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Medien & Phantastik => Sehen, Lesen, Hören => Sehen => Thema gestartet von: Fezzik am 28.02.2019 | 18:45

Titel: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Fezzik am 28.02.2019 | 18:45
Komisch das das hier noch keiner bespricht. Kannte die Comicvorlage beim sehen noch nicht (eben Band 1 fertig gelesen) und fand die Serie super.
Man kommt erst so ab Ende Folge 2 richtig rein, sollte dem ganzen also etwas Zeit geben.
Es gibt viele coole Momente bei einer zerstrittenen Familie mit "Powers" die plötzlich den Weltuntergang verhindern muss, aber keiner ne Ahnung hat was eigentlich Phase ist.
Insgesamt sehe ich parallelen zu Watchmen, wer den Comic/ Film mochte sollte auf jedenfall einen Blick riskieren.
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Alexandro am 1.03.2019 | 14:54
Bin erst zur Hälfte durch (schaue parallel noch Doom Patrol), deswegen habe ich noch nichts geschrieben.

Hatte den Comic vorher gelesen...ein paar der Änderungen sind komisch (sehe nicht, warum man das ändern musste), aber die Essenz des Comics wurde imo gut transportiert. Freue mich auf weitere Staffeln (und natürlich über die Tatsache, dass die Serie Gerard Way ermuntert hat, endlich mal den Comic fortzusetzen  :-* ).
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: KhornedBeef am 2.03.2019 | 15:39
Ich kenne die Comic-Vorlage nicht.

Steil.
Charaktere haben teils Potential. Der Hazel-ChaCha- Plot ist erfrischend und einige der skurrilen Szenen werden von ihnen getragen. Sympathisch besetzt die beiden!
Die Besetzung von 5: ein Typ. Prima.
Keine Ahnung ob Ellen Paige gut besetzt ist, aber sie sticht mit emotionaler Bandbreite heraus.
Die Musik? Digg it. Herausragen tun für mich nicht die aktuellen Superhits, sondern alles was nach 80ern oder Retro klingt.
Der Prä-Finale-Plottwist hat mich komplett überrascht, war aber schlüssig.
Neben Watchmen drängt sich der Vergleich mit DCs Titans auf.
Während Titans das "Helden-als-Monster"-Thema besser als Justice League umsetzt, geht es im Kern um Familie, Zugehörigkeit, Identität.
Umbrella Academy hat auf den ersten Blick das gleiche Thema, aber eigentlich geht es nur um kaputte und missbräuchliche Beziehungen. Der gelegentliche Humor bricht diesen Eindruck nicht sondern entlarvt sich als Bewältigungsmechanismus.
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: 1of3 am 8.03.2019 | 08:37
Ich habe ein paar Fragen.

- Haben Assassinen-Pärchen mit humoristischen Einlagen schon einen eigenen TVTropes-Eintrag? Ich mein Preacher, Titans, jetzt Umbrella. OK, die Familie bei den Titans war vielleicht eher creepy als komisch.
- Wann soll das spielen? In jener Zeit, die es nie gab, als alles so ist wie jetzt nur ohne Handys? Und hat das schon einen TVTropes-Eintrag?
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: KhornedBeef am 8.03.2019 | 08:43
Jein
https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/JustForFun/CellPhonesCouldHaveSolvedThisPlot
https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/CellPhonesAreUseless
Die erste Frage ist gut, da hab ich keine Ahnung
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: First Orko am 8.03.2019 | 09:00
Wir haben vorgestern die erste Folge geguckt... puh. Ohne die Prämisse am Schluss wäre es das für uns gewesen: Meine Herren sind das alles unsympatische Ego-Arschlöcher  :P
Ich meine: Mir ist klar, warum das so so sein soll und dass das Raum für Entwicklung gibt.
Aber da ist für uns beide nun gar keiner dabei, der uns nicht total egal wäre.
Mal schauen, wir geben dem Ganzen noch 2 Folgen.
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Vash the stampede am 8.03.2019 | 09:08
@Orko. Da bin ich ja gespannt, ob du durchhältst. Mich hat die zweite Folge gekillt.
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Nebula am 8.03.2019 | 09:14
uns (meine Frau und mich) flasht die Serie auch garnicht und ich bin echt ein Superheldennerd in allen Variationen.

Ok die Serie ist zumindest nicht so langweilig, daß man während des kuckens dauernd seinen newsfeed auf dem Smartphone checkt aber ich bekomme nie lust auf den nächsten Teil. Wir sind glaub ich grad bei Teil 5 und normalerweise gebe ich einer Serie 3 Folgen, dann muss man sie mögen oder eben nicht.

Musik finde ich cool

aber rest ist schon ziemlich durchwachsen =)
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Sashael am 8.03.2019 | 13:31
Wenn man sich anschaut, wie Mr. Hargreeves die Kinder behandelt und erzogen hat, ist es ehrlich gesagt ein Wunder, dass die nicht alle längst in Knast oder Klapse sitzen.

Ich finde die Serie super. Die Charaktere gefallen mir gerade WEIL sie so unsympathisch rüberkommen. Die werden nicht wirklich netter, aber man versteht sie irgendwann.
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Teylen am 8.03.2019 | 14:05
Mir fällt es echt schwer Verständnis für Luther aufzubringen.
Alle anderen gehen soweit, nur Luther ist für mich ein Arsch der sich meines Verständnis entzieht.
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Klingenkalle am 8.03.2019 | 14:40
Mir gefällt die Serie bisher sehr gut (Folge 6). Ich finde sowohl die Charaktere als auch die Geschichte herrlich unkonventionell und abgedreht, und damit schön überraschend. Dazu kommen kunstvolle Inszenierungen und Schnitte und gute Musik. Schön, dass sich Netflix so etwas traut. Klar, Helden im klassischen Sinn sucht man hier vergeblich ...
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Fezzik am 8.03.2019 | 15:00
@Teylen: Wieso grade Luther ?
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Teylen am 8.03.2019 | 15:07
Weil er Vanya bei der Rückkehr anlügt und bewusstlos drückt sowie ohne irgendein weiteres Gespräch mit ihr oder seinen Geschwistern.
Weil er Vanya gefangen hält, während alle andere und insbesondere Allison dagegen sind. Ohne mit ihr zu kommunizieren (Was allerdings auch der Rest nicht macht).
Weil er Vanya ohne weitere Versuche zuzulassen direkt angreift, und dahingehend Allisons Plan direkt boykottiert.
 
Ich mein, irgendwo dazwischen hätte ich ein kleines bisschen Sympathie für Vanya oder sowas wie ein bisschen Mitmenschlichkeit erwartet. Da war ja Five, der alte Psycho, mitmenschlicher...
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Fezzik am 8.03.2019 | 16:03
Für jemanden dessen Weltbild grade in Trümmern liegt und mit der Situation sichtlich überfordert ist, macht er sich doch noch ganz gut.  ;D
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: hassran am 8.03.2019 | 18:10
Weil er Vanya bei der Rückkehr anlügt und bewusstlos drückt sowie ohne irgendein weiteres Gespräch mit ihr oder seinen Geschwistern.
Weil er Vanya gefangen hält, während alle andere und insbesondere Allison dagegen sind. Ohne mit ihr zu kommunizieren (Was allerdings auch der Rest nicht macht).
Weil er Vanya ohne weitere Versuche zuzulassen direkt angreift, und dahingehend Allisons Plan direkt boykottiert.
 
Ich mein, irgendwo dazwischen hätte ich ein kleines bisschen Sympathie für Vanya oder sowas wie ein bisschen Mitmenschlichkeit erwartet. Da war ja Five, der alte Psycho, mitmenschlicher...

Tja, so ist die sich selbsterfüllende Prophezeiung: tragisch!

Persönlich fand ich die von dir geschilderte Szene auch mit am schwierigsten zu ertragen. Aber als Szene sehr, sehr gut.

Grüße

Hasran
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: KhornedBeef am 8.03.2019 | 18:54
Über die Charaktere und ihre Nachvollziehbarkeit kann man streiten. Was die Szene aber macht und zeigt ist klar, oder? Also, die Doppelbödigkeit das Festhaltens/Haltgebens, mit genau dem Charakter der sich am meisten als Fels in der Brandung für die anderen sieht, aber auch glaubt, an Vaters Stelle die Verantwortung für die ganze Welt zu tragen, das jetzt voran stellt und bildlich in der Szene danach zu seinem Vater wird?
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Xemides am 10.03.2019 | 23:10
Ich fand die Serie klasse. Die Charaktere, die Musik, die Inszenierung. Und das Ende hat mich umgehauen.


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Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Sashael am 11.03.2019 | 04:47
Ich fand das auch alles super. Ich fand auch Luther total nachvollziehbar. Extrem dumm und planlos, aber ich konnte den Weg seiner Handlungen nachvollziehen. Der ist definitiv nicht die hellste Kerze im Leuchter, wurde von seinem Vater aber zum Anführer erklärt und versucht mit seinen bescheidenen geistigen Mitteln "das Richtige" in einer Situation zu tun, die seine Glaubensgrundsätze auf den Kopf stellt und ihn eigentlich völlig überfordert.

Mein Kollege hatte mir gesagt, dass ich vom Ende enttäuscht sein werde. Das Gegenteil ist der Fall. Diese Staffel konnte man nur genau so beenden. :) :d
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Bildpunktlanze am 11.03.2019 | 06:51
Eine seltsame Serie. Das Ende
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Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Grubentroll am 15.03.2019 | 12:15
Bin jetzt bei Folge 7.
Habe sehr gemischte Gefühle:

Ich finde die Serie weiß nicht wann sie spielen will.
Meistens fühlt es sich an wie etwas das ind en 50ern spielt. Aber dann wird wieder kunterbunt irgendwas aus anderen Jahrzehnten genommen.
Keine Ahnung ob das irgendwie zu dem Comic gehört, aber auf mich wirkt es ein wenig, als hätte sich die Requisite austoben wollen. Oder dass man der Serie unbedingt ein "abgefahrenes verträumtes" Äußeres geben wollte, ohne sich mit zeitlich stimmiger Kongruenz auseinandersetzen zu wollen.

Warum die Serie dann nicht gleich in den 50ern spielen lassen? Das hätte vieles erklärbarer gemacht und sich weniger falsch anfühlend.

Die Charaktere gehen schon. Aber ja, fast alle sind unsympathisch. Außer dem Schimpansen.

Die Handlungsverläufe sind teilweise für mich zu sehr "Style over Substance". Wie eigentlich die ganze Serie.

Also, man kann das sicher alles gut finden, aber mir persönlich fehlt irgendwie der Bezug zu diesen Leuten. Und er wird leider nicht größer je länger man es sich anschaut. Mir ist es letzten Endes Wurst, was Klaus bizarrerweise in Vietnam durchgemacht hat. Oder dass Luther ein Riesenaffe ist, den sein Vater auf den Mond geschickt hat.

Aus der Serie hätte man viel mehr machen können.
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: KhornedBeef am 15.03.2019 | 12:22
Wenn es dir Wurst ist, dass eine Hauptfigur ein Riesenaffe ist, der von seinem Vater auf den Mond geschickt, was hätte man denn aus der Serie noch machen können?  ;D
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Fezzik am 15.03.2019 | 14:25
Der Comic spielt glaub zum Zeitpunkt als er geschrieben wurde, so um 2007 rum. Im Original sind die Charaktere im einzelnen teilweise wesentlich mächtiger, einige Handlungsstränge sind auch im Comic viel komprimierter oder nur angedeutet, z.B. die Beziehung von Rumor und Luther.
Die Serie hat coole Vibes, aber manche Änderungen zum Comic versteh ich auch nicht  :).
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Sashael am 15.03.2019 | 15:27
Die Handlungsverläufe sind teilweise für mich zu sehr "Style over Substance". Wie eigentlich die ganze Serie.
Was ich bei einer Fernsehserie total toll finde. ;D

Jedem Tierchen sein Pläsierchen, auch im TV bitte. ;)
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Grubentroll am 15.03.2019 | 15:43
Was ich bei einer Fernsehserie total toll finde. ;D

Jedem Tierchen sein Pläsierchen, auch im TV bitte. ;)

Ja, aber wie toll wäre dann erst "Style and Substance". ;)

Wenn es dir Wurst ist, dass eine Hauptfigur ein Riesenaffe ist, der von seinem Vater auf den Mond geschickt, was hätte man denn aus der Serie noch machen können?  ;D

Charaktere die einem irgendwie ein bisschen ans Herz wachsen. Aber irgendwie bleiben alle die "Unsympathen in bizarren Lebensumständen" die sie am Anfang sind.
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Teylen am 15.03.2019 | 17:39
Charaktere die einem irgendwie ein bisschen ans Herz wachsen. Aber irgendwie bleiben alle die "Unsympathen in bizarren Lebensumständen" die sie am Anfang sind.
Mir sind ja Hazel und Agnes ans Herz gewachsen :D
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Fezzik am 15.03.2019 | 19:08
Mich nervten tatsächlich Diego und Vanya am meisten. Hazel, Klaus und Five mag ich.
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Klingenbrecher am 15.03.2019 | 19:49
Guter Cast

Abgedrehte Geschichte

Habe es in zwei Tagen durch gesuchtet :d
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Sashael am 15.03.2019 | 23:49
Ich weiß gar nicht, warum man da unbedingt "sympathische" Leute in der Geschichte sucht. Wo sollen die denn herkommen? Reginald Hargreeves hat so ziemlich ALLES falsch gemacht, was man als Erzieher von Kindern falsch machen kann und dass die dann auch noch Superkräfte haben, hat seine Fehler einfach nur noch potentiert. Seine "Lösung" für das Vanya-Problem ist so ultradämlich und fehleranfällig, dass man doch stark an seinem Intellekt zweifeln muss.

Zudem muss man ja auch mal festhalten, dass sein
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überhaupt erst die Apokalypse möglich gemacht hat.

Ich finde tatsächlich so ziemlich alle Supers in ihren Handlungen nachvollziehbar. Die machen teils wirklich dämlichen Scheiss, aber ich habe mich nie gefragt, warum. Das war für mich immer in ihren Erfahrungen sehr gut begründbar. Und Vanya ist halt von klein auf
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gewesen. ;D
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Jiba am 24.03.2019 | 13:44
Ach geht das jetzt schon wieder los mit diesem "Die Charaktere verhalten sich aber dämlich."-Argument...

Puh...

Ich bin das sowas von leid. Ein Blick in die Tageszeitung zeigt doch: Menschen verhalten sich ständig und überall total irrational. Noch dazu neigen Menschen zu Opportunismus, Planlosigkeit und Heuchelei. Ich mache formale Wenn-dann-Logik, die auf der Ebene zwischenmenschlicher Beziehungen sowieso nicht funktioniert, niemals zum Maß eines Filmes. Klar, wenn das Ding nur aus Anschlussfehlern besteht, dann ist das sicher was Anderes... aber gerade wenn es darum geht "Charakter XYZ handelt so... das ist aber unlogisch.", dann drücke ich gerne ein Auge zu. Besonders weil, was ich hier niemandem vorwerfen möchte, das Argument "Der Charakter handelt nicht logisch..." gerne nur ein Feigenblatt ist für die Behauptung "Der handelt nicht so, wie ich selbst oder Leute wie er nach meinem Verständnis handeln würden".

Mir ist es viel wichtiger, ob ein Charakter Indentifikationspotenzial hat. Ob ich dem Charakter glaube, dass er so ist, wie er ist. Ob der jetzt supereffektiv und schlau und logisch handelt, ist mir verdammt egal. Ich will, dass es um was geht bei ihm. Dass er seine Schwächen und Probleme hat. Und das schafft im Ensemble der "Academy" wirklich jeder (gut, ich hab jetzt mit 4, 5 und 7 meine Favoriten)... aber die Figurenpsychologie, die funktioniert in der Serie schon.
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: K!aus am 24.03.2019 | 14:01
Ich bin das sowas von leid. Ein Blick in die Tageszeitung zeigt doch: Menschen verhalten sich ständig und überall total irrational. Noch dazu neigen Menschen zu Opportunismus, Planlosigkeit und Heuchelei. Ich mache formale Wenn-dann-Logik, die auf der Ebene zwischenmenschlicher Beziehungen sowieso nicht funktioniert, niemals zum Maß eines Filmes. Klar, wenn das Ding nur aus Anschlussfehlern besteht, dann ist das sicher was Anderes... aber gerade wenn es darum geht "Charakter XYZ handelt so... das ist aber unlogisch.", dann drücke ich gerne ein Auge zu. Besonders weil, was ich hier niemandem vorwerfen möchte, das Argument "Der Charakter handelt nicht logisch..." gerne nur ein Feigenblatt für die Behauptung "Der handelt nicht so, wie ich selbst oder Leute wie er nach meinem Verständnis handeln würden".
Endlich sagt schreibt das mal jemand!  :d
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: First Orko am 25.03.2019 | 13:57
Ach geht das jetzt schon wieder los mit diesem "Die Charaktere verhalten sich aber dämlich."-Argument...

Puh...

Ich bin das sowas von leid. Ein Blick in die Tageszeitung zeigt doch: Menschen verhalten sich ständig und überall total irrational. Noch dazu neigen Menschen zu Opportunismus, Planlosigkeit und Heuchelei. Ich mache formale Wenn-dann-Logik, die auf der Ebene zwischenmenschlicher Beziehungen sowieso nicht funktioniert, niemals zum Maß eines Filmes. Klar, wenn das Ding nur aus Anschlussfehlern besteht, dann ist das sicher was Anderes... aber gerade wenn es darum geht "Charakter XYZ handelt so... das ist aber unlogisch.", dann drücke ich gerne ein Auge zu. Besonders weil, was ich hier niemandem vorwerfen möchte, das Argument "Der Charakter handelt nicht logisch..." gerne nur ein Feigenblatt ist für die Behauptung "Der handelt nicht so, wie ich selbst oder Leute wie er nach meinem Verständnis handeln würden".

Mir ist es viel wichtiger, ob ein Charakter Indentifikationspotenzial hat. Ob ich dem Charakter glaube, dass er so ist, wie er ist. Ob der jetzt supereffektiv und schlau und logisch handelt, ist mir verdammt egal. Ich will, dass es um was geht bei ihm. Dass er seine Schwächen und Probleme hat. Und das schafft im Ensemble der "Academy" wirklich jeder (gut, ich hab jetzt mit 4, 5 und 7 meine Favoriten)... aber die Figurenpsychologie, die funktioniert in der Serie schon.


Sehr guter Einwand! Da gehe ich zu 90% mit. Ich finde das im Rollenspiel auch immer befremdlich, wenn jemand aufgrund einer kurzen Darstellung eines NCS schon glaubt, ihn total durchleuchtet zu haben und überrascht ist, wenn er "unlogisch" handelt.
Der Grund ist dann aber vmtl. derselbe wie bei Seriencharakteren: Sie werden aufgrund ihrer bisherigen, etablierten Eigenschaften und ggf. ihres Klischess (soweit vorhanden) gedeutet. Die Herausforderung für Serienmacher ist dann, die "abweichende" Entscheidung durch Umgebungsparameter glaubhaft zu verkaufen und der Figur dadurch Tiefe zu verleihen.

Dafür haben Figuren etablierte Charaktereigenschaften, die einen über die Zeit einen gewissen Erwartungshorizont vorgeben, innerhalb dessen sich die Figur vielleicht verhalten wird. In Grenzsituationen muss man entweder davon abstrahieren, wie sie aufgrund etablierter Eigenschaften handelt  ODER man macht einen Bruch und entwickelt den Charakter weiter (in Fate: Kernaspekt ändern) ODER man fügt einen neuen Trait hinzu.
Handelt die Figur in kurzer Zeit mehrfach außerhalb des Horizonts in Richtungen, die man nicht einem neuen Trait zuordnen kann (Ja ich schaue dich an, Discovery!), dann wirkt die Figur irgendwann unglaubwürdig. Insbesondere wenn demgegenüber gegensätzliche Traits stehen, die die Figur dann nicht ablegt.

So wird aus einem Charakter dann nur ein Plotvehikel.
(Again: Discovery!!  >;D)

Ich denke das stößt dann vielen auf. Inwiefern das nun bei welchem Charakter (oder welcher Serie) passiert ist wird dann schon sehr subjektiv wahrgenommen und ist davon geprägt, mit welcher Art von Menschen wir schon Kontakt hatten.

Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Sashael am 25.03.2019 | 14:32
Die einzige Figur, deren Handlungen ich für total dämlich halte, ist Reginald Hargreeves.

Ich sage aber nicht einmal bei dem, dass er eine unlogische Figur ist. Nur ein abgrundtief dämlicher Mensch. Und das beißt sich dann etwas mit dem Bild, was die Serie sonst von ihm zeichnet.

Bei den anderen kann ich eigentlich alle Handlungen nachvollziehen. Sie sind gelegentlich nicht sinnvoll, manchmal mit einer Sekunde Nachdenken auch komplett kontraproduktiv, aber innerhalb ihrer Charakterisierungen für mich immer nachvollziehbar.
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Alexandro am 25.03.2019 | 14:45
Mit dummen/irrationalem Verhalten habe ich auch kein Problem, jedenfalls nicht alleine. In der Regeln nervt sie nur, wenn sie in Kombination mit anderen Sachen auftritt:

1) Dummheit+Plotarmor: der Protagonist macht dumme Sachen, kommt aber allein dadurch damit durch, dass er der Protagonist ist. Idealerweise kommt in der Geschichte noch eine Nebenfigur vor, die was dummes macht und dadurch als unerfahren/unvorsichtig etabliert etabliert wird, aber wenn der Protagonist fast exakt dasselbe macht, wird das plötzlich als mutig/cool kodiert.
2) Dummheit als Pacing-Mechanismus: Wie dumm die Figur ist, wechselt vollkommen inkonsistent während des Films. Wenn das Drehbuch gerade nach Rückschlägen verlangt, dann vermasselt sie wirklich alles, was zu vermasseln geht, aber wenn es darum geht jetzt endlich mal zum Happy End zu kommen, dann ist die Figur ein Genius im Godmode (was nicht dasselbe ist, wie "aus Fehlern lernen" - das ist OK und gut, aber darum geht es nicht)

Keiner dieser beiden Punkte trifft auf UA zu, daher habe ich kein Problem damit.
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Xemides am 25.03.2019 | 17:55
Die einzige Figur, deren Handlungen ich für total dämlich halte, ist Reginald Hargreeves.

Ich sage aber nicht einmal bei dem, dass er eine unlogische Figur ist. Nur ein abgrundtief dämlicher Mensch. Und das beißt sich dann etwas mit dem Bild, was die Serie sonst von ihm zeichnet.

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Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: KhornedBeef am 25.03.2019 | 19:42
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Das Memo habe ich wohl nicht bekommen  ;D
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Sashael am 25.03.2019 | 23:34
Das Memo habe ich wohl nicht bekommen  ;D
Ich auch nicht.

Halte ich bei einer Serie über Zeitreisen auch für eine sehr gewagte Interpretation.

Und ändert nichts daran, dass er total dämlich handelt. ;D
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Xemides am 26.03.2019 | 05:28
So wurden die ersten Szenen der letzten Folge mir erklärt.
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Sashael am 26.03.2019 | 06:00
So wurden die ersten Szenen der letzten Folge mir erklärt.
Von wem?
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Teylen am 26.03.2019 | 08:40
Das ganze ist in der Szene mit seiner Frau sichtbar.
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Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Sashael am 26.03.2019 | 09:58
Das ganze ist in der Szene mit seiner Frau sichtbar.
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Oder ... Zeitreise. Also das, was in der Serie bereits als Kernelement etabliert ist, während von
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noch überhaupt gar nicht die Rede war.

Ich weiß es halt nicht, aber die Beweislage ist in beiden Richtungen sehr dünn. Und dann würde ich persönlich mich doch eher an das halten, was an fantastischer Erklärung bereits vorhanden ist. :)
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Niniane am 26.03.2019 | 10:34
Ich mochte die Serie, auch wenn ich zwei Anläufe gebraucht habe. Die erste Folge nimmt sich sehr viel Zeit für die Exposition, aber das macht sie meiner Meinung nach ein wenig lustlos. Ab Folge 2 war ich aber voll dabei, und ja, vielleicht sind die Charaktere nicht besonders sympathisch, aber ich mag sie, weil sie auf mich "echt" wirken. Und man entwickelt über die Zeit Verständnis für sie, weil ja wirklich für jeden ein Rückblick in die Kindheit gezeigt wird.

Besonders herausheben möchte ich übrigens die Leistung von Aidan Gallagher. Als ich den Trailer gesehen habe, dachte ich noch, dass sei ein Erwachsener, der aus einem anderen Blickwinkel gefilmt wurde, aber dann war in seiner ersten Szene recht schnell klar, dass er ein Teenie ist. Aber der spielt ja wirklich sehr überzeugend und man glaubt ihm auch
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Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Teylen am 26.03.2019 | 11:10
Oder ... Zeitreise. Also das, was in der Serie bereits als Kernelement etabliert ist
Bei einer möglichen Zeitreise besteht die Herausforderung das sowohl die von 5 erlebte Apocalypse als auch das Time Bureau deutlich anders aussieht, als was in der Szene gezeigt wird ^^;

Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: BobMorane am 26.03.2019 | 12:56
Ach geht das jetzt schon wieder los mit diesem "Die Charaktere verhalten sich aber dämlich."-Argument...

Puh...

Ich bin das sowas von leid. Ein Blick in die Tageszeitung zeigt doch: Menschen verhalten sich ständig und überall total irrational. Noch dazu neigen Menschen zu Opportunismus, Planlosigkeit und Heuchelei. Ich mache formale Wenn-dann-Logik, die auf der Ebene zwischenmenschlicher Beziehungen sowieso nicht funktioniert, niemals zum Maß eines Filmes. Klar, wenn das Ding nur aus Anschlussfehlern besteht, dann ist das sicher was Anderes... aber gerade wenn es darum geht "Charakter XYZ handelt so... das ist aber unlogisch.", dann drücke ich gerne ein Auge zu. Besonders weil, was ich hier niemandem vorwerfen möchte, das Argument "Der Charakter handelt nicht logisch..." gerne nur ein Feigenblatt ist für die Behauptung "Der handelt nicht so, wie ich selbst oder Leute wie er nach meinem Verständnis handeln würden".

Mir ist es viel wichtiger, ob ein Charakter Indentifikationspotenzial hat. Ob ich dem Charakter glaube, dass er so ist, wie er ist. Ob der jetzt supereffektiv und schlau und logisch handelt, ist mir verdammt egal. Ich will, dass es um was geht bei ihm. Dass er seine Schwächen und Probleme hat. Und das schafft im Ensemble der "Academy" wirklich jeder (gut, ich hab jetzt mit 4, 5 und 7 meine Favoriten)... aber die Figurenpsychologie, die funktioniert in der Serie schon.

Ich glaube bei TV Serien oder Filmen hängt das auch etwas mit der komprimierten Zeit zusammen. Wenn der Protagonist in einer Folge 5 Entscheidungen treffen muss und die alle falsch sind, dann ist man als Zuschauer schnell bei der "Total unlogisch" Aussage. Ich bekomme das komprimiert in 45 Minuten um die Ohren gehauen. Das für den Protagonisten ein längerer Zeitraum vergeht, ignoriert man dann schon mal.

4, 5 und 7 sind auch meine Favoriten.
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: BobMorane am 26.03.2019 | 13:00
Mir hat die Serie auch sehr gut gefallen. Die habe ich übel weggesuchtet.  :ctlu:

ich würde nicht mal sagen, dass der Prof ein Idiot ist. er ist ein empathieloser Kontrollfreak, der die Kids als Waffen sieht.
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Ifram am 26.03.2019 | 17:37
Es erklärt vieles, wenn man annimmt, dass Reginald Hargreeves
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ist.
Die Szene mit seiner Frau wird so plausibel und auch die ungewöhnlichen Dinge, die er tun kann. Die "Sparkles" könnten sogar mit der späteren Entstehung der Kinder zusammen hängen. Von überlegener Technik zeugen sein Hausdiener, die "Mutter" der Kinder, Luthers Körper nach seiner Rettung, dessen Auszeit auf dem Mond, Reginalds Desinteresse an den Beobachtungen von dort uvm. wobei alles aus dem sonstigen Rahmen der gezeigten Welt fällt. Auch sein merkwürdiges Verhalten kann durch eine andere Sozialisation begründet sein. Selber bin ich nicht darauf gekommen, doch für mich spricht vieles für die These, weil sie so viele Dinge erklärt.
Danke!
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Sashael am 26.03.2019 | 21:27
ich würde nicht mal sagen, dass der Prof ein Idiot ist. er ist ein empathieloser Kontrollfreak, der die Kids als Waffen sieht.
Ich sehe den Unterschied nicht. ;)

Bezüglich seiner Herkunft bin ich gespannt. Allerdings würde ich bei dieser Serie einen Zeitreisenden bevorzugen.
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Alexandro am 26.03.2019 | 22:19
Kann alles mögliche sein.

Die Serie ist ja eine Persiflage auf die Tropen von Superheldencomics und da werden ja auch bunt die Genres vermischt. Da in der Serie ja schon SciFi (Zeitreisen) und Horror (The Horror/Number Six und in gewisser Weise auch Klaus) verwurstet wurden, wäre es interessant, wenn die Sache mit Hargreeves irgendwas mit Fantasy-Einschlag* wäre (Magiebegabter Hohlweltbewohner oder gar Merlin höchstpersönlich? Übertrieben wäre das für die Welt ganz sicher nicht) - aber man wird sehen.

*natürlich kann man auch Allisons Kräfte als Fantasy-Element sehen, in dem Fall wäre wirklich bereits alles abgedeckt.
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Fezzik am 27.03.2019 | 18:27
Laut Comicvorlage ist Hargreeves ein
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.

Aber ich hab jetzt auch Band 2 gelesen und der ist an und für sich mega, aber die Umsetzung in der Serie ist tatsächlich seltsam.
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: Sir Mythos am 1.04.2019 | 09:03
Allerdings würde ich bei dieser Serie einen Zeitreisenden bevorzugen.

Dem stimme ich zu. Für ich sah die Szene mit seiner Frau auch mehr aus ferner Zukunft (oder ferner Vergangenheit?) aus.
Und die startenden Raketen nicht wie Flucht sondern wie die Apokalypse. Für mich war das mehr ein Bild von startenden Atomraketen.

Ich hatte ja den Verdacht, das er etwas mit der Kommission zu tun hat. Bin auf jeden Fall auf Staffel 2 gespannt.
Titel: Re: [Netflix] The Umbrella Academy
Beitrag von: BobMorane am 1.04.2019 | 10:07
Aber so was von