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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Rezensionen => Thema gestartet von: Blizzard am 20.05.2018 | 18:09

Titel: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 20.05.2018 | 18:09
Ich trage mich ja schon länger mit dem Gedanken, RPG-Bücher zu rezensieren. Jetzt will ich das endlich auch mal in die Tat umsetzen! :) Stein des Anstoßes waren nicht zuletzt LushWoods & HEXer, welche ja eine Rezension von Awaken haben wollen. Zudem hat mich der gute Rhyltar mit seinen Rezensionen ein bisschen dazu angespornt. Zu guter Letzt ist es aber auch für mich eine art intrinsische Motivation, endlich mal wieder mehr RPG-Bücher zu lesen. :P

Ich würde meine Rezensionen gerne einerseits nach einem klassischen (und hier verwendeten Schema) aufbauen. Sprich: Am Anfang kommt der Klappentext , zudem neutrale bzw. allgemeine Infos zum Buch. Dann würde ich aber gerne in meine Rezension ein paar Kriterien einbauen bzw. miteinfliessen lassen...die einerseits zu einer Rezension dazu gehören und andererseits aber auch bewertbar sind (rein subjektiv natürlich). Ein Kriterium habe ich schon: Die Grafik. Aber-und hier kommt ihr jetzt ins Spiel-was für weitere Kriterien erachtet ihr als sinn -und wertvoll für bzw. in einer Rezension?

Zudem hatte ich angedacht, das Ganze mittels Punktevergabe zu machen. Also so wie z.B. die Gamestar ihre Spiele bewertet-ich würde aber nicht mehr als 4-5 Kriterien einbauen, damit das Ganze noch einigermaßen übersichtlich und für mich handlebar bleibt.

Was will bzw. werde ich rezensieren?

Nun, im Gegensatz zu Rhyltar will ich in erster Linie Grundregelwerke rezensieren. Von kleineren, eher unbekannte(re)n Rollenspielen wohlgemerkt. Es wird sich aber sicherlich auch das ein oder andere Abenteuer sowie Quellenbuch hier einfinden.

Ach ja, eine Postingfrequenz wie sie Rhyltar derzeit an den Tag legt, werde ich sicher nicht schaffen. Aber ich will versuchen, trotzdem mit einer gewissen Konstanz hier was von mir hören zu lassen. :)

Ich habe beschlossen, für meine Bewertungen eine Skala von 0-10 für das gesamte Buch zu verwenden. Es wird auch nur diese eine Wertung geben, in die sämtlichen positiven & negativen Dinge eingeflossen sind. Letzten Endes ist und bleibt es natürlich subjektiv  :P

Bewertungsskala
0-3 Punkte: Finger Weg!
4-6 Punkte: In Ordnung mit leichter Tendenz nach unten (4) oder oben (6). Ist für Freunde &Fanboys des Systems und/oder Genres einen Blick wert.
7-9 Punkte: Ein-in der Summe-sehr gutes Produkt, was auch Neulingen guten Gewissens empfohlen werden kann. Wieder mit leichter Tendenz nach unten(7) oder oben(9).
10 Punkte:  Ein absolutes Ausnahmeprodukt! Hier stimmt wirklich alles! Quasi ein Pflichtkauf.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Der Läuterer am 20.05.2018 | 18:43
Na dann. Hau rein.
Und willkommen im literarischen Sextett.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Tante Petunia am 20.05.2018 | 19:47
Bin gespannt. Abo! :d
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 22.05.2018 | 07:54
Nachdem keiner bislang zu diesem Punkt
Aber-und hier kommt ihr jetzt ins Spiel-was für weitere Kriterien erachtet ihr als sinn -und wertvoll für bzw. in einer Rezension?
Stellung genommen hat, habe ich beschlossen, einfach selbst noch weitere Kriterien festzulegen.  :P

Andere Frage: Haltet ihr Schnellstarter auch für rezensierenswert?
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Antariuk am 22.05.2018 | 08:54
Andere Frage: Haltet ihr Schnellstarter auch für rezensierenswert?

Ja, auf jeden Fall - idealerweise aber im Vergleich mit dem vollen Spiel dann, damit bewertbar ist inwiefern der Schnellstarter es schafft die Essenz des Spiels zu präsentieren (oder eben auch nicht).
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: schneeland am 22.05.2018 | 09:11
Nachdem keiner bislang zu diesem PunktStellung genommen hat, habe ich beschlossen, einfach selbst noch weitere Kriterien festzulegen.  :P

Also mein persönliches Kriterium ist normalerweise auch Regelmenge, -komplexität und -verständlichkeit, was aber hauptsächlich daran liegt, dass ich mich zu alt für allzu viel Crunch fühle - bin mir nicht sicher, wie gut sich das objektivieren lässt.
Weniger wichtig, aber zumindest noch interessant: die Fluff-Qualität.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 22.05.2018 | 09:24
Also mein persönliches Kriterium ist normalerweise auch Regelmenge, -komplexität und -verständlichkeit, was aber hauptsächlich daran liegt, dass ich mich zu alt für allzu viel Crunch fühle - bin mir nicht sicher, wie gut sich das objektivieren lässt.
Ja, das dürfte in der Tat schwierig werden, denn die "Komplexitätsschwelle" liegt ja bei jedem bekanntlich anders. Aber zumindest die Regelverständlichkeit wäre etwas, was man bewerten kann.

Zitat
Weniger wichtig, aber zumindest noch interessant: die Fluff-Qualität.
Also die Qualität des Settings bzw. der Spielwelt und wie diese dargestellt wird?
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: schneeland am 22.05.2018 | 09:36
Also die Qualität des Settings bzw. der Spielwelt und wie diese dargestellt wird?

Genau. Ist natürlich im Grunde auch wieder eine subjektive Sache, aber wenn's eine vorgegebene Spielwelt gibt, finde ich das durchaus interessant.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 22.05.2018 | 09:41
Genau. Ist natürlich im Grunde auch wieder eine subjektive Sache, aber wenn's eine vorgegebene Spielwelt gibt, finde ich das durchaus interessant.
Gut-ich hatte eh vor, das nicht unberücksichtigt zu lassen und als eigenes Kriterium zu werten.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 23.05.2018 | 21:30
Sodele, hier dann mal der Versuch (m)einer ersten Rezension. :)

                                                                                            Earthdawn- Das Zeitalter der Legenden

                                                                                            (https://www.sphaerenmeisters-spiele.de/WebRoot/Store/Shops/15455106/5AC8/BD03/C5A3/15A5/FFDF/0A0C/6D05/097D/ed_zdl_cover_m.jpg)

Klappentext: Vor der Wissenschaft, vor der Geschichtsschreibung , in den Zeiten des früheren Weltalters gab es eine Ära der Magie. In dieser mystischen Zeit war Magie allgegenwärtig und berührte jeden Aspekt der Namensgebenden Rassen. Im ganzen Land schließen sich Helden zusammen, um die Dämonen zu bekämpfen und die Welt für jene zurückzuerobern, die in sie geboren werden. Bewaffnet mit magischen Zaubern, mystischen Kräften und legendären Waffen sind diese Helden bereit die Welt von den Dämonen zu befreien. Es war ein Zeitalter fantastischer Taten und mythischer Geschichten.

Es war das Zeitalter der Legenden.

Earthdawn: Das Zeitalter der Legenden ist ein Rollenspiel in einer Welt epischer Abenteuer, großer Magie und tödlichen Gefahren. Die erzählorientierte Spielmechanik ist intuitiv und einfach zu erlernen, und erlaubt es euch aufregende Geschichten über mächtige Adepten in dieser alten Ära der Helden zu erzählen. Dieses Buch enthält alle Regeln die zum Spielen benötigt werden, inklusive einer Einführung in die Welt von Earthdawn.


Warum habe ich das gekauft?
Ich habe vor einigen Jahren mal eine Zeit lang die 2nd Edition von Earthdawn geleitet. Das Setting gefiel uns gut, die Regeln aber weniger. Wir fanden sie zu sperrig und unituitiv. Mit der 3rd Edition bin ich nie in Berührung gekommen und ich wollte dem jetzt mal eine Chance geben, da ich von der 4th Edition unterschiedliche Meinungen bekommen habe. Das Buch wirbt ja u.a. auch damit, eher narrativ ausgelegt zu sein mit einem vereinfachten Regelwerk-das war der Hauptgrund, es zu kaufen.

Was haben wir hier?
In meinem Fall zunächst mal ein ca. 260-seitiges Regelwerk im Softcover zum Rollenspiel "Earthdawn".

Der Anfang beginnt direkt mit einem Aha-Erlebnis: Einem Rechtsschreibfehler im allerersten Satz der Einführung...und ich darf vorweg nehmen, dass es a)nicht der einzige seiner Art ist, aber b)die Anzahl sich in Grenzen hält und echt verschmerzbar ist. Aber es bzw. er sorgte für ein Schmunzeln auf meinem Gesicht. Sowas hatte ich bislang selten. Es folgt also, wie gesagt eine kleine Einführung. Erst über das Buch und was man so zum Spielen braucht und , über die Aufgabenverteilung von SL und Spielern...mit denen ich aber nicht 100% konform gehe. Denn als SL kann ich sehr wohl auch kontrollieren-oder zumindest Einfluss darauf nehmen-wie sich der Handlungsfaden der Geschichte entfaltet und endet. Das liegt nicht nur(!) in den Händen der Spielercharaktere-wie uns dieses Buch weiß machen will.

Dann kommt ein kurzer Überblick über die Hintergrundgeschichte zu Earthdawn/Barsaive. Da haben sie gut die wichtigsten Dinge erstmal zusammen gefasst. So was würde sich gut in einem Schnellstarter machen. Für ein GRW fehlt es mir da aber teils an Details und teils an Tiefe (sprich: Es darf mehr sein). Zumal auch noch der Hinweis, dass in der Hinsicht das Buch für jemanden gedacht ist, der sich mit dem ED-Hintergrund gut auskennt. Das war auch mein Eindruck nach dem Lesen. Ich meine, einige Begriffe werden später tatsächlich noch gut erklärt, aber insgesamt bleibt das Gefühl, das ist eine Zusammenfassung für jemanden, der sich mit dem ED-Hintergrund auskennt.

Als nächstes haben wir eine kurze Regelübersicht. So viel vorweg: Diese Regeln sind absolut überhaupt gar nicht mein Ding. Wenn mir vorab einer gesagt hätte, dass das Teil Fudge-Würfel benutzt, hätte ich mir das wohl nie zugelegt. Aber gut, im Sinne der Rezension habe ich mich da durchgebissen.

Das Buch empfiehlt den Einsatz von Fudge-Würfeln, zwingend notwendig sind sie aber nicht. Mann kann das Spiel auch mit ganz normalen W6 spielen.  Hier ist grade Zahl= Erfolg, ungrade Zahl =Misserfolg. Je höher bzw. niedriger die Zahl, desto besser/schlechter das Ergebnis.Ich meine ich mag diese Regelmechanik von 50/50-wie sie z.B. auch Ubiquity verwendet-einfach nicht.  Das ist aber imho noch nicht mal das Schlimmste daran, sondern das (daraus resultierende ) Prinzip der "geschlossenen Fragen" und "festgelegten Antworten". Als ich das durchgelesen hatte, habe ich nur beide Hände über dem Kopf zusammen geschlagen und mir gedacht: Was hat das mit narrativer Freiheit zu tun? Wenn ich jeden Satz mit (je nach Ergebnis) "Ja, aber..." oder "Ja,und..." beginnen muss? Sind wir hier in einem Frage-Antwort-Quiz? Sind wir hier in einem Verhör bei der Polizei? Nein, angeblich sind wir hier in einem Pen&Paper -Rollenspiel. Es ist noch zu sagen, dass auch hier-wie z.B. in Symbaorum oder dem Cypher System nur die Spieler würfeln. Auch etwas, was ich als SL so gar nicht schätze.

Danach-man höre & staune- geht es weiter mit dem SL-Kapitel. Ja, ihr habt richtig gelesen. Naja, was in einem SL-Kapitel eben so drin steht (da hohle ich jetzt nicht weiter aus). Anschließend kommt ein Kapitel wie man Abenteuer gestalten kann. Und nach dem kommt dann (endlich) die Charaktererschaffung. Seltsame Reihenfolge. Die geht aber recht fix und ist auch nicht allzu komplex (bei den Regeln). Weiter geht es mit einer Auflistung & Beschreibung der Disziplinen und Talente. Was ich hier gut finde ist zunächst die Einteilung bzw. Unterteilung der (verschiedenen) Disziplinen in "Kämpfer", "Wanderer" und "Zauberer". Da kriegt man zumindest schon mal vorab eine ganz grobe Vorstellung davon, in welche Richtung die Disziplin einzuordnen ist.

Es gibt eine wahre Fülle an Talenten, die einem beim ersten Mal durchlesen mit ihrer Masse schier erschlägt (über 40 Seiten!). Hier wäre eine Übersichtstabelle wünschenswert gewesen, so dass man mal alle Talente auf einen Blick hat und zu welcher Disziplin sie zugehörig sind.

Last but not least werden dann noch die Magie, Luftschiffe, Gegner & NSCs kurz abgehandelt. Bei der Magie-ebenso wie bei den Disziplinen-fand ich Einteilung in vier verschiedene Meisterschaftsgrade gut und sinnvoll. Am Ende kommen dann noch Passionen&Questoren und es gibt es eine Auflistung sämtlicher bisher erschienener ED-Titel. Rine Regelzusammenfassung sowie ein Glossar runden das Buch ab.

Sonstiges (Positiv) :
- Die Bindung des Buches ist solide, und es liegt gut in der Hand. Die Grafik ist durch die Bank weg gut bzw. auf einem hohen Niveau-wenngleich ein paar vereinzelte Grafiken etwas abfallen.
- Das gesamte Buch ist sehr übersichtlich strukturiert und gut zu lesen. Das ganze Buch ist in Farbe.

Sonstiges (Negativ:
- Es gibt keine Bilder zu den Rassen (bei den Rassenbeschreibungen)
- Es gibt nicht zu allen Gegnern Bilder und diese sind nur s/w (wenn auch von guter Qualität)
- Es gibt nur einen vorgefertigten Charakter
- Es gibt kein Einstiegsabenteuer
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Was bleibt unterm Strich-das Fazit:
Was wir hier letzten Endes haben ist ein Buch mit dem Fluff-Anteil eines Schnellstarters und dem Crunch eines normalen Regelwerks in zusammengepresster Form. (Ein)Earthdawn auf Fate-Basis-wenn man so will. Naja-und diese Mischung haut irgendwie nicht so ganz hin meinem Empfinden nach. Es ist ja bei Leibe nicht alles schlecht hier, und manche Vereinfachung von hier würde auch dem normalen ED-Regelwerk gut zu Gesicht stehen. Die Regeln spiegeln für mich leider so gar nicht das wieder, was ich mir unter einem eher narrativen Regelwerk vorgestellt habe. Leute, die mit ED schon ein bisschen vertraut sind und sich mit den Fate-Regeln anfreunden können, können einen Blick riskieren.Sie bekommen ein optisch durchweg gut gemachtes Buch mit (zu) wenig Fluff und viel Crunch. ED-Neulingen hingegen würde ich dagegen raten, besser erstmal beim Original zu bleiben. Ich jedenfalls werde erstmal beim alten ED-Regelwerk bleiben wenn ich in nächster Zukunft Earthdawn spielen oder leiten sollte.

Meine Wertung: 5/10. Leute die Fudge bzw. Fate kennen und mögen dürfen 0,5 Punkte drauf schlagen.

Außer Konkurrenz: Ich hätte das Cover von der Vorder-und der Rückseite getauscht. Das auf der Rückseite finde ich deutlich stimmungsvoller und ansprechender als diese Atzteken-Maske.

Edit: Rezension nochmal durchgegangen und Wertung korrigiert.

Edit II: Fazit nochmal bissle korrigiert und ausformuliert.

Edit III: Regelteil nochmal umformuliert um mehr Klarheit zu schaffen.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 23.05.2018 | 21:45
Ich habe mal noch im Startposting meine Bewertungsskala eingefügt. :)
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: schneeland am 23.05.2018 | 21:51
Danke für die Besprechung! Das bestätigt mich darin, dass ich das Buch nicht unbedingt brauche (auch wenn ich keine besondere Aversion gegen Fate-Würfel habe). Klingt jetzt irgendwie wie die Earthdawn-Variante von Shadowrun Anarchy, wo man auch besser das SR-Grundregelwerk im Regal hat.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 24.05.2018 | 00:22
Danke für die Besprechung!
Gerne. Vor allen Dingen bringt mich das Rezensieren hier dazu ,mehr RPG-Bücher zu lesen. :P
Kannst du mir noch ganz kurz Feedback geben, wie du die Rezension fandest? Hat dir was gefehlt?

Zitat
Klingt jetzt irgendwie wie die Earthdawn-Variante von Shadowrun Anarchy...
Du wirst lachen-das war auch meine erste Assoziation als ich davon gehört habe -und mit ein Grund für den Kauf.

Ich bin übrigens meine Rezi nochmals durchgegangen und habe die Wertung korrigiert. Denn in der Summe sind es ja doch mehr negative als positive Punkte, die mir aufgefallen sind. Und ich finde, dem muss man dann auch Rechnung tragen bei der Bewertung.

Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Dammi am 24.05.2018 | 08:47
Hi Blizzard,

Danke für die Rezi. Schade das dir das Buch beim durchlesen nicht so gefallen hat. Insbesondere bei der Frage-Antwort-Mechanik: die muss man tatsächlich ausprobieren, das läuft in der Praxis flüssiger als von dir angenommen (und auch freier, die angesprochenen Wortformeln muss man nicht zwingend benutzen, wenn klar ist was gemeint ist).

Für alle, die sich das Konzept mal ansehen wollen, ohne das Buch zu kaufen, kann ich die frei verfügbaren Regeln des FU-Systems (https://fu-rollenspiel.de/) empfehlen. Die sind auch mit normalen Sechsseitern spielbar (ZdL übrigens auch).

Ein paar Punkte wollte ich kurz erläutern, die so nicht ganz richtig sind:

- Bei den Regeln wird der Kampf(ablauf) nicht erklärt
Das hat einen Grund: es gibt keinen gesonderten Kampfablauf. Das ist lediglich eine Timing-Sache, die (auch mit einem längeren Beispiel) erläutert wird (S.48-50).

- Es gibt keine Bilder zu den Rassen
Das ist so nicht richtig: an den Texten der jeweiligen Rassenbeschreibungen kleben keine dran. Im Buch gibt es aber zahlreiche Abbildungen zu allen Rassen an anderen Stellen.

- Es gibt keine vorgefertigten Charaktere
Es gibt einen (S.80-81). Es gibt aber keine vorgefertigte und sofort spielbare Gruppe.

- Es gibt kein Einstiegsabenteuer
Das stimmt, hat aber einen Grund: das Kernstück in diesem Spiel ist die jeweils gemeinsam erschaffene Bühne (das Beispiel im Buch ist Spencer Hill). Daraus - und aus den Zielen der Charaktere - ergeben sich zahlreiche Abenteueraufhänger automatisch. Der Punkt ist, das diese in der Praxis so zahlreich sind, das man kein extra Abenteuer benötigt, um loslegen zu können. Deswegen haben wir darauf verzichtet. Ich gebe dir aber recht, das sowas nicht geschadet hätte.

Noch eine andere Sache:

Es gibt eine wahre Fülle an Talenten, die einem beim ersten Mal durchlesen mit ihrer Masse schier erschlägt (über 40 Seiten!). Hier wäre eine Übersichtstabelle wünschenswert gewesen, so dass man mal alle Talente auf einen Blick hat und zu welcher Disziplin sie zugehörig sind.

Bei jeder Disziplin ist eine solche Tabelle vorhanden, und an jedem Talent steht ebenfalls dran welche Diziplin darauf zugreifen kann. Ich kann den Wunsch einer Gesamttabelle nachvollziehen (bin ja auch ein ordnungsliebender Mensch^^), aber in der Praxis benötigt man die nicht (und deswegen gibt es auch keine im Buch). Man muss zum spielen und leiten ja auch nicht alle Talente auswendig kennen, der Teil hat ja (wie beim Stufensystem auch) eher Katalogcharakter.


LG,

Dammi
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 24.05.2018 | 09:23
@Dammi: Danke erstmal für die Rückmeldung.

Hi Blizzard,

Ein paar Punkte wollte ich kurz erläutern, die so nicht ganz richtig sind:

- Bei den Regeln wird der Kampf(ablauf) nicht erklärt
Das hat einen Grund: es gibt keinen gesonderten Kampfablauf. Das ist lediglich eine Timing-Sache, die (auch mit einem längeren Beispiel) erläutert wird (S.48-50).
Ok, habe ich raus genommen.

Zitat
- Es gibt keine Bilder zu den Rassen
Das ist so nicht richtig: an den Texten der jeweiligen Rassenbeschreibungen kleben keine dran. Im Buch gibt es aber zahlreiche Abbildungen zu allen Rassen an anderen Stellen.
Naja, aber genau da wären die Bilder imho echt sinnvoll gewesen. So gibt es nur auf S.16 das Bild von dem Troll und dem T'Skrang(?) Man hätte da auch ganz einfach Abhilfe schaffen können, in dem man kurz eine Seite angegeben hätte, auf der ein entsprechendes Bild eines Vertreters der jeweiligen Rasse zu sehen ist.

Zitat
- Es gibt keine vorgefertigten Charaktere
Es gibt einen (S.80-81). Es gibt aber keine vorgefertigte und sofort spielbare Gruppe.
Ok, das habe ich angepasst. Es macht aber in der Summe für mich keinen Unterschied. Was will ich auf nem Con mit nur einem PGC?

Zitat
- Es gibt kein Einstiegsabenteuer
Das stimmt, hat aber einen Grund: das Kernstück in diesem Spiel ist die jeweils gemeinsam erschaffene Bühne (das Beispiel im Buch ist Spencer Hill). Daraus - und aus den Zielen der Charaktere - ergeben sich zahlreiche Abenteueraufhänger automatisch. Der Punkt ist, das diese in der Praxis so zahlreich sind, das man kein extra Abenteuer benötigt, um loslegen zu können. Deswegen haben wir darauf verzichtet. Ich gebe dir aber recht, das sowas nicht geschadet hätte.
Ok, dann hätte man da aber vielleicht (im Vorwort oder anderer Stelle) kurz drauf hinweisen können.

Zitat
Noch eine andere Sache:

Es gibt eine wahre Fülle an Talenten, die einem beim ersten Mal durchlesen mit ihrer Masse schier erschlägt (über 40 Seiten!). Hier wäre eine Übersichtstabelle wünschenswert gewesen, so dass man mal alle Talente auf einen Blick hat und zu welcher Disziplin sie zugehörig sind.

Bei jeder Disziplin ist eine solche Tabelle vorhanden, und an jedem Talent steht ebenfalls dran welche Diziplin darauf zugreifen kann. Ich kann den Wunsch einer Gesamttabelle nachvollziehen (bin ja auch ein ordnungsliebender Mensch^^), aber in der Praxis benötigt man die nicht (und deswegen gibt es auch keine im Buch). Man muss zum spielen und leiten ja auch nicht alle Talente auswendig kennen, der Teil hat ja (wie beim Stufensystem auch) eher Katalogcharakter.
Ja,bei den einzelnen Talenten steht das schon mit dabei. Das habe ich aber auch gar nicht kritisiert (dass das fehlen würde). Eine Übersichtstabelle am Anfang hätte dennoch nicht geschadet und der Übersichtlichkeit gut getan. Und vielleicht dem ein wenig entgegengewirkt, dass man sich von der Masse an Talenten erstmal erschlagen fühlt.

Ansonsten habe ich mein Fazit nochmals ein wenig korrigiert bzw. ausformuliert.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Dammi am 24.05.2018 | 09:58
Eine Übersichtstabelle am Anfang hätte dennoch nicht geschadet und der Übersichtlichkeit gut getan. Und vielleicht dem ein wenig entgegengewirkt, dass man sich von der Masse an Talenten erstmal erschlagen fühlt.

Ich würde mich ehrlich gesagt eher von so einer Tabelle erschlagen fühlen. Erst recht, wenn sie im Spiel keinen praktischen Nutzen hat. ;)

Nur damit kein falsches Bild aufkommt: ich will deine Kritik gar nicht kritisieren, passt schon so. Mir ging es jetzt nur darum, ein paar Punkte zu relativieren, die man auch anders sehen kann.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 24.05.2018 | 10:21
Ich würde mich ehrlich gesagt eher von so einer Tabelle erschlagen fühlen. Erst recht, wenn sie im Spiel keinen praktischen Nutzen hat. ;)
Wieso sollte sie im Spiel keinen praktischen Nutzen haben? Aber das gehört vermutlich zu den
Zitat
... ein paar Punkte(n) , die man auch anders sehen kann.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Just_Flo am 25.05.2018 | 08:36
5 Sterne von 5 für den Versuch.

1 Stern von 5 für die Ausführung.

Mehr Sorgfalt und Genauigkeit sowie mehr Praxis werden die Qualität zukünftig sicher deutlich steigern.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Der Nârr am 25.05.2018 | 09:16
Ich fand die Kritik gut zu lesen und interessant. Ich habe das Spiel ausprobiert, als es (auf Englisch) raus war und mir ging es ganz ähnlich mit dem Buch.

In einem Oneshot der sehr mäßig lief hatten mir die Spieler hinterher gesagt, für einen Oneshot wollten sie nicht ihre Charaktermotivationen ausspielen, sondern lieber dem Abenteuer folgen :P. Das Spiel ist halt auch nicht jedermans Sache. (Anm.: Dieselben Spieler spielen ihre Charaktere aber auch in Kampagnen nicht konsequent aus, insofern...)
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Just_Flo am 25.05.2018 | 09:22
Mir geht es um die vielen Dinge die Blizzard nachkorrigieren müsste da er sie falsch dargestellt hatte. Stichwörter: Fudge,Würfel, Kampfsystem, ...

Die sind zwar richtig peinlich und dilletantisch aber werden sich sicher mit mehr Praxis legen. Es ist halt noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 25.05.2018 | 10:21
Ich fand die Kritik gut zu lesen und interessant.
Vielen Dank.

Mir geht es um die vielen Dinge die Blizzard nachkorrigieren müsste da er sie falsch dargestellt hatte. Stichwörter: Fudge,Würfel, Kampfsystem, ...

Es mag sein, dass das ein oder andere nicht ganz korrekt im 1.Versuch dargestellt worden ist. Diese Punkte habe ich aber schon mit Dammi geklärt und z.B. beim Kampfsystem entsprechend korrigiert. Es kann daher keine Rede davon sein, dass ich vieleDinge falsch dargestellt hätte.

Mehr Sorgfalt und Genauigkeit sowie mehr Praxis werden die Qualität zukünftig sicher deutlich steigern.
Gut, ich gebe zu ,dass ich an der ein-oder anderen Stelle hätte etwas sorgfältiger lesen und auch entsprechend formulieren sollen (in der Rezension). Das hätte noch für ein bisschen mehr Übersicht und noch etwas mehr Transparenz gesorgt. Aber dieser erste Versuch einer Rezension war auf keinen Fall so schlecht, wie du es darstellst und schon gar nicht
... richtig peinlich und dilletantisch.


Ansonsten bleibt für mich dazu nur zu sagen, dass die Rezension von ED-ZdL damit für mich abgeschlossen ist und ich mich jetzt an die nächste Rezension wagen werde.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Hotzenplot am 25.05.2018 | 10:32
Die sind zwar richtig peinlich und dilletantisch aber werden sich sicher mit mehr Praxis legen. Es ist halt noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Ein völlig überzogener Affront, der m. E. arrogant rüber kommt und der hier in der Form nichts zu suchen hat, erst recht wenn man selbst keine eigene (Gegen-)Meinung über das rezensierte Produkt postuliert.

@Topic:
Ich fand die Rezension sehr hilfreich, obwohl - oder vielleicht weil - ich Fudge durchaus interessant finde Edit: Siehe Posts unten zur Richtigstellung des verwendeten Systems. Vielleicht greife ich bei einer günstigen Gelegenheit doch mal wieder nach Earthdawn (das Setting fand ich schon immer interessant). Andererseits habe ich meine Sammlung zuletzt erst u. a. auch um Earthdawn (alte Edition) verschlankt.  :D
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Fillus am 25.05.2018 | 10:45
Danke für die Rezension Blizzard, gerne mehr. :)
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Vash the stampede am 25.05.2018 | 10:49
@Hotze.
Aber Fudge wird doch gar nicht verwendet. FU kommt zum Einsatz.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: LushWoods am 25.05.2018 | 11:02
richtig peinlich

Für einen Hardcore-PG-Verteidiger, von dem ich bisher noch keine Rezi zu irgendwas gelesen habe, eine ziemlich ... interessante Aussage.

Rezis/Meinungen, egal welche,  kann man nie genug haben, auf alle Fälle weitermachen, Blizzard.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Hotzenplot am 25.05.2018 | 11:03
@Hotze.
Aber Fudge wird doch gar nicht verwendet. FU kommt zum Einsatz.

Ok? Ich hatte das jetzt hier so verstanden, dass es irgendwie eine Mischung ist? Gucke ich mir später nochmal genauer an.
Die (Fudge)-Regeln spiegeln für mich leider so gar nicht das wieder, was ich mir unter einem eher narrativen Regelwerk vorgestellt habe
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Der Nârr am 25.05.2018 | 11:04
FU steht hier für Freeform/Universal. Das gibt es als Pay What You Want bei Drivethrurpg. Eine deutsche Übersetzung gibt es bei https://fu-rollenspiel.de/

Dammi hatte das oben schon verlinkt, aber ausgeschrieben war der Name noch nicht zu sehen.

Nebenbei finde ich die Namenswahl ungeschickt, im Kopf wird das für mich immer zum Fuck You System.

@Just_Flo: Der Ton macht die Musik :P. Du hättest deine Bemerkungen auch weniger herablassend und dafür konstruktiver schreiben können, denke ich. Zumal ich mich frage, ob dir diese peinlichen Fehler überhaupt aufgefallen wären, wenn nicht zufällig direkt Dammi in den Thread gekommen wäre ::).
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 25.05.2018 | 11:05
@Hotze.
Aber Fudge wird doch gar nicht verwendet. FU kommt zum Einsatz.
Das Buch empfiehlt den Einsatz von Fudge-Würfeln. Man kann es aber auch mit ganz normalen W6 spielen.

Sorry, das war mein Fehler, das habe ich nicht klar genug formuliert im Regelteil der Rezension. Ich habe es jetzt noch mal abgeändert und hoffe, dass es nun klarer ist.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: vanadium am 25.05.2018 | 11:06
@Topic:
Ich fand die Rezension sehr hilfreich, obwohl - oder vielleicht weil - ich Fudge durchaus interessant finde. Vielleicht greife ich bei einer günstigen Gelegenheit doch mal wieder nach Earthdawn (das Setting fand ich schon immer interessant). Andererseits habe ich meine Sammlung zuletzt erst u. a. auch um Earthdawn (alte Edition) verschlankt.  :D

Das ist leider immer noch falsch in der Rezi (die ich ansonsten gut finde - könnte es keinesfalls besser):
Das System ist weder Fate noch Fudge, noch fate-artig.
Freeform Universal ist das verwendete System, da hat man nur einen Würfel* (W6 mit 1-6).
Für die Effekte/Modifikationen können Fudge-Würfel zum Einsatz kommen (das geht aber auch mit normalen W6), da hat Dammi das FU (= Freeform Universal) etwas aufgebohrt. Dadurch hat man eine leichte Glockenkurve - das ist kein bisschen mit der G-Kurve von Fate (mit 4W3 !) vergleichbar.


* Auch das 50/50 von Ubiquity stimmt mitnichten.
Bei Freeform Universal (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,103474.0.html) geht es gerade nicht um 50/50 (geschafft / nicht geschafft). Es gibt 6 Ergebnisse:

ja und (6)
ja (4)
ja, aber (2)
nein, aber (5)
nein (3)
nein und (1)

Diese lösen dann entsprechende Effekte aus, die die Erzählung voran bringen.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Hotzenplot am 25.05.2018 | 11:07
Verstanden. Danke für die Aufklärung!
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 25.05.2018 | 11:19
Vielleicht nochmal eine (hoffentlich) letzte Anmerkung dazu von mir...

Nebenbei finde ich die Namenswahl ungeschickt, im Kopf wird das für mich immer zum Fuck You System.
Mir ging es da ähnlich wie Der Narr. Dadurch, dass das Spiel am Anfang den Einsatz von FUdge-Würfeln empfiehlt dachte ich eben, dass FU die Abkürzung für Fudge wäre. Es wird ja aber später im Regelteil auch nicht nochmal extra erwähnt oder gesagt, dass hier jetzt das FU-System zum Einsatz kommt. Sondern lediglich, dass man statt der Fudge-Würfel auch normale W6 verwenden kann. Mehr aber nicht. Das habe ich aber auch schon im Rezensionsthread von Thallion dazu (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,98177.0.html)bemängelt.

Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Der Nârr am 25.05.2018 | 11:24
Genau, das ist ja der Renner.

FU System ist Freeform/Universal System.

FUDGE ist Freeform Universal Do-it-yourself Gaming Engine.

Ich halte das Missverständnis für sehr verständlich. Aber zumindest hier im Thread sollte ja nun allen klar sein, was was ist und was was nicht ist :D.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 25.05.2018 | 11:36
Ok? Ich hatte das jetzt hier so verstanden, dass es irgendwie eine Mischung ist? Gucke ich mir später nochmal genauer an.
Willst du mein Exemplar haben? 8]

und können wir die weitere Diskussion um das FU-System (falls da noch Bedarf sein sollte) bitte auslagern? Es hat den Thread schon genug gehijackt...
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 25.05.2018 | 18:21
Rezis/Meinungen, egal welche,  kann man nie genug haben, auf alle Fälle weitermachen, Blizzard.
Dein Wunsch ist mir Befehl! ;D. Daher kommt jetzt Rezension #2.

Vorweg: Die erste Rezension zu schreiben war-wie gesagt ein erster Versuch. Aber schon da habe ich gemerkt, dass es mir gut getan hat, einfach mal wieder ausführlicher über ein Rollenspielprodukt zu kommunizieren. Ich hatte in den letzten Jahren oftmals eine Leere in mir (auch mangels Spielrunden), eine Lethargie, die dazu geführt hat, dass ich nur noch gelegentlich mal einen tieferen Blick in RPG-Bücher geworfen habe. Aber durch das Rezensieren bzw. Schreiben dieser Rezensionen merke ich, wie die Leere allmählich zurückgeht, und die Motivation, sich wieder mit RPG-Büchern intensiver zu beschäftigen, hat deutlich zugenommen. Von daher bin ich froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe.^^ Ich wünschte mir nur jetzt schon, dass ich das mal schon vor vier oder fünf Jahren schon gemacht hätte-aber irgendwas ist ja immer. ;)

Ich habe versucht, die Kritik an meiner ersten Rezension-sofern sie konstruktiv (geäußert) war, zu berücksichtigen. Im Nachhinein bin ich selbst nicht ganz zufrieden damit und habe nun versucht, für die zweite Rezension ein paar Verbesserungen einzubauen, damit die Rezension noch ein Stück übersichtlicher, informativer und transparenter wird.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 25.05.2018 | 20:34
Rezension #2

                                                                                             Spherechild Introheft (Schnellstarter 2018)



                                                                                                        (http://spherechild.de/wp-content/uploads/2018/02/spherechildcoverjpgklein.jpg)

Klappentext: "Es war eine Syjar. Bei den Göttern. Ich wünschte, ich wäre verrückt, aber ich habe sie gesehen. In ihrem wabernden Kleid. Das hagere Gesicht überzogen mit kränklich blasser Haut. Und ihre Augen. Rot leuchtend, wütend, gezeichnet vom Wahnsinn. Die Alten haben uns am Lagerfeuer die schaurigen Geschichten über das Kinder raubende Monster erzählt. Wenn das Märchen sind, was ist dann dort draußen?"

Dieses Introheft ist eine Einführung in das Rollenspiel Spherechild. Neben den Kurzregeln für den schnellen Einstieg finden sich im Heft die Beschreibungen der Fantasy-Welt Valcreon und der SciFi-Welt Sol'Thuma. Acht vorgefertigte Charaktere und ein Einstiegsabenteuer ermöglichen das sofortige Losspielen.


Warum habe ich das gekauft?
Das habe ich nicht gekauft, das war ein nette Beilage zu einer Bestellung vom Sphärenmeister (wie thematisch passend ;)). :) Und nach dem Motto "Einem geschenkten Gaul..." habe ich dann eben mal einen (intensiveren) Blick reingeworfen.

Was haben wir hier?
Typ: Schnellstarter, Softcover
Sprache: deutsch
Umfang: ca. 35 Seiten
Genre: SciFi/(High)Fantasy-Mix

Worum geht's?
Es gibt 3 verschiedene Sphären/Welten, die auf fast schon magische Weise miteinander verbunden sind. Die Charaktere verkörpern sog. Sphärenkinder. Charaktere mit besonderen Kräften. Da jeder Charakter an seine Sphäre gebunden ist, es aber sphärenübergreifenden Bedrohungen und Abenteuer gibt, spielen die Spieler mehrere Charaktere (pro Sphäre einen). Erinnert ein wenig an TRI- 3 Welten bzw. Torg ist aber doch ein bisschen anders.

Präludium: Layout&Sprache
Tja, was soll ich da große Worte verlieren? Ich denke ein Blick auf das Titelbild spricht für sich selbst. Ok, da man ja bei einer Rezension etwas ins Detail gehen sollte: Die Grafik ist-durch das gesamte Buch weg, mal richtig, richtig gut geworden. Die durchaus hohe Qualität des Titelbildes hält sich z.B. auch oder grade bei den Charakterzeichnungen. Der Rest des Buches ist gut leserlich, schön strukturiert. Das gesamte Buch ist in Farbe. Die Texte sind klar und gut gegliedert; Besonderheiten oder Tipps werden farblich hervorgehoben. Der Text ist gut verständlich und weist keine Orthographiefehler auf.

Anfang
Am Anfang gibt es zunächst mal einen kleinen Überblick über die Hintergrundstory und das Setting von Spherechild. Auch die Regeln werden ganz kurz angerissen, bevor es auch schon mit der Charaktererschaffung weiter geht. Moment mal: Charaktererschaffung? Haben wir es hier nicht mit einem Schnellstarter zu tun und haben die nicht normaler Weise vorgefertigte Charaktere dabei? Ja, richtig, aber dieser Schnellstarter enthält beides. Und das Schöne daran ist: Es nimmt einen bei der Charakterschaffung an der Hand in der Form, dass einer der vorgefertigten Charaktere hier Schritt für Schritt (vor)gebaut wird. Keine Angst, das ist nicht sonderlich komplex und geht einigermaßen zügig von der Stelle. Das nenne ich mal eine coole Idee! Und vor allen Dingen hat man die Wahl zwischen eigens erstelltem und vorgefertigten Charakter.

Den Abschluss bilden etwas ausführlichere Settingbeschreibungen zu den beiden Welten Valcreon und Sol'Thuma. Beide sind gut geschrieben und auch gut geeignet, um einen erste, etwas detaillierte Vorstellung von den jeweiligen Welten zu erhalten und den Rassen, die dort leben. Die Beschreibung von Sol'Thuma ist etwas umfangreicher ausgefallen und beinhaltet auch Informationen über die bösen Rassen von Spherechild. Dass man die hier beschreibt ist zunächst richtig-für das Setting-Verständnis und für das Abenteuer am Ende. Aber grade weil es sich auch eben um ein Einsteiger-Abenteuer handelt, hätte es bei den beiden Rassen gar nicht so ausführlich sein müssen. Mir wäre da etwas weniger und dafür noch ein bisschen mehr bei Valcreon lieber gewesen.

Mittel-/Hauptteil
Hier haben wir zunächst mal je 4 vorgefertigte Charaktere für die beiden Spielwelten. Die nicht nur richtig gut gezeichnet sind (siehe Layout) sondern auch gut beschrieben sind. Hernach folgt eine Erklärung ,was ein Sphärenkind (Spherechild) eigentlich ist, und was es so besonders macht. Ich persönlich hätte diesen Abschnitt aber eher weiter nach Vorne gepackt, an den Anfang, noch vor die Settingbeschreibungen von Valcreon (klassische Mittelalter-Fantasy; kein Schwarzpulver aber sehr magisch) und Sol'Thumar (Sci-Fi Welt, mit ultra-fortschrittlicher Technologie). Die Sphärenkinder verfügen über spezielle Kräfte, deren Aktivierung K(raft)Punkte kostet. Es gibt dabei Individual-und Gemeinschaftskräfte. Bezahlt werden diese KP aus einem gemeinsamen Pool an KP, der allen Spielern gleichzeitig zu Verfügung steht.

Und dann kommt auch schon der etwas ausführlichere Regelteil. Generell würfelt man mit 1W20+Fertigkeitswert gegen einen bestimmten Schwierigkeitsgrad. Eine 20 ist ein besonderer Erfolg und eine 1 ein kritischer Fehlschlag. D&D-like kann man aber auch die 10 bzw. den Durchschnitt nehmen, wenn das denn reicht und muss gar nicht erst würfeln. Im Kampf gibt es klassisch die INI-Reihenfolge nach der Schnellste zuerst handelt. Man hat einen Angriff pro Runde, kann aber dafür sämtliche Angriffe, derer man sich erwehren muss, parieren. Fernkampfwaffen kann man nicht parieren sondern nur ausweichen.
Der Schaden ist waffenabhängig und Rüstung vermindert den Schaden. Insgesamt erscheinen die Regeln ganz gut zu passen. Hier hat man auf große Experimente verzichtet und lieber auf etwas Bewährtes zurückgegriffen. Auch in Sachen Komplexität hat man sich eher ein bisschen zurückgehalten und geschaut, dass die Regeln eher etwas leichtgewichtig sind. Taktische Optionen in Kämpfen gibt es trotzdem. Ich würde sie in etwa auf eine Stufe mit den Regeln von Shadows of Esteren stellen (das evtl. noch einen kleinen Ticken komplexer ist).

Hierbei ist mir jedoch aufgefallen, dass der Schaden zwar erklärt wird-aber sich zum Thema Heilung/Regeneration/Tod so rein gar nichts wieder findet. Das verwundert schon etwas, weil das doch ein wichtiges Thema ist-zumal auch noch einer der vorgefertigten Charaktere Mediziner ist. Aber auch für einen Magier ist es doch wichtig zu wissen, ob&wie sich seine Manapunkte wieder aufladen. Und auch sonst ist doch bei der klassischen Gruppenzusammenstellung immer ein Heiler mit dabei...Das ist etwas, was sich mir nicht so recht erschließt und trübt den bis dahin guten Gesamteindruck leider ein wenig. Die Regeneration von KP(Kraftpunkten) ist leider auch nicht erklärt.

Fertigkeiten gibt es auch einige-aber ich habe schon weitaus längere Fertigkeitslisten gesehen. Die Anzahl an Fertigkeiten hier ist echt überschaubar. Zudem Fertigkeiten so arrangiert sind, dass sie mehrere Aspekte beinhalten-wofür andere Systeme jeweils eine eigene Fertigkeit draus machen würden. So gibt es z.B. Geheime Fertigkeiten, das beinhaltet Ausspionieren, Lippen lesen, Stimmen immitieren, oder auch das Fälschen von Dokumenten.

Kommen wir zur Magie. Abseits der klassischen D&D-Spruchlisten haben wir es hier mit einem freien Magiesystem zu tun. An und für sich recht einfach-auch vom Probenmechanismus her. Man muss nur das dazugehörige Element beherrschen (wie z.B.) Luft und kann sich dann allerlei Luftzauber selbst ausdenken. Das erlaubt einerseits richtig kreativ zu sein und viel zu experimentieren. Auf der anderen Seite birgt sowas aber eben auch immer Gefahren von Spielern, die den Hals nicht voll kriegen können...Dann doch wieder klassisch: Zauber kosten Manapunkte. In der Hinsicht noch interessant: Man kann Zaubersprüchen nicht ausweichen oder diese abwehren; man kann nur versuchen, ihnen zu widerstehen (kommt aber im Prinzip auf das Selbe raus).

Schluss
Am Ende des Schnellstarters finden wir dann noch das Einstiegsabenteuer "Geheimnisse im Tiefen Raum". Sagen wir mal so: Es ist ein Einstiegsabenteuer, das dazu dient, mal einen ersten Einblick in die beiden Spielwelten zu bekommen. Daher gibt es einen sphärenübergreifenden Plot. Der ist jedoch eher klassisch gehalten und das Abenteuer ist vermutlich in 3-4 Stunden Spielzeit gut abzuhandeln. Das wäre ja soweit in Ordnung, wenn mir da nicht einige Dinge aufgefallen wären , die auftauchen und nicht näher erklärt werden und/oder andere Dinge wie z.B. einige railroadige Abschnitte. Das soll nicht heißen, dass das Abenteuer per se schlecht wäre. Aber es hat dann doch einige Stellen, die man aus-oder verbessern sollte und insgesamt Luft nach oben.

Pro
- richtig gute Grafik
- vorgefertigten Charaktere
- freies Magiesystem
- Individual-und Gemeinschaftskräfte der Sphärenkinder
- Sphärenübergreifende Abenteuer problemlos möglich
- Man spielt mehrere Charaktere
- Mehrere Settings in einer Welt, gut verzahnt

Contra
- Settingbeschreibung zu Valcreon könnte etwas tiefgreifender sein
- Heilung/Regeneration (von Mana und KP) nicht beschrieben in den Regeln
- Erklärung zum Hintergrund über die Sphärenkinder wäre bei der Charaktererschaffung sinnvoller
- das Einstiegsabenteuer hat an einigen Stellen Ver-und Ausbesserungsbedarf
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Was bleibt unterm Strich?-Das Fazit:
Insgesamt haben wir es hier mit einem äußerst gelungenen Schnellstarter zu tun. Er überzeugt nicht nur auf grafischer, sondern auch auf inhaltlicher Ebene. Der Regelumfang ist für einen Schnellstarter genau richtig-auch wenn eine solche eminent wichtige Sache wie Heilung/Regeneration gar nicht geregelt ist, natürlich ein echtes Manko darstellt. Auch das Einstiegsabenteuer am Ende hat einige Stellen, die ausgebessert gehören. Ansonsten aber ist der Fluff-Teil größtenteils gut geschrieben und vom Umfang her in Ordnung und vermittelt ein gutes erstes Bild von Valcreon und Sol'Thuma-zwei der Welten der Sphärenkinder, die mit ihren indivdualen und Gemeinschaftskräften ein interessantes Feature besitzen. Auch die Sache mit sphärenübergreifenden Abenteuern hört sich spannend an. Mich hat der Schnellstarter jedenfalls ziemlich angefixt mit/für Spherechild und ich kann den Schnellstarter nur all jenen empfehlen, die sich für eine (klare) Mischung aus Sci-Fi und Fantasy interessieren.

Meine Wertung: 7/10
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 30.05.2018 | 20:55
                                                                                                No Return Corebook

                                                                             (https://image.jimcdn.com/app/cms/image/transf/none/path/s47cc94459d77480d/image/i567ea1da326a3bf2/version/1498809643/image.png)

Klappentext:

Die Welt von NoReturn

NoReturn ist ein einzigartiges Endzeit Rollenspiel, das in einer ungewissen Zukunft des angeblichen
 55. Jahrhunderts angesiedelt ist.   

Die Welt ist nicht schwarz/weiß sondern dunkelgrau, auch wenn das weltbeherrschende Zentrum, das die Gesellschaft auf einem frühen Technologiestand des 21.Jahrhunderts festhält, es gern so einfach darstellen möchte. Innerhalb der glänzenden High-Tech Zitadellstädte des Zentrums findet sich alles, was das Technologie-Herz sich wünscht. Von Robotik, Biomechanik über Naniten gestützte Ganzkörperpanzerungen, Laser-, Plasma- und Gausswaffen, bis hin zu Thermo-Optischer Tarnung und Antigravitationsantrieben. Das Zentrum hat sich sämtlichen Fortschritt über Generationen hinweg einverleibt. Sprache, Geschichtsschreibung, Religion und der Wissensstand der Bevölkerung, wird von dem totalitären Regime diktiert und kontrolliert. Individuen, die aus der Masse hervorstechen, werden gemäß der Richtlinie „keine Macht dem Einzelnen“ gejagt und aus der Gesellschaft entfernt.   

Außerhalb des Zentrums leben die Menschen unter anderem in von Anarchie geplagten Ruinenstädten, in Burgen aus Schrott oder auch der gepeinigten Natur, trotzend in der verstrahlten Prärie oder mutierten Dschungeln. Jeder Winkel der Erde zeichnet sich durch unterschiedliche Szenarien aus, in denen die Menschheit um ihr Überleben kämpft.

Sei was du willst!

Du hast die Möglichkeit, dich in diesem Spiel frei zu entfalten. Frei von Klassen, Clan, Kult oder anderen Strukturen kannst du dir deinen Charakter zusammenstellen und gemeinsam mit deiner Spielgruppe entscheiden, wo auf der Welt und in was für einem Stil gespielt wird.

Schlagt euch quer durch den Dschungel und kämpft gegen die mutierte Flora und Fauna, plündert verlassene Ruinenstädte auf der Suche nach wertvollen Gütern, nehmt an illegalen und tödlichen Straßenkämpfen teil oder errichtet ein Imperium auf Trümmern und Blut, um die Gesellschaft in eine von euch geprägte Zukunft zu führen.

Ob du ein skrupelloses Gangmitglied sein möchtest, ein Adivasi mit 360 Grad Ultraschall-Wahrnehmung, ein genetisch optimierter und mit biologischen Abnormitäten augmentierter Evo, ein Mutant, mit verschiedensten tierischen Fähigkeiten oder ein Zeneritone der über unglaubliche Psi-Kräfte verfügt, entscheidest du. Gestalte dir deine individuelle Mischung.

Aber denkt stets daran: Bei NoReturn seid ihr keine Helden.


Warum habe ich das gekauft?
Tja. Warum habe ich das gekauft? Eine gute Frage. Weil ich Endzeit mag und es mancherorts als Geheimtipp in Sachen Endzeit gemunkelt wurde. Ein paar RPG-Kollegen waren nach einer Proberunde durchaus angetan davon.

Was haben wir hier?
Typ: Grundregelwerk, Hardcover
Sprache: deutsch
Umfang: ca. 300 Seiten
Genre: Endzeit (dystopisch)

Worum geht's?
Die Menschheit ist mal wieder am Ende. Im Jahre 5407 ist das, was von der Welt übrig blieb, nur noch ein Häufchen Elend, größtenteils bestehend aus Ruinen und Überresten. Meistens geht es einfach nur um das nackte Überleben oder das Erleben des nächsten Tages in dieser von Gewalt dominierten Welt.

Präludium: Layout&Sprache
*Puh* Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wann ich zuletzt ein Grundregelwerk in der Hand hielt mit einer derart schwankenden Grafik-sowohl was Quantität als auch Qualität anbelangt. Sagen wir es mal so: Es gibt Grafiken die sind ganz gut. Dann gibt es Grafiken die sind so...naja. Durchschnitt(lich)oder leicht drüber eben. Und dann gibt es Grafiken, die sind...sagen wir mal: unterer Durchschnitt. Wie fällt man bei sowas ein Gesamturteil über die Grafik? Ich habe lange überlegt, und dann beschlossen, meine Werteskala dafür zu nehmen.
Für die guten, gelungenen Grafiken gebe ich: 7/10
Für die ganz ordentlichen Grafiken geben ich: 6/10
Für die unterdurchschnittlichen Grafiken gebe ich: 4/10
--------------------------------------------------------------
Macht unterm Strich: 17/30. Oder 17:3 = 5,67 =>aufgerundet auf 6.

Neben wie gesagt auch gelungenen Grafiken gibt es dann aber immer wieder Sachen, die sehr schwer zu lesen und zu erkennen sind, wie z.B. machen Karten. Wenn die Karten dunkelgrau/anthrazitfarben sind, und mann dann ein Rot dazu nimmt für Namen, das genau so dunkel ist, dann sind die Namen einfach verdammt schwer zu erkennen. Und das ist mir aber nicht nur bei den Karten sondern auch bei einigen anderen Stellen unangenehm aufgefallen. Als Leser hat man nun mal keine eingebaute Infrarot-Sicht. Wobei man fairer Weise sagen muss: Das ist hauptsächlich bei den Welt-oder Landkarten so. Bei den Stadtplänen/Stadtkarten ist das nicht der Fall. Die sind gut gemacht und überschaubar, und die Gebietsaufteilung in den jeweiligen Städten ist recht schnell erkennbar.

Das Buch ist zwar durchweg in Farbe gehalten, allerdings überwiegen die Farbtöne grau, schwarz und (dunkel)rot und etwas weiß. Erinnert mit dieser Farbmischung ein bisschen an Degenesis, das aber gerade mit der Rebirth Edition über die weitaus bessere Grafik verfügt. Sämtliche Charakterzeichnungen sind aber schwarz/weiß. Und wo wir grade von Charakteren reden: Es gibt hier überdurchschnittlich viel nackte Haut , grade von Frauen(Stichwort: Titten) zu sehen. Ich habe nichts gegen ein paar freizügigere Bilder in einem Regelwerk-aber hier sind es mir eindeutig zu viele. Das ist mir deutlich zu viel Gun-Porn? Street-Porn? Dystopie-Porn? Nennt es, wie ihr wollt, ihr wisst was ich meine. So was brauche ich wahrlich nicht, um ein möglichst realistisches dystopisches Flair zu erzeugen. Sorry.

Bei all der Grafik darf man die Sprache nicht vergessen: Sprachlich habe ich nichts auszusetzen. Das Buch ist klar formuliert und leicht verständlich und die meisten Dinge sind gut überschau-und lesbar-bis auf die besagten Karten und anderen Dinge , die nur schwer lesbar sind.

Anfang
Am Anfang gibt es zunächst mal ein ausführliches Impressum mit Danksagungen an alle möglichen Unterstützer. Dann kommt auch gleich ein Vorgeschmack auf das Setting: Dystopie rules! Es wird kurz erklärt, was Dystopie eigentlich ist und welche Inspirationsquellen für das Setting Pate gestanden haben-z.B. "1984" von George Orwell. Dann werden verschiedene Spielkonzepte vorgestellt, quasi "Charakterklassen" die man in No Return spielen kann. Es folgt eine 8-seitige Timeline mit historischen Ereignissen, bis zum heutigen Tage im Jahre 5407. Ich meine: So eine Timeline ist ja nett-aber muss die 8 Seiten lang sein? Erinnert so ein bisschen an Jahreszahlen auswendig lernen für die Geschichts-Klausur...

Und dann kommt doch tatsächlich auch schon das Setting. Es werden mehrere Großstädte der USA (oder was davon übrig ist) vorgestellt.Diese unterscheiden sich erstmal nicht groß(artig): So gibt es quasi in jeder der Städte eine mafia-artige Hierarchie. Es gibt kriminelle Kleingruppen und rivalisierende Banden. Es zählt das Recht des Stärkeren. Moral ist ein Fremdwort und quasi nicht vorhanden. Man verdingt sich den Lebensunterhalt hauptsächlich als Händler-wobei Hehler hier eigentlich der passendere Begriff wäre. Oder als (Auftrags)Plünderer in den Ruinen.Die Welt in No Return ist dreckig. So richtig dreckig. Böse und gemein. Wer den Film "Maze Runner-die Auserwählten in der Brandwüste" gesehen hat, hat zumindest mal ein optisches Vorbild des Settings. Aber No Return scheint erscheint selbst im Vergleich dazu noch eine Spur dreckiger, brutaler und ödländischer zu sein.Den Abschluss des Settings bilden dann Firmen und diverse Organisationen, die da ihr Unwesen treiben.
Auf einer "Dystopie-Skala" von 1-10 (1=minimal dystopisch, 10=totale Hoffnungslosigkeit, Totale Zerstörung, total dreckige Ruinenwelt...) würde ich No Return bei 8 oder 9 einordnen.

Mittel-/Hauptteil
Damit wären wir bei den Regeln angelangt. Gewürfelt wird generell mit einer Anzahl an W6, die sich aus der Summe von Attribut und Fertigkeit ergibt. Zusätzlich dazu darf zu den meisten Proben ein Hazard-Digewürfelt werden, ein zusätzlicher W6, der-im Gegensatz zu den anderen W6-explodieren kann. Also quasi wie der Wild Die aus Savage Worlds und ein Schelm ist, wer böses dabei denkt. 8]
Die Schwierigkeitsgrade gibt es jeweils in 5er-Schritten und es gibt noch eine interessante Regel für das Zusammenarbeiten: Zunächst mal muss derjenige, der Unterstützung braucht auch einwilligen, dass ihm geholfen wird. Dann würfelt der mit der 1/2 des Fertigkeitswertes (abgerundet) und muss damit mindestens auf 10 kommen. Das Ergebnis wird zu dem Wurf des Unterstützenden dazu gezählt. Falls es weniger als 10 Punkte sind, dann wird es von dessen Wurf abgezogen.

Weiter geht es zum Kampf. Es gibt: Nahkampf,Waffenkampf und Fernkampf. Der Nah-und der Waffenkampf unterscheiden sich nicht sonderlich. Der Fernkampf nimmt eine Sonderstellung ein, was hauptsächlich mit den Feuerraten der Fernkampfwaffen zu tun hat und den damit verbundenen Aktionen. Ab hier beginnt No Return dann schleichend, simulativer und komplexer zu werden. Den Anfang bilden Trefferzonen...es geht weiter mit Fahrzeugregeln sowie verschiedenen Materialkategorien(?!). Die Regeln scheinen insgesamt aber ganz brauchbar zu sein; wer Savage Worlds kennt dürfte sich vermutlich schnell zurecht finden.

Es folgt das letzte große Kapitel (der Menschheit): Die Charaktererschaffung. Yupp. Wenn ihr staunt, ich tue es auch, denn ich finde die Charaktererschaffung gehört vor die Kampfregeln. Es gibt insgesamt 7 verschiedenen Spezies, die man spielen kann. Die Menschen sind die "Normalos". Die Adivasi sind Wilde, die im Dschungel leben, abstehende große Ohren haben und gegen viele Gifte immun sind. Evo (von "Evolution") sind genetisch veränderte Menschen (durch einen pränatalen Eingriff). Was wäre eine Endzeit-Welt ohne Mutanten? Richtig: Fehlerhaft. Daher gibt es auch hier Mutanten, hier quasi Tier-Menschen. Zeneritone wiederum sind Wesen, bei den das körperliche Wachstum in der Adoleszenz aufhörte, aber dafür die Entwicklung des geistigen Potentials rasant zugenommen hat. Ähnlich groß wie die Menschen, aber mit einem größeren Gehirn ausgestattet sind die Prodigy. Und weil das ein Privileg ist, sind sie sehr selten. Zu guter Letzt gibt es noch die Blendling, eine Mischung aus Mensch+Adivasi oder Evo+Adivasi. Die Auswahl an Rassen ist von der Quantität her ok, und die ein oder andere Spezies klingt tatsächlich interessant. Da gibt es Systeme, die weitaus weniger Auswahlmöglichkeiten anbieten.

Darüber hinaus kann man-wie in Unknown Armies- auf 3 verschiedenen Stufen in das Spiel einsteigen. Das finde ich gut.

Hernach gibt es noch die Auflistung und Erklärung zu Attributen und Fertigkeiten...finde ich an der Stelle etwas seltsam und deplatziert. Am Ende des Mittelteils kommen da noch Chaos-Points(CP) und Justice-Points(JP) ins Spiel. Das sind quasi "Bennies", die der SL verteilen kann. Justice-Points gibt es für ein Verhalten, das auf/von der Spielwelt positiv bewertet wird. Chaos-Points hingegen gibt es für fragwürdig-moralisches Verhalten auf der Spielwelt. Mit diesen Punkten kann man dann sog. Charaktermerkmale kaufen, die eine Veränderung des Charakters wiederspiegeln. Etwas irritierend ist nur, dass man bei der Charaktererschaffung ebenfalls Charaktermerkmale kaufen kann, die CP oder JP kosten (wo diese doch sonst nur während des Spiels verteilt werden). Das Konzept ist nicht neu, klingt aber interessant.

Schluss
Das letzte Drittel des Buches könnte man mit einem Wort zusammenfassen: Sammelsurium. Besser gesagt es ist ein Katalog mit einer wahren Fülle an Auswahlmöglichkeiten. So kann man auch Mischwesen spielen, die mehr oder minder unter dem Einfluss der feindlichen Welt stehen. Biologische Abnormitäten...also man spielt Personen, die sich mit was infiziert haben z.B. Dafür aber wiederum gibt es GP-Kosten, die man bezahlen muss. (Keine Ahnung, wofür GP steht...Genforschungs-Punkte? Gesundheits-Punkte?). Mutanten haben neben veränderten, tierischen Aussehen, Mutantenkräfte, die wiederum MP (Mutanten-Punkte) kosten. Und als ob so ein Mutant mit seinen Mutantenkräften ohnehin eh schon nicht auffällig genug wäre, gibt es noch Auffälligkeiten als Ausgleich für verborgene Mutationen. Und diese Auffälligkeiten wiederum kosten AP (Auffälligkeitspunkte)...

Weiter geht es mit Bio-Mechanik (das brauche ich wohl nicht weiter zu erklären) und der Psionik, die nochmal einen Besonderheit in No Return darstellt, ist sie doch sozusagen der Magie-Ersatz. Da gibt es dann Psionik A und B. Die Psionik A unterteilt sich dabei in 3 verschiedene Hierarchiestufen (Machtstufen) und zudem gibt es 12(!) verschiedene Arten von Kinesen, u.a. Telekinse, Pyrokinese, Elektrokinese,Chronokinese...und eben einige mehr.

Die letzten Kapitel im Buch beschäftigen sich dann noch mit Ausrüstung, der Charakterentwicklung, Fahrzeuge und Kreaturen. Zudem gibt es noch 10 vorgefertigte Charaktere ganz zum Schluss. Die aber teilweise unter der "Porn-Problematik" leiden (ganz besonders einer) und es ist leider auch kein Startabenteuer dabei.

Pro
-teils gute Grafiken und Lesbarkeit
- Stadtkarten in Sektionen unterteilt
- interessante Spezies zur Auswahl
- 3 verschiedene Machtlevel für den Spieleinstieg
- Modell mit Justice und Chaospoints
- Psionik als Magie-Ersatz und Hierarchiestufen
- 10 vorgefertigte Charaktere

Contra
- aber eben auch teils schlechte Grafiken
- Les-/Erkennbarkeit bei Weltkarten sehr schwierig
- verbesserungswürdige Struktur/Aufbau des GRW
- die enorme Auswahl an Möglichkeiten im hinteren Drittel des Buches erschlägt einen eher am Anfang
- kein Startabenteuer
- Setting fokussiert sich auf Großstädte
- Großstädte wirken auf den ersten Blick alle gleich (von den Strukturen her)
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Was bleibt unterm Strich?-Das Fazit:
*Puh* Nach dem Lesen des GRW von No Return fühle ich mich wie nach einer Achterbahnfahrt mit Höhen & Tiefen. Anders gesagt: Auf die Frage, wie No Return denn nun letzten Endes ist, gibt das Buch selbst die Antwort in Form seines Covers, das an den römischen Gott Janus erinnert. Und diese Auf&Ups ziehen sich durch das ganze Buch. Aber Reihe nach. Also: No Return hat gute aber auch schlechte Grafiken. Die Lesbarkeit des Buches insgesamt ist gut, und die Idee mit der Aufteilung der Städte in Gebiets-oder Sektionszonen ebenfalls. Dafür ist die Les-oder Erkennbarkeit bei den Weltkarten enorm schwierig auf Grund der gewählten Farbkombinationen. Das System mit dem Hazard-Die ist nicht neu, ist aber auch nicht besonders schwer und erfüllt seinen Zweck. Ab den letzten 2/3 des Buches entwickelt No Return eine ungeahnte Komplexität, die ich so zu dem Zeitpunkt nicht erwartet hätte-und die mir im letzten Drittel schlicht zu viel geworden ist. Da musste ich mich durch den "Katalog" wirklich durchquälen. Das Setting ist mir insgesamt eine Spur zu dreckig und zu dystopisch und der übermäßige Anteil an Street-Porn macht den Eindruck nicht unbedingt besser. Ganz im Gegenteil. Dafür gibt es interessante Spezies zur Auswahl und die Sache mit Justice-und Chaospoints hört sich interessant an. Die Psionik mit ihren verschiedenen Machtstufen hört sich spannend an, erschlägt einen aber erstmal mit ihren 12 Kinesen und den damit verbundenen Möglichkeiten. Die Struktur und Aufteilung des Buches ist zuweilen auch verbesserungswürdig. Manche Sachen werden an Stellen erläutert oder erklärt, an denen man es nicht unbedingt erwartet hätte. Dafür warten am Ende 10 verschiedene Archetypen zum Probespielen (wenn auch ohne Abenteuer).

Bleibt die Frage: Mache ich jetzt einen Turnover zu No Return? Nein. Aus den (negativen) Gründen, die ich oben genannt habe, da sie für mich (die positiven) überwiegen. Leute, die Endzeit mögen, und mal in einem so richtig dreckigen, heruntergekommenen, dystopischen und ziemlich "asozialen" Setting spielen wollen und denen auch das Übermaß an Street-Porn nichts ausmacht, können gerne mal einen Blick riskieren-da No Return auch ein paar interessante Dinge an der Angel hat. Ich hingegen bleibe lieber bei den Hezekieliten von Heredium an der Angel und alle anderen, die auf der Suche nach einem Endzeit-Rollenspiel sind, sollten sich anderweitig umsehen. Mit (wie gesagt) Heredium, Deadlands: Hölle auf Erden, Mutant: Jahr Null oder auch Degenesis(Rebirth Edition) (um nur mal ein paar zu nennen) gibt es andere Genre-Vertreter, die in den von mir angesprochenen Punkten einfach besser sind.

Last but not least will ich eine Sache nicht unerwähnt lassen: Ich weiß, wie viel Arbeit und Mühe es macht, ein Rollenspiel zu schreiben. Besonders dann, wenn man es zunächst alleine bewerkstelligen muss und auch keinen großen Verlag hat, der hinter einem sitzt. Von daher habe ich größten Respekt vor dem Buch, das Manni Altenschmidt da auf den Weg gebracht hat und finde, dass ich dies auch nicht unhonoriert lassen kann. Daher schlage ich 0,5 Punkte auf die eigentliche Wertung drauf.

Meine Wertung: 6,5/10
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: schneeland am 30.05.2018 | 21:31
Spielt dieses ominöse Zentrum eigentlich im Buch abseits der Einleitung noch irgendeine Rolle?
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: D. Athair am 31.05.2018 | 01:06
Schöne Besprechung. Deckt sich ziemlich mit meinem Eindruck, dass das Teil Potential hat, aber sich aus dem Heartbreaker-Eck erst noch lösen muss.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Uwe-Wan am 31.05.2018 | 08:52
Deine Einschätzung bzgl. der Sprache teile ich nicht, angesichts solcher holprigen Absätze:

Zitat
Schlag euch quer durch den Dschungel und kämpft gegen die mutierte Flora und Fauna, plündert verlassene Ruinenstädte auf der Suche nach wertvollen Gütern, nehmt an illegalen und tödlichen Straßenkämpfen teil oder errichtet ein Imperium auf Trümmern und Blut, um die Gesellschaft in eine von euch geprägte Zukunft zu führen.

Ob du ein skrupelloses Gangmitglied sein möchtest, ein Adivasi mit 360 Grad Ultraschall-Wahrnehmung, ein genetisch optimierter und mit biologischen Abnormitäten augmentierter Evo, ein Mutant, mit verschiedensten tierischen Fähigkeiten oder ein Zeneritone der über unglaubliche Psi-Kräfte verfügt, entscheidest du. Gestalte dir deine individuelle Mischung.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 31.05.2018 | 15:21
Deine Einschätzung bzgl. der Sprache teile ich nicht, angesichts solcher holprigen Absätze:
Was soll an diesen Absätzen holprig sein? Gut die Sätze sind vielleicht ein bisschen lang geraten und da hätte man vielleicht auch 2 oder 3 Sätze draus machen können. Das ist aber für mich nichts, was ich als Minuspunkt werten würde. Und auch sonst kann ich da nichts Negatives dran entdecken. No Return hat, weiß Zentrum, andere Dinge die stärker negativ ins Gewicht fallen.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Uwe-Wan am 31.05.2018 | 22:09
Die Sätze sind ziemlich unrund und profitieren weder von Länge noch von Syntax. Es macht für mich einen Unterschied, ob ein GRW gut lesbar ist - was hier der Fall sein kann - oder sogar noch herausgehoben wird, dass es gut geschrieben sei.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Chiarina am 31.05.2018 | 22:16
Ungünstig ist im vorliegenden Beispiel beispielsweise die Darstellung von alternativen Charakterklassen, der darauffolgende Hinweis, dass sich ein Spieler entscheiden soll und dann aber der Hinweis, dass eine individuelle Mischung hergestellt werden kann. Gibt es da jetzt feste Charakterklassen oder Baukasten? Die Sätze verwirren mehr, als dass sie erklären.

(ich kenne das Regelwerk nicht und kommentiere hier nur das genannte Beispiel).
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 1.06.2018 | 11:21
Die Sätze sind ziemlich unrund und profitieren weder von Länge noch von Syntax. Es macht für mich einen Unterschied, ob ein GRW gut lesbar ist - was hier der Fall sein kann - oder sogar noch herausgehoben wird, dass es gut geschrieben sei.
Ich denke, ich habe zum Thema "Sprache" in dem Buch alles gesagt.

Ungünstig ist im vorliegenden Beispiel beispielsweise die Darstellung von alternativen Charakterklassen, der darauffolgende Hinweis, dass sich ein Spieler entscheiden soll und dann aber der Hinweis, dass eine individuelle Mischung hergestellt werden kann. Gibt es da jetzt feste Charakterklassen oder Baukasten? Die Sätze verwirren mehr, als dass sie erklären.
Ich weiß ja nicht, wie du darauf kommst, dass in dem Satz alternative Charakterklassen dargestellt werden. Es gibt "Spielkonzepte", die so in die Richtung von Charakterklassen gehen. Aber die sind in dem betreffenden Satz gar nicht gemeint. Da geht es um individuelle Gestaltungsmöglichkeiten für den Charakter aus einem recht umfangreichen Baukastensystem zur Charaktererschaffung.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Uwe-Wan am 1.06.2018 | 11:29
Du musst dich nicht verteidigen und auch die vermuteten Intentionen des Autors nicht erklären. Wer sich als Kritiker betätigt, muss damit rechnen, dass Leser eine Meinung zu seiner Arbeit haben. Kein Grund, da immer drauf eingehen zu müssen ;)
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Chiarina am 1.06.2018 | 12:47
Zitat von: Blizzard
Ich weiß ja nicht, wie du darauf kommst, dass in dem Satz alternative Charakterklassen dargestellt werden. Es gibt "Spielkonzepte", die so in die Richtung von Charakterklassen gehen. Aber die sind in dem betreffenden Satz gar nicht gemeint. Da geht es um individuelle Gestaltungsmöglichkeiten für den Charakter aus einem recht umfangreichen Baukastensystem zur Charaktererschaffung.

Es heißt einmal "entscheiden" (also A oder B) und dann "Mischung". Das ist das Problem.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Megavolt am 1.06.2018 | 13:02
Ich hatte vor zwei, drei Jahren mal einen No Return Flyer in der Hand, da waren in jedem Satz zwei saftige Rechtschreibfehler drin, also so richtig spektakulär viele.

Ich bin mir zu 100% sicher, dass das nur ein Ausrutscher war, dass jemand aus Versehen die erste Fassung der Textdatei zum Drucker geschickt hat oder dass etwas Vergleichbares passiert ist. Aber nur zur Sicherheit einmal nachgefragt: Das Buch ist schon korrekturgelesen worden, oder?

Davon ab: Tolles und interessantes Projekt, absolut unterstützenswert. Total nette Macher.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 26.10.2018 | 18:27
Aber nur zur Sicherheit einmal nachgefragt: Das Buch ist schon korrekturgelesen worden, oder?
Sehr späte Antwort: Davon gehe ich aus.

Ich hoffe (und bin zuversichtlich), dass ich ab November wieder die Zeit für ein paar Rezensionen finden werde.  Ich beabsichtige, Schnellstarter & Regelwerke im Wechsel zu Rezensieren, allerdings in einem Verhältnis von 2:1 oder 3:1-weil es eben auch viel Zeit erfordert, so ein GRW zu lesen. Da bis dahin ja noch ein paar Tage Zeit sind, wollte ich mal fragen, wie euch denn bislang meine Rezensionen gefallen hinsichtlich Aufmachung& Schreibstil? Vermisst ihr irgendetwas? Oder soll ich was rausnehmen? Oder einfach so weitermachen wie bisher?
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 8.01.2019 | 19:32
Hier ist länger mangels Zeit nix passiert. Ich will aber im neuen Jahr auf jeden Fall wieder -und nach Möglichkeit mehr- rezensieren.

Etwas schade finde ich, dass niemand auf meine im letzten Posting gestellten Fragen eingegangen ist...aber gut. Ich werte das einfach mal so frei nach dem schwäbischen Motto "Nicht gemeckert ist genug gelobt", dass ich einfach so weitermachen soll. :P

Als nächstes werde ich noch den ein oder anderen Schnellstarter rezensieren. Aber dann möchte ich auch mal wieder ein GRW rezensieren. Da ich aber noch nicht so recht weiß, welches von denen, die bei mir bislang nicht oder nur wenig gelesen rumstehen, möchte ich die Wahl euch überlassen. Ich stelle euch 3 GRW zur Auswahl. Jeder, der abstimmen will, hat 1 Stimme. Das GRW, das bis zum 1. Februar die meisten Stimmen bekommt, werde ich dann in/nach meiner gewohnten Art rezensieren. Bei Stimmengleichheit entscheide ich. ;)

Was soll ich als nächstes rezensieren?

(https://www.sphaerenmeisters-spiele.de/WebRoot/Store/Shops/15455106/5AFC/35BE/9441/CE03/FFC9/0A0C/6D06/24E9/Awaken_S2P32100_1024x1024.jpg)

(https://w6vsw12.files.wordpress.com/2016/09/buchmood-magun-leander-auril-taubner.jpg)

(https://verejka.de/wp-content/uploads/2016/12/Promo-Cover.png)
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Rhylthar am 8.01.2019 | 19:38
Ich wäre für Magun. :)

Steht hier schon sehr lange rum, hatte nie die Gelegenheit, mich intensiv damit zu beschäftigen.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Marask am 8.01.2019 | 19:53
Magun sieht sehr interessant aus.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Hotzenplot am 8.01.2019 | 20:53
Ich schließe mich an: Magun
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: rillenmanni am 8.01.2019 | 21:08
Awaken!
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Uwe-Wan am 8.01.2019 | 22:20
Awaken!

Jo!
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: K3rb3r0s am 9.01.2019 | 01:30
Magun!
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: seanchui am 9.01.2019 | 06:24
Magun!

Hier auch Magun!
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 9.01.2019 | 20:07
Erstmal danke für die ersten Votings, eine Tendenz ist erkennbar. >;D

Da ich aber vor der Rezension des GRW noch den ein oder anderen Schnellstarter rezensieren wollte, und nicht will, dass diese Rezensionen zwischen die Abstimmung fallen, verkürze ich den Zeitraum zur Stimmabgabe für die 3 GRW auf den 16.Januar.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Tante Petunia am 10.01.2019 | 17:53
Auch wenn ich bisher damit allein da stehe: Die vergessenen Chroniken! 
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: LushWoods am 11.01.2019 | 07:44
Wenn's ein deutsches Rollenspiel sein sollte und ich es mir aussuchen könnte: Dieseldrachen
Ansonsten: Magun, bitte.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 12.01.2019 | 10:03
Ich habe beschlossen, die Umfrage jetzt dann doch nochmal etwas früher zu beenden, weil ich mit dem Rezensieren des ein oder anderen Schnellstarters nun anfangen will.

Das Ergebnis ist dann doch relativ eindeutig:
1. Magun
2. Awaken
3. Die Vergessenen Chroniken

Magun werde ich daher als erstes rezensieren. Awaken wird irgendwann nach Magun rezensiert werden-weil es mich eben auch interessiert. Bei DVC bin ich mir noch nicht ganz sicher. Die Rezensionen für Magun & Awaken plane ich mal für Februar ein. Davor kommen wie gesagt Schnellstarter und vielleicht auch das ein -oder andere Abenteuer.

Wenn's ein deutsches Rollenspiel sein sollte und ich es mir aussuchen könnte: Dieseldrachen
Hm. Ich habe ja schon im dazugehörigen Thread geschrieben, dass es mich u.a. wegen seiner pulpigen Aufmachung, seines mitunter pulpigen Inhalts und seinem Schwerpunkt auf pulpige Action der 30iger Jahre eher nicht so anspricht (mir geht's da wie dem Hotze). Vielleicht schaue ich mir das mal etwas genauer an, wenn ich sonst nichts mit meiner Zeit anzufangen weiß oder grade nichts anderes Interessantes habe, was ich rezensieren könnte.

Last but not least habe ich mir erlaubt, die Wertung zum Spherechild-Schnellstarter nach nochmaligem Durchlesen leicht anzupassen.

Ansonsten wird es demnächst auch wieder eine neue Umfrage geben, in welcher dann 3 neue System zur Auswahl stehen werden. :)

Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Tante Petunia am 12.01.2019 | 10:10
 :d Danke!  :w20:
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 12.01.2019 | 17:42
Wie schon angekündigt, will ich zunächst noch ein paar Schnellstarter rezensieren. Dazu ein paar Worte:

Viele Schnellstarter behaupten ja von sich -laut Klappentext oder Cover-, dass da alles drin enthalten wäre, um gleich oder sofort losspielen zu können. Ich habe daher beschlossen, bei meinen Rezensionen hinsichtlich Schnellstarter, die Schnellstarter auf genau dieses Feature hin zu untersuchen und zu rezensieren.

Das heißt, für mich müssen in einem Schnellstarter folgende Dinge enthalten sein:

-kurzer, allgemeiner Überblick (worum geht's überhaupt)
- kurzer allgemeiner Überblick über das Setting. Am besten so (formuliert), dass man relativ einfach eine erste gute Vorstellung vom Setting hat, die aber Lust macht, mehr vom Setting zu erfahren und zu erkunden. Etwas detailiertere Infos dann über die Stadt/Dorf/Region, wo das Abenteuer spielt.
- Erklärung der wichtigsten Regeln und am besten noch Spielbeispiele zu den Regeln. Gerade für Kampf & Magie. Beim Kampf dürfen durchaus auch schon einige Kampfotionen-/Kampfmanöver mit dabei sein.
- Startabenteuer
-Archetypen/Vorgefertigte Charaktere. Ein Charakterbild ist nett (und heutzutage ja fast schon Standard), aber kein Muss.
- Optional: Ein Ausblick auf das GRW

Nur damit ihr wisst, auf was ich Wert lege bei einem Schnellstarter. :)
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Uwe-Wan am 12.01.2019 | 18:36
Die Kategorien sind sinnig gewählt. Gibt es einen Goldstandard-Schnellstarter für dich?
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 12.01.2019 | 21:16
Gibt es einen Goldstandard-Schnellstarter für dich?
*puh* eine gute Frage. Einen Goldstandard-Schnellstarter...  :think:...Nein. Nicht. Oder besser: noch nicht. Aber Prologue, der Schnellstarter von Shadows of Esteren kommt da schon verdammt nahe dran für mich. Dass der mit 3 Abenteuern am Ende daherkommt, ist natürlich unschlagbar, aber auch der Rest ist sehr gut gemacht, imho.

Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 13.01.2019 | 09:59
Rezension #4

                                                                                             Seelenfänger Frühnebel (Schnellstarter 2017)



                                                                                                        (https://www.redaktion-phantastik.de/files/uploads/2017/04/Cover-vorn-web.jpg)

Klappentext: " Was wäre, wenn der große Retter nur ein Täuscher war? Was wäre, wenn das Böse bereits gesiegt hat?"

Begebt euch ins Täuscherland. Hier ist die Königsstadt zerstört und das Geeinte Reich gefallen. Was bleibt, sind die Trümmer eines Krieges und ein furchtbarer Fluch. Die überlebenden Menschen suchen nach Ordnung und Halt. Drei konkurrierende Seelenfänger-Orden bekämpfen die allgegenwärtigen Geister. Priester der Sieben Mal Sieben Götter versprechen Trost im Angesicht des Unterganges. Magier und Söldner erwehren sich dunkler Feenwesen aus dem Nebel, der ein Entkommen unmöglich macht. Und überall lauern die Diener des Täuschers, der seinen wahren Plan noch nicht enthüllt hat. Ist wirklich alle Hoffnung verloren? Was würdet ihr tun, wenn eure Welt vor dem Ende steht? Schmiedet euer Schicksal in diesem düsteren Fate-Setting.

Mit diesem Heft haltet ihr ein Schnellstarterszenario für das Fate-Setting Seelenfänger in den Händen, das bei der Redaktion Phantastik erscheint. Der Nebel nähert sich dem Dorf Grünwald. Zeitgleich verschwinden immer wieder Sklaven aus dem Ort. Ob es etwas mit dem Wagenvolk zu tun hat, das in der Nähe kampiert? Dann wird eine Einwohnerin tot aufgefunden, zerfleischt von einer gewaltigen Kreatur. Kam der Angreifer aus dem Nebel? Was geht in Grünwald vor?

Mit Frühnebel könnt ihr sofort losspielen! Dieses Heft ermöglicht einen Einblick in die Spielwelt und den spannenden Schauplatz Grünwald, ein Dorf mit vielen weiteren Abenteueraufhängern. Hinzu kommen fünf fertige Einsteigercharaktere und Regeln für Geister und Seelenfang. Benötigt wird lediglich das Fate- Core- Regelwerk , das beim Uhrwerk-Verlag erschienen ist und als PDF auf faterpg.de kostenlos heruntergeladen werden kann.


Warum habe ich das gekauft?
1. Ich habe ein Faible für Dark Fantasy & Horror. Damit kann man mich quasi immer locken.
2. Mir hat das Cover vom Täuscherland-GRW extrem gut gefallen und angefixt. Und das Setting klingt interessant. Aber da es leider auf FATE basiert, wollte ich erstmal den Schnellstarter anschauen, ob denn das Setting mir so zu gefallen vermag, dass ich es trotz Fate kaufen werde.
3. Ich mir überlegt habe, dass -nachdem ich ja mit Fate nicht warm geworden und klar gekommen bin-, ein abgespecktes Regelsystem vielleicht doch noch dazu beitragen könnte, dass sich mir Fate als Regelsystem irgendwie doch noch erschließt.

Ich will und muss an dieser Stelle vorweg nehmen, dass die Tatsache, dass ich Fate nicht mag, auf diese Rezension keinen Einfluss hat bzw. hatte. Mir ging es einzig und allein um:
- Das Setting
- Das im Schnellstarter enthaltene Abenteuer
- die Grundanforderungen an einen Schnellstarter und ob&wie gut diese erfüllt werden.

Was haben wir hier?
Typ: Schnellstarter, Softcover
Sprache: deutsch
Umfang: ca. 35 Seiten
Genre: Dark Fantasy/Horror

Worum geht's?
Es geht um das namensgebende Täuscherland. Ein dunkler und düsteres Land, von Kriegen & Intrigen gebeutelt und gekennzeichnet. Ein Land, voll auch von (dunkler) Magie und rastlosen sowie verfluchten Seelen, die vom "rechten" Weg abgekommen sind. Diese Seelen kann man (ein)fangen und ihnen helfen...wenn da nicht dieser zähe, (magische?) Nebel wäre, der das Täuscherland wie eine weiße Dunstglocke, als schier unüberwindbare Barriere, die nicht nur Schutz sondern auch Gefahren birgt...

Präludium: Layout&Sprache
Der Schnellstarter ist verständlich geschrieben und gut zu lesen. Manchmal ist für die schwarze Schrift ein grauer Hintergrund nicht immer optimal-aber da es auch "weiße Flecken" gibt und das Grau eher hellerer Natur ist-fällt das nicht weiter arg ins Gewicht. Der Schnellstarter ist übersichtlich gegliedert und Orthographiefehler habe ich keine gefunden. Grafisch bewegt sich der Schnellstarter auf einem durchaus guten Niveau. Die Grafiken gefallen mir insgesamt gut. Manche fallen leicht ab, weil sie etwas verwaschen wirken, bzw. gewinnt man bei denen ein bisschen den Eindruck, dass der Pinselschwung etwas lascher war oder aber dass das Bild schnell noch fertig gezeichnet werden musste. Das tut aber dem insgesamt guten Gesamteindruck keinen Abbruch. Etwas mehr Farbe wäre wünschenswert gewesen, aber das will ich jetzt hier nicht negativ ankreiden, da die Bilder wie gesagt ganz gut sind und die Übersichtlichkeit & Lesbarkeit nicht darunter leidet.

Anfang
Am Anfang folgt zunächst ein Mal ein erster kleiner Hinweis auf Fate-Core, und dass man das GRW braucht, zum Spielen. Es wird vorausgesetzt. Dann gibt es einen Hinweis, wo man das runterladen und sich durchlesen kann. Und selbst wenn es das gratis als PDF zum Download gibt: So etwas finde ich gar_nicht_gut. Und einen denkbar schlechten Start bzw. Ausgangspunkt für diesen Schnellstarter. In einem Schnellstarter haben einfach alle wichtigen , zum Spielen nötige, Regeln drin zu stehen. Denn sonst kann ich nicht direkt oder sofort losspielen, wie es uns der Schnellstarter von Seelenfänger auf der Rückseite des Selbigen weiß machen will. Abgesehen davon, dass ich vielleicht (als jemand, der das leiten will) nicht die Zeit & Muse habe, mir das Regelwerk von Fate Core runter zu laden und durchzulesen, ehe ich mit dem Schnellstarter anfangen kann?! Sorry, so etwas ist in meinen Augen für einen Schnellstarter ein absolutes No-Go! :q

Aber es kommt noch besser äh...schlimmer. Direkt darauf folgt eine abgespeckte Version der Regeln für Neulinge. Da werden zwar einige Sachen kurz erklärt-aber wer Fate nicht kennt steht trotzdem wie der Ochs vorm Berg. Beim Aspekte erschaffen wird das zwar kurz erläutert, es fehlt aber die Info, wann & wie oft man Aspekte erschaffen kann und was es mit diesen auf sich hat. Gleiches gilt für das Reizen von Aspekten. Die Krönung (in negativer ) Hinsicht kommt dann beim Kampf: Nachdem zuvor einige Regeldetails von Fate teils nur unzureichend erklärt worden sind (da es an klaren & konkreten Beispielen mangelt!) wird in Bezug auf Kämpfe nur lapidar gesagt: Schau' da wieder ins Fate Core- Regelwerk. Sorry, ich fühle mich gerade ziemlich veräppelt. Also entweder es werden alle wichtigen Regeln (und da gehört der Kampf für mich mit dazu, selbst für so ein eher narrativ ausgelegtes System wie Fate)im Schnellstarter kurz & bündig erklärt-oder es wird gleich gesagt: Lies' dir die Regeln auf Fate Core durch und starte dann. Aber das hier , das ist so eine halbgare Regelgrütze :q, mit der nur Fate-Kenner etwas anfangen können. Anfänger blicken erstmal in eine Nebelwand, durch die man nur hindurch sieht, wenn man Fate schon kennt oder aber sich vorher das Regelwerk durchgelesen hat.

Nach dem 'Fog of Rules' lichtet sich das Ganze zum Glück etwas, und das Setting von Täuscherland wird grob umschrieben. Samt einem kleinen geschichtlichen Abriss. Das ist ganz in Ordnung, vermag mich aber noch nicht so richtig zu packen, so dass ich sagen würde: " Da will ich auf jeden Fall mehr vom Setting wissen". Es ist ganz nett, aber dieses Nebel-Barrieren-Zeugs aus dem irgendwelche Kreaturen kommen ist ja nun wahrlich nix Neues. Und diese Sache mit den 3 Orden: nice to know. Da sie aber für das Abenteuer mal so gar keine Relevanz besitzen, hätte man das auch getrost weglassen können. Ich hätte mir dafür lieber noch etwas mehr Tiefgehendes in Bezug auf den Nebel oder so gewünscht, das das Geheimnisvolle des Nebels und der Welt an sich nicht nur unterstreicht sondern auch Neugier weckt, da mehr (im vollständigen GRW) drüber erfahren zu wollen. Oder aber noch ein bisschen mehr Settingwissen-/details in Bezug auf das Abenteuer. Da geht es um verschwundene Sklaven. Aber wie ist das denn mit Sklaven bzw. Sklavenhandel in Täuscherland? Ist das normal? Gibt es Sklavenjäger? So etwas hätte ich viel lieber gewusst als die Entstehunggeschichte von 3 Orden, die für das Abenteuer irrelevant sind.

Mittel-/Hauptteil
Der Mittel-bzw. Hauptteil besteht dann aus dem Abenteuer rund um das Dorf Grünwald (welch' kreativer Name^^). Auf etwas mehr als 10 Seiten sollen die SCs die Vorkommnisse im Dorf rund um verschwundene Sklaven untersuchen. Dass das Abenteuer eher investigativ angelegt ist, stört mich persönlich nicht. Im Gegenteil: Ich mag investigative Stories. Auch gibt es eine Karte des Dorfes, und ja auch mitunter interessante NPCs. Und: Es gibt einige Vorschläge für Anknüpfungspunkte bzw. Abenteueraufhänger. Die man gut als Gerüchte verwenden kann aber auch als Abenteuerfortsetzung.

Aber: Nach einem kurzen Einstiegs-Intermezzo...geht es plötzlich nicht mehr weiter. Der Leser wird alleine gelassen. Mutterseelenalleine findet er sich plötzlich im Dorf wieder. Wo es jede Menge NPCs und Schauplätze gibt, aber plötzlich keinen Plot mehr. Keinen roten Faden (bzw. es gibt einen; aber der ist höchstens noch hellrot und auch erst am Ende ersichtlich). Und das ist nicht nur für Leute, die Fate nicht kennen seeeehr ungewohnt. Es gibt plötzlich keinerlei Orientierungspunkte in der Geschichte mehr, oder irgendwelche Rahmen-oder Eckpunkte, an denen man sich entlanghangeln könnte, und die einem zumindest so ein bisschen Struktur&Orientierung geben. Abgesehen vom Anfang/Einstieg ist wirklich der Rest des Abenteuers komplett offen. Ich mag es auch nicht, wenn alles punktgenau festgelegt ist, oder alles in einer bestimmten Reihenfolge abgearbeitet werden muss. Aber SO offen und SO frei? Als (blutiger) Anfänger würde ich mich mit einer solchen "Abenteuerstruktur" vermutlich total überfordert fühlen, weil ich gar nicht wüsste, was ich jetzt da genau machen soll. Weil ich habe ein Dorf & Personen und soll da nach einem Einstieg plötzlich ein Abenteuer drumherum stricken- mit/ zu einem Regelwerk, das anfangs nur unzureichend erklärt worden ist. Gut, im Schnellstarter gibt es noch einen Hinweis auf die offene Struktur des Abenteuers. Aber zwischen "offen" und "so offen, wie es in Fate ist" ist für mich schon nochmal ein Unterschied. Da hätte imho eine Art "Warnschild" hingehört, das auf diese totale(!) Offenheit nicht nur hinweist, sondern auch warnt! Denn das ist-unabhängig von Fate- ziemlich sicher nicht für jeden etwas. Und ich halte so etwas für Anfänger total ungeeignet.

Am Ende des Abenteuers kommt dann noch ein Infokasten mit einer Übersicht und den Regeln für die Fähigkeit "Seelenfang". Eine interessante Fähigkeit der SC, die zumindest eine Prise Salz in die bis dato doch ansonsten eher nicht abgeschmeckte Nebelsuppe von Seelenfänger bzw. Frühnebel bringt. Allerdings ist ihr Einsatz im Abenteuer selbst nur bedingt notwendig. Und: Seelenfang umfasst 4 Kräfte...da hätte es für Anfänger vielleicht auch gereicht, zunächst mal nur 2 Kräfte zu erklären und zu verwenden.

Schluss
Am Ende kommen zunächst ein paar Monster/Kreaturen samt Werten, ehe sich noch 5 Archetypen finden und 1 Charakterblatt. Die 5 Archetypen besitzen eine eigene Hintergrundstory und die wichtigsten Werte. Zudem werden Stunts der jeweiligen Charaktere kurz&prägnant erklärt. Leider haben nur 2 der 5 Archetypen Charakterbilder. Die anderen 3 sind vermutlich irgendwo im Nebel verschwunden. Und auf dem Spoiler zum Abenteuer im Klappentext hätte ich auch gerne dankend verzichtet.

Pro
- gute Grafik
- Karte von Grünwald
- teils interessante NPCs &Abenteueraufhänger
- Seelenfang als interessante Sonderfähigkeit
- 5 spielbare Archetypen...

Contra
- Man muss das GRW von Fate Core runterladen & gelesen haben, um mit dem Schnellstarter spielen zu können
- Abgespeckte Regeln von Fate Core nicht klar/ausreichend genug erklärt
- Kampf wird gar nicht erklärt, sondern auf Fate Core verwiesen
- plötzlich total offene Struktur des Abenteuers, die...
- in Verbindung mit dem halbgaren Regelwust Anfänger/Einsteiger total überfordert
- Spoiler im Klappentext zum Abenteuer
--...von denen nur 2 ein Charakterbild haben?
_________________________________________________ _________________________________________________ _________________________________________________ __________________
Was bleibt unterm Strich?-Das Fazit:
Der Frühnebel macht seinem Namen alle Ehre. Im negativen Sinne, wohlgemerkt. Es fängt schon sehr zäh und undurchsichtig mit dem 'Fog of Rules' an. Es kann einfach bei einem QS nicht sein, dass ich da erst das komplette GRW vorab gelesen haben muss, um mit dem QS spielen zu können. Es sollte genau andersrum sein!!! Und dann werden da Regeln in einer abgespeckten Version für Anfänger erklärt, aber dann so unzureichend, dass da einfach viel zu viele Fragen in regeltechnischer Hinsicht offen bleiben. Immerhin lichtet sich dann etwas der Nebel, wozu auch die guten Grafiken ihren Teil beitragen. Es gibt interessante NPCs und Abenteueraufhänger, die man beliebig verwenden kann. Aber dann nimmt der Nebel wieder zu, weil man plötzlich eine derart offene Abenteuerstruktur im Spiel hat, dass man erstmal orientierungslos dasteht und nicht weiß, wohin und was man als nächstes tun soll. Grade als Anfänger ist man damit leicht heillos überfordert. Die 3 fehlenden Charakterbilder und der Spoiler im Klappentext setzen einen leider unrühmlichen Schlusspunkt auf diesen Schnellstarter.

Wer sich für das Täuscherland-Setting interessiert, der kann bedingt zugreifen, wenn er Fate kennt und die Fate-Regeln mag und mit der total offen Spielstruktur keine Probleme hat. Wer das Ganze als Einstieg in Fate in Betracht zieht, sollte die Finger davon lassen und sich stattdessen gleich Fate Core oder ein entsprechendes Äquivalent zulegen und durchlesen.

Meine Wertung: 4,5/10
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 2.10.2019 | 17:44
Mit Entsetzen habe ich festgestellt, dass seit meiner letzten Rezension doch ein paar Monate ins Land gegangen sind. Das war so nicht beabsichtigt, aber eine (ausführliche) Rezension erfordert nun mal einiges an Zeit und leider hat man die nicht immer, auch weil andere Dinge dazwischen kommen...

Ich möchte aber versuchen, bis Jahresende auf jeden Fall noch ein paar RPG-Bücher zu rezensieren. Ob und wie viele ich bis dahin noch schaffe steht auf einem anderen Blatt.

In den letzten Tagen & Wochen habe ich mir überlegt, ob ich mein (Be)Wertungssystem für Rezensionen verändern soll. Und zwar würde ich statt wie bisher Punkte eher ein allgemeines Urteil fällen, wie mir das Produkt denn nun insgesamt gefallen hat. Die 'Beurteilungen' würden sich wie folgt unterteilen:

SUPER -> Bei diesem Produkt stimmt einfach Alles. Oder sagen wir fast alles. Es gibt fast nichts zu kritisieren.

GUT -> viele positive Aspekte und ein insgesamt noch sehr stimmiges und gelungenes Gesamtbild. Allerdings gibt es mehrere kleinere oder auch einen (etwas) größeren Kritikpunkt.

GANZ OKAY /GEHT SO -> positive & negative Dinge halten sich in etwa die Waage. Da wir hier in der Mitte sind, kann es jedoch sein, dass Nuancen dem Produkt letzten Endes noch einen positiven oder negativen Touch geben bzw. eine Tendenz nach oben oder nach unten. GANZ OKAY(Tendenz nach oben), GEHT SO (Tendenz nach unten)

NA JA -> Hier überwiegen die negativen Seiten & Aspekte des Produkts die Positiven. Es kann sich dennoch trotzdem lohnen sich das Produkt zuzulegen, wenn man gewillt ist, ein paar Abstriche in Kauf zu nehmen bzw. mit einigen der negativen Dinge leben kann.

MIES-> Tja, hier finden sich dann nur noch einige wenige positive Aspekte. Die negativen Dinge dominieren. Für Hartgesottene kann ein Kauf aber unter gewissen Gesichtspunkten vielleicht dennoch eine Überlegung wert sein.

SCHROTT-> Hier muss man die positiven Dinge mit der Lupe suchen, oder es gibt einfach keine. Man kann von einem Kauf nur abraten, hier sollte man das Geld besser sparen.

So, jetzt die Frage an euch:  Was meint ihr? Neues Wertungssystem ? Oder das alte Wertungssystem beibehalten?
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Thallion am 2.10.2019 | 18:53
Mies und Schrott zusammen legen, dann hast du das klassische 5 Punkte System.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Sarakin am 2.10.2019 | 19:12
Oder so lassen und es wäre das klassische Schulnotensystem von 1-6.
Ich find's gut. :d
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: schneeland am 2.10.2019 | 19:17
Die Differenzierung zwischen "mies" und "Schrott" ist aber in der Praxis wohl wirklich eher schwierig. Würde Thallions Ansicht zuneigen - die beiden zusammenlegen. Im Zweifelsfall den "goldenen Scheißhaufen" für besonders misslungene Aspekte hinzufügen.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 2.10.2019 | 21:40
Die Differenzierung zwischen "mies" und "Schrott" ist aber in der Praxis wohl wirklich eher schwierig. Würde Thallions Ansicht zuneigen - die beiden zusammenlegen.
Bin ich eigentlich eher dagegen, die beiden zusammenzulegen, weil ich da schon noch einen Unterschied sehe zwischen Mies & Schrott- und auch unterscheiden will, selbst wenn es sich in der Praxis als schwierig gestalten könnte. ...vielleicht ist aber auch einfach die Bezeichnung "Mies" schlecht gewählt und (vom Wortlaut her) schon zu nah dran am "Schrott". Hm, wie wäre es denn mit suboptimal statt "mies"?

Zitat
Im Zweifelsfall den "goldenen Scheißhaufen" für besonders misslungene Aspekte hinzufügen.
Das wird dann der "Schrott des Monats" oder so. ;)
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Thallion am 2.10.2019 | 21:52
Die Frage ist halt nur, ob du deine Skala dann auch wirklich ausnutzt und bereit bist Schrott Produkte zu rezensieren.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: schneeland am 2.10.2019 | 22:04
Suboptimal wäre okay, liest sich aber sperrig. Wenn Du den Rang behalten willst, dann vielleicht „schwach“?
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Gunthar am 2.10.2019 | 22:06
Wieso nicht einfach eine Skala von 6 bis 0?
6 ist Super und 0 ist Schrott.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Uwe-Wan am 3.10.2019 | 08:30
Dann wäre es eine Skala mit 7 Abstufungen und gegensätzlich zur Notengebung, die die Leute aus der Schule kennen.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 3.10.2019 | 09:26
Die Frage ist halt nur, ob du deine Skala dann auch wirklich ausnutzt und bereit bist Schrott Produkte zu rezensieren.
Ob es sich bei einem Produkt dann tatsächlich um "Schrott" handelt, weiß ich ja immer erst nach dem Lesen. ;) Von daher ein klares JA als Antwort auf deine Frage. Es sei denn, ich habe das Buch schon Mal gelesen, weiß dass es imho Schrott ist und will mir das erneute Lesen für die Rezension nicht nochmal antun.


Suboptimal wäre okay, liest sich aber sperrig. Wenn Du den Rang behalten willst, dann vielleicht „schwach“?
ich weiß nicht. "Schwach" ist für mich eher personen- denn sachbezogen. Während hingegen man eine Sache z.B. gut oder mies finden kann.
Hm vielleicht statt "mies" einfach (nur) "schlecht"?

Wieso nicht einfach eine Skala von 6 bis 0?
6 ist Super und 0 ist Schrott.

Weil das eine Bewertungsskala aus der Schweiz ist die a) vielleicht nicht jedem hier in Deutschland geläufig ist und b) genau entgegengesetzt zu der Notengebungsskala funktioniert die wir hier in Deutschland kennen.

Danke einstweilen für eure Kommentare & Anregungen. Bin mir derzeit noch unschlüssig; vielleicht bleibe ich auch bei meinem alten System?
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: schneeland am 3.10.2019 | 09:40
ich weiß nicht. "Schwach" ist für mich eher personen- denn sachbezogen. Während hingegen man eine Sache z.B. gut oder mies finden kann.
Hm vielleicht statt "mies" einfach (nur) "schlecht"?

Ja, „schlecht“ sollte auch passen (hat natürlich ein Stück weit das gleiche Problem wie „mies“  ;) ). Am Ende vielleicht auch wirklich nicht so wichtig - die Rezension lese ich so oder so gern  :)
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 29.01.2020 | 17:24
Ahoi Folks,

hier tut sich wieder was. :)

Meine letzte Rezension ist tatsächlich schon über ein Jahr her...und dabei wollte ich ja eigentlich auch schon viel mehr rezensiert haben. Aber: Woher die Zeit nehmen und nicht stehlen? Im Ernst: Ich habe selbst nicht damit gerechnet, dass es so lange dauern würde- aber so ist es nun einmal gekommen.

Meine nächste Rezension werde ich demnächst hier reinstellen. Es wird sich dabei um die Rezension von einem der 3 Bücher handeln, die ich eigentlich schon lange eigentlich rezensiert haben wollte. Ich habe dabei aber beschlossen, das Pferd von Hinten aufzuzäumen und erstmal das zu nehmen, was mir am zugänglichsten, einfachsten und am wenigsten umfangreich erscheint. Und von den 3 System ist oder war das nach kurzer Durchsicht nun einfach Die Vergessenen Chroniken. Ich weiß, die meisten haben sich Magun gewünscht, und die zweithäufigsten Stimmen hat Awaken bekommen. Aber ich habe mich nun entschieden, weil es für mich so einfacher war.

Ein anderes Thema, was mich in der langen Zeit ebenfalls beschäftigt hat, war die Sache mit der Wertung/Beurteilung. Es gab ja auch hier verschiedene Vorschläge, und z.B. auch die Überlegung meinerseits, mein Dezimalzahlen-Wertungssystem( von 1-10) durch ein eher schulisch-subjektives Wertungssystem (von super-Schrott) zu ersetzen. Letzten Endes bin ich zu der Entscheidung gelangt, zukünftig in meinen Rezensionen einfach beide zu verwenden. :P Das eine, das Wertungssystem von 1-10 soll dabei eine möglichst objektiveWertung darstellen, und das schulisch-subjektive Wertungssystem-wie der Name schon sagt- (m)eine subjektive Wertung darstellen. Im Prinzip ein leicht abgewandeltes Wertungssystem der ehemaligen PC-Spielezeitschrift Powerplay, in welcher es eine Wertung von 0%-100% gab und die Tester dann aber noch angaben, wie sie es persönlich/subjektiv finden.
Ich hoffe, das findet eure Zustimmung.

Zum Schluss-und bevor ich die Rezi hier reinstelle- noch eine Frage an euch (vor allen Dingen andere Rezensenten): Was denkt oder glaubt ihr, wie viele Seiten eines Buches man tatsächlich gelesen haben muss oder sollte, um eine (vernünftige) Rezension schreiben zu können? Alle Seiten bzw. jede einzelne Seite? 80% des Buches? 2/3 des Buches? 50% bzw. die Hälfte des Buches? 1/3 des Buches?
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 30.01.2020 | 16:04
Rezension #5

                                                                                             Die Vergessenen Chroniken (Version 2.0)

                                                                                                (https://www.drivethrurpg.com/images/8227/219482.png)

                                                                                                       

Klappentext: Tja, so leid es mir tut, aber es gibt keinen Klappentext. Weder auf der Rückseite des Buches, noch auf den ersten Seiten des Buches.  Auf Seite 10 findet sich dann mal eine kleine, eher notdürftig zusammengefasste Erklärung, worum es in diesem Buch gehen soll: Die vergessenen Chroniken sind eine Ansammlung von Geschichten, die allesamt in der Welt von Verej'ka stattfinden.Dieses Buch dient behandelt das Hauptwerk des Pen and Paper mit dem Namen Die Vergessenen Chroniken und dient dazu, sowohl Pen and Paper als Gesellschaftsspiel als auch die Welt Verej'ka detailiert vorzustellen.

Okay. Wenn ich ehrlich bin, hilft mir das grade nicht oder nur bedingt weiter. Und so richtig atmosphärisch be-/geschrieben oder packend ist das auch nicht unbedingt. Dazu aber später mehr, unter dem Punkt "Präludium & Sprache". Allerdings nicht gerade ein verheißungsvoller Auftakt für eine Rezension...

Warum habe ich das gekauft?
1. Zufällig drüber gestolpert/entdeckt vor einigen Jahren. Und es sah interessant aus und ich mag ja eher unbekanntere/exotische Systeme.
2. Fantasy abseits der ausgelutschten EDO-Pfade klingt interessant, und so wollte ich wissen, was DVC hier so zu bieten hat.
3. Es war auch die Rede davon, dass hier einiges Neu sein oder gemacht werden soll- im Vergleich zu 08/15-Fantasy-Systemen. Das klang spannend, und so habe ich zugeschlagen.

Was haben wir hier?
Typ: Grundregelwerk, Hardcover
Sprache: deutsch
Umfang: ca. 305 Seiten
Genre: High-Fantasy mit leichten Horror-Anteilen

Worum geht's?
Es geht um die namensgebenden Vergessenen Chroniken von Verej'ka. Alte zum teil auch als verschollen gegoltene Dokumente (im weitestgehend Sinne), die quasi altes, teils geheimes, teils verbotenes Wissen beherbergen und von einer Zeit berichten, die lange,lange zurückliegt. Leider ist oder wird das lange Zeit nicht so ganz klar. Man findet zwar im Buch immer wieder Fetzen, die das Thema aufgreifen, und so nach und nach kann man sich aus diesen Fetzen zusammenreimen, worum es da eigentlich gehen soll oder was die Vergessenen Chroniken überhaupt sind. Erst ganz am Schluss, im Glossar findet sich eine kurz und prägnante Beschreibung zu den namensgebenden Vergessenen Chroniken- das finde ich echt schade/bedauerlich.

Präludium: Layout&Sprache
Das gesamte Regelwerk ist in deutscher Sprache verfasst. Es ist übersichtlich und klar strukturiert. Von der optischen Lesbarkeit her ist es gut zu lesen, dazu trägt auch der hell-weiße Papierton bei. Bei Sprache & Lektorat hapert es allerdings an manchen Stellen. Es finden sich Sätze, da steht ein Wort doppelt. Oder es sind zwei Wörter zusammen geschrieben, die man nicht zusammen schreibt. Gelegentlich steht ein Wort- und der Rest des Satzes steht weiter unten-da wurde der Absatz falsch gesetzt. Es finden sich auch hin-und wieder Sätze, die komisch klingen, und man dann merkt, dass da ursprünglich ein anderer Satz gestanden haben muss, den man dann ausgetauscht hat- aber vergessen hat, da noch ein Wort zu entfernen, das da steht, aber eben nicht wirklich Sinn macht, dass das da so steht. Es ist jetzt aber nicht  so, dass sich das konsequent durch das gesamte Buch ziehen würde. Nein, so drastisch/schlimm ist es bei Weitem nicht. Aber hin-und wieder stößt man beim Lesen eben auf diese und andere sprachliche Ungereimtheiten.

Zum Layout: In DVC finden sich verschiedene Farbstile wieder, deren Qualität leider etwa schwankend ist. Neben zum Teil richtig guten Bildern gibt es eben auch weniger gute. Wenn ich für die Bildqualität eine Gesamtnote vergeben müsste, würde ich sagen: oberdurchschnittlich. Eine Sache, die mir noch gut gefallen hat ist der hellblaue Farbton, der sich auf einigen Seiten wiederfindet und dem ganzen einen leicht erfrischenden Rahmen verleiht.

Anfang
Am Anfang gibt es zunächst mal eine Einleitung, und so die grundlegendsten Dinge werden ge-erklärt. Also: Was ist ein Rollenspiel, welche Funktion hat der SL, was machen die Spieler, etc. Das nimmt so ca. 20 Seiten ein, bevor es zur Hintergrundgeschichte um die Spielwelt Verej'ka geht. Was allerdings bei diesen grundlegenden Dingen das Steigern von Charakteren zu suchen hat, ist mir ein Rätsel- das gehört da nicht hin. Die Hintergrundgeschichte wiederum beginnt leider ein wenig dröge (à la "Es war einmal vor langer, langer Zeit..." *gähn*) und motiviert jetzt nicht grade unbedingt zum Weiterlesen. Und sie ist am Anfang leider auch etwas verwirrend, weil da Namen und Begriffe auftauchen, die wenig später wieder auftauchen- aber irgendwie erst danach geklärt werden.

So erfährt man dann quasi nebenbei, dass es einstmals Götter gab und Menschen. Die haben sich irgendwann gezofft, die Götter wurden gestürzt und dabei wurde Magie freigesetzt, die dann auf die Erde fiel...und dort so einige Veränderungen nach sich zog, insbesondere bei Fauna&Flora (dazu später mehr). Die Magie (als Äther) bezeichnet, durchströmt seither jeden und Alles und ist auch Alles und Nichts. Was Äther und was ein bisschen sonderbar ist: weiblich. Ja, hier ist es die Äther. Das hört sich für mich einfach komisch an (und nein, ich bin kein Chauvi).

Es geht weiter mit den 3 Welten, die man theoretisch in DVC bespielen kann: Kamah, Rudah und Arudah. Kamah ist die hiesige Welt, in der sich das Leben abspielt, die Welt der Lebenden. Hier, und das macht das GRW auch klar, werden 90% der Abenteuer stattfinden- zumindest ist es so vorgesehen. Rudah ist das Reich der Toten und kann von den Lebenden eigentlich nicht betreten werden-von Ausnahmen abgesehen. Und Arudah ist eine Welt des Lichts, in der neues Leben entsteht. Die 3 Welten sind insgesamt etwas knapp beschrieben, aber immerhin so, dass man eine Vorstellung davon hat.

Die Spielwelt Verej'ka besteht aus fünf Kontinenten, von denen aber zunächst nur einer relevant und näher beschrieben wird: Aporue. Dieser unterteilt sich in 3 Reiche: Setherea im Süden , Milla Udena in der Mitte und Mundsiege im Norden. Es gibt eine kurze Beschreibung der jeweiligen Topographie, sowie den wichtigsten Städten und Dörfern der 3 Reiche. Was ich hier allerdings vermisse ist eine politische Lage der 3 Reiche. Wie stehen sie zueinander? Gibt es Krieg? Frieden? Waffenstillstand? Handelsbeziehungen?

Da wir ja vorhin schon von Göttern gesprochen haben, gibt es auch Religion in DVC, in Form von Tempeln zu verschiedenen "Gottheiten". Zudem gibt es weitere Kulte & sonstige Gruppierungen, auf die ich aber jetzt mangels Relevanz für die Rezi nicht näher eingehe.

Als nächstes folgen noch ein paar allgemeine Infos zur Spielwelt. Behandelt werden solche Themen wie Wirtschaft (Politik), Geld(Währung), Sprache(n), aber auch Kommunikations-und Transportmittel. Und hier hat DVC es zum ersten Mal geschafft, mich etwas zu verblüffen. Denn mangels Klappentext und nur vom Cover ausgehend, bin ich von einer mittelalterlichen Fantasy-Welt ausgegangen-allerdings gibt es in DVC Züge und Telefone, ja sogar Telegramme. Demnach ist die Verej'ka technisch viel weiter fortgeschritten, als ich dachte. Ich muss aber auch dazu sagen, dass sowohl von den Bildern als auch vom Text her nichts darauf hätte schließen lassen. Diese Info taucht einfach so plötzlich unvermittelt auf (wie abgestürzte Weltraum-Stationen bei Tränen der Idune). Auf der einen Seite war ich verblüfft, auf der anderen Seite empfand ich es aber auch irgendwie als einen Bruch mit der Vorstellung, die ich bislang von Verej'ka hatte. Und wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht, ob ich mich mit dieser Vorstellung anfreunden kann. Ich kenne genug Fantasyweltern-und Systeme mit einem entsprechenden technologisch fortschrittlichem Level. Aber hier will das für mich irgendwie nicht so recht zusammen passen. 

So dröge und verwirrend der Text manchmal auch sein mag...an einigen Stellen finden sich aber immer wieder kleine Abschnitte, die richtig gut und wohltuend sind, weil sie einfach, knapp und präzise gewisse Dinge auf einen Punkt bringen. Z.B. bei der Währung (es gibt eine Währung) oder bei der Sprache (es gibt eine Allgemeinsprache). So ein bisschen wie in einem Computer-RPG, wo man jeden Winkel abgrast und sich dann über das "Goodie" freut, das man dort entdeckt hat. Das lockert das Lesen etwas auf und tut dem Buch gut-und um es nochmal zu sagen: Die meisten Textstellen im Buch sind absolut in Ordnung.

Es folgen dann noch die Regeln für die Charaktererschaffung. Die funktioniert mit einem Point-Buy- System, also nix Ungewöhnliches. Allerdings taucht dann hier auch nochmal das Thema "Steigern eines Charakters" auf, weshalb man sich schon fragt, warum sie das ganz am Anfang erwähnen? Neben diversen Attributen & Fertigkeiten findet sich hier auch das Attribut "Glück". Wer jetzt an Glückspunkte oder Bennies denkt, liegt zunächst mal leider falsch: Glück ist in erster Linie  dafür da, um bei besiegten/getöteten Gegnern mehr Beute/Loot zu machen. Pro Punkt in Glück hat der Charakter eine um 6% höhere Chance (W 100) mehr oder bessere Beute zu finden.  Das ist eine in meinen Augen ziemlich schlechte Umsetzung von "Glück". Immerhin: Wer einen Wert von 6 im Attribut "Glück" hat, kann bei kritischen Fehlschlägen (Patzern) darauf würfeln-und bei Erfolg wird der kritische Fehlschlag in einen normalen Fehlschlag abgemildert. Die Probe ist zwar dennoch nicht bestanden, aber es resultieren daraus keine weiteren Konsequenzen für den Charakter. Wie das Regelsystem in DVC funktioniert wird später erklärt (Kampf). Dass Glück in erster Linie zum Looten da ist finde ich wirklich nicht gut-Wir sind doch hier nicht in einem Computer-Rollenspiel oder bei D&D. Ich dachte eigentlich immer, beim P&P würden andere Dinge im Vordergrund stehen-aber doch nicht "looten,looten,looten!" ::) Zumindest in meinen Rollenspielrunden und nach meiner RPG-Auffassung nicht. Das musste ich erstmal sacken lassen. Immerhin:  Für eine schnelle Charaktererschaffung gibt's das ganze auf einer Seite komprimiert als Zusammenfassung-das entschädigt zumindest für den kurz zuvor erlittenen Schock.

Edit: Die Sache mit dem Glück etwas umformuliert und ausgebessert.
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 30.01.2020 | 16:05
(Fortsetzung)
Mittel-/Hauptteil
Den Mittelteil möchte ich mit den Rassen beginnen, denn die sind tatsächlich etwas Besonderes in DVC. Es gibt insgesamt 12 Stück: Ailure, Amarus, Klant, Lapis'Dian, Lumbré, Menschen, Meymura,Okandra,Orney, Ronfaure, Ruah & Vapine. Es folgt eine kurze Beschreibung...

Ailure: Katzen-/Tigermenschen mit guten Handwerkskünsten. Zwergische Khajiit quasi.

Amarus: Ähneln den Menschen; sind auch unter ihnen aufgewachsen, unbekannte Herkunft. Wissenshüter & Archivare.

Klant: Mischung aus Mensch & Pflanze. Weniger Physis, mehr Magie.

Lapis'Dian: Mischwesen aus Mensch & Amphibie. Sehr gelenkig und wasser-affin.

Lumbré: Wolfsmenschen. Eher instinktives Verhalten.

Menschen: Waren schon immer da auf Verej'ka. Menschen halt.

Meymura: Mischwesen aus Mensch & Affe. Wildnis bevorzugt; gute Kletterkünste.

Okandra: ähneln Menschen, aber leichenblasse Haut und lichtempfindlich. Veganer.

Orney: Mischwesen aus Mensch und Vogel. Keine Flug, aber Gleitfähigkeit. Recht arrogant.

Ronfaure: Mischung aus Mensch und Echse. Quasi Drakonier. Leben fast nur in der Wüste.

Ruah: geisterhafte Wesen, leben in Parallelwelt. Können diese Welt nur mit einer speziellen Rüstung verlassen.

Vapine: Mischwesen aus Mensch und Hase. Haben gute Ohren und leben bevorzugt im Gebirge.

Alle Rassen haben zudem eine besondere Volksfähigkeit und zudem noch bis zu 2 Stämme, von denen man abstammen kann. Diese Volksfähigkeiten sind mal eher normaler Natur, teilweise aber auch recht interessant und spannend wie z.B. bei den Okandra, die nicht aus ethischen oder moralischen Gründen kein Fleisch essen(können), sondern jedes Mal , wenn sie ein Stück Fleisch essen, werden sie mit allen Erinnerungen des Verstorbenen konfrontiert. Mit all seinen Konsequenzen...oder die Ruah z.B. erleiden keinen physischen Schaden (Alarmglocke schrillt wegen Powergamer!), sondern der Schaden manifestiert sich in der Rüstung. Und wenn der Ruah die Rüstung nicht reparieren kann, verliert er die Fähigkeit, TP zu regnerieren. Mehr noch: Ihm droht Gefahr, dass er aus der Rüstung entweichen und sich verflüchtigen (sterben) kann. Das sind jetzt nur mal zwei von diesen Volksfähigkeiten, die ich absolut cool & spannend finde. Wer es nicht ganz so "abgehoben" mag, der findet bei den anderen Rassen wie gesagt auch eher "normale" Rassenfähigkeiten- und insgesamt bietet da DVC imho eine gute, ausgewogene Mischung. Zudem gibt es bei den Rassen auch nur kurze "Twists", die für zusätzliche Konflikte unter den Rassen sorgen. Zudem hat man einige der Rassen mit "Taktik-Tipps" versehen, welche Rolle sie im Spiel und/oder Kampf einnehmen könnten.

Kampf. Richtig, der darf nicht fehlen. Ist im Grunde nix Spektakuläres, relativ einfach gehalten. Es gibt einen festen INI-Wert, und der bestimmt die Reihenfolge im Kampf. Höchste Ini zuerst, etc...es gibt dann noch Talente, die man einsetzen kann im Kampf- das sind aber nichts anderes als Kampfmanöver -oder Optionen. Bei einem Treffer werden überzählige Erfolge von den LP abgezogen. Moment: Erfolge? Was ist denn ein Erfolg? Nun der Grundregel-Mechanismus von DVC- der leider,leider erst nach dem Kampfkapitel(!) erklärt wird, funktioniert so ähnlich wie in SR oder Degenesis: Rebirth. Man hat einen Würfelpool mit W6. 4,5,6 sind Erfolge, 6er explodieren und dürfen nachgewürfelt werden. Es gibt auch noch einen W 100- aber den braucht man nur für Zufallstabellen.

Was mir beim Kampfkapitel eher nicht gefallen hat:
- Beschreibung des Kampffeldes und von Hindernissen kommen vor dem Ablauf des Kampfes
- die Beschreibungen sind doch sehr table-top mäßig (er muss genau 2 Felder weit stehen) ::)
- leider gar keine Info darüber, wie viele Aktionen/Angriffe/Ausweichmanöver ein Charakter in einer Kampfrunde machen kann
Dafür gibt es immerhin eine allgemein Umgebungskarte für Kämpfe zum Ausdrucken (aber da kann ich ehrlich gesagt auch einfach ein Stück Papier nehmen).

Kommen wir noch kurz zur Magie.
Magie ist ein Talent in DVC und keine Fertigkeit wie in anderen Systemen. Man muss grundsätzlich sprechen und gestikulieren; beide Arme frei haben. Magie entsteht oder wirkt direkt im Ziel(bereich). Magier der einen Feuerball schleudert gibt's hier also nicht...Es gibt insgesamt 8 Magieschulen, hier sog. Zirkel. Magie ist unterteilt in Elemente, 6 davon bilden einen Kreis(lauf). Jedes Element hat dabei 2 Gegenpole, das es einerseits schwächer und andererseits stärker gegenüber anderen Elementen macht. Wasser z.B. wäre stärker als Feuer, aber schwächer als Blitz. Die Elemente Licht&Schatten bilden einen eigenen Kreis. Licht enthält Heilmagie und diese kann z.B. Schattenkreaturen schädigen. Das ganze erinnert mich so ein bisschen an Heroes of Might and Magic, wo es von der Magie her ähnlich ist (in Teil VI z.B. kann mit Heilmagie Untote&Dämonen schädigen). Habe ich so bislang noch in keinem mir bekannten System angetroffen, finde ich aber im Gegensatz zu der "Glückssache" eine gute Regelung, bringt etwas taktische Tiefe rein.

Was mir allerdings noch nicht so ganz klar ist: Wie wird Magie oder allgemein der Einsatz von Talenten limitiert? Talente kauft man sich zu Anfang bei der Charaktererschaffung. Aber das war es dann. Finde ich etwas seltsam. In anderen Systemen hat man Manapunkte oder sowas, um das zu regulieren. Hier finde ich nichts dergleichen...?

Schluss
Am Schluss gibt es dann erstmal noch jede Menge Zusatz-Gedöns/Zusatz-Infos für den SL. Angefangen von Reisen (und was da so passieren kann), über verschiedene Gefolgsleute hinweg, die einen begleiten oder für einen arbeiten können bis hin zu allen möglichen Ausrüstungslisten. (Magische) Artefakte dürfen natürlich auch nicht fehlen. Politik & Wirtschaft finden nochmals Erwähnung und dabei u.a. verschiedene Gilden denen man beitreten kann. Lustig: Bei allen Gilden muss man eine Aufnahmeprüfung machen (Gothic 2 lässt grüßen). Dann hätten wir noch ein SL-Kapitel, in dem so die typischen SL-Tipps und Probleme abgehandelt werden. Und am Ende des Kapitels kommt ein Einstiegsabenteuer. Steht da so. Ferner steht dazu:
Zitat
Am Ende dieses Abschnitts findet sich aber für alle das Soloabenteuer, das auch alleine gespielt werden kann...
. Ein Soloabenteuer, das auch alleine gespielt werden kann. Prima. Deswegen heißt es ja Soloabenteuer...
Das besagte Abenteuer umfasst dann grade auch mal 2 Seiten und wirkt etwas lieblos dahingeklatscht, so als ob einem grade noch eingefallen wäre, dass man ja noch ein Abenteuer braucht...Das Teil taugt bestenfalls zum Plothook und wenn es schon mit den Worten beginnt: "...die Abenteurer überleben diese Begegnung nicht." ist es vielleicht nicht gerade als Einstiegs-Abenteuer geeignet. ::)

Ganz zum Schluss gibt's dann noch Antagonisten, und was ich hier aber nett finde, ist, dass die jeweils im Verhältnis zum Menschen (also Größenverhältnis) dargestellt werden. Last but not least findet sich dann auch noch eine Karte von Aporue. Aber: Die ist mit Abstand das grafisch schwächste Bild im ganzen Buch, und wirkt auch wieder etwas lieblos und schnell dahin geschludert, weil man wohl noch eine Karte gebraucht hat. Schade. Dafür ist der Charakterbogen schön übersichtlich und gut gestaltet. Leider gibt es keinen einzigen spielbaren Archetypen.

Pro
- Teils gute Grafiken
- übersichtlich gestaltetes und (optisch) gut lesbares Regelwerk
- kleinere Textpassagen, die kurz und prägnant das Wichtigste vermitteln
- gute, übersichtliche Zusammenfassung für schnelle Charaktererschaffung
- spannende Non-Edo-Fantasy-Rassen
- ausgewogene Mischung zwischen normalen & exotischen Rassenfähigkeiten
- taktische Angaben/Empfehlungen bei den Rassen: "Eignet sich gut als Nahkämpfer,"etc.
- einfache Grundregeln
- interessantes Magie-System mit taktischem Anspruch
- Darstellung Größenverhältnis Antagonisten-Mensch

Contra
- diverse Orthograhpie-, Lektorats und stilistische Fehler
- kein Klappentext
- Hintergrundgeschichte teils dröge geschrieben und leicht verwirrend
- Die Vergessenen Chroniken (und was es damit auf sich hat) werden erst zum Ende des Buches geklärt
- teils schlechte Grafiken (Karte am Ende z.B.)
- Attribut "Glück"  in erster Linie nur zum Looten da
- Kampfbeschreibungen teils sehr table-top mäßig
- Magie/Einsatz von Talenten nicht limitiert/geregelt
- Aktionen im Kampf nicht geregelt (wer hat wie viele Aktionen pro Runde)
- Einstiegsabenteuer bestenfalls als Plothook zu gebrauchen und keine vorgefertigten Charaktere
- Manche Dinge wirken so, wie wenn sie kurz vor knapp noch eingefügt worden wären und demenstprechend "lieblos" (gestaltet)
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Was bleibt unterm Strich?-Das Fazit:
*puh* Diese Rezension ist dann doch um einiges ausführlicher geworden, als ich zunächst geplant hatte. Ich will jetzt gar nicht mal so sehr nochmal auf die einzelnen Pro-und Contra-Punkte eingehen, sondern mich an einer Zusammenfassung versuchen. Also: Das Buch fängt schwach an. Aber: Danach wird es besser, es taut auf, es liest sich besser und flüssiger. Bei der Spielwelt und allen voran bei den 12 Rassen merkt man einfach, dass da echt viel Herzblut drinsteckt. Man merkt einfach, dass hier der Focus des Spiels liegt und darauf viel Wert gelegt wurde. Herzblut wo reinstecken bedeutet ja auch immer, dass man da etwas mehr reinsteckt und investiert als anderswo. Und das wiederum merkt man dann aber an anderen Stellen, wo manches fehlt weil z.B. einige Infos fehlen oder grundlegende Dinge gar nicht geregelt sind. Und zum Ende hin baut DVC leider wieder etwas ab- man hat ein bisschen das Gefühl, das ihm am Ende die Puste ausgegangen ist.

Letzten Endes krankt DVC an vielen kleineren Dingen, hat dafür aber auch echt ein paar gute und spannende positive Aspekte. Und ja, diese kleinen Dinge sind ärgerlich-aber die meisten davon sind zumindest für mich verschmerzbar. Und die positiven Dinge mögen vielleicht nicht ganz so viele sein, haben aber für mich eine stärkere Gewichtung hier.  Ja, natürlich sind die vielen kleinen negativen Dinge ärgerlich-aber für sind die meisten erstmal verschmerzbar und die positiven Dinge rücken dafür mehr in den Vordergrund. Ich finde z.B. die Sachen mit den Rassen und der Magie ziemlich spannend und möchte DVC daher auf jeden Fall mal eine Chance geben und esausprobieren -entweder am Tisch oder als Forenspielrunde. Und ich finde, das sollte ihr auch tun, denn ich glaube alles in allem haben wir es hier mit einem ungeschliffenen Diamanten zu tun, der noch seine Ecken & Kanten hat- unter dessen Oberfläche aber etwas Schönes, Positives durchschimmert. Und man darf natürlich nicht vergessen, dass wir hier die Arbeit eines Mannes bzw. eines sehr kleinen Teams vor uns haben.

Eine errattierte oder neue Version, die einfach rundherum ein bisschen gepolisht wäre (besseres Lektorat, Buch besser strukturiert,etc.),und die andererseits an den Stärken auch gar nicht viel rummacht, würde bei mir wohl schon auf die 7 und auf ein "GUT" springen.

So bleibt es vorerst bei:

Meine Wertung: 6,5/10

Blizzard findet dich: GANZ OKAY
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Uwe-Wan am 31.01.2020 | 12:46
Mir fehlen in deiner Rezension zwei wichtige Punkte:
1. welches System wird genutzt und wie gut ist dessen Umsetzung?
2. was macht das Setting attraktiv? Warum sollte das jemand spielen wollen?
Titel: Re: Blizzard rezensiert...
Beitrag von: Blizzard am 31.01.2020 | 13:47
Mir fehlen in deiner Rezension zwei wichtige Punkte:
1. welches System wird genutzt und wie gut ist dessen Umsetzung?
Nun, dann hast du aber nicht genau genug gelesen. ;) Denn im zweiten Teil erläutere ich das System kurz:
Nun der Grundregel-Mechanismus von DVC- der leider,leider erst nach dem Kampfkapitel(!) erklärt wird, funktioniert so ähnlich wie in SR oder Degenesis: Rebirth. Man hat einen Würfelpool mit W6. 4,5,6 sind Erfolge, 6er explodieren und dürfen nachgewürfelt werden. Es gibt auch noch einen W 100- aber den braucht man nur für Zufallstabellen.
Gut, was ich vergessen habe zu erwähnen:
- man muss eine Anzahl an Erfolgen haben die dem SG entsprechen oder mehr Erfolge haben, um die Probe zu bestehen.
- hat man keinen Erfolg, ist das ein kritischer Patzer

und: Charaktere, die im Attribut einen Wert von 6 haben, können kritische Fehlschläge abwenden. Der Spieler kann dann einen Glücks-Wurf machen, der SG ist der gleiche wie für die Probe zuvor. Bei Erfolg wird der kritische Fehlschlag in einen normalen Fehlschlag umgewandelt (sprich: Probe nicht geschafft, aber keine Konsequenzen wie bei einem kritischen Fehlschlag).

Somit muss ich auch den Kritikpunkt " Attribut Glück nur für Loot" streichen bzw. abmildern-daher danke fürs Nachfragen :)

Zitat
2. was macht das Setting attraktiv? Warum sollte das jemand spielen wollen?
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich diesen Punkt-egal in welchem Setting- immer etwas schwierig zu beantworten finde. Hier in DVC sind es tatsächlich die verschiedenen Rassen, die es -für mich- so interessant und spielenswert machen. Das Setting-finde ich- rückt hier ein wenig in den Hintergrund-auch wenn durch die Äther natürlich alles zusammen hängt. Das Setting als Solches bietet zunächst mal mehr oder minder bekannte Fantasy-Kost (wobei ich das jetzt nicht unbedingt als abwertend oder Nachteil empfinde). Aporue ist technologisch weit fortgeschritten und entwickelt-daraus kann man sicherlich etwas basteln -auch wenn es sich für mich irgendwie nicht so recht in die Welt von Verej'ka einfügen will. Aber das ist wohl persönliche Geschmackssache. Und ich finde wie gesagt den Ansatz mit der Magie und den daraus resultierenden (taktischen) Möglichkeiten ganz interessant. Und zu guter Letzt wäre da natürlich auch noch die Suche bzw. die Jagd nach den verlorenen Chroniken, das man sicherlich gut &öfter als Abenteueraufhänger oder Ausgangspunkt für ein Abenteuer verwenden kann . Erinnert mich so ein bisschen an Die Truhe der Grauen Wächter  (https://dragonage.fandom.com/de/wiki/Die_Truhe_der_Grauen_W%C3%A4chter) aus Dragon Age. So was könnte ich mir z.B. gut vorstellen. Ich schrieb ja in meiner Rezension auch, dass das Buch ein bisschen braucht, bis es in Fahrt kommt bzw. auftaut. So ging es mir auch-als ich aber dann z.B. die Beschreibungen zu den Okandra oder aber auch zu den Ruah gelesen habe, hat es mich (persönlich) "gepackt". Ich fand/finde das cool- und will da wie gesagt auf jeden Fall mal eine Testrunde spielen.