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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Rezensionen => Thema gestartet von: Der Läuterer am 29.12.2018 | 22:35

Titel: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 29.12.2018 | 22:35
Wir schreiben das Jahr 2018. Es geht zu Ende. Dies sind die letzten Tage...

...bevor das nächste Jahr beginnt.

Mitte diesen Jahres kam bei Chaosium eine Cthulhu Kampagne heraus.
Eine neue Kampagne? Nein. Wohl kaum.
Es ist mittlerweile die 7e Version der alten Kampagne von 1984.

Und? War das nötig?
Nein. Denn es ist mittlerweile der Xte Aufguss.

Masks war nicht die erste RPG Kampagne.
Und Masks war auch nicht die erste Cthulhu Kampagne.
Auch ist Masks sicherlich nicht die beste Kampagne. Aber das ist Geschmacksache.

Chaosium spielt hier mal wieder den alt-bekannten Dire Straits Song 'Money for Nothing'!

Denn Masks hat mittlerweile eine lange Historie:
1984 2e Box mit 5 Heften und 144 Seiten
1987 3e Terror Australis mit 136 Seiten
1989 4e SC Reprint mit 160 Seiten
1996 5e SC Complete Ed mit 224 Seiten
2001 5e SC Reprint mit 224 Seiten
2001 dt. Box mit 3 Büchern und 368 Seiten
2006 6e HC Reprint mit 224 Seiten
2007 6e Secrets of Kenya mit 248 Seiten
2010 6e HC / SC Reprint mit 248 Seiten
2017 6e HC Bloody Tongue Ed mit 740 Seiten
2018 7e HC mit 2 Büchern und 670 Seiten

Im RPG.net's comprehensive Game Index steht Masks unter 19.856 bewerteten Rollenspielabenteuerprodukten auf Rang #10.
Unter 7.459 bewerteten Abenteuer Modulen steht Masks, mit einem Rating von 7.78/10, auf Rang #1.

Wer die Kampagne leiten möchte, der sollte sich hier mal einlesen.
https://jmhauser.wordpress.com/roleplaying-games/the-complete-masks-of-nyarlathotep/ (https://jmhauser.wordpress.com/roleplaying-games/the-complete-masks-of-nyarlathotep/)

Mit der 7e Version sieht Nyarlathotep mittlerweile aus wie Giger's Alien. Aber was soll's.

Die neue Ed. bietet heftige 60 Handouts. Und wer bei der Super Deluxe Limited Edition zugeschlagen hat, der hält sogar 135 Handouts für seine Spieler in Händen.

Braucht man Masks? Hm... Irgendwie. Eigentlich schon.
Braucht man die 7e Version? Mit Sicherheit nicht!
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Antariuk am 30.12.2018 | 21:12
Die neue Ed. bietet heftige 60 Handouts. Und wer bei der Super Deluxe Limited Edition zugeschlagen hat, der hält sogar 135 Handouts für seine Spieler in Händen.

Was zum Henker :o Wie soll man das denn alles vernünftig benutzen? Geschweige denn Spieler finden die das mitmachen? Und ich dachte die aufgeblähte KS-Version von Mountains of Madness, die ich mal angeblättert habe, wäre schlimm...
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 30.12.2018 | 21:28
Wie bereits geschrieben, reichen die 4e oder 5e problemlos aus.

In der neuen Version gibt es vorab noch ein Peru Kapitel, wo die Chars auf Jackson Elias treffen, um ihn in New York dann gleich wieder begraben zu müssen.


Unser Spielbericht zu Masks.
https://www.tanelorn.net/index.php/topic,109161.msg134700686.html#msg134700686 (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,109161.msg134700686.html#msg134700686)
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 30.12.2018 | 22:40
Nur damit keine Mißverständnisse aufkommen:
Die aktuelle Version von MoN ist die 5. Edition. Die Liste macht hier tatsächlich ein wenig den Eindruck, als hätte Chaosium jedes zweite Jahr die Kampagne neu herausgebracht. Jedoch sollte man die Liste auf die reinen MoN-Veröffentlichungen beschränken:
1984 1st Edition Box Set (144 Seiten)
1989 2nd Edition Softcover (160 Seiten)
1996 3rd Edition Softcover (224 Seiten)
2006 3rd Edition Hardcover (224 Seiten)
2010 4th Edition Softcover (248 Seiten)
2010 4th Edition Limited Release Hardcover (248 Seiten)
2018 5th Edition Slipcase Hardover Edition (892 Seiten)

Zusätzlich zu dem Prolog-Kapitel in Peru gibt es viele (sehr viele) Hinweise, wie diese Kampagne mit Pulp Cthulhu zu leiten ist (und diese Hinweise beschränken sich bei weitem nicht darauf, einfach mehr Monster reinzupacken).

Die ganze Kampagne ist optisch extrem hochwertig aufpoliert (und, ich glaub kaum das zu sagen, aber: nach dem Wegfall der französischen Edition sind die Chaosium-Publikationen qualitativ und optisch an der Spitze der Wertigkeit, wenn es um Call of Cthulhu Produkte geht).

Nur mal als Ergänzung....

Gruß,
Kasi

P.S.: Meiner Meinung nach braucht man die Kampagne nur bedingt... Wer es gerne pulpig mag, sollte sie sich anschauen, aber: Wenn man diese Kampagne kauft, sollte man zur aktuellen 5. Edition greifen, da diese wirklich weit wertiger ist als die älteren Versionen.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Gilgamesch am 31.12.2018 | 08:36
Wenn man die Kampagne leiten möchte, empfehle ich auf jeden Fall die aktuelle fünfte Auflage für die 7. Edition. Ja, sie ist aufgeblähter als die alten. Aber sie ist auch wesentlich besser. Die vierte Auflage war eine Katastrophe zu leiten, da sie unglaublich schlecht aufbereitet und voller Fehler war. Und wenn ich die Spieler schon mit Handouts und NSCs bombardiere, dann lieber mit den schöneren aus der aktuellen Auflage, als den furchtbar hässlichen aus den alten! ;)

Nachtrag: Es gibt in der fünften Auflage auch inhaltliche Veränderungen der Abenteuer, die sie meiner Meinung nach deutlich verbessern und aufwerten!
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 31.12.2018 | 10:24
Absolut, Gilgamesch. Es steht ausser Frage, dass die neue Version gefälliger ist, als alle anderen Versionen zuvor.

Mit 'Blendwerk', wie Schubern, Hardcovern und bunten Bildchen fängt man Kunden ein. Das ist auch keine neue Masche. Das Konzept der Präsentation ist ein Marketing Trick und steigert so die Verkaufszahlen. Das Gehirn des potentiellen Käufers schaltet ab und man fängt an zu sabbern. Da nehme ich mich nicht aus.

Masks hat jedoch zugelegt... ich nenne es jetzt mal eine kritische Masse erreicht.

Zusätzliches Gewicht durch drastisch mehr Seiten - ähnlich wie zuvor bei der Bloody Tongue Edition.
Dass das nicht sein muss, hat man an der 84er Masks gesehen; rank, schlank und spielbar.

Kampagnen stehen und fallen für mich schon mit der Vorbereitung. Viele hundert Seiten zu lesen und durchzuarbeiten kosten Aufwand und eine Menge Zeit. Oftmals ist der zusätzliche Text nur aufgeblasen und ohne Mehrwert. Dass das bei Chaosium nicht so war, hat mir immer gefallen. Es war... knackig. Nicht hübsch aber knackig. Zumeist wenigstens.


100€ für die Kampagne sind viel Geld, aber heutzutage auch beinahe schon Standart.
Die dt. Version wird vielleicht schon 1500 Seiten haben, verteilt auf 8 HC Bücher zum Einzelpreis von 30€ - 40€ pro Band + einen Karton, um alles zu verstauen. Nur so ein Gedanke. Sei es drum.

Wer auf grosse farbige Bildchen seht, wird bei Chaosium mittlerweile bestens bedient.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Tegres am 31.12.2018 | 11:26
Die dt. Version wird vielleicht schon 1500 Seiten haben, verteilt auf 8 HC Bücher zum Einzelpreis von 30€ - 40€ pro Band + einen Karton, um alles zu verstauen. Nur so ein Gedanke. Sei es drum.
Das denke ich nicht, denn Heiko hat selbst im Cthulhu-Forum geschrieben, dass er Kampagnen nur noch in einem Buch rausbringen möchte. Er schrieb zum Beispiel, dass er "Die Bestie" heute in einem Buch herausbrächte.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: General Kong am 31.12.2018 | 12:15
"Secrets of Kenya" würde ich nicht als "Masken"-Inkarnation werten. Ich habe das Buch und es ist ein Quellenbuch zu (Überraschung!) Kenia in den 20er und 30er Jahren.

Es mag da Infos geben, die in der Kampagne günstig sein können, es sit aber mitnichten die Kampagen mit anderem Namen.

Dafür aber ein wirkliche gutes Quellenbuch, dass ich jedem ans Herz legen möchte.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 31.12.2018 | 13:04
....
Mit 'Blendwerk', wie Schubern, Hardcovern und bunten Bildchen fängt man Kunden ein. Das ist auch keine neue Masche. Das Konzept der Präsentation ist ein Marketing Trick und steigert so die Verkaufszahlen. Das Gehirn des potentiellen Käufers schaltet ab und man fängt an zu sabbern. Da nehme ich mich nicht aus.

Masks hat jedoch zugelegt... ich nenne es jetzt mal eine kritische Masse erreicht.

Zusätzliches Gewicht durch drastisch mehr Seiten - ähnlich wie zuvor bei der Bloody Tongue Edition.
Dass das nicht sein muss, hat man an der 84er Masks gesehen; rank, schlank und spielbar.

Kampagnen stehen und fallen für mich schon mit der Vorbereitung. Viele hundert Seiten zu lesen und durchzuarbeiten kosten Aufwand und eine Menge Zeit. Oftmals ist der zusätzliche Text nur aufgeblasen und ohne Mehrwert. Dass das bei Chaosium nicht so war, hat mir immer gefallen. Es war... knackig. Nicht hübsch aber knackig. Zumeist wenigstens.

...

Leider ist das so nicht ganz richtig....

Eine gute Aufmachung ist kein Blendwerk sondern erhöht sowohl die Lesbarkeit als auch bei Rollenspielpublikationen die Vorbereitung. Es hat halt schon seinen Grund, warum Mediengestalter sich so viel Gedanken über Schriftart, Schriftfarbe und Hintergrundfarbe machen.
Bilder stellen Szenen bzw. Momente aus der Kampagne dar, durch die man sich die Situationen besser vorstellen kann. Und bei dieser Kampagne ist der zusätzliche Text bzw. die zusätzlichen Informationen durchaus mit viel Mehrwert verbunden. Z.B. befindet sich zu Beginn jedes Kapitels ein Schaubild, welches die Spuren verbildlicht, die zu diesem Kapitel führen bzw. die in andere Kapitel führen. Insofern haben die zusätzlichen Infos sehr viel Sinn.

Die Vorbereitung einer solchen Kampagne kann nur kapitelweise erfolgen und nicht an einem Stück...

Achso und noch ein Nachtrag: Die Bloody-Tongue-Edition ist doch meines Wissens nach überhaupt keine neue Version der Kampagne sondern reines Zusatzmaterial, welches noch nicht mal von Chaosium sondern von dem Yog-Sothoth-Verein rausgebracht wurde, oder irre ich mich da?

Ansonsten wünsche ich natürlich allen einen guten Rutsch!
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 31.12.2018 | 13:08
Secrets of Kenya beinhaltet 4 Szenarien auf ca. 100 Seiten.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: General Kong am 31.12.2018 | 13:27
Stimmt, und die sind richtig gut und binden sich prima in den Quellenteil ein - so wie es sein soll. Aber mit "Masks" hat "Secrets of Kenya" nicht viel zu tun. Beide funktionieren unabhängig voneinander, nur darum ging es mir.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 31.12.2018 | 14:29
Bedingt, kasi45. 1984 wurde eine Kampagne nur gemacht, um bespielt zu werden.
Heutzutage wird sie gemacht, um besonders gut in der Vitrine auszusehen.
Insbesondere für solche Veteranen wie mich, die gut Geld verdienen und sich mit einer Neuauflage die alten Zeiten zurückholen wollen, aber häufig weder die Zeit haben, das ganze vorzubereiten, noch Leute gleichen Alters finden, die sich dafür regelmässig Zeit nehmen; neben Beruf, Familie und diversen anderen Verpflichtungen und Hobbies.
Ich kann mir auch ein neues Bonanza Fahrrad in die Wohnung stellen, die Zeit, als ich 12 war, hole ich damit nicht zurück.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 31.12.2018 | 15:25
Tut mir Leid, aber was genau du damit sagen willst, erschließt sich mir noch nicht so richtig.

Tatsache ist nunmal, dass die Kampagne jenseits von der guten Optik (die ja nun nicht nur dafür da ist, dass man sie in die Vitrine stellt sondern die einem auch das "Lesegefühl" erleichtert) eine Menge an Unterstützung zur Vorbereitung bietet. Dies war in den 80ern nicht so. Und wenn jetzt eine Neuauflage der Kampagne erscheinen würde, wie sie in den 80ern erschienen ist, wäre mit Sicherheit die Kritik sehr groß. Denn Rollenspiel hat sich nunmal weiterentwickelt (sowohl äußerlich als auch innerlich). Die Zeiten, wo man irgendwas den Kunden hingeworfen hat und gesagt hat: Musst sehen wie du damit klarkommst... diese Zeiten sind vorbei. Der Spielleiter wünscht sich Unterstützung. All das erkenne ich in der neuen Auflage von der Kampagne, insofern muss ich zurückwerfen: Wenn man Sachen so auflegt wie man es in den 80ern gemacht hat, werden Nostalgiker vllt sagen: "Achja das waren noch Zeiten" aber diese Zeiten sind trotzdem vorbei. Deshalb absolute Daumen nach oben von mir für diese wunderbare Neuauflage, die wirklich alles richtig macht, was man hier noch richtig machen kann.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: General Kong am 31.12.2018 | 15:37
Ich glaube, der Läuterer meint damit, dass solche Prachtkampagnen inzwischen in der Regel von leuten gekauft werden, die
1) die Kohle dafür erübrigen können
2) kaum noch die Zeit haben, das gute Stück zu bespielen, aber
3) das auch nicht so wichtig ist, da sie es eh eher kaufen um es zu haben, zu lesen und "Ach, wei schön ..." zu sagen.

Das nimmt der eigentlichen Qualität der Kampagne in der Neuauflage nichts. Aber die Zielgruppe sind nostalgische Sammler und Wenigspieler mit Geld und ohne Zeit und nicht so sehr Teens und Twens, die sich nach dem Kauf wochenlang von tagaltem Brot und Fertigpizza ernähren, aber dabei die Kampagen in 10-15 12-Stunden-Sitzungen durch zocken.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 31.12.2018 | 16:12
Ich behaupte mal, dass die Mehrheit der Cthulhu-Spieler nicht in den Bereich der Teens fällt. Wenn dann eher Twens oder noch ältere Generationen. Ich glaube allerdings auch nicht, dass sich Personen älteren Semesters (abseits von Teens und Twens) und Personen mit Zeit, längere Kampagnen zu spielen, ausschließen. Diese Darstellung der Rollenspieler ist mir doch zu stark vereinfacht.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: General Kong am 31.12.2018 | 16:28
Also, ich spiele recht häufig mit meiner Stammgruppe - in der Regel jeden Sonntag, tatsächlich eher 2-3 im Monat (über das Jahr gerechnet). Unsere Sitzungen sind so 4, manchmal 5 Stunden lang.
Und ich bin ein alter Grorilla.

Aber wenn ich mich umhöre, dann ist das die Ausnahme. Die meisten sind froh, wenn sie es regelmäßig und de facto so alle 14 Tage oder einmal im Monat hinbekommen. Eine Starfinder-Runde, an der ich mich beteiligen wollte und habe, sollte einmal im Monat stattfinden und im Juli starten. Tatsächlicher Start war dann im August - und dann nie wieder, weil immer irgendwer aus welchen Gründen auch immer nicht konnte: krank, keine Zeit, was anderes.

Und nun schau dir an, wie lange man an solch einer Kampagne spielt, wenn wenn die einigermaßen regelmäßig bespielen und auch irgendwann einmal beenden will. Bei einmal im Monat zu 6 Stunden bist du bestimmt 2 Jahre am Ball, wenn du einrechnest, dass da nie etwas dazwischen kommt.
Und viele Gruppen halten so lange nicht.

Bin da wieder die Ausnahmen - meine Gruppe gibt es seit 1983 (PRAHL!) und in der jetzigen Zusammensetzung seit 2000 (letzter dauerhafter Spielerzugewinn, zwei gehören noch zur Anfangsbesetzung). Und selbst unter diesen guten Bedingungen brechen bei uns Kampagnen zusammen.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 31.12.2018 | 17:20
Sorry aber überzeugt mich nicht... Ich kenne genug ältere, die eine feste Runde haben (und das mind. 2x im Monat) und auch genug jüngere, bei denen es immer wieder heißt: krank, keine Zeit, was anderes. Insofern stimmt es vllt. dass die Kampagne nicht für jederman ist aber aus Einzelfällen auf die Allgemeinheit zu schließen, ist für mich trotzdem immer noch zu einfach.

Trotzdem einen guten Rutsch!
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 31.12.2018 | 18:21
Kasi45, ich habe mich sicher ungeschickt ausgedrückt.

Es geht mir nicht darum, den Xten Aufguss der Kampagne zu kritisieren. Oder darum, die neue Edition schlecht reden zu wollen. Ich würde mich i.d.T. als echten Fan der Kampagne outen.
Ich liebe Masks. Und in meinem Nerdtum besitze ich das gute Stück in 4-facher Form. Das 1989 Reprint, die dt. Box von 2001, das HC von 2010 und die Bloody Tongue HC Ed von 2017.

Überarbeiten heisst für mich aber auch immer anpassen, verändern, weglassen und verbessern.
Überarbeiten heisst nicht, dass man etwas ständig weiter auswalzt, immer mehr hinzu packt und somit alles unnötig verkompliziert. Und ganz sicher heisst es nicht, die anfänglich 150 Seiten auf 650 zu verfünffachen. So etwas nenne ich verschlimmbessern.

Ich könnte lang und breit dozieren was mich stört und was ich anders gemacht oder weggelassen hätte.

Aber mal ehrlich. Die 150 Seiten auf den neuesten Stand gebracht, geordnet mit Schaubildern und Flussdiagrammen versehen, dazu noch passende Fotos und Bilder (am liebsten in s/w), den Australien Teil wieder rausgeschmissen und ab geht die Luzie. Und das kriegt man auf unter 200 Seiten locker hin.

Aber das ist nur meine Meinung.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 31.12.2018 | 19:05
Deine Meinung sei dir unbenommen, allerdings ist meine Meinung auch, dass die alte Kampagne aus den 80ern stark verbesserungswürdig ist. Und es ist nunmal nicht einfach nur mehr hinzugekommen sondern es wurde wirklich deutlich überarbeitet (das ist eine Tatsache und keine Meinung). Du kannst halt die Kampagne mit 150 Seiten nicht auf den neusten Stand bringen ohne die Seitenzahl deutlich zu vergrößern, weil es meiner Ansicht nach dann nur ein nostalgischer Aufguss der 80er wird. Es ist nunmal so, dass die 80er Jahre Produkte absolut nicht mehr zeitgemäß sind und der durchschnittliche Spielleiter heute mehr Hilfen zur Vorbereitung und zum Leiten erwartet als damals in den 80ern (wo alles noch relativ neu war). Und diesen Anspruch bekommt man auf 150 Seiten (nicht bei der Thematik) einfach nicht hin.

Als ich in den 90ern mal die Kampagne mit einer frischen Gruppe geleitet habe, war direkt der erste Kritikpunkt, warum die Spieler bitteschön einen spontan eingeführten NSC (Jackson Elias) vertrauen sollten... Durch das Prolog-Kapitel wäre so ein Kritikpunkt schon ausgeräumt und siehe da: Durch eine Erweiterung hat sich die Kampagne verbessert (Nur mal als Beispiel).

Abschließend noch: ausgerechnet das Kapitel, welches meiner Meinung nach total unverbraucht ist (Australien) sollte man nicht wieder entfernen. New York, London, Ägypten... Tausendmal schon bereist, bespielt und wer weiß was.... Aber Australien bisher kaum....
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Rhylthar am 31.12.2018 | 19:09
Hab ja so keine Ahnung, aber ist...

Zitat
2001 dt. Box mit 3 Büchern und 368 Seiten

..."In Nyarlathoteps Schatten"?
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 1.01.2019 | 10:24
..."In Nyarlathoteps Schatten"?
Exakt die ist gemeint.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Rhylthar am 1.01.2019 | 10:43
Exakt die ist gemeint.
Gut, die habe ich. Kann ich mir Geld sparen.  ;)
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 1.01.2019 | 11:20
Du kannst halt die Kampagne mit 150 Seiten nicht auf den neusten Stand bringen ohne die Seitenzahl deutlich zu vergrößern, weil es meiner Ansicht nach dann nur ein nostalgischer Aufguss der 80er wird.
Man muss es nur wollen. Mit etwas gutem Willen geht so manches.

Aber zur Sache. Man kann eine Regel, die in den 80ern, mit einer Seite Erklärung nicht funktionierte, auch auf aktuell zwanzig Seiten erklären, nur um sich als Leser zu fragen 'Wie war das doch gleich im Mittelteil?'

Ausserdem stellt man als Leser beider Versionen fest, dass jetzt zwar alles anders, aber keineswegs besser geworden ist. Wenn z.B. immer der Langsamste der Chars gefressen wird, dann kann ich das auch in einem Satz erklären.

Aus lang macht kurz, deshalb sage ich es jetzt auf Elbisch. Da sehe ich keinen Sindarin.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Coltrane am 1.01.2019 | 11:37
Gut, die habe ich. Kann ich mir Geld sparen.  ;)
Dann pass mal gut drauf auf. Ich hab nachgeschaut, was die so kostet. Sie ist ziemlich RAR. Preise variieren so zwischen 250 und 800 Euro.  ~;D Die Menschen sind bekloppt.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 1.01.2019 | 11:59
Dann pass mal gut drauf auf. Ich hab nachgeschaut, was die so kostet. Sie ist ziemlich RAR. Preise variieren so zwischen 250 und 800 Euro. Die Menschen sind bekloppt.
Verlangen kann man viel. Für den Preis wird sicher kaum jemand niemand zuschlagen.
Ich persönlich halte Preise zw. 80€ - 110€ für realistisch.
Und wenn die neue deutsche Version 2020? erscheint, werden die Preise sicher sinken.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Rhylthar am 1.01.2019 | 12:13
Werden nicht sinken. Altes Cthulhu-Zeug sind eine sichere Kapitalanlage.

Und hatte nicht vor, sie zu verkaufen.  ;D
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 1.01.2019 | 21:04
Was unter den Cthulhu Veröffentlichungen steht z.Zt. im Kurs am höchsten, bzw. was wird am meisten gesucht?
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Rhylthar am 1.01.2019 | 21:09
Kann ich nicht genau beziffern, aber Boxen sind immer teuer. Froschkönig-Fragmente geht auch immer für viel Geld weg.

Deutsches Cthulhu ist allerdings immer teurer als englisches.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Asathyr am 1.01.2019 | 21:31

Scheinbar gibt es bei dieser Deluxe Ausgabe massive Fuck-Ups was die Texte betrifft. (Ich kenne und spiele KEIN CoC, bin nur zufällig darüber gestolpert)


Siehe dazu das das Unboxing und den anschließenden Verriss: https://www.youtube.com/watch?v=DsaRGv2VoIk
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 1.01.2019 | 23:52
Als ich in den 90ern mal die Kampagne mit einer frischen Gruppe geleitet habe, war direkt der erste Kritikpunkt, warum die Spieler bitteschön einen spontan eingeführten NSC (Jackson Elias) vertrauen sollten... Durch das Prolog-Kapitel wäre so ein Kritikpunkt schon ausgeräumt und siehe da: Durch eine Erweiterung hat sich die Kampagne verbessert (Nur mal als Beispiel).
Das ist m.M.n. die falsche Herangehensweise. Der Mann ist eine Berühmtheit. Ein Bestseller Autor. Es geht nicht darum, dass die Chars dem NSC vertrauen sollen.
Es geht darum, dass ein Mann, der über viele Jahre Wissen zu den unterschiedlichsten Kulten gesammelt hat, über die Chars Bescheid weiss und (dennoch?) Vertrauen in ihre Arbeit hat und sich nicht gleich an die Pinkerton Detektei oder das BOI wendet. Die Chars müssten sich geschmeichelt fühlen.

Das Peru Kapitel könnte m.M.n. leicht durch jedes andere Szenario ersetzt werden, wenn man einem hilfesuchenden NSC den Namen Jackson Elias gibt und alles leicht auf ihn zuschneidet. Ergo, kein Zusatz Kapitel nötig.

Im Übrigen stört es mich als SL massiv, wenn ein Autor mir vorschreibt, dass bzw. wen ich tunlichst schonen sollte, weil man ja später diesen und jenen im folgenden Kapitel noch braucht. Was soll das?
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Chiarina am 2.01.2019 | 00:20
Ja, was der Läuterer schreibt klingt stark nach der Video-Rezension. Ich bin zwar kein Call of Cthulhu Spieler, aber die Auseinandersetzung hier hat mich interessiert. Daher habe ich mir das Unboxing Video, das Asathyr im letzten Beitrag verlinkt hat, mal angesehen und ein paar Notizen gemacht. Vielleicht ist´s ja hilfreich für die Diskussion.

Das Video ist ca. 35 Minuten lang. 20 Minuten davon zeigt der Rezensent, was für eine hervorragende Qualität Verpackung, Schuber, Bindung, Druck, Sichtschirm etc. haben. Seinen Worten zufolge durchweg alleroberstes Niveau.

Dann kommt die Kritik und die bezieht sich auf den Text. 10 Minuten lang wird erst ein wenig um den heißen Brei herumgeredet, dann werden Schreibfehler bemängelt. Der Rezensent greift eine zufällige Passage heraus, behauptet, dass es sich infolgedessen nicht um ein besonders abschreckendes, sondern eben lediglich um ein zufällig ausgewähltes Beispiel handele, dann wird gezeigt, dass sich auf so einer zufällig herausgegriffenen Drittelseite drei oder vier Textmängel (Formulierungsschwächen, fehlendes Wort, schlechte Satzkontruktionen) befinden.

In den letzten 5 Minuten wird über Konzeptionsschwächen gesprochen. Insbesondere geht es um das Peru-Kapitel, in dem eine Nichtspielerfigur ("Jackson Elias") vorgestellt wird, die im weiteren Verlauf der Kampagne noch eine größere Rolle spielt. Die Kampagne ist in der neuesten Fassung so konzipiert, dass Jackson Elias und wenigstens eine Spielerfigur das Perukapitel überleben müssen. Der Rezensent ärgert sich darüber und behauptet: "Why play through it if you have to survive?"

Was dem ein oder anderen von uns in der Art der Kritik vielleicht etwas übertrieben vorkommt, wird im Folgenden anhand von zwei Textpassagen erläutert. Zunächst heißt es: "[...] the Keeper should work to ensure that Elias survives the chapter. Depending on the tastes of the Keeper and the group this may involve a little sleight of hand." In der zweiten Passage wird ein Argument geliefert, warum das alles wahrscheinlich zu überhaupt keinem Problem führen wird: "Many encounters in Peru are designed to appear more dangerous than they really are." Der strenge Rezensent kommentiert diese Passage mit dem Satz: "It´s an illusion that this part is difficult."

Am Illusionscharakter der Peru-Episode und der Aufforderung zum Railroading was das Überleben der zentralen Nichtspielerfigur angeht entzündet sich also die Kritik des Rezensenten. Seiner Meinung nach hätten derartige Probleme leicht umgangen werden können. Es gebe nämlich "no need for the Peru chapter to experience Jackson Elias in play and then not actually play it." Während im Abenteuer vorausgesetzt wird, dass die Spielerfiguren sich mit Jackson Elias anfreunden und auf diese Weise Informationen bekommen, führt der Rezensent aus, dass die Nichtspielerfigur bekannt für ihre parawissenschaftlichen Schriften sei und erforderliche Informationen leicht auch in Form einer entsprechenden Lektüre gewonnen werden könnten.

Der gestrenge Rezensent endet seine Besprechung mit folgendem niederschmetterndem Fazit: "[...] I take this part very serious, the creation of the text is the creation of the game and here is the reason why I am now finished with buying products from the new Chaosium until I get confidence that the text is going to be treated with the same respect that the physical products have been getting." Es folgt noch ein Hinweis darauf, wie aberwitzig diese Mängel gerade aufgrund der Luxusausgabe seien. Man nehme extrem hohe Herstellungskosten in Kauf, lasse sich sein Produkt teuer bezahlen, auf ein gründliches Editieren werde aber offensichtlich kein Wert gelegt.

Tja. In Wahrheit habe ich nach diesem Video natürlich keine Ahnung davon, wie repräsentativ die paar Textfehler sind, die uns da gezeigt wurden. Ich weiß auch nicht, ob das Railroading in Bezug auf Jackson Elias die einzige derartige Passage in der ganzen Kampagne ist. Wenn das alles gehäuft vorkommt, ist das in meinen Augen ein schlechtes Produkt. Wenn die Textmängel des gezeigten Abschnitts aber aufs gesamte Produkt gesehen Obergrenze bleiben und im Peru-Kapitel das einzige derartige Railroadingelement zu finden ist, dann finde ich die Kritik ziemlich überzogen.

Immerhin: Die Äußerungen des Rezensenten über hochwertig aussehende, teure Glitzerprodukte, die ein Heidengeld kosten, bei denen der Text dann aber stiefmütterlich behandelt wurde, kommen mir bemerkenswert vor. Das scheint mir ein wichtiger Hinweis für uns alle zu sein, sich von der äußeren Erscheinung eines Produkts nicht zu sehr beeinflussen zu lassen.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Gilgamesch am 2.01.2019 | 08:51
Mit dem Peru-Kapitel hatte Chaosium wohl kaum eine Chance, es allen recht zu machen. Ein häufig gelesener und gehörter Kritikpunkt an der alten Kampagne war, dass die Investigatoren keine echte Beziehung zu ihrem guten Freund Jackson Elias aufbauen konnten, weil die Kampagne direkt mit seinem Tod begann. Darum haben einige Spielleiter (auch ich) einen Prolog hinzugefügt, in welchem Elias auftritt.

Jetzt hat Chaosium in der fünften Auflage ein solches Prolog-Kapitel ergänzt, um diesem Kritikpunkt zu begegnen. Daraufhin wird nun kritisiert, dass dieser Prolog für Elias und die Investigatoren nicht tödlich genug sei. Ja das ist halt jetzt so, wenn man das alte Einstiegskapitel (New York) nicht grundliegend verändern will. Da stirbt nunmal Jackson Elias, der gute Freund der Investigatoren. Also können im Prolog nicht Elias und alle, die ihn kennen, schon gestorben sein!
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 2.01.2019 | 10:14
Es ist immer schwierig, eine fertige Kampagne nachbessern zu wollen. Da nehme ich mich mit meinen Ideen nicht aus.

Kritikpunkte zu setzen ist zudem einfach. Es jedem Recht zu machen dagegen unmöglich.
Das Ganze immer breiter und dicker zu machen ist m.M.n. jedoch der falsche Weg.

Verschiedene Lösungswege zu den Stolpersteinen aufzuzeigen ist dagegen der bessere Weg.
In meiner Rezension zu Masks habe ich mir bereits Gedanken gemacht und auch die Ideen anderer zusammengetragen.

Wie in der Kampagne angeführt, ist der NSC Jackson Elias ein alter Freund der Chars. D.h., die Chars haben mit ihm bereits viel erlebt und durchlitten. Sicherlich mehr als nur ein Mythos Szenario. Erneut ein Grund für die Sinnlosigkeit des neuen Kapitels.

Ich habe bei meiner Kampagne das für mich Naheliegendste gewählt und alle Beteiligten zu Kriegs Veteranen gemacht. Dann sind die Gemeinsamkeiten abgehakt. Alles ist Geschichte. Die Chars sind durch die Hölle gegangen und haben sich gegenseitig den Rücken freigehalten. Weitere Erklärungen sind unnötig.

Die Idee, Jackson Elias am Leben zu lassen, ist mir leider erst eingefallen, als unsere Kampagne bereits lief.
Denn wenn man es genau nimmt, ist sein Tod absolut unnötig. Sein Sterben bringt keinen Mehrwert. Im Gegenteil. Es kompliziert den Einstieg unnötig.
Der Mann wird gerettet. Verletzt oder unverletzt ist erst einmal nebensächlich. Alles, was die Chars als Papiere finden, ist auch das, was Jackson Elias bereits herausgefunden hatte. Er könnte den Chars die Handouts erläutern und ihnen einen glatten Einstieg ermöglichen.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Rhylthar am 2.01.2019 | 11:43
Zitat
Immerhin: Die Äußerungen des Rezensenten über hochwertig aussehende, teure Glitzerprodukte, die ein Heidengeld kosten, bei denen der Text dann aber stiefmütterlich behandelt wurde, kommen mir bemerkenswert vor. Das scheint mir ein wichtiger Hinweis für uns alle zu sein, sich von der äußeren Erscheinung eines Produkts nicht zu sehr beeinflussen zu lassen.
Stimmt schon, leider kann man meist aber nur das Äußere betrachten und hat dann später die unliebsame Überraschung.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 2.01.2019 | 12:08
Wie bereits geschrieben, bin ich ein langjähriger Fan der Kampagne.

Und aufgehübscht übt das Werk logischerweise eine höhere Anziehungskraft auf potentielle Käufer aus - alte wie neue. Dagegen ist absolut nichts einzuwenden.

Es sollten jedoch immer Anwendung und Nutzen im Vordergrund stehen.

Textmängel sind immer unschön, jedoch sind sie bei solch einem Klops an Text fast unvermeidlich. Selbst bei guten Lektoren tritt irgendwann einmal Textblindheit auf. Solange sich das nicht übermässig häuft, sehe ich da gerne auch grosszügig drüber hinweg.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 2.01.2019 | 14:19
Ich muss zugeben, dass ich des englischen nicht mächtig genug bin, als dass mir massive Textmängel auch massiv auffallen. Insofern halte ich mich aus dieser Diskussion heraus.

Allerdings bin ich weiterhin der Überzeugung, dass das Peru-Kapitel nur Vorteile bietet:
1. Ist dieses Kapitel optional. Niemand wird gezwungen, das Kapitel so zu leiten (im übrigen wird dies auch deutlich gesagt, dass es ein optionaler Einstieg ist). Somit hätten wir, wenn dieses Kapitel nicht vorhanden wäre, eine Auswahl an (sagen wir mal) X Abenteuern zum Einstieg. Jetzt haben wir eine Auswahl an X+1 Abenteuern zum Einstieg.
2. Die Gängelung, das JE nicht sterben darf, ist insofern weit weniger dramatisch als hier dargestellt wird, da es Hinweise gibt, wie man dieses ohne Probleme erreichen kann. Wer also nach dem Spiel seinen Spielern nicht jedes Geheimnis verrät ("Der konnte eh nicht sterben"), wird damit wenig Probleme haben. Und eine ähnliche Gängelung hat man doch eh die halbe Kampagne (aufgrund ihres Alters ist sie halt im kleinen Maßstab sehr linear). Die moderne Sandbox-Kampagne ist halt doch erst später gekommen.
3. ich habe es immer für einen schlechten Stil gehalten (und da bin ich nicht der einzige), irgend einen Charakter einzuführen, bei dem man sagt: Der ist ein langjähriger Freund, vertraut ihm mal. In meinen Augen ist es immer besser, Charaktere auf natürliche Art innerhalb einer Szene oder eines Abenteuers einzuführen.
4. Die Kritik mit dem Illusionscharakter kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Wenn die Spieler diese Illusion nicht durchschauen (und ein halbwegs vernünftiger SL wird das auch hinbekommen), dann sehe ich da wirklich nichts negatives dran. Der Spieler glaubt, es sei gefährlich und überlebt... Und er freut sich... Ist doch nun wirklich nix negatives.

Ich fasse mal kurz zusammen: Wir haben eine Kampagne, welche:
1. grafisch aufbereitet wurde (positiv)
2. ein Prolog-Kapitel enthält, welches man nutzen kann, weglassen kann oder sogar unabhängig von der Kampagne spielen kann (positiv)
3. Hinweise, wie sich die Kampagne auch mit Pulp Cthulhu spielen lässt (positiv)
4. Viele Hinweise, die das Leiten der Kampagne erleichtern (positiv)
5. Textliche Mängel (negativ) (wie stark, kann ich nicht beurteilen)

Unterm Strich macht die Kampagne doch wesentlich mehr richtig als falsch, und wenn man diese Kampagne besitzt, kann man die älteren Ausgaben getrost in die Tonne werfen (vllt höchstens als Sammler behalten)
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 2.01.2019 | 14:55
Es bleibt schwierig.

Du bist ein Verfechter der neuen Auflage, kasi45. Das habe ich mittlerweile durchaus verstanden und es ist völlig okay für mich. Wer nach dem Buch spielen will, darf das gerne tun. Das ist mir Salami, um nicht zu sagen Wurst.

Dass Du das Ganze aber so vehement verteidigst, wie eine Löwin ihr Junges, kann ich schon nicht mehr ganz nachvollziehen.

Du gehst mit keinem Wort auf andere Ideen und Vorschläge ein, bewegst Dich keinen Zentimeter von Deinem Standpunkt weg und beharrst auf der neuen Auflage als einzig gangbare Möglichkeit.
Das bringt aber keine Diskussion voran. Das ist Dr. No.

Ich versuche andere Herangehensweisen aufzuzeigen, um möglichen SLs die Variabilität des Themas, abseits der Chaosium Version mit 'Man hätte es auch anders machen können.' zu vermitteln.

Ich meine auch nicht, dass meine Ideen besser sind. Nein (...doch eigentlich schon).
Es geht mir um die Möglichkeiten.

Ob das dann für gut befunden und umgesetzt wird, steht auf einem anderen Blatt.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 2.01.2019 | 18:56
Okay, dann gehe ich auf eine Idee von dir ein:
Du gibst zu bedenken, dass das Peru-Kapitel überflüssig ist, um nicht zu sagen: Nach deiner Ansicht wär es ja besser gewesen, dieses Kapitel wegzulassen.
Wenn dieses Kapitel nicht vorhanden wäre, wäre dem Spielleiter eine Möglichkeit genommen, dieses Kapitel vor der eigentlichen Kampagne zu leiten (quasi als eine Einführung). Spielleitern Möglichkeiten zu nehmen, finde ich nicht so prickelnd, du aber offensichtlich schon. Die Variabilität für die Spielleiter bleibt doch bei der neuen Edition erhalten, nur wenn sie so wäre, wie du es gerne hättest, gäbe es wesentlich weniger Variabilität.
Du kannst mir ja mal erklären, welche Möglichkeiten der Spielleiter hätte, wenn man den Inhalt beschneidet.

Und ich verteidige es nicht wie eine Löwin ihr Junges. Aber du warst bisher nicht in der Lage, schlüssige Argumente darzulegen, warum diese neue Version verschlimmbessert wurde. Wenn du dazu nicht in der Lage bist, liegt es eher an dir, dass keine produktive Diskussion zustande kommt. Also ist der Dr. No bei dir.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Uwe-Wan am 2.01.2019 | 19:01
Und ich verteidige es nicht wie eine Löwin ihr Junges. Aber du warst bisher nicht in der Lage, schlüssige Argumente darzulegen, warum diese neue Version verschlimmbessert wurde. Wenn du dazu nicht in der Lage bist, liegt es eher an dir, dass keine produktive Diskussion zustande kommt. Also ist der Dr. No bei dir.

Das einzige vorgebrachte Argument ist in der Tat, dass mehr Seiten [der Neuauflagen] schlechter seien als die Seitenzahl der Originale. Weil.. ist so. ;D
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 2.01.2019 | 19:06
Genau das ist ja mein Problem mit der Kritik.

Wenn man das Prolog-Kapitel nicht mag, kann man es überspringen. Wenn man die Anmerkungen für Pulp Cthulhu nicht nutzen will, kann man sie überspringen. Und wenn man sich nicht an schönen Grafiken ergötzt, kann man sie überspringen. Wenn Chaosium dies alles jedoch weggelassen hätte, hätten diejenigen, denen das alles gefällt, dies nicht zur Verfügung.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 2.01.2019 | 21:55
Ich denke, aufgrund Deiner Reaktion, dass mein Post härter rüberkam, als es von mir beabsichtigt war.

Jetzt zu Deinem Punkt:
Die Kampagne kam jetzt weit über 30 Jahre ohne das Peru Kapitel aus.
Und auf einmal fällt den Autoren auf, dass sie den toten, guten, alten Freund der Chars gar nicht eingeführt haben? Das nenne ich eine prompte Reaktion. Es ging vorher ohne, jetzt nicht mehr?

Ich habe früher viel über Masks auf ysdc recherchiert. Dort gibt es manche gute Idee zu dem Thema, nebst einer Reihe von Vorschlägen, welches Szenario / welche Szenarien man dem Tod des Jackson Elias voranstellen kann / könnte.

Man kann sicher anderer Meinung sein, doch ich finde, wenn eine Kampagne auf einen immer längeren Spiel Zeitraum ausgelegt wird (gerade bei Cthulhu), desto unwahrscheinlicher wird es, dass sie auch abgeschlossen wird.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 2.01.2019 | 22:00
Okay, jetzt muss ich aber auch fragen, ob du die neue Auflage überhaupt gelesen hast...

Natürlich geht es auch ohne Peru-Kapitel. Das Kapitel ist optional (wie vorher schonmal gesagt). Man kann es nutzen, muss es aber nicht. Ich möchte trotzdem nochmal wissen, wieso es deiner Meinung nach besser ist, wenn man den Spielern diese Möglichkeit (nicht Pflicht) nimmt.

Abgesehen davon: Weil 30 Jahre lang der Einstieg maximal suboptimal war, darf er jetzt nicht verbessert werden? Tut mir leid, aber weiterhin passt deine Argumentation einfach nicht.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 3.01.2019 | 09:17
Okay, jetzt muss ich aber auch fragen, ob du die neue Auflage überhaupt gelesen hast...
Die PDF Version.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 3.01.2019 | 11:52
...Es ging vorher ohne, jetzt nicht mehr?...

Wenn du es also gelesen hast, ist dir auch bewusst, dass der meiste neue Stoff (wozu dann auch Peru gehört) rein optional ist und mitnichten verpflichtend ist? Dass also deine Aussage "Es ging vorher ohne, jetzt nicht mehr?" faktisch falsch ist?

Das bedeutet du plädierst dafür, Optionen, die angeboten werden, nicht mehr anzubieten, damit den Spielleitern weniger Möglichkeiten zur Verfügung stehen? Weil es früher ja auch so gemacht wurde?

Im Moment klingen deine Argumente wirklich nur danach, dass du krampfhaft die neue Edition schlechtreden willst, weil wir nicht mehr 1984 haben und die Rollenspielprodukte sich geändert haben. Zeit lässt sich nunmal nicht zurückdrehen...
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: seanchui am 3.01.2019 | 12:10
Wenn du es also gelesen hast, ist dir auch bewusst, dass der meiste neue Stoff (wozu dann auch Peru gehört) rein optional ist und mitnichten verpflichtend ist? Dass also deine Aussage "Es ging vorher ohne, jetzt nicht mehr?" faktisch falsch ist?

Das bedeutet du plädierst dafür, Optionen, die angeboten werden, nicht mehr anzubieten, damit den Spielleitern weniger Möglichkeiten zur Verfügung stehen? Weil es früher ja auch so gemacht wurde?

Im Moment klingen deine Argumente wirklich nur danach, dass du krampfhaft die neue Edition schlechtreden willst, weil wir nicht mehr 1984 haben und die Rollenspielprodukte sich geändert haben. Zeit lässt sich nunmal nicht zurückdrehen...

...wobei ja auch nicht wegzudiskutieren ist, dass mehr Optionsvielfalt nunmal auch mit mehr Seitenanzahl verbunden ist. Zumindest in diesem Fall. Und da dürfen die Geschmäcker nun einmal doch wirklich auseinandergehen: möchte ich von den Autoren möglichst kompakt IHRE Idee wiedergegeben haben, die ich gegebenenfalls mit eigenem anreichere, wenn ich nicht völlig zufrieden bin ODER möchte ich einen Strauß an Optionen dargeboten bekommen und mich dafür auch durch entsprechend mehr Text arbeiten?

Die Hinzunahme von Optionen ist ja prinzipiell begrüßenswert. Ich verstehe aber auch den Wunsch, Informationen komprimierter zu erhalten.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 3.01.2019 | 14:35
Für jemanden, der die Kampagne zum ersten Mal leiten will, stellt sich m.M.n. die Frage, ob etwas 'optional' ist, gar nicht erst. Er/sie hat keine Ahnung, ob man dieses 'optional' braucht oder nicht, also wird er/sie versuchen alle Angebote, welche ihm die Kampagne bietet, auch einzusetzen.

Und jemand, der die Kampagne bereits geleitet hat, weiss worauf er achten muss; wo er etwas aufpolstern muss bzw. etwas weglassen kann. Für den ist dann die ganze Neuauflage optional.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 3.01.2019 | 14:53
Meine Überarbeitung / Neuauflage hätte folgendermassen ausgesehen ...

Drei Bände SC / 1 Band HC.

Ersteres für jene, die es spielen wollen. Letzteres für jene, die es nur lesen oder ausstellen wollen. Manch einer würde sicherlich doppelt zuschlagen.

1. Band:
* New York und London werden zusammengefasst; vorzugsweise in London (was aber die Amis niemals machen würden). So erspart man sich das lästige telegrafieren von London aus und die Atlantik Überfahrt.
* Zwei unterschiedliche Kulte in einer Stadt stellen kein Problem dar - ich habe das ausprobiert.
* Jackson Elias bleibt am Leben. Die Chars und er haben sich zu einem Veteranen Treffen in London eingefunden. Seine Unterlagen können jetzt auch nicht mehr von den Kultisten gestohlen werden, weil JE diese nicht dabei hat und weil er überlebt. Das schiebt den Plot deutlich schneller an.
* Beide Rote Heringe in London streichen.

2. Band:
* Die Reise nach Alexandria würde ich mit ein oder zwei kurzen Szenarien würzen. Oder auch mit Kultisten an Bord.
* Kairo kann prinzipiell so bleiben wie gehabt.
* Den Roten Hering mit Bast würde ich dagegen positiver belegen als das im Original der Fall war. D.h. die Chars bekommen später in Kairo Hilfe, wenn sie in die Bredouille geraten.
* Ausserdem würde ich mehr innerhalb des Ägyptischen Museums und einer Pyramide passieren lassen, i.d.S. würde ich ein Szenario wie 'Begraben!' einsetzen.
* Und ich würde die Unstimmigkeiten wie i.B.a. die Knickpyramide oder die Clive Expedition beheben.

3. Band:
* Auf der Reise nach Kenia würde ich die Chars ein Flugzeug nehmen lassen. Etwas wie im Film 'Schlangen an Bord' oder im Szenario 'Falling' kann dann passieren.
* Nairobi bietet die Möglichkeit, die Chars etwas durch das Land zu schicken, um den richtigen Berg für das Ritual zu finden. Sein Standort ist alles ausser eindeutig.
* Auf der Reise durch den Busch sollten sie mit der Flora und Fauna in Berührung kommen; Nilpferde im Fluss z.B. und die Kultur der Einheimischen.
* Ausserdem sollten die Chars auf den Stamm treffen, deren Leute 1919 für die Morde an der Expedition hingerichtet wurden. Das bietet Möglichkeiten zum Guten wie zum Bösen.

Australien, Melbourne und China, Schanghai würde ich ersatzlos streichen.
Die Geschichte mit der Rakete war m.M.n. von Anfang an sehr seltsam und unpassend.
Zumal kommen ein weiteres Mal Kultisten und Konfrontationen vor, wie man diese bereits zuvor hatte. Das sind mir zu viele Ähnlichkeiten und Wiederholungen.

UND wenn die Chars eines der Rituale in Ägypten oder Kenia aufhalten oder unterbrechen, ist die gesamte Bedrohung ums Eck. Da die Spieler das aber nicht wissen, werden sie dennoch von Kairo nach Nairobi fahren wollen.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 3.01.2019 | 15:23
Nur kurz:

Ich sehe es so, dass man die optionalen Elemente nicht zu lesen braucht. Ein Rollenspielbuch ist eben kein Roman, welchen man von Anfang bis Ende liest. Und wenn man weiß, das etwas optional ist, kann man es dann auch überspringen.

Ich glaube, dass ein Spielleiter, der einige Erfahrung mit Cthulhu hat, durchaus mit Hilfe des Kampagnenüberblicks entscheiden kann, welche optionalen Szenarien er benutzt. Einem Spielleiter, welcher kaum Erfahrung mit Cthulhu hat, würde ich diese Kampagne eh nicht empfehlen.

Bei deiner Überarbeitung fällt mir auf, dass du aus 6 Orten/Kapiteln 3 machst. Das ist insofern schade, als das unter anderem die beiden mMn besten Kapitel (Australien/China) wegfallen, da genau diese sehr unverbraucht sind und mal Gelegenheit bieten, abseits der Standardorte exotische Erlebnisse zu sammeln.

Und weiterhin bleibt das Argument (auf meiner Seite), dass all diese Überarbeitungen leichter sind, wenn der entsprechende Stoff vorliegt, welchen ich dann streichen kann als wenn man den Stoff nicht hat und sich dann selbst hinzudenken muss.

Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 3.01.2019 | 15:38
Bei deiner Überarbeitung fällt mir auf, dass du aus 6 Orten/Kapiteln 3 machst. Das ist insofern schade, als das unter anderem die beiden mMn besten Kapitel (Australien/China) wegfallen, da genau diese sehr unverbraucht sind und mal Gelegenheit bieten, abseits der Standardorte exotische Erlebnisse zu sammeln.
Ich gebe Dir definitiv Recht. Beide Kapitel sind exotisch. Und unverbraucht.
Ob es allerdings auch die zwei Besten sind, möchte ich dahin gestellt lassen.

Aber sie sind mit Sicherheit auch die Unwichtigsten für die Kampagne.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 3.01.2019 | 17:55
Nun dann möchte ich aber ernsthaft auch mal dahinstellen, ob sie die unwichtigsten sind.

Aber im Grunde ist es auch wumpe, du möchtest die Kampagne stark gekürzt veröffentlicht wissen und somit die Möglichkeiten potentieller Käufer stark beschneiden. Ich möchte die Kampagne ausführlich mit Hilfestellungen und zusätzlichen Optionen, so dass man die Kampagne an persönliche Bedürfnisse anpassen kann.

Mein persönlicher Liebling ist veröffentlicht, deiner nicht. Gewinner sind die, die gerne viel Material zur Verfügung gestellt bekommen.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Rhylthar am 3.01.2019 | 18:00
Verlierer sind die, die nicht eben mal einen dreistelligen Betrag dafür hinblättern können/wollen.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: schneeland am 3.01.2019 | 18:06
Aber im Grunde ist es auch wumpe, du möchtest die Kampagne stark gekürzt veröffentlicht wissen und somit die Möglichkeiten potentieller Käufer stark beschneiden.

Nur mal kurz eingeworfen: das ist schon eine sehr negative Interpretation von dem, was der Läuterer sagt. Jemand der gern viel Material hat, wird das natürlich so empfinden; andere Leute (wie bspw. ich und, wenn ich das richtig verstehe, auch der Läuterer) hätten gerne kompaktere Kampagnen, weil es da eine höhere Chance gibt, dass man sie auch als langsam ergrauender Altrollenspieler noch fertig gespielt bekommt. In diesem Fall werden also nicht Möglichkeiten beschnitten, sondern erst geschaffen. Und auch wenn das bei Dir nicht der Fall ist, neige ich dazu, der hier ja auch schon eingangs erwähnten Vermutung zuzustimmen, dass eine solch massive Kampagne - gerade wenn es auch noch Luxusausgaben gibt - in vielen Fällen wohl hauptsächlich hübsche Regaldeko abgibt.

Mein persönlicher Liebling ist veröffentlicht, deiner nicht. Gewinner sind die, die gerne viel Material zur Verfügung gestellt bekommen.

Das ist richtig. Letztlich gibt es nur die eine Variante von MoN, nämlich jene, die Dir gefällt.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 3.01.2019 | 18:30
Verlierer sind die, die nicht eben mal einen dreistelligen Betrag dafür hinblättern können/wollen.

Richtig und wenn ich mich beim Händler meines Vertrauens umschaue, werden die auch bei der Mehrheit von anderen Rollenspielen nicht glücklich werden, denn sie müssen dort auch häufig dreistellige Beträge hinblättern. Was ich jetzt sage meine ich absolut wertneutral: Rollenspiele sind zu einem teuren Hobby geworden (Ausnahmen bieten die Regel, aber diese sind häufig auch von minderwertiger Qualität). Und dessen muss man sich einfach mal bewusst sein, egal ob man es gut findet oder nicht.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 3.01.2019 | 18:41
Nur mal kurz eingeworfen: das ist schon eine sehr negative Interpretation von dem, was der Läuterer sagt. Jemand der gern viel Material hat, wird das natürlich so empfinden; andere Leute (wie bspw. ich und, wenn ich das richtig verstehe, auch der Läuterer) hätten gerne kompaktere Kampagnen, weil es da eine höhere Chance gibt, dass man sie auch als langsam ergrauender Altrollenspieler noch fertig gespielt bekommt. In diesem Fall werden also nicht Möglichkeiten beschnitten, sondern erst geschaffen. Und auch wenn das bei Dir nicht der Fall ist, neige ich dazu, der hier ja auch schon eingangs erwähnten Vermutung zuzustimmen, dass eine solch massive Kampagne - gerade wenn es auch noch Luxusausgaben gibt - in vielen Fällen wohl hauptsächlich hübsche Regaldeko abgibt.

Das ist richtig. Letztlich gibt es nur die eine Variante von MoN, nämlich jene, die Dir gefällt.

Nope, das ist keine negative Interpretation sondern eine Tatsache.
1. Möchte Läuterer von aktuell 7 Kapiteln 3 ersatzlos streichen, aus zwei Kapiteln 1 machen. Damit kürzt er von 7 auf 3 Kapiteln. Eine Kürzung von über 50% ist eine starke Kürzung, darüber brauchen wir ja wohl kaum zu streiten.
2. Hat jeder die Möglichkeit, Kapitel auszulassen. Wenn dir das Australien-Kapitel nicht gefällt, lass es aus. Ihr habt also die Möglichkeit, die Kampagne genauso zu spielen, wie ihr wollt. Ihr könnt sie auch stark für euch kürzen, so dass ihr die Möglichkeit habt, eure kompakte Kampagne zu spielen. Nehmen wir jedoch an, Läuterers Vorschlag wäre veröffentlicht worden. Ich hätte keine Möglichkeit, Peru, Australien oder China zu bespielen. Somit ist es faktisch einfach falsch, dass Läuterers Vorschlag Möglichkeiten schafft, sondern er beschneidet diese. Das ist keine Meinung, das ist eine Tatsache.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: schneeland am 3.01.2019 | 18:53
Ok, wenn wir auf diesem Level diskutieren, bin ich hier raus. Nachdem Du ja die Kampagne hast, die Du gern hättest, wünsche ich viel Spaß damit (ernstgemeint) - ich bleibe derweil unschlüssig, ob ich das Geld ausgeben soll, wenn Pegasus mit dem Übersetzen fertig ist.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 3.01.2019 | 18:54
Aber im Grunde ist es auch wumpe, du möchtest die Kampagne stark gekürzt veröffentlicht wissen und somit die Möglichkeiten potentieller Käufer stark beschneiden.
... ich möchte die Kampagne stark gekürzt veröffentlicht wissen und somit potentiellen Käufern die Möglichkeit geben, die Kampagne in absehbarer Zeit auch abzuschliessen zu können.

Ich denke, wir sind uns darin einig, dass wir unterschiedlicher Ansicht sind.

Mein persönlicher Liebling ist veröffentlicht, deiner nicht. Gewinner sind die, die gerne viel Material zur Verfügung gestellt bekommen.
Mein persönlicher Liebling ist bereits vor über 30 Jahren veröffentlicht worden.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 3.01.2019 | 19:10
Ok, wenn wir auf diesem Level diskutieren, bin ich hier raus. Nachdem Du ja die Kampagne hast, die Du gern hättest, wünsche ich viel Spaß damit (ernstgemeint) - ich bleibe derweil unschlüssig, ob ich das Geld ausgeben soll, wenn Pegasus mit dem Übersetzen fertig ist.

Welches Level meinst du denn?
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 3.01.2019 | 19:13
... ich möchte die Kampagne stark gekürzt veröffentlicht wissen und somit potentiellen Käufern die Möglichkeit geben, die Kampagne in absehbarer Zeit auch abzuschliessen zu können.

Ich denke, wir sind uns darin einig, dass wir unterschiedlicher Ansicht sind.

Mein persönlicher Liebling ist bereits vor über 30 Jahren veröffentlicht worden.

Bitte beantworte mir diese eine Frage mit einem einfachen ja oder nein: Kann ein Käufer der aktuellen Kampagne diese Kampagne nach seinem Bedürfnis kürzen?
Wenn ja: was meinst du was es für ein Aufwand ist?
Wenn nein: warum nicht?
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Rhylthar am 3.01.2019 | 19:15
Richtig und wenn ich mich beim Händler meines Vertrauens umschaue, werden die auch bei der Mehrheit von anderen Rollenspielen nicht glücklich werden, denn sie müssen dort auch häufig dreistellige Beträge hinblättern. Was ich jetzt sage meine ich absolut wertneutral: Rollenspiele sind zu einem teuren Hobby geworden (Ausnahmen bieten die Regel, aber diese sind häufig auch von minderwertiger Qualität). Und dessen muss man sich einfach mal bewusst sein, egal ob man es gut findet oder nicht.
Es geht nicht um Rollenspiele, es geht um langfristige Kampagnen (im Cthulhu-Bereich).

Egal, ob ich jetzt Armitage Files, Eternal Lies, The Two-Headed Serpent oder die Neuauflage von Horror on the Orient Express nehme...ich komme günstiger bei weg. Natürlich auch mit weniger Seitenzahl.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 3.01.2019 | 19:15
By the way.
Im Ägypten Kapitel möchte ich jedem ans Herz legen, das Szenario BEGRABEN! von seanchui einzubauen. Das ist ein Highlight und ein absoluter Gewinn für die Kampagne.

Wenn Chaosium angerufen und gefragt hätte, ob sie sein Szenario übersetzen und in Masks verwenden dürfen, André hätte wohl kaum 'Nein!' gesagt.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 3.01.2019 | 19:25
Es geht nicht um Rollenspiele, es geht um langfristige Kampagnen (im Cthulhu-Bereich).

Egal, ob ich jetzt Armitage Files, Eternal Lies, The Two-Headed Serpent oder die Neuauflage von Horror on the Orient Express nehme...ich komme günstiger bei weg. Natürlich auch mit weniger Seitenzahl.

Neuauflage von Orient Express weniger Seitenzahl? Ich komme auf 800 mit den reinen Campaign books, auf fast 900, wenn ich "Strangers on the train" hinzunehme. Und vom Preis war es auch im 3-stelligen Bereich. Und natürlich sind langfristige Kampagnen auch Rollenspiele. Ich bleibe dabei: Rollenspiele sind ein teures Luxus-Hobby. Das gilt im übrigen für viele andere Hobbies auch...
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Rhylthar am 3.01.2019 | 19:31
Zitat
Neuauflage von Orient Express weniger Seitenzahl? Ich komme auf 800 mit den reinen Campaign books, auf fast 900, wenn ich "Strangers on the train" hinzunehme. Und vom Preis war es auch im 3-stelligen Bereich.
Sie hat mich exakt $100.00 gekostet, bei einem Wechselkurs von über 1,25 €. Die Seitenzahl hatte ich nicht mehr im Kopf, lange nicht mehr in die Box reingeschaut.

Unter 100,00 € ist der Schuber von Masks nicht zu haben. Vom Preis der anderen Kampagnen fangen wir aber besser mal nicht an, denn sie sind sehr viel günstiger.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 3.01.2019 | 19:38
Sie hat mich exakt $100.00 gekostet, bei einem Wechselkurs von über 1,25 €. Die Seitenzahl hatte ich nicht mehr im Kopf, lange nicht mehr in die Box reingeschaut.

Unter 100,00 € ist der Schuber von Masks nicht zu haben. Vom Preis der anderen Kampagnen fangen wir aber besser mal nicht an, denn sie sind sehr viel günstiger.

Niemand hat behauptet dass der Schuber billig ist. Aber ich habe auch einen dreistelligen Betrag für Orient Express bezahlt. Der Umfang ist natürlich noch gewaltiger als Masks.

Und trotzdem sehe ich kein Argument. Rollenspiele sind immer noch teuer. Wer mit D&D anfangen will muss 150 EUR für das Regelwerk latzen und hat noch nicht ansatzweise ein Abenteuer dabei. Delta Green kostet mich auch ca. 90 EUR im Schuber. Und das sind doch bei weitem nicht die einzigen Beispiele. Und bei Masks (mit welchem man nun ja offensichtlich auch sehr lange spielen kann, und wenn man kürzt hat man quasi noch eine Menge separates Material zum bespielen) sind die Rollenspieler plötzlich ganz arme Schlucker die sich sowas nicht leisten können? Sorry aber das ist ein extrem verwaschenes Argument.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Rhylthar am 3.01.2019 | 19:43
Niemand hat behauptet dass der Schuber billig ist. Aber ich habe auch einen dreistelligen Betrag für Orient Express bezahlt. Der Umfang ist natürlich noch gewaltiger als Masks.

Und trotzdem sehe ich kein Argument. Rollenspiele sind immer noch teuer. Wer mit D&D anfangen will muss 150 EUR für das Regelwerk latzen und hat noch nicht ansatzweise ein Abenteuer dabei. Delta Green kostet mich auch ca. 90 EUR im Schuber. Und das sind doch bei weitem nicht die einzigen Beispiele. Und bei Masks (mit welchem man nun ja offensichtlich auch sehr lange spielen kann, und wenn man kürzt hat man quasi noch eine Menge separates Material zum bespielen) sind die Rollenspieler plötzlich ganz arme Schlucker die sich sowas nicht leisten können? Sorry aber das ist ein extrem verwaschenes Argument.
Das Grundregelwerk sollte man dann aber mit einrechnen. D&D kostet im Prinzip...nichts. Basic Rules plus SRD sind umsonst.

Wer sich Mask leistet/leisten kann...müsste man gucken. Ich stimme aber dem Läuterer dahingehend zu, dass eine kürzere Kampagne (die dann wohl auch weniger kosten würde) sehr viele höhere Chancen hätte, gespielt zu werden. Und nicht wie meine Berge des Wahnsinns-Goldschnitt-Fassung einfach nur gut auszusehen.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Antariuk am 3.01.2019 | 19:53
Ich frag mich ernsthaft, was so toll an Abenteuern sein soll, die hohe dreistellige Seitenzahlen aufweisen. Weil darum geht es doch letztendlich, oder? Das Ganze als Abenteuer zu spielen? (OT: Ich habe wie gesagt nur mal eine der KS-Versionen von Mountains of Madness in der Hand gehabt, und der Band erinnere mich durchaus an die Fachlexika meine Studienzeit. Der Eindruck beim Blättern war geprägt von ausufernden Beschreibungen und wirrer Struktur, aber für ein faires Urteil habe ich das dann doch zu wenig wirklich gelesen. Ich habe eine andere Version von MoM intensiver gelesen, könnte aber nicht mal sagen welche das war.) Wie setzt man derart viele Seiten bitte konkret in Spielerlebnisse am Tisch um? Ich kann mir nicht vorstellen dass das wirklich funktioniert, ohne daraus eine wochen- oder monatelange Arbeit zu machen. Das schreckt mich geradezu ab, ehrlich gesagt.

Damit will ich Masks of Nyarlahotep nicht schlechtreden, ich kenne das Abenteuer ja kaum, aber der hier nun schon intensiv angesprochene Aspekt der explodierenden Seitenzahlen kann ja sicherlich auch für sich alleine kritisiert werden? Ich will aber wirklich nicht trollen, wenn es nervt kann man das sicherlich auch woanders bereden.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Chiarina am 3.01.2019 | 20:08
Zitat von: kasi45
Rollenspiele sind zu einem teuren Hobby geworden (Ausnahmen bieten die Regel, aber diese sind häufig auch von minderwertiger Qualität).

Diese apodiktischen Sprüche nerven mich schon ziemlich, muss ich gestehen. Ich sage jetzt hier einmal etwas und dann halte ich in diesem Strang den Mund:

Rollenspiele müssen ganz und gar nicht teuer sein. Es gibt viele, die gar nichts kosten. Darunter großartige. Wenn du sie nicht kennst, ist das o.k., vielleicht könntest du dann aber auf Aussagen in solcher Selbstherrlichkeit verzichten.

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Mich hat den ganzen Strang über das Argument geärgert, der Verzicht auf das Peru-Kapitel nehme einem Spielleiter eine Möglichkeit. Warum eigentlich? Es ist doch kein Spielleiter in seinen Möglichkeiten auf das beschränkt, was sich schwarz auf weiß vor ihm auf dem Tisch befindet. Jeder kann doch seiner Kampagne in der Art des Peru-Kapitels etwas Gleichwertiges voranstellen. Wenn das Peru-Kapitel herausfliegt, wird überhaupt keine Möglichkeit genommen!

Das Peru-Kapitel ist optional, schön... Was geschieht aber, wenn man es gelesen hat? Man hat eine Vorstellung davon, wie sich die Autoren den Einstieg in die Kampagne vorstellen. Schon dadurch wird man gesteuert, selbst wenn man die Episode nicht wie beschrieben spielt.

Nur ein Beispiel: Angenommen, die Anweisung, Jackson Elias möge überleben, findet ein Spielleiter problematisch. Hinterher modifiziert er die Episode so, dass die Nichtspielerfigur erst gar nicht in Gefahr gerät. Woran er aber vielleicht nicht denkt, ist, Jackson Elias ganz wegzulassen und dessen Infos lediglich über seine Schriften an die Spieler weiterzureichen. Es ist manchmal nicht einfach, sich von einer vorgegebenen Handlungsschiene freizumachen und eigenständige Gedanken zu entwickeln. Das geht einfacher, wenn lediglich verdeutlicht wird, worauf es ankommt.

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Ich habe die Kampagne nicht gelesen und kann daher über Details nichts sagen. Ich kann aber etwas über den Verlauf der Diskussion in diesem Strang sagen. Zuerst zitiere ich mal den von mir geschätzten Claude Levi-Strauss:

"[...] jedesmal, wenn es gelingt,eine Struktur zu reduzieren, geht nicht Sinn verloren, wie eine begriffsstutzige Kritik oft behauptet; es wird vielmehr ein begriffliches Werkzeug geschaffen, das [...] mehr Sinn [...] aus ihm herauszuholen erlaubt, als man vorher für möglich hielt. Doch jede Vereinfachung setzt voraus, dass man gewisse Details [...] aufgearbeitet hat, um sie in den Rahmen einer allgemeinen Erklärung zu intergrieren, Details, die man wegen ihrer angeblichen Bedeutungslosigkeit ungestraft zu vernachlässigen zu können meinte."

Die Neu-Autoren der Kampagne haben sich offensichtlich nicht darum bemüht, Details aufzuarbeten um eine Reduktion vorzunehmen. Sie haben im Gegenteil noch zusätzliche Details hinzugefügt. Der Aufwand, die Kampagne als Ganzes zu durchschauen und erfolgreich zu spielen, steigt dadurch - sowohl für den Spielleiter als auch für die Spieler. Eine sinnvoll reduzierte Struktur hingegen kann für ein Spiel, das flexibel auf die Handlungen der Spieler Rücksicht nimmt, der optimale Ausgangspunkt sein. Sie müllt den Spielleiter nicht mit Überflüssigem voll, lenkt den Spielverlauf nicht in eine vorherbestimmte Richtung, sondern vermittelt lediglich das, was für die Idee der Kampagne nötig ist. Durch Reduktion werden Dinge überschaubar und damit am Spieltisch flexibler einsetzbar.

Es gibt einen Grund dafür, dass auch schmalere Regelwerke wieder Zuspruch finden und dass für eine bestimmte Struktur von Abenteuer hier im Forum der wenig schmeichelhafte Begriff "Textwüste" verwendet wird. Das muss bei Nyarlathotep nicht ganz so schlimm sein, die Diskussion geht aber in eine ähnliche Richtung.

Du darfst in deiner Begeisterung für die Neuauflage dieser Kampagne gern anderer Meinung sein und alles großartig finden. Du darfst aber nicht glauben, dass das die einzige Möglichkeit ist, die Sache zu betrachten. Das ist falsch!
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 3.01.2019 | 20:15
Schnellstarter gibt es bei fast allen Rollenspielen und die sind auch umsonst. Aber wie weit kommt man damit wirklich?

Und bisher hab ich keinerlei Reaktion auf mein Argument gehört, dass man solch umfassende Kampagnen natürlich auch kürzen kann. Hier argumentiert scheinbar jeder so, als wäre es Pflicht die Kampagne vollständig wie abgedruckt zu leiten. Sorry aber wer nicht anständig anpassen/kürzen kann, sollte halt solche Werke nicht kaufen.

Das Argument bleibt immer noch bestehen: Wenn man eine kurze Version wie z.B. der Vorschlag von Läuterer zur Verfügung hat, gibt es für den Käufer keine Möglichkeit mehr, Peru, Australien oder China zu bespielen.

In der aktuellen Version hat jeder die Möglichkeit, diese Kapitel zu bespielen als auch nicht. Was man in der Kampagne nicht bespielt, kann man später immer noch anderweitig nutzen. Insofern vergleichbar mit Abenteuersammlungen.

Berge des Wahnsinns ist leider auch ein sehr schlechtes Beispiel, eben weil es gerade nicht unter dem Gesichtspunkt geschrieben ist, einem die Vorbereitung leicht zu machen. Ich gebe dir bei Berge des Wahnsinns vollkommen recht, dass dieses Werk eigentlich einer gründlichen Überarbeitung bedarf. Das bedeutet aber nicht, dass alle umfangreichen Kampagnen unter den gleichen Problemen leidet....
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: schneeland am 3.01.2019 | 20:22
Welches Level meinst du denn?

Es fällt im Rahmen dieser Diskussion m.E. recht deutlich auf, dass Du Deiner eigenen entgegengesetzte Positionen entweder nicht nachvollziehen möchtest oder sie Dir tatsächlich nicht einleuchten. Damit kann ich leben, aber dann ergibt eine Diskussion auch keinen Sinn.

Für den Fall, dass bisher Letzeres der Fall war, hat Chiarina ja jetzt nochmal präziser dargelegt, was ich mit Möglichkeiten schaffen durch Reduktion meinte.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Leonidas am 3.01.2019 | 20:38

Ich habe die Kampagne nicht gelesen und kann daher über Details nichts sagen.

 [...]

Die Neu-Autoren der Kampagne haben sich offensichtlich nicht darum bemüht, Details aufzuarbeten um eine Reduktion vorzunehmen. Sie haben im Gegenteil noch zusätzliche Details hinzugefügt. Der Aufwand, die Kampagne als Ganzes zu durchschauen und erfolgreich zu spielen, steigt dadurch - sowohl für den Spielleiter als auch für die Spieler.


Ich bin nicht sicher, ob es an dieser Stelle, also dem Zugewinn an Spielbarkeit, neben der bloßen Seitenanzahl nicht auch weitere Aspekte zu erwähnen gibt, die erst beim Lesen der Kampagne zutage treten.
Ich habe die Neuauflage auch nicht gelesen, aber meine in Rezensionen gelesen zu haben, daß durchaus Hilfsmittel hinzugefügt wurden, etwa farbcodierte Rahmen um NSC-Portraits, so daß diese auf einen Blick einzuordnen sind, Diagramme zum Handlungsverlauf, sowas halt.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Chiarina am 3.01.2019 | 20:41
Ein weiteres Beispiel ist der Spielleitersichtschirm, in dem nicht die üblichen Kampftabellen etc. abgedruckt sind, sondern eine NSC-Liste und Entfernungen- bzw. Reisezeiten. Prima!

Es wird ja auch nirgendwo behauptet, das alles Mist ist! Es gibt nur eben auch ein paar kritische Blicke.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 3.01.2019 | 20:46
Es fällt im Rahmen dieser Diskussion m.E. recht deutlich auf, dass Du Deiner eigenen entgegengesetzte Positionen entweder nicht nachvollziehen möchtest oder sie Dir tatsächlich nicht einleuchten. Damit kann ich leben, aber dann ergibt eine Diskussion auch keinen Sinn.

Für den Fall, dass bisher Letzeres der Fall war, hat Chiarina ja jetzt nochmal präziser dargelegt, was ich mit Möglichkeiten schaffen durch Reduktion meinte.

Also gut, dann fasse ich mal zusammen: Es gibt Personen, welche die Kampagne gerne kompakt haben, damit sie in angemessener Zeit (z.B. weil man nicht mehr so oft zum spielen kommt) bespielt wird. Lösung: Man nimmt die aktuelle Version und kürzt sie derart herunter, dass sie einem kompakt genug ist.

Es gibt Personen, die möchten gerne alternative Einstiege zum Peru-Kapitel haben. Lösung: Man nimmt die aktuelle Version und ersetzt das Peru-Kapitel durch einen entsprechenden Einstieg.

Es gibt Personen, die möchten gerne auch in Australien und China spielen. Lösung: Man nimmt die aktuelle Version und spielt sie.

Ich erkenne den Wunsch der entgegengesetzten Position. Aber ich erkenne nicht, warum das die aktuelle Version nicht leisten können soll.

Ich frage mich aber, inwiefern denn auch versucht wird, meine Position nachzuvollziehen?

P.S.: Was Chiarina gepostet hat, lese ich mir nicht durch. Genauer gesagt habe ich bis zu dem Punkt gelesen, als sie/er persönlich wurde. DAS ist ein Level, auf dem jede Diskussion sinnfrei ist.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 3.01.2019 | 20:53
So. Und jetzt trinken wir alle mal nen Schnaps, schnaufen durch und werden wieder gemütlich.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 3.01.2019 | 20:54
Ich bin nicht sicher, ob es an dieser Stelle, also dem Zugewinn an Spielbarkeit, neben der bloßen Seitenanzahl nicht auch weitere Aspekte zu erwähnen gibt, die erst beim Lesen der Kampagne zutage treten.
Ich habe die Neuauflage auch nicht gelesen, aber meine in Rezensionen gelesen zu haben, daß durchaus Hilfsmittel hinzugefügt wurden, etwa farbcodierte Rahmen um NSC-Portraits, so daß diese auf einen Blick einzuordnen sind, Diagramme zum Handlungsverlauf, sowas halt.

Das ist richtig, die Farbigkeit der Portraits habe ich schon ganz vergessen. Ich habe ja auch wiederholt argumentiert, dass es viele Infos und Hilfestellungen zum Leiten der Kampagne gibt, die es zuvor nicht gab.

Ansonsten nur eine kleine Anmerkung: Es ist kein Kunststück, die Kampagne als ganzes zu durchschauen. Da hilft nämlich die Kampagnenzusammenfassung zu Beginn und die Flußdiagramme bzgl. des Zusammenhangs der Hinweise (bzw. wohin die Hinweise führen)
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 3.01.2019 | 20:59
So. Und jetzt trinken wir alle mal nen Schnaps, schnaufen durch und werden wieder gemütlich.

Keine Sorge, ich bin sehr gemütlich :D Ich glaube es gibt andere, die Probleme damit haben, dass sie mich nicht überzeugen können :D :D :D
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 3.01.2019 | 21:14
Ich glaube es gibt andere, die Probleme damit haben, dass sie mich nicht überzeugen können
Leben und leben lassen, sage ich immer.

Alles, was Du über das Kürzen schreibst, kasi45, stimmt und ist absolut okay für mich. Da hast Du völlig Recht und da gehe ich mit Dir auch absolut konform.

Nur. Jeder, der die Kampagne eben NICHT KENNT, wird sich unweigerlich darin verfangen. Der SL wird zwar 'optional' lesen, aber NICHT WISSEN, in wie weit er das jetzt persönlich für SEINE KAMPAGNE braucht, oder eben nicht.

Und selbst wenn er sich schliesslich entscheidet, grosszügig zu streichen, dann hat er schon viel Zeit mit Lesen und Aussortieren zugebracht.

Aber Überlegungen zum Streichen wird er sich kaum machen, denn wenn etwas von den Autoren in die Kampagne hineingeschrieben wurde, dann geht er doch davon aus, dass es wohl wichtig sein wird.

Dass sich die Kampagne bei 1-2 mal Spielen pro Monat, locker über zwei Jahre erstrecken kann, daran denkt man doch in dem Augenblick als SL kaum.

Ausserdem müssen ja auch die Spieler die ganze Zeit bei der Stange gehalten werden.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 3.01.2019 | 21:22
Berge des Wahnsinns ist leider auch ein sehr schlechtes Beispiel, eben weil es gerade nicht unter dem Gesichtspunkt geschrieben ist, einem die Vorbereitung leicht zu machen.
Oh je. Oh je.
Dazu könnte ich jetzt auch viel schreiben. Sehr viel.
Aber wenn man es richtig anpackt, bekommt man die Kampagne in 8-10 Sessions durchaus durch.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 3.01.2019 | 21:38
Leben und leben lassen, sage ich immer.

Alles, was Du über das Kürzen schreibst, kasi45, stimmt und ist absolut okay für mich. Da hast Du völlig Recht und da gehe ich mit Dir auch absolut konform.

Nur. Jeder, der die Kampagne eben NICHT KENNT, wird sich unweigerlich darin verfangen. Der SL wird zwar 'optional' lesen, aber NICHT WISSEN, in wie weit er das jetzt persönlich für SEINE KAMPAGNE braucht, oder eben nicht.

Und selbst wenn er sich schliesslich entscheidet, grosszügig zu streichen, dann hat er schon viel Zeit mit Lesen und Aussortieren zugebracht.

Aber Überlegungen zum Streichen wird er sich kaum machen, denn wenn etwas von den Autoren in die Kampagne hineingeschrieben wurde, dann geht er doch davon aus, dass es wohl wichtig sein wird.

Dass sich die Kampagne bei 1-2 mal Spielen pro Monat, locker über zwei Jahre erstrecken kann, daran denkt man doch in dem Augenblick als SL kaum.

Ausserdem müssen ja auch die Spieler die ganze Zeit bei der Stange gehalten werden.

uffz.... Also ich gehe mit dir ja auch locker konform, dass die Kampagne, so wie sie niedergeschrieben ist, sehr lange benötigt und die Spieler auch bei der Stange gehalten werden müssen. Und ja, das wird bei weitem nicht jedermans Sache sein. Aber (und es tut mir leid, aber du scheinst einige grundsätzliche Ansichten zu vertreten, die meinem Verständnis von Rollenspielern absolut entgegen läuft):
1. Ich sehe keinen Grund, warum sich jemand, der die Kampagne nicht kennt, darin verfängt. Man liest doch so ein Werk nicht einfach von Anfang bis Ende durch. Es ist halt kein Roman und ich denke, dass es vorwiegend Anfänger sind, die Rollenspielbücher wie Romane lesen. Am Anfang hat man das Intro-Kapitel, welches mit vielen Infos zu der Kampagne aufwartet. So hat jeder schon eine grobe Vorstellung der Kampagne.
2. "Zu viel Zeit mit Lesen und Aussortieren zugebracht" Hmm.. ich kann kaum sagen wie weitab dieser Satz von meinem Rollenspiel-Verständnis ist. Und wir müssen vllt. auch mal deutlich sagen: Wir reden von 666 Seiten, wobei viele Grafiken vorhanden sind, ausführliche Statistiken aller vorkommenden NSCs und diverse Pulp-Anmerkungen, was man alles zunächst mal überspringen kann. Wer also zuviel Zeit mit lesen bei einem P&P verbringt, der sollte sich meiner Meinung nach ein anderes Hobby suchen (ja das ist wirklich MEINE Meinung und ja, sie ist extrem überheblich. Aber dazu steh ich an dieser Stelle).
3. Jemand, der sich keine Gedanken zum streichen macht, weil er der Meinung ist, was die Autoren schreiben muss wichtig sein, sollte auf keinen Fall mit dieser Kampagne anfangen. Allerdings muss ich auch sagen, dass es mir sehr nach einem Anfänger klingt. Ernsthaft: Wenn ich ein Abenteuer vorbereite, denke ich grundsätzlich beim Lesen immer darüber nach, wie ich es an meine Gruppe anpassen kann. Ich denke darüber nach, ob ich was streichen sollte und ich denke sogar darüber nach, wie lange dieses Abenteuer dauert. Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass du das nicht machst...
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 3.01.2019 | 21:40
Oh je. Oh je.
Dazu könnte ich jetzt auch viel schreiben. Sehr viel.
Aber wenn man es richtig anpackt, bekommt man die Kampagne in 8-10 Sessions durchaus durch.


Diese Kampagne fand ich sogar so schlecht aufbereitet, dass ich sie kürzlich in der Bucht verscherbelt habe.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: kasi45 am 3.01.2019 | 21:46
Vllt nur ganz kurz, um zu einem Ende zu kommen:
Die Differenz, bei der wir wohl dann auch keine Einigung finden werden, liegt darin, dass du der Meinung bist, dass der Besitzer von Kampagnen beim lesen wohl eher nicht darüber nachdenken wird, was er kürzen kann während ich der Meinung bin, dass der Besitzer von Kampagnen beim lesen durchaus drüber nachdenkt.

Wie gesagt, ich denke einfach, dass wir da sowieso keine Einigung finden werden, deshalb können wir es ja auch an dieser Stelle einfach so stehen lassen.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 4.01.2019 | 11:01
Es hat mir keine Ruhe gelassen.

"Secrets of Kenya" würde ich nicht als "Masken"-Inkarnation werten. Ich habe das Buch und es ist ein Quellenbuch zu (Überraschung!) Kenia in den 20er und 30er Jahren.
Auf ysdc ist man der Ansicht, dass SoK geschrieben wurde mit der Masks Kampagne im Hinterkopf.
Titel: Re: Masks of Nyarlathotep 7e
Beitrag von: Der Läuterer am 4.01.2019 | 23:23
Zitat von: Chief CoC Dt. - 02. Januar 2019 - 13:54
Hinsichtlich des Einstiegs in Abenteuer möchte ich mal eine Lanze für die Autoren berechen.Einerseits würde es mich als SL nicht besondern befiredigen, wenn die ersten zwei Seiten eines Abenteuers diverse Einstigsmöglichkeiten beitet, ich aber nur eine verwenden kann (logischerweise) und damit diversen text für den papierkorb gekauft hätte.
Da bin ich mal gespannt, wie die dt. Masks Kampagne aussehen wird, wenn die optionalen Texte nicht verwendet werden müssen und man somit 'diversen Text für den Papierkorb gekauft hätte'.