL muss nun entscheiden, ob er es wirklich ganz offen lässt (und bestimmte Gegenden nicht umändert, weil die SC eigentlich noch "zu klein" sind) oder eben anpasst, je nachdem, wo es langgeht. Bei dieser Reise durch das Underdark kommt es zu einer vielzahl von Encountern und ich meine hier nicht "Kampf", sondern alles mögliche, also auch durchaus viel Potenzial für Rollenspiel (zusätzlich zu den NSC). Nach und nach bekommen die SC auch mit, dass irgendwas nicht ganz richtig läuft im Underdark, denn der Einfluss der Dämonen macht sich immer mehr bemerkbar (u U. auch bei den SC...siehe Klappentext). Dies geht soweit, dass die Demogorgon über den Weg laufen (Wer das ist? Siehe Cover!) und besser nicht versuchen, ihm in die Quere zu kommen.

Neben dem reinen Abenteuer bietet OotA auch durchaus viel Hintergrundmaterial an diesen Stellen. Beschreibungen eines Kuo-Toa-Dorfes, der Duergar-Stadt Gracklstugh oder Blingdenstone (Svirfneblin) sind auch außerhalb dieses Abenteuers durchaus nützlich, wenn man mal eine andere Kampagne dort spielen möchte.

Kurzum: "Raus" verlangt dem SL einiges ab und die SC sind mit einem eher ungewöhnlichen Abenteuer konfrontiert. Hat man die Gruppe dafür, ist das sicherlich eine wilkommene Abwechslung. Mir hat es außerordentlich gut gefallen.

"Rein", das kann ich schon mal sagen, empfand ich als den etwas schwächeren Part. Nachdem die SC es aus dem Underdark geschafft haben, werden dsie nach Gauntlgrym eingeladen und stehen dann vor Bruenor Battlehammer, dem König (ja, genau jenem...). Lange Rede, kurzer Sinn: Die SC werden, u. a. von den in den WotC-Abenteuern üblichen Fraktionen, gebeten (inkl. Unterstützung (Henchmen), zurück ins Underdark zu gehen, die Bedrohung zu beobachten und zu beenden. Puuuh, hier kann es evtl. zu Motivationsproblemen kommen, fürchte ich. Muss aber nicht.

Also wieder "rein". Natürlich nicht den gleichen Weg zurück, sondern andere Ortschaften werden bereist. Alles gut gemacht, allerdings fand ich die Lösung des Problems ein wenig zu platt: Ein anderer Drow-Magier, der seine eigenen Motive hat, kann das Ritual zwar nicht rückgängig machen, aber alle Dämonen auf einen Fleck beschwören, so dass sie sich gegenseitig in einem riesigen Royal Rumble eliminieren und die SC nur noch die Reste einsammeln müssen. Dafür braucht er aber ein paar Materialien, die es zu sammeln gilt...

Okay, das ist platt. Da gäbe es sicherlich Alternativen. Aber es wird ein wenig dadurch wieder wett gemacht, dass die SC hier in wirklich toll ausgearbeitete Gegenden gelangen (inkl. Menzoberranzan mit Beschreibung für den SL für spätere Nutzung) und Encounter erleben, die ich mit Fug und Recht als abgefahren bezeichnen möchte. Story also ein wenig "meh", Inhalt aber "hui". Naja, es kommt, wie es kommen muss: Gigantischer Dämonen-Kampf, one demon left. Er oder die SC. Good luck!

Fazit (und kleiner Rant):

Das Abenteuer muss man nicht mögen, es ist speziell. Es hat seine Schwächen, durchaus.
Aber insgesamt dadurch, dass es eben mal nicht dem Mainstream entspricht, es mit gut ausgearbeiten NSC und Ortschaftsbeschreibungen daherkommt, einen coolen "Weirdness"-Faktor hat und im Zweifel immer noch als Steinbruch für eine Underdark-Kampagne dienen kann, halte ich Wertungen von "2" oder sogar "1" für nicht gerechtfertigt. Man mag seine Gründe haben, aber verwundern tut es mich schon sehr.

Mein Fazit wäre nach Thallions Maßstäben eine "4", hier dann eben:  :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 27.05.2018 | 16:15
So, mal wieder ans Werk.

Mordenkainen´s Tome of Foes

(http://t3.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQxFVN2a47DPFTZzaOBndE9eZA1MGkN8jSDsQPLmsKkbNaPwgli)

Klappentext:
Discover the truth about the great conflicts of the multiverse in this supplement for for the world´s greatest roleplaying game.

Mein Eindruck:
256 Seiten Hardcover, $49.95. Schönes Artwork, nicht immer zu 100 % mein Geschmack, doch trotzdem sehr gut. Ich habe (bisher) nur die Limited Edition mit dem alternativen Cover; da gefielen mir die der anderen Bücher besser.

Mordenkainen´s Tome of Foes (MToF) ist in 6 Kapitel aufgeteilt, aber eigentlich kann man eine grobere Aufteilung machen: 1. Hintergrund plus Material und 2. Monster Stats inklusive Beschreibungen. Der Hintergrundteil nimmt ca. 114 Seiten, die Monster den Rest ein.

Fangen wir mit den Hintergründen an. Ganz allgemein: Es wird viel erläutert, es ist ganz interessant, aber manchmal fehlt mir die nötige Tiefe. Gut, wie soll man eine Sache wie den "Blood War" inklusive aller Teilnehmer auch auf knapp 35 Seiten pressen?

Chapter 1 "The Blood War" beschäftigt sich auch eher nur am Rande mit diesem. Vielmehr werden die Spieler/Gegenspieler, sprich Dämonen und Teufel eher beleuchtet. Also alle Erzteufele und alle wichtigen Erzdämonen. Für Neulinge in D&D sehr interessant, für alte Hasen nicht viel Neues (außer, dass Asmodeus wohl kein Gott mehr ist...). Für SL gibt es dann noch Möglichkeiten, Kultisten-NSC ein wenig aufzupeppen und Spieler haben neue Tiefling-Varianten. Nichts spektakuläres, aber solide.

Chapter 2 "Elves"...oder "Elves und Drow". Fand ich sehr interessant, anscheinend sind da ein paar Götter (gerade bei Drow) hinzugekommen. Der Abschnitt über die Elfen selber war mir ein wenig zu lang (war eher in Form der alten "Ecology of..."-Reihe, falls die jemand kennt) und der Konflikt kam mir auch ein wenig zu kurz. Trotzdem kurzweilig und für Spieler neue SC-Optionen als Elfen, die ich gut fand. Sehr interessant: Die Raven Queen, die ich eigentlich als reines 4E-Produkt angesehen hatte, hat es auch in das Buch geschafft. Hat mir gefallen und auch die Shadar-Kai als ihre Untertanen passen sich imho gut in manche Kampagne ein.

Chapter 3 "Dwarves and Duergar"...soll ich dasselbe schreiben wie bei "Elves"? Könnte ich nämlich, denn mehr ist es nicht. Ach ja, Duergar als SC-Klasse. Wobei man auch deutlich sagen muss: Wenn man mal Duergar in seiner Kampagne verwenden will, ist dieser Abschnitt sehr zu empfehlen.

Chapter 4 "Gith and Their Endless War". Endlich mal ein Thema, dass noch nicht so oft aufgegriffen wurde. Schönes Hintergrundmaterial, leider auch ein wenig dünn für SL, um da sehr viel raus zu basteln, aber ein paar nete Ideen kann man sicherlich daraus ziehen. Gith als SC-Klasse (wobei wohl am ehesten Githzerai interessant sind...) sind auch dabei.

Chapter 5..."Halfling und Gnomes"...are you kidding me? Um das mal festzuhalten: Sicher sehr interessant geschrieben, gerade Gnome bekommen mal für mich ein vernünftiges Profil...aber bitte was hat das mit einem Konflikt zu tun? Schön, dass man Svirfneblin spielen kann, aber was genau das in diesem Buch zu suchen hat, ist mir vollkommen schleierhaft.

Chapter 6 sind dann die Monster. Teilweise interessant, ob ich die Stats für manche Erzteufel/Erzdämonen gebraucht hätte, lasse ich mal offen. Allerdings vom CR sehr abwechslungsreich, auch die höheren Stufen wurden bedacht. Schön fand ich, dass die vorgestellten humanoiden Gegner wie Drow, Duergar, etc. verschiedene Stats hatten, als z. B. den Drow Arachnomancer, die Matron Mother (CR 20!), etc.

Mein Fazit:
MToF ist ein schönes Buch mit interessanten Inhalten. Die Illustrationen und die Anmerkungen von Mordenkainen runden das Geschriebene gut ab und es sind viele spannende Informationen enthalten. Aber: Es ist weder Fisch noch Fleisch.

Es ist weder das Book of Vile Darkness, noch ein Fiend Folio, noch ein Manual of the Planes, noch ein "Ecology of..."-Buch. Es ist von jedem etwas. Mir fehlte dann doch ein wenig der Fokus und mir ist auch nicht ganz klar, ob es jetzt nur an SL gerichtet ist oder auch an Spieler, denn eine wirkliche Trennung gibt es nicht in den entsprechenden Abschnitten.

Also bleibt es bei: :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: schneeland am 27.05.2018 | 16:26
Einmal mehr Danke für die Besprechung! (Ich warte noch auf meine normale Ausgabe) Etwas schade zu hören, dass der Blood War dann doch nicht so viel Raum bekommen hat. Und auch bei der Gith-Sache hatte ich auf SL-Nützlichkeit gehofft.

Aber: Es ist weder Fisch noch Fleisch.

Ich finde, da leiden die neuen D&D-Bände generell ein bisschen dran. Mich persönlich stört der geringere Ausstoß an Büchern gar nicht mal so sehr, aber eine klarere Fokussierung einzelner Bücher wäre schon schön gewesen. Ist aber vermutlich Verkaufserwägungen geschuldet und wird sich (soweit ich mich richtig erinnere) wohl in absehbarer Zeit nicht ändern.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 27.05.2018 | 16:35
Planescape hat dem "Blood War" eine ganze Box gewidmet. Es war klar, dass nicht so viele Infos kommen können, aber der doch sehr starke Fokus auf die Erzteufel/-dämonen war dann doch nicht ganz so zu erwarten.

Githyanki/Githzerai ist ein schönes Kapitel, insbesondere Gythanki. Aber ein wenig mehr hätte es auch hier sein dürfen, zumindest was die Einbettung in bestehende Kampagnen betrifft.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: schneeland am 27.05.2018 | 16:50
Eine ganze Box würde ich heutzutage vermutlich auch gar nicht mehr lesen (irgendwie nimmt die Freizeit anscheinend im gleichen Maße ab wie die Graufärbung der Haare zunimmt), aber nachdem das Ganze als "wir reden über die großen Konflikte des D&D-Universums" präsentiert wurde, hatte ich schon ein bisschen mehr erwartet als ein Monster Manual 2.5. Aber gut, mal schauen, was sich am Ende so rausziehen lässt aus dem Buch.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 27.05.2018 | 17:11
Einen entscheidenden Satz zu diesem Buch habe ich irgendwo am Anfang gelesen:
Es schließt sich ans Monster Manual und Volo´s Guide to Monster an.

Das hätte man dann auch so bewerben können.

Edit:
Da haben wir es ja:

Zitat
A companion to the Monster Manual and Volo's Guide to Monsters, this book contains[...]
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Antariuk am 27.05.2018 | 17:16
Danke für das Mordekainen Review :d
Eine Frage, bzw. Wunsch: du hast doch bestimmt sowohl das alte d20 Freeport wie auch das neuere PF Razor Coast, oder? Wäre da ein vergleichendes Review möglich, so als Special?
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 27.05.2018 | 17:20
Habe das alte d20 Freeport nicht. Hatte (Habe?) die alten d20 Abenteuer, aber nicht das Setting.

Razor Coast ist schon ein Schinken....wenn Du eine Kurzempfehlung haben wolltest, würde ich zu Freeport raten, weil imho leichter ranzukommen (und günstiger). Razor Coast ist eine Ecke abgefahrener, aber eben nur sehr schwer zu erhalten.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Antariuk am 27.05.2018 | 17:25
Ah, OK. Ja, Razor Coast ist echt etwas heftig... so toll finde ich D&D Piraten dann auch nicht, daher war ich neugierig ^-^
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 29.05.2018 | 17:04
Primeval Thule Campaign Setting

(https://tribality.com/wp-content/uploads/2015/08/Thule-5e-cover-overlap.jpg)

Klappentext (bzw. Einführungstext des 2. Kapitels):
Welcome to Thule, a primordial land of fierce barbarians, elder horrors, and savage wilderness. In this ancient age, humankind is a young race, newly arisen on a monster-haunted Earth. Cities of cruel spledor lie scattered across the great lands of the north like a handful of gems strewn from a dead thief's hand.

This is a doomed age, a time of great deeds and inhuman terror destined to be lost and forgotten beneath the numbing cloak of endless winter. But for one glittering moment, Thule lives—and it is a fierce, cruel, splendid, and marvelous moment indeed.


It is a land of deep jungles and golden seas, mysterious and unexplored.
It is a land of knife-edged mountains and deadly glaciers, trackless and forbidding.
It is an age when humankind is a young race, newly arisen on an ancient and monster-haunted Earth. Mighty cities and sprawling empires rise and fall, weaving a tale of great deeds and epic tragedies that will be lost and forgotten by the peoples who came later. Even the land itself is fated to fall beneath the numbing cloak of endless winter, burying the triumphs and defeats of this vanished age beneath miles of ice.
But for this glittering moment in the slow dream of time, Thule lives—and it is a fierce, cruel, splendid, and marvelous moment indeed.


Mein Eindruck:
Ich beziehe mich hier nur auf die 5E-Version. 272 Seiten, gerade für knapp 38,00 € als Print und pdf auf Drivethru zu haben. Schönes Artwork, das Schriftbild ist für mich ein wenig anstrengend zu lesen (Jammern auf hohem Niveau).

Warum sollte man sich dieses Setting holen? Nun, wenn man halt mal D&D 5E "geerdeter" spielen will. In 7 Kapiteln wird dabei die Welt mit ihren Besonderheiten beschrieben und regeltechnische Änderungen zum "normalen" D&D beschrieben, wobei sich letzeres allerdings in Grenzen hält (wobei man wissen muss, dass das Setting vor der offiziellen SRD entstanden ist, so dass Sasquatch Studios bei einigen Begriffen tricksen musste),

Kapitel 1 widmet sich dann auch direkt den Besonderheiten des Kontinents. Auf 36 Seiten werden die Sachen beschrieben, die Thule so "anders" machen. Perfekter Einsteig, egal ob für den SL oder den Spieler. Brauche ich auch kaum was zu sagen, wen es interessiert: Bitte schön! (http://www.drivethrurpg.com/product/129630/Primeval-Thule-Travelers-Guide)

Kapitel 2 geht auf Feinheiten der Völker von Thule ein, sowohl vom Hintergrund als auch von den Regeln. Gut, Paladine/Monks gestrichen, dafür aber eine schöne Regelergänzung: Narratives. Ersetzen die Backgrounds aus dem PHB, sind aber durchaus mächtiger und sehr settingbezogen. In meinen Augen sehr schön, könnte man auch für andere Settings verwenden (als Mechanik).

Kapitel 3...das Kernstück für mich. 64 Seiten Settingbeschreibung. Inkl. Abenteuerideen. Mit Rakhasas! Awesome!

Kapitel 4 gibt dem SL Tipps an die Hand, wie man eine "typische" Primeval Thule Kampagne aufziehen kann. Normalerweise bin ich bei solchen Kapiteln immer schnell dabei, sie gelangweilt zu überblättern, aber hier lohnt sich wirklich ein längerer Blick.

Kapitel 5...das nächste Schmankerl. 33 Seiten Stadtbeschreibung von Quodeth, einer möglichen Startstadt von Charakteren. "City of Thieves"...dreckig, korrupt, gefährlich...vielleicht ist man in der Wildnis doch besser aufgehoben...

Kapitel 6 sagt dann allerdings das Gegenteil: Monster in der Wildnis sind auch nicht so nett. Egal ob Zyklope, Beast-Man oder Drachen...Gefahren lauern genug auf die Charaktere.

Aber in Kapitel 7 warten dann ja die Belohnungen in Form von Magie bzw. Schätzen. Alle durchaus settingbezogen, also nicht Standard 08/15, gerade auch, weil Magie in Thule eben nicht an jeder Ecke stattfindet.

Mein Fazit:
Gebe offen zu, es ist über 2 Jahre her, seit ich das Setting komplett gelesen habe. Kann mich also nicht mehr an alle Details erinnern. Ich kann aber durchaus sagen, dass das eine wirklich gute Alternative zu anderen Settings ist, die es sonst für die 5E gibt. Und auch vielleicht bespielbar mit anderen Regelsystemen, wobei es schon sehr an D&D angelehnt ist. Ich kann es nur empfehlen:  :d
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: D. Athair am 29.05.2018 | 17:39
Und auch vielleicht bespielbar mit anderen Regelsystemen, wobei es schon sehr an D&D angelehnt ist.
Na klar. Nicht umsonst gibt es Varianten für 13th Age, Pathfinder, D&D 4 und Savage Worlds. (Bis auf das Letzte werden/wurden alle Fassungen auch ganz gut unterstützt.)

Schöne Rezension.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 29.05.2018 | 17:44
Vielen Dank für diese "Rezi auf Bestellung"! :d

Wie sieht es denn mit dem EDO-Anteil aus? Mussten wieder Elfen, Zwerge, Orks (und sogar Halb- und Tieflinge) mit rein? Oder hat man sich was Passenderes überlegt?
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 29.05.2018 | 17:57
Elf - Check
Zwerg - Check
Ork - Weg, sind jetzt Beast-Man (und damit nur ganz entfernt Orks)
Tieflinge, etc. - Weg.
Gnome- Weg.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 29.05.2018 | 17:59
Ich fürchte, jetzt muss ich Geld ausgeben - das scheint insgesamt einfach zu gut in mein aktuelles "Interessante-Settings-anlesen"-Projekt zu passen...

Nochmal danke für deine Hilfe!
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 29.05.2018 | 18:05
Na klar. Nicht umsonst gibt es Varianten für 13th Age, Pathfinder, D&D 4 und Savage Worlds. (Bis auf das Letzte werden/wurden alle Fassungen auch ganz gut unterstützt.)

Schöne Rezension.
Savage Worlds?  :o

Sieh an, war mir nicht bekannt.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 5.06.2018 | 21:05
Pathfinder Campaign Setting - Nidal, Land of Shadows

(https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/61wWLyzH%2BJL._SX378_BO1,204,203,200_.jpg)

Klappentext:
A land chained in shadow.

Mein Eindruck:
64 Seiten Softcover, frisch von Roland eingetroffen, bei ihm 22,95 €. Vollfarbe und Hochglanz, (für mich!) absolut fantastisches Artwork.

Nidal, Land of Shadows (ab jetzt: Nidal) reiht sich ein in die verschiedenen Publikationen zu einzelnen Ländern in Paizos hauseigenem Setting Golarion. Die Aufteilung ist eigentlich auch die bewährte:

I. Historie, Bevölkerung, Hintergrund, Kultur
II. Gazetteer: Beschreibung von Ortschaften und Landstrichen
III. Abenteueraufhänger/Interessante Ortschaften für Abenteuer
IV. Neue Monster

Fangen wir mal an. Als die große Apokalypse in Golarion bevorstand, schlossen die Bewohner Nidals (ein nomadisches Reitervolk) einen Pakt mit einem dunklen Gott, damit sie und ihre Pferde(!) verschont blieben. Tja, haben auch überlebt, wenn man so will...nur ist das Land nur ein Schatten (haha!) seiner selbst, denn die Gottheit kam von der Schattenebene, verdunkelte das Land und beherrscht nun über seine Anhänger die gesamte Bevölkerung. Ungünstig, wenn dies der Gott der Folter ist und sich Untote zu diesem Land hingezogen fühlen wie die Motten zum Licht. Einen Preis für "Schöner Wohnen" werden die dort nicht gewinnen. Insgesamt aber interessant geschrieben, die verschiedenen "Player" werden vorgestellt und der Leser gewinnt einen guten Eindruck, wie man die Stimmung am Tisch in Bezug auf Nidal rüberbringen kann. Tipp für Spieler: An Feiertagen würde ich das Land verlassen!

Was folgt, sind Kurzbeschreibungen zu einzelnen Ortschaften. "Nothing fancy" wie es neu-deutsch so schön heißt, aber gut gemacht und immer mit kleineren Abenteueraufhängern und/oder NSC versehen. Auch hier wieder: Man bekommt einen schönen Eindruck der verschiedenen Ortschaften (mit Spielraum für eigene Gestaltung) und ich habe mich dann auch mehrmals erwischt, wie ich zu der karte im Buchdeckel gewandert bin, um zu sehen, wo ich mich denn gerade befinde im Land. Also quasi "eingetaucht".

Die Abenteueraufhänger beschäftigen sich mit einigen "Adventure Sites", die aber nur grob umrissen sind und eben, falls gewünscht/gewählt, vom SL ausgearbeitet werden müssen. Abwechslungsreich, vom einfachen Grabmal bis zur verwunschenen Gildenhalle oder der Festung fanatischer Kytons (Chain Devils) ist alles dabei. Jeweils kurz, knackig, aussagekräftig...mach was draus oder nimm was anderes.

Das Bestiary ist relativ kurz, nur ein paar Shadow Creatures. Bei mittlerweile 5(?) Bestiaries für Pathfinder auch vollkommen ausreichend, die Gegner waren jetzt nicht bahnbrechend, aber interessant und passend zum Buch.

Mein Fazit:
Ich habe ja mit Pathfinder (als Regelsystem) bzw. Golarion (als Setting) eigentlich gar nichts am Hut. Trotzdem kaufe ich mir regelmäßig diese oder andere Fluffbücher (und Abenteuer), einfach, weil mir sehr gefällt, was ich da kriege. Gerade diese Regionalbände mag ich sehr, einfach, weil sie mir einen kurzen aber guten Überblick über diesen Landstrich geben, so dass ich ihn ohne Probleme in einer Kampagne verwenden oder eben eine Kampagne dort spielen könnte. Würde ich mir für so manch anderes Spiel auch wünschen...(I look at you, WotC!).

Was ein wenig stört, sind die häufigen Verweise auf andere Pathfinder-Bücher. Wobei das bei Pathfinder nicht ganz so wild ist, weil man ja alles im SRD nachlesen kann. Und der Preis ist natürlich auch nicht ganz ohne.

Trotzdem, Nidal ist ein sehr interessantes Buch, gerade auch wegen dieser sehr düsteren Region (nebenan ist es btw. nicht besser; da ist Cheliax) und ich habe es heute Nachmittag in einem Zug verschlungen. Definitiv:  :) :d
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Luxferre am 6.06.2018 | 07:34
Krass, dass das erst jetzt erschienen ist. Ich habe (glaube ich) 2012 angefangen darauf zu warten ...  8]

Allerdings muss ich sagen, dass Deine Rezi (äh, also das Buch  >;D ) mich jetzt nicht vom Hocker haut. Leider tun das seit Jahren immer weniger Produkte, was schließlich zu meiner Abkehr von PF führte. Große Ankündigungen, es wird eine riesen Erwartungshaltung aufgebaut und dann ... kommt diese etwas zu seichte Kost.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 6.06.2018 | 07:47
Kann sein, dass es das zweite Nidal Buch ist...habe noch ein anderes Cover gesehen.

Zu seicht kann ich gar nicht behaupten; 64 Seiten sind zwar kein Silver Marches, aber definitiv eine sehr gute Zusammenfassung aller relevanten Informationen für diese Region.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Luxferre am 6.06.2018 | 07:51
Naja, quantitative 64 Seiten sagen wenig über deren Inhalt aus. Bist Du wirklich zufrieden damit? Es klingt etwas durch, dass dort nicht gerade die innovativen Ideen aufgefahren werden. Und dabei böte sich Nidal mit den ersten veröffentlichten Bröckchen gerade zu an, daraus etwas sensationelles zu zaubern. Schaffen die Paizoindianer aber nicht (mehr).
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 6.06.2018 | 07:56
Ich habe zu viele RPG gelesen, komplett innovativ ist für mich selten etwas.

Ist es deswegen schlecht? Nein, die Idee ist gut und die Umsetzung gefällt mir durchaus. Ist definitiv weg vom 08/15. Würde wohl für eine Shade-Kampagne einiges klauen.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Luxferre am 6.06.2018 | 08:19
Schlecht? Puh, ich muss an meinen Formulierungen arbeiten .. und Du nicht alles gleich mega-negativ aufnehmen ;)

Die Messlatte für Nidal ist meinerseits aber auch verdammt hoch gewesen. Die Bruchstücke aus dem Weltenband und einigen Abenteuern waren einfach etwas, dass diese Haltung sehr geschürt hat. Und wenn ich dann eine recht neutral gehaltene Rezi lese, dann passt das in mein Bild, dass die Jungs nicht mehr die Qualtität abliefern (können), die ich erwartet hätte und von früher auch gewohnt war.
Deine Rezi selbst ist dabei jeglicher Kritik erhaben. Mir fehlen vielleicht die Superlative  >;D
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 6.06.2018 | 08:26
Das liegt bei mir wohl daran, dass Golarion nicht "meine" Welt ist. Ich habe kein gewachsenes Gesamtbild.
Wenn ich Superlative verwenden sollte, dann wohl für die innenpolitischen Intrigen und die Beschreibung des Alltags der meisten Nidaler unter der Knute der Schergen des Gottes. Sehr gut durchdacht in meinen Augen und, ganz wichtig, am Spieltisch nutzbar.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Hellstorm am 14.06.2018 | 20:22
Danke für die Rezi Rhylthar!
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Mhyr am 14.06.2018 | 22:51
Ja, danke. Teile schon viel deiner Einschätzung. Finde aber schon schön, dass sich der Blood War bzw. die Teilnehmerschaft auch, wie die Material Plane Settings, weiterentwickelt hat. Also z. B Zariel oder Geryons Schicksal etc.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 23.08.2018 | 10:37
U1 - The Sinister Secret of Saltmarsh

(https://4.bp.blogspot.com/-wsvUETG-_2Q/WtuK9QCglaI/AAAAAAAAteY/dRwGWpVoWDcDLWb1agrQyQmZS6BwsbDFQCLcBGAs/s640/U1%2Bcover.jpeg)

Klappentext:
Desolate and abandoned, the evil alchemist's mansion stands alone on the cliff, looking out towards the sea. Mysterious lights and ghostly hauntings have kept away the people of Saltmarsh, despite rumors of fabulous forgotten treasure. What is its sinister secret?

Mein Eindruck:
Warum holt der denn jetzt so eine olle Kamelle raus?

a) Weil ich es kann.  ^-^
b) Weil ich es gerade als Reprint bei DrivethruRPG bestellt habe. Es fehlte mir noch in meiner Sammlung (bei ebay war ich nicht spendabel genug).
c) Viele alte Module sind für wenig Geld bei DrivethruRPG/DMsGuild kaufbar.

Fakten (bezogen auf das pdf; das physische Produkt liegt mir noch nicht vor):
Auftakt einer dreiteiligen Serie für AD&D, 37 Seiten, Artwork wie aus der "guten alten Zeit"™, Abenteuer für 5 bis zu 10 (!) SC der Stufen 1 - 3. Aufgrund des Aufbaus des Abenteuers würde ich allerdings eine 4 - 5köpfige Gruppe Stufe 1/2 empfehlen. Das eigentliche Abenteuer sind eigentlich 2 separate Abenteuer, die aufeinander aufbauen, wobei man auch ohne Probleme nach dem ersten aufhören kann, wenn man dies will.

Bevor es überhaupt losgeht, erstmal ein paar Dinge für den SL (ach ja, es kommen Spoiler!):
Das Abenteuer schlägt ausdrücklich vor, Vorbereitungen zu treffen. Ausgangspunkt ist ein Fischerdorf (Saltmarsh), welches, wenn man denn alle Abenteuer spielen möchte, definitiv ausbauen sollte. Es soll eine Karte gezeichnet werden, die NSC ausgearbeitet werden, Beziehungen aufgebaut werden, wichtige Orte, etc. Ich glaube, man könnte es auch so schön neu-deutsch einen "Questhub" nennen.

Das erste Abenteuer, "Haunted House", ist ja fast selbsterklärend durch den Titel. Nach ein wenig Detektivarbeit werden die SC sich wohl, gerne auch gegen Bezahlung, aufmachen, dieses verwunschene Haus zu untersuchen, an das sich seit Jahren kein Mensch mehr herangetraut hat. Merkwürdige Lichter, Schreie, etc....das ist nichts für den abergläubischen Fischer! Naja, der Hintergrund ist erfrischend simpel: Schmuggler haben sich in dem Haus eingenistet und nutzen, durch die Fähigkeiten ihres Anführers (Illusionist) ausgelöst, die Angst der Leute aus, um ihren Geschäften nachzukommen. Bei der Untersuchung des Hauses (hier bin ich der Meinung, dass 10 SC einfach nicht passen würden) sind mir ein paar Sachen aufgefallen, die im Modul auch öfter erwähnt werden:
Es soll "Stimmungsspiel" betrieben werden. Durch die dort verankerten Zauber (Magic Mouth) soll zumindest zu Beginn der Anschein erweckt werden, als wäre das Hauch wirklich verflucht. Erst nach und nach können, wenn sie denn clever sind, die SC erkennen, was wirklich dahintersteckt. Stelle ich mir, gerade bei misstrauischen Spielern schon ein wenig schwierig vor. Hinzu kommt, dass auf der einen Seite relativ wenig Encounter vorhanden sind (hier mal eine Spinne, da mal ein paar Tausendfüssler), auf der anderen Seite nach meinem Eindruck doch ziemlich viel magische Gegenstände gefunden werden können für so ein eher niedrigstufiges Modul. Für den SL sicherlich eine Herausorderung, dies sauber rüberzubringen, denn auch einen dort gefunden NSC (mit bestimmten Absichten) gilt es noch zu steuern.
Über kurz oder lang werden sie SC wohl hinter das Geheimnis kommen und die Schmuggler finden. Dieser Part wird dann eher "straight forward" sein, wobei die intelligent agierenden Schmuggler nun auch kein Fallobst sind. Kurz: Wenn sie nicht sterben/sich zurückziehen aus dem Abenteuer, wird die Gruppe die Schmuggler besiegen und in Saltmarsh entsprechend gefeiert (insbesondere, da die SC mal eben 25 % ihrer Beute an die Stadt abtreten dürfen...). Wenn die Gruppe will, kann hier alles vorbei sein.

Oder sie machen mit "Sea Ghost" weiter. Kurzfassung: Die Schmuggler an Land sind besiegt, aber das Schmugglerschiff ist immer noch an der Küste unterwegs. Also weg damit. Es geht als darum, auszuknobeln, wie man an Bord kommt und schließlich den Schmugglern das Handwerk legt. Dabei wird man sicherlich noch auf ein weiteres Geheimnis stossen (Aufhänger für die Nachfolgemodule), im ganzen also plotmäßig geradeaus. Kurzer "WTF?"-Moment für mich: Man kann einen Pseudo-Dragon als Begleiter bekommen, wenn alles richtig läuft.

Die Karten (insbesondere die vom Schiff) und wenigen Handouts sind gut, im Anhang sind mögliche vorgefertigte SC aufgelistet und natürlich die wichtigsten Gegner auch im Detail.

Mein Fazit:
Ein wenig anders, ein wenig geradliniger...aber ein schönes Abenteuer. Mit ein wenig Spucke vom SL und vielleicht der ein oder anderen Anpassung an verschiedenen Stellen ein schönes Einführungsabenteuer, egal für welche D&D-Edition. Mir hat es gefallen.  :)


Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 23.08.2018 | 15:43
Als ich heute so vor einem meiner Regale stand, fiel mir mal wieder eines meiner Lieblingswerke ins Auge. "Ach, da muss ich mal meine eigene Rezension zu lesen...da habe ich bestimmt mal was drüber geschrieben!". Seltsamerweise habe ich dies nicht getan. Wieso, weshalb, warum...keine Ahnung. Na denn...

Dark Matter - Supernatural Conspiracy Roleplaying (d20)

(https://www.tanelorn.net/index.php?action=dlattach;topic=106657.0;attach=25598)

Klappentext:
All you see is not all there is.

Devious organisations scheme for world domination, otherworldly forces infiltrate our power structures, and creatures from our nightmares lurk in the shadows. Working for a clandestine organisation called the Hoffman Institute, heroes explore hidden mysteries while eluding forces both human and alien that conspire to control the truth.


Mein Eindruck:
Die d20-Ära hat ja so ziemlich alles verwurstet, was nicht bei 3 auf den Bäumen war. Von d20 Afghanistan (Öhm, nö...) bis hin zu d20 Cthulhu (welches in meinen Augen häufig zu Unrecht abgewertet/zerrissen wurde); für jeden war etwas dabei. "Dark Matter" macht da keine Ausnahme; es ist eine Neuauflage des Alternity Settings, das Jahre vorher herauskam.

Wie immer, ein paar Fakten: "Dark Matter" basiert auf d20 Modern (ist also evtl. notwendig), umfasst ca. 160 Seiten mit wirklich sehr genialem Artwork und wurde von Monte Cook und Wolfgang Baur verfasst. Diese Namen (und auch noch ein paar andere, die mitgewirkt haben: Sean K. Reynolds, Richard, Baker, Andy Collins, Kim Mohan) sollten dem ein oder anderen Rollenspielfreund ein Begriff sein.

Worum geht es nun eigentlich?
Wie oben im Klappentext erwähnt, ist das Setting "Alternate History" mit starken Anleihen bei Filmen/Serien wie "Akte X", "Illuminati" oder auch "Fringe". Man (also als SC) ist Mitglied des Hoffmann Instituts und ist für, nennen wir es mal so, "außergewöhnliche" Fälle zuständig. Ich lasse mal ein ganzes Kapitel des Buches außen vor, weil es da nur um regeltechnische Details in bezug auf d20 Modern geht. Dies ist aber nicht das, was das Setting so ausmacht.

Nach einer umfangreichen (10 Seiten) Einführung in das Hoffmann Institute, die für mich sehr gut geeignet ist, um Spieler mit ihren Aufgaben und ihrem Background vertraut zu machen, kommt besagter Regelteil (30 Seiten), bevor die erste Sternstunde schlägt: "The True History". Wer sowas mag, ist hier bestens aufgehoben. Von der Frühgeschichte bis zur Jetztzeit, von Atlantis bis Roswell...kurzweilig und interessant beschrieben. Alleine für diese 25 Seiten lohnen sich fast die $15.00 für das pdf, was das Buch als pdf gerade kostet.

Aber es geht ja noch besser weiter: Auf den nächsten 35 Seiten geht es um "Illuminati". Der Begriff wird hier verwendet für Geheimorganisationen jeglicher coleur, gegen oder mit denen die Spieler arbeiten müssen. Was darf es denn sein? Die amerikanische Regierung (und ja, Fox Mulder hatte Recht!)? UNO? Maltesische Ritter? Freimaurer? Aliens? Opus Dei? Skull & Bones? Prieuré de Sion? Und, und, und...
Bestimmt gibt es irgendein Buch da draussen, in dem auch dies alles drin ist. Ich kenne keins. Natürlich wird nicht alles jedem gefallen (denke da an die Nazi Vril Society), aber wenn man bedenkt, dass jeder Eintrag auch noch einen kurzen Adventure Seed erhält, dann ist das schon groß.

Weiter geht es mit "Places of Power". Von Ayers Rock bis Malta. Von Atlantis bis nach Paris. Ach ja, Weltraum auch noch. Nur, um das nochmal festzuhalten: Das Buch gibt einem neben potentiellen Gegnern mit Abenteuer-Pitches auch noch besondere Orte vor, an dem die SC agieren können. Auch, wenn sich manches wie ein Reiseführer liest, die ausgewählten Orte haben es in sich und liessen zumindest bei mir die Abenteuerideen nur so sprudeln (auch wenn ich leider nie dazugekommen bin, es zu spielen). Wichtig: Das ist nicht nur für dieses Setting verwendbar. Cthulhu Now, Delta Green...you name it.

Das Buch endet mit einem, nach meinem Geschmack gutem, Kapitel, wie man derartige Kampagnen aufbauen könnte. Sei es der Einsatz von normalen und paranormalen Dingen, Verschwörungen, wie Gesetzeshüter mit manchen Dingen umgehen sowie allgemeine Tipps zum Spielleiten. Kein Feuerwerk der Innovation, aber ein gut zu lesender Abschnitt, der sicherlich interessante Anregungen beinhaltet.

Und ganz zum Schluss dann noch, ein Abenteuer: Exit 23. War jetzt nicht so ganz meins, weil es doch etwas abseits dessen war, was das Buch erahnen liess, aber man könnte mit dem (Kurzen) Szenario sicher Spaß haben.

Fazit:
Wer auf solche Sachen steht und/oder aus seinem Delta Green-versum ausbrechen bzw. es ergänzen will, für den könnte dies ein Must-Have sein. Ich hüte dieses Buch wie einen Augapfel (ich hatte es mal verkauft, ich Idiot!) und stöbere immer mal wieder darin rum. Denn auch außerhalb des Rollenspiels ist es eine interessante Lektüre.  :d


Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 25.08.2018 | 10:14
Lords of Darkness (3E)

(https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51TcWoHrWdL._SX382_BO1,204,203,200_.jpg)

Klappentext:
Evil Powers Threaten Faerun

Sinister cabals plot in shadows, while merciless armies gather for war. Explore the inner workings of infamous factions such as the Red Wizards and the Zhentarim. Discover more recently unveiled enemies, including the shades and the People of the Black Blood. With detailed descriptions of key villains, secret headquarters, and more, this guide covers everything a Dungeon Master needs to conspire against the heroes of the Forgotten Realms game setting.


Mein Eindruck:
Heute mal zu einem (scheinbar) der meist unterschätzten Bücher für die Forgotten Realms. Wie komme ich darauf, dass es wohl unterschätzt wurde? Nun, "Lords of Darkness" war das 5. Buch, was damals für die Forgotten Realms im Nov. 2011 herauskam (für mich eigentlich das 3., "Into the Dragon´s Lair" und "Monsters of Faerûn" zähle ich nicht so wirklich) und nicht mal ein Jahr später konnte man es auf der SPIEL für nen Appel und ein Ei (10,00 € oder 5,00 €, wenn man verhandelte (Mengenrabatt)) erstehen. Es wurde quasi verramscht, im Gegensatz zu den anderen bis dahin erschienenen Büchern. Kann natürlich auch an Miskalkulation liegen, aber ich war damals ziemlich aktiv und es wurde auch verhältnismäßig wenig über dieses Buch geredet. Zu Unrecht, wie ich finde. Wurde auch meines Wissens nach nicht übersetzt.

Fakten:
192 Seiten Softcover (eines der wenigen; später wurde ja komplett auf Hardcover umgestellt), schöne Illustrationen, Sean K. Reynolds, Jason Carl, Richard Baker beteiligt, zur Zeit $12.00 als pdf.

Anmerkung:
Beim Inhalt werde ich nur auf ca. 75 % eingehen; alles regeltechnische lasse ich weg. Grund: Zum einen halte ich die 3.0-Edition für die heute am wenigsten noch gespielte Version und zum anderen hatten die Regeln auch schon damals das Problem, dass sie von anderen Publikationen quasi "überholt" wurden und beim Erscheinen nicht mehr "state-of-the-art" waren.

Worum geht es?
LoD ist praktisch aus meiner Sicht ein reines SL-Buch. Es gehört für mich zu jenen Büchern, die ich Anfängern in den Forgotten Realms immer empfehle, weil es ein Sammelsurium von gegnern ist. Nicht im Stile eines Monster Manuals, sondern "böse" Organisationen, die der SL als Widersacher den SC entgegenwerfen kann.

Und davon sind es nicht wenige. Insgesamt 28 Organisationen, die ein SL in seiner Kampagne verbraten kann. Aufgeteilt in die "Big Players" und eher kleinere Gruppen, wobei dies wahrscheinlich auch Ansichtssache ist und nichts über die Möglichkeit der Anwendung aussagt.

Die "großen" Organisationen bekommen natürlich mehr Platz im Buch. Zwischen 10 und 15 Seiten im Buch, während sich die kleineren (was aber dem "Wert" der Informationen nicht schadet) mit 1 - 2 Seiten begnügen müssen.

Die Aufteilung bei den "Big Players" ist eigentlich gleich: Geschichte, Aufbau, Hierarchie, Feinde, Verbündete. Ausführlich und übersichtlich dargestellt, um den SL alle Infos zu geben, um sie in seine Reiche einzubauen. Für Abwechslung ist natürlich auch gesorgt: Ob Zhentarim, Drow, Cult of the Dragon, Red Wizards of Thay, Shades, Church of Cyric....ich denke, da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Egal ob bodenständig oder abgefahren, die Bereiche werden abgedeckt. Interessant (und ein wenig verwundert) war es für mich als Realms-Kenner, dass die "Night Masks" zu den "Major Organizations" gezählt wurden, aber sei es drum...macht das Buch nicht schlechter.

Ein Tacken interessanter waren aber für mich fast noch die "Minor Organizations", einfach, weil noch mehr abgedeckt wurde. Alleine, dass mit "Iron Throne", "Knights of the Shield" und "Rundeen" auch 3 Handelsorganisationen aufgeführt werden, finde ich sehr interessant. Ansonsten sind dort auch einige Gruppierungen enthalten, die mir vorher unbekannt waren, aber schöne Möglichkeiten bieten. Als Beispiele mal die "Eldreeth Veluuthra" (radikale Elfen) oder "House Karanok" (Herrscherfamilie, die jeden Zauberkundigen (oder Zwerg/Elf) auf den Scheiterhaufen bringen). Es ist Abwechslung angesagt, je nachdem, was man als SL braucht...man wird wohl fündig werden.

Ich könnte hier natürlich endlos viel schreiben und auf jede Organisation im einzelnen eingehen. Würde nur keiner lesen. Zu sagen ist eben noch, dass dazu noch bestimmte Regelelemente enthalten sind, die man sicherlich für andere Editionen als Anregung nutzen kann und auch z. B. Karten vom Aufbau eines Unterschlupfs.

Mein Fazit:
Wie gesagt, wenn jemand mich fragen würde, welche Bücher er als Hintergrund für einen Start in die Forgotten Realms bräuchte, würde ich dieses (neben Forgotten Realms Campaign Setting, Magic of Faerûn und evtl. Faiths & Pantheons) immer empfehlen. Aber auch für SL, die nicht D&D und/oder Forgotten Realms spielen, ist dieses Buch für mögliche Organisationen in ihrer (Fantasy-)Welt durchaus ein Highlight. Deswegen ganz klar von mir:  :d
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: schneeland am 25.08.2018 | 11:02
Kann natürlich auch an Miskalkulation liegen, aber ich war damals ziemlich aktiv und es wurde auch verhältnismäßig wenig über dieses Buch geredet.

Kann ich zumindest insofern bestätigen als das Buch zu den wenigen FR-Büchern/PDFs gehört, die ich nicht in meiner Sammlung habe (was äquivalent dazu ist, dass das niemand aus meinem damaligen Freundeskreis hatte). Danke auf jeden Fall für die Besprechung!
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 25.08.2018 | 11:14
Kann ich zumindest insofern bestätigen als das Buch zu den wenigen FR-Büchern/PDFs gehört, die ich nicht in meiner Sammlung habe (was äquivalent dazu ist, dass das niemand aus meinem damaligen Freundeskreis hatte). Danke auf jeden Fall für die Besprechung!
Leg es Dir zu. :)

Ich habe (unverkäuflich!) 2 Exemplare, da ich für 5 € natürlich noch eins mitgenommen habe (eines zum Lesen, eines fürs Regal), es taucht immer wieder mal bei ebay für um die 15,00 € auf, bei Medimops sogar für unter 7,00 €.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: LushWoods am 25.08.2018 | 11:22
Dark Matter interessiert mich auch schon länger, aber d20 hat mich immer abgeschreckt.
Sollte es da nicht mal eine Neuauflage (mit anderem System?) geben?
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 25.08.2018 | 11:26
Dark Matter interessiert mich auch schon länger, aber d20 hat mich immer abgeschreckt.
Sollte es da nicht mal eine Neuauflage (mit anderem System?) geben?
Zu Dark Matter mit Hoffmann Institute? Mir nicht bekannt, da ist ja noch das alte Alternity (quasi der Vorgänger).
WotC hat d20 Modern (und damit natürlich auch das) ziemlich schnell eingestellt.

Und über d20 Regeln musst Du Dir bei dem Buch keine Sorgen machen...sind ja kaum welche drin.  ^-^

Edit:
Wenn Du was in der Richtung spielen willst, nimm einfach das Regelsystem, was Dir am besten gefällt und in etwa hinkommt. Gumshoe, Delta Green, Cthulhu.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: schneeland am 25.08.2018 | 11:54
Leg es Dir zu. :)

Ich habe (unverkäuflich!) 2 Exemplare, da ich für 5 € natürlich noch eins mitgenommen habe (eines zum Lesen, eines fürs Regal), es taucht immer wieder mal bei ebay für um die 15,00 € auf, bei Medimops sogar für unter 7,00 €.

Erledigt :). Ich bin, was ältere Sachen angeht, fast ausschließlich digital unterwegs und dankenswerterweise ist das Material ja mittlerweile einfach verfügbar.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 25.08.2018 | 11:55
Erledigt :). Ich bin, was ältere Sachen angeht, fast ausschließlich digital unterwegs und dankenswerterweise ist das Material ja mittlerweile einfach verfügbar.
:d...keine Ahnung, ob es gerade jetzt im Angebot war, aber $12.00 fand ich schon recht passabel. Hoffe, es gefällt. :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Ginster am 4.09.2018 | 13:01
Hättest du Lust, was zu "Ruins of Azlant" zu sagen? Thema ist voll meins (Ruinen, Aquatisch, Aboleth), aber taugt es von der Story her was, oder ist es nur wieder nett verpacktes Monsterklatschen?
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: RPGFan am 7.09.2018 | 19:12
Hallo Rhylthar,

vielen Dank für Deine Mühe und Deine Rezessionen. Aufgrund Deiner Rezi zu "Legacy of the Crystal Shard" habe ich mir die Kampagne zugelegt und teile Deine Begeisterung für das Supplement. Da Du Dich sehr gut mit dem Thema D&D und Forgotten Realms auskennst, würde mich sehr interessieren, was Du von D&D 5e hältst?

Ich habe zwar einige Einträge von Dir im entsprechenden Thread rausgesucht - aber mich würde mal ein kurzer Rundumblick von Dir interessieren.

Viele Grüße!
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 7.09.2018 | 19:18
Freut mich, wenn es Dir gefallen hat. Dafür schreibe ich sie ja. :)

Grundsätzliches zur 5E:
Als Regelsystem ist es für mich momentan die beste Kompromiss-Lösung aller Editionen. Es gibt Editionen, da finde ich bestimmte Dinge durchaus besser, aber sie haken (mittlerweile) an anderen Stellen so gravierend, dass ich im Zweifel dann doch zur 5E greifen würde. Anders: Sie glänzt nicht, sondern ist grundsolide und macht Spaß.

In Bezug auf die Forgotten Realms ist sie mir zu dünn aufgestellt. Jegliche eigene Identität dieser Edition ist, wenn überhaupt, nur rudimentär erkennbar. Macht aber nichts, im Prinzip (und das Wimmelbild in Waterdeep: Dragon Heist bestätigt es auch irgendwie) hat ein großer Retcon auf Forgotten Realms 3.X stattgefunden, so dass ich da alle Informationen zu 90 % übernehmen kann.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 7.09.2018 | 19:21
Hättest du Lust, was zu "Ruins of Azlant" zu sagen? Thema ist voll meins (Ruinen, Aquatisch, Aboleth), aber taugt es von der Story her was, oder ist es nur wieder nett verpacktes Monsterklatschen?
Ah...sorry Ginster, ist mir durchgegangen!

Ruins of Azlant ist schon länger her, dass ich es gelesen habe, deswegen echt nur aus der Tiefe meiner Erinnerung:
Es ist Pathfinder. Klar ist es Monsterklatschen, aber die Story war imho gut und Unterwasserabenteuer und "Selbstversorgung ohne Magic Mart" gibt dem ganzen durchaus einen netten Anstrich.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Ginster am 7.09.2018 | 21:18
Ah...sorry Ginster, ist mir durchgegangen!

Ruins of Azlant ist schon länger her, dass ich es gelesen habe, deswegen echt nur aus der Tiefe meiner Erinnerung:
Es ist Pathfinder. Klar ist es Monsterklatschen, aber die Story war imho gut und Unterwasserabenteuer und "Selbstversorgung ohne Magic Mart" gibt dem ganzen durchaus einen netten Anstrich.
Danke, dann schau ich vll mal rein  :d
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 12.09.2018 | 06:39
Creature Codex? Auf Waterdeep: Dragon Heist warten? Ein älteres Abenteuer/Regelbuch? Oder ganz was anderes?

Bin momentan unschlüssig...
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Uwe-Wan am 12.09.2018 | 09:54
Deine Top 5 und Flop 5 jeweils von Tome of Beasts 1 und Tome of Beasts 2, dann Waterdeep: Dragon Heist.

 :cheer: :cheer: :cheer: :cheer: Go for it!
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Antariuk am 12.09.2018 | 10:26
Wie sieht es mit der FR Abenteuerreihe Cormyr: The Tearing of the Weave / Shadowdale: The Scouring of the Land / Anauroch: The Empire of Shade aus? Hab vor noch gar nicht sooo langer Zeit erst verstanden dass die zusammengehören, kenne selber nur den Cormyr-Teil insofern als dass ich da eine Sitzung gespielt habe (mehr kam in der Runde nicht zustande), das wars. Lohnt sich das, vor allem wenn man kein großer FR Auskenner ist?
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: rillenmanni am 12.09.2018 | 14:23
Ein älteres Abenteuer, bitte!
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 12.09.2018 | 16:25
@ Uwe-Wan:
Top 5 bringt nichts, da ich Monster eher dahingehend bewerte, ob sie für den (Abenteuer-)Moment passend sind. Creature Codex würde von mir eine ähnliche Rezension bekommen wie Tome of Beasts.

@ Antariuk:
Aus meinem Gedächtnis: Lohnt nicht. Die Abenteuer empfand ich nicht als besonders gut und sehr FR-spezifisch. Wenn man sich da auskennt, kann man sicher etwas daraus machen. Die Hintergrundinfos sind nett, aber eben auch nur für die FR.

Ich denke, ich werde wohl als nächstes mal " A Family Affair" von Necromancer Games machen und dann Dragon Heist.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Uwe-Wan am 12.09.2018 | 21:02
@ Uwe-Wan:
Top 5 bringt nichts, da ich Monster eher dahingehend bewerte, ob sie für den (Abenteuer-)Moment passend sind. Creature Codex würde von mir eine ähnliche Rezension bekommen wie Tome of Beasts.

(https://static.geo.de/bilder/84/d7/19833/article_image_big/54b09d3048ef2602bc18c0b4e404a581.jpg)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 12.09.2018 | 21:03
Na gut. Bin beim CC aber erst bei "F".
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 13.09.2018 | 17:24
Ich hätte noch was für den Wunschzettel...

Lost Lands. Dazu gibt es ja inzwischen so einiges, sowohl an Quellenbänden als auch an Abenteuern. Wie sind die so? Eher was für Klischee-D&D-Runden ("Zieht los und erschlagt den X")? Oder sprechen die Bücher auch meine Sehnsucht nach intelligenten Plots, faszinierenden NSCs, neuen Ideen an? Und ganz besonders: Wieso kostet "Bard's Gate" fast 100 Euro für 400 Seiten? Ist es das echt wert, und wenn ja warum?
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 13.09.2018 | 17:40
Bard's Gate gab es günstig bei ebay. Ist gut, aber keine 100,00 € wert.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 14.09.2018 | 16:56
So, einmal für den Uwe: Jeweils 5 Monster aus Tome of Beasts bzw. Creature Codex, die mir sehr gefallen haben:

Tome of Beasts:

Chelicerae:
Eine Spinne, die Spell-Slots aus den Gegnern saugt und sie zum Zaubern verwendet. Auch sonst nicht ohne mit 3 Attacken und guten Verteidigungswerten.

Death Butterfly Swarm:
Ein Schmetterlingsschwarm, der einem echt übel zusetzen kann. Sieht harmlos aus und wenn man ihn nicht rechtzeitig riecht, ist es zu spät.

Doppelrat:
Oh, 1 Ratte...hmm, jetzt 4?... WTF? 16?...OMG...20!!!...ein Wesen, dass sich jede Runde vervierfacht (Maximum 20) und eine echt eklige Krankheit überträgt...da lacht das SL-Herz.

Redcap:
Eine Feenkreatur, dass alle 3 Tage humanoides Blut braucht. Klingt super für eine Mordserie in einem Dorf.

Akyishigal, Demon Lord of Cockroaches:
Der Titel sagt doch schon alles. Noch ein wenig beschreiben und der Ekel ist am Spieltisch angekommen. Ach ja, als Gegner wird er wohl auch eklig werden.

Creature Codex:

Clockwork, Assassin:
Musste direkt an "Hellboy" denken. Auch mal durchaus gefährlich für sein CR, gut einsetzbar.

Elf, Enchanter:
Den in einer Gruppe von Gegnern? Priceless. Zauber, Bezauberungen...herrlich. Allerdings könnten die Spieler genervt sein, "Charm Person" mag nicht jeder.

Wendigo:
Ganz übler Nahkämpfer (erinnert an die Wendigos aus Grim Dawn) mit einer harten Spezialfähigkeit. Das CR ist imho sehr passend (CR 11).

Feylord, Renard:
Ein Adliger der Fee, der aussieht wie Disney´s Robin Hood (Zeichentrickfilm)? Bin ich dabei. Ist von Natur aus nicht böse, aber ein Trickster...und er mag keine hochmütigen Personen...

Moon Nymph:
Schöne Mechanik: Stärker bei Vollmond, schwächer bei Neumond. Ekliger Gegner, mit einigen Fähigkeiten, die es in sich haben. Eigentlich nicht sonderlich stark, aber man muss halt auch angreifen können, um sie zu töten.

Honorable Mention:
Bar Brawl:
Eine Kneipenschlägerei als Monster darzustellen ist eine durchaus clevere Idee.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Derjayger am 14.09.2018 | 17:44
Redcaps sind doch diese Gartenzwerge, die Arschtritte mit ihren Eisensohlen verteilen ;D
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Samael am 14.09.2018 | 17:52
Bard's Gate gab es günstig bei ebay. Ist gut, aber keine 100,00 € wert.

Aber das war nicht die Lost Lands Version mit 400 Seiten.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 14.09.2018 | 17:59
Redcaps sind doch diese Gartenzwerge, die Arschtritte mit ihren Eisensohlen verteilen ;D
Ja, durchaus.  ;)
Aber der Biss ist interessanter.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 14.09.2018 | 18:30
Aber das war nicht die Lost Lands Version mit 400 Seiten.
Ah, dann ist das der Kickstarter, den ich auch nicht mitgemacht habe, da ich das 200 Seiten-Buch besitze.

Froggod Games hat den Hang zu ausufernden Produkten; Slumbering Tsar ist auch so ein Monster.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 14.09.2018 | 18:51
Aber das war nicht die Lost Lands Version mit 400 Seiten.

400 Seiten sind trotzdem kein Grund für 100 Euro.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 14.09.2018 | 18:59
Lost Lands ist btw. das Setting, das die Necromancer Games/Froggod Games-Sachen miteinander verbindet. Aber einen kompletten Settingband gibt es afaik nicht.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 14.09.2018 | 19:04
Lost Lands ist btw. das Setting, das die Necromancer Games/Froggod Games-Sachen miteinander verbindet. Aber einen kompletten Settingband gibt es afaik nicht.

Weiß ich. War nur ein Vorschlag, falls du die Sachen kennst und denkst: "Stimmt, da könnte ich mal 'ne Rezi drüber machen".

Ich hab ja bei D&D-Sachen dieses Trauma, dass sie häufig total coole Beschreibungen auf dem Cover haben und dann innen doch nur Kloppereien aneinanderreihen. So wie in dieser Perle (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,95386.msg134665841.html#msg134665841) hier, über die ich mich gestern ausgekotzt habe. Ist natürlich nicht bei allen so, aber oft genug, um mich vorsichtig werden zu lassen. Deshalb frage ich gerne mal nach, ob jemand weiß, ob da mehr dahinter ist (lies: genug Substanz neben den Kämpfen, dass sich ein Transfer in andere Regelwerke lohnt).
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 14.09.2018 | 19:10
Am Wochenende werde ich mich mal an "A Family Affair" machen. Ansonsten guck einfach hier: *KLICK* (https://www.dnd-gate.de/gate3/page/index.php%3Fid=100.html); einige sind von mir, die meisten anderen Wertungen würde ich unterschreiben.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 15.09.2018 | 12:21
A Family Affair (Necromancer Games, d20)

(https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51qboH%2BHPtL._SX385_BO1,204,203,200_.jpg)

Klappentext:
A Maze of Tragedy and Mystery

While investigating a mysteriously abandoned mansion, the adventurers stumble into a tangled web of kidnapping, theft and murder. From a mansion with a deadly secret to the blood-stained waves of the high seas and an ancient, cursed citadel, the adventurers face a succession of deadlier and deadlier foes, with the rescue of innocents and the recovery of fabulous treasure as their ultimate rewards.


Mein Eindruck:
Die Basics: 96 Seiten, 7,73 € pdf-only, Cover Vollfarbe, Rest schwarz-weiß. Das Artwork ist abgesehen vom Cover "old-schoolig", aber passend zum Motto aller Abenteuer von Necromancer Games ("3rd Edition Rules, 1st Edition Feel"). Beim Cover bin ich zwiegespalten; natürlich ist es ein Eye-Catcher für mögliche Käufer, andererseits finde ich Bilder auf dem Cover, die eigentlich zu viel verraten, eher ungünstig am Tisch. Gut, hier ist es nur das pdf, aber es gab es auch mal als Print-Produkt. Das Abenteuer ist für 4 - 6 Spieler der Stufe 8 (oder höher) ausgelegt; dies würde ich auch veranschlagen, nur viel höher sollte es meiner Meinung nach nicht sein, da es einige investigative Elemente gibt und zu viel Spell-Power würde da evtl. den Reiz nehmen.

Worum geht es in dem Abenteuer (Achtung, Spoiler!)?
Alles beginnt damit, dass die Abenteuer die Leiche eines Geschäftsmanns, seiner Frau und zahlreicher Wachen und Bediensteten in seinem Landhaus auffinden. Gründe, warum die SC da sein könnten, werden vorgeschlagen, mein Rat: Make it personal! Denn schließlich werden die SC auch noch einen Lösegeldbrief finden, denn die Kinder des Geschäftsmann sind offensichtlich entführt worden.

Und hier wird es schon spannend, denn eigentlich treffen hier schon zwei Plots aufeinander. Denn der Tod der Menschen und die Entführung haben nicht zwingend etwas miteinander zu tun...aber das werden die SC evtl. direkt schmerzlich merken. Die Untersuchung des Landhauses kann ein großartiger Auftakt sein, wenn der SL ein wenig auf Draht ist. Es sind Gegner vorhanden, mit denen man nicht rechnet und die das Geschehen ziemlich "creepy" werden lassen können (ich will nicht zu viel spoilern...).

Aufgrund der gefundenen Informationen wird es die SC nach Martyn´s Nest verschlagen, da es das nächstgelegene Küstendorf ist und sie dort weitere Untersuchungen anstellen müssen bzw. ein Schiff brauchen, um den Entführern zu folgen. Das Dorf ist komplett "ausgebaut" inkl. Karte, Läden, NSC, etc. Zeit für soziales Rollenspiel, Einkäufe, Nachforschungen...und die Möglichkeit, ein Schiff zu finden, das bereit ist, die SC zu "The Gallows" zu bringen, eine Insel 400 Meilen vor der Küste. Wenn sie es geschickt angehen, kann von den SC hier schon so manches Rätsel gelöst werden...oder eben mehr Fragen aufwerfen.

Next step...Seereise. Okay, keine Glanznummer. Angriffe, Zufallsbegegnungen und, wie soll es anders sein, Meuterei. Ich finde, nicht schlecht gemacht, wer aber keine Lust auf sowas hat, kann die einwöchige Reise auch abkürzen, macht keinen größeren Unterschied, man wird irgendwann bei "The Gallows" ankommen.

"The Gallows" ist dann erstmal eine kleine Mini-Sandbox (Verdopplung absichtlich). Ein paar Encounter, einige lohnenswerte Stätten, ein paar mehr Informationen. Die Story nimmt hier auch schon eine kleinere Wendung, die größere bahnt sich an. Aber dann kommt es, wie es kommen muss: Dungeon Crawl!

Es geht (erst) in die Piratenhöhlen. Abgesehen davon, dass sich hier vieles auflöst, ist auch der Dungeon ansonsten gut gelungen. Wie immer sollte ein SL ihn nicht komplett statisch spielen, sondern es leben schließlich Wesen dort...und nicht ohne Grund. Storytechnisch offenbart sich hier der "Entführer"...und die Probleme, wie man von der Insel wohl wieder runterkommen könnte. Hauptproblem? Ich verweise mal stumm auf das Cover...

Was mir richtig gut gefällt, ist, dass das Abenteuer Vorschläge macht, wie man es "sauber" abschließen kann, wenn die SC zurückgekehrt sind (oder besser: "falls"). Und zwar ausgearbeitete Vorschläge, vom Drachen bis zur Söldnerbande, die sie umbringen wollen. Auch wie die eigentliche Story enden könnte (je nach Handlungen der SC), wird vorgeschlagen bzw. erläutert.

Mein Fazit:
"A Family Affair" packt einfach mal alles rein: Investigativ, Reise, Social Skills und Dungeon. Normalerweise würde ich sagen: Das kann nicht gut gehen. Doch, kann es. Hier ist das Beispiel. Ja, ab und an muss mal ein wenig SL-WD 40 drangepackt werden, damit es nicht knirscht, aber insgesamt ist das eine runde Sache. Bei dem Preis kann man durchaus mal zuschlagen.  :d
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 15.09.2018 | 12:48
Cool, sowas kann ich brauchen! Danke für den Tipp!
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 15.09.2018 | 12:50
Cool, sowas kann ich brauchen! Danke für den Tipp!
Gerne. Erzähl dann mal, wie Du es findest. :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 16.09.2018 | 12:01
Mal eine doofe Frage:
Hat hier irgendjemand Interesse an einer kurzen Rezension eines Shadowrun 2E Abenteuers oder ist das vollkommen uninteressant?  wtf?
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 16.09.2018 | 12:03
Gerne. Erzähl dann mal, wie Du es findest. :)

Ich hab mir mal den Grundplot bei Drivethru durchgelesen. Werde es mir wohl holen, aber eher zum Ausschlachten. Rezi folgt dann natürlich wie immer.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 16.09.2018 | 12:06
Ich hab mir mal den Grundplot bei Drivethru durchgelesen. Werde es mir wohl holen, aber eher zum Ausschlachten. Rezi folgt dann natürlich wie immer.
Bin gespannt. :)

Mir ist übrigens in den Sinn gekommen, dass man das Abenteuer auch schön aufsplitten und den ersten Teil/ersten Plot nur spielen lassen kann. Modifiziert wäre es wohl auch ein schönes Level 1/2 Abenteuer.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 16.09.2018 | 12:08
Bin gespannt. :)

Mir ist übrigens in den Sinn gekommen, dass man das Abenteuer auch schön aufsplitten und den ersten Teil/ersten Plot nur spielen lassen kann. Modifiziert wäre es wohl auch ein schönes Level 1/2 Abenteuer.

Mir geht es eher um Teil 2, weil wir gerade eine Piratenkampagne planen und man da sicher was klauen kann. Aber wer weiß - einige der Ideen aus Teil 1 sind auch sehr schön, vielleicht verwende ich die irgendwo anders weiter?
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 16.09.2018 | 12:13
Mir geht es eher um Teil 2, weil wir gerade eine Piratenkampagne planen und man da sicher was klauen kann. Aber wer weiß - einige der Ideen aus Teil 1 sind auch sehr schön, vielleicht verwende ich die irgendwo anders weiter?
Da habe ich doch noch was für Dich:
En Route 2: By Land or By Sea (https://www.drivethrurpg.com/product/145753/En-Route-II-By-Land-or-By-Sea?term=en+route&manufacturers_id=408&test_epoch=0)
Dead Man´s Chest (https://www.drivethrurpg.com/product/2392/Dead-Mans-Chest?it=1)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 16.09.2018 | 12:40
Da habe ich doch noch was für Dich:
En Route 2: By Land or By Sea (https://www.drivethrurpg.com/product/145753/En-Route-II-By-Land-or-By-Sea?term=en+route&manufacturers_id=408&test_epoch=0)
Dead Man´s Chest (https://www.drivethrurpg.com/product/2392/Dead-Mans-Chest?it=1)

Danke, ist notiert!

Wobei ich Dead Man's Chest schon mal in der Hand hatte und dabei das Gefühl hatte, dass das schon sehr D&D-spezifisch ist (sprich: Schwerpunkt auf Regeln). Bringt mir als Nicht-D&D-Spieler was?
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 16.09.2018 | 12:55
Danke, ist notiert!

Wobei ich Dead Man's Chest schon mal in der Hand hatte und dabei das Gefühl hatte, dass das schon sehr D&D-spezifisch ist (sprich: Schwerpunkt auf Regeln). Bringt mir als Nicht-D&D-Spieler was?
Sind auch 3 Abenteuer drin. Habe es aber noch nicht sehr intensiv gelesen.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: rillenmanni am 16.09.2018 | 13:45
Was ist denn "SL-WD 40"? - Könnte ein Autokennzeichen sein.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 16.09.2018 | 13:50
Was ist denn "SL-WD 40"? - Könnte ein Autokennzeichen sein.
Kriechöl für Spielleiter. Wenn es mal knirscht oder hakt. ;)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 16.09.2018 | 14:04
Was ist denn "SL-WD 40"? - Könnte ein Autokennzeichen sein.

Guckst du hier: klick (https://www.hagebau.de/p/wd40-vielzweckspray-wd-40-100ml-anHG_PROD_5032227490017/).
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: rillenmanni am 16.09.2018 | 14:45
Oh!
Der Sprühnebel der Erkenntnis benetzt mich.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Antariuk am 16.09.2018 | 15:51
Ist insofern vielseitig benutzbar als dass man die Dose nach Gebrauch auch wunderbar auf unkooperative Spieler schmeißen kann ;)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: grannus am 16.09.2018 | 16:56
Shadowrun 2nd ist immer interessant 😀
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 16.09.2018 | 17:13
Shadowrun 2nd ist immer interessant 😀
Gut, dann werde ich das mal bei Gelegenheit einschieben. :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: schneeland am 16.09.2018 | 17:24
Gut, dann werde ich das mal bei Gelegenheit einschieben. :)

Das würde ich ebenfalls begrüßen. Allein schon deshalb, weil ich gerade meine eigene SR-Sammlung befülle :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 17.09.2018 | 15:19
Celtic Double-Cross

(https://vignette.wikia.nocookie.net/shadowrun/images/f/ff/Source_cover_en_Celtic_Double-Cross.jpg/revision/latest?cb=20130112132851&path-prefix=en)

Klappentext:
Renowned as a land of wonders, Tír na nÓg brims with ancient elven art and sophisticated elven nobles, powerful magic and cutting-edge technologies. But beneath this cultured facade lies a dark mix of long-simmering feuds and Machiavellian plots. Now add a dash of good old UCAS politics, and you have a Byzantine brew of betrayal and bloodshed, a Mickey Finn with a lethal kick.

Celtic Double-Cross is a Shadowrun adventure for advanced players and gamemasters.


Mein Eindruck:
80 Seiten, Cover bunt, Innenleben s/w. Gerade für $4.00 auf DriveThruRPG zu haben, also sehr günstig. Allerdings: Ohne das Tír na nÓg-Quellenbuch ist das Abenteuer quasi unspielbar, also evtl. nochmal $8.00 drauf.

Worum geht es?
Es ist Bürgermeisterwahl in New York und ein aussichtsreicher Kandidat sucht auswärtiges Personal, dass ihn auf einer fünftägigen Reise begleitet. Nichts Wildes, bis zu 15.000 Nuyen für 5 Tage Arbeit, einfach nur ein wenig unter die Menge mischen und die Augen aufhalten. Klingt doch fantastisch, oder?

Fast. Gibt ein paar kleinere Probleme:
a) Es geht nach Tír na nÓg (ehemals Irland). Ork, Troll, Zwerg? Eher uncool.
b) Es geht um Politik. Pink Mohawk? Eher nicht.
c) Fette Cyberware und harte Zauber? Ja, genau...Nein.

Allerdings klingt der Auftrag auch wirklich nicht hart. Der Kandidat ist ja eigentlich nur da, um ein paar Hände zu schütteln und Wahlkampf zu betreiben. Die Anwesenheit der Runner ist durchgeplant und beschränkt sich wirklich nur auf "Augen offen halten", keine größere Security-Aufgaben. Mit viel Freizeit für Sightseeing  und ähnlichem.

Tja, wäre da nicht das klitzekleine Problem, dass unser Politiker eine Leiche im Keller hat. Mafia-Verbindungen machen sich nie gut in der Politik, also fordert diese ein paar Gefallen ein für ihre irischen Freunde ein. Natürlich müssen die Runner dann dabei sein und, wenn man sich den Titel anguckt, ahnt man ja, was kommen wird: Verrat. Oder anders: Die Runner gewinnen den Mega-Jackpot im Anti-Lotto, denn sie gelten jetzt als Terroristen. Erfahrene Shadowrun-Spieler wissen, was das in Tír na nÓg bedeutet: Entweder sie kommen irgendwie raus oder sie sind tot. Sie sind ab da auf sich alleine gestellt und können die "Sandbox"-Irland voll ausnutzen, um ihre Hintern zu retten. Gegen Gegner, die ihnen in allen Belangen überlegen sind. Good luck.

Carl Sargent und Marc Gascoigne sind die Autoren dieses Abenteuers. Wer ihre Shadowrun-Romane kennt, weiss, dass sie offensichtlich verschachtelte Plots mit Handlungen auf meheren Ebenen mögen. Und Verschwörungen; sie hätten auch Drehbücher für "Akte X" oder "Millenium" schreiben können. Ist hier nicht anders. Was wirklich hinter dem ganzen steht, werden die Runner, wenn überhaupt, nur in Bruchstücken erfahren. Trotzdem interessante Geschichte.

Mein Fazit:
Ich bin ehrlich: Ich bin an diesem Abenteuer gescheitert. War die absolute Katastrophe damals. Aber: Ich hätte einfach mal den Klappentext lesen sollen (habe es oben fett markiert). Ich weiss nun nicht, ob es an mir, der Gruppe, allen zusammen oder in Teilen auch am Abenteuer lag. Wahrscheinlich ein wenig von allem, wobei ich das Abenteuer, wenn man denn eine Gruppe hat, die bereit ist, sich auf ein wenig lineares Spiel und auf Shadowrun ohne viel Schiesserei, sondern auf Überlebensideen und soziales Spiel, einzulassen, richtig gut finde. Es ist ab einem gewissen Punkt vollkommen offen, nur geprägt durch die Handlungen der Charaktere vor diesem Punkt. Es ist hart, unerbittlich und es kann zum Ableben der Runnergruppe führen. Es wird einem nichts geschenkt, auch nicht dem SL, der sich wirklich gründlich vorbereiten sollte.

Aber wenn all diese Sachen passen, kann es bestimmt ein denkwürdiges Abenteuer werden. Und die SC werden nie wieder auch nur einen Fuß nach Tír na nÓg setzen. Definitiv, trotz dieser Widrigkeiten: :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Thallion am 18.09.2018 | 09:54
Rhylthars Rezensionen jetzt auch bei www.rollenspiel-bewertungen.de

https://rollenspiel-bewertungen.de/rhylthar-rezension-the-two-headed-serpent-pulp-cthulhu/
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 6.10.2018 | 17:11
Waterdeep: Dragon Heist

(https://www.sphaerenmeisters-spiele.de/WebRoot/Store/Shops/15455106/5B6D/AA24/081F/0A10/57E0/0A0C/6D05/6663/waterdeep11_ml.jpg)

Klappentext:
Welcome to Waterdeep

Famed explorer Volothamp Geddarm needs you to complete a simple quest. Thus begins a mad romp through the wards of Waterdeep as you uncover a villainous plot involving some of the city´s most influential figures.

A grand urban caper awaits you. Pit your skill and bravado against villains the likes of which you´ve never faced before, and let the dragon hunt begin!"


Mein Eindruck (mit sehr vielen Spoilern!):
Die Basics: "Waterdeep: Dragon Heist" ist ein 224 Seiten umfassendes Abenteuer für die Charakterstufen 1 - 5. Der Druck ist vollfarbig, das Artwork, wenn auch nicht immer sicherlich jedermanns Geschmack, ist sehr gut. Der Preis von $49.95 wäre sicherlich ohne Wenn und Aber gerechtfertigt, da auch noch eine große Faltkarte von Waterdeep beiliegt, gäbe es nicht ein paar Schönheitsfehler. Bei meinem Exemplar scheint es zu Fehldrucken gekommen zu sein, was den Text nicht beeinflusst, aber schon auffällig ist. Hinzu kommt, dass (nicht zum ersten Mal bei 5E-Büchern) sich die Seiten wellen, als wären sie feucht geworden, was ich aber definitiv ausschließen kann. Bei dem Preis sollte sowas eigentlich nicht passieren...

Man braucht für "Waterdeep: Dragon Heist" zwingend den Dungeon Master´s Guide, da auf Zusatzregeln aus diesem Buch zurückgegriffen wird.

Worum geht es in dem Abenteuer?

Nun, das wird den SC zu Beginn auch nicht klar sein. Alles beginnt in der Taverne "The Yawning Portal", in der sie angesprochen werden, Volo zu helfen, einen vermissten Freund zu finden. Dies ist quasi der Einstieg in das Abenteurerleben in Waterdeep, denn nachdem die SC dies geschafft haben, werden sie großzügig belohnt: Sie erhalten eine (runtergekommene) Taverne. Ab hier beginnt dann erstmal ein "Spiel im Spiel", denn jetzt muss geguckt werden, was die SC so machen. Und da gibt es zahlreiche Möglichkeiten: Die Taverne renovieren (und evtl. wieder eröffnen), einer der zahlreichen Fraktionen beitreten und Aufträge für sie erledigen, Kontakte mit den Nachbarn schließen, sich mit den verschiedenen Gilden in Waterdeep herumschlagen, und, und, und. "Freies Spielen", da nicht relevant für den Hauptplot, aber sicherlich durchaus interessant. Probleme sehe ich dahingehend, wenn sich die SC unterschiedlichen Fraktionen anschließen, was durchaus wahrscheinlich ist. Denn diese vergeben Aufträge (auch später im Abenteuer) und Solo-Abenteuer bzw. konkurrierende Aufträge sind nicht jedermanns Sache. Von einer gewissen Buchhalterei mal ganz abgesehen.

In Kapitel 3 startet dann das eigentliche Abenteuer "Dragon Heist". Ich versuche mich mal in einem kurzen Abriss der (möglichen Geschehnisse):
Nachdem ein Mord in "ihrer" Strasse geschehen ist, machen sich die SC auf die Suche nach den Mördern und stoßen bald darauf, dass ein ominöser "Stone of Golorr" etwas damit zu tun hat. Ist wohl richtig, denn dieser "Stein" ist ein verzauberter Aboleth, der den Aufenthaltsort eines Schatzes von sagenhaften 500.000 "Dragons" (Goldmünzen) kennt und den Besitzer dorthin führen kann. Klar, den Stein wollen so einige besitzen, unter anderem auch 4 mächtige Fraktionen in Waterdeep, von denen eine der Gegenspieler der SC werden wird. Schaffen es die SC, sich den Stone of Golorr anzueignen und auch noch die Schlüssel zum Versteck zu besorgen, erwartet sie eine mächtige Überraschung und viel Reichtum...vielleicht.

Aber zurück zum Anfang von Kapitel 3. Alles fängt mit der Detektivarbeit an und Waterdeep ist nun wahrlich keine kleine Stadt. Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass Spieler, die Murder Hobos spielen wollen, wahrscheinlich jetzt schon ihren SC an die Stadtwache verloren haben? Erstes Handout für Spieler: Die Gesetze von Waterdeep! Zurück zur Story. Mit durchaus Unterstützung werden die SC wohl einige Anhaltspunkte finden, was da genau geschehen ist. Hier will ich nicht zu viel spoilern, aber der Abschnitt ist in meinen Augen durchaus cool gemacht und eine echte Herausforderung für die Spieler bzw. ihr Hirnschmalz, denn, wie gesagt: Mit Gewalt wird es nichts werden!

In Kapitel 4 beginnt dann die Schnitzeljagd...für Spieler und den Spielleiter. Ich erkläre mal kurz, was sich WotC hier so gedacht hat:
Es gibt 4 Antagonisten, je nachdem, in welcher Jahreszeit man spielt: Xanathar, House Cassalanter, Jarlaxle Baenre und Manshoon/Zhentarim. Jedes Abenteuer wird mittels einer "Encounter Chain" dargestellt, also Ereignisse, die hintereinander ablaufen (sollen). Es gibt insgesamt 10 Encounter, jede Encounter Chain besteht aus 8 Encountern in unterschiedlichsten Reihenfolgen. Verwirrend?
Okay, Beispiel Xanathar: Enounterreihenfolge ist 2-4-10-9-3-7-1-6. Die Encounter sind an die jeweiligen Antagonisten angepasst.

So, dann mal etwas zu diesem Aufbau: Abgesehen davon, dass dies ja förmlich nach "linear" riecht (was es auch ist), habe ich mir noch nie so sehr ein pdf eines Werkes gewünscht. Natürlich gibt es einen kurzen Abriss über die komplette Encounter Chain eines Gegners, aber die Encounter sind nacheinander beschrieben worden! Richtig gelesen, von Encounter 1 bis 10 hintereinander! Wenn man sich also die oben beschriebene Chain anschaut, heisst es blättern, blättern, blättern für den SL und die SC jagen dem Stein hinterher. Ach ja, der "will" btw. nicht zu früh in die Hände der SC fallen, sie müssen sich erst beweisen. Sonst ist er eher unkooperativ....

Das "kann" alles sehr cool sein, schließlich geht es um Verfolgungsjagden, durchaus spannende Kämpfe, Interaktion mit tollen NSC (okay, als SL würde ich bei den vielen NSC wahnsinnig werden...), aber es kann auch mächtig in die Hose gehen, auch wenn das Buch sagt, man könne natürlich auch Encounter weglassen, anders spielen, die Reihenfolge wechseln, etc. Es bleibt eine Schnitzeljagd. Ach ja, die Gegenspieler. Alle 4 sind toll dargestellt; rein aus persönlicher Präferenz finde ich ein Szenario nicht so prickelnd, da das moralische Dilemma, in das die SC geraten, mir nicht zusagt (näheres auf Anfrage)...allerdings sind die Antagonisten den SC hoffnungslos überlegen, aber irgendwie wird bis auf Xanathar keiner die SC töten. Nö, es wird im Zweifel nur mit ihnen gespielt, denn ist ja klar: Level 4 - 5 SC gegen CR 13 - 15 Gegner samt Freunden wird nicht hinhauen. Trotzdem für mich irgendwie seltsam, aber Geschmackssache. Wenn alles glatt läuft, sind die Berührungspunkte mit den "großen" Gegnern eher spärlich, aber es kann ja nun auch sein, dass die Antagonisten in Besitz des Steines kommen...

...dann kann man sie ja in ihrem Hauptquartier aufsuchen und den Stein zurückholen. Are you kidding me? Kapitel 5 - 8 sind genial gestaltet und beschreibt die verschiedenen Orte, in denen sich die Antagonisten zurückgezogen haben. 60 Seiten pure Inspiration...und total nutzlos für dieses Abenteuer. Wenn die SC da rein müssen, ist eh schon alles verloren. Wenn ein SL sein Hirn nicht am Eingang abgegeben hat, werden SC hier 0 Chance haben. Gar keine! Auf keinen Fall! Also ist das Kapitel..wertlos? Naja, vielleicht als Steinbruch, ich war nach dem Lesen echt ratlos, weil nochmal: Es ist richtig richtig gut, aber eben nicht für eine Stufe 1 - 5 Gruppe!

Danach kommt eine Beschreibung von Waterdeep. Ich habe versucht, neutral zu sein, denn natürlich besitze ich die viel ausführlicheren Werke alter Editionen. Aber als Abriss ist es gut und ich hätte es gut gefunden, wenn sowas zu Zeiten von "Hoard of the Dragon Queen" und "Rise of Tiamat" schon vorhanden gewesen wäre. Schön ist, dass man dieses Kapitel gerade in der DM´s Guild kaufen kann und damit auch etwas Gutes tut. Für $4.99 kann man das meiner Meinung nach durchaus tun. Neben den verschiedenen Vierteln gibt es einen Überblick zur Geschichte von Waterdeep, die wichtigsten Tempel und Feiertage.

Das Buch endet mit zwei Anhängen, nämlich einmal den neuen magischen Gegenständen und zum anderen ausführliche, interessante Beschreibungen zu den vielen NSC, die man im Abenteuer antreffen kann. Vortrefflich gelöst, hat mir gut gefallen.

Eine Sache, die mir noch insgesamt aufgefallen ist:
"Waterdeep: Dragon Heist" ist cool geschrieben. Das macht für mich vieles an Kritik wieder wett. Seien es die wirklich exzellent und liebevoll ausgearbeiteten NSC, die mehrmals angeführte Diversität, die Schauplätze, ein gewisser Weirdness-Faktor, das Wimmelbild oder die zahlreichen Easter Eggs...das Lesen hat Spaß gemacht.

Ich packe mal ein paar Easter Eggs in Spoiler-Tags (ich bin sicher, es gibt noch mehr):
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Mein Fazit:
"Waterdeep: Dragon Heist" startet ganz stark und ist für mich von der Schreibweise das beste Werk bisher. Doch wer erwartet, hier ein Abenteuer zu bekommen, dass man ohne Probleme "by-the-book" leiten kann, der wird schwer enttäuscht werden. Neben den mir beschriebenen Dingen bei den Encounter Chains (nochmal: Warum kein pdf hier? Oder jede Encounter Chain komplett abgedruckt!) ist auch das Geflecht aus NSC, Factions, etc. so dicht, dass man als SL da richtig Arbeit reinstecken muss im Vorfeld. Ich möchte gar nicht ausschließen, dass das alles so klappen kann, wie sich WotC das vorstellt, aber ich habe meine Zweifel. Trotzdem ist das Buch für mich immer noch gut; allerdings mehr wegen des Drumherums. Es gibt noch den entsprechenden Smilie, es wird nicht für jeden was sein:  :)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: schneeland am 6.10.2018 | 17:49
...da das moralische Dilemma, in das die SC geraten, mir nicht zusagt (näheres auf Anfrage)...

Jetzt bin ich natürlich neugierig :) - Erläuterungen gerne per PN oder im Spoiler. Ansonsten danke für die Besprechung! Ich hab' zwar beschlossen, bei neuen D&D5-Abenteuern erstmal zu passen und stattdessen in den vergangenen Wochen erstmal meine D&D3-VR-Sammlung wieder aufgestockt (wobei gerade dieser Tiefwasser-Band echt selten zu sein scheint), aber vielleicht gebe ich dem ganzen noch eine Chance, wenn es dann auf deutsch rauskommt.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 6.10.2018 | 19:00
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Edit:
Rezension ergänzt, habe die Karte vergessen!
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 6.10.2018 | 19:24
Jetzt bin ich noch neugieriger... leider muss ich noch bis November warten mit dem Lesen...
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: schneeland am 6.10.2018 | 19:36
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Danke! Ich weiß auch nicht, ob ich das spielen würde - wäre mir für meine Standardrunde vermutlich zu düster (und mir persönlich auch zu sehr Trolley-Problem).
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 6.10.2018 | 20:08
Bin halt weich geworden mit den Jahren, aber da bevorzuge ich die anderen 3 Szenarien.[/spoiler]

Tröste dich: Solche Pest-oder-Cholera-Dilemmas hat sich meine Gruppe neulich in einer Vorbesprechung auch ganz ausdrücklich verbeten. Du bist also nicht der einzige...
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 6.10.2018 | 20:19
Ist halt ein wenig schade, weil es ansonsten mit das beste Szenario ist und "anders" als die anderen (sich mit dem Adel von Waterdeep anlegen ist schon was Spezielles).
So würde ich dann auf Bregan D´aerthe und Jarlaxle zurückgreifen. ;)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Mithras am 6.10.2018 | 20:29
Aus gegebenem Anlass wünsche ich mir eine Rezension von Lex Occultum


Gesendet von meinem SM-G800F mit Tapatalk

Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 6.10.2018 | 20:33
Aus gegebenem Anlass wünsche ich mir eine Rezension von Lex Occultum



Gesendet von meinem SM-G800F mit Tapatalk
Da warte ich erst auf das Buch. ;)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Antariuk am 6.10.2018 | 20:57
Ich bin noch dabei, Dragon Heist zu lesen, aber das mit den Encounterketten nervt wirklich. Die sollte es PDF Beigabe geben, aber da springt hoffentlich die Homebrew-Szene kurzfristig ein. Ich habe auch - wieder mal - das Gefühl, dass einem wenig dabei geholfen wird, eine große Stadt am Spieltisch zum Leben zu erwecken. Aber das Leiden kennt man ja :P

Die Mächtigkeit der Gegner überrascht mich ehrlich gesagt gar nicht, damit habe ich eigentlich gerechnet. Worauf ich jetzt aber gehofft hätte sind clevere Ideen, wie man den Konflikt einer viel schwächeren SC-Gruppe gegen solche mächtigen Gegner geschickt umsetzt. Weil das sollte durchaus gehen, mit Risiken und Konsequenzen...

Danke auch für den Hinweis mit dem welligen Papier, ich dachte schon meine Kopie wäre abgesoffen. Mein PHB, MM und Princes of the Apocalypse, die einzigen anderen 5E Bände die ich besitze, sehen nämlich vergleichsweise tadellos aus. Bisschen ärgerlich.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 7.10.2018 | 10:06
Zitat
Ich habe auch - wieder mal - das Gefühl, dass einem wenig dabei geholfen wird, eine große Stadt am Spieltisch zum Leben zu erwecken.
Das kann ich nun nicht so sagen. Vielleicht fehlen ein paar explizit ausgesprochene Dinge in dem Volo-Abschnitt, aber zwischen den Zeilen wird für mich zumindest schon deutlich, dass die Macher sagen wollen:
"Hey, dies ist Waterdeep. Hier ist nichts unmöglich!"

Die Gilden, die Tagesabläufe, die Währung...es gibt nun keine konkreten SL-Tipps, was man noch besser machen könnte, das stimmt wohl.

Zitat
Die Mächtigkeit der Gegner überrascht mich ehrlich gesagt gar nicht, damit habe ich eigentlich gerechnet. Worauf ich jetzt aber gehofft hätte sind clevere Ideen, wie man den Konflikt einer viel schwächeren SC-Gruppe gegen solche mächtigen Gegner geschickt umsetzt. Weil das sollte durchaus gehen, mit Risiken und Konsequenzen...
Das war mich auch klar. Wenn es anders gewesen wäre, hätte ich das Ding zerfetzt. ;)

Aber richtig, irgendeine plausible Möglichkeit, eben auch in die "Lairs" der Gegner zu gelangen und dort auch eine Chance zu haben, etwas zu bewirken, wäre schon schön gewesen. Und Nein, Xanathars Goldfisch klauen kann nicht das Allheilmittel sein. So wirken die 60+ Seiten irgendwie verloren.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Mithras am 7.10.2018 | 20:55
Zitat
Da warte ich erst auf das Buch. ;)

Buuuh! Schiebung!

Na gut, ich warte. Was soll ich machen? Ich würde mir tatsächlich das PDF kaufen, aber ich finde nicht wo?!
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 8.10.2018 | 05:40
Wirst Du auch noch nirgends finden, da es noch nicht offiziell raus ist.  ;)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 14.10.2018 | 17:53
Ergänzend zu Waterdeep: Dragon Heist:

Ich habe mir 3 pdfs zugelegt, die als Ergänzung zum Abenteuer zu empfehlen sind. Näheres auf Wunsch.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 3.11.2018 | 11:07
Dungeonology

(http://dnd.wizards.com/sites/default/files/media/styles/product_tabletop_left/public/images/product/Dungeonology_Th.png?itok=FvLxDKuk)

Klappentext:
Welcome, my intrepid friends, to a guide not only to the Forgotten Realms of myth and legend but on how to best explore their most intriguing features: the monster-plagued, treasure-laden dungeons that plunge deep beneath the earth and riddle the highest mountains.

With my capable help, you will become both wise in the ways of such places and wary of their dangers. If you value your life, do not enter a dungeon without this book!

— Volothamp Geddarm, your industrious guide and servant


Mein Eindruck:
Manch einer wird sagen/sich fragen: "Kenne ich gar nicht..." oder "Was ist denn das?" .

Bei diesem Buch handelt sich um ein, nennen wir es mal interaktives, Buch aus der "Ologies"-Serie. Wem das nichts sagt, hier ein kleiner Link: *KLICK* (https://en.wikipedia.org/wiki/Ology_(book_series)). Vielleicht wird jetzt jemand abwinken, weil es eher für jüngere Leser ist...aber vielleicht lohnt es sich doch, den Rest über dieses Buch zu erfahren.

Mal erstmal die Fakten:
28 sehr stabile Seiten Vollfarbe mit vielen interaktiven Gimmicks. Der Preis liegt bei amazon bei sehr fairen 16,99 €; ich habe heute mein zweites Buch bestellt (Grund später).

Worum geht es denn nun?
"Dungeonology" ist eine sehr übersichtliche Einführung in D&D im Allgemeinen und die Forgotten Realms im Speziellen. Auf den 28 Seiten wird mit zahlreichen Bildern das Konzept des Rollenspiels D&D regelfrei nähergebracht und einige spezielle Feinheiten der Forgotten Realms dargestellt. Da wird dann dargelegt, wie eine Gruppe von Abenteurern aussehen kann (inkl. der verschiedenen Völker) oder welches Equipment benötigt wird oder was es alles so an Magie gibt. Dann gibt es eine kurze Einleitung, wie die Forgotten Realms aussehen (speziell die Schwertküste), es wird auf Schurken und Fallen und die Schätze, die man finden kann. Auch Klerikern ist eine Seite gewidmet (warum ausgerechnet denen, weiss ich allerdings nicht) und auch die bekannten Fraktionen werden vorgestellt.

Monster dürfen natürlich genausowenig fehlen wie "große" Bösewichter (Szass Tam, Orcus, Tiamat...). Aber natürlich auch die Helden der Forgotten Realms müssen natürlich mit rein (manche kannte ich gar nicht, aber endlich weiss ich, wie man Guenhwyvar richtig ausspricht!).

Und was ist nun das Interaktive? Hier sagen Bilder wohl mehr als Worte und ich verweise auf dieses Review: Gnome Stew Review (https://gnomestew.com/general/dungeonology-review-and-giveaway/).

Mein Fazit:
Eigentlich richtet sich diese Reihe ja gerade an jüngere Leser. Aber, wie es der Zufall will, kann es auch einen ganz anderen Zweck erfüllen:
Mein Sohn ist fasziniert von dem Buch. Den Bildern, den Gimmicks...es ist halt auch schön haptisch. Also hat er es mir schon "abgezogen" (und ich habe mir mein eigenes bestellt). Nun ist es aber auch so, dass meine Frau abends ihm auch vorliest und sie hat ungefähr so viel Ahnung von Fantasy, D&D, Forgotten Realms wie ein Schwein vom Pfeifen. Aber, nach kurzen Erläuterungen meinerseits, kann sie jetzt auch zusammen mit ihm die Grundlagen erkunden und, auch wenn sie heftig dagegen protestieren würde, hat sie einen gewissen Zugang dazu gefunden.

Und deshalb glaube ich auch, dass dieses Buch durchaus geeignet ist für D&D-/Forgotten Realms-Einsteiger/Neulinge. Keine endlosen Seiten in einem Camapaign Setting. Einfach mal ein wenig stöbern lassen, um Interesse zu wecken. Ich finde es großartig, definitiv:  :d...und mein Sohn auch.  8)
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 26.11.2018 | 20:54
Waterdeep - Dungeon of the Mad Mage

(https://www.sphaerenmeisters-spiele.de/WebRoot/Store/Shops/15455106/5B70/0861/4FA0/9A09/4966/0A0C/6D06/387E/waterdeep22_ml.jpg)

Klappentext:
   
The Greatest Dungeon of Them All

Explore the mega-dungeon of Undermountain in this adventure for the world’s greatest roleplaying game.

In the city of Waterdeep rests a tavern called the Yawning Portal, named after the gaping pit in its common room. At the bottom of this crumbling shaft is a labyrinthine dungeon shunned by all but the most daring adventurers. Known as Undermountain, this dungeon is the domain of the mad wizard Halaster Blackcloak. Long has the Mad Mage dwelt in these forlorn depths, seeding his lair with monsters, traps, and mysteries—to what end is a constant source of speculation and concern.t


Mein Eindruck:
Puuuh...dann wollen wir mal......so mein erster Eindruck dieses Schinkens. Direkt mal zu Beginn eine kleine Einschätzung von mir; mit einer Milchmädchenrechnung würde ich ca. 25 - 30 Sitzungen à 4 - 5 Stunden ansetzen, wenn man das Teil von vorne bis hinten komplett durchspielen will.

Mal wie immer erstmal die Fakten:
320 Seiten Vollfarbe mit sehr schönen stimmungsvollen Illustrationen. Nicht ganz günstig in der Anschaffung mit $49.95, allerdings bekommt man auch eine Menge geboten. Meine Kritik (oder sollte ich jetzt schon sagen: Mein Rant?) hebe ich mir für später auf.

Was haben wir hier nun?
Dungeon of the Mad Mage (ab jetzt DotMM) ist ein 23-leveliges Dungeonabenteuer und in meinen Augen eine Art "Quellenbuch" (auf diesen besonderen Aspekt gehe ich auch später ein). Es ist definitiv keine Kampagne. Für mich ist eine Kampagne etwas, das einen Plot, eine Geschichte, irgendetwas Übergeordnetes im Hintergrund laufen hat. Forget about it!

Dies muss einem Käufer von vorneherein klar sein: Abgesehen von ein paar lauen Quests evtl. zu Beginn muss die Motivation alleine von den SC und damit von den Spielern kommen. Es gibt zwar auch noch ein paar lose Enden ab und an im Dungeon, aber im Grunde bietet DotMM keinerlei weitere Geschichte, warum man sich bis zum Ende durchquälen sollte. Wer also irgendwelche tollen Hintergründe oder auch konkrete Anknüpfungspunkte, die nicht nur rudimentär sind, an Waterdeep - Dragon Heist wünscht...der sollte sich den Kauf überlegen.

Klingt aber irgendwie alles so negativ, aber die Warnung musste sein. Dann mal in die Vollen: DotMM ist großartig! Ein Dungeon mit 23 Ebenen, jede gut ausgearbeitet mit ihrem ganz eigenen Flair, Überraschungen für SL (beim Lesen) und Spieler (wenn die WTF?-Momente einsetzen), Fallen, Schätzen, Fraktionen...all dem, was nun mal in so einen von einem verrückten Magier erbauten Dungeon reingehört.

Bevor ich exemplarisch mal 3 Ebenen vorstelle (alle wären echt zu viel...da schreibe ich ja morgen noch), mal einige Dinge, die für den ganzen Dungeon gelten. In Undermountain ist es unmöglich, zu teleportieren oder mittels Ebenenwechsel den Dungeon zu verlassen. Natürlich können die SC jederzeit von der ersten Ebene oder über Skullport (quasi eine Unterstadt von Waterdeep, in der sich das übelste Gesindel tummelt, aber leider insgesamt nur sehr dürftig beschrieben ist) Undermountain verlassen. Dies ist auch notwendig, denn ab und an hat man dann ja doch einen der wenigen Aufträge erfüllt oder muss mal in Ruhe rasten bzw. Schätze verkaufen oder will einfach mal Pause vom Dungeoneering machen. Natürlich hat dies Konsequenzen, denn das Buch beschreibt für jede Ebene eine mögliche Entwicklung, wenn die SC diese wieder verlassen. Es besteht durchaus auch die Möglichkeit, dass sie neu bevölkert werden oder Bewohner aus tieferen Ebenen "hochkommen".

Damit das nicht zu einem öden Geschnetzel ausartet, gibt es auch Portale im Undermountain, die einen realtiv zügig von Ebene zu Ebene bringen. Diese haben nur zwei bis drei Probleme: Zum einen muss man sie erstmal finden und begreifen, wie sie aktiviert werden. Zum anderen wird jedesmal, wenn man sie durchquert, eine von Halasters Runen ausgelöst. Man kann Glück haben und sie bringen einem was Gutes für einige Zeit...oder man vergeigt den happigen Saving Throw und ist evtl. kurzfristig...indisponiert. Und zu guter letzt gibt es eine Levelbeschränkung. Ja, richtig gelesen. Ein mystisches Wesen lässt SC, die keine ausreichende Stufe für das Ziel-Level haben, nicht durch. Es gibt eine Ingame-Begründung und man kann es laut Buch auch aufweichen, wenn man will, aber erstmal ist dies der Standard. Das Wesen ist eh nett; jedesmal, wenn die Gruppe zu schnell eine Ebene betritt, der sie noch nicht gewachsen ist, wird eine magische Stimme sie warnen.

Klar sollte auch jedem sein, der dieses Modul spielen will, dass eine gewisse Logik nicht immer vorhanden ist. Ab und an schon, aber häufig muss es hier, ganz gewollt, heissen: Halaster did it!
A propos, der gute Mad Mage beobachtet auch einen die ganze Zeit und überall lächelt er einen an. Von Bildern, Fresken, Statuen...als an dem "Mad" haben sie echt nicht gespart.

Dann mal die 3 Level:

Maddgoth´s Castle (Level 7):
Auf dieser Ebene gibt es zwei Besonderheiten: Eine Familie von Steinriesen, die von Halaster hierhingelockt wurden und die alle 8 Stunden komplett ihr Gedächtnis verlieren. Und besagtes Maddgoth´s Castle, ein von einem "Freund" Halasters geschaffenes Schloss, dass man durchqueren muss, um in die nächste Ebene zu gelangen. Der Erbauer ist momentan nicht da (aber man will, kann man ihn später gerne auftauchen lassen...), wohl aber sein Homunculus und ein äußerst nerviger Faerie Dragon namens Otto, der eh schon immer die Riesen ärgert.

Während man an den Riesen, auch mittels Konversation, noch gut vorbeikommt (blöd ist, dass sie einen beim nächsten Treffen nicht mehr kennen...), muss man durch das Schloss. Problem: Man wird um das Zwölffache verkleinert. Noch größeres Problem: Der Homunculus und Otto nicht und sie halten sich für die rechtmäßigen Herrscher dieser Burg...

Dweomercore (Level 9):
Eine Schule für Magier, gegründet und geleitet von Halaster (naja, Halaster selber leitet nicht, nur ein verkleideter Arcanaloth). Wenn ein SC will, kann er gerne auch dort eine Weile studieren und wird sicherlich auf die anderen Bewohner bzw. Studenten treffen. Oder die Gruppe zieht gegen eine kleine Bezahlung mit magischen Gegenständen einfach weiter, ohne größere Nachteile. Falls sie sich aber entscheiden, ein wenig länger zu bleiben, dann werden sie unter Umständen in das Ränkespiel der verschiedenen Studenten mit hineingezogen. Und die sind nicht ohne: Ich habe selten die Worte "Mage" und "Archmage" so oft auf so wenigen Seiten gelesen. Oder sie werden neugierig....könnte spannend werden, denn was macht das kleine Halblingmädchen hier?

Crystal Labyrinth (Level 16):
Eigentlich gar nichts besonderes hier, hätten nicht Githyanki diese Ebene erobert, weil sie einen Trainingsplatz brauchten für ihren Nachwuchs (in der Astral Ebene altert man nicht und deswegen müssen sie hier hin) und was bietet sich da mehr an, als ein Dungeon, in dem "nebenan" auch noch die verhassten Illithide hausen. Githyanki sind nicht gerade für ihre Freundlichkeit bekannt und wenn die SC nur lange genug "herumschnüffeln", werden sie auch merken, warum: In dieser Ebene besteht ein Zugang nach Starport, einem Raumhafen auf einem Asteroiden in den Tears of Selûne (einem Asteroidengürtel). Die Spelljammer-Schiffe der Githyanki legen dort an, um ihren Nachwuchs zu bringen und auch mal ihren guten Freunden vorzustellen: Die roten Drachen, die sie ab und an reiten. Eine Mutter mit ihren Kindern (also Drachen) ist auch vor Ort und sicherlich "not amused", wenn man in ihrem Nest rumstöbert. Vielleicht kommt ja auch ein SC auf die ganz clevere Idee und klaut ein Drachenei...

Das soll wirklich nur exemplarisch für die 23 Ebenen sein. Ich hätte auch 3 vollkommen andere nehmen können, die mir ähnlich gut gefallen haben. In meinen Augen ist keine Ebene ein Ausfall und DotMM lässt eh immer die Option, die Ebene eigenständig zu erweitern. Auf den Karten sind immer Tunnel eingezeichnet, die ein SL für seinen "Expanded Dungeon" nutzen kann.

Hier löse ich dann auch mal das "Rätsel des Quellenbuches": DotMM eignet sich auch hervorragend dafür, wenn man für komplett andere Abenteuer mal einen Dungeon braucht. Jede Ebene ist so groß und sie sind alle so vielfältig, da kann man sich einfach eine rauspicken und flanscht sie an sein eigenes Abenteuer mit ein paar Abänderungen dran. Fertig. Ca. 22 (Endlevel evtl. nicht) Dungeons für jede Kampagne; wer auf Dungeons zwischendurch steht, wird gut bedient.

So, inhaltlich habe ich echt nicht viel zu meckern. Die ein oder andere Ungereimtheit ist mir natürlich aufgefallen (Der Schatz erscheint nur, wenn man das Wort "Xunderbrok" laut sagt; okay, woher sollen die SC dieses Wort kennen?), aber ansonsten hat es echt alles, was ich von einem Dungeon erwarte: Fallen, nette Rätsel, knackige Gegner, durchaus Möglichkeiten, auch soziales Rollenspiel zu betreiben und eine Umgebung, die sich auch durch das Handeln der SC verändert. Definitiv gut.

Aber (Achtung, jetzt bekommt besagter Rant!):
Dass auf einer Seite ein Fleck ist, weil die Tinte wohl geschmiert hat...najo. Dass zwei Seiten zusammenkleben, weil der Kleber noch haftet...okay. Dass ich schon die "Naht" der Bindung bei einer Seite sehen kann nach einmaligen Aufblättern...hm, wird aber halten. Insgesamt in der Summe schon unschön und aus früheren Zeiten nicht so gewohnt.

Aber richtig scheisse finde ich echt folgendes: Liebes WotC-Team, ihr schlagt mir allen Ernstes vor, ich soll dieses Buch auf den Kopierer legen, damit ich die "Secrets-Karten" und "Halaster Runes" kopiere und dann zurechtschneide? Klar, die Bindung wird ja nicht dann vollkommen im Allerwertesten sein! Aber hey, muss ich ja gar nicht. Habt ihr ja nur als Scherz da reingeschrieben, ihr kleinen Schlawiner. Ich kann ja das Map Pack für ca. 25,00 € dazukaufen, da kriege ich die gleichen Karten (an die ich in so einem mistigen Hardcoverabenteuer auch nicht vernünftig drankomme) und die Karten/Runen ja doch dazu! Alles in Butter!

Neee, ist es nicht. Ich bin zwar Ökonom und nehme deswegen das unsägliche "Cashgrab" nicht in den Mund, aber zumindest die Secrets-Karten und die Runes sollten definitiv als pdf so zu kriegen sein! Bei sowas werde ich echt pissig!

Mein Fazit:
Inhaltlich macht "Waterdeep - Dungeon of the Mad Mage" für mich alles richtig. Wenn man auf sowas steht oder zumindest temporär seine Spieler in sowas reinschicken kann/will, ist es eine sehr lohnenswerte Investition. Jedes Level hat bei mir einen Sense of Wonder ausgelöst, auch wenn ich jetzt nicht wirklich jeden Raum zu 100 % durchgelesen habe. Die Gegner, auch die verschiedenen Fraktionen, die sich gegenseitig bekämpfen, sind gut und mit Profil dargegestellt, es ist abwechslungsreich und immer unerwartet. Kurzum: Könnte ein Dungeon Crawl sein, der gefallen könnte. Mir auf jeden Fall.

Zu den technischen Unzulänglichkeiten habe ich alles gesagt. Muss reichen. Trotzdem gibt das Abzüge in der B-Note:  :) :d
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 26.11.2018 | 21:21
Wie so häufig: Danke, das hilft mir sehr bei meiner Kaufentscheidung! :d
(in diesem Fall wie schon vermutet: brauche ich wohl nicht)
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 26.11.2018 | 21:23
Wie so häufig: Danke, das hilft mir sehr bei meiner Kaufentscheidung! :d
(in diesem Fall wie schon vermutet: brauche ich wohl nicht)
Gerne, auch dafür! :)
Zumindest so lange, bis ich doch irgendwann Prozente bekomme... ~;D
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Coltrane am 26.11.2018 | 21:43
Auch von mir Danke. Mir hat schon der Spoiler in dem anderen Thread bei der Kaufentscheidung geholfen. Es soll angeblich am Donnerstag geliefert werden. Aber die Rezi hat mich nochmal in der Überzeugung gestärkt, dass die Spontanentscheidung richtig war. Bis auf den Satz mit 25 - 30 Sitzungen a 4- 5 Stunden, da wurde mir doch ein wenig Flau im Magen, vor allem weil mich hab verleiten lassen das laut zu äußern und natürlich neben mir direkt ein bissiger Kommentar abgesondert wurde: "Kannste ja wieder zurück schicken.Von den ganzen Scheiss den du hast, hast du höchstens 10% gespielt." Komplett realitätsfern, besonders der erste Satz.

Inhaltlich hört sich das alles sehr gut an. Vor allem mit der Option, einzelne Ebenen rauszulösen und getrennt zu bespielen, da das dem Ganzen etwas Realitätsnähe verleiht. Ein wenig zumindest.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 26.11.2018 | 21:49
Ich hoffe, ich habe mich da nicht missverständlich ausgedrückt:

Wenn man DotMM eh nie komplett bespielen wird, so kann man die Level durchaus als Steinbruch für andere Abenteuer nutzen. Oder als Inspiration.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Coltrane am 27.11.2018 | 06:50
Ne, das war schon ziemlich eindeutig formuliert.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 27.11.2018 | 06:57
Ne, das war schon ziemlich eindeutig formuliert.
Vermutlich. Mein träges Hirn hat dann erst heute verstanden, was Du mir mit Realitätsnähe sagen wolltest.  ;D
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Coltrane am 27.11.2018 | 07:36
Sorry, ich neige manchmal zu verschwurbelten Formulierungen und schlechtem Stil.  Aber nochmal ganz klar formuliert: Tolle Rezension. Es hat Spaß gemacht sie zu lesen. Darüberhinaus war sie sehr informativ.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 27.11.2018 | 07:46
Sorry, ich neige manchmal zu verschwurbelten Formulierungen und schlechtem Stil.  Aber nochmal ganz klar formuliert: Tolle Rezension. Es hat Spaß gemacht sie zu lesen. Darüberhinaus war sie sehr informativ.
Nein, ich war einfach müde gestern.  ^-^

Wenn sie weiterhilft, ist alles bestens. Gerade bei so einem Buch, bei dem man evtl. doch überlegen muss, ob man es sich zulegt.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Nebula am 6.01.2019 | 18:21
ihr habt mich ganz neugierig gemacht mit all dem D&D Forgotten Realms: Legacy of the Crystal Shard diskutieren ^^

habe von dem Abenteuer bisher nichts gelesen. Aber ich musste das jetzt einfach haben, wehe das ist nix  ~;D
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Rhylthar am 6.01.2019 | 18:49
ihr habt mich ganz neugierig gemacht mit all dem D&D Forgotten Realms: Legacy of the Crystal Shard diskutieren ^^

habe von dem Abenteuer bisher nichts gelesen. Aber ich musste das jetzt einfach haben, wehe das ist nix  ~;D
Wenn das nichts sein sollte, kann ich hier aufhören, zu rezensieren.
Titel: Re: Rhylthar schreibt...
Beitrag von: Weltengeist am 12.01.2019 | 16:00
ihr habt mich ganz neugierig gemacht mit all dem D&D Forgotten Realms: Legacy of the Crystal Shard diskutieren ^^

habe von dem Abenteuer bisher nichts gelesen. Aber ich musste das jetzt einfach haben, wehe das ist nix  ~;D

Sonst verkaufste es günstig an mich ;)