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Medien & Phantastik => Sehen, Lesen, Hören => Lesen => Thema gestartet von: Huhn am 1.01.2021 | 14:02

Titel: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 1.01.2021 | 14:02
Zum sechsten Mal startet hier im Tanelorn die groooße Reading Challenge! *Konfetti* Die Challenge, bei der ihr selbst bestimmt, womit (und ob) ihr euch herausfordern möchtet! Die Challenge, bei der wir alle individuelle Ziele und dabei doch ein gemeinsames Interesse - die Freude am Lesen - im Sinn haben. :)

Wie immer gibt es hier keine Preise zu gewinnen. Stattdessen dient der Thread dazu, uns gegenseitig zu motivieren, Leseeindrücke auszutauschen, Bücher zu empfehlen (oder von ihnen abzuraten) oder auch ganz allgemein bei einem warmen Kakao übers Lesen zu philosophieren. Gemütlicher Austausch ist sehr erwünscht!

Mitmachen ist wie immer ganz unkompliziert und unverbindlich:

Dieses Jahr gibt es im Vergleich zu den Vorjahren einige kleinere Änderungen an der Challenge.
Erstens möchte ich explizit dazu ermuntern, eure Challenges im Laufe des Jahres zu evaluieren und bei Bedarf anzupassen. Ich werde in diesem Sinne im Sommer zu einem Zwischenfazit aufrufen, bei dem alle einen kurzen Halbzeitstand geben und wir gegebenenfalls unsere Challenge neu ausrichten können. Es ist daher diesmal auch möglich, erstmal nur eine Challenge für 6 Monate anzunehmen. :)
Zweitens werde ich dieses Jahr nur die Updates mitverfolgen (und im Startpost updaten), die hier im Thread gepostet werden. Mir ist es letztes Jahr einfach zu umständlich geworden, mehrere Plattformen im Blick behalten zu müssen. Um fleißige Lesemäuse, die ausschließlich auf Goodreads updaten möchten, nicht auszuschließen, biete ich an, euch hier im Abschnitt "Ständige Vertretung" mit Link auf Goodreads gesondert aufzuführen.

Ich wünsche uns alles ein freudiges Lesejahr 2021 mit vielen spannenden und entspannenden Schmökerstündchen!  ^-^

Wer ist mit dabei?
(Teilnehmende, die hier im Thread updaten)
aingeasil - 36 Bücher - 6/36
Antariuk - 36 Bücher - 5/36
Menthir (Goodreads (https://www.goodreads.com/user/show/76112445-bernhard)) - 50 Bücher - 18/50
gunware - 53 Bücher - 15/53
Lyris - 72 Bücher - 18/72
Liv - "ABC-Challenge" aus 312 Kategorien (12 pro Buchstabe) - 30/312 Kategorien, 1/26 Leveln (alle 12 Kategorien eines Buchstaben)
Blanchett - 30 Bücher - 20/30
Sindaja - 48 Bücher - 25/48
Huhn (Goodreads (https://www.goodreads.com/user/show/63354628-huhn)) - 40 Bücher - 7/40
Samael - 52 Bücher - 12/52
Raiden - 24 Bücher - 9/24
Swafnir - 25 Bücher, davon 12 "fürs Hirn" + 7 Epochen - 18/25 davon 10/12 + 2/7
hier könnte Dein Name stehen!

Ständige Vertretung
(Teilnehmende, die nur auf Goodreads updaten)
Infernal Teddy - Goodreads (https://www.goodreads.com/user/show/10755234-infernal-teddy)
Green Goblin - Goodreads (https://www.goodreads.com/user/show/5945532-bj-rn-boots)
hier könnte Dein Name stehen!

(aktuell bis Antwort #120 (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,117622.msg134986103.html#msg134986103))
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: aingeasil am 1.01.2021 | 14:12
Da ich einen großen Stapel an ungelesenen Büchern vor mir habe, würde ich dieses Jahr wieder mitmachen.

Ziel: 3 Bücher / Monat, d. h. 36 Bücher am Ende des Jahres, Kochbücher ausgenommen.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Antariuk am 1.01.2021 | 15:59
Die gleiche Lesemenge habe ich mir auch vorgenommen: 3 "echte" Bücher pro Monat, also keine Ratgeber oder Rollenspielsachen. Habe mir selbst zu Weihnachten einen Vorrat gegönnt mit 8 Büchern, die ich schon länger haben will. Es werden vorwiegend Romane sein, vor allem aus dem Bereich SciFi und Fantasy, aber auch eine Handvoll sachliche Bücher, Werke über Mythen, usw.

Den Beginn macht Skyward, von Brandon Sanderson. Hatte ich 2019 schon mal angefangen aber nie zu Ende gelesen (eine unschöne Angewohnheit, das) und jetzt gebe ich mir das noch einmal komplett.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 1.01.2021 | 18:55
Ich nehme auch 2021 gerne wieder daran teil.

Ich nehme mir wieder eine Anzahl von Büchern vor. Dieses Jahr steigere ich es auf 50 Bücher. :-)
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: gunware am 1.01.2021 | 19:44
Und ich reduziere meine Menge auf 53 Stück, die bei mir alles beinhaltet, egal ob Papierform, , digitale Form, Vorlese-CD, Comic oder Rollespielbuch. Voraussetzung für meine Zählung ist "das vollständige Konsumieren" des Mediums. Ein Rollenspielbuch zählt nicht, wenn es als Nachschlagewerk benutzt wurde, genauso wenig wie Bücher nicht zählen würden, die ich vorzeitig ablege, weil ich sie nicht bis zum Ende "inhaliert" habe.
Was ich mehr versuchen würde, wäre ein paar Wörter zu schreiben und nicht nur eine Aufzählung mit einer Beurteilung zu notieren wie letztes Jahr.  Mal schauen, wie es klappt.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Lyris am 1.01.2021 | 20:18
Meine diesjährige Challenge soll hauptsächlich dazu dienen meinen SuB im Zaum zu halten bzw. abzubauen. Ich setze mir daher ein monatliches Ziel 6 Bücher nach bestimmten Kriterien (z. B. ein Buch, das seit mindestens einem Jahr auf dem SuB ist) "abzuarbeiten". Alles was über diese Zahl hinaus geht ist nicht Bestandteil der Challenge und zu meinem "rein persönlichem Vergnügen".  ;)
Um das Ziel kurz zu fassen: 72 Bücher fürs ganze Jahr.

Für Liv habe ich wieder eine eigene Challenge zusammengestellt, die sich diesmal die "ABC-Challenge" nennt und (theoretisch) aus 312 Kategorien (12 pro Buchstabe besteht, z. B. "der Name eines Protagonisten beginnt mit...) Das soll nicht heißen, dass sie so viele Bücher lesen "muss", aber ich möchte diesmal unbedingt vermeiden, das ich spätestens im Oktober wieder erweitern muss ::). Ziel ist bei ihr weiterhin sie zu animieren ein wenig genauer zu lesen und vor allem zu Ende. Weiterhin gibt es pro "Level" (in diesem Fall pro Buchstaben in dem alle 12 Kategorien erfüllt sind) ein extra Buch, allerdings habe ich das diesmal auf eines pro Monat beschränkt.  :-X
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Infernal Teddy am 1.01.2021 | 20:53
Wie letztes Jahr: 100 Bücher, über Goodreads :)

Die schwierigkeit wird durch einen Umzug erhöht :)
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Blanchett am 1.01.2021 | 23:22
Bin gerne wieder dabei.
Alles, hauptsache gedruckt.
Ziel letztes Jahr: 20 Bücher (was ich bereits schneller erreicht hatte wie erwartet)
Da ich nicht weiss wie es Corona-Bedingt dieses Jahr auf Arbeit läuft wäre mein Start-Ziel 30 Bücher
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Sindaja am 2.01.2021 | 13:16
Ich wäre auch wieder dabei und setze mein Ziel jetzt etwas höher an 4 Bücher pro Monat bzw 48 im Jahr. Ich war dieses zwar deutlich drüber, aber die Umstände waren ja auch ungewöhnlich und bestimmte Aspekte meines Jobs fielen weg, die ich u.a. zum Lesen genutzt habe.
Zusätzlich setze ich mir al Ziel, daß von den 48 Büchern mindesten 8 aus anderen Bereichen als Science Fiction und Fantasy kommen sollen. Also Biographien, Sachbücher, "normale" Romane u.ä. - da habe ich einerseits Sachen, die ich schon eine Weile lesen wollte, es aber nie oben auf den Sapel schaffen, weil da noch so viel spannender "Escapismus" liegt, der leichter zu verdaen ist...
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 2.01.2021 | 14:00
Ich selbst setze mir wie immer 40 Bücher als Ziel, wobei wie immer nur Bücher gemeint sind, die ich in meiner Freizeit zu meiner persönlichen Bereicherung lese, keine Arbeitslektüre irgendeiner Art. Vielleicht klappts ja dieses Jahr. ~;D Auf jeden Fall war die Zahl immer greifbar genug, um mich zu motivieren. Darüber hinaus setze ich mir diesmal keine weiteren Challenges. Ich werd einfach lesen, worauf ich spontan so Lust habe. ^-^
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 2.01.2021 | 14:12
Hab euch alle hinzugefügt. :) Schön, dass wir wieder so viele werden.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Samael am 2.01.2021 | 18:47
Ich mach auch mit. 1 Buch / Woche = 52 Bücher sollen das Ziel sein.

Die ersten zwei hätte ich bereits: Maigret kämpft um den Kopf eines Mannes & Maigret regt sich auf - beide natürlich von Simenon. Beides gut geschriebene Maigret-Kost, aber nicht unbedingt Highlights der Reihe.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Green Goblin am 2.01.2021 | 21:41
Ich habe mir das Ziel gesetzt, dieses Jahr 48 Bücher zu lesen.Ich werde das auch vor allem über Goodreads tracken, Huhn und dem Infernalen Teddy folge ich da jetzt. Wie kann ich mich da wie ihr beide verlinken?
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 2.01.2021 | 21:42
Der Link führt zur Profilseite, die müsstest du also einfach verlinken können? Bin mir aber grad auch nicht mehr sicher, wo ich die letztes Jahr herhatte :D
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Green Goblin am 2.01.2021 | 21:46
Danke. https://www.goodreads.com/user/show/5945532-bj-rn-boots (https://www.goodreads.com/user/show/5945532-bj-rn-boots)
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 2.01.2021 | 22:19
Ah und du updatest eher auf Goodreads? Dann versetze ich dich mal noch in die Ständige Vertretung. :D
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 2.01.2021 | 23:08
Mein Goodreads darf gerne auch dazugefügt werden. (https://www.goodreads.com/user/show/76112445-bernhard)

Ich werde dennoch hier tracken und kommentieren, wie gewohnt. :-)
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Raiden am 2.01.2021 | 23:23
Moin, würde auch gerne mitmachen denke mal als Ziel setz ich mir mal 2 Bücher pro Monat, also 24 insgesamt.
Gibbs eigentlich wieder eine Liste mit Kategorien?
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 3.01.2021 | 12:42
Gibbs eigentlich wieder eine Liste mit Kategorien?

Häufig wurde sich auf die Popsugar-Challenge berufen. Die habe ich mir dies Jahr (es gibt wieder eine) aber nicht im Detail angeschaut. :-)



Ich habe letzte Nacht gleich mal Buch 1 beendet.

#1

Dennis Lahane - Ein letzter Drink (https://en.wikipedia.org/wiki/A_Drink_Before_the_War)

Dennis Lahanes (Autor von u.a. Shutter Island) Debüt ist ungewöhnlich und gut. Es ist ein Kriminalroman, der seine Wurzeln in Hard-Boiled Action, schwerem Alkohol und Alltagsproblemen sucht; diese Alltagsprobleme jedoch auch mit hoher und korrupter (Kommunal-)Politik verbindet.

Lahanes Fokus im ersten Fall von Patrick Kenzie und Angela Gennaro sind die Themen Rassismus, Klassenkampf, das Erbe von Gewalt in hart arbeitenden Blue Collar-Familien; das Besondere daran liegt darin, dass Lahane das nicht nur durch einzelne Charaktere repräsentiert, sondern die Themen in so gut wie allen Charakteren spiegelt.

Der Roman - 1993/94 geschrieben - ist dementsprechend mit den oben genannten Themen sehr aktuell und fasst auch Themen an, die wir irgendwann Trumpismus nennen werden.

Die damals provozierende Art des Romans hat sich vor allem darin widergespiegelt, dass unklar bleibt, ob Patrick Kenzie nicht auch selbst Rassist ist. Er reflektiert die Thematik immer wieder, aber das wird letztlich bewusst offen gelassen, ob es in seiner Herkunft, in seinem Beruf liegt, ob es Alltagsrassismus ist, dem er unterliegt, oder ob es überzeugter sein könnte.
Grundsätzlich zeigt in dem Werk aber, dass Lahane sowieso kein Interesse daran hat, Helden zu generieren und so verpasst er jedem unablässig eine dunkle Schattierung, in der sich nur die graduelle Dunkelheit unterscheidet. In dem Zusammenhang ist sehr gelungen, dass Lahane diese Entscheidung selbst durch die Dekonstruktion des "Helden-Feuerwehrmann-Vaters von Patrick Kenzie spiegelt.

Sehr großes Thema ist auch die hausliche Gewalt, die in dem Werk gerade zu - wie Rassismus - strukturelle Züge annimmt und auch die Geschichte der Protagonisten stark beeinflusst. Auch das Thema Korruption zieht sich ähnlich allgegenwärtig durch alle Strukturen, sodass das Buch manchmal ein gewisses Gefühl der Trostlosigkeit hervorruft, welches sehr gelungen ist.

All diese strukturell-sicheren Konstruktion machten mir das Buch zu einem guten, allerdings hat mich die Übersetzung nicht so wirklich vom Hocker gehauen. Ich kann nicht sagen, ob diese per se gelungen, aber sprachlich liest sich das Buch hier und da etwas stöckern und mit Phrasen belegt, die ich im Englischen zumindest anders und nach eigener Sprachkenntnis passender gesetzt empfunden hätte. Das ist aber eher eine gefühlsmäßige Aussage.

Insgesamt hat mir der Start in das Romanjahr gut gefallen.

7,5 von 10 Punkte.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 3.01.2021 | 13:40
Moin, würde auch gerne mitmachen denke mal als Ziel setz ich mir mal 2 Bücher pro Monat, also 24 insgesamt.
Gibbs eigentlich wieder eine Liste mit Kategorien?

Ich hab diesmal drauf verzichtet, Kategorien in den Startpost zu packen, weil die meisten sich sowieso eigene Challenges gebastelt haben in den letzten Jahren. Ich hab 2016 und ich glaube 2017 mal die Popsugar-Challenge (https://media1.popsugar-assets.com/files/docs/PS20_ReadingChallenge_Printable.pdf) versucht. Aber irgendwann ist mir aufgefallen, dass ich sowieso nur das lese, worauf ich Lust habe und das dann mit Biegen und Brechen in diese Challenge gezwängt habe. :D Seitdem lasse ich das weg :D
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Samael am 3.01.2021 | 17:43
Ich hab heute noch Nummer drei beendet: Weihnachten mit Maigret. Die Erzählung fühlt sich aufgrund der Geradlinigkeit und Kürze eher wie eine Fingerübung Simenons als ein „vollwertiger“ Maigret an. Ist aber toll geschrieben und mit einer ruhigen, melancholischen Stimmung durchsetzt.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: aingeasil am 3.01.2021 | 19:55
#1 Erika Riemann - Die Schleife an Stalins Bart

Erika Riemann ist vierzehn Jahre alt, als sie eines Tages mit ein paar anderen Jugendlichen ihre gerade wieder hergerichtete Schule besichtigt. Ihr Blick fällt auf ein Stalin-Bild genau an jener Stelle, an der bis vor kurzem ein Hitler-Porträt hing. "Mit dem Spruch ‚Du siehst ja ziemlich traurig aus‘", schreibt sie, "trat ich an das Bild heran und malte mit dem Lippenstift eine kecke Schleife um den Schnauzbart." Jemand muss sie verpfiffen haben, denn schon kurze Zeit später beginnt für Erika Riemann eine achtjährige Odyssee durch ostdeutsche Zuchthäuser und Lager mit Stationen wie Bautzen, Sachsenhausen und Hoheneck. Was es für sie bedeutete, eine ganze Jugend hinter Mauern zu verbringen, Prügel, Schikane, Hunger und Depression durchzustehen und nach der Entlassung zutiefst traumatisiert im bundesdeutschen Wirtschaftswunder ihre Frau zu stehen - darüber kann sie erst heute, fünfzig Jahre später, berichten.

Normalerweise bin ich eher weniger für Biographien zu haben, aber dieser wollte ich eine Chance geben. Und der Schreib- und vor allem beschreibende Stil hat voll meine Lesevorlieben getroffen. Ohne auf Tränendrüsen zu drücken oder sich in die Opferrolle zu stellen (auch wenn sie ein Opfer ist), erzählt sie ohne große Schnörkel. Aber genau diese Distanz, mit der sie beschreibt, macht für mich die Beklemmung immer größer und spornt mich an, weiterzulesen (und wissen zu wollen, wie es weiter geht). Sehr schön finde ich auch, dass sie nie mit dem Finger auf andere zeigt, sondern sich immer auf ihre eigene Kraft besinnt, um weiterzumachen. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

sehr nah an den 5/5 für Biographien für mich.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Blanchett am 3.01.2021 | 20:38
Hab euch alle hinzugefügt. :) Schön, dass wir wieder so viele werden.

Kannst du bitte bei mir auf 30 Bücher korrigieren? 20 war letztes Jahr
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 3.01.2021 | 20:55
Ist korrigiert, sorry, da war ich beim Durchgehen wohl in der Zeile verrutscht. :)
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Blanchett am 3.01.2021 | 21:26
Ist korrigiert, sorry, da war ich beim Durchgehen wohl in der Zeile verrutscht. :)

Vielen lieben Dank
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Samael am 6.01.2021 | 10:03
Und Nummer 4: Maigret macht Ferien. Den fand ich richtig richtig gut. Naja, jetzt ist erst Mal Maigret- Pause.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 6.01.2021 | 13:37
#2

Matthias Stührwoldt - Knackwust! - Alltagsgeschichten und Erzählungen

Ein kleines Büchlein in plattdeutscher Sprache, das genau das erfüllt, was ich persönlich von plattdeutschen Erzählungen erwarte. Die niederdeutschen Sprachen haben eine Neigung, das Tragische süß oder anrührig-witzig ausdrücken zu können, und dass schätze ich sehr.

Und da passt dieses kleine 120-seitige Bändchen mit Alltagsgeschichten rein. Es hat einen gewissen Nostalgiefaktor und natürliche viele Szenen mit Wiedererkennungswert für den Norddeutschen, weil man diese Orte und Gegenden kennt, und die Geschichten. Es sind bäuerliche Geschichten, und sehr menschliche.
Es ist allerdings auch bittersüß, denn der Autor hat inzwischen seine Eltern verloren, seine Kinder sind groß, der Beruf wird nicht leichter, die Leichtigkeit des Frühwerkes entschwindet langsam, und dennoch steckt in diesen kleinen Geschichten häufig gleichzeitig trauriges und humorvolles.

Es ist eben sehr norddeutsch.

Mir hat die kurzweilige Geschichtchensammlung gut gefallen.

7 von 10 Punkte.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 6.01.2021 | 22:54
#3

Matthias Stührwoldt - Wir Bauern sind anders

Ein zweites, kleines, etwa 156-seitiges Bändchen voller Hof- und Alltagsgeschichten, diesmal allerdings in hochdeutscher Schrift.

Letztlich kann ich mich meiner Bemerkung aus dem vorherigen Band nur anschließen. Es sind weiterhin bäuerliche, aber auch allgemeine Geschichten, mit menschlichen Charakter.
In hochdeutscher Schrift wirkt das Ganze noch etwas melancholischer, ohne seinen Reiz zu verlieren. Die Geschichten eines inzwischen reiferen Mannes, der seine Verluste erlitten hatte, ein paar seiner Liebsten verloren hat, darüber aber nicht verzagt und das Schöne, das Einfache weiterhin schätzt und sucht.

Sehr anrührig, und hier und da auch witzig. Da ich selbst aus der Periphärie landwirtschaftlicher, norddeutscher Betriebe komme, wirkt das auf mich vielleicht noch alles etwas näher und augenscheinlich sehr verwandt.
Mir gefällt es.

7 von 10 Punkte.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 7.01.2021 | 08:53
Falls ihr mir Freundschaftsanfragen auf Goodreads schickt, dann schreibt bitte nen kurzen Satz dazu, dass ihr übers Tanelorn kommt - ich lehne die nämlich ab, wenn ich nicht weiß, wer dahintersteckt (falls ich schon irgendwen von hier versehentlich abgelehnt haben sollte - sorry!).
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Sindaja am 7.01.2021 | 11:01
Hier mein erstes Dreierpack an gelesenen Büchern:
#1. Yoon-Ha-Lee: Dragon Pearl
Science-Fiction mit Fantasy Elementen für Jugendliche. Da es aus der Reihe Rick Riordan presents kommt, ist es für eine ähnliche Zielgruppe wie „Percy Jackson“ gedacht. Der koreanische Touch gefällt mir gut. Man merkt, daß der Autor sich in westlicher und östlicher Kultur bewegt und so ist das Buch dramatugisch sehr „westlich“ und so auch leicht zugänglich für hiesige Jugendliche, vermittelt aber auch etwas östliche Fabelwelt, die der japanischen zu ähneln scheint. Auf jeden Fall rückt das Buch mein Interesse am „Ninefox Gambit“ des Autors weiter nach vorne.
#2. Matt Ruff: Fool on the Hill
Ein Potpourri aus Shakespeare, Hunden, einer Katze, Tolkien, Grimm, das Horror-Genre, griechische Mythologie, Studentenleben,... Ich fand das Buch vor allem in der zweiten Hälfte spannend, als die einzelnen Stränge etabliert waren und zusammengeführt wurden. Über dem ganze liegt noch eine Meta-Ebene, in der das Schreiben bzw. die „Macht der Feder und Imagination“ Einfluss auf den Verlauf des Geschehens nimmt. In der Tendenz ist das Buch schon recht literarisch und die „Bilder“ oft auch parodistisch. Interessant, aber durch die Vielzahl an Anspielungen nicht unbedingt leichte Kost.
#3. Gerald Durrell: Birds, Beasts and Relatives (#1 „Nicht Fantasy/SF“)
Als Kind schenkte mir mein bester Freund „Meine Familie und anderes Getier“, was eines meiner Lieblingsbücher wurde.  Ich las auch ein paar andere Bücher von Durrell, wusste aber nicht, daß die Korfu-Geschichten eine Trilogie sind. Dann fing ich an, mit meiner Tochter die Serie „Die Durrells“ zu schauen und bei meiner Recherche nach Durrells, die mir noch fehlten stieß ich auf dieses Buch. Als Kind faszinierten mich vor allem die Teils über die Tierwelt. Inzwischen machen mir die Menschen, die beschrieben werden, noch viel mehr Spaß. Und es macht Lust auf einen Urlaub auf Korfu.... Auch wenn sich die Welt seit den Erzählungen schon sehr verändert hat und die Fauna bestimmt nicht mehr so reich ist.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Samael am 7.01.2021 | 22:43
Und Nummer 4: Maigret macht Ferien. Den fand ich richtig richtig gut. Naja, jetzt ist erst Mal Maigret- Pause.

Naja.

Nummer 5: Maigret und die Affäre Saint-Fiacre. Jetzt ist aber wirklich erst mal gut mit Krimis.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 8.01.2021 | 10:39
#4

Bart von Loo - Burgund - Das verschwundene Reich (http://www.sehepunkte.de/2020/12/34491.html)

Buch 4 im Jahr 2021 führte mich also nach Burgund. Es ist weitestgehend, trotz historischem Studiums mit den Schwerpunkten Mittelalter und früher Neuzeit, an mir vorbeigegangen. Natürlich war mir seine Existenz bewusst, aber nicht so wirklich seine Geschichte und so beschloss ich, diese mitteleuropäische Wissenslücke zu schließen, und ich glaube, ich hätte kein besseres Buch dafür finden können.

Warum?

Bart von Loos Darstellung ist - da wird sich einige Kritik zu finden - vielleicht nicht die ganz klassisch-historische Darstellung, vielmehr wirkt das Buch fast wie ein dokumentarisches Manuskript, welches wir uns leicht verfilmt vorstellen können. Zudem ist die Darstellung Burgrunds nicht besonders sichtbar quellenschwer, weil von Loo es eindeutig für ein breites Publikum geschrieben hat.
Es bedient sich hier und da auch anachronistischer, ja absichtsvoll flapsiger Sprache, woran sich der ein oder andere Purist stören wird oder den Lektor verteufeln (der in der deutschen Übersetzung von Andreas Ecke auch höchstens einen passablen Job gemacht hat, weil da so einige Fehler im Text sind), ja, es versucht nicht einmal besonders neutral zu sein.
Aber tatsächlich ist dies eine Stärke dieses Buches.

Fernab davon ein burgundisches Propagandawerk zu sein, ist es doch zweifelsohne von einem Mann mit einer gewissen Heimatliebe und dem entsprechenden Verve geschrieben worden und so versucht er die Geschichte Burgrunds, die sich vor allem im 14. bis 16. Jahrhundert in diesem Buch abspielt, vor- und nachzuerzählen, zu begleiten, und erlebbar zu machen.
Dies versucht er durch die Charakterisierung der betreffenden Protagonisten der Zeit, Darstellung der groben Bruchpunkte in den Monarchien und den immer wieder mutigen und erstarkenden burgundischen Städten (v.a. Gent, Brügge etc.) und dadurch, dass der Kunstgeschichte eine gleichberechtigte Schilderung widerfährt, die unweigerlich mit dem Lauf der klassischen Historie verbunden ist.
Allerdings - und auch das ist gelungen - betrachtet er Burgund nicht isoliert, sondern auch im Kontext der Politik der Zeit, der geopolitischen Spannungen zwischen Frankreich, England und dem HRR, sowie den Spannungen innerhalb der kath. Kirche.

Es ist ein farbenfrohes, prächtiges Spektakel, in dem van Loo nicht vergisst, Burgund mit der Weltgeschichte zu verbinden und zu verknüpfen, aber beizeiten auch zu entwirren. Es ist kurzweilig, obwohl es eher chronistisch als interpretierend geschrieben ist, und es wagt dennoch ein burgundisches Lebensgefühl vermitteln zu wollen und die burgundischen Leistungen ins Licht rücken zu wollen; und trotz all der Farbenpracht bleibt es tragisch wie unterhaltsam.

Man kann natürlich über die Charakterisierungen der Protagonisten und ihrer Antagonisten streiten, vielleicht ist die eine oder andere burgundische Leistung in der Weltgeschichte mit einem gewissen Augenzwinkern zu interpretieren, aber van Loo verschafft Burgund seinen gerechten Platz in europäischer Betrachtung, mit jeder Menge Verve und guter Erzählung; und selbst wer danach Burgund noch nichts abgewinnen kann, hat in angenehmer Sprache jede Menge über europäische Geschichte, die Selbstdarstellung von Höfen, sinnloser Gewaltbereitschaft, und dem schnellen Aufstieg und Fall eines Herrschergeschlechts gelernt und sich dabei unterhalten gefühlt.

So sehr im Detail also über das eine oder andere gestritten werden kann und mag, so kann nicht infrage gestellt werden, dass man sich kaum ein schöneres und besseres, fesselnderes Einstiegswerk in eine Thematik vorstellen kann, mit so viel Verve, Freude, Witz und eben auch kritischer Darstellung tragischer Helden und eines kurzzeitig aufblühenden, doch sehr prägenden, multikulturellen Herzogtums.

9 von 10 Punkte.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Lyris am 9.01.2021 | 13:28
So, Ziel für Januar erledigt.
#1, 2, 3 Martha Grimes: Inspektor Jury die ersten 5 Bände
Der Aussage die Autorin wäre die legitime Nachfolgerin von Agatha Christie kann ich bedingt zustimmen. Vom inhaltlichen Aufbau richtig. In einem Fall leider so sehr, das ich dachte "ach, das ist ja wie in..." und der Täter war entlarvt. Aber der Stil ist viel besser und insgesamt wirkt auch alles realistischer.
#4 Edgar Wallace: Die Melodie des Todes
Eine nette Mischung aus Liebesgeschichte, Tragödie und Gaunerkomödie. Hat mich gut unterhalten.
#5 Janet Paisley: Die Rebellin der Rose
Historischer Roman vor dem Hintergrund des Jakobitenaufstandes. Details wurden soweit nicht bekannt (also einiges) ergänzt, so dass sich eine runde, unterhaltsame und lehrreiche Geschichte ergibt.
#6 Pierce Brown: Tag der Entscheidung
3. Band der Red Rising-Reihe. Nach dem etwas anstrengenden 2. Band war dieser wieder gut. Natürlich gibt es auch hier wieder Weltraumschlachten, schließlich ist immer noch eine Rebellion im Gange, aber die Geschichte geht nicht darüber verloren, sondern wird ordentlich zu Ende erzählt. Ob ich die weiterführenden Bände, die erst 10 Jahr später wieder einsetzten noch lese, weiß ich aber noch nicht so recht.

Und gerade kam das Paket mit den nächsten Inspektor-Jury-Bänden.  :verschwoer:
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Raiden am 9.01.2021 | 14:11
#1 Miranda Wohlfahrt von Johannes Anders

Ein Science Fiction Roman, der die Geschichte von Miranda Wohlfahrt erzählt wie Sie für den Diplomatischen Dienst immer wieder aufgaben erfüllen muss "von denen noch nie jemand lebend zurückgekehrt ist".
Sehr kurzweilig aber trotzdem hat mich das Buch jetzt nicht so vom Hocker gehauen. Ich fand alle Geschichten darin (13 Stück) immer sehr zusammen gestaucht und wie im Schnelldurchlauf erzählt. Meiner Meinung nach hat das Buch viel Potenzial verschenkt.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Samael am 9.01.2021 | 16:42
#4

Bart von Loo - Burgund - Das verschwundene Reich (http://www.sehepunkte.de/2020/12/34491.html)


Das hab ich kurz vor Weihnachten gelesen. Hat mir auch sehr gut gefallen. Einziger Kritikpunkt: Ich fands manchmal zu flapsig. Auch angesichts der Dramen, die da berichtet werden...

Ich hab dann direkt noch Huizinga geordert, steht auf der Liste.....
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 9.01.2021 | 23:53
#1
Catherine Meurisse: Die Leichtigkeit (https://www.carlsen.de/hardcover/die-leichtigkeit/978-3-551-73424-2)

Catherine Meurisse war Karikaturistin bei Charlie Hebdo und entkommt dem Anschlag im Januar 2015 dort nur, weil sie an diesem Morgen verpennt hat und zu spät zur Redaktionssitzung kommt. Die Graphic Novel erzählt in zwei Abschnitten, wie sie ihr Trauma erlebt und schließlich beginnt zu verarbeiten.

Ein Comic, der mit einer gewissen Leichtigkeit, aber auch einer gehörigen Portion Galgenhumor und Gesellschaftskritik versucht, die Schönheit und Lebendigkeit in der Welt (wieder) zu finden und mir dabei sehr an die Nieren ging. Besonders berührt hat mich eine Szene, in der Catherine mit ihrer Mutter über den Tag spricht.
Zitat
"Ich wusste noch nichts von dem Gemetzel, ahnte aber das Unsägliche. Ruhig und gefasst habe ich gesagt: '1. Bei Charlie geht was vor. 2. Ich bin in Sicherheit. 3. Macht nicht den Fernseher an." - "Keineswegs. Du hast gesagt: 'Bei Sicherheit geht vor. Ich sehe Charlie fern. Ich mache nichts an.' Ich habe nichts verstanden, ich dachte, du wärst verrückt geworden. [...] Dein Vater wird dir das nicht sagen, aber nach deinem Anruf hat er lange dagesessen, ohne einen einzigen Ton rauszukriegen."

Klare Leseempfehlung von mir!
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 14.01.2021 | 09:25
#5

Ian Urbina - The Outlaw Ocean - Crime and Survival in the Last Untamed Frontier (https://www.nytimes.com/2019/08/19/books/review/outlaw-ocean-ian-urbina.html)

Dieses Buch ist wohl das, was man "a sobering read" nennt. Ein Journalist unternimmt verschiedene Reisen auf und in die gesetzlosen Ozeane dieser Welt und setzt sich mit Kriminalität, staatlicher Nichtkontrolle, Unmenschlichkeit, aber auch mit den zarten Versuchen von Kontrolle, Gegenwehr und Idealismus auseinander.
Er schaut mit sehr klarem Blick hinter die Sehnsuchtsgedanken, wenn jemand an das weitere Meer denkt.

Er begleitet Sea Shepard bei der Jagd auf Raubfischer und Waljäger, schaut sich die sklavenähnlichen Verhältnisse auf den südostasiastischen, vor allem thailändischen Hochseeflotten an, setzt sich mit Chinas Landraub durch die Hochseeflotten auseinander, beschäftigt sich mit dem Problemen der lokalen Fischer in Somalia und gerät in zwischen korrupte Fronten, setzt sich mit Versicherungsbetrug auf hoher See, und Diebstahl sowie den falschen Flaggendesaster auseinander oder erläutert, wie Whistleblower offengelegt haben, wie unverantwortlich Kreuzfahrtschiffe mit dem eigenen Abfall umgehen, wie Teile der Meere überfischt werden, wie Grenzkonflikte auf hoher See aussehen, aber auch wie Aussteiger (Sealand) sich ihre Nische schaffen. Und selbst das sind nur Ausschnitten der Reichweite dieses guten Buches.

Besonders gelungen ist, dass Ian Urbina eine beobachtende Rolle einnimmt und die Ambivalenz darstellt, denn so einfühlsam und grausam die Einzelschicksale beschrieben sind, er vergisst nicht, sie in Kontext zu setzen und schnell wird dadurch klar, dass wegen der mangelnden Regelungen und Schutzmöglichkeit in internationalen Gewässern, die Situation viel komplexer ist, als dass sie in einfache Kategorien wie gut und böse gepackt werden können. Immer wieder reflektiert er da sein Beisein auch selbst und kämpft damit, diese beobachtende Rolle zu halten. Manchmal kämpft er auch mit der eigenen Machtlosigkeit in Angesicht dessen, was er zu sehen bekommt.

Teile des Buches liest man mit flauem Gefühl im Magen, und dann scheint doch irgendwie immer durch, so sehr Urbina hinter die Sehnsucht und das Chaos und die Kriminalität und den Müll, und in das sterbende Meer schaut: die Faszination, und ja, auch die Sehnsucht; sie bleiben.

9 von 10 Punkten
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Antariuk am 14.01.2021 | 13:28
#1: Jay Kristoff - Nevernight (The Nevernight Chronicle 1)
Für urbane Fantasy habe ich ja einiges übrig, seit ich die Vlad Taltos-Reihe von Steven Brust gelesen habe. Nevernight habe ich mir auf Verdacht geholt, weil es in den Empfehlungen auftauchte. Im Großen und Ganzen eine klischeehafte Assassinengeschichte mit Mia, einer jungen Fraum als Protagonistin, die sich von der Straße in die Hallen eines Mörder-Kults hocharbeitet. Das Setting bleibt etwas vage, hat aber interessante Highlights - so etwa drei Sonnen, die für lange Tage und nur wenige echte Nächte sorgen, sowie die Hauptstadt Godsgrave, die auf (und in) dem Gerippe eines gefallenen Titanen gebaut ist und kulturell sehr venezianisch ist (ich denke hier war Teil 1 der Gentlemen-Bastards ein Vorbild). Mia hat ein paar nützliche Kräfte was Schatten und Dunkelheit angeht, was in Nevernight aber nicht wirklich erklärt wird und dabei so sehr zwischen als Mysterium aufgebautem Aspekt der Geschichte und achselzuckend hingenommener Tatsache pendelt, dass ich am Ende etwas genervt war. Zum entspannten Weglesen ohne großen Anspruch war der Band ok, aber große Ansprüche sollte man nicht mitbringen - an Überaschungen wie "Six of Crows" von Leigh Bardugo kommt Nevernight lange nicht heran. Ich blättere grade in den Nachfolgeband hinein, der thematisch einen anderen Schwerpunkt setzt, glaube aktuell aber nicht, dass ich die Reihe weiterlesen werde.

5 von 10 vergifteten Dolchen.

#2: Naomi Novik - Uprooted
Eine Fantasygeschichte mit starken Märchen-Motiven: Der Zauberer "The Dragon" (ja, wirklich) beschützt ein Tal vor dem anliegenden Wald, der nicht nur gefährlich ist, sondern ein echtes Eigenleben führt. Der Preis dafür ist ein junges Mädchen alle zehn Jahre, die er mitnimmt. Die Protagonistin Agnieszka ist dann natürlich die nächste, die auserwählt wird, und das Leben im Turm des Zauberers ist dann doch ganz anders, als sie (und ich) erwartet hatte. Sprachlich fand ich Uprooted sehr schön zu lesen, der Stil ist eigenwillig und nicht die normale 0815-Prosa, die man aus vielen anderen Fantasygeschichten kennt. Die schwierige Entwicklung der Dynamik zwischen "Dragon" und Agnieszka war unterhaltsam, der spätere Twist in der Geschichte ebenfalls. Es geht nicht um das Schicksal der ganzen Welt (oder eines Reiches, einer Nation), und das weiß zu gefallen. Wer mit Märchen und Phantastik mehr anfangen kann als mit epischer Fantasy, wird Uprooted wahrscheinlich mögen :)

8 von 10 Dornenranken.


Eigentlich wollte ich ja Sandersons Skyward lesen, habe spontan aber alles umgeworfen.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Samael am 16.01.2021 | 08:41
Darf und soll man hier eigentlich kommentieren? Oder dient der Thread nur zur Aufzählung?
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Antariuk am 16.01.2021 | 09:54
In vorherigen Jahren wurde ja auch kommentiert und diskutiert, denke mal das hat sich nicht geändert?
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 16.01.2021 | 09:59
Darf und soll man hier eigentlich kommentieren? Oder dient der Thread nur zur Aufzählung?
Gespräche über alles, was themenrelevant ist, sind ausdrücklich erwünscht. Wenn du also über Bücher, Übersetzungen, E-Book-Reader, Lesezeichen, bequeme Lesesessel oder den optimalen Leseort oder sowas plaudern möchtest, dann immer raus damit.  ^-^
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Samael am 16.01.2021 | 10:40
Ich wollte nur sagen, dass ich Uprooted vor wenigen Jahren gelesen habe und es mir auch überwiegend gut gefallen hat. Ich mag diesen märchenhaften Einschlag und die slavischen Elemente sehr - erinnert ein bisschen an den Witcher von Szapkowski (wenn es auch weniger düster ist).

Der Output der Autorin soll aber durchwachsen sein, meine Schwester hat mir berichtet, dass sie auch irgendetwas mit Drachenreitern geschrieben hat, was an Uprooted bei Weitem nicht herankommt.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Infernal Teddy am 16.01.2021 | 11:45
Ich habe letztes Jahr die ersten beiden Bänder der Temeraire-Reihe gelesen. Ich fand die ganz schick, aber man muss mit dem absichtlich an die Zeit angepasste schreibweise auch mögen. Wer also nix mit Horatio Hornblower anfangen kann ist da eher schlecht bedient
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 17.01.2021 | 15:17
Ich habe heute einen toiletären Meilenstein zu feiern! Hab doch 2019 angefangen, nen Berg an Reclam-Heftchen auf dem Klo zu lesen und war damit recht erfolgreich. Dann habe ich, im August 2019, den Fehler gemacht, mir die fast 800-seitige "Kleine Geschichte Lateinamerikas" zur Pottlektüre zu küren und seitdem lese ich mit einigen Unterbrechungen, tapfer Tag für Tag eine Seite oder so über Südamerika. Heute bin ich feierlich auf Seite 500 angekommen! Vielleicht lese ich das Ding ja dieses Jahr endlich mal zuende!
 :cheer: :cheer: :cheer:
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Sindaja am 17.01.2021 | 16:01
Glückwunsch zum Erreichen von Seite 500!

Zu Novik - Uprooted und Spinning Silver halte ich für stärkere Bücher als die Temeraire-Serie. Wobei mir letztere auch Spaß gemacht hat. Aber sie hat einerseits einige Längen und die Charaktere (und oft auch der Plot) fühlen sich für mich deutlich eindimensionaler an.

Ich bin inzwischen auch wieder 3 Bücher weiter.
#4: Peri Griffin: The Switching Well
Definitiv ein Kinderbuch – ich hätte vom Schreibstil her auf 80ger Jahre getippt, ist aber aus den Mitt-90gern. Ein Mädchen aus der Vergangenheit wünscht sich 100 Jahre in die Zukunft, ein anderes 100 Jahre in die Vergangenheit. Beide landen in Waisenhäusern und stellen fest, daß nicht alle an der Zeit, die sie sich „wünschen“ so toll ist, wie sie sich naiverweise vorgestellt haben. Das ist vielleicht auch das Problem des Buchs – die selektive Naivität und Gewitztheit und auch der „Kulturschock“ - vor allem bei dem Mädchen, das in die Zukunft reist, müsste meines Erachtens deutlich traumatischer als ein bißchen „Verwunderung“ und kleine Anpassungsprobleme ausfallen. Andererseits liest meine Tochter die „magischen Baumhaus“ Bücher und dagegen ist es dann schon fast wieder realistisches Verhalten. Deshalb auch die Einordnung als Kinderbuch und nicht Jugendbuch. Trotz allem ist es eine schöne Geschichte. Vor allem von Toleranz, Freundschaft und Mut.
#5 Jim Butcher: Brief Cases
Kurzgeschichten aus dem Dresden-Universum. Zumindest literarisch ist es im Augenblick mein Lieblings-Urban-Fantasy Setting. Mehrer Geschichten sind nicht aus der Harry-Perspektive, was auch mal ganz schön ist. Vor allem die 3 Perpektiven der gleichen Geschehnisse in Zoo Day gefielen mir besonders gut und von den Bigfoot-Interaktionen hätte ich gerne mehr. Für Liebhaber der Harry Dresden  Romane eine klare Empfehlung.
#6 Rose Bailey: The Sugar House
Eine recht überschaubare Sammlung von 4 Kurzgeschichten rund um Sasha Witchblood – eine Enkelin der Baba Yaga. Die Geschichten spielen auf unterschiedliche Märchen – auch aus der grimmschen Feder - an, sind aber wiederum ganz anders und das Setting ist eher osteuropäisch und mittelöstlich als mitteleuropäisch. Gutes Büchlein für ein kurzes, düster-märchenhaftes Intermezzo.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 17.01.2021 | 17:48
Danke!

#2
John Bellairs: Das Haus der geheimnisvollen Uhren (https://www.kinderbuch-couch.de/titel/2000-das-haus-der-geheimnisvollen-uhren/)

Nach dem Tod seiner Eltern zieht Lewis zu seinem Onkel Jonathan nach New Zebeedee. Jonathan ist ein ziemlich komischer, dabei aber äußerst liebenswürdiger Kauz. Als echter Zauberer lebt er - wie könnte es anders sein - in einem Haus, das voller Geheimnisse zu stecken scheint. Das größte Geheimnis ist das Ticken einer Uhr, das in allen Wänden zu hören ist. Während Lewis sich in seinem neuen Zuhause einlebt, kommt er nicht umhin, sich näher mit der Zauberei und der verborgenen Uhr zu befassen.

Also laut Daniel von System Matters ist das sau der Klassiker und ich hab voll was verpasst, wenn ich ihn nicht kenne und deswegen habe ich das Buch gelesen. :D War tatsächlich ein guter Tipp. Auch wenn sich das Buch eindeutig an Kinder in Lewis' Alter (also so ungefähr 11 Jahre) richtet, war es dennoch auch für mich eine unterhaltsame, spannende und teilweise sogar ein ganz klein bisschen wohl-schaurige Lektüre. Lewis ist ein Herzkäferchen von Junge, Onkel Jonathan und seine beste Freundin sind superlieb, es geht um Wunder, Spuk, düstere Geheimnisse, Freundschaft, Verrat und jede Menge heißen Kakao. Voll schöne Lektüre für kuschelige Winterabende.

Werde mir demnächst auch die Verfilmung anschauen - Jack Black scheint mit eine ganz gute Wahl für Jonathan zu sein.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Timberwere am 17.01.2021 | 18:31
Ich wollte nur sagen, dass ich Uprooted vor wenigen Jahren gelesen habe und es mir auch überwiegend gut gefallen hat. Ich mag diesen märchenhaften Einschlag und die slavischen Elemente sehr - erinnert ein bisschen an den Witcher von Szapkowski (wenn es auch weniger düster ist).

Der Output der Autorin soll aber durchwachsen sein, meine Schwester hat mir berichtet, dass sie auch irgendetwas mit Drachenreitern geschrieben hat, was an Uprooted bei Weitem nicht herankommt.

Das ist korrekt: Die Temeraire-Reihe mit den Drachen finde ich auch nicht so gut wie Uprooted - Temeraire war ihr Frühwerk, und das merkt man. Aber Uprooted finde ich wiederum nochmal durchaus schwächer als Spinning Silver. Wer also Uprooted mag, dem kann ich Spinning Silver nur ans Herz legen. Das ist inzwischen eines meiner echten Lieblingsbücher.

Aber apropos Naomi Novik: Von ihr habe ich gerade "A Deadly Education" fertig gelesen, das an die slawische Märchenfantasy in meinen Augen nicht rankommt, was ich aber trotzdem ziemlich cool fand, vor allem wegen des Worldbuildings. Eigentlich war ich anfangs misstrauisch, weil ich befürchtete, die ich-erzählende 'Auserwählte' könnte sich als Mary Sue herausstellen, aber da habe ich Frau Novik unrecht getan... sie subvertiert das Konzept geschickt, und wie ich glaube, mit Absicht, und auch die magische Schule, die als Setting dient, ist in ihrer absoluten Tödlichkeit echt gelungen.
Das Konzept: Kinder mit magischem Potential sind für "Maleficaria", sprich magische Monster aller Art, ein wahrer Leckerbissen, weil sie sich noch nicht richtig wehren können. Damit die Kinder nicht gefressen werden, werden sie mit 13 oder 14 in eine 'High School' teleportiert, wo sie 4 Jahre lang lernen... nur gibt es an dieser Schule keinen einzigen Lehrer und überhaupt niemanden außer den Schülern. Die Schule selbst, die irgendwo in einer Außendimension hängt, damit die Maleficaria nur schwerer hinkommen, stellt den Kindern ihre Aufgaben, und wer nicht mitkommt, hat gelitten. Jedes Jahr dreht sich das Stockwerk, in dem sie angekommen sind, eine Stockwerk weiter nach unten, und am Ende steht der "Abschluss" - sich durch einen Saal voller Monster ballern oder gefressen werden. An der Schule herrscht eiskalter Konkurrenzkampf und nackter Überlebenswille, Freundschaften gibt es nur wenige, und wenn überhaupt, dann Allianzen.
Der Hauptcharakter ist der für das Genre recht typische Underdog, und das Buch ist teilweise recht vorhersehbar, aber es hat mir trotzdem Spaß gemacht.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 19.01.2021 | 15:38
#6

Roger Lowenstein - When Genius Failed: The Rise and Fall of Long Term Capital Management (https://en.wikipedia.org/wiki/When_Genius_Failed)

Das Buch beschreibt den Aufstieg und Fall eines Hedgefonds, wie dieser sich auf wissenschaftlicher Analyse gründete, dann immer weiter vermenschlicht wurde und dann durch sehr menschliche Fehler zugrunde ging.

Der Autor verwendet eine sehr technische Sprache und versucht den erlernten Fachjargon eines Wall Street Journal-Journalisten zu wahren. Das könnte ganz gefällig sein, würde er nicht mit diesen Mitteln in die Köpfe der Agierenden zu schauen versuchen. Denn das gelingt ihm nicht zu gut.

Allgemein ist Lowenstein kein meisterhafter Erzähler, gleichwohl aber ein sehr akribischer Chronist, sodass das Buch gut und solide zusammengestellt ist und durch die Wucht seines Themas durchaus noch brauchbar ist.

Lowenstein kann hier und da nicht ganz verschleiern, dass er das Scheitern eines weiteren homo oeconomicus-Modelles eher zu schätzen weiß; so attestiert er allen Beteiligten am Scheitern Gewinnsucht, Spielsucht, Geheimnistuerei und akademische Hybris. Insofern wird es schwer, den beschriebenen Personen wirklich zu folgen. Zudem wirken seine Charakterzeichnungen simplifiziert und skizzenhaft. Hinter der Entwicklung und dem Festhalten bis zum Scheitern sind sicherlich auch gruppendynamische Gründe zu suchen und zu analysieren.

Letztlich kann Lowenstein die Entwicklung und die strukturellen Entscheidungen der beteiligten Banken und der Regierung gut nachzeichnen, die menschlichen Entscheidungen kann er nicht so gut beschreiben. Dennoch bleibt es ein interessant zu lesendes Stück Finanzgeschichte.

Um ein wirklich gutes Buch zu sein, müsste es seinen Leser entweder mehr mitnehmen, oder die Lehre der Geschichte - die Lowenstein direkt zu vermitteln versucht - müsste kräftiger und breiter sein. Dass wissenschaftlicher Scharfsinn und Modellhaftigkeit nie völlig repräsentativ für die Praxis sind, sei es philosophisch wie ökonomisch, für diese doch letztlich triviale Erkenntnis hätte es nicht diesen Vorlauf gebraucht.
Dennoch bleiben die Ausritte in die Risikotheorie und die Versuche Lowensteins, Finanzwirtschaft greifbar zu machen, lobenswert.

5,5 von 10 Punkte
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Samael am 23.01.2021 | 10:10
Nummer 6: The Bedlam Stacks von N. Pulley.

Wurde hier vor geraumer Zeit von einem Foristen empfohlen. Eine historisch-fantastischer Stoff, ein Reisebericht aus dem 19. Jhdt. Ein englischer verarmter Landadliger und Botaniker reist im Auftrag der Ostindien-Kompanie in die Hochanden in Peru um Chinarindensetzlinge für eine geplante Plantage zu stehlen.
Dort trifft er auf Reste der Inka-Kultur mit allerlei fantastischen Versatzstücken.
 
Ich fand das Buch zeitweise faszinierend, streckenweise aber zäh und höhepunktlos. Ich hatte es bereits angefangen, lange Zeit beiseite gelegt und jetzt beendet. Insgesamt würde ich es meinerseits nicht unbedingt weiterempfehlen.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 26.01.2021 | 21:00
#7

Theodor Fontane - Effi Briest (https://de.wikipedia.org/wiki/Effi_Briest)

Ich gehörte nicht zu jenen Kindern, die in der Schule mit dem Standardwerk Theodor Fontanes geprügelt, gequält oder konfrontiert wurden. Sicher, andere Deutschkurse meiner Altersklasse mussten. Wir hörten den Horror, die von Fontane angeblich oder tatsächlich zelebrierte, niedergeschriebene Langeweile, in viel zu viele Worte gegossen, nur da, um mit havelländischer Ödnis über den Norddeutschen gestülpt zu werden.

Jetzt ist mein Schulleben einige Zeit her, und wie es so ist, irgendwann holen einen Fragmente der Vergangenheit ein, und als ich Effi Briest im Rahmen einer Haushaltsauflösung überreicht bekam, legte ich es einige Zeit auf die lange Bank, bis ich es vor einigen Tagen in Angriff nahm. Manchmal muss man sich ja auch selbst herausfordern.

Und was soll ich sagen?

Als Schüler hätte ich mich dem Chor der Klagenden angeschlossen, so viel ist mal sicher. Aber mit einigen Jahren mehr auf dem Buckel kann ich durchaus die Faszination verstehen, die dieses Buch umrankt. Die titelgebende Protagonistin erscheint auf den ersten Blick als das, was ihr von meinen Altersgenossen vorgeworfen wurde. Eine naive, nach dem Glück trachtende, dein eigenen Gefühlen stumpf folgende, junge, bevorzugte Dame, die dennoch nicht so ganz in ihren gesellschaftlichen Rahmen zu passen scheint und dann am Ende scheitert.

Das Faszinierende des Romans ergibt sich weniger aus der Handlung bzw. der Beschreibung der Handlung selbst, sondern aus den sich dahinter auftürmenden, sozialen Verflechtungen. Dass die Moralvorstellungen und der preußische Ehrenkodex in ihrem Ehemann den Gegenentwurf zu ihrer naiv-natürlichen Art darstellt, ist im Rahmen der brechenden Ehe, die sich eben mit der Ausgrenzung Effis und ihren späten Tod beschließt, vielfach moderiert, kommentiert und analysiert, sodass ich da wenig beitragen kann, um das Bild zu entkräften oder zu bereichern. Vernunft gegen Gefühl, Karrierismus vs. Treibenlassen sind sicher die großen Themen des Werkes, mit den Konsequenzen, die Fehlverhalten im wilhelminischen Preußen gesellschaftlich trägt.

Effis naives Verhalten, das ewig Kindliche, ist ja nicht nur durch ihre Beschreibung belegt, sondern kulminiert in einem gemeinsamen Erlebnis mit ihrem viel älteren Mann Innstetten. Es geht darum, dass es in Innstettens Haus spuken soll und Effi das tatsächlich glaubt, während Innstetten auch davon spricht, aber von Crampas entlarvt wird als Mann, der diesen Spuk nutzt, um Effi zu kontrollieren und zu "erziehen". Das ganze Werk ist Innstetten tatsächlich räsonierender, aber gleichwohl nicht so gefühllos wie häufig dargestellt. Gerade, dass er mit Effi die Tochter seiner Jugendliebe ehelicht, sagt einiges über die von Anfang überschattete Beziehung.

Ich will mich gar nicht zu viel auslassen, aber tatsächlich fand ich die Nebenfiguren (vor allem Innstetten und die ambivalente Rolle der Eltern) durchweg interessant, die Protagonistin weniger. Allerdings verändert sich das Bild Effis sicher mit moderner Lesart, sodass ich ihr wenig Süßes, sondern stattdessen hedonistischen Egoismus attestieren kann. Sie ist zu ihrer Umwelt (mit der Ausnahme von Roswitha und ihren Eltern) häufig, ja fast ausnahmslos ätzend. Nicht, dass sie sich nicht treiben lassen darf, aber sie lässt sich aushalten und verhätscheln. Die dargestellte Langeweile ist nicht der Grund für Taten Effis, es ist tiefer in ihrem Wesen vergraben, und zieht sich durch das ganze Buch von Anfang bis Tod. Ein modernes Psychogramm auf das Verhalten Effis wäre interessanter als die romanistische Standardauseinandersetzung und würde mich durchaus interessieren (wer weiß, vielleicht gibt es sowas? Ich habe es nicht recherchiert).

Am deutlichsten ist dies, als die inzwischen ins Bürgertum abgerutschte, von den Eltern aristorkatisch verlassene, aber doch finanziell ausgehaltene Effi in einer Wohnung lebt und ihre Tochter Annie nach Jahren wieder sehen will. Nachdem das Kind nicht so liebevoll und offen in der ersten Begegnung ist, wie von der kindlichen Effi erhofft, verwirft sie den Gedanken auf ihre Tochter und flieht gänzlich in sich. Wenn das nicht zu denken gibt.

Am Ende nehmen die Eltern die Tochter wieder auf und betüdeln sie bis zum Tode. Ein rein um sich selbst drehendes, egoistisches, gleichwohl durchgehend behütetes Leben endet in havelländischer Kulisse.

Interessante Charaktere, eine eher seichte Handlungsbeschreibung, aber eine auf einen gewissen Realismus und auf Prägnanz setzende Situationsbeschreibung macht dieses Werk auf jeden Fall lesbar, und es provoziert mit seinen Charakteren zum Nachdenken, ob man sie mag oder nicht. Insofern kann ich nicht das Urteil meiner Altersgenossen unterschreiben, ich kann aber einsehen, wenn man sich nicht so sehr um die Charakterisierung der Handelnden schert und so handelt wie Effi, nämlich nur liest, um verhätschelt und kindlich unterhalten zu werden, wird man sich von diesem Buch abwenden wie Effi sich von ihrer Ehe und Kessin abwandte.

6 von 10 Punkte.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Jiba am 27.01.2021 | 07:57
Von allem, was ich im Deutsch-LK lesen musste, war "Effie Briest", da hat Menthir in seinen Kritikpunkten absolut Recht, das Furchtbarste. Endloses Lamentieren und eine zitterschwache Protagonistin. Ich hatte das Glück, das meine Kursleiterin mitten in der "Effie Briest"-Einheit die Schule verließ und wir eine neue bekamen. Wir waren mit "Effie Briest" noch ziemlich am Anfang, sodass wir dann auf "Irrungen, Wirrungen" von Fontane umgeschaltet haben. Das ist genauso wilhelminisch-seicht, aber ich fand's deutlich erträglicher, weil auch breiter aufgefächert in den Protagonisten.

Aber insgesamt war ich heilfroh, als es danach mit Gehard Hauptmann, dem deutschen Expressionismus und Franz Kafka weiterging.

Und wo wir's gerade damit haben @Menthir: Das war eine ausnehmend sprachstarke und kluge Analyse des Werkes, Menthir. Dafür ziehe ich den Hut.


Wenn man übrigens noch kann, möchte ich (einfach weil ich dem Januar noch viel hinterherräumen muss) ab Februar gerne an der Challenge teilnehmen. Ich mag mich für's Erste gerne an 2 Büchern pro Monat versuchen und am dem Halbjahreswechsel dann auf 3 pro Monat hochschalten. Mal schauen, ob es hinhaut.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 27.01.2021 | 09:49
"Effie Briest" war mit gewaltigem Abstand das Grauenhafteste, was ich je für den Schulunterricht lesen musste. Die Buch gewordene, pure Langeweile um einen Haufen Kotzbrocken. Effie selbst ist eine [sexistische Beleidigung nach Wahl einfügen], der ich durchgängig rostige Nägel in die Füße gewünscht habe. So eine dumme [weitere Beleidigung ergänzen].

Irgendwie wurde bei uns im Schulunterricht ewig darauf herumgekaut, was für ein aaarmes Mädchen sie doch sei, die an den rigiden Vorgaben und Vorstellungen ihrer Gesellschaft scheitere. Aber ganz ehrlich: Völlig unabhängig von irgendwelchen Moralkodizes war Effie einfach durchgängig an ihrem Elend vollumfänglich selbst Schuld. Die hockt nur rum und wimmert vor sich hin, dass ja alle sooo gemein zu ihr seien und alles ist ja sooo langweilig, während sie in Wirklichkeit in einer sehr privilegierten Position ist und ihr alle Zucker in den Arsch blasen. Dass alle sie bevormunden wie ein Kleinkind, schien mir immer damit zuammenzuhängen, dass sie sich wie eines benimmt und offenbar selbstständig auch zu keinen sinnvollen Entscheidungen in der Lage ist. Der scheiß Mops hat mehr Hirn als Effie. Ist ja nicht so, als wäre sie bei Wasser und Brot in den Keller gesperrt worden. Dir ist langweilig? Alte, dann tu halt was, such dirn Hobby, engagier dich, nimm dein Leben in die Hand!!! Und ja, das haben auch Frauen aus der Oberschicht zur Zeit Effies gekonnt, vorteilhafte Nicht-Liebesheirat hin oder her. Stattdessen tut sie das sackmöglichst Dumme und scharwentzelt um diesen komischen anderen Typen herum und geht ihrem Mann fremd - zieht dann aber nichtmal das komplett durch, sondern hält sich den anderen auch immer noch warm und jammert am Ende rum, als hinterher mit einer [erneute Beleidigung] wie ihr keiner mehr was am Hut haben will.

Der mitreissendste Moment in dem ganzen verf****en Buch war, als der Hund starb - das war nämlich der einzige Protagonist, der mich auch nur ansatzweise interessierte, Alle anderen waren unlikeable shitheads und es ist mir ein Rätsel, wieso alle Welt gerne Bücher über A****löcher liest. Ich hasse dieses Buch. Möge Theodor Fontante in der Hölle schmoren, wo ihm eine greise Lehrerin aus seinem Machwerk vorlese. Während ihm jeder rostige Nagel, der Effie gebührt hätte, in den Fuß getrieben wird. Scheißbuch.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Blanchett am 27.01.2021 | 10:18
Dann kann ich mich ja fast glücklich schätzen, das ich "nur" eine Realschule besucht habe und im Deutschunterricht 1 1/2 Jahre mit dem ausweniglernen und interpretieren von Gedichten "gequält" wurde.

Mein persönliches Fazit dazu: Interpretationen sind sch.... man kann es dem Lehrer eh nicht recht machen (zumindest war das bei meiner Lehrerin der Fall, die nur das hören / lesen wollte was Sie interpretiert)
Fazit 2: Meine beste Interpretation habe ich mit "besoffenem" Kopf geschrieben, und selbst die war nicht gut.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Jiba am 27.01.2021 | 10:27
Das männliche Äquivalent zur Effie ist im Übrigen der Werther. Den habe ich nach der Schulzeit erst gelesen und ich war überrascht wie diese geballte Seierigkeit eine ganze Jugendbewegung auslösen konnte.

---

Naja, @Blanchett: Interpretation, wie sie bei uns noch (ich weiß nicht, wie's inzwischen ist) an den Schulen gelehrt wurde, ist tatsächlich Mist. "Was wollte uns der Autor damit sagen" ist aber nur eine der vielen Ansätze, die so eine Interpretation haben kann. Im Germanistikstudium habe ich viele andere Herangehensweisen an Texte kennengelernt: Diskursanalyse, Rezeptionsästhetik, psychologische Herangehensweisen, linguistische Zugänge... und nicht zuletzt die Vorstellung, dass die Deutungshoheit über einen Text nicht beim Autor liegt und es folglich auch nur eine untergeordnete Rolle spielt, was der Autor sich bei seinem Geschreibsel da gedacht hat. Der Leser trägt auch immer Bedeutung in den Text. Zugespitzt ist sogar vom "Tod des Autors" die Rede, nach dem Aufsatz des französischen Zeichentheoretikers Roland Barthes. Die Intertextualitätsforschung ist auch spannend – sie beschäftigt sich sehr stark damit, dass Autoren letztlich auch nur wiedergeben, was sie in anderen Medien konsumiert haben. Sie untersucht diese Textbezüge.

Der Deutschunterricht, wie ich ihn kennengelernt habe, war da auch massiv einseitig. Begeistern können dafür habe ich mich dennoch, sonst hätte ich's ja nicht studiert.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 27.01.2021 | 12:43
Ich fand das auch immer ganz spannend, wie ein Buch quasi sofort uninteressant wurde, sobald man es im Unterricht behandeln musste. Da wurde alles so totdiskutiert irgendwie. "Die Welle" hab ich irgendwann als Jugendliche einfach so für mich gelesen und fand das ein tolles Buch. Dann haben wirs in der Schule behandelt und das Ding zog sich wie Kaugummi. Faust I las sich eigentlich echt fetzig - bis wir es dann mit Hilfe unseres Deutschbuchs Szene für Szene in seine Bestandtteile zerpflückt haben.

Und wenn dann ein Buch halt eh schon eher langweilig war, wie die Effie oder auch Nathan der Weise oder Kabale und Liebe, die ja alle nicht gerade actionreiche Unterhaltung bieten, dann wirds einem halt echt verleidet, wenn man sich damit wochenlang behängen muss. :P

Der Effekt drehte sich für mich an der Uni um: Da trug die Auseinandersetzung mit den Texten tatsächlich dazu bei, dass ich ihnen oft mehr abgewinnen konnte. Da haben wir aber auch nicht ein halbes Jahr lang dieselbe kurze Novelle betrachtet.

Immerhin erkenn ich bis heute Heuchler*innen daran, dass sie auf ihren Social-Media-Seiten als Lieblingslektüre Werke wie "Effie Briest" aufführen und sich dann sehr gebildet vorkommen. Eigentlich beweist das für mich nur, dass die offenkundig nichts anderes in ihrem Leben gelesen haben außer der Schullektüre, zu der sie gezwungen wurden. ::) Selbst Leute, die wirklich gerne ältere Bücher und "Klassiker" lesen, kommen doch am Ende nicht bei dem Zeug raus, das man in der Schule lesen musste.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Jiba am 27.01.2021 | 13:31
Ach ja... was Meinungen... bin immer mal wieder erschüttert... ich lasse es dann hier im Tanelorn mit Lesen. Noch ein Bereich weniger... Viel Spaß mit eurer Fantasy.

Also bitte, Chiarina! Vergieß jetzt bitte nicht die Träne des Poeten! Es sind doch erst solche Reaktionen, die den Vorwurf gegenüber uns Geisteswissenschaftlern und Literaturliebhabern, wir seien ganz furchtbar dünnhäutige Elfenbeinturmbewohner, untermauern.

Was hat denn das Huhn jetzt so furchtbar Schlimmes getan? "Effie Briest" und die anderen Deutschlektüren nicht ausreichend gewürdigt? Gesagt, dass Leute, die Klassiker als ihre Lieblingsbücher angeben Heuchler sind? (Ein Vorwurf, den ich, für's Protokoll, auch nicht haltbar finde – manche Leute haben halt auch die Sachen, die sie in Deutsch und Englisch gelesen haben, wahnsinnig gerne gelesen – bei mir haben es zum Beispiel "Der Golem" von Gustav Meyrink und Franz Kafkas sämtliche Erzählungen auf die Liste meiner Lieblingsschriftstücke aller Zeiten geschafft - weil der Kram halt auch einfach gut ist! Meiner Meinung nach. Unterschiedliche Leute mögen unterschiedliche Lektüre.)

Ich meine, du könntest auch den Versuch starten, die Punkte, die Huhn anspricht, einzuordnen. Ist ja schon eine interessante Frage, ob Literatur sich besser entfaltet, wenn man sie für sich liest oder in den ausgewalzten Interpretationssessions in der Schule. Nach meinem eigenen Studium bin ich von der ganzen schulischen Literaturbeschäftigung nämlich auch nicht mehr so wahnsinnig überzeugt: In einer Zeit wie unserer ist es angezeigt, dass andere Medien wie Film, Videospiel und neue literarische Kleinformen (Blog-Essays, interaktive Geschichten, etc.) dieselbe Aufmerksamkeit erhalten wie Goethe und Schiller (wobei, dann doch lieber Schiller, wenn man mich fragt - der bessere Dramatiker, der bessere Gesellschaftstheoretiker und vielleicht sogar (allegedly) der bessere Mensch).

Und die Teilung zwischen "guter Literatur" und "Fantasy" machst du doch nun nicht wirklich auf, oder? Mit welcher Begründung würdest du das auch rechtfertigen wollen. Einige der honoriertesten Werke der Weltliteratur sind Fantasy oder fallen zumindest in die Kategorie Phantastik. Dazu gehören im weitesten Sinne Bram Stoker's "Dracula", die romantischen Schauergeschichten von E.T.A. Hoffmann und natürlich auch Tolkiens Werk.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 27.01.2021 | 13:42
Ach ja... was Meinungen... bin immer mal wieder erschüttert... ich lasse es dann hier im Tanelorn mit Lesen. Noch ein Bereich weniger... Viel Spaß mit eurer Fantasy.

Wo kommt denn das jetzt her? :( Wie ich sagte - mir hat die Schule Einiges verleidet, was mich vielleicht sonst nicht gestört hätte und die Uni hat mir auf der anderen Seite Texte nähergebracht, die ich sonst nicht gemocht hätte. Das ist keine besonders schnittige Meinung, die ich da vertrete - das geht vielen so.

Und ich habe natürlich nicht behauptet, dass alle, die bestimmten Büchern etwas abgewinnen können oder sie ehrlich mögen, Heuchler sind, die gern einen auf intellektuell und belesen tun. Aber: Unter jenen in meinem persönlichen (nicht-virtuellen) Bekanntenkreis, die behaupteten, dieses und jene sonst von allen gehasste Buch aus der Schullektüre sei ihr (einziges) Lieblingsbuch gewesen, waren in meiner Erfahrungswelt ausschließlich Menschen, die wirklich sonst nicht gelesen haben. Das ist keine Aussage über das bewertete Buch, sondern eher über diese Art Leute, die kaum lesen und dann so ziemlich alles, was nicht die Tageszeitung ist, plötzlich für das beste seit geschnitten Brot halten und sich damit noch klug fühlen.

Menthirs Rezension zu Effie Briest fand ich auf der anderen Seite sehr nachvollziehbar - am Ende kam er sogar zu ähnlichen Schlüssen wie ich, hat sich nur nicht so drüber ärgern müssen, weil er das Buch freiwillig las und nicht wochenlang interpretieren musste. ;)

Wenn du die Reading Challenge in den letzten Jahren verfolgt hast, hast du ja gesehen, dass hier wirklich nicht nur Fantasy gelesen wird. Und dass auch mit ganz unterschiedlichen Intentionen gelesen wird. Und dass wir beide offenkundig nicht dieselben Interessen beim Lesen verfolgen bzw. unsere Freude aus ganz verschiedenen Texten ziehen, haben wir ja in anderen Threads schon festgestellt, das sollte jetzt hier eigentlich auch nicht überraschend kommen.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 27.01.2021 | 19:32
Danke für die lobenden Worte für meine Analyse; und irgendwie bin ich auch überrascht und froh, dass die Effi eine Diskussion auszulösen vermag.

Beschränken will ich mich bei meinem Beitrag aber vor allem auf die Schullektüre.

Ich kann für mich nicht so eine ausschließliche Ablehnung schulischer Interpretation finden. Vielleicht bin ich da inzwischen nostalgisch, aber in meiner Einbildung oder hoffentlich Erinnerung hing das natürlich allen voran mit dem Lehrkörper zusammen.
Dort wo unvorbereitete Lehrer/innen, ein nach Lehrplan mehr oder weniger oktroyiertes Buch und ein schnell greifbarer Literaturschlüssel zusammenkamen, war mein Eindruck so ähnlich wie der Huhns. Und das habe ich zutiefst verabscheut; das hat sich an der Uni jedoch auch nicht geändert, sodass Universitas und Schule da von mir ähnlich bewertet werden.
Jedoch dort, wo Lehrer/innen selbst Interesse hatten, und gleichzeitig weder versuchten ihr Bild aufs Buch noch den klassischen Lektüreschlüssel, sondern den Spaß an der Analyse und an dem Diskurs zu vermitteln, und ihre Einstellung dazu als Projektionsfläche hergaben, da kann ich mich gut daran erinnern und da hat mir auch die schulische Bearbeitung Spaß gemacht. Wenn das Ganze noch mit Kompetenzenschulung verbunden war, war es sogar sehr gut.
Ich bin da als Schüler vielleicht etwas binär gewesen, denn wenn die erste Variante der schlechten Vermittlung eintrat, habe ich das Buch nicht beendet, geschweige denn wirklich gelesen, auch wenn andere sicher sagen werden, dass es gute Bücher sind (und sie möglicherweise oder sogar wahrscheinlich recht haben).

Ich habe Deutsch nur als Fachergänzung studiert, aber das zusammen mit meinem historischen und philosophischen Studium hat mir sehr bei der Eröffnung von Literatur geholfen, obwohl ich natürlich auch einfach zur Zerstreuung lese. Deswegen bin ich da nicht mehr so binär; und ich habe gelernt, auch schlechte Bücher meist beenden zu können. Nicht immer, aber meist.

Aber um mal drei Beispiele zu nennen, die eher auf meinem Stapel der Schande durch die Schule liegen oder an die ich schlechte Erinnerungen habe.

Goethe - Die Leiden des jungen Werther: (Hier teile ich Jibas Ansicht, dass er eine männliche Effi ist, und komme auch zu der verwunderten Frage über den Werthereffekt). Das Buch habe ich tatsächlich nach meinem Schulleben noch beendet, und habe es für mich bereut. Ich habe da meine menschlichen Abgründe entdeckt, dass ich es Werther nach dieser Leseerfahrung gegönnt habe, dass er sich nicht einmal vernünftig erschießen konnte und elendig leidend vergeht. Darauf bin ich nicht stolz. Insofern hat es zumindest einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Patrick Süskind - Das Parfüm: Unser Lehrer war derartig von dem Buch überzeugt, dass es nur seine Meinung gab. Das hat mich schnell verloren. Ich mochte deswegen auch nicht die Verfilmung sehen. Das Schulquartal an diesem Buch war ein Graus, ein Trauma der Langeweile wie Huhn es mit der Effi-Analyse hatte.

Friedrich Schiller - Maria Stuart: Tatsächlich eines der wenigen Werke, von denen ich so gar nichts erinnere außer das Gefühl von erdrückender, interpretatorischer Langeweile. Auch da konnte ich mich bis heute nicht aufraffen, dem eine zweite Chance zu geben.

Es gäbe hier noch mehr Werke, wie Romeo und Julia von Shakespeare, Moon Palace von Paul Auster, Antigone von Sophokles oder auch Die Verwandlung von Kafka, die ich in schlechter Erinnerung durch die Schule habe.
Gleichwohl gibt es auch Werke, die mich langfristig mit Autoren verbunden haben und an die ich immer gerne zurückdenke.

Nancy H. Kleinbaums Buchadaption des Filmes Dead Poets Society ist bei uns ausführlich besprochen wurden, aber unser Lehrer hatte ähnlich viel Feuer wie der Robin Williams gespielte John Keating. Bis heute denke ich gerne an die Zeiten zurück, die mir wirklich auch als Schüler Spaß gemacht haben.

In einem Deutschkurs hatte ich bei einem alternden Lehrer das Feuerschiff von Siegfried Lenz gelesen, welches mir bis heute eines meiner liebsten Bücher und einer meiner liebsten Autoren ist. Alleine wie der ältliche, kurz vor dem Ruhestand befindliche Lehrer - der kurz darauf starb, als er den Ruhestand endlich erreicht hatte - die Lektüre für sich selbst wirken ließ, uns unsere Interpretation finden ließ, und dann gleichzeitig versuchte das Thema der Verantwortung durch Buch, Unterricht, Erschließen von Kompetenzen etc. zu vermitteln, ist für mich eine der großen Erinnerung meiner Schulzeit.

Und in ähnlicher Form gilt das für eine ältere Lehrerin, die mit ähnlich viel Emphase, wenn auch thematisch etwas anders, mit uns Alfred Andersch - Sansibar oder der letzte Grund besprach.

Auch hier würde ich noch andere Werke finden, an die ich gute Erinnerung habe, wie Nathan der Weise von Lessing, Götz von Berlichingen von Goethe und Die Räuber von Schiller. Manchmal kann es also auch bei einzelnen Autoren sehr ambivalent sein, was man in Erinnerung hat. Goethe und Schiller waren mir sowohl hold als auch Schreckgespenster (und auch hier stimme ich mit Jiba überein, dass ich Schiller am Ende für besser erachte) :)

Danke also für die Diskussion an dieser Stelle, und schade, dass Chiarina sie nicht aus seiner Sicht spiegelt. Ich hatte immer ein wenig darauf gehofft, dass er Bücher irgendwo in diesem Rahmen so ähnlich liest wie er Musik hört (und andeuten tut er das ja häufig genug, dass er das hervorragend kann!). Das wäre ein Gewinn für alle Leser hier. :)

Ich denke aber auch, dass viele der Challangeteilnehmer beweisen, dass sie ungemein breitgefächert lesen und literarisch interessiert sind. Sicher gibt es auch den einen oder anderen, der einen gewissen Fokus auf das Phantastische hat. Aber da gilt ja auch weiterhin, dass jeder nach Fasson selig werden solle.  :)
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 29.01.2021 | 16:41
Ich werde das Gefühl nicht los, dass ich irgendjemandes Beitrag überlesen habe, der/die irgendwas schrieb, was ich hätte im Startpost vermerken müssen. Da zwischenzeitlich lange Gesprächsbeiträge geschrieben und zudem offenbar mehrere Postings gelöscht wurden, bin ich mit der Nachverfolgung etwas durcheinander gekommen. Sollte sich jemand von mir übergangen fühlen, bitte ich um Entschuldigung und kurze Erinnerung.

Ansonsten habe ich noch ein kürzeres Buch zu Ende gelesen. :)

#3
Rita Mielke - Atlas der verlorenen Sprachen (https://www.sachbuch-couch.de/titel/atlas-der-verlorenen-sprachen/)

Ein angenehm geschriebenes Sachbuch, das, nach Kontinenten geordnet, eine Reihe von Sprachen vorstellt, die im weitesten Sinne als "verloren" gelten können. Dazu zählt dieses Buch ausgestorbene Sprachen, Sprachen mit nur wenigen Sprecher*innen und gescheiterte Kunstsprachen, aber auch wiederbelebte Sprachen mit ungewisser Zukunft.

Die Sprachen werden dabei nicht etwa strukturiert "abgehandelt" und nach rein sprachwissenschaftlichen Aspekten trocken vorgestellt. Stattdessen widmet sich jedes Kapitel einer Sprache unter ganz verschiedenen Gesichtspunkten. Natürlich wird dabei auch auf die Besonderheiten der Sprache als solche eingegangen - vor allem wird jedoch die Chance genutzt, Sprache auch als in Geschichte und Gesellschaften eingebundenes Phänomen zu verstehen.

Einige Kapitel erzählen von den Besonderheiten einer isolierten Kultur, die sich in einem umfangreichen Fachvokabular oder anderen sprachlichen Phänomenen (wie etwa einer eigenen Vermeidungssprache für spezielle Anlässe) niederschlägt. Andere berichten von den Auswirkungen der Kolonisation auf die Entwicklung einer Sprache und jener, die sie sprachen. Wieder andere zeigen, wie Sprache als Teil kultureller Identität wiederentdeckt und bewahrt wurde. Die Botschaft, dass mit jeder verlorenen Sprache auch ein Teil menschlicher Kultur und Geschichte untergeht, durchzieht das Buch. Immer wieder wird auch auf die Sprache als Politikum und Machtinstrument eingegangen, wenn etwa von Sprachverboten und Umerziehung, aber auch von von eigenen Interessen geleiteter Forschung die Rede ist. Nicht zuletzt wird daher immer wieder vermerkt, dass die Erforschung von Sprachen und Sprachgemeinschaften von einem wertschätzenden, nicht-wertenden Umgang mit den Sprecher*innen sehr profitiert, wenn nicht diesen sogar voraussetzt, ist man an unvoreingenommenen Forschungsergebnissen interessiert. Nicht ohne Grund endet die Autorin ihr letztes Kapitel mit der Geschichte der Sprachwissenschaftlerin Luise Hercus und ihren umfassenden Forschungen zu den Sprachen der Aborigines, die vor allem durch ihren offenes und ehrlich interessiertes Auftreten den Sprachgemeinschaften gegenüber möglich wurden.

Als nicht zu kompliziert geschriebener Übersichtsband bietet das Buch natürlich zu keiner Sprache einen umfassenden Überblick. Ich habe es vielmehr als "Blick über den Tellerrand" verstanden. Das Buch gbt Einblicke, welche Überlegungen in der Beschäftigung mit Sprache stecken können und zeigt anhand der ausgewählten Beispiele, wie viele verschiedene Sprachen und Spracheigenheiten es gibt. Damit macht es geschickt neugierig auf mehr. Die angebotene weiterführende Literaturübersicht am Schluss ist dann ein schöner Ansatzpunkt, um eventuell das Wissen um die ein oder andere Sprache noch zu vertiefen.

Wegen mir hätte das Buch insgesamt und einige Kapitel im Speziellen ruhig noch etwas ausführlicher sein dürfen. Auch hätte ein Glossar nicht geschadet, denke ich, wenn sich das Buch schon eher an ein Nicht-Fachpublikum richtet. Alles in allem aber ein wirklich interessantes Buch, das unkompliziert genug ist, um es auch nach einem langen Arbeitstag noch gemütlich schmökern zu können. :)
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Raiden am 1.02.2021 | 14:31
#2 Todgeweiht ein DSA Roman von Markus Tillmanns
Schwer zu sagen, ich fand den Roman Ok, hab schlechtere gelesen aber auch deutlich bessere. Fand die Charaktere zu stereotypisch und die große "Bedrohung", welche die Spannung aufrecht erhalten sollte wurde auch recht unspektakulär abgehandelt.

#3 Nacht über Herathis ein Splittermond Roman von Anton Weste
Ein durchaus solider Roman, hat mir sehr viel Spaß gemacht den zu lesen. Die Charaktere waren glaubhaft, die Story war gut und hat super mit der Welt harmoniert.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Lyris am 1.02.2021 | 17:29
Kleines Resümee meiner nicht-Challenge-relevanten Bücher:
Thomas Bäumler: Kain. Abel. Oberpfalz. + Erich Zorn: Tod an der Bibert
Zwei Regionalkrimis, die für den Durchschnitts-Krimi-Leser nicht wirklich taugen. Zu wenig Krimi, im 2. wird der Mordfall nicht mal aufgeklärt. Warum sie für mich trotzdem so aus allem gelesenen herausragen hat einen ganz anderen Grund. Beide Bücher wurden von tatsächlichen Geschehnissen inspiriert. Bei beiden war ich zu der entsprechenden Zeit mehr oder weniger vor Ort und habe doch nur die Hälfte mitbekommen. Bei "Kain. Abel. Oberpfalz." ist es nicht ganz so verwunderlich, Mitte der 80er war ich 10 Jahre alt und Wackersdorf immerhin 60 km weg. Klar hatte ich mitbekommen dass eine Wieder-Aufbereitungs-Anlage für Brennstäbe aus Kernkraftwerken gebaut werden sollte, es Proteste dagegen gab und am Ende wurde das Bauvorhaben aufgegeben. Was ich nicht wusste, waren die Dimensionen, die das ganze hatte. Ich habe mir anschließend noch etliche Artikel und einen Dokumentarfilm zu dem Thema angeschaut. Da hat mich wirklich mitgenommen. (Falls es jemand interessiert "Pfingstschlacht 1986" und "WAA Wackersdorf" geben Unmengen Treffer).
"Tod an der Bibert" beschäftigt sich mit Reaktionen der Einwohner auf die ZAE (ZentraleAufnahmeEinrichtung für Asylbewerber) in Zirndorf in den 90er Jahren. Dazu muss ich sagen, dass meine damalige Schule nur ein paar 100 Meter weiter in der gleichen Straße liegt. Für mich war es völlig normal immer mal wieder Leuten von dort über den Weg zu laufen, in beiderseitig radebrechenden Englisch (hoffentlich zielführende) Wegbeschreibungen zu geben etc. Ich habe auch nie irgendwelche Vorfälle, Anfeindungen o. ä. mitbekommen. Offenbar habe ich mich nie in den "falschen" Kreisen bewegt, da wohl auch damals schon einiges an Ängsten, Hetze und Gegenbewegungen im Gang waren. Veröffentlicht wurde das Buch übrigens erst 2017 unter Pseudonym, der Autor möchte unerkannt bleiben. Leider muss man ihm zugestehen, dass das vielleicht keine übertriebene Vorsicht ist. Immer noch nicht oder sogar noch weniger als damals.

Für "richtige" Krimis empfehle ich weiterhin John T. Lescroart. Auch davon habe ich mir drei Bände gegönnt: So wahr mir Gott helfe, Die Anhörung, Der Schwur. Gut gemacht und interessante Themen.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Blanchett am 1.02.2021 | 19:12
Hier dann jetzt meine erste Meldung:

#1 Delia Owens - Der Gesang der Flusskrebse
Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert
im Marschland mitr seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf
die wilde Schönheit aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben - mit dramatischen Folgen.

Fazit: Absolut lesenswert. Wunderschön geschrieben. Zum Glück habe ich dieses Buch geschenkt bekommen; im Buchhandel wäre ich wahrscheinlich
ohne Beachtung dran vorbeigegangen!


#2 Siegried Rabe - Alles über Alf

Wer kennt ALF nicht? Der kleine rothaarige Fernsehliebling vom Planeten Melmac hat die Herzen der Erdenbürger im Sturm erobert. Doch wer weiss
schon, was ALF über Liebe und Heiraten, Geld und Katzenfutter oder Schlankheitsmittel und X-Beine zu sagen hat? Im einzig authentischen
Interview erfährt man alles Wissenswete über den kosmischen Wunderknaben und seinen Planeten Melmac. Und in über 600 Sprüchen von A bis Z
im Melmac-ALF-A-BET läßt ALF seinen kühnen Ideen und skurrilen Ansichten freien Lauf.

Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht. Buch stammt aus einer Sammlungsauflösung und ich fand es ganz amüsant etwas über das
katzen"liebende" Pelzknäuel zu erfahren.


#3 Brösel - WERNER - Immä Äägä middi Pullizei
Fazit: Wer kennt Werner nicht? Für mich ein "must have".


#4 Markus Heitz - Des Teufels Gebetbuch
Der ehemalige Spieler Tadeus Boch gelangt in Baden-Baden in den Besitz einer mysteriösen Spielkarte aus einem vergangenen Jahrhundert.
Alsbald gerät er in einen Strudel unvorhergesehener  und mysteriöser Ereignisse, in desssen Zentrum die uralte Karte zu stehen scheint. Die
Rede ist von einem Fluch. Was hat es mit der Karte auf sich? Wer erschuf sie? Gibt es noch weitere? Wo könnte man sie finden? Dafür
interessieren sich viele, und bald wird Tadeus gejagt, während er versucht, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Plötzlich steigt der
Einsatz: Es ist nicht weniger als sein eigenes Leben.

Fazit: Durch Zufall in der Auslage der Buchhandlung entdeckt und der Titel sprach mich sofort an. Da ich div. Romane von dem Autor habe und diese
immer gern gelesen habe; ein Spontan-Kauf den ich nicht bereut habe.


#5 Markus Gerwinski - Die Hörige (Falkenflug Band 1)
Im Schatten eines heraufziehenden Krieges wachsen die leibeigene Bauerstochter Gunid und Ragald, der Sohn ihres Lehnsherrn, als beste
Freunde auf. Mit dem Erwachsenwerden schiebt sich die Standegrenze zwischen sie. Doch als Ragald im Kampf gegen die plündernden
Horden der Jattar vermisst wird, folgt Gunid seiner Spur.
Bald finden sie sich in eine Geschichte um Verrat und finstere Mächte verstrickt, die den Bestand des ganzen Königreichs bedroht. Zwischen
Grauen, Gewalt und Tod auf der einen und atemberaubenden Wundern auf der anderen Seite erleben sie die phantastischste Reise ihres
Lebens.

Fazit: Für alle denen es nicht bekannt ist: bei dem Autor handelt es sich um unseren Tanelorni "Grey". Persönlich würde ich mich fast als Fan
der ersten Stunde vom Falkenflug fühlen (zumindest jedenfalls seit ich hier im Tanelorn darauf aufmerksam wurde). Lange habe ich
mitgefiebert wann es Grey endlich gelingt eine Printausgabe rauszubringen, da er ja leider bei der Veröffentlichung vom Pech verfolgt wurde.
Band 1 hatte "nur"  ca. 270 Seiten die ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite von
man auf eine Mischung aus Fantasie, Geschichte und Liebe steht. Mit jeder Seite die ich gelesen habe ist es mir schwerer gefallen das Buch
überhaupt aus der Hand zu legen. Daher von mir ein ganz fettes "must have"!!
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Sindaja am 2.02.2021 | 21:37
#7 Hilary McKay:The Time of Green Magic
Ein Kinderbuch. Hübsch.Mutter mit zwei Söhnen, Vater mit einer Tochter haben zusammengefunden und ziehen nun in der neuen Familienkonstellation in ein „magisches“ Haus. Die Dinge,die im Haus passieren werden von den Eltern nicht wahrgenommen (auch wenn dies quasi nicht thematisiert wird) und erst als die neuen Geschwister sich zusammen tun können sie die Probleme angehen. Liebe zu Büchern spielt auch eine Rolle.
#8 Meredith Ann Pierce: The Darkangel
Zumindest kein „kitschiger“ Vampir-Roman. Atmosphärische Geschichte, über eine junge Frau, die die Opfer/Bräute eines Vampirs versorgen soll und in dem Zuge einiges über sich lernt. Nicht schlecht, aber auch nicht so fesselnd, daß ich die Fortsetzung lesen müsste. Das ganze fühlt sich im Flair zwischen mythisch - dünnbesiedelter Welt und  postpokalyptischem Setting an. So gibt es auch nur wenige Protagonisten.
#9 Jordanna Max Brodsky: The Wolf in the Whale
Ein wirklich stimmungsvolles Buch über „Inuit“ und „Nordmannen“ - während zwar ein paar "historische" Momente eingewebt sind, ist das Buch doch primär unter Fantasy einzuordnen. Während die Haupthandlung relativ ruhig vom Leben im hohen Nordern erzählt, spielen auch immer wieder die Götter und Geisterwelten der beiden sich begegnenden Kulturen eine Rolle. Die Protagonistinnen tun nicht immer das Richtige. Was für mich ein kleiner Makel für ein wirklich schönes Buch war, daß die fantastischen Elemente manchmal auch etwas von einem Deus-Ex-Machina hatten, um den Plot voran zu treiben. Nebenbei wird auch das Thema Gender angerissen. Ich würde das Buch nicht unbedingt Leuten empfehlen, die eine hohe Aktionsdichte brauchen oder ein Problem mit Schilderung von Gewalt haben, was aber nicht bedeutet, daß es nicht auch aktionsreiche Phasen gäbe.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: aingeasil am 5.02.2021 | 00:17
Bin aufgrund von Arbeit etwas spät dran mit meiner

#2: Karsten Dusse - Achtsam morden
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Ich habe das Buch von einer Kollegin in die Hand gedrückt bekommen, als diese unsere gemeinsame Arbeit für ein dringendes Meeting unterbrechen musste.  Ein für mich sehr unterhaltsamer Roman, der die Achtsamkeitsbewegung vielleicht ein klein wenig auf die Schippe nimmt (aber nicht respektlos), und trotzdem ein seltsam gutes Gefühl hinterlässt. Und dazu noch den ein oder anderen Schmunzler / Lacher.
Eines der wenigen Bücher, dass ich mir tatsächlich sinnvoll deutsch verfilmt vorstellen kann :)
Ich würde es zumindest Leuten weiterempfehlen, von denen ich sicher bin, dass sie meinen Humor teilen.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Antariuk am 8.02.2021 | 11:18
Hui, ich bin im Verzug mit dem Lesebericht! ^-^

#3: Martha Wells - All Systems Red (The Murderbot Diaries, #1)
Stand schon lange auf meiner Leseliste. Eine Geschichte über einen Sicherheitsandroiden (aus der Ich-Perspektive), der eine Expedition als Aufpasser begleitet, weil Vorschriften. "Murderbot", wie es sich selbst nennt, hat sich aber selbst gehackt und ist im Grunde frei, aber unglaublich unbeholfen in sozialen Interaktionen und bleibt freiwillig in der Rolle der doofen Blechdose. Und natürlich geht dann was schief auf der Expedition... Eine schöne Idee, die letztendlich aber nur lauwarm serviert wird, wie ich finde. Oder es fehlt einfach das letzte bisschen Gewürz. Dass das Setting und die Technologien sehr vage bleiben ist grundsätzlich OK, es geht mehr um die Persönlichkeit von Murderbot und die Interaktion mit den anderen Menschen, aber andauernd müssen "Hacks" oder "Schrott-Technologie, weil billig" herhalten, um Limitierungen zu überwinden oder aufzubauen, das ist ist mir dann doch zu oberflächlich. Der Plot ist dazu sehr vorhersehbar und auch wenn Murderbot interessante Schrulligkeiten zeigt, waren für mich keine echten Überraschungen drin. Ich will aber trotzdem gerne noch mindestens den nächsten Band lesen, auch weil der erste Band sehr kurz war - vielleicht geht da ja noch was.

6 von 10 gehackten Modulen.

#4: Neil Gaiman - Neverwhere
Muss ich alle paar Jahre einfach wieder lesen, geht nicht anders. Das letzte von Gaiman, was ich davor gelesen habe, war American Gods, und boah war das ein furchbar langweiliges Buch (da gefällt mir die Serie trotz aller Probleme hundertmal besser!). Insofern war Neverwhere jetzt einfach etwas Wohlfühl-Lesekost. Und die Geschichte um Richard und wie er "durchs System fällt" und das mythische London unter dem echten London erkundet, wird mir nie langweilig. Für mich ein Inbegriff für gut geschriebene Phantastik :d

9 von 10 geheimen Subway-Tunneln.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 8.02.2021 | 17:44
#8

Steven Erikson - Im Bann der Wüste - Spiel der Götter 3 (https://medienjournal-blog.de/2014/05/review-das-spiel-der-goetter-3-im-bann-der-wueste-steven-erikson-buch/)

Weiter geht es mit der Serie von Erikson.
Was diesen Band ausmacht, lässt sich in der Zusammenführung der Erzählebenen von Band 1 und Band 2 analysieren. Während Band 1 die Geschehnisse mehr aus einer Metaebene beschreibt und die Charaktere höchstens teilhaben lässt, versucht sich Band 2 den genauen Geschehnissen eher durch die Brille einiger Charaktere zu nähern. Band 3 fasst diese beiden Erzähllinien sehr gelungen zusammen und schafft so den bisher immersivsten und befriedigensten Band.

Gerade die erzählerische Konsequenz der Erzählung um den Flüchtlingstrek und Coltaine ist sehr gelungen, obwohl der Verrat danach wieder etwas zu deus ex machina wirkt und noch eine gewisse Unsicherheit in der Vorbereitung von Geschehnissen zeigt. Aber die Charaktere werden differenzierter, der Erzählstil lockerer und die Geschehnisse verwobener, sodass die vielen, kleinen Erzählstränge vielversprechend verwoben und erzählt werden.
Nach den ersten zwei Bänden kann der Leser in Band 3 auch endlich mal durchatmen, weil sich gewisse Geschehnisse erklären und vertiefen.

Ab davon, dass es weiterhin anspruchsvoll wie befriedigend ist der Geschichte zu verfolgen, finde ich bemerkenswert, wie Steven Erikson seine eigene Ausbildung als Anthropologe und Archäologe spiegelt, und mit dem Blick des Historikers arbeitet. Nicht nur, dass er ganz viele unterschiedliche Perspektiven nutzt und damit manche Informationen unsicher gestaltet oder verbirgt, viel spannender ist das Ordnungssystem dahinter, nämlich diverse Charaktere scheinen stellvertretend für unterschiedliche historischen Methoden zu stehen. Um mal drei Beispiele zu nennen:
Und so ist sein Seitenhieb auf die Tonscherbenarchäologen, die aus Tonscherben ganze Kulturen rekonstruieren wollen, immer wieder passend gesetzt. Als ausgebildeter Historiker und Archäologe kann ich dem Ordnungssystem natürlich einiges abgewinnen und fand die Darstellung gelungen.

Insgesamt bleibt die Reihe sehr lesenswert, und weil die Charaktere hier differenzierter als in Band 1 und 2 erscheinen (das ist vor allem der Geschichte um Kalam und der um Felisin geschuldet) gebe ich 8,5 von 10 Punkten.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Sindaja am 15.02.2021 | 22:53
Und wieder ein paar Bücher vom Stapel gelesen (und den Stapel leider parallel gleich wieder erhöht):

#10 Ellen Klages: Passing Strange
Die Fantasy-Komponente ist hier eher klein und dezent. Vielmehr geht es um San Francisco in den 1940 und das Leben von gleichgeschlechtlich orientierten Frauen in der dortigen Künstlerszene. Das Buch war anders als ich es erwartet habe (weniger Fantasy), aber war doch so erzählt, daß ich den Protagonistinnen gerne auf ihrem Weg gefolgt bin.

#11 Erin Entrada Kelley: Lalani of the Distant Sea
Mir gefällt ja Fantasy mit asiatischem Einschlag. Und südostasiatisch bekommt dann noch einen extra Bonus. Hier steht wieder ein mutiges Mädchen im Mittelpunkt und eine philippinisch-mythologisch inspirierte Welt, wobei ich nicht wirklich herausfinden konnte, ob die Wesen, die beschrieben werden, der dortigen Mythologie entspringen oder nur in ähnlicher Art erfunden wurden. Die Wesen kommen in eingefügten Episoden auch zu Wort, so daß die Erzählweise nicht ganz linear ist. Die angesprochene Altersgruppe ist vielleicht ca. 10-12, wobei die Lebensumstände teils sehr düster und für die Region in manchen Punkten auch nicht unrealistisch sind. Mädchen haben dort nur so viele Rechte wie die Familie und das Dorf es zulässt. Die Ausgangslage ist, daß in regelmäßigen Abständen die besten Segler der Gesellschaft sich auf den Weg machen, ein sagenumwobenes Land zu finden, denn in diesem herrscht Dürre und Hunger. Bisher ist keiner der Männer lebend heimgekehrt. Wäre schön, wenn dieses Kinderbuch auch übersetzt würde...

#12 Ursula K. Le Guin: Changing Planes
Wenn man auf den Anschlussflug wartet, kann das auch so lange dauern, daß man zwischendurch in andere Welten reist. Eine Vielzahl dieser ist hier beschrieben. Das Buch erinnert mich an Calvinos Unsichtbare Städte, aber auch an Jack Vance. Und ist natürlich gleichzeitig 100% Le Guin, die eine Meisterin der Beschreibung anderer Kulturen ist. Bei Calvino wären die Gesellschaften wohl auf 1-2 Seiten abgehandelt, bei Vance wäre jede wenigstens eine 60seitige Kurzgeschichte. Le Guin schreibt ca. 10 Seiten mit je einer Abbildung. Genug Platz, um eine Gesellschaft zu umreißen und einen Reisenden oder dort Lebenden zu Wort kommen zu lassen, ohne eine größere Geschichte in de Setting zu spielen. Natürlich sind die unterschiedlichen Modelle politisch-gesellschaftliche Gedankenspiele. Sehr gut, aber vielleicht keine „Popcorn“-Lektüre.

#13 Jared Diamond: Upheaval: How nations cope with crisis and change (#2 „Nicht SF/Fantasy“)
Wieder ein interessantes Buch von Diamond. Die Ausgangsfrage fand ich nicht ganz s überzeigend – vor allem den Vergleich und das Ziehen von Parallelen zwischen Krisenbewältigung von Einzelnen und Krisenbewältigung von Nationen. Viel spannender war der zentrale Teil, in dem mehrere unterschiedliche Nationen mit ihren Krisen in einen historischen Kontext gesetzt wurden, die Krisen  und ihr Umgang mit ihnen beschrieben wurden. Besonders unbekannt war mir dabei einiges über Finnland, Indonesien und Australien. Auch die Sicht auch Deutschland nach 1945 von einem Nicht-Deutschen war interessant. Der dritte Teil beschäftigt sich mit Krisen, die in Japan, den USA und weltweit drohen. Lösungsansätze werden auch angedeutet. Diese haben aber bestimmte Voraussetzungen wie vor allem das Eingestehen, daß es Probleme gibt. Das Buch kam knapp vor Corona raus, deutet aber selbst diesen Krisentyp schon an. Die Schlusszusammenfassung, die sich wieder auf die Krisenbewältigungspunkte bezog war ein bißchen langweilig, weil das meiste schon mehrfach vorher deutlich genug gesagt wurden war und sich dann in Wiederholung wie Fleißarbeit las.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Antariuk am 15.02.2021 | 23:28
#5: Adrian Tchaikovsky - The Doors of Eden

An den 600 Seiten hatte ich eine Weile zu knabbern, das ging früher leichter von der Hand... Ein sehr spannendes Buch, wie ich finde. Man kann über den Plot gar nicht viel verraten, ohne zu spoilern. Der Fokus liegt eingangs auf dem heutigen Großbritannien, wo viele der Protagonisten herkommen, und das sind einige in Summe. Eine junge Frau, die ihre beste Freundin bei einer Suche nach kryptozoologischen Kreaturen im Moor unter ungewöhnlichen Umständen verlor; zwei Mitglieder des MI5 die im Privatleben mehr schlecht als recht klarkommen und sich lieber in ihre Arbeit stürzen; eine transgender Physikerin mit Diva-Allüren, die von rechtsradikalen Schlägern angegriffen und dann von Unbekannten gerettet wird, und irgendwie hängt alles zusammen... (das ist dann echt nur das Sprungbrett für den Verlauf der Geschichte). Zwischendurch gibt es immer wieder Abschnitte, wo eine fiktive Dozentin etwas über alternative Evolution auf der Erde erzählt, und auch das spielt dann in den Plot mit rein.

The Doors of Eden ist definitiv softes SciFi, entwirft aber eine interessante Welt und stellt spannende Fragen. Es gibt den Vorwurf, dass der Roman ein bisschen hart auf das Anti-Brexit/Pro-LGBTQ-Pedal drückt, aber das habe ich beim Lesen nicht so empfunden. Die Themen sind irgendwie präsent, mal verdeckter, mal nicht, aber ich hatte nie das Gefühl dass der Autor mir jetzt was überbügeln will. Die Figuren sind allerdings, vielleicht auch der Menge geschuldet, nicht gleichermaßen gut ausgearbeitet und einige bleiben wenig mehr als Skizzen (was insofern auffällt als das die persönlichen Untiefen anderer Figuren deutlich intensiver ausgeleuchtet werden). Ich hatte aber trotzdem viel Spaß beim Lesen und werde den Autoren künftig im Blick behalten.

7 von 10 verwackelten Videoaufnahmen.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Raiden am 18.02.2021 | 06:49
#4 Dunkle Resonanz ein Shadowrun Roman von Phaedra Weldon.
Normalerweise ist die Matrix ein Thema das was ich bei SR nicht wirklich spannend finde, einfach weil ich selber einfach so technisch unbegabt bin aber dieser Roman hat das Thema doch sehr spannend eingebracht. Die erste Hälfte war etwas zäh, aber ab da war der Roman echt spannend.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Alexandro am 18.02.2021 | 07:51
Das männliche Äquivalent zur Effie ist im Übrigen der Werther. Den habe ich nach der Schulzeit erst gelesen und ich war überrascht wie diese geballte Seierigkeit eine ganze Jugendbewegung auslösen konnte.

Werther ist zäh, aber Woyzeck ist noch schlimmer.

Das Äquivalent zum "Heartbreaker" im Romanbereich ist für mich "Franziska Linkerhand" von Brigitte Reimann. Da haben wir im Unterricht Auszüge davon gelesen und ich fand das tatsächlich so interessant, dass ich mir das Buch geholt habe. Prinzipiell gefällt mir der Stil auch, aber... woah, hätte der Autorin mal ein Lektor gutgetan, der ihr sagt "Komm gefälligst zum Punkt!" - der Roman liest sich, als hätte sie ihre Romannotizen einfach zwischen ein paar Buchdeckel geklatscht, ohne sich weitere Gedanken über die Struktur der Geschichte zu machen, welche sie erzählen will. Der deutlichste Beweis, dass viel Zeit einem Roman nicht gut tut (20 Jahre hat sie an dem Roman geschrieben und ihn trotzdem nicht fertig gekriegt) und dass auch bei guten Autoren nicht unbedingt jedes Kritzelheft posthum veröffentlicht gehört (von Kafka gibt es auch einige Sachen, welche eigentlich bestenfalls für Kafka-Forscher interessant sind, die aber seltsamerweise immer in Sammelbänden mit seinen Geschichten inkludiert werden).
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 18.02.2021 | 09:55
#9

K.J. Parker - Sixteen Ways to Defend A Walled City (https://www.fantasybookreview.co.uk/KJ-Parker/Sixteen-Ways-to-Defend-a-Walled-City.html)

Ein hybrides Buch, welches als Fantasybuch beworben wird und eigentlich nur insofern eines ist, dass es alternative Welt zeigt, die quasi die Erde mit anderen Namen ist.
Wir befinden uns in einem Äquivalent eines an Rom angelehntes Reiches, höchst lateinisiert, welches von Barbaren überrannt wird.

Das Buch ist aus der Ego-Perspektive eines solchen Barbaren erzählt, der trotzdem in dem fallenden Reich zu Renommee als Ingenieur kommt (eigentlich als eine Art Brücken- und Aquäduktbauer) und schließlich die Hauptstadt gegen sein eigenes, ursprüngliches Volk verteidigen darf oder muss.

Der Protagonist ist dabei ein höchst unzuverlässiger Charakter, ein notorischer Lügner und Aufschneider, und eben ein guter Ingenieur, der auf seine Art das Reich und seine Mittel unterwandert und gegen den Feind nutzt. Dabei bewegt sich das Buch irgendwo zwischen Münchhausenscher Tradition, einem Antiheldenroman und einer Abhandlung über Belagerungsstrategie.

Und es verbindet das alles recht gefällig, sodass es ein kurzer, in Teilen manchmal sogar heiterer Anlauf zu einer kleinen Reihe ist. Nicht gelungen sind die manchmal doch zu sehr deus ex machina-mäßigen Offenbarungen und Änderungen, die zwar durch die Egoperspektive des Protagonisten glaubhafter, aber nicht gut werden. Unspektakulär hingegen ist das offene Ende des Buches. Daneben hat es im Lektorat einige Unsauberheiten gegeben, die schmerzhaft auffallen.

Angenehm bleibt aber in Erinnerung, dass das Buch etwas anders als andere Fantasybücher sein möchte, dass es hier und da mit Genrekonventionen bricht, sich nicht zu sehr in seinem Stil verbeißt (gibt auch immer mal Anspielungen auf unsere Moderne), und dass die militärische Erwägungen in dem Buch sogar am spaßigsten sind.

Insgesamt kein atemberaubender, aber solider Leseausflug.

6 von 10 Punkte
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Samael am 18.02.2021 | 23:03
#7
Zelazny, Nine Princes in Amber.

Den ersten Amber-Zyklus dürfte ich vor ca 11 oder 12 Jahren zum ersten Mal gelesen haben. Ich habe vor ihn nun erneut zu lesen. Band 1 hat mir wieder hervorragend gefallen, mit gewissen Abstrichen. Ein absoluter Klassiker, dem jeder Genre-Fan mal eine Chance geben sollte!

Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Lyris am 19.02.2021 | 17:07
Für mein Februar-Ziel:
#7, 8 Martha Grimes:  Inspektor Jury spielt Katz und Maus/lichtet den Nebel +  Inspektor Jury geht übers Moor
Nach einem Tiefpunkt über so 2-3 Bände kommen wir jetzt wieder auf die alte Qualität zurück.
#9 Lindsey Davis: Das Geheimnis des Scriptors
Eigentlich sucht Falco nur nach einem verschwundenen Klatschkolumnisten, stolpert dabei über allerlei zwielichtige und kriminelle Gestalten, Verbrecherbanden zu Land und zu Wasser und obskure religiöse Kulte. Abgesehen, dass der Schreiberling fast vergessen und quasi am Schluss fast schon zufällig gefunden wird, gut gemacht und spannend.
#10 Edgar Wallace: Verdammte Konkurrenz
Diesmal kein Krimi auch wenn zwischendurch mal die Polizei mitmischt und die Maßnahmen der Leiter zweier konkurrierender Kaufhäuser durchaus auch mal kriminell zu nennen sind. Insgesamt sehr kurzweilig.
#11 Ernest Cline: Armada
Erinnert ein wenig an "Enders Game". Mit Hilfe von Computerspielen werden die Spieler ohne ihr Wissen auf den Angriff von Außerirdischen vorbereitet. Aber ist alles wirklich so wie es scheint? Wer sind eigentlich die Aggressoren? Wer hat angefangen? Was wird verschwiegen, wie weit die Wahrheit verzerrt? Kann der Kampf überhaupt gewonnen werden? Oder ist das alles nur Paranoia? Spannend gemacht, es gibt immer wieder neue Entdeckungen und Wendungen, vielfältige Szenerie und ein paar Reminiszenzen an die 80er. Schreit dummerweise nach einer Fortsetzung.
#12 Cornelia Funke: Krötengift und Hexenspucke
Sammelband mit 3 (eher weniger bekannten?) Geschichten um Hexen, Monster und Werwölfe, die doch sehr unterschiedlich sind, von lustig bis unheimlich, aber alle nett zu lesen.

Aber mein Highlight für diesen Monat bisher war außerhalb der Challange:
Samantha Shannon: Der Orden des geheimen Baums, aufgeteilt in zwei Bände: Die Magierin + Die Königin (im Englischen Original war es nur einer)
Diese Geschichte hat einfach "alles": Spione, Ritter, Königinnen, Magier, Piraten, gute Drachen, böse Drachen, Hexen, mutige Kammerzofen, Verschwörungen, Intrigen, Kämpfe, sagenhafte Artefakte, Propezeihungen und und und... und selbstverständlich geht es darum die ganze Welt zu retten.  ;D
Es ist keine nie dagewesene Neuschöpfung, sondern einfach eine wirklich gut erzählte Geschichte. Vier Handlungsstränge, die sich hie und da berühren und erst gegen Ende wirklich zueinander führen machen das ganze komplex und abwechslungsreich und liefern unterschiedliche Sichtweisen. Das Erzähltempo ist ruhig bis rasant. Die Figuren sind nicht platte strahlende Helden, sondern haben auch Ihre Probleme und Fehler und es gibt keine Schwarz-Weiß-Malerei von Gut und Böse.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Samael am 21.02.2021 | 15:22
#8
Zelazny, Guns of Avalon.

#9
Zelazny, Sign of the Unicorn.

Band 2+3 des ersten Amber-Zyklus. Wenn ich mit Band 5 durch bin, schreibe ich noch ein paar Takte mehr zur Buchreihe, habe ich mir vorgenommen.


Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 22.02.2021 | 15:56
#10

Neil Gaiman - Norse Mythology (https://www.theguardian.com/books/2017/feb/12/norse-mythology-neil-gaiman-review-bloomsbury)

Ich bin eine ganze Weile um das kleine Werk herumgeschlichen, und war gleichzeitig interessiert und distanziert. Ich habe nie etwas von Gaiman gelesen, gleichwohl hatte ich seinen Namen bereits gehört gehabt. Habe auch nichts gesehen oder mich mit irgendwas beschäftigt, was ihn betraf; also keines seiner adaptierten Stücke (American Gods), keine Hörbücher etc.
Meine Distanz rührte daher, weil ich dauernd bei Youtube (wenn ich am Fernseh schaute und dort keinen Adblocker aktiviert hatte) oder bei Facebook Werbung von seiner Schreibwerkstatt hatte. Und wenn mich etwas mit Werbung drangsaliert, packe ich ganze Menschen in meinen gedanklichen Spamordner.

Gleichwohl waren die Nordmänner und - Frauen doch zumindest in der Peripherie meines historischen Studiums und Wirkens, sodass ich mich letztlich aufgrund der Prämisse dazu durchrang, das kleine Büchlein zu lesen.

Ich habe die Paperbackvariante gelesen, und ich muss sagen, dadurch, dass die Seiten ungleichmäßig geschnitten und etwas rau waren, war das Lesen ein haptisches Erlebnis. Auch das Buch selbst braucht sich nicht verstecken. Es sind doch zumeist liebevolle Versatzstücke der nordischen Sagen, die hier neu aufbereitet werden.
Gaiman, als klassischer Storyteller, versucht gar nicht erst, die Sagen und Geschichten in Kontext zu setzen oder zu bewerten, sondern er versucht die Versatzstücke zu den Geschichten lediglich zusammenzufügen und seicht, eingängig und manchmal etwas vorwitzig zu erzählen. Er will sie für sich wirken lassen.

Und im Grund gelingt ihm das auch in den meisten Geschichten gut, sodass dieses Buch wärmestens zum Einstieg in die Mythenwelt des Nordens empfohlen werden kann. Da Kontext und damit ein signifikanter Teil der Mythenwelt fehlt oder nur gestreift wird, reicht es nur dazu. Aber es zeigt durch seinen singulären Fokus, warum die nordische Mythenwelt so gut funktioniert. 1. sind es die Geschichten, und das Erzählen von Geschichten, die Themen wirkmächtig werden lassen, und 2. die Helden und Antihelden der Geschichten: Es sind letztlich doch Nasen wie du und ich.

8 von 10 Punkte
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Samael am 22.02.2021 | 16:24
Die deutsche Übersetzung eignet sich auch gut als Heranführung an das Thema für Kinder. Meinem Sohn, damals 10, hat es sehr gut gefallen.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: aingeasil am 28.02.2021 | 13:45
Bin so langsam am Aufholen :)

#3: Renate Bergmann: In bin nicht süß. ich hab bloß Zucker
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
#4: Renate Bergmann: Das bisschen Hüfte, meine Güte
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Ich bin vor einiger Zeit durch Zufall - hab für das Bahnfahren mein Buch vergessen und ein Renate Bergmann Buch hat mich im Buchladen angelacht - an das Alter-Ego von Humorist Thorsten Rhode gestoßen. Und obwohl ich damals nicht viel erwartet habe, habe ich mich über die Schreibweise köstlich amüsiert. Sogar die Wiederholungen wirken, als wäre es von der Oma erzählt. Und manchmal hält die ursprünglich auf Twitter gestartete Oma (https://twitter.com/RenateBergmann) einem auch ein wenig den Spiegel vor. Mich holt der Humor auch bei den obigen ersten beiden Bänden ab, die ich unbedingt nachholen wollte. Und ein klein wenig schiele ich ja schon auf die nach-Corona-Zeit in der Hoffnung, mal eine Lesung von Renate zu erwischen.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Blanchett am 2.03.2021 | 14:00
nächste Meldung (diesmal Februar):

#6 Markus Gerwinski - Die drei Amulette (Falkenflug Band 2)
Nach einer Reihe bizarrer Prüfungen im Turm des Magiers Xagadeos gibt dieser dem jungen Paar einen Zauber, um den Quell der Schatten zu finden, den Ort, dem die Dämonen entspringen und an dem sie gebannt werden können. Der Zauber erfordert drei der Amulette, mit denen die Verräter im Dienste der Jattar die Dämonen befehligen.

Fazit: Auch Band 2 hat mir sehr gut gefallen. Ebenfalls in kurzer Zeit durchgelesen und auch hier ist es mir immer schwerer gefallen das Buch aus der Hand zu legen. Für mich eine Meisterleitung von unserem Tanelorni Grey.


#7 One Piece - Abenteuer auf der Geisterinsel - Band 46
#8 One Piece - Bewölkt, zeitweise knochig - Band 47


Fazit: Ich liebe die Serie um den zukünftigen Piratenkönig Monkey D. Ruffy und seine Crew (auch wenn ich bisher nur vermute das er wirklich der Piratenkönig wird).


#9 Markus Gerwinski - Die Herrin der Schatten (Falkenflug Band 3)
Trotz aller Bemühungen von Gunid und Ragald ist es den Verrätern gelungen, die Feste Kaskur zu Fall zu bringen. Nun steht die Küste den Schiffen der Jattar offen, und auf dem Weg zum Quell der Schatten muss sich das junge Paar einmal mehr durch vom Feind besetztes Land kämpfen.
Doch der Zauber selbst, der ihnen den Weg weist, stellt die Liebenden auf eine harte Probe. Es kommt zum offenen Bruch zwischen ihnen, und plötzlich sind sie auf getrennten Wegen unterwegs. Gunid weiß, dass Ragald ohne ihre Hilfe keinerlei Aussicht hat, den Quell der Schatten zu schließen oder auch nur lebend zu erreichen...

Fazit: Auch Band 3 ist wunderschön geschrieben. Leider hatte ich hier aus diversen Gründen leider nicht ganz so viel Zeit das Buch zu lesen, wie ich gerne gehabt hätte um die Geschichte zu erleben. Der Epilog hat mich sogar zu ein paar Tränen gerührt, da ich ihn so schön fand. Schade das die Geschichte nun, nach Band 3 schon fertig erzählt ist.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Raiden am 5.03.2021 | 19:38
#5 Kreuzfeuer die Sten Chroniken Band 2 von Allan Cole und Chris Bunch

Ein netter leicht verdaulicher Militär SciFi Roman, ich hab nicht viel erwartet und wurde auch nicht enttäuscht.
Der Prolog war mir etwas zu lang aber der Rest war ok, nicht weltbewegend aber trotzdem irgendwie Gut.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Sindaja am 6.03.2021 | 23:07
#14 Yangsze Choo: Night Tiger
Malaysischer Fantasy. Das Land ist ja eins meiner Lieblingsländer, weshalb ich mich besonders darüber freue, dass es inzwischen auch malaysisch-chinesischen Fantasy gibt. Geisterwelten spielen wie in ihrem ersten Roman „Ghost Bride“ eine Rolle, sind aber weniger zentral. Der Roman spielt im kolonialen Malaysia der 30ger Jahre und folgt vorwiegend den Geschichten einer jungen Frau und einem kleinen Jungen, der nach dem Tod seines Hausherren eine letzte Aufgabe für ihn übernommen hat. Das Fantasy-Element ist eher dezent. Mir hat das Buch sehr viel Spaß gemacht – auch wegen des Settings. Wenn ich über das dortige Essen lese, bekomme ich Hunger...
#15 Tamora Pierce: Emelan:  Im Reich der Magie
Fantasy mit ca. 10-jährigen Protagonistinnen. Für die Altersklasse auch ein schöner Roman. Der Klappentext meiner Ausgabe passt nicht so recht zum Buch – bezieht sich auf ein Ereignis, daß erst kurz vor Schluß passiert und behauptet dass die Protagonisten sich davor nicht leiden können, was so auch falsch ist. Die Kinder haben sehr unterschiedliche Hintergründe, aber ihre für ihre Welt ungewöhnlichen Fertigkeiten verbinden sie. Die meisten der Kinder hatten durch ihr Anderssein im Leben größere Probleme und beginnen zu lernen sich zu akzeptieren wie sie sind. Ansonsten liest sich das Buch auch für Erwachsene noch interessant genug und ich werde die Reihe weiterlesen. Die Beka Cooper Romane derselben Autorin sind stärker, aber auch durch das eher düstere, intrigenreichere Setting für ältere Jugendliche gedacht .
#16 Reinhold Messner: Gobi (#3 „Nicht Sf/Fantasy“)
Über eine Reise durch die Gobi und wandernde Gedanken. Tatsächlich fand ich die Teile über die Wüste für mich interessanter als die Gedanken über das Leben etc. von Messner. Durchaus inspirierend wenn ich doch mal ein Abenteuer für die Surmakar schreiben möchte – weshalb ich mir das Buch  mal gekauft hatte- weil ein Tarr in meiner Gruppe mitspielt. Ansonsten macht sich Messner einiges an Gedanken über das Warum und erinnert sich an verschiedene Dinge, findet kleine Parallelen zum Leben im abgelegenen Bergörtchen. Und das Altern spielt natürlich auch eine Rolle. Einerseits nachvollziehbare Dinge, aber vielleicht liegt es daran, da ich wie seine Frau zur Zeit der Reise auch durch die Brutpflege ortsgefesselt bin, daß ich oft denke, daß dies die Privilegien eines Menschen sind, der einen Haufen Verantwortung abgeben kann und  für mich so eine Art Elfenbeinturmwelt sind.
#17 Tamora Pierce: Emelan: Die magische Flotte
Zweiter Band der Magic Circle Reihe. Nachdem die Protagonisten im ersten Band eingeführt wurden, müssen sie nun gemeinsam Gefahren von außen trotzen und lerne ihre Kräfte besser kennen. Mir fehlt bisher in der Reihe vielleicht das Besondere, wobei es solider Kinder/Jugend-Fantasy ist auch mit nicht zu stereotypen Protagonisten (die „Schmiedin“, der Junge mit dem grünen Daumen etc.) . Für“ Popcorn“ zu verhalten, aber für Kinderliteratur, die auch Erwachsene bewegt vielleicht etwas zu konventionell/einfach gestrickt- zumindest aus meiner Sicht.
#18 Tschingis Aitmatow: Frühe Kraniche (#4 „Nicht SF/Fantasy“)
Mein letzter Aitmatow ist eine Weile her. Diese Geschichte spielt während des zweiten Weltkriegs in Kirgisien. Die Väter sind im Krieg und die Jugendlichen müssen Verantwortung übernehmen. Erzählt wird aus der Perspektive eines der Jugendlichen, Das Leben ist hart, die Menschen sind auf ihre Nutztiere angewiesen. Die Protagonisten sind in machen Dingen kindlich naiv, in anderen  über ihre Jahre gefordert. Es entfalten sich keine großen Intrigen und auch keine Momente der Erlösung. Aitmatow zeichnet das Leben einfacher Leute in schweren Zeiten realistisch (so weit ich es beurteilen kann...) und lässt den Leser glückliche und unglückliche Momente des Jungen miterleben. Es kommt in der Intensität nicht ganz an meinen bisherige Lieblings-Aitmatow (Der Junge und das Meer) heran, ist aber wieder einer interessante Reise in eine andere Zeit und Kultur.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Antariuk am 6.03.2021 | 23:08
Was seid ihr für Lesetiere, das geht gaaaar nicht... ich hänge so hinterer :'(

Aber danke für die Tipps, die ich mir hier schon rausgegriffen habe für die Liste (die wächst, und wächst... )
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 7.03.2021 | 18:45
Was seid ihr für Lesetiere, das geht gaaaar nicht... ich hänge so hinterer :'(
Hm, bei mir ist auch der Wurm drin. Hab zwar ein paar Bücher angefangen, aber im Februar nicht ein einziges auch zuende gelesen. Passiert.  :-[
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 9.03.2021 | 12:04
#11

Philip K. Dick - Do Androids Dream of Electric Sheep? (https://en.wikipedia.org/wiki/Do_Androids_Dream_of_Electric_Sheep%3F)

Es war an der Zeit diesen Klassiker zu lesen, den ich bisher nicht einmal mein Eigen genannt habe. In meiner letzten Buchbestellung habe ich mir dann vorgenommen, als alter Fan der Blade Runner-Filme, das Ursprungswerk dazu zumindest zu besitzen, wenn nicht gar zu lesen.

Und ich muss sagen, dass es mir besser gefällt. Während Blade Runner als Film mich vor allem durch seine Ästhetik anspricht, ist es hier die Perspektive Deckards, die ambivalenter als im Film erscheint. Hintergrund ist hier der Fokus auf die Tierwelt und die Rolle, die Deckards Frau spielt, sowie der Mercerismus (der interessanterweise zu einem - Ich spüre Schmerz, also bin ich - wird).

Insgesamt ist der Fokus des Buches mehr auf psychische Erkrankungen gelegt, so mein Gefühl, und ist für Dick eher eine Verarbeitungsleistung als das, was Hollywood später daraus gemacht hat, und dadurch erhält es seinen ganz eigenen Reiz. Vor allem, die Paranoia Deckards, die ja mehrfach schizophrene Züge annimmt und damit die Identitäts Deckards immer wieder verwischt, ist im Buch viel, viel deutlicher.

Allerdings gelingt es Hollywood, das Buch mit einem größeren Spannungsbogen zu versorgen, ja, Spannung überhaupt so recht zu erzeugen, denn Dick legt wenig Wert auf die szenische Gestaltung, was die Aktionen der Buchcharaktere angeht. Es geht Dick augenscheinlich vielmehr um den Zweifel, das Verfallende und die Gesamtatmosphäre seines kurzen Werkes, in dem Umwelt wie der Geist des Einzelnen zu Kipple verfallen.

8 von 10 Punkte

#12

Thomas R. Pynchon - Gegen den Tag (https://en.wikipedia.org/wiki/Against_the_Day)

Dieses Buch habe ich mir nach einem Auszug im Deutschlandfunk 2008 gekauft, und die großen Rezensionen waren voller Begeisterung (siehe die Rezension von Dennis Scheck (https://www.deutschlandfunkkultur.de/meisterwerk-voll-skurrilem-humor.950.de.html?dram:article_id=136155)), und dieses Werk versprach Abenteuer, denn es ist angesiedelt in einem alternativen, doch sehr nahen Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert und mischt den abenteuerlichen SciFi eines Jules Verne, mit dem Groschenroman, mit der Wild West-Rachegeschichte, mit politischem Geplänkel, Wissenschaftsabsurditäten und sogar mit dem Spionageroman.

Mich allerdings konnte das Werk leider nicht begeistern. Schnell zusammen gefasst, könnte man auch schreiben: Zu viele Versatzstücke, zu lange, zu informative Sätze, zu billiger Sex in allen Varianten.

Es wirkt wie ein Roman, in dem Pynchon beweisen wollte, was er alles über die Zeit, über die Irrungen und Wirrungen der technischen Revolutionen und die Welt des 19. Jahrhunderts, über die Stilrichtungen, die er einschlägt, weiß. Indem er gleichzeitig ein undurchblickliches Chaos erzeugt, und dann auf seinen so geliebten Vektoren die Charaktere irgendwo in der Raumzeit aufeinandertreffen lässt und so doch das Chaos irgendwie zu einer zusammenhängenden Geschichte aufreiht, die von der Weltausstellung in Chigago bis knapp nach dem ersten Weltkrieg reicht, präsentiert die Inhalte seines Buches in Form und in Text.

Und man verstehe mich jetzt nicht falsch, denn Pynchon konstruiert sicher ganz meisterhaft, denn das, was er durch seine schrägen Charaktere postuliert, findet sich gar im Aufbau des Buches wieder. Pynchon weiß und kann Unmengen. Er beherrscht die äußere Form der Stile, er hat Unmengen von Details zu seiner und zu unserer Welt in der Hinterhand, er erfreut sich am Enigmatischen und kann sogar für die protagonistische Familie und die Freunde der Fährnis ein ganz süßes Happy End zusammenfriemeln, und doch, in all der technischen Meisterschaft geht die emotionale Federführung verloren. Das Abstruse, das Absurde des Romans ist häufig nicht stark genug, um zu überzeugen oder zum Lachen zu bringen, das Tragische des Romans ist zu seicht. Er nutzt eine Vielzahl von Charakteren, und natürlich kann nicht jeder charakterlich präsent sein, aber eigentlich gewinnen nur seine absurden Charaktere an Gestalt. Was wiederum als Konstruktionsmittel Sinn ergibt, gerade wenn Themen wie Licht, Äther und Zeit zu einer Theorie der Bilokation verschmilzen (am Ende des Buches anhand der Photographie Merle Rideouts wundervoll illustriert), und so sich immer die Frage stellt, was ist und was hätte sein können, ja, dann ist es klar, dass alle Kinder der Familie Traverse eine Abwandlung des Vaters sind und diesem so ähnlich, dass sie nicht als eigenständige Personen gelten können, aber doch anzeigen, was hätte sein können. Dass die Familie Traverse Traversen - also die Protagonisten Trägerstücke - sind, zeigt die konstruktive Meisterschaft Pynchons an.

Und so ist man bei diesem Buch baff von der technischen Meisterschaft Pynchons, aber man ist nicht mitgenommen. Vielleicht reicht mein Horizont nicht aus, aber nichts an dem Buch nimmt mich als Leser mit. Die Abenteuergeschichten sind nicht abenteuerlich genug, die Anarchisten nicht anarchisch genug, die Spionagegeschichten erwecken keine Freude am miträstseln, dass Wissenschaftliche, dass immer ins Absurde geht, ist eine nette Gedankenübung und doch nicht mehr, und die Rachegeschichte, sie nimmt zwar unerwartete Wendungen, bleibt aber durch ihre zeitliche Irrelevanz ohne große Bedeutung für das Werk, außer, dass sie eine der wenigen roten Fäden des Werkes ist.

Die ersten 1000 Seiten baut Pynchon dabei sein Werk in die Breite, auf den letzten 600 knotet er die Fäden zusammen und führt seine vielen Stränge - wieder solide konstruiert - zusammen. Und doch. Bei all der technischen Meisterschaft lässt es einen furchtbar kalt.
Nicht umsonst habe ich das Buch 13 Jahre im Schrank gehabt und vier Anläufe gebraucht, um mich dem Buch endlich ganz zu widmen. 1596 Seiten im Deutschen, übrigens hervorragend übersetzt und lektoriert, sind dann doch Arbeit.

Und so kann ich teilen, was die großen Rezensenten aller Welt sagen. Es ist auf seine Art und Weise ein konstruktives Meisterwerk. Es ist wie eine Konstruktionszeichnung, eine wilde und irgendwie liebevoll konstruierte Blaupause, doch es kommt nicht darüber hinaus. Und so ist es leider das langweiligste Meisterwerk, was ich je gelesen habe.

3 von 10 Punkte
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Raiden am 19.03.2021 | 18:19
#6 Túan der Wanderer ein DSA Roman von Uschi Zietsch
Irgendwie hab ich diese Jahr nicht so viel Glück mit den Büchern die ich mir zum lesen raussuche.... Eine langweilige Roadstory mit nicht wirklich guten Charakteren und einer unlogischen Story, wo man irgendwie das Gefühl hat die Autorin hatte irgendwie selber keine Lust das Buch zu schreiben.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 19.03.2021 | 20:48
Heute nur kurz. :-)

#13

Randall Munroe - What If? - Serious Scientific Answers to Absurd Hypothetical Questions (https://en.wikipedia.org/wiki/What_If%3F_(book))

Interessantes, kurzweiliges Buch vom Macher der xkcd-Webcomic-Macher über eben abstruse Wissenschaftsfragen, die ehrlich beantwortet werden sollen und wollen.

Es lässt sich flockig in 1-2 Sitzungen lesen, die Kapitel sind kurz genug, um auch als Klolektüre zu taugen, allerdings ist der Wissenschaftspart eher matter of fact-mäßig aufbereitet und gibt nur hier und da Hinweise zur weiteren Beschäftigung oder den tatsächlich wissenschaftlichen Hintergründen, sodass man es höchstens enzyklopädisch-oberflächlich genießen und belächeln kann. Das ist aber auch Zweck der Übung.

Der Humor ist vorhanden und hier und da angenehm überschwänglich.

7 von 10 Punkte

#14

Steven Erikson - Die eisige Zeit - Spiel der Götter 4 (https://medienjournal-blog.de/2014/07/review-das-spiel-der-goetter-4-die-eisige-zeit-steven-erikson-buch/)

Der deutsche Band 4 ist insofern eine bemerkenswerte Weiterentwicklung, weil Erikson zunehmend in die Introspektive der Charaktere taucht, wenn auch durch die vielfache Nutzung etwas einförmig. Er will die Verzweiflung und Verrohung dadurch darstellen, was aber zwischen den Charakteren zu ähnlich ist, um wirklich gleichbleibenden Effekt zu haben.

Zudem zieht er die Schraube der Handlung an und lässt die Götter ab diesem Band direkter einwirken und mitwirken, und verkettet die Erzählungen aus den ersten drei Büchern spürbar, sodass viele grundsätzliche Themen des Worldbuildungs und der Motive erläutert, oder zumindest angedeutet werden.

Im Austausch weicht er aber etwas von den unterschiedlichen historischen Erzählperspektiven ab, die ich sehr lieb gewonnen habe. Aber man kann nicht alles haben. :-)

Es ist weiterhin sehr lesenswert und ich werde am Ball bleiben.

8 von 10 Punkte
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: aingeasil am 20.03.2021 | 15:05
#5: William Bell - Der Platz des Himmlischen Friedens
Der Roman erschien kurz nach (1991) den Ereignissen auf dem Tian'anmen-Platz (1989) und behandelt die dortigen Geschehnisse in Tagebuchform aus Sicht des 17-jährigen Alex, Sohn eines kanadischen Kameramanns, der ursprünglich in Beijing war, um den Staatsbesuch Gorbatschows für die CBC zu dokumentieren.
Ich bin selbst nach über 25 Jahren wieder beeindruckt, wie sehr mich das Buch noch fesseln kann (ist sicher das 3te oder 4te Mal, dass ich es lese). Es zeigt wunderschön auf, wie ein politisch nicht interessierter Jugendlicher durch persönlichen Kontakt und Verwicklung, mitunter durch eigene Lebensgefahr, merkt, wie schnell sich ein komfortables Leben verändern kann. Und wer ein (persönlicher) Held ist.

5/5 Tagebuch-Romanen

#6 Renate Bergmann: Wir brauchen viel mehr Schafe
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Wie schon #3 und #4 ist das ein Nachholen meiner Spandauer Lieblingsoma. Diesmal muss das Adventsfest in der Kirche gerettet werden und das muss eine Renate Bergmann dann kurzerhand selbst in die Hand nehmen. Dass am Ende mehr Schafe in der Kirche sind, als geplant, der Schreck tief sitzt, dass die heutige Jugend kein "feines Hemd" mehr hat und man einem kleinen Jungen Selbstvertrauen erst beibringen muss, sind dabei nur die kleinen Hindernisse zu einem besinnlichen Fest.

4 von 5 Online-Omis
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Lyris am 20.03.2021 | 15:14
März erledigt (damit 18 Bücher)
Edgar Wallace: Die gefiederte Schlange, John Creasey: Zu schlau für die Falle
Wie immer meine typischen gern gelesenen Krimi-Reihen aus der Mitte des letzten Jahrhundert. Zu Wallace sag ich nix mehr.  :D Creasey gefällt mir deswegen so gut, weil es wirklich wie ein Ausschnitt aus dem damaligen Polizeialltag wirkt. Die Figuren sind realistisch, es passieren mehrere Fälle auf einmal, die manchmal im Zusammenhang stehen oder auch nicht, und das ganze Bild setzt sich nach und nach zusammen, oft hat der Leser aber auch einen Vorsprung, da auch aus der Perspektive von Opfern, Verbrechern oder Zeugen erzählt wird.
Die besten Morde
Kurzgeschichten-Sammlung verschiedener (meist bekannter) Autoren, die mir genug Einblick gegeben haben um neues zu finden wenn die vorher genannten mal aufgebraucht sind. Auch interessant fand ich mal eine Geschichte von Ian Fleming mit James Bond zu lesen. Aber das wird keine Wiederholung geben.
Außerdem habe ich dafür jetzt meinen "Bond junior":
Anthony Horowitz: Russian Roulette + Alex-Rider-Serie
Alex Rider wird von seinem Onkel quasi ohne es zu merken zum Agenten "ausgebildet". Dass sein Onkel für den MI6 gearbeitet hat erfährt er ebenfalls erst als dieser im Einsatz getötet wird und der MI6 es für eine gute Idee hält Alex als Ersatz zu rekrutieren bzw. eigentlich zu erpressen. Da Alex erst 14 Jahre alt ist, keinerlei Verwandte mehr hat und seine einzige erwachsene Bezugsperson die Haushälterin Jack ist, sorgt der Geheimdienst dafür, dass diese ihre Aufenthaltsberechtigung nicht verliert, sich um ihn kümmern darf und er nicht ins Heim abgeschoben wird, solange er ihre Aufträge annimmt.
Das ganze ist nicht wirklich komplett realisitisch, aber macht einfach Spass. Mein absoluter Liebling ist Smithers, der "M" aus James Bond entspricht, und Alex mit riesiger Begeisterung ("ich habe noch nie einen Jungen ausgestattet, dass wollte ich schon immer mal") mit supertollen Gadgets versorgt. Sei es die Rostcreme als Pickelsalbe getarnt oder ein Gameboy, der mit jeden eingelegten Spiel eine andere Funktion bekommt oder ein Fahrrad mit eingebautem Schleudersitz, Rauchbomben- und "Ölspur"-Abwurf und vieles mehr. "Russian Roulette" mit dem ich angefangen habe, was nicht ganz so ideal war, ist um einiges ernster. Es erzählt die Vorgeschichte von Yassen, einem Auftragskiller der Alex mehrfach über den Weg läuft. Yassen ist zum Start des Buches ebenfalls 14 Jahr alt und seine Geschichte hat durchaus auch sonst einige Parallelen und Verbindungen mit Alex, aber das ganze ist deutlich heftiger.
Shamini Flint: Die tödliche Familie Lee
Inspektor Singh von der Singapurer Polizei wird nach Malaysia entsandt um die Ermittlung gegen eine Landsmännin zu begleiten, die ihren Ehemann getötet haben soll. Singh ist schnell von deren Unschuld überzeugt und ermittelt auch dann noch weiter als er eigentlich schon wieder abgezogen ist und stößt dabei auf neue Verdächtige und zahlreiche Motive: Erbitterte Sorgerechtskämpfe, Machtgier, verhängnisvolle Affären und illegales Abholzen des Regenwaldes. Gut geschrieben, spannende Geschichte, interessanter Hintergrund.
Ruth Park: Abigails Zeitreise
Abigail lebt in Sydney und hat so ihre Probleme, vor allem mit der Trennung ihrer Eltern. Eines Tages wird sie gut 100 Jahre in der Zeit zurückversetzt. Dort findet sie eine neue Familie, aber auch neue Probleme. Am Ende steht die große Frage, soll sie zurückkehren oder bleiben? Eigentlich eine sehr schönes Buch, das für mich manchmal eine wenig zu oberflächlich bleibt. Aber es ist ein Jugendbuch und daher darf ich wohl nicht meckern.  ;)
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Lyris am 20.03.2021 | 15:30
Ich muss gestehen ich habe Liv bisher völlig vergessen. :-[

Trotz momentaner Leseunlust steht sie aktuell bei 30 Büchern und  1 erledigten Level (das "S").

Besonders schön waren:
Ballwieser und Rinkes: Das GOHO-Team ermittelt, Der vergiftete Fufu
Ein regionaler Kinder-Krimi zum Thema Rassismus und Intoleranz in dem vier Kinder aus dem Nürnberger Stadtteil Gostenhof (daher GOHO) ermitteln wer zur Eröffnung des neuen afrikanischen Lokals Lalibela einen Giftanschlag verübt hat.
Halo Summer: Die Sumpflochsaga, diverse Bände + Froschrößchen
Drei Mädchen werden aus unserer Welt als Babys in eine Parallelwelt voller Magie und mystischen Geschöpfen geholt. Neben ihren "ganz normalen" Erlebnissen geht es inzwischen auch darum diese Welt oder zumindest ihre Bewohner vor dem Untergang zu retten.
"Froschrößchen" ist eine Neu-Erzählung aus "Dornrößchen" und "Der Froschkönig". Oder vielmehr die wahre Geschichte die eben vor langer Zeit in der Welt der Sumpfloch-Saga passiert ist und sich heute noch von deren Einwohnern erzählt wird.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 20.03.2021 | 22:50
Mühsam nährt sich das Hühnchen. Hab aber endlich das letzte Kapitel dieses schon länger fast fertig gelesenen Comicbandes gelesen. Der vierte Band wartet ja auch schon auf mich. :)

#4
Spawn Origins Collection 3 (https://www.paniniforum.de/index.php?thread/35899-spawn-origins-collection-band-3/)

Teil drei der Sammlung führt die Origin-Geschichte fort. Mir gefällt, dass der moralisch gern auf hohem Ross sitzende Spawn hier, von ihm selbst bislang noch unbemerkt, einige ziemlich fiese Fehleinschätzungen macht. Mal sehen, wann ihm das auf die Füße fällt. Er würde mir ja Leid tun - will immer das Beste und schafft nur immer mehr Chaos. Auf der anderen Seite ist es halt wohl auch eines seiner großen Probleme, dass ER immer für andere festlegt, was wohl gut für die wäre, ohne nach rechts und links oder gar zurück zu blicken. Er lernt da auch scheinbar nichts dazu. Insofern - selbst Schuld.

Bisschen blöd ist, dass hier halt wirklich nur die Spawn-Heftchen gesammelt werden. Und nicht dazu geschrieben wird, wenn die Story irgendwo anders auch noch weitergeführt wurde. Ich kenn mich mit Comics nicht so aus und mit dieser speziellen Reihe ja schon gar nicht (würde ich sonst ne Origin-Sammlung lesen?). Da fand ich es beim Lesen doch etwas merkwürdig, dass diese ganze Geschichte mit diesem Engel Angela so nen merkwürdigen Zeitsprung machte und wortlos weitergeführt wurde, als wäre nichts gewesen. Da hätte man sich von Seiten der Macher gerne einen kurzen Text dazwischen gönnen dürfen, der entweder auf die externen Zusatzhefte verweist oder wenigstens ne kurze Zusammenfassung der Ereignisse bietet. Am Ende habe ich das Ganze online nachrecherchieren müssen. Dabei fiel mir auf, dass mir wohl schon öfter ganze Abschnitte der Story entgangen sind. Hab Sachen, die nicht so recht zusammenpassten, ja immer auf mein schlechtes Gedächtnis und die Tatsache geschoben, dass ich an diesen Comics immer sehr lange und mit Pausen herumlese. Aber offenbar sind da manche Zusammenhänge einfach unklar. Werde mir den verlinkten Rezensenten mal merken, der scheint ja drauf zu verweisen, an welchen Stellen ich Zusatzmaterial brauchen könnte. Auf der anderen Seite hab ich eigentlich gar keine Lust, mir lauter einzelne labberige Hefte zu kaufen. Vielleicht belasse ich es auch zukünftig bei Zusammenfassungen aus dem Internet, wo notwendig. Etwas nervig ist das aber trotzdem.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Raiden am 23.03.2021 | 14:45
#7 Die Zeit der Gräber ein DSA Roman von Björn Jagnow

Eigentlich ein ganz solider DSA Roman, ist so im Mittelfeld angesiedelt. Interessante Story, grade wenn die beiden Handlungsstränge zusammenlaufen. Etwas flache Charaktere.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Swafnir am 23.03.2021 | 15:03
Ich möchte mindestens ein wissenschaftliches Buch oder einen Klassiker pro Monat lesen (Lesen fürs Hirn), neben meinem normalen Lesefluss (Lesen fürs Herz).
Ich muss mal wieder ein bisschen mehr für mein Lesehirn tun. Ich möchte am Ende auf 25 Bücher kommen, davon zwölf fürs Hirn.

Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga - Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn


Lesen fürs Herz:
R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter


Zur Effi Briest-Diskussion: Wir wurden im Deutsch-LK so mit Kafka gequält, dass Effi Briest eine Wohltat war. Ich fand das Buch sehr gut und mag Fontane. 


Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Blanchett am 23.03.2021 | 18:31
Zur Effi Briest-Diskussion: Wir wurden im Deutsch-LK so mit Kafka gequält, dass Effi Briest eine Wohltat war. Ich fand das Buch sehr gut und mag Fontane.

Bisher kenne ich Effi Briest noch nicht; bin aber am Samstag in den Besitz dieses Buches gekommen
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Swafnir am 29.03.2021 | 13:37
Ich hab meine Challenge nochmal überarbeitet:

Ich möchte mindestens ein wissenschaftliches Buch oder einen Klassiker pro Monat lesen (Lesen fürs Hirn), neben meinem normalen Lesefluss (Lesen fürs Herz).
Ich muss mal wieder ein bisschen mehr für mein Lesehirn tun. Ich möchte am Ende auf 25 Bücher kommen, davon zwölf fürs Hirn plus jeweils ein Werk aus den unten aufgeführten Epochen:

Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga - Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn



Lesen fürs Herz:
1. R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
2. R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter



Epochen:

Aufklärung:
Sturm und Drang:
Weimarer Klassik:
Frühromantik: Ludwig Tiek - Der gestiefelte Kater
Hoch/Spätromantik:
Vormärz:
Realismus:
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 29.03.2021 | 13:52
Na dann hatte die ganze Diskussion um Effie Briest ja immerhin den Vorteil, dass jetzt viele Menschen das Buch ohne Zwang lesen und sich ihr eigenes Bild machen können. :)

Startpost aktualisiere ich im Laufe der Woche, heute schaff ich es voraussichtlich nicht mehr.  :)
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Swafnir am 1.04.2021 | 13:50
Ich hab meine Challenge nochmal überarbeitet:

Ich möchte mindestens ein wissenschaftliches Buch oder einen Klassiker pro Monat lesen (Lesen fürs Hirn), neben meinem normalen Lesefluss (Lesen fürs Herz).
Ich muss mal wieder ein bisschen mehr für mein Lesehirn tun. Ich möchte am Ende auf 25 Bücher kommen, davon zwölf fürs Hirn plus jeweils ein Werk aus den unten aufgeführten Epochen:

Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois: Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga: Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn
6. Günter Grass: Die Blechtrommel



Lesen fürs Herz:
1. R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
2. R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter



Epochen:

Aufklärung:
Sturm und Drang:
Weimarer Klassik:
Frühromantik: Ludwig Tiek - Der gestiefelte Kater
Hoch/Spätromantik:
Vormärz:
Realismus:
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Blanchett am 1.04.2021 | 17:06
nächste Meldung (diesmal März):

#10 One Piece - Oz' Abenteuer - Band 48
#11 One Piece - Nightmare Ruffy - Band 49


Fazit: Faszinierende Manga-Serie um den Anführer der Strohhutband Monkey D. Ruffy


#12 Robin Cook - Crisis
Der plötzliche Tod einer reichen Privatpatientin hat für Dr. Craig Bowman schlimme Konsequenzen. Er wird angezeigt, angeklagt,
und sollte sich der Verdacht auf einen Kunstfehler bestätigen, wäre dies das berufliche und private Aus für den Arzt. Er bitten
den Forensiker Dr. Jack Stapleton um Hilfe. Und der macht bei der Autopsie eine schreckliche Entdeckung...

Fazit: Hierbei handelt es sich um Band 6 der Reihe um die Gerichtsmediziner Laurie Montgomery & Jack Stapleton. Absolut
fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite.


#13 Robin Cook - Obduktion
Pathologe Jack Stapleton und seine Frau und Kollegin Laurie Montgomery sind erschüttert, als bei ihrem Sohn eine seltene
Krankheit festgestellt wird. Stapleton beginnt, alternative Heilmethoden zu durchleuchten, und stößt neben vielversprechenden
Ansätzen auch auf jede Menge Scharlatanerie. Zeitgleich bittet ein alter Schulfreund Jack um die Analyse alter Knochen aus
vatikanischen Gewölben - wohl wissend, dass das Ergebnis zu einer Kirchenkrise führen könnte...

Fazit: Band 9 der Gerichtsmediziner-Reihe. Auch wieder fesselnd von Seite 1 bis zum Schluss


#14 Werner - Geht tierisch los

Fazit: Comic um den Kult-Rocker Werner

#15 Robin Cook - Testphase
Als Satoshi Machita, ein renommierter Stammzellenforscher, inmitten unzähliger Pendler in der New Yorker U-Bahn ums
Leben kommt, ahnt Laurie Montgomery, dass er keines natürlichen Todes gestorben ist. Denn die Forschungsergebnisse
des Japaners könnten Milliarden wert sein. Entgegen aller guten Ratschläge - auch derer ihres Kollegen und Ehemannes
Jack Stapleton - setzt Laurie alles daran, die Hintergründe des Mordes aufzuklären...

Fazit: Band 10 der Gerichtsmediziner-Reihe. Bei diesem Buch habe ich etwas gebraucht um "reinzukommen". Lag
vermutlich an den ganzen Japanischen Namen. Dann aber absolut spannend


#16 Wolfgang Hohlbein - Schattenchronik Band 2 - Kuss der Verdammnis von Alisha Bionda
1601: Dilara, der Hexerei beschuldigt, soll im Londoner Hyde Park an den Tyburn Gallows hingerichtet werden. Auf der
Schwelle zum Tod wird sie durch Antediluvian, den Ur-Nosferatu, der sie für seine Zwecke nutzen will, durch den Kuß der
Verdammnis zur Unsterblichen.
2005: Dilara hadert mit ihrem Dasein als Vampirin. Sie verspürt Mißtrauen Antediluvian gegenüber und vermutet, daß er
sich ihrer entledigen will, seitdem sie ein Gespräch des Rates der Nosferati, der sich den Katakomben unter dem
Glockenturm des Big Bens versammelt, belauscht hat.
Dilara trifft auf den jungen Calvin, den sie zu einem ihresgleichen macht und auf den geheimnisvollen Roderick Herrington.
Hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu diesen unterschiedlichen Männern, wächst Dilaras Ambivalenz immer mehr. Und
die Frage nach dem Sinn ihres unvergänglichen Lebens...


Fazit: Habe Band 1 vor einigen Jahren gelesen. Fand die Geschichte gut; aber nicht soo fesselnd wie jetzt Band 2. (Sonst hätte
ich nicht so lange damit gewartet)
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 2.04.2021 | 13:06
Startpost aktualisiert.

@Swafnir: Gehören die 7 Epochen mit zu den 25 Büchern oder stehen die extra?

#5
Hans G. Hönig /Paul Kußmaul - Strategie der Übersetzung. Ein Lehr- und Arbeitsbuch (5. Aufl 1999) (https://portal.dnb.de/opac.htm?method=showFullRecord&currentResultId=%22strategie%22+and+%22der%22+and+%22%C3%BCbersetzung%22+and+%22h%C3%B6nig%22%26any&currentPosition=0)

Vorneweg - ich habe gesagt, dass ich Bücher, die ich nur für die Arbeit lese, nicht zähle. Dieses hier fällt da nicht direkt drunter, weil ich es a) nicht für meine "richtigen" Arbeitsstellen gelesen habe und b) es keine Notwendigkeit dazu gab - ich hatte im Anschluss an das Mitlesen einer erneuten Diskussion im Tanelorn über die Übersetzung von Rollenspielbüchern einfach Lust, mich ein wenig in die Materie einzuarbeiten und zu lernen, was genau eigentlich eine "gute" Übersetzung ausmachen müsste und wie man sie, fachlich betrachtet, zustande bringen müsste. Da ich mich ja nun doch etwas intensiver mit übersetzten Rollenspielprodukten auseinandersetze, dachte ich, das kann nicht schaden.

Dieses Buch hat Timberwere mir als guten Einstieg empfohlen (danke dafür!) und auch wenn es an manchen Stellen vielleicht nicht mehr brandaktuell ist, habe ich es mit Interesse und Gewinn gelesen. Das Buch richtet sich an Erstsemester der Übersetzung und ist daher bewusst nicht überladen worden mit Fachvokabular. Dadurch las es sich wirklich entspannt. An jedes Kapitel schließen sich Aufgaben an, die den jeweiligen Schwerpunkt vertiefen und am Ende des Buches aufgelöst sind - es eignet sich daher durchaus, um sich selbst einzuarbeiten, auch wenn einige Themen und Aufgaben sicher davon profitiert hätten, sie in einem größeren Kreis diskutieren zu können.

Der erste Teil des Buches widmet sich dem Ausgangstext und den damit verbundenen grundlegenden Überlegungen zur Übersetzung. Faktoren, die die Übersetzung beeinflussen, werden hier einzeln erklärt. Dazu zählen neben der Funktion des Textes und seinem Zielpublikum auch die Eingebundenheit des Textes im Ganzen in den Kontext der Ausgangskultur sowie im Kleineren der einzelnen Aussagen in bestimmte Situationen und (Gesprächs-)Kontexte. Im ersten Teil führen die Autoren außerdem das im Weiteren relevante Konzept des notwendigen Grades der Differenzierung ein. Gemeint damit ist, dass in der Übersetzung immer genau so formuliert (und gegebenenfalls umformuliert und erläutert oder auch ersetzt) werden sollte, dass er dem Zielpublikum gemäß der geplanten Funktion des Textes verständlich ist.

Der zweite Teil des Buches nimmt den (deutschsprachigen) Zieltext in den Fokus. Den Anfang macht eine kurze Einführung in die Sprechakttheorie (also dass jede Aussage nicht nur einfach eine Aneinanderreihung von Worten ist, sondern damit etwas bezweckt wird, also eine Handlung vollführt, die dann zu außersprachlichen Ergebnissen führen kann). Damit verbunden dann die Frage, was alles in so einer einfachen Aussage drinstecken kann: Eine Bitte etwa kann direkt oder indirekt und auf mehr oder weniger höfliche Art und Weise ausgedrückt werden abhängig wieder davon, in welchem Kontext sie ausgesprochen wird. Nicht jede konkrete Art, im Englischen eine Äußerung zu tätigen, hat eine genaue Entsprechung im Deutschen, wo dann wieder der notwendige Grad der Differenzierung bei der Übersetzung ins Spiel kommt. Das Buch macht auf einige Punkte aufmerksam, anhand derer man entsprechende Sätze erkennen und wie man sie ins Deutsche übertragen kann.
Ein Augenmerk wird anschließend auf die einzelnen Worte gelegt. Die Autoren plädieren im Verlauf des Buches mehrfach dafür, dass die Idee zweisprachiger Wörterbücher, dass man jedem Wort seine fremdsprachliche Bedeutung zuordnen könne, mehr als nur schwierig ist. Nicht jedes Wort in jedem Satz lässt sich mit der erstbesten (oder auch nur der fünften oder sechsten) Bedeutung aus dem Wörterbuch adäquat wiedergeben. Bei fraglichen Wörtern muss stattdessen überlegt werden, welche Assoziationen sie im konkreten Fall mit sich bringen und wie diese Assoziationen am besten im Deutschen wiederzugeben sind. Die Autoren empfehlen wärmstens, einsprachige Wörterbücher zu nutzen, um diese Assoziationen besser erschließen zu können. Das halte ich für mittlerweile etwas veraltet (dazu unten mehr).
Interessant war für mich auch das Kapitel zum Satzbau und welche Auswirkungen die Reihenfolge und Schachtelung von Sätzen für Bedeutung und Betonung, sowohl im Englischen als auch im Deutschen, haben. Das ist so ein Punkt, auf den ich bislang nicht bewusst geachtet habe, den ich jetzt aber stärker im Hinterkopf behalten werde.

Abschließend gehen die Autoren, basierend auf all dem vorher erschlossenen Wissen, darauf ein, wie eine Kritik von Übersetzungen aussehen sollte. Die häufig genutzten Kritiken "zu frei", "zu wörtlich", "kein Deutsch" halten sie für nicht zielführend, weil sie implizieren, dass es quasi die eine, genormte und für alle Zwecke passende Übersetzung geben könnte. Zudem wichtet diese Art Kritik die Fehler nach vermeintlicher Schwere in Bezug auf die Genauigkeit der Übersetzung im sprachlicher Hinsicht, ohne dabei darauf zu achten, ob gemachte "Fehler" tatsächlich der Textfunktion entgegenstehen. Dieses Prüfung der Schwere von Fehlern in Bezug auf die Funktion des Textes halten die Autoren für essenziell bei der Bewertung der Qualität einer Übersetzung.

Paar Dinge haben mich auch nicht so abgeholt. Ein ganzes Kapitel darüber, warum Übersetzungstgheorie wichtig ist und was alle anderen bislang falsch gemacht haben, fand ich für meine Zwecke nicht so spannend. Und der anfangs lang ausgewalzte Vergleich vom Übersetzen mit Schachspiel vs. Autofahren hinkte auf drei Krücken. Auch dass das Buch mittlerweile furchtbar veraltet und viele Textbeispiele sich aus heutiger Sicht regelrecht nostalgisch lesen, fand ich manchmal etwas befremdlich. Die Beispiele für Werbetexte lasen sich wie aus einer Geo von 1980 (ihr wisst schon - als auf großformatigem Hochglanz noch ein langer Text über die Vorzüge des Produktes stand) und der Trivialtext mit Spionageliteratur (klar, sowjetische Agenten!) hat ja auch was Historisches. Naja. Das hätte man in der x-ten Auflage dann doch mal aktualisieren dürfen, das war sicher auch 1999 schon total angestaubt. Auch die schon angesprochene Fixierung auf einsprachige Wörterbücher als bestes Übersetzungstool, halte ich für nicht mehr aktuell. Heutzutage gibt es viele Hilfsmitteln neben einsprachigen Wörterbüchern, mit denen Worte im Textzusammenhang zu erschlossen werden können. Ich denke da beispielsweise an Onlinewörterbücher wie linguee und glosbe etc., die neben den üblichen Übersetzungsvorschlägen auch gleich Textbeispiele samt Zusammenhang in beiden Sprachen liefern. Bringt mir persönlich mehr als ein einsprachiges Wörterbuch, dessen Benutzung für mich wenigstens zu Schulzeiten meistens darin resultierte, dass ich nun nicht nur das gesuchte Wort, sondern auch noch fünf andere aus dessen Erläuterung nicht kenne. ;D

Insgesamt würde ich sagen, dass ich aus dem Buch, auch wenn es sich beim Lesen erstmal oft anfühlte wie: "Na ist doch alles bekannt und klar", sehr viel mitgenommen habe. Bislang prüfte ich Übersetzungen vor allem nach Bauchgefühl ("Würde ich so auf Deutsch nicht sagen."). Das Lehrbuch Hönig/Kußmaul hat mir für den Anfang sehr dabei geholfen, genauer zu identifizieren, woher mein vages Bauchgefühl kommt und wie ich es, auch dem lektorierten Übersetzer gegenüber, erklären kann. Die Frage nach der Textfunktion und dem notwendigen Grad an Differenzierung als Leitfaden im Kopf zu haben, hilft ungemein. Übrigens nicht nur bei der Bewertung von Übersetzungen.

Habe ich auf jeden Fall mit Interesse gelesen und ich habe auch schon, um an etwas modernere Literatur zum Thema zu kommen, die Translatologie der Uni Leipzig angeschrieben und mir die Literaturhinweise geben lassen, die dort aktuell den Ersties gegeben werden. Werde mir das entsprechende Handbuch bald organisieren und mich weiter einlesen. :)
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Swafnir am 2.04.2021 | 13:25
Ich würde sagen wir machen das mal zusätzlich. Wobei ich mir dann echt überlegen muss, ob ich wirklich Goethes Meister mit reinnehme  ~;D
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 2.04.2021 | 13:39
Das Königreich #Gönndir steht dir offen, Swafnir.  ~;D
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: gunware am 5.04.2021 | 21:24
Grummel, so viel zu meiner vollmundigen Ankündigung, dass ich mehr schreiben werde als letztes Jahr.
Ok, was soll's, dann habe ich halt geschwänzt.

15/53

Cecelia Ahem: Perfect - willst du die perfekte Welt?
Terry Prachett: Der lange Mars
Andreas Gruber: Code Genesis - Sie werden dich finden
Andreas Gruber: Code Genesis - Sie werden dich jagen
Andreas Gruber: Code Genesis - Sie werden dich verraten
TORG Eternity: Flussaufwärts
TORG Eternity: Das Nil-Imperium
TORG Eternity: Delphi Missionen Das Nil-Imperium
TORG Eternity: Die Feuer des Ra
TORG Eternity: Das Lebende Land
TORG Eternity: Ruinen des Lebenden Landes
TORG Eternity: Delphi Missionen Das Lebende Land
TORG Eternity: Die Götterlade
Shadowrun: Arkane Kräfte
Dungeons and Dragons: Spielerhandbuch

Wie man sieht, bin ich jetzt eher auf dem Trip RPG zu lesen. (Code Genesis und Perfect waren Audio-Bücher.) Und Änderung ist zur Zeit nicht so richtig im Sicht. Obwohl ich wahrscheinlich dazwischen ein paar Krimis schieben werde. Aber wer weiß.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Swafnir am 7.04.2021 | 19:23
Zählen drei Romane in einem Band als ein Buch oder als drei?

Hab grad einen schönen Cormac McCarthy-Schinken (Die Border-Trologie) bekommen. Wenn die aber nur als ein Buch zählen, dann warte ich bis ich mein Ziel erreicht habe, bevor ich da drangehe. Knapp 1200 Seiten sind schon ein ganz schönes Pfund  ~;D
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 7.04.2021 | 20:32
Ich zähl Sammelbände immer bloß als ein Buch. Das gleicht sich bei mir aus mit irgendwelchen lächerlich dünnen Kinderbüchern. :D
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Swafnir am 7.04.2021 | 21:04
Ich zähl Sammelbände immer bloß als ein Buch. Das gleicht sich bei mir aus mit irgendwelchen lächerlich dünnen Kinderbüchern. :D

Wenn ich nicht schon so viele dicke Bücher hätte. Warum müssen denn Cervantes, Goethe, Grass, Melville und Simone de Beauvoir so viel schreiben? 


Aber Spaß beiseite: Ich hab die Blechtrommel jetzt zu 3/4 durch und sehne mich nach dem Ende.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Sindaja am 7.04.2021 | 22:09
#19 Tamora Pierce: Emelan: Im Tal der tausend Feuer
Da es in diesem Band verstärkt um die Wirkung der Magie der Kinder geht, fand ich es tatsächlich ein wenig interessanter zu lesen. Wahrscheinlich macht es das aber für Kinder eher langweiliger, weil die dramatischen Aktionen erst sehr gegen Ende kommen. Die Kinder sind nun zusammen auf einer Reise. Gut auch die Darstellung eines normaleren Magiers  - nicht stereotyp schwarz-weiß.
#20 Tamora Pierce: Briar's Tale
Der letzte Teil der (ersten) Emelan Tetralogie. Wer so genug von Pandemien hat, dass dieses Thema ein rotes Tuch darstellt sollte diese Geschichte, in der es um eine Epidemie geht, nicht lesen. Ansonsten ist es für mich das Stärkste der vier Bücher. Mag daran liegen, dass es das einzige war, das es zu einem vernünftigen Preis im Original gab und die Übersetzungen vielleicht doch etwas unbeholfener sind. Oder daran, daß das Thema doch wieder etwas aktuell ist. Während es ja im SF erschiedene Arten von Seuchen als zentrales Thema gibt (vor allem natürlich im Zombie-Apokalypsen-Bereich so man ihn dazu zähl, The Twelve, Newsfeed Triologie, The Stand,  I amLegend, aber auch klassischer wie Blood Music oder Zeitreise: Doomsday Book), fällt mir im (Science)Fantasy gerade nur Nerilka/Moreta auf Pern spontan ein. Ach, und Temeraire-Novik. Vielleicht scheint das aber auch nur wegen meiner Lesepräferenzen so.
#21 Harrow: The Ten Thousand Doors of January
Ein schönes Buch über Türen in andere Welten – zumindest ist das eines der Themen. Die Protagonistin wächst beim wohlhabenden Arbeitgeber ihres Vaters auf. Ihr Leben ist einsam und sie verhält sich sehr angepasst, findet nach und nach mehr über ihre Geschichte heraus und in dem Zuge kommt sie auch mehr und mehr aus ihrem Käfig heraus. Erzählt wird auch die Geschichte der Eltern. Ein bißchen naiv vielleicht, aber auch sehr schön.
#22 Pamela Dean: Tam Lin
Ein Buch vor allem über 3 junge Frauen an einem College auf dem Weg zu ihrem Bachelor. Viel englische Literatur, die Lust macht, mal wieder etwas mehr in die Richtung zu lesen. Eingewoben in den College-Alltag sind Mythen des Colleges und die Geschichte von Tam Lin. Vielleicht schaue ich mal, welche ungelesenen Penguin Classics Goodies noch in meinem Regal stehen. Wahrscheinlich ist da Buch stellenweise etwas anstrengend, wenn man sich nicht für Literatur und Poesie interessiert.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Swafnir am 9.04.2021 | 18:58
Ich möchte mindestens ein wissenschaftliches Buch oder einen Klassiker pro Monat lesen (Lesen fürs Hirn), neben meinem normalen Lesefluss (Lesen fürs Herz).
Ich muss mal wieder ein bisschen mehr für mein Lesehirn tun. Ich möchte am Ende auf 25 Bücher kommen, davon zwölf fürs Hirn plus jeweils ein Werk aus den unten aufgeführten Epochen:

Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga - Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn
6. Günter Grass - Die Blechtrommel
7. Alexander Solschenizyn - Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch



Lesen fürs Herz:
1. R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
2. R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter



Epochen:

Aufklärung:
Sturm und Drang:
Weimarer Klassik:
Frühromantik: Ludwig Tiek - Der gestiefelte Kater
Hoch/Spätromantik:
Vormärz:
Realismus: Theodor Storm - Der Schimmelreiter


Edit: Schimmelreiter dazu gemacht
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Swafnir am 18.04.2021 | 22:44
Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga - Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn
6. Günter Grass - Die Blechtrommel
7. Alexander Solschenizyn - Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch
8. Anton Szandor LaVey - Die Satanische Bibel
9. Max Frisch - Homo faber
10. Erich Maria Remarque - Im Westen nichts neues
11. -
12. -



Lesen fürs Herz:
1. R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
2. R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter
3. Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker & Der Verdacht
4. Gustav Wiederkehr - Mannheim in Sage und Geschichte
5. Erich Kästner - Drei Männer im Schnee
6. -
7. -
8. -
9. -
10. -
11. -
12. -
13. -



Epochen:

Aufklärung:
Sturm und Drang:
Weimarer Klassik:
Frühromantik: Ludwig Tiek - Der gestiefelte Kater
Hoch/Spätromantik:
Vormärz:
Realismus: Theodor Storm - Der Schimmelreiter

Am Freitag hat ein Bagger unsere Internetleitung gekappt, also hab ich am Wochenende (fast) fünf Bücher gelesen. Meine letzten würde ich gerne kurz bewerten.
Die Blechtrommel halte ich für sehr überbewertet. Immer wieder schreibt Grass sehr feinsinnig und einige Teile sind sehr stark. Aber dann wieder gibt er sich verschiedenen Gedankenflüssen hin und wir schwafelig. Das ist auch ein Grund, warum das Buch viel zu lange ist. Und was Reich-Ranicki auch schon bemerkt hat: "Der Grass kann keine Sexszenen schreiben!". Die sind wirklich furchtbar. Und das weiß Grass auch selbst, denn er stellt immer im nächsten Kapitel klar, dass es sich um Sex gehandelt hat.
Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch ist kein spannendes Buch. Dennoch ist es sehr interessant wie Solschenizyn einen Tag im Leben einen Zwangsarbeiter in einem russischen Gulag schildert. Auf jeden Fall lesenswert.
Den Schimmelreiter hab ich 1997 in der Schule gelesen. Jetzt hab ich ihn mir nochmal vorgenommen. Liest sich gut, allerdings find ich das Ende jedes mal wieder arg unrealistisch. Elkes Motiv für das was sie tut, ergibt einfach keinen Sinn. Das stört mich auch 24 Jahre später noch.
Als verschwendete Zeit würde ich das Lesen Der Satanischen Bibel von Anton Szandor LaVey bezeichnen. Das Buch ist so infantil wie die Texte der Böhsen Onkelz und so geistreich wie eine Abrissbirne. Sie soll ja in einer Walpurgisnacht 1968 geschrieben worden sein. Und genauso liest sie sich auch, als solle sie fundamentalistische Christen der späten 60er trollen. Dabei ist sie allerdings immerhin unfreiwillig komisch. Als Satire würde ich ihr 4/5 Punkten geben. Außerdem hab ich noch nie sonen exzessiven gebrauch von Ausrufezeichen gesehen!
Friedrich Dürrenmatt finde ich ja genial. Der Verdacht hab ich damals auch in der Schule gelesen und fand den Roman klasse. Vor zwei oder drei Jahren hab ich den nochmal gelesen und letzte Woche mitbekommen, dass Der Richter und sein Henker ja die Vorgeschichte ist. Nun hab ich die Doppelausgabe am Freitag bei meiner Tante im Regal gesehen, und das Ding gleich durchgelesen. Die Sprache ist toll und Kommissär Bärlach eine wunderbar bärbeißige Hauptfigur. Demnächst muss ich mir mal "Das Versprechen" schnappen.
Und wenn ich schon gerade bei Schweizer Autoren war, hab ich mir dann den Homo faber von Max Frisch geschnappt. Ich mag seinen minimalistischen Stil, aber den Roman dann doch etwas dünn. Weder die Hauptfigur noch die "Handlung" konnten mich fesseln und die immer beschriebene Wandlung seines Weltbildes konnte mich auch nicht überzeugen.
Gerade bin ich mit Im Westen nichts neues fertig. Das ist ein wirklich starkes und bedrückendes Buch. Es fesselt ungemein und das Lesen ist nicht unbedingt vergnüglich. Ich kann sagen, dass es eines der besten Bücher ist die ich bisher lesen durfte.

 
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 19.04.2021 | 15:01
#15

Roy F. Baumeister & John Tierney - Willpower - Rediscovering Our Greatest Strength (https://www.nytimes.com/2011/09/04/books/review/willpower-by-roy-f-baumeister-and-john-tierney-book-review.html)

Ich bin ja normalerweise nicht so der Leser von Büchern, die sich als Ratgeber gerieren oder versuchen Ratgeber und Sachbuch zu vereinigen, aber dieses Werk war verblüffend unaufdringlich.
Das Thema Willenskraft ist zudem bei mir im Freundes- und Bekanntenkreis zuletzt ausführlich diskutiert wurden, sodass die Lektüre letztlich interessant klang.

Baumeister und Tierney unternehmen den Versuch, anhand von psychologischen Experimenten, diverse Sachverhalte zum Thema der Willenskraft plastisch darzustellen, ohne sich zu sehr auf die wissenschaftliche Nüchternheit zu verlassen, sie werden dabei erzählerisch, ohne zu entspannt zu werden; und von mir sehr geschätzt: sie vermeiden es, belehrend zu werden und zu behaupten, dass sie den einzig wahren Weg gefunden hätten.

Letztlich ist das Buch mehr eine Zusammenfassung von vielen, kleinen Versatzstücken zum Thema Willenskraft, die man entweder aus eigener Anschauung oder aus dem common sense kennt, dazu ein paar Zusätze und das Aufräumen mit ein paar Missverständnissen. Beispielsweise zu den Jojo-Phasen von Diäten wird da etwas gesagt, oder es werden Querbezüge zum Getting Things Done von David Allen gezogen. Und es ist gefällig genug geschrieben, um nicht zu langweilen.

Es bleibt am Ende vor allem hängen, dass es eigentlich falsch ist, von blanker Willenskraft zu sprechen. Zumindest ist in der Art und Weise wie Baumeister und Tierney es verstehen, vielmehr ist von einer Willensausdauer zu sprechen, die zwar trainiert werden kann, aber allen voran ähnlich des Ausdauersports vor allem eine Mischung aus Training der eigentlichen Willenskraft und aus geschicktem Ressourcenmanagement ist. Und unabhängig davon, welche individuellen Maßnahmen man findet (lediglich vor Prokrastination warnen sie - bis auf in Ausnahmen - ansonsten stellen sie unterschiedliche Möglichkeiten und Ansätze frei), letztlich bleibt alles davon abhängig, wie gut man seine Ressource Willensausdauer verwalten kann.

7 von 10 Punkte

#16

Max Weber - Politik als Beruf (https://de.wikipedia.org/wiki/Politik_als_Beruf)

In Webers nachträglich bearbeiteten Vortrag zum Thema der Politik als Berufung ist sicher viel reininterpretiert, viel ausgelegt und viel debattiert wurden. Ich kann und will die Breite gar nicht weitergeben, weshalb ich zuvorderst meinen eigenen Eindruck schildern möchte.

Der Vortrag ist meines Erachtens vor allem als strukturalistischer Beitrag zur Thematik des Berufspolitikers zu lesen, da er dort seine Stärken hat. Zwar debattiert Weber auch die Dimensionen unterschiedlicher ethischer Ansätze (vor allem setzt er sich mit dem Gegensatz von Gesinnungs- und Verantwortungsethik), aber tatsächlich hat er zum ethischen Anspruch oder zur Motivation eher wenig zu sagen.

Die Analyse der Herrschaftstypen und der darin strukturell handelnden Personen hingegen ist das Kernstück dieses Vortrags.
Die Rechtfertigung eigener politischer Ambition und auch eine gewisse Hoffart wird hier und da deutlich, wenn man das Buch liest, und besonders deutlich wird es, wenn man bedenkt, dass Weber ihn nur hielt, damit Kurt Eisner ihn nicht hält, aber das schmälert nicht die strukturelle Leistung des Beitrages.
Diese zeichnet sich durch die konzise Beschreibung von Herrschaftstypen und ihren jeweiligen Bedingungen aus und ist nach wie vor ein hervorragender Einstieg in das Thema. Häufig wird das Werk ja vor allem wegen Webers Beschreibung des charismatischen Führungstypus - des Demagogen - herangezogen und dann wegen des Zeitpunktes des Vortrags (1919) als Prophezeiung des Aufstiegs Hitlers herangezogen, aber damit wird man dem Werk und seiner Aussage wohl kaum gerecht.

Insgesamt kann der Vortrag - der nichts an struktureller Aktualität verloren hat - immer noch mit großem Gewinn gelesen werden.

8 von 10 Punkte

#17

Umberto Eco - Der Name der Rose (https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Name_der_Rose)

Der Ruf dieses Werkes durfte den meisten bekannt sein, aber ich will sein Loblied dennoch auch nochmal singen. Welch ein gutes Werk! Und auf wie vielen Ebenen.
Es ist eine kleine Einführung in die Logik, in die Philosophie, in die Semiotik und in die Mediävistik, es ist ein Detektivroman nach klassischem Stil (Sherlock & Watson = William von Baskerville & Adson), es ist ein Sittengemälde, es ist ein historischer Roman, es ist einfach ein gelungenes Potpourri aus allen möglichen Einflüssen, und natürlich bedeutungsschwanger ohne Ende.

Das Sujet im Bereich der Mönchskopisten zu suchen, dort dann viele Einflüsse zu kopieren (Sherlock = Baskerville, auch in der Beschreibung bspw. oder die Bedeutung Borges verglichen mit dem Autoren Borges), und ihnen doch mit eigenen Zeichen und Wegen eigenes Leben zu geben, ja, all die Logik und das Lesende in dem allgemeinen Chaos abbrennen zu sehen, und damit die Themen des Werkes zu unterstreichen, ist in seiner Konstruktion schon ein ganz besonderes Werk.
Ein Werk, in dem Konstruktion, Beschreibung, Modell und Wirklichkeit Hand in Hand geht und irgendwas zwischen Roman, Mockumentary, philosophisch-theologischer Vorlesung und
Gewölbekunde bildet (für die D&D-Freunde ist es sogar ein gelungener Dungeoncrawler in einigen Szenen), ist außergewöhnlich.
Besonders außergewöhnlich, wie Eco alles in seinem Werk spiegelt; in der Handlung, sei es die kirchenmittelalterliche Architektur, sei es der Diskurs über das Lachen und Komödiantische, etc.

Und jetzt mag es am Anfang so sein, dass die ein oder andere Erklärung zu lang und zu nichtig erscheine, ist dem nicht so, denn Eco begegnet diesem damit, dass jede seiner gelehrten Diskurse - sei es über Brillen, über das Küchenlatein, über Häresie, Architektur, Essenskultur etc. - eine immanente Rolle in seinem Stück spielt und somit nicht einfach der Beschreibung, sondern auch immer der Handlung gilt.

Und so ist es letztlich folgerichtig und befriedigend, dass selbst Sherlocks - verzeiht, Baskervilles - Logik nicht reicht, um alles zu erfassen und zu verhindern. Dass alle künstlich erzeugte oder verstandene Ordnung nur eine unzureichende und doch notwendige Verkürzung, ja beinahe Skizze der Wirklichkeit ist, in der alles wohlgeordnet werden kann und doch stets darüber hinausweist, darüber hinausweisen muss.

Bei allem theoretischen Salbadere, bei allem Aufguss, bei allem Konstrukt bleibt es zudem noch immer ein lesenswertes und gar nicht mal knöchernes Werk.

Ja, ein wirklich befriedigender Lesegenuss. Ein Werk, welches zurecht zu den Großen der Weltliteratur zählt.

9 von 10 Punkte.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 20.04.2021 | 00:02
Am Freitag hat ein Bagger unsere Internetleitung gekappt, also hab ich am Wochenende (fast) fünf Bücher gelesen.

Oh, so einen Bagger bräuchte ich auch!
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Swafnir am 20.04.2021 | 10:18
Oh, so einen Bagger bräuchte ich auch!

Für mich wars gut, weil ich frei hatte und nichts vor. Meine Frau (und diverse Nachbarn) war aber im homeoffice und die Nachbarskinder im homeschooling. Die dürfen jetzt alles nachholen. Heute hat uns der Bagger übrigens den Hauseingang weggebuddelt. Wir dürfen jetzt durch den Keller und den Hinterausgang gehen. Keine Ahnung wie die Post kommen soll. Wenn ich jetzt aber meine Lieferung vom Roland bei der Post abholen muss, dann platz ich  >:(
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Swafnir am 25.04.2021 | 12:32
Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga - Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn
6. Günter Grass - Die Blechtrommel
7. Alexander Solschenizyn - Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch
8. Anton Szandor LaVey - Die Satanische Bibel
9. Max Frisch - Homo faber
10. Erich Maria Remarque - Im Westen nichts neues
11. -
12. -



Lesen fürs Herz:
1. R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
2. R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter
3. Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker & Der Verdacht
4. Gustav Wiederkehr - Mannheim in Sage und Geschichte
5. Erich Kästner - Drei Männer im Schnee
6. Bernhard Schlink - Der Vorleser
7. -
8. -
9. -
10. -
11. -
12. -
13. -



Epochen:

Aufklärung:
Sturm und Drang:
Weimarer Klassik:
Frühromantik: Ludwig Tiek - Der gestiefelte Kater
Hoch/Spätromantik:
Vormärz:
Realismus: Theodor Storm - Der Schimmelreiter


Drei Männer im Schnee von Erich Kästner fand ich lustig und gut zu lesen, allerdings schon etwas sehr albern. Aber der Schreibstil von Erich Kästner hat einfach irgendwie was heimeliges.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 26.04.2021 | 11:11
#6
Kerstin Gier: Silber - Das erste Buch der Träume (https://www.fischerverlage.de/buch/kerstin-gier-silber-das-erste-buch-der-traeume-9783596522897)

Die 15-jährige Liv Silber hatte sich sehr darauf gefreut, demnächst mit ihrer kleinen Schwester Mia, dem Kindermädchen Lotti und ihrer zerstreuten Mutter in einem heimeligen Cottage in England zu leben. Doch als die beiden Schwestern am Flughafen in London ankommen, hat ihre Mutter "Mr. Planänderung" dabei und statt des gemütlichen Cottages wartet das Leben als Patchworkfamilie mit "Mr. Planänderung" Ernest und seinen beiden Kindern, den 17-jährigen Zwillingen Grayson und Florence, im großen London auf sie. Kein Wunder, dass Liv bei all dem Chaos so merkwürdige Träume hat. Dass sich Grayson und seine gutaussehenden Freunde mitten in der Nacht auf dem Friedhof treffen, um einen Dämon zu beschwören, wäre ja auch zu absurd - und dass Liv die vom Dämon auserwählte Jungfrau sein soll, die den Kreis vervollständigt, wohl erst recht. Richtig gruselig wird es aber, als sich die Anzeichen dafür häufen, dass die Jungs denselben Traum hatten und sich daran ebenso gut erinnern können wie Liv. Was hat es mit diesen Klarträumen, den Türen und dem schaurigen Dämon auf sich?

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und hatte es ausgewählt, weil ich die Edelsteintrilogie der Autorin mochte und das hier irgendwie so ähnlich sein soll. Ist es auch - die Geschichte teilt sich wieder auf zwischen einem magisch-mystischen und einem romantischen Subplot. Mir hat dennoch die Edelstein-Trilogie besser gefallen. Irgendwie hat "Silber" so seine Längen, wenn immer und immer wieder beschrieben wird, wie unfaaaassbar gut Henry, der schmucke Bursche, doch aussieht. Und Grayson. Und Arthur. Und Jasper. Und wie hässlich andere Jungs sind (was sie automatisch auch immer zu charakterlich schlechten Personen macht, sodass es dann auch gerechtfertigt und nicht oberflächlich wirkt, wenn die Protagonistin sie beiläufig abkanzelt).

Die Hauptfigur ist mir recht unsympathisch. Irgendwie soll man Mitleid mit ihr haben, weil sie wegen des Jobs ihrer Mutter so oft umziehen müssen. Aber am Ende bleibts dabei, dass sie recht wohlhabend sind und über den neuen Freund ihrer Mutter so richtig in der Londoner Oberschicht ankommen, in einem riesigen Haus mitten in der Stadt leben und auf eine angesehene Schule gehen dürfen - und alles, was ihnen dazu einfällt, ist rumzujammern, wie schlecht es ihnen doch geht. Hat mich nicht so abgeholt. Ich persönlich mag auch Geschichten nicht, in denen Kinder und Jugendliche den neuen Partner eines Elternteils von vorneherein nicht leiden können und sich dann erstmal total daneben benehmen, um den wieder loszuwerden. Das ist so ein Storyelement, das soll wohl voll nachvollziehbar sein - nervt mich aber einfach nur, weil ich sowas albern finde.

Richtig creepy fand ich eine Szene, in der Liv von zwei der Jungs auf ner Party in nen abgelegenen Kinoraum geführt wird, wo sie ihr dann irgendwas von einem "Spiel" erzählen, für das Liv dringend Jungfrau sein müsse und ob sie mitmachen wolle, während ein dritter Junge gerade mit alkoholischen Getränken reinkommt ... und Liv bleibt tatsächlich dort und sagt JA?! WTF. Ich weiß, sie vermutet schon, dass es um diese Traumsachen geht und um den Dämon und weiß nicht was. Aber diese Szene ist, Fantasy außenvorgelassen, einfach nur schaurig. Hätte ich nicht gewusst, dass das ein friedliches Jugendbuch ist und die Jungs alle ganz nett sein sollen - ich hätte schwören können, dass das der Auftakt zu ner grauenhaften Vergewaltigungszene sein soll. Ich mein, da schrillen doch bei jedem denkenden Menschen alle Alarmglocken! o.O Wie kann man das in einem Jugendbuch für junge Mädchen als ne sinnvolle Entscheidung von Liv darstellen?

Unabhängig davon macht aber auch viel an dem Buch Spaß. Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt routiniert, die Sprecherin des Hörbuchs hat eine angenehme Stimme und die Geheimnisse um die Traumwelten und ihre Funktionen machen Laune. Zugegebenermaßen - die Idee, wie Träume sich zusammensetzen, find ich doch recht oberflächlich (meist sind sie durchschaubare Zusammensetzungen von Elementen aus den Tagen davor und ganz einfach zu deuten), aber hey - es ist eben auch keine Abhandlung über Träume, sondern eine nette Fantasystory für, wie ich schätze, 13-15-jährige Mädchen. Um es nebenher beim Puzzeln zu hören, wars unterhaltsam genug und ich werd mir auch den zweiten Band mal noch anhören, auch weil die wirklich spannenden Rätsel noch nicht gelöst wurden (Wer ist denn nun Secrecy, die/der den Lästerblog der Schule betreibt und scheinbar ALLES weiß? Hab Vermutungen ...)  ;D
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 27.04.2021 | 16:03
#18

Sten Nadolny - Die Entdeckung der Langsamkeit (https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Entdeckung_der_Langsamkeit)

Dieser Roman über den Polarforscher John Franklin, der bekannterweise auf der Fahrt der Schiffe Erebus und Terror in der Arktis auf der Suche nach der Nordwestpassage sein Ende fand, folgt der Lebenslinie dieses Mannes im halb faktischen, halb fiktiven Gewand. Eigentlich folgt es der Langsamkeit der Figur.

Nadolnys Franklin ist dabei ein angenehmerweise etwas anderer Held, der die Welt anders und langsamer versteht, sich dafür aber mit Beobachtungsgabe und Beharrlichkeit der Welt nähert, seine Nachteile und seine gesellschaftliche Ächtung in Achtung verwandelt. So lässt sich der Roman sicher positiv beschrieben.

Man könnte aber auch sagen, dass er in seinem Tempo, nach seinen Stärken lebt und mit seiner störrischen Art seinen Weg ein Stück erzwingt und vielen Menschen Tod und Verderben bringt, in einer spannenden, langsamen Form des Egoismus, denn obwohl viele John Franklin, seinen Ideen und seiner Art Tür und Tor öffnen, scheint er es nur in wenigen Ausnahmesituationen, ja, eigentlich gar nicht zurückzugeben und nur indirekt zu fordern.

Es wird die Lust am Entdecken beschrieben, aber auch, dass die Welt für John Franklin um John Franklin kreist. Das Schnelle wird abgelehnt, das Langsame wird emporgehoben, und Nadolny verarbeitet seine Erfahrungen als Lehrer und als Literatenkind ausreichend in diesem Buch.

Leider kann Nadolny zudem die "graziöse Schwere" bezeichnete Langsamkeit nicht halten, und je weiter das Buch fortschreitet, desto mehr eilt er durch die Lebensstationen Franklins, bemüht alle Winkelzüge dieses wuchtigen, einflussreichen Lebens zu betrachten und die Bewunderung dafür auszudrücken. Dadurch ist das Ende etwas leidlich eilig im großen dritten Part des Buches.

Dennoch bleibt, dass es ein spannendes Unternehmen ist, die Langsamkeit des Protagonisten und die Andersartigkeit in den Fokus zu setzen, leider bleiben die Nebenschausteller dadurch etwas binär zurück und wir entdecken deren Motivation immer nur oberflächlich. Der Schreibstil ist einfach und gefällig. Wirkliche Spannung entwickelt das Buch allerdings nicht, sodass es tatsächlich eher etwas für eine lauere Lesestimmung ist, wenn man sich selbst etwas der Langsamkeit hingeben will.

Die letzte Darstellung von Franklin, die ich fiktiver Art las, war die in Terror von Dan Simmons, in der als egoistischer, pseudopompöser Snob und Hanswurst dargestellt wurde, der nochmal Glorie erreichen wollte, nachdem seine vorherigen Expeditionen scheiterten und er als Gouverneur des Van Diemen's-Landes (Tasmanien) abkommandiert wurde. Insofern war der Vergleich in der Charakterisierung spannend.

Insgesamt ein brauchbares, aber trotz des Bestsellerstatus für mich nur durchschnittliches Buch. 

5 von 10 Punkte.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Swafnir am 28.04.2021 | 14:36
Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga - Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn
6. Günter Grass - Die Blechtrommel
7. Alexander Solschenizyn - Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch
8. Anton Szandor LaVey - Die Satanische Bibel
9. Max Frisch - Homo faber
10. Erich Maria Remarque - Im Westen nichts neues
11. -
12. -



Lesen fürs Herz:
1. R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
2. R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter
3. Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker & Der Verdacht
4. Gustav Wiederkehr - Mannheim in Sage und Geschichte
5. Erich Kästner - Drei Männer im Schnee
6. Bernhard Schlink - Der Vorleser
7. Cormac McCarthy - Die Abendröte im Westen
8. -
9. -
10. -
11. -
12. -
13. -



Epochen:

Aufklärung:
Sturm und Drang:
Weimarer Klassik:
Frühromantik: Ludwig Tiek - Der gestiefelte Kater
Hoch/Spätromantik:
Vormärz:
Realismus: Theodor Storm - Der Schimmelreiter
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Blanchett am 2.05.2021 | 23:54
Meldung April:

#17 Wolfgang Hohlbein - Schattenchronik Band 3 - Die Kinder der fünften Sonne von Marc Alastor E.-E.
Dilara erzählt ihrem Gefährten Calvin von ihrer Reise im ausgehenden 19. Jahrhundert, in der sie weltweit Informationen
für Antediluvian sammelt. Längst weiss sie, daß der Ur-Nosferatu mehr über die mysteriöse Herkunft der Vampire weiß,
und um seine Macht zu sichert, diese Kenntnisse für sich behält und Beweise vernichtet.
Als Dilara in Avignon den Auftrag erhält, ein uraltes Dokument aus den geheimen Archiven des Vatikans zu stehlen, und
zugleich erfährt, daß offenbar die Rosenkreuzer ebenfalls an dem Manuskript interessiiert sind, ahnt sie, daß es ein
letzter Schlüssel zu allen Geheimnissen sein könnte.
Nicht ganz freiweiliig steht ihr die bezaubernde Rosenkreuzerin Gelophee Roche zur Seite, und so beginnt eine unweigerliche
Irrfahrt, die Dilara durch Zweifel, Lug und Trug geradewegs zu einer unliebsamen Gewißheit führt...

Fazit: Wie bereits in meiner Meldung von März geschrieben: Band 1 habe ich vor einigen Jahren gelesen. Fand die Geschichte gut;
aber nicht soo fesselnd wie die Folgebände 2 & 3... Jetzt muss ich mich erstmal wieder in Geduld üben, bis weitere Bände den Weg
in meinen Besitz finden.


#18 James O'Barr - The Crow - Ultimate Edition
Als James O'Barr den Schmerz und die Qual einer persönlichen Tragödie in die Zeichnungen von The Crow einfließen ließ, fand
seine äußerst kathartische Geschichte von Eric - der von den Toten aufersteht, um den brutalen Mord an sich und seiner Verlobten zu
rächen - bei Lesern auf der ganzen Welt Anklang. Mit The Crow: Ultimate Edition liegt die illustrierte Erzählung, die die Grundlage
für den "überwältigenden" (Roger Ebert) Kinoerfolg voller "unauslöschlicher Bilder" (Rolling Stone) bildete, nun erstmals nach über
25 Jahren wieder auf Deutsch vor.

Fazit: Ein sehr beeindruckendes Buch. Bis ich die Werbung aus dem Rollenspielladen meines Vertrauens gesehen habe, wusste ich
nichtmal das einer meiner Lieblingsfilme auf einem Comic basiert.


#19 Die Wahrheit über Katzen
Die Wahrheit über Katzen - was Sie schon immer über die flauschigen Mitbewohner wissen wollten!
Zitate, Sprüche und Witziges über all die positiven und negativen Eigenschaften, die eine Katze so ausmachen.

Fazit: Eigentlich ist mit dem Einband schon alles wichtige gesagt. Für mich als Forenkatze defintiv ein Must-Have


#20 Cherry Gilchrist - So werde ich Alchimist
Alchemie ist nicht nur eine mittelalterliche "Wissenschaft", mit deren Hilfe man angeblich Blei in Gold verwandeln konnte. Alchemie
war darüber hinaus schon immer eine magische Lehre, die vor allem die Spiritualität und Sinneserfahrungen der Menschen anregte.
Cherry Gilchrist beschreibt und lehrt, auf welche Art und Weise jeder seine verborgenen Fähigkeiten ans Licht holen und zur Entfaltung
bringen kann.
Die beschriebenen Übungen bilden die Schlüssel zu Kräften, die jeder von uns auf den Gebieten der Kunst, der Musik, der Heilkunde,
der Psychologie und der Spiritualität, aber auch für die Problemlösung im Alltag in sich zu wecken vermag.

Fazit: Ein interessantes Buch. In den Kapiteln sind Aufgaben aufgeführt, die man (wenn man möchte) abarbeiten kann. Darauf habe ich
aktuell verzichtet.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Samael am 3.05.2021 | 08:12
#8
Zelazny, Guns of Avalon.

#9
Zelazny, Sign of the Unicorn.

Band 2+3 des ersten Amber-Zyklus. Wenn ich mit Band 5 durch bin, schreibe ich noch ein paar Takte mehr zur Buchreihe, habe ich mir vorgenommen.

#10 Roger Zelazny, The Hand of Oberon
Das wäre Band 4/5 des ersten Amber-Zyklus. In Band 5 bin ich vor Wochen stecken geblieben. Ärgerlich!

#11 Simenon, Maigret und das Verbrechen in Holland
Ganz ordentlich. Das alte Simenon-Thema katholische vs protestantische Lebensart wird mal wieder aufgegriffen.

#12 Bruno Bleckmann, Die Germanen
Lesenswerter Überblick über die Geschichte der germanischen Völker von den ersten Erwähnungen in antiken Quellen bis zu den Wikingern. Wobei letztere nur sehr weit ausgegriffen behandelt werden und der Fokus, getreu des akademischen Hintergrundes des Autors, auf der Antike und Spätantike liegt.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Raiden am 3.05.2021 | 12:56
#8 Grave Peril, der dritte Band der Dresden Files
Die ersten beiden Bände waren nicht so gut, aber der dritte hat mich echt Überzeugt und ich bin gespannt wie es weiter geht.

#9 Der Drachenkönig, ein DSA Roman von Uschi Zietsch
Ganz lose Fortsetzung von Túan der Wanderer aber deutlich besser, nicht wirklich einer der besten DSA Romane die ich gelesen hab aber doch besser als ihr erste.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 3.05.2021 | 17:15
#7
Kerstin Gier: Silber - Das zweite Buch der Träume (https://www.fischerverlage.de/buch/kerstin-gier-silber-das-zweite-buch-der-traeume-9783596522903/)

Ich zitiere mal faul die Inhaltsangabe von der Verlagsseite.
Zitat
Liv ist erschüttert: Secrecy kennt ihre intimsten Geheimnisse. Woher nur? Und was verbirgt Henry vor ihr? Welche düstere Gestalt treibt nachts in den endlosen Korridoren der Traumwelt ihr Unwesen? Und warum fängt ihre Schwester Mia plötzlich mit dem Schlafwandeln an?

Albträume, mysteriöse Begegnungen und wilde Verfolgungsjagden tragen nicht gerade zu einem erholsamen Schlaf bei, dabei muss Liv sich doch auch schon tagsüber mit der geballten Problematik einer frischgebackenen Patchwork-Familie samt intriganter Großmutter herumschlagen. Und der Tatsache, dass es einige Menschen gibt, die noch eine Rechnung mit ihr offen haben – sowohl tagsüber als auch nachts …

Joar, lohnt sich meiner Meinung nach nicht. Alles was am ersten Band noch cool war, fällt im zweiten weg. Die Traumwelt ist bekannt und wird zwar ausgebaut, aber dabei irgendwie um keine neuen Elemente erweitert. Alles wird ins Endlose wiederholt und so wirklich kreativ wirds in Bezug auf die Traumwelt leider nur selten. Von der recht platten Vorstellung dessen, wie Träume sich so zusammensetzen und wovon Leute träumen, mal ganz abgesehen. Nicht jeder Traum ist ein plattes Abbild diverser, klar erkennbarer Elemente aus dem Alltag. Und nicht jedes Kleinkind träumt von Zuckerwatte und Disney-Gesang, nur weil es ein Kleinkind ist - als hätten kleine Kinder keine für aus ihrer Sicht realen Probleme und Belange. Die Beziehung mit Henry wird so ein elendes "Wir reden nicht miteinander und wundern uns dann über Missverständnisse"-Geleier. Der Bösewicht ergeht sich in endlosen Monologen über seine Fiesigkeit. Und die Protagonistin ist eine nutzlose Heulsuse, die zwar nicht müde wird zu betonen, wie stronk und intepentent sie ist, sich aber in eigentlich jeder Situation von irgendwelchen Kerlen retten lässt, weil sie nix auf die Reihe kriegt. Die schlafwandelnde Schwester könnte problemlos so an ihr Bett gebunden werden, dass sie sich selbst nicht befreien kann, Problem gelöst ... aber es ist natürlich viel spannender, das nicht zu tun ... AAAHHHHH!!! SIND DIE EIGENTLICH ALLE MITM KLAMMERBEUTEL GEPUDERT WORDEN?!

Hab mich nur aufgeregt, das Hörbuch taugte daher nicht mal, um es lockerflockig nebenher nudeln zu lassen. Den dritten Band spare ich mir.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Sindaja am 6.05.2021 | 22:39
Der April war lesetechnisch etwas langsamer:
#23: Robin McKinley: A Knot in the Grain
Eine Kurzgeschichtensammlung. Am besten haben mir die ersten beiden gefallen - wahrscheinlich, weil sie in der Welt des „Blue Sword“ spielen. Die ersten vier sind in Fantasy-Welten angesiedelt, die letzte gefühlt irgendwo in Nordamerika. Generell ist McKinleys Erzählstil eher ruhig und innengewandt. 
#24: Patricia McKillip: Alphabet of Thorns
Alte Mythen werden durch eine Übersetzungsaufgabe  lebendig und vor allem zwei junge Frauen finden einiges über sich selbst heraus. Ein stimmungsvoller Roman, der auch zeigt, daß Mythen sich mit der Zeit verändern und mit dem eigentlich Geschehenen oft nur noch grob etwas zu tun haben.Vielleicht bisher mein Lieblings-McKillip.
#25: Colin McPhee: Ein Haus in Bali (#5 „Nicht SF/Fantasy“)
Das Buch wollte ich schon lange lesen. Der Komponist Colin McPhee lebte in den 30ger Jahren längere Zeit auf Bali und schriebt darüber. Im Zentrum steht das Kulturleben. Da ich sein aus dieser Erfahrung entstandenes Werk Tabuh-Tabuhan schon lange sehr schätze und auch durch mein Studium ein Interesse an der dortigen Musik entwickelt habe, fand ich das Buch auch in seinen längeren Ausführungen zu unterschiedlichen Aufführungen und Inhalten der Schattenspiele interessant. Und manches erinnerte mich an die spannende Begegnung 2005 mit indonesischen Musikern im Haus der Kulturen der Welt. Wir waren in die Begegnung als Studenten direkt eingespannt, da unser Professor die Begegnung zusammengestellt und mitorganisiert hatte  und die große Virtuosität der einfachen Reisbauern auf Bali und deren live aufgeführter Kecak als Zugabe sind eine bleibende Erinnerung . In gewisser Weise wird dem in McPhees Buch noch zusätzlicher Hintergrund gegeben, da wir  mehr die instrumental-musikalische,weniger die theatrale und tänzerische Seite kennenlernten. Für Leser, die mit der dortigen Musik-Kultur wenig anfangen können, kann es sein, daß das Buch doch zu musikalisch ist, auch wenn zwischendurch  immer wieder ein Fokus auf Menschen gelegt wird.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Swafnir am 10.05.2021 | 09:21
Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga - Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn
6. Günter Grass - Die Blechtrommel
7. Alexander Solschenizyn - Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch
8. Anton Szandor LaVey - Die Satanische Bibel
9. Max Frisch - Homo faber
10. Erich Maria Remarque - Im Westen nichts neues
11. -
12. -



Lesen fürs Herz:
1. R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
2. R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter
3. Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker & Der Verdacht
4. Gustav Wiederkehr - Mannheim in Sage und Geschichte
5. Erich Kästner - Drei Männer im Schnee
6. Bernhard Schlink - Der Vorleser
7. Cormac McCarthy - Die Abendröte im Westen
8. Stanislaw Lem - Sterntagebücher
9. -
10. -
11. -
12. -
13. -



Epochen:

Aufklärung:
Sturm und Drang:
Weimarer Klassik:
Frühromantik: Ludwig Tiek - Der gestiefelte Kater
Hoch/Spätromantik:
Vormärz:
Realismus: Theodor Storm - Der Schimmelreiter
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Samael am 10.05.2021 | 09:37
Zählen drei Romane in einem Band als ein Buch oder als drei?


Ich würde sie als drei Bücher zählen, solange sie ursprünglich einzeln erschienen sind.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 10.05.2021 | 11:41
Swafnir, ich hab bei dir glaube den Überblick über die Challenge verloren. Im Startpost steht noch was von "insgesamt 25 Bücher" und das haut mit deiner mittlerweile erweiterten Zahl an "Herzbüchern" nicht mehr hin. Sag mal an, was ich am besten notieren soll. :)
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Swafnir am 10.05.2021 | 13:35
Swafnir, ich hab bei dir glaube den Überblick über die Challenge verloren. Im Startpost steht noch was von "insgesamt 25 Bücher" und das haut mit deiner mittlerweile erweiterten Zahl an "Herzbüchern" nicht mehr hin. Sag mal an, was ich am besten notieren soll. :)

25 Bücher (davon mindestens 12 fürs Hirn) plus die sieben Epochen. Ende Juni werde ich aber mal schauen wie es aussieht und nochmal nachjustieren.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 10.05.2021 | 13:39
Ah ok, hatte fälschlich die 7 Epochen mit zu den 25 Büchern gerechnet. Na da bist du ja schon richtig weit mit der Challenge. :o
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Swafnir am 10.05.2021 | 14:08
Ja, ich hab gerade wieder richtig Spaß am Lesen gefunden. Die zwei Bücher von Maryanne Wolf haben mich mal neu über meinen Medienkonsum nachdenken lassen.
Und ich musste viel Recherche für meine Hausarbeit im Fernstudium lesen. Jetzt bin ich wieder im Flow.   ~;D
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 10.05.2021 | 23:21
#19

Bernd Greiner - Henry Kissinger - Wächter des Imperiums (http://www.sehepunkte.de/2021/03/34967.html)

In Kürze ließe sich das Buch vorstellen: Bernd Greiner stellt fest, dass Henry Kissinger seine Karriere zum Großteil auf Hintertreiben und Diffamierung von Konkurrenten und Gefährten, öffentlich wie im Zwiegespräch, aufbaut. Bernd Greiner versucht sich eine Scheibe von Kissinger abzuschneiden, um ein Buch über Kissinger zu schreiben.

Die Wahrheit ist freilich differenzierter, obwohl Greiner sich oft schwer tut, diese Differenzierung zu zeigen. Er versucht, die sicher zurecht umstrittene Person Kissinger zu einfach zu zeigen, ja, zu zeichnen. Geltungsdrang, historische Selbstpositionierung, Wankelmut eines dem Spotlight Hörigen.

Das Problem des Buches ist, dass es die Quellen so nutzt, als sei dies der ultimative Nachweis von Kissingers Charakterisierung durch Greiner. Doch dieses ist nicht durchweg zu halten, die Quellen - selbst an den wenigen Stellen, in denen sie direkt zitiert sind - sind nicht stark genug, um die sehr negative Lesart Greiners zu bestätigen. Die bilden eine Tendenz, ja, aber so wirklich ins Letzte überzeugend sind sie nicht.

Und da ist Greiner wiederum gut, denn er deutet an, dass Kissinger selbst so viele Nebelwände, so viele Ablenkungsmanöver schafft, dass der wahre Kissinger unbegreifbar im Hintergrund bleibt und letztlich ist es so, dass selbst ein renommierter Kopf wie Bernd Greiner nicht in der Lage ist, diesen wahren Kissinger zu identifizieren. Ja, Greiner versucht Kissinger an seinen Worten festzunageln, und gleichzeitig stellt er fest, dass Kissinger nicht an seinen willfährigen, immer wieder wechselnden und den wenigen stabilen Meinungen zu messen ist. Der wahre Kissinger bleibt ein Rätsel. Meines Erachtens schafft der Autor es nicht, dieses aufzulösen, sondern er schreibt vor allem zu und Kissinger ab.

Darin liegt im Übrigen der Unterhaltungswert dieses politisches Buches, denn dieses konsequente Zweifeln an Kissinger in derben Tönen zieht natürlich Aufmerksamkeit auf sich und liest sich interessant.
Aber der unbedarfte Leser hat andererseits keine Chance, sich ein wirkliches Bild zu machen. Denn die Lektüre des Werkes setzt eine enorme Hürde: es erklärt die historischen Zusammenhänge, in denen Kissinger wirkt, nicht. Es setzt sie voraus. Als sei jeder ein Experte des Vietnamkrieges, des Angolakonflikts, der Machtergreifung Pinochets in Chile. Dadurch verliert Greiners Darstellung für den laienhaften Leser sehr an Durchschlagskraft und damit verkommt es zu einem Rant, der nicht immer substanziell wirkt, weil das Werk durch seine Quellen, und nicht durch seine sprachliche Gestaltung zu bestechen versucht, die Quellen aber zeitgleich eher hintergründig arbeiten, außer dort, wo die Überwachungsgeräte liefen und direkt zitiert wurde.

Und so kommt es selbst dem Historiker hier und da als zu banale Abrechnung vor, die einigermaßen zu unterhalten weiß, aber das Mysterium Kissinger, welches durch das Buch aufgeworfen ist, doch nicht lösen zu vermag.

5,5 von 10 Punkte.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 12.05.2021 | 12:00
#20

Hans Kelsen - Vom Wesen und Wert der Demokratie (https://www.theorieblog.de/index.php/2019/10/wiedergelesen-hans-kelsens-vom-wesen-und-wert-der-demokratie-1929/)

Hans Kelsen ist ein Rechtswissenschaftler und Theoretiker, dessen Name wahrscheinlich nicht jedem bekannt ist, obwohl er u.a. an der österreichischen Verfassung mitgeschrieben hat und einer der Vordenker der Verfassungsgerichtsbarkeit ist.

Obwohl ich mich mit Demokratietheorie befasst habe in meinem Studium, wenngleich eher aus philosophischer Sicht, bin ich vorher nie wirklich über Kelsen gestolpert, was sicher eher mir als Herrn Kelsen anzulasten ist.
So war es eher Zufall, der mich damit in Kontakt brachte, als ich es eher willkürlich und nach dem Titel kaufend erwarb.

Das kleine Büchlein ist 1929 in der vorliegenden Fassung erschienen und wurde 2018 vom Reclamverlag nochmal aufgelegt. Es hat 164 kurze Seiten und dementsprechend ein eher kurzes, monographisches Werk.
Allerdings liegt darin auch der Zauber des Ganzen.

Kelsens Werk zeichnet sich durch eine prägnante, wissenschaftliche Nüchternheit aus, die hilft, seine Vorstellung von Demokratie herauszuschälen. Keine blumigen Phrasen, keine ideologischen Zuschreibungen, sondern eine umfassende, durchaus kritische Betrachtung der Demokratie, die er lediglich als Rahmen der sozialen Ordnung kennzeichnet, und absichtsvoll so darstellt, dass sie nicht den Inhalt vorgibt.
Hans Kelsen verzichtet dabei mitnichten darauf, auch die Schattenseiten, die Verwirrungen und Irrungen zu kennzeichnen und hangelt sich vielfach an einem Vergleich zwischen Autokratie und Demokratie entlang, und bekennt, dass Demokratie als Herrschaftsart auch seine bewussten Grenzen hat, die hier und da autokratisch zu untermauern sind oder zu untermauern sein könnten, vor allem in Hinblick auf die "Vollziehung" - für Kelsen also das Umsetzen demokratischer Beschlüsse und die Akte der Verwaltung der Demokratie, die in ihrer Effizienz gehindert wären, wenn jede Ebene demokratisch bestimmt wäre und zur Meinung finden müsste.

Letztendlich beschreibt Kelsen ein Stückweit in den 20er Jahren bereits das repräsentative, gewaltengeteilte Modell, was wir dieser Tage weitestgehend noch nutzen, und mit dieser Rückschau liest sich Kelsens Werk freilich mit einigem Gewinn, denn der gegenwärtige Zustand ist nicht zwangsläufig, gleichwohl auch nicht zufällig.

Ohne auf die einzelnen Buchkapitel in dieser Kurzbewertung einzugehen, fasst Kelsen zusammen, dass die Demokratie letztlich vom Wesen des Widerspruches, vom Aushandeln von These und Antithese, und letztlich vom Kompromiss zwischen Majorität und Minorität lebt. Dass Demokratie besonders dort lebt, wo Wertevorstellungen relativistisch sind, also Wissen auch von Generation von Generation neu verhandelt wird, wo Moral von Generation von Generation neu verhandelt wird, wo Gesellschaft von Generation von Generation neu verhandelt wird. Hier verbindet Kelsen verblüffend einfach und nachvollziehbar positivistische Wissenschaft mit einem demokratischen Weltbild.

Insgesamt eine sehr empfehlenswerte, in diesem Fall wunderbar nüchterne Lektüre.

8,5 von 10 Punkte
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 16.05.2021 | 11:45
#8
Joanne K. Rowling - Harry Potter und der Feuerkelch (https://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Potter_und_der_Feuerkelch)

Ich bin mir sicher, dass ich mir bei diesem Buch die Inhaltsangabe sparen kann. Der vierte Harry-Potter-Band eben. ;)

Aktion Wohlfühllektüre läuft weiter! Ich weiß auch nicht, was diese Buchreihe richtig macht, aber zum ersten Mal seit Wochen bin ich wieder ganz in meiner Lektüre versunken. Nachdem jahrelang immer der dritte Band mein Liebling war (der erste läuft eh außer Konkurrenz) muss ich sagen, dass mir der vierte mittlerweile auch außerordentlich gut gefällt. Ich mag die Quidditch-Weltmeisterschaft und das Trimagische Turnier als Settings. "Moody" ist ne coole Socke. Und dieser Band ist der erste, der so richtig in die übergreifende Handlung einführt, wobei aber noch viel Zeit für die kleineren Alltagsprobleme bleibt, wo der fünfte dann schon ganz in Größeres eintaucht und doch eher düster wird. Ach und ich mag einfach den Humor. ;D

Hab jetzt nur ein Problem ... hatte mir von meinen Eltern vor zwei Jahren unsere alten Potter-Bücher gewünscht. Und aus einem mir nicht ersichtlichen Grund haben die mir, statt mir einfach alle Bücher, die sie eh nie lesen, zu überlassen, stattdessen die Bände 1-4 auf Deutsch und die Bände 6 und 7 auf Englisch geschenkt. Band 5 besitze ich jetzt gar nicht. Werde also demnächst wohl mal in die Stadtbibliothek huhnen, um mir den auszuleihen. Mal schauen, ob ich meinen Eltern die restlichen Bände dann zum nächsten Geburtstag aus den Rippen geleiert bekomme. :D "Aber Huhn, du hast die doch alle schon gelesen!"  :o Wtf! Ich hab die sogar alle mehrfach gelesen! Das hindert mich aber an nichts!
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Swafnir am 19.05.2021 | 08:42
Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga - Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn
6. Günter Grass - Die Blechtrommel
7. Alexander Solschenizyn - Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch
8. Anton Szandor LaVey - Die Satanische Bibel
9. Max Frisch - Homo faber
10. Erich Maria Remarque - Im Westen nichts neues
11. -
12. -



Lesen fürs Herz:
1. R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
2. R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter
3. Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker & Der Verdacht
4. Gustav Wiederkehr - Mannheim in Sage und Geschichte
5. Erich Kästner - Drei Männer im Schnee
6. Bernhard Schlink - Der Vorleser
7. Cormac McCarthy - Die Abendröte im Westen
8. Stanislaw Lem - Sterntagebücher
9. Noah Gordon - Die Erben des Medicus
10. -
11. -
12. -
13. -



Epochen:

Aufklärung:
Sturm und Drang:
Weimarer Klassik:
Frühromantik: Ludwig Tiek - Der gestiefelte Kater
Hoch/Spätromantik:
Vormärz:
Realismus: Theodor Storm - Der Schimmelreiter
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 21.05.2021 | 14:33
#21

Steven Erikson - Der Tag des Sehers - Spiel der Götter 5 (https://medienjournal-blog.de/2014/11/review-das-spiel-der-goetter-5-der-tag-des-sehers-steven-erikson-buch/)

Der bisher zugänglichste Band der Serie, und sicher auch in seiner Darstellung der bisher epischste Band. Für die Gesamterzählung weicht Erikson allerdings ein wenig von den unterschiedlichen Sichtweisen der Charaktere ab. Er versucht zwar immer noch diese darzustellen, vor allem durch gedankliche Introspektiven, doch er ist methodisch längst nicht mehr so abwechslungsreich wie in den ersten Bänden.

Allerdings hat es dafür den Vorteil, dass die Handlung sich deutlich verdichtet, es sich im Ganzen flüssiger liest und als gesamtes Buch zusammenhängender ist. Das ist dem epischen Finale angemessen.

Ungewöhnlicherweise verbringt Erikson nach der Auflösung der Plotlinie ungewöhnlich viel Zeit damit, seine Erzählung aufzuräumen, zu ordnen, Fäden aufzulösen und Erzählungen auch mal zu Ende zu bringen, sodass das Buch durchaus einen guten Break darstellt, wenn man sich von der Reihe trennen will oder eine Pause einlegen möchte.
Außerdem hilft das, die Geschehnisse etwas in Perspektive zu setzen.

Mir haben zwar die historisch unterschiedlichen Blickwinkel etwas gefehlt, aber ich fühlte mich nach wie vor gut unterhalten. Ein Stück weit fühlte ich mich aber in der großen Konvergenz und ihrer Aufklärung doch ein wenig an Dragonball bzw. Dragonball Z erinnert, dennoch schmälert es nicht den würdigen Abschluss der Storyline um den pannonischen Seher bis zu diesem Punkt.

9 von 10 Punkte

#22

Malcolm Gladwell - The Tipping Point - How Little Things Can Make a Big Difference (https://en.wikipedia.org/wiki/The_Tipping_Point)

Das war mein zweiter Versuch, dieses Buch zu lesen. Im Jahr 2015 bin ich an diesem Werk gestrandet, weil es mich damals wenig reizte. Diesmal ist es mir gelungen, es zur Gänze zu lesen.

Worum geht es? Der Titel sagt es recht gut aus, und Gladwell versucht seine Punkte in wiederkehrenden und sehr wechselnden Beispielen zu illustrieren, anhand von Rauchern, der Sesamstraße, der amerikanischen Revolution, anhand der Kriminalitätsrate in New York oder dem Erfolg von Hush Puppies (gemeint sind die Schuhe, nicht das Nahrungsmittel oder die Waffe Mk22 von Smith&Wesson).
Dabei versucht er zu illustrieren, dass solche Situationen letztlich eine Spielart sozialer Epidemien sind und entsprechend dieselben Verhaltensweisen wie Krankheiten haben.

Er versucht anhand unterschiedlicher Gesetzmäßigkeiten (Law of the Few - quasi eine Mischung aus Qualitätssicherern, Verkäufern und Netzwerkern, die Ideen entscheidend sozial voranbringen oder eben große Ansteckungsherde sind; Stickiness Factor - quasi die Fähigkeit oder der Zufall, der Dinge durch Repetition oder Wiederkennungswert (meist eine Mischung) in unseren Gedanken hinterlässt; und The Power of Context - also quasi der Nachweis, wie sehr menschliches Verhalten von der Umwelt abhängig ist) diese sozialen Epidemien zu beschreiben und zu kategorisieren.
Dabei versucht er die Erzählungen so zu drehen, dass Word of Mouth-Propaganda und konsequent verfolgte Kleinigkeiten, die anhand der oben genannten Gesetzmäßigkeiten umgesetzt werden, größere Erfolge zeitigen als ein holistischer Ansatz.

Der Vorteil seines breiten Ansatzes ist, dass er die Wirkungsweisen in sehr unterschiedlichen Kontexten andeuten kann. Der Nachteil seines Ansatzes ist, dass er seine Gesetzmäßigkeiten nicht gezielt auf seine Beispiele vergleichend anwenden kann.
Gladwell schreibt sehr gefällig und es macht Spaß, seinen Ideen zu folgen, allerdings bleiben sie sehr deskriptiv und sind nur bedingt analytischer Natur. D.h. Gladwell arbeitet vor allem mit Zuschreibungen, die er nicht immer ausreichend erklärt und herleitet, obwohl er die eine oder andere Studie oder das ein oder andere psychologische Experiment heranzieht. Allerdings dienen sie nur zur Illustration, aber nicht zur kritischen Betrachtung seiner eigenen Schlüsse, sodass die tatsächliche Aussagekraft seiner Schlüsse wage bleibt.

Der Grundgedanke des Buches ist dennoch spannend, und die Erzählungen darin gefällig, sodass ich dieses Werk ein Stück weit als gutes Infotainment-Werk charakterisieren möchte. Er regt zum Denken an, ist aber doch mit einer gewissen, kritischen Haltung zu lesen, und wissenschaftlich mindestens in Teilen fragwürdig.

6 von 10 Punkte
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Swafnir am 22.05.2021 | 17:31
Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga - Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn
6. Günter Grass - Die Blechtrommel
7. Alexander Solschenizyn - Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch
8. Anton Szandor LaVey - Die Satanische Bibel
9. Max Frisch - Homo faber
10. Erich Maria Remarque - Im Westen nichts neues
11. Heribert Illig - Das erfundene Mittelalter
12. -



Lesen fürs Herz:
1. R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
2. R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter
3. Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker & Der Verdacht
4. Gustav Wiederkehr - Mannheim in Sage und Geschichte
5. Erich Kästner - Drei Männer im Schnee
6. Bernhard Schlink - Der Vorleser
7. Cormac McCarthy - Die Abendröte im Westen
8. Stanislaw Lem - Sterntagebücher
9. Noah Gordon - Die Erben des Medicus
10. Dean Koontz - Trauma
11. Philip K. Dick - Die drei Stigmata des Palmer Eldritch
12. -
13. -



Epochen:

Aufklärung:
Sturm und Drang:
Weimarer Klassik:
Frühromantik: Ludwig Tiek - Der gestiefelte Kater
Hoch/Spätromantik:
Vormärz:
Realismus: Theodor Storm - Der Schimmelreiter
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: aingeasil am 31.05.2021 | 18:51
Ich vernachlässige dank Homeoffice das Lesen aufs Schändlichste (bin bekennende Bahn-Leserin).

#7 William Sleator: Das Haus der Treppen
Irgendwann in der Zukunft: Fünf sechzehnjährige Waisenkinder finden sich in an einem nur aus Treppen und kleinen Plattformen bestehenden Ort wieder. Es entwickelt sich eine Gruppendynamik im täglichen Kampf um Essen / Überleben.

Insgesamt fand ich die ersten 2/3 des Buchs sehr stark, auch da in jedem Kapitel immer die Sicht eines Jugendlichem im Zentrum steht. Die Entwicklung ist vorhersehbar, dadurch aber nicht weniger gut. Das Ende bzw. die Auflösung finde ich aus heutiger Sicht - der Roman erschien 1974 - etwas schwach und teilweise auch unbefriedigend.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Beim Lesen habe ich mir mehrfach gesagt, dass ich die ein oder andere Szene oder auch nur die Szenerie gerne mal in einem Film oder einer (Mini-)Serie sehen würde.

Insgesamt wohl eher 3,5 / 5 Zukunftsvisionen

#8 Rita Mae Brown & Sneaky Pie Brown: Dache, dass du nicht tot bist
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Der erste Band mittlerweile 31 Bände umfassenden Abenteuer von Mrs. Murphy, Tucker und ihrer Menschin Harry. Man merkt diesem Roman noch deutlich das "Erstlingswerk" im Bereich Kriminalromanan, obwohl die Autorin schon weit davor publizierte. Hier findet Rita Mae Brown noch ihren Stil abseits ihrer feministischen, lesbischen und auch gesellschaftskritischen Romane. Der Roman weiß schon, kurzweilig zu sein (etwas anderes will er auch gar nicht), aber es fehlt ihm noch an Finesse.

Nostalgische 2,5 / 5 Leckerli
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Swafnir am 1.06.2021 | 11:06
Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga - Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn
6. Günter Grass - Die Blechtrommel
7. Alexander Solschenizyn - Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch
8. Anton Szandor LaVey - Die Satanische Bibel
9. Max Frisch - Homo faber
10. Erich Maria Remarque - Im Westen nichts neues
11. Heribert Illig - Das erfundene Mittelalter
12. -



Lesen fürs Herz:
1. R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
2. R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter
3. Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker & Der Verdacht
4. Gustav Wiederkehr - Mannheim in Sage und Geschichte
5. Erich Kästner - Drei Männer im Schnee
6. Bernhard Schlink - Der Vorleser
7. Cormac McCarthy - Die Abendröte im Westen
8. Stanislaw Lem - Sterntagebücher
9. Noah Gordon - Die Erben des Medicus
10. Dean Koontz - Trauma
11. Philip K. Dick - Die drei Stigmata des Palmer Eldritch
12. John Moore - Hauen und Stechen
13. -



Epochen:

Aufklärung:
Sturm und Drang:
Weimarer Klassik:
Frühromantik: Ludwig Tiek - Der gestiefelte Kater
Hoch/Spätromantik:
Vormärz:
Realismus: Theodor Storm - Der Schimmelreiter
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Swafnir am 3.06.2021 | 09:27
Da ich mein zu erreichenden Pensum schon fast hatte (und noch nicht mal das halbe Jahr rum ist), hab ich meine Challenge ein bisschen angepasst.
Insgesamt möchte ich jetzt bei 40 Büchern und 7 Werken aus literarischen Epochen lesen. Davon entfallen 15 fürs Hirn, 15 fürs Herz und 10 auf den Anhang N nach Gary Gygax.

Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga - Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn
6. Günter Grass - Die Blechtrommel
7. Alexander Solschenizyn - Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch
8. Anton Szandor LaVey - Die Satanische Bibel
9. Max Frisch - Homo faber
10. Erich Maria Remarque - Im Westen nichts neues
11. Heribert Illig - Das erfundene Mittelalter
12. Margret Bechler - Warten auf Antwort: Ein deutsches Schicksal
13. -
14. -
15. -


Lesen fürs Herz:
1. R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
2. R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter
3. Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker & Der Verdacht
4. Gustav Wiederkehr - Mannheim in Sage und Geschichte
5. Erich Kästner - Drei Männer im Schnee
6. Bernhard Schlink - Der Vorleser
7. Cormac McCarthy - Die Abendröte im Westen
8. Stanislaw Lem - Sterntagebücher
9. Noah Gordon - Die Erben des Medicus
10. Dean Koontz - Trauma
11. Philip K. Dick - Die drei Stigmata des Palmer Eldritch
12. John Moore - Hauen und Stechen
13. -
14. -
15. -



Epochen:

Aufklärung:
Sturm und Drang:
Weimarer Klassik:
Frühromantik: Ludwig Tiek - Der gestiefelte Kater
Hoch/Spätromantik: ETA Hoffmann - Der Sandmann
Vormärz:
Realismus: Theodor Storm - Der Schimmelreiter

Anhang N:

1. J.R.R. Tolkien - Der Herr der Ringe
2. -
3. -
4. -
5. -
6. -
7. -
8. -
9. -
10. -


Edit: Hab gemerkt, dass ich in der Arbeit nicht in HdR-Stimmung komme. Daher lese ich gerade parallel.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Sindaja am 4.06.2021 | 10:57
Durch Homeschooling, komische Wechselunterrichtkonzepte, Online-Unterrichten und so fehlende Zeiten am Abend und Morgen ist das Lesen auch bei mir gerade etwas ausgebremst, aber ein paar Bücher sind doch hinzu gekommen:
26. Iain M. Banks: The State of the Art
Einige Kurzgeschichten und eine Novelle in der Welt der „Culture“. Bei den Kurzgeschichten hatte ich etwas Probleme reinzukommen, die Novelle war interessant. Ein Subjektiver Bericht eines Beobachters aus der Culture, der die Erde erkundet – teils philosophische Betrachtungen. Die Romane, die ich im Culture-Setting gelesen habe, waren aber bisher für mich gefühlt stärker.
27. Dave Gross: Prinz der Wölfe
Der Roman war in meinem HeinzCon Paket. Da ich immerhin auf Golarion mal „Wir sein Goblins“ geleitet habe, fand ich es nett einen Pathfinder-Roman zu lesen. Leider setzt bei mir langsam die Altersweitsichtigkeit ein, weshalb die sehr kleine Schrift das Lesen etwas mühsam machte. Für einen Rollenspielroman Ok. Die Hauptcharaktere nett, die Storyline mit ausreichenden Twists. Manche Passagen hatten etwas viel Beschreibungen, die ich in den überfliegenden Karl-May Modus meiner Jugend lesenderweise schickten. Aufhänger ist die Suche nach einer vermissten Kundschafterin. Diese wird aber schnell eher eine Hintergrundhandlung ob der ganzen sonstigen Geschehnisse. So hätte ich das Buch vielleicht nicht gekauft, aber um ein Gefühl für die Pathfinderwelt zu bekommen fand ich es kurzweiliger als Quellenbücher zu wälzen.
28. Victor Lavalle: The Changeling
Ein poetischer Horroroman mit Elementen der Mythologie. Die Geschichte spielt in New York und ich fand sie recht fesselnd. Vieles ist anders als es scheint. Der Titel lenkt aber natürlich schon zu Beginn auch auf das Thema Wechselbalg.
29. Pat Kerr: The Wild Swans
Eigentlich zwei Geschichten. Einerseits das Märchen der wilden Schwäne in einem puritanisch bis märchenhaft fantastischem Setting, andererseits die Geschichte junger Männer in der homosexuellen Szene New Yorks der 80ger in bitterer Realität. Natürlich bestehen auch Verbindungen zwischen den Geschichten, aber die Welten „interagieren“ nicht wirklich, sondern Themen resonieren. Berührendes Buch. Sehr lesenswert.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Menthir am 9.06.2021 | 16:30
#23

K.J. Parker - How to Rule an Empire and Get Away with it (https://fantasy-hive.co.uk/2020/08/how-to-rule-an-empire-and-get-away-with-it-by-k-j-parker-book-review/)

Ähnlich wie das Vorgängerwerk (Sixteen Ways to Defend A Walled City) offenbart sich ein Buch aus der Egoperspektive, welches von einem notorischen Lügner und Aufschneider erzählt wird, der sich selbst darstellt und die Geschichte, die sich um ihn entwickelt.

K.J. Parker setzt hierbei wieder auf einen witzigen, teils sarkastischen Erzähler, der eher über Umwegen zu seinem Posten als Kaiser des Reiches kommt. Notker nämlich ist Schauspieler, die sich seine Brötchen mit dem Verkörpern politischer Prominenz verdient und der tatsächliche Kaiser geht tatsächlich zugrunde und so soll Notker ihn ersetzen, als Marionette.

Jetzt entspinnt sich eine Geschichte, in der jeder versucht, den armen Notker als Marionette zu nutzen. Der Senat, die militärischen Usurpatoren, die Straßenkrieger, seine ehemalige Chefin und halbwegs Geliebte, die zu allem Übel noch mit dem BBEG verheiratet ist.

Letztlich ein Werk in münchhausenscher Tradition und mit witzigen Elementen und wenig Tiefgang, wie eben der erste Band. Im ersten Band hat mir jedoch die technisch-strategische Betrachtung gefallen, die der Ingenieursheld des Werkes getätigt hat. Notker versucht auch Dinge zu reflektieren, vor allem das Schauspielhandwerk und die Theorie der Lüge, doch er wirkt noch so überzeugend wie sein Vorgänger.
Das Buch nimmt immerhin direkt Bezug auf Teil 1.

Insgesamt ist es ein ganz angenehm zu lesendes Buch, mit ganz vielen, wenn auch deus ex machina-artigen Änderungen, in dem sich der unfreiwillige Held und notorische Lügner Notker von allen Strippen befreit, auch die seiner Liebe, die ihn ebenso zu manipulieren sucht, und dann mit einer Tatkraft wie die des Helden von Band 1 (Orhan) die Geschichte der Stadt leitet und sie mehr oder weniger rettet. Die meisten Charaktere bleiben jedoch flach oder sehr eindimensional, das Philosophieren ist nur bedingt spannend und die Geschichte selbst ist jetzt nichts, was man noch nicht gehört hätte. Lediglich die Mineurskämpfe unter der Mauer stechen positiv heraus. Man kann es gut weglesen, man vermisst aber auch nichts, wenn man es nicht tut.

5,5 von 10 Punkte.

#24

J.R.R. Tolkien - Die Kinder Húrins (https://www.perlentaucher.de/buch/j-r-r-tolkien/die-kinder-hurins.html)

Ich bin angetan. Ich bin selten wirklich überrascht und noch seltener Feuer und Flamme für eine Sache, aber die Kinder Húrins haben mich tief beeindruckt. In der erzählerischen Konsequenz der Geschichte, in den wunderschönen Beschreibungen, in der der Verbindung elbischer Sprache und allgemeiner Geschichte. Das enzyklopädische Wesen von Tolkiens Werk ist hier nicht beliebig angewendet und ausgespien, sondern die Namensbedeutungen, die sich im Werk auftun, tragen zur Stimmung und zur Geschichte bei.

Und das Werk ist wundervoll traurig.

Zurecht haben Kritiker angemerkt, dass die Kinder Húrins dem Grunde nach nichts Neues aus Mittelerde bringen. Aber wie so häufig, ist nicht das Neue das Spannende. Nicht immer ist es daran, das Rad neu zu erfinden. Das ist nämlich etwas, was Tolkien definitiv nicht getan hat, weder der Alte, noch der Junge. Aber es ist die formschöne Aufarbeitung bekannter Bilder (ich habe zumindest die Völsunga und Kalevala identifizieren können), die hier wirklich zieht. Es ist die vertiefende Beschäftigung mit dem Stoff, die dem ganzen Reiz verleiht. Und es ist - ich betone es nochmal - die erzählerische Konsequenz, mit der die Tolkiens die Geschichte begleiten und beenden, die dem ganzen Tragweite gibt.

Ein Fluch, der seine Wirkung entfaltet. Die wirklich niederträchtigen Entwicklungen, die sich in Turins Geschichte ergeben, mit dem Mord am besten Freund, das Verraten von ganzen Völkerschaften und Freunden, das Leid, dass er über die eigene Familie bringt und am Ende das Inzest-Motiv erzeugt doch eine deutlich dunklere Atmosphäre, als man mithin trotz Mordor gewohnt ist. Denn das Böse wirkt hier subtil und gut verwoben in den Menschen und Elben.
Die Andeutung, das Anschwellen, das Bewähren gegen das Böse, und dann doch das letztendliche Scheitern ist gut eingefangen. Glaurung als Drache ist im Übrigen sehr überzeugend für mich.

Insgesamt war ich also schwer angetan. Die Sprache ist nichts für das schnelle Überfliegen, doch wer sich darauf einlässt, wird in bewährter Weise in eine abenteuerliche, sprachlich schöne Tragödie geführt.
Ein beeindruckendes Werk!

9 von 10 Punkte

#25

Kai O'Connal - Shadowrun - Fire & Frost (https://allusgeeks.com/2014/06/shadowrun-fire-and-frost-novel-review/)

Und da ist es geschehen. Ich habe meinen ersten Shadowrun-Roman gelesen. Trotz jahrelanger Erfahrung mit dem Rollenspielsystem und obwohl ich in den 90ern als Jake Armitage auf dem SNES unterwegs gewesen bin, und obwohl ich die Neuauflage der PC-Spiele mit Shadowrun Returns, Shadowrun: Dragonfall und Shadowrun: Hong Kong sogar mit einiger Freude gespielt habe, habe ich mich von den Romanen ferngehalten. So wie ich mich eigentlich immer von Romanen zu Spielserien, TV-Serien, Filmen oder PC-Spielen fernhalte. Aus gutem Grund meist, auch wenn es Ausnahmen gibt.

Dieses Buch ist keine.

Die Geschichte von Fire & Frost ist die eines relativ gewöhnlichen Runs, in dem es um magische Artefakte, die Einmischung von Großkonzernen und die Intrigenspiele von Elfen und Drachen geht. Wirklich bemerkenswert ist lediglich, dass O'Connal einen Gutteil der Handlung in die Wildnis (Amazonien und Antarktis) verlegt, und dass er die Verstrickungen und die für Shadowrun typischen Verratsszenen eher auf persönlicher Ebene abhandelt. Wirklich überzeugt hat mich das nicht, weil er seine Charaktere zu wenig beschreibt. Er nutzt viel Dialog und zwischen den Zeilen ergibt sich sowas wie eine Charakterisierung, die ist aber nicht stark genug, um wirklich zu bewegen. Das Foreshadowing auf diese Verratsszenen ist sehr deutlich und der Prozess auf dem Weg zum Verrat nicht spannend genug, dass es überraschend oder bewegend wäre.
Das ist schade. Denn tatsächlich hat das Werk seine Stärken, wenn es zu sozialen Interaktionen kommt. Die Actionszenen waren eher einfach beschrieben, aber eben sehr häufig. Die Beschreibungen der Matrix waren wieder recht gut, während die Beschreibungen des Astralraums wieder vereinfacht waren. Das Runner-Team mit u.a. einem Troll, einer Elfin und einer Goblin-Riggerin ist sehr bunt.

Hervorheben möchte ich noch, dass die Rolle des Trollstraßensamurais "Pineapple" außergewöhnlich ist. Denn dieser erweist sich an vielen Stellen als das Herz und als der Metamenschenkenner in dem Runnerteam, und bleibt trotz seiner typischen Gewaltbereitschaft und seiner archetypischen Pantherkanone noch der sympathischste und tiefste Charakter des Buches. Gerade der eigentlich Protagonist - Elijah - ist fast eindimensional. Seine Gewissensbisse, dass er seine Missionen über das Wohl der anderen Runner stellt, und sich in diesem Punkt der Verrat spiegeln soll, ist ein vielversprechender Ansatz, aber spielt einfach keine so große Rolle, dass es den stumpfen Aufhänger des eigentlichen Verrats überspielt.

Insgesamt ist es eher seichte Unterhaltung mit einem an manchen Stellen ungewöhnlichen Setting, in dem es den ein oder anderen Lichtblick gibt. Aber die Oberflächlichkeit und Konstruiertheit ist hier und da so groß, dass auch Pineapples breite Schultern nicht das ganze Werk tragen können.

4 von 10 Punkte
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 10.06.2021 | 21:39
#9
Die unheimlichsten Gespenster Geschichten (TOSA Verlag 1994) (https://images.booklooker.de/x/004MCL/Die-Unheimlichsten-Gespenster-Geschichten.jpg)

Hierbei handelt es sich um eine Sammlung von Gespenstergeschichten für Kinder und Jugendliche, darunter bekannte Klassiker wie "Das Gespenst von Canterville" oder "Der Horla" aber auch unbekanntere Geschichten.

Ich habe das Buch vor allem wegen einer Geschichte erneut in die Hand genommen: "Wenn wir gestorben sind" von Frédéric Boutet. Die ist sowas von witzig-spritzig geschrieben! Ein unglücklicher junger Mann bricht bei Nacht auf dem Friedhof ein, um dort gebrochenen Herzens über dem Grab seiner verstorbenen Verlobten zu trauern, als er dort auf eine überaus illustre Gesellschaft von Toten trifft, unter denen er dann die Nacht verbringt. Schnell ist der Weltschmerz vergessen. Glaubt mir, am Ende dieser Geschichte werdet auch ihr die Schönheit eines zarten Schlüsselbeinknochens zu schätzen wissen! Ich habe, als ich mich daran zu erinnern versuchte, wo ich diese Geschichte nur gelesen haben könnte, online mehrere Suchanfragen gefunden, wo Leute genau nach dieser Story suchten und sie alle in genau diesem Buch gelesen hatten. :D Wenn ihr das Buch irgendwie in die Finger bekommen könnt - lest diese eine Geschichte daraus, die ist top!

Da ich bei der Gelegenheit das ganze Buch noch einmal gelesen habe, würde ich sagen, dass zu den stärkeren Geschichten im Band außerdem "Der Mantel" von Dino Buzzati gehört. Recht kurz, hat mich aber damals wie heute sehr mitgenommen. Lesenswert, einfach weil ich die Art der Erzählung mag, fand ich außerdem "Die offene Tür" von Margaret Oliphant. "Das Neujahrsgespenst" von E. von Adlersfeld-Ballestrem hat eine herrlich unkomplizierte Erzählerin, die kein Blatt vor den Mund nimmt und gerade deswegen die Geschichte schön glaubhaft erzählen kann.

Bin jetzt jedenfalls mit Gespenstergeschichten versorgt, das nächste Zeltlager kann kommen! :D
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Sindaja am 27.06.2021 | 13:22
Bei einem reinen Jugendbuchprogramm geht das Lesen auch noch in einem stressigen Monat. Und auch das baut Bücherstapel ab  :D (und auf. Vor allem bei mehrbändigen Sachen, von denen mir der erste Band gefällt...)
30. Lynne Reid Banks: The Mystery of the Cupboard
Ich lese ja als Mama viele Kinderbücher (vor). Dabei merke ich, daß manche auch für mich als Erwachsene spannend sind, manche mich auch  sehr berühren, aber viele doch klar nur Kinder als Zielpublikum haben. Bei den Mythopoetic Award Finalisten fallen viele Kinderbücher in die erste/zweite Kategorie. Dieses für mich nicht. Ein nettes Kinderbuch, die Bände davor muß man als Erwachsener nicht gelesen haben. Es geht um Abenteuer mit Plastikfiguren, die in einem magischen Schrank lebendig werden  und Personen aus anderen Zeiten sind. In diesem Band  wird das Geheimnis dieses Schranks gelüftet. Lesbar und glücklicherweise mit wenig zum Leben erweckten Plastikfiguren. Aber so recht mitgenommen hat mich die Geschichte nicht.
31. Roshani Chockshi:Aru Shah and the End of time
Gerade ist bei mir nicht die rechte Zeit für zu tiefgründige Literatur. Aber ich hatte wieder etwas Lust auf „Kinder von Göttern“. Und da ich mich in der indischen Mythologie wenig auskenne war diese Reihe für mich besonders attraktiv. Die Hauptprotagonistin ist ausreichend facettenreich. Bisher gibt es nur Heldinnen, was auch wieder ein schöner Twist ist – vor allem in diesem kulturellen Zusammenhang. Ich würde sagen Humor und Action stehen im Vordergrund, auch wenn es nachdenkliche Momente gibt. Gewalt ist in diesem Buch selten eine Lösung, sonder eher Köpfchen. Hätte Potential für einen Disney-Film.
32. Roshani Chockshi: Aru Shah and the song of death
Wie der erste Band eine unterhaltsame Lektüre. Indische Mythologie meets Popkultur. Die Gruppe der Pandavas wird um zwei Mitstreiter erweitert und die Protagonistinnen müssen beweisen, daß sie keine Diebe sind, indem sie das Diebesgut zurückerlangen. Während ich selbst ein paar Bücher indischer Autoren gelesen habe, die sehr gut waren (z.B.The God of small things, The White Tiger, Between Assasination und The Inheritance of loss), habe ich viele mir völlig unbekannte Mythen in diesem Buch kennengelernt, die mir bestimmt auch für literarischere Werke  ein gutes Hintergrundwissen bieten.
33. Rebecca Roanhoarse: Race to the Sun
Ein weiteres Buch aus der Rick Riordan presents Reihe. Hier geht es um Legenden und Götterwelten der Diné bekannter unter dem Begriff Navajo und auch hier steht wieder ein Mädchen im Mittelpunkt. Es scheint mir, als versuche die Reihe hier ein ausgeglicheneres Verhältnis zu präsentieren – ca. halb/halb Protagonistin/Protagonist. Schön, weil das Abenteuergenre mit Lösen verzwickter Aufgaben und Kämpfen gegen Monster etc. leider noch sehr männlich dominiert ist. Aber auch beim Mythopoetic Award finden sich inzwischen viele Bücher mit starken Protagonistinnen. Und gleich nehme ich mal meine Sammlung „indianischer“ Märchen in die Hand und schaue, was ich da finde...
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Huhn am 5.07.2021 | 19:48
Hmpf, irgendwie ist das mit diesen ellenlangen Sammelbänden ein bisschen unbefriedigend. Schon durch drei der Dying-Earth-Romane durch, aber im Sammelband ist noch ein vierter drin. Und am Ende zählts dann nur als ein Buch. Hab ich mir nicht gut überlegt. Lese schon seit Wochen da dran rum.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Swafnir am 6.07.2021 | 13:48
Hmpf, irgendwie ist das mit diesen ellenlangen Sammelbänden ein bisschen unbefriedigend. Schon durch drei der Dying-Earth-Romane durch, aber im Sammelband ist noch ein vierter drin. Und am Ende zählts dann nur als ein Buch. Hab ich mir nicht gut überlegt. Lese schon seit Wochen da dran rum.

So gehts mir grad beim Herr der Ringe. Ich hab ihn als einbändige und als dreibändige Ausgabe. Also hab ich es als einen gewertet.
Wobei ich mittlerweile beim letzten Band bin.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Blanchett am 8.07.2021 | 14:03
Meldung Mai & Juni:

#21 Andrea Sawatzki - Ein allzu braves Mädchen
Ihre roten Haare leuchten zwischen dem Grün der Bäume. Man findet die junge Frau verstört
und frierend in einem Waldstück. Was Sie der Psychiaterin zu erzählen hat, lässt niemanden
kalt. Aber entspricht das, was Sie erlebt zu haben glaubt, auch der Wahrheit?

Fazit: absolut fesselnd und fast in einem Atemzug durchgelesen. Durch die relativ kurzen
Kapitel habe ich auch mehr den Drang verspürt immer weiter zu lesen (mag vielleicht daran
liegen, das ich normalerweise bei nem neuen Kapitel nen Cut mit lesen mache, wenn ich
merke ich kann mich nicht mehr auf den Inhalt konzentrieren oder das ich müde werde)


#22 Ken Follett - Der Schlüssel zu Rebecca
Monatelang brauchte Rommels Armee die Engländer in Nordafrika in größte Bedrängnis. In
dieser für die Alliierten bedrohlichen Situation war Kairo eines der wichtigsten
Spionagezentren.
Rebecca, Daphne du Mauriers berühmter Roman, dient dem deutschen Agenten Wolff als
Code. Die Briten kommen ihm jedoch auf die Schliche und setzen einen Lockvogel auf ihn
an. Aber Wolff wittert die Gefahr. Eine tödliche Verfolgungsjagd beginnt...

Fazit: Ein toller Roman der einem den 2ten Weltkrieg recht eindrucksvoll vor Augen führt.
Wieder ein sehr gut recherchierter Follett.


#23 John Katzenbach - Der Psychiater
Die Spur des Bösen
Timothy Warner, Spitzname "Moth", 24 Jahre alt, studiert Geschichte an der University of
Miami - und hat ein massives Alkoholproblem. Seit hundert Tagen ist er nun clean, doch das
hat er nur mit Hilfe seines Onkels Ed geschafft, eines prominenten Psychiaters. Als Ed tot in
seiner Praxis aufgefunden wird, stürzt Moth ins Bodenlose. Doch eines ist ihm klar: Dies war
kein Selbstmord, auch wenn die Polizei noch so sehr davon überzeugt ist. Die Jagd nach
dem Mörder gibt Moth neuen Halt im Leben.

Fazit: Ein typischer Katzenbach. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite


#24 Ken Follett - Nacht über den Wassern
September 1939 +++ Der Pan-American-Flying-Clipper hebt vom Wasser ab +++
Transatlantikflug, Kurs: Westnordwest +++ 40 Menschen auf der Flucht +++ Vor dem Krieg
und vor sich selbst +++ Nur einer kennt die tödliche Gefahr, die auf Sie wartet +++ wenn es
Nacht wird über den Wassern, wird sich Ihr Schicksal entscheiden +++

Fazit: Auch hier wieder ein toller Follett. Absolut spannend geschrieben. Mich hat dieses Buch
mit den Charakteren mitfühlen lassen
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Raiden am 12.07.2021 | 14:48
#10 Ice Station von Matthew Reilly
Ein solider Thriller, hab schon ein paar Kurzgeschichten von dem Autor gelesen und fand die ganz cool, dies war jetzt der erste richtige Roman von ihm den ich gelesen hab, ein Actionfilm in Buchform.

#11 Der Nordirlandkonflikt von Fran Otto
Ein bisschen politische Bildung, ganz Interessant, wenn man sich für das Thema interessiert.

#12 Todeswanderer ein DSA Roman von Yvonne Gees
War ganz gut, aber ich fand den Twist sehr vorhersehbar, trotzdem hat es Spaß gemacht das Buch zu lesen.

#13 Marlene lebt ein Shadowrun Roman von David Grade
Reiht sich bei mir in die Kategorie von SR Roman ein "Wurde nur gelesen weil ich alle SR Romane lese" Unnütze Handlungsstränge die nicht zur Story beitragen und das "spannende" Ende wurde auf 10 Seiten hingeklatscht.
Titel: Re: Reading Challenge 2021
Beitrag von: Swafnir am 16.07.2021 | 10:27
Lesen fürs Hirn:

1. Roger Caillois - Die Spiele und die Menschen
2. Johan Huizinga - Homo Ludens
3. Johannes Merkel: Spielen, Erzählen, Phantasieren
4. Maryanne Wolf: Schnelles Lesen, langsames Lesen
5. Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn
6. Günter Grass - Die Blechtrommel
7. Alexander Solschenizyn - Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch
8. Anton Szandor LaVey - Die Satanische Bibel
9. Max Frisch - Homo faber
10. Erich Maria Remarque - Im Westen nichts neues
11. Heribert Illig - Das erfundene Mittelalter
12. Margret Bechler - Warten auf Antwort: Ein deutsches Schicksal
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15. -


Lesen fürs Herz:
1. R.A. Salvatore: Brüder des Dunkels
2. R.A. Salvatore: Die Küste der Schwerter
3. Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker & Der Verdacht
4. Gustav Wiederkehr - Mannheim in Sage und Geschichte
5. Erich Kästner - Drei Männer im Schnee
6. Bernhard Schlink - Der Vorleser
7. Cormac McCarthy - Die Abendröte im Westen
8. Stanislaw Lem - Sterntagebücher
9. Noah Gordon - Die Erben des Medicus
10. Dean Koontz - Trauma
11. Philip K. Dick - Die drei Stigmata des Palmer Eldritch
12. John Moore - Hauen und Stechen
13. -
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Epochen:

Aufklärung: Gotthold Ephraim Lessing - Emilia Galotti
Sturm und Drang:
Weimarer Klassik:
Frühromantik: Ludwig Tiek - Der gestiefelte Kater
Hoch/Spätromantik: ETA Hoffmann - Der Sandmann
Vormärz:
Realismus: Theodor Storm - Der Schimmelreiter

Anhang N:

1. J.R.R. Tolkien - Der Herr der Ringe (komplett)
2. H.P. Lovecraft - The Best of H.P. Lovecraft
3. Jack Vance - Herrscher von Lyonesse
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