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Pen & Paper - Spielsysteme => Call of Cthulhu => Thema gestartet von: Der Läuterer am 10.09.2019 | 19:32

Titel: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: Der Läuterer am 10.09.2019 | 19:32
Dockside Dogs ist ein Szenario von Paul Fricker aus dem Jahr 2012 und
Reservoir Dogs ist ein Gangster Film von Quentin Tarantino aus dem Jahr 1992.

Beide weisen grosse Ähnlichkeiten auf und besitzen einen hohen Wiedererkennungswert.

Macht es Sinn das Szenario mit Spielern zu spielen, die den Film bereits kennen?
Oder sollte man sich den Film vor der Session vielleicht sogar gemeinsam ansehen?
Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: CiNeMaNcEr am 10.09.2019 | 22:03
Mehrfach geleitet und gespielt.
Keinerlei Probleme gehabt mit Spielern die den Film kennen.

Es werden zwar Vergleiche gezogen (vor/nach dem Spiel), da jedoch dem Film jeder Horror oder Aspekt des Übernatürlichen fehlt gibt es ausreichend Elemente mit den die Spieler nicht ins bekannte zumindest in diesem "Setting" wenn man es so nennen will, in Kontakt kommen.

Habe auch jede Runde von George Baker - Little Green Bag verwendet in der "passenden" Szene, sorgte für Begeisterung wie generell der Soundtrack (Sporadisch eingesetzt).

Den Film zu kennen gibt zumindest Hommage und Reminiszenz.

Vorher ansehen halte ich weder für sinnig, notwendig noch bereichernd. Hier würde man eventuell tatsächlich etwas vorweg nehmen oder gar falsche Erwartungen schüren oder die "Hommag" ist dann mit der Holzhammervarainte fast aufgezwungen, ausserdem würde dadurch die Spielrunde quasi "95min" länger gehen.

Nett ist natürlich den Film nach dem Spiel gemeinsam zu sehen oder es als Tipp für Zuhause anzuraten.
Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: Tegres am 10.09.2019 | 23:44
Macht es Sinn das Szenario mit Spielern zu spielen, die den Film bereits kennen?
Ich hab es gespielt und die Kenntnis des Films stellte kein Problem dar. Das, was einem der Film verraten könnte, erfährt man eh, also kann der Film einen nicht spoilern.
Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: Makenyo am 12.09.2019 | 11:34
Das Abenteuer hat auch noch ein Element, dass an Pulp Fiction erinnert.

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Eine Warnung meinerseits. Ich empfinde dieses Abenteuer als eines der schlechtesten Cthulhu-Abenteuer überhaupt. Es gibt keine wirkliche Handlung. Nichts wird erklärt. Nichts kann ergründet werden. Die Spieler haben keinerlei Einflussmöglichkeiten. Das Ende passiert immer gleich. Egal, was die Spieler auch tun. Eigentlich werden einem ständig nur komische Ereignisse um die Ohren gehauen. Das Abenteuer ist total verkopft und ehrlich gesagt, so hat Rollenspiel sein Thema total verfehlt. Es ist besser einen Film zu schauen oder ein Buch zu lesen, als so eine Geschichte durch Rollenspiel zu erleben.

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Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: Case am 12.09.2019 | 19:59
Das Szenario sollte unbedingt als Freeform gespielt werden und in der Tat müssen alle SCs Lust auf "Rollen"spiel haben. Dann ist es fast ein Selbstläufer und macht eine Menge Spaß. Plus: ein/e zweite/r SL für Mr. Grey ist nett.
Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: Makenyo am 12.09.2019 | 21:03
Mir ist nicht schlüssig wie das, was ich gesagt hatte damit entkräftet wird. :o Ich hatte es übrigens als Freeform erlebt. Nagut, mein Standpunkt ist klar. Mehr brauche ich denke ich nicht zu sagen.
Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: Tegres am 12.09.2019 | 23:35
Ich kann deine Position total verstehen. Es ist mehr ein Improtheaterstück, als ein herausforderungsorientiertes Rollenspiel. Dennoch war für mich die Immersion, als ich es gespielt habe, so groß, dass das Ende bzw. die Fixierung des Endes total egal war. Ich fand es in dem Moment, in dem es passierte, total passend. Daher würde ich auch als eines der besten Rollenspielererlebnisse bezeichnen, die ich bisher hatte.
Für Spieler, die aber etwas spielmechanisch wirksames erreichen wollen oder eine Herausforderung meistern möchten, ist das Abenteuer in der Tat nichts.
Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: Besenwesen am 13.09.2019 | 08:47
Moin,
ich habe mir das Szenario aufgrund des Threads hier direkt bei drivethrurpg besorgt, und habe danach festgestellt das es wohl auch mal eine dt. Version in Cthulhus Ruf gab. Jetzt würde ich gerne wissen ob die lokalisierte Version noch etwas erweitert wurde oder ob es einfach eine 1zu1 Übersetzung des Originals ist? Könnt ihr mir weiter helfen?
Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: Der Tod am 13.09.2019 | 08:50
Moin,
ich habe mir das Szenario aufgrund des Threads hier direkt bei drivethrurpg besorgt, und habe danach festgestellt das es wohl auch mal eine dt. Version in Cthulhus Ruf gab. Jetzt würde ich gerne wissen ob die lokalisierte Version noch etwas erweitert wurde oder ob es einfach eine 1zu1 Übersetzung des Originals ist? Könnt ihr mir weiter helfen?
Soweit ich mich erinnere, war das eine identische Übersetzung ohne nennenswerte Änderungen.
Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: Mondsänger am 13.09.2019 | 09:58
Ich meine mich zu erinnern, dass die deutsche Version als einzige Ergänzung ein paar Vorschläge zu passender Musik gemacht hat. Ansonsten war das mMn inhaltsgleich.
Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: Case am 13.09.2019 | 10:59
Und es gibt ein Flowchart der Charakterbeziehungen. :)
Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: Besenwesen am 13.09.2019 | 11:35
Ok, danke. Dann verpasse ich mit der engl. Version ja nicht viel.
Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: rillenmanni am 13.09.2019 | 12:17
Ja, und gibt es die Übersetzung denn noch? :) Und wo?
Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: Der Läuterer am 13.09.2019 | 12:32
Es ist mehr ein Improtheaterstück, als ein herausforderungsorientiertes Rollenspiel.
Absolut. Ich hatte nach dem Lesen auch den Eindruck, dass das Ganze sehr viel mit freiem Spiel und Improvisation zu tun hat. Das erinnerte mich stark an das Spiel Diplomacy.

Dennoch war für mich die Immersion, als ich es gespielt habe, so groß, dass das Ende bzw. die Fixierung des Endes total egal war.
Persönlich habe ich mit One Shots häufig das Problem, nicht ins Immersion hineinfinden zu können. Zum Glück bin ich der SL. Ich bin sehr gespannt, wie es ankommen wird.
Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: Case am 13.09.2019 | 13:24
Dockside Docks ist in CR 09 erschienen. Ich habe Paul Fricker letztes Jahr angeschrieben, ob er einer Veröffentlichung unter FHTAGN zustimmen würde. Das wurde negativ beschieden. Daher wird es von Seiten der dLG keine Neuauflage oder Online-Veröffentlichung geben.
Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: Makenyo am 13.09.2019 | 18:48
Dennoch war für mich die Immersion, als ich es gespielt habe, so groß, dass das Ende bzw. die Fixierung des Endes total egal war. Ich fand es in dem Moment, in dem es passierte, total passend.
Immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich so Szenarien bei den Spielern ankommen. wtf? Und das obwohl der Spielleiter bei dem ich mitgespielt habe, seinen Job (so wie immer) ziemlich gut gemacht hat.
Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: Der Läuterer am 13.09.2019 | 19:21
Immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich so Szenarien bei den Spielern ankommen. Und das obwohl der Spielleiter bei dem ich mitgespielt habe, seinen Job (so wie immer) ziemlich gut gemacht hat.
Das ist immer eine Frage der Geschmäcker.
Die Erwartungshaltungen und die Präferenzen sind häufig unterschiedlich. Das ist so ähnlich wie bei den Settings und Systemen.
Ich bin z.B. kein Freund von 'Player vs Player' Szenarien. Aber meine Spieler wollten Dockside Dogs gerne mal antesten, also bringe ich es auf den Tisch.
Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: Makenyo am 13.09.2019 | 23:24
Ich bin z.B. kein Freund von 'Player vs Player' Szenarien.
Ja, stimmt. Das ist mir letztens beim spielen von Call of Casablanca auch aufgefallen, dass ich das eigentlich überhaupt nicht mag. Wohl auch ein Grund warum mir Dockside Docks nicht gefallen hat. Durchaus auch ein Punkt, den es im Vorfeld mit den Spielern zu klären gilt.
Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: Der Läuterer am 16.09.2019 | 16:50
Es gibt jetzt noch einen Punkt, weshalb ich 'Player vs Player' nicht mag.
Bei einem Szenario wie 'Dockside Dogs' stechen die aktiven Spieler noch deutlicher hervor, als bei einem 'normalen' Szenario. Da sich das Ganze zunehmend als Impro Theater spielt und der SL eigentlich nur als Stichwortgeber fungiert, tendieren die Schweigsamen dazu vollends in den Hintergrund gedrängt und an die Wand gespielt zu werden.
Das ist mir seinerzeit bei 'Digging For A Dead God' gar nicht bewusst gewordenen.
Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: CiNeMaNcEr am 16.09.2019 | 17:05
Es gibt jetzt noch einen Punkt, weshalb ich 'Player vs Player' nicht mag.
Bei einem Szenario wie 'Dockside Dogs' stechen die aktiven Spieler noch deutlicher hervor, als bei einem 'normalen' Szenario. Da sich das Ganze zunehmend als Impro Theater spielt und der SL eigentlich nur als Stichwortgeber fungiert, tendieren die Schweigsamen dazu vollends in den Hintergrund gedrängt und an die Wand gespielt zu werden.
Das ist mir seinerzeit bei 'Digging For A Dead God' gar nicht bewusst gewordenen.

Ja und nein. Eher nein.

Das aktive, interaktive und mehr immersive in der Szene als auch die erhöhte physkalische Präsenz, dass mehr nutzen der Mimik UND Gestik (statt überwiegend der Modularität der Stimme, wie in einer Tischrunde) lockt einige aus der Reserve oder verhilft den weniger aktiven Spielern eben genau dazu sich mehr Einzubringen durch mehr/anderen Optionen).

Auch für Mitspieler ist es, deutlich einfacher die passiven Spieler mehr einzubinden.
Mehr Optionen und vor allem die direkte Präsenz. Ansprechen, Berühren, an die Hand nehmen, "Bedrohen", ect.

Habe sowohl Dockside Dogs, Digging for a Dead God und Calling the King als Spieler im FreeForm erlebt und als SL inszeniert.
Genau mit dem "Impro Theater" Gedanken, was wunderbarst funktionierte.
Einige Spieler waren deutlich aktiver als in einer Tischrunde oder haben zumindest zeitweise mehr experimentiert.

Bei den Szenarien geht es deutlich mehr um das Lynch-Motto "Es geht nicht um das Verstehen, sondern das Erleben".
Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: Makenyo am 16.09.2019 | 18:58
Bei einem Szenario wie 'Dockside Dogs' stechen die aktiven Spieler noch deutlicher hervor, als bei einem 'normalen' Szenario.
Ja, stimmt. Das war bei meiner Spielrunde auch so. Am Anfang hab ich in der Rolle meines Charakters die ruhigeren Charaktere, die in ihrer Rolle auch deutlich jünger als ich waren, ständig rumkommandiert. Anders hätten die womoglich einfach nur rumgestanden und zugeschaut. Das kann auch einen guten Teil dazu beigetragen haben, dass es mir nicht gefallen hat.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen solche Abenteuer. Solche Abenteuer brauchen aber mindestens zwei aktive Spieler. Ansonsten sind das Rohrkrepierer. Im Übrigen, "Jahreswechsel im Hansen-Haus" hat mir sehr gut gefallen. Das geht ja auch in die Richtung. Da waren von den fünf Spielern aber auch vier Spieler sehr aktiv gewesen.
Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: Besenwesen am 4.11.2019 | 10:38
Habe es am Wochenende geleitet und wir hatten alle sehr viel Spaß.

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Titel: Re: Dockside Dogs und Reservoir Dogs
Beitrag von: Der Läuterer am 4.11.2019 | 13:56
Meinen Glückwunsch zum gelungenen Abend. Schön, dass alles geklappt hat.

Hattest Du irgendetwas am Plot geändert?

Irgendwie waren Deine Spieler dann beim Spiel ja recht handzahm und haben nicht über die Stränge geschlagen. Da hätte ich jetzt, aufgrund des Plots, wesentlich mehr Konflkte und Dynamik erwartet.