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Pen & Paper - Spielsysteme => Shadowrun => Thema gestartet von: Megavolt am 4.02.2021 | 18:57

Titel: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Megavolt am 4.02.2021 | 18:57
Hi ihr Lieben,

meine Frage ist letztlich die Frage danach, ob meine Wahrnehmung korrekt kalibriert ist oder ob ich nur viel übersehe. Ich habe früher auch nie richtig mitbekommen, dass viel Shadowrun gespielt worden wäre.

a) Seht ihr das auch so, dass man von SR6 hinten und vorne kaum was mitkriegt und erst recht keine Spielrunden?
b) Why not? Die 5er Edition war doch erfolgreich?
c) Sollte meine Wahrnehmung bei a) korrekt sein, wie gehts denn dann jetzt weiter mit SR6?
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: schneeland am 4.02.2021 | 20:01
"Versackt" ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort. "Mutwillig abgefackelt" käme mir da eher in den Sinn.

Ich verlinke an dieser Stelle einfach mal ohne weiteren Kommentar das hervorragende Review Opinion Piece vom Manu zum Quellenband "Slip Streams": Opinion - Shadowrun Slip Streams (PDF) (https://cdn.discordapp.com/attachments/493859655425064962/785945990271991849/Opinion_-_Shadowrun_Slip_Streams.pdf)

Disclaimer: ich habe das PDF bezahlt.

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Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Swafnir am 4.02.2021 | 20:08
Ich hab die 5. Edition gesammelt. Nicht weil ich sie spielen oder leiten wollte - wobei ich das System einmal geleitet habe - sondern weil ich die Sachen interessant zum Lesen fand und sie preislich top waren. Als dann aber nach so kurzer Zeit schon eine neu Version kam war ich fertig mit Shadowrun und hab das Zeug verkauft.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Megavolt am 4.02.2021 | 20:10
Ich hab die 5. Edition gesammelt. Nicht weil ich sie spielen oder leiten wollte - wobei ich das System einmal geleitet habe - sondern weil ich die Sachen interessant zum Lesen fand und sie preislich top waren. Als dann aber nach so kurzer Zeit schon eine neu Version kam war ich fertig mit Shadowrun und hab das Zeug verkauft.

Same here, nur dass ich die Sachen noch habe. Das ist aber sehr interessant, kam die neue Version wirklich in so "kurzer Zeit"? Ja, angefühlt hat es sich so, aber war das objektiv wirklich so?
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: HEXer am 4.02.2021 | 20:18
Sechste Edition? Welche sechste Edition?
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Swafnir am 4.02.2021 | 20:20
Same here, nur dass ich die Sachen noch habe. Das ist aber sehr interessant, kam die neue Version wirklich in so "kurzer Zeit"? Ja, angefühlt hat es sich so, aber war das objektiv wirklich so?

Laut Shadowwiki sind es 6 Jahre gewesen 2013-2019.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: YY am 4.02.2021 | 20:43
Ja, sonderlich früh dran war die 6. Edition nicht. Die kam genau im erwartbaren Zeitraum.

a) Seht ihr das auch so, dass man von SR6 hinten und vorne kaum was mitkriegt und erst recht keine Spielrunden?

Ja, das nehme ich auch so wahr.
Ich habe die beiden Vorgängereditionen schon nicht übermäßig aktiv gespielt, aber da war meinem Eindruck nach deutlich mehr Summen im Äther und man hat zumindest im erweiterten Umfeld die eine oder andere Runde mitbekommen. 
Von SR6 höre ich in meinen Zirkeln entweder nichts oder offene Ablehnung.

b) Why not? Die 5er Edition war doch erfolgreich?

Ja, eben (zumindest so einigermaßen).
Die 6. Edition ist komplett anders als die 5. - wer die 5. mochte, wird mit der 6. recht wahrscheinlich nicht warm.
Die alten Säcke aus SR123-Zeiten holt die 6. auch wieder nicht ab und wer was "Offizielles" in die Richtung wollte, hat seit geraumer Zeit schon Anarchy.

Verbleibende Zielgruppe? :think:

c) Sollte meine Wahrnehmung bei a) korrekt sein, wie gehts denn dann jetzt weiter mit SR6?

So wie die ganze Zeit mit den Vorgängereditionen. CGL wurstelt mehr oder weniger inkompetent vor sich hin und Pegasus versucht das Ganze in der Übersetzung irgendwie zu retten. Dabei erzielen sie zwar immer noch den einen oder anderen Achtungserfolg, aber mit der 6. hat der langsame Abstieg von SR meinem Eindruck nach noch mal einen deutlichen Knick nach unten bekommen.

Wird nicht aussterben, aber mittelfristig sehe ich eine Umkehr der Situation Mitte der '90er, was die Relationen von SR und CP angeht. Und in Konversionen abgewandert wird sowieso immer.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Flamebeard am 4.02.2021 | 21:33
Wobei man sagen muss, dass die 6.Edition Ende 2019 kam. Die ersten Erweiterungen dann bis zum Frühjahr 2020. Da man neue Systeme am Besten in Demo-Runden auf Conventions pushen kann, hat VITAS der 6. relativ gut den Hahn zugedreht, was Marketing und Ausprobieren an geht. Denn Online wird sich kaum jemand ein neues System erklären lassen, wenn er auch den Kram spielen kann, den er schon kennt.

 Ich habe die Regeln bisher auch nur gelesen, noch nicht gespielt. Ein Teil ist wie immer wenig durchdacht und, in wohlwollender Lesart, vereinfacht worden. Dass da eventuell später noch was zündet, hat man ja in der 4. gesehen, als die Leute auch erstmal mit Edge nichts anfangen konnten. (Grundstimmung: Das ist doch fast dasselbe, was ich mit Perma-Karma auch regeln kann...)

 Bisher habe ich mir die 6.Edition durchgängig geholt, weil dieses Mal tatsächlich sowas wie eine Geschichte erzählt wird, die an Punkte anknüpft, die (für mich) in die Anfänge meiner Shadowrun-Zeit zurück reichen.

 Für mich ist Shadowrun also so etwas wie ein 30 Jahre altes Auto:
* Bietet gute Erinnerungen an alles, was damals gut, schön und spannend war.
* Konnte man sich damals nicht in der Form leisten, wie man es haben wollte.
* Ist mittlerweile etwas abgerockt.

Aber hey: 2-3 Schläge mit dem Hammer drauf und es läuft immer noch so, wie es soll. Und die ganzen hässlichen Stellen - für sowas gibt es Epoxid-Spachtel!  ~;D
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Megavolt am 4.02.2021 | 21:46
Für mich ist Shadowrun also so etwas wie ein 30 Jahre altes Auto:
* Bietet gute Erinnerungen an alles, was damals gut, schön und spannend war.
* Konnte man sich damals nicht in der Form leisten, wie man es haben wollte.
* Ist mittlerweile etwas abgerockt.

Aber hey: 2-3 Schläge mit dem Hammer drauf und es läuft immer noch so, wie es soll. Und die ganzen hässlichen Stellen - für sowas gibt es Epoxid-Spachtel!  ~;D

Berührend UND wahr! Jemand reiche dem Mann den Dichterkranz.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: nobody@home am 4.02.2021 | 22:17
Wobei man sagen muss, dass die 6.Edition Ende 2019 kam. Die ersten Erweiterungen dann bis zum Frühjahr 2020. Da man neue Systeme am Besten in Demo-Runden auf Conventions pushen kann, hat VITAS der 6. relativ gut den Hahn zugedreht, was Marketing und Ausprobieren an geht. Denn Online wird sich kaum jemand ein neues System erklären lassen, wenn er auch den Kram spielen kann, den er schon kennt.

Hm. Kann's angesichts der recht guten zeitlichen Übereinstimmung sein, daß da Covid mit in die Suppe gespuckt hat? Denn -- wer geht in Pandemiezeiten schon fröhlich-unbeschwert ausgerechnet auf Cons? :think:
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: The Forlorn Poet am 4.02.2021 | 22:29
Ich hab auch angefangen die 6. zu sammeln ... aber nachdem ich wirklich so gut wie GAR nichts darüber höre und auch in meinem Bekanntenkreis nicht einmal eine Interessensbekundung kam, das ganze in einem One Shot auszuprobieren, werd ich meine Bücher wohl wieder abstoßen. Gucken, ob ich sie los werde.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: YY am 4.02.2021 | 22:40
Kann's angesichts der recht guten zeitlichen Übereinstimmung sein, daß da Covid mit in die Suppe gespuckt hat?

So gut war die zeitliche Übereinstimmung da nicht.
SR6 war in meinem Umfeld schon "tot", als man in Sachen Covid grad so die ersten zarten Meldungen aus China las.


Ansonsten hat sich die erste Auflage ja recht gut verkauft - da wäre allemal Gelegenheit gewesen, das im Lockdown anzuspielen.

Stattdessen gabs so mittelgroße Katastrophen wie SR-Influencer, die mit entsprechender Begründung ihre actual play-Runde abbrechen. Und angesichts der fehlenden Resonanz würde ich das nicht als Einzelfall, sondern als gut sichtbare Spitze des Eisbergs betrachten.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Stahlfaust am 4.02.2021 | 22:43
Ich hab die 5te gesammelt und gespielt, aber die 6te interessiert mich gar nicht. Spiele momentan gar kein Shadowrun und hab aktuell auch nicht vor das zu ändern.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Uwe-Wan am 4.02.2021 | 22:51
"Versackt" ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort. "Mutwillig abgefackelt" käme mir da eher in den Sinn.

Ich verlinke an dieser Stelle einfach mal ohne weiteren Kommentar das hervorragende Review Opinion Piece vom Manu zum Quellenband "Slip Streams": Opinion - Shadowrun Slip Streams (PDF) (https://cdn.discordapp.com/attachments/493859655425064962/785945990271991849/Opinion_-_Shadowrun_Slip_Streams.pdf)

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Oh fuck.

Zitat
NOTHING IS REAL. EVERYTHING IS REAL.

What you think is real rips and shreds, and the unreality beneath spills out. Everything you dreamed of. Everything you fear. The past returns, distorted and dark. The future sparks in glimpses and flashes. You see it all at once. You can try to deny it. But it is real. Everything is real. Which is that same as nothing being real.

Reality is tearing apart. The holes are everywhere. Dive into them.

Slip Streams is plot book advancing the story of Shadowrun, Sixth World.


Dann bin ich bei SR6 noch mehr raus, als ich es bei SR5 schon war (da hat mich der unfassbar crappy Metaplot abgeschreckt).
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: aikar am 5.02.2021 | 06:59
Dann bin ich bei SR6 noch mehr raus, als ich es bei SR5 schon war (da hat mich der unfassbar crappy Metaplot abgeschreckt).
Ich hab den Band (Auf Deutsch Schlagschatten) durch. Kein Grund zur Panik wegen dem reißerischen Beschreibungstext.

Die Anzahl der Alcheras und der Risse in Metaebenen hat weltweit etwas zugenommen, das war' schon.
Schafft ein paar neue Optionen, aber macht bei weitem nicht so viel um wie das Jahr des Kometen (SR3) oder der Crash von '64 (SR4).

Selbst der große Blackout (gleichnamiges Buch) hat offenbar kaum wirklich spürbare Spuren hinterlassen, wenn man spätere Bücher anschaut.

Ich denke der große Fehler bei der 6er war bis dato, dass die Erweiterungsbände nicht flott genug gekommen sind und der erste Band im Grunde nur ein Waffenkatalog war anstatt ein vollständiges Ausrüstungsbuch. Jetzt steht zumindest das Magie-Buch in den Startlöchern, das werde ich mir auf jeden Fall mal anschauen in welche Richtung es geht (die grundlegenden Regeländerungen der 6e gefallen mir gut, entspricht deutlich eher meinem Geschmack als 4 oder 5).
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Megavolt am 5.02.2021 | 11:04
Ich verlinke an dieser Stelle einfach mal ohne weiteren Kommentar das hervorragende Review Opinion Piece vom Manu zum Quellenband "Slip Streams": Opinion - Shadowrun Slip Streams (PDF) (https://cdn.discordapp.com/attachments/493859655425064962/785945990271991849/Opinion_-_Shadowrun_Slip_Streams.pdf)
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Ich würds gerne lesen, aber 9 Seiten englische Wall of Text praktisch ohne Struktur sind herausfordernd. :) Ich lese es später. Oder kann jemand die Bullet Points kurz benennen?
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Thallion am 5.02.2021 | 16:45
Ist das vielleicht ein allgemeiner Trend von Regal-Meter Systemen?
Die Sammler und Liebhaber einer sehr erfolgreichen Edition (DSA4, SR5, V20) stehen vorm wunderschön prall gefüllten Regal und sollen jetzt neu anfangen?

DnD5 wäre es vielleicht auch so ergangen, wenn die 4te die Leute nicht so massiv abgeschreckt hätte.

Gruß
Thallion
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Boba Fett am 5.02.2021 | 17:14
Ich bin bei SR4 stehen geblieben. Und auch die habe ich eigentlich nicht aktiv gespielt.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: schneeland am 5.02.2021 | 17:22
Ich würds gerne lesen, aber 9 Seiten englische Wall of Text praktisch ohne Struktur sind herausfordernd. :) Ich lese es später. Oder kann jemand die Bullet Points kurz benennen?

Die Kernpunkte sind: dieser Band beschleunigt die Transformation von Shadowrun in ein Fantasysystem nochmal - teilweise wird auch unverhohlen bei D&D geklaut. Und weder mit vorhergehenden Setzungen im Setting noch in sich ist das Ding wirklich stimmig.

Ansonsten kann ich die Lektüre trotzdem empfehlen. Im Zweifelsfall ein Bier dazu aufmachen ;)
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: YY am 5.02.2021 | 18:28
Ist das vielleicht ein allgemeiner Trend von Regal-Meter Systemen?
Die Sammler und Liebhaber einer sehr erfolgreichen Edition (DSA4, SR5, V20) stehen vorm wunderschön prall gefüllten Regal und sollen jetzt neu anfangen?

Würde ich so nicht sagen.
Oft gibt es da zwar großes Heulen und Zähneklappern, aber nach ein paar Jahren folgt dann doch der Wechsel - wenn die neue Edition gefühlt einigermaßen fertig ist und sich der Umstieg lohnt.

Von SR4 auf SR5 oder DSA4 auf DSA5 ging das z.B. ganz gut.

Kritisch sind eher die großen spielmechanischen oder settingseitigen Umwälzungen. SR3 auf SR4, DSA3 auf DSA4, D&D 3.5 auf 4 - da springen viele ab und ziehen auch nach einiger Zeit nicht doch noch nach.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Swafnir am 5.02.2021 | 18:33
Ist das vielleicht ein allgemeiner Trend von Regal-Meter Systemen?
Die Sammler und Liebhaber einer sehr erfolgreichen Edition (DSA4, SR5, V20) stehen vorm wunderschön prall gefüllten Regal und sollen jetzt neu anfangen?

DnD5 wäre es vielleicht auch so ergangen, wenn die 4te die Leute nicht so massiv abgeschreckt hätte.

Gruß
Thallion

Find ich ne gute Idee  :d Ich hab gerade das Problem, dass teilweise so viele Sachen gleichzeitig reinkommen, dass mir die Sachen auf einmal zu teuer sind (TORG und HEXXEN).
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Darius der Duellant am 5.02.2021 | 19:09
CGL hat es geschafft ein System rauszubringen das hinsichtlich der Mechaniken so gut wie niemandem gefallen kann, der eine beliebige der alten Editionen auf Regel-Ebene gemocht hat.
Dazu kommt es mit einem Recht unausgegohrenem Kernmechanismus und zündet noch den Magerun-nachbrenner.
CGL Qualität gibt's  obendrauf.
Man hat es sich also mit weiten Teilen der Stammspielerschaft verkackt und Frischlinge lassen sich dank Corona auch kaum an Land ziehen.
SR6 wird dementsprechend entweder die kurzlebigste Edition, oder die mit der längsten Pause bis wieder was erscheint.

Die Regalmeter-Theroie mag aber auch mit Reinspielen.
Wir sind z.B. nie auf DSA5 gewechselt weil wir in der Gruppe so ziemlich alles von 4.1 als Druckwerk haben. Der Mehrwert war einfach nicht vorhanden.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: NurgleHH am 5.02.2021 | 19:26
Die Änderungen bei SR6 sind zu gering, dass man nach fünf Editionen und gefühlten 100 Regalmetern umsteigen läßt. Schade, schon mit Anarchy hat der Verlag mehr angekündigt und wenig geliefert. Version 6 ist halt zu wenig.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Crizzl am 5.02.2021 | 19:54
Dann möchte ich mal eine Lanze brechen.

Nach meiner "Verbotenen Lande" - Kampagne, die irgendwann Ende des Jahres zu Ende geht, werden wir Shadowrun6 spielen und ich freue mich darauf. Mir sagen die Regeländerungen zu und ich hätte sie vielleicht sogar noch mehr zusammengestrichen. Wir werden uns auf die ADL konzentrieren, die für mich zumindest im Grundbuch, Berlin-Band und den Romanen sehr den Vibe von Shadowrun2 verbreitet. Das war meine letzte Shadowrun-Edition.

Was ich auch gelernt habe, dass man kein System beurteilen soll in den man nicht mindestens 10 Abende gespielt hat. Ich war sehr skeptisch nach den Lesen der Regeln, von den "Verbotenen Lande" und im Spiel klappen sie sehr gut. Von daher kriegt auch Shadowrun6 seine Chance.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Aedin Madasohn am 6.02.2021 | 08:11
vielleicht sollte auch vorher erklärt werden bei diesen SR4-SR5-SR6 Runden,

ob sie überhaupt noch "reine" Editionen (mit allen Bugs spielen) oder aber längst glücklich&zufrieden in ihren abgeleiteten Hausregeln einfach nur spielen.

dann klingt dieser ganze Flammewar auch nicht mehr so böse.

bedeutet natürlich, dass das Interesse an dem jeweils neuen Regelbuch eher höfliches "Steinbruch für neue Hausregeln"-reinblättern ist, aber keine wahre Liebe.

bliebe noch die Metaebene des Settings, wo halt SR sich sehr klar positioniert hat. Dark nearfuture Magerun mit Chromphobie und omnipotenten Überwachungsstaat.
 
Für mich als alten Cyberpunkliebhaber mit etwas Fantasy&Magie ist da halt nicht mehr genug für drin.
Geschmäcker sind halt verschieden 
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Samael am 6.02.2021 | 09:01
Chromphobie - magst du das erläutern? Bezieht sich das auf die Regeln, das Setting, die Autoren?
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Aedin Madasohn am 6.02.2021 | 09:52
Chromphobie - magst du das erläutern? Bezieht sich das auf die Regeln, das Setting, die Autoren?

das Setting unterstützt Chrom nur noch bedingt, was sich dann ja auch in den Regeln wiederspiegelt.

- der Komplex Naniten

- Johnsons, die zu offensichtlich verchromte Gestalten meiden

- allgegenwärtige Sensoren sowie der Umstand, dass ja nur noch wenige -Unterschichtler- verchromt sein sollen,
  so dass zwangsläufig jeder mit etwas Chrom also auch ins Beuteschema der Polizei/Überwachung fällt.

- Hersteller, die ihr Chrom tracken und damit Chrom in den Schatten ganz schön blockieren

- Chrom als hackbare Schwachstelle, weil deine ´Ware ja immer online sein muss, um überhaupt noch einen Boni zu bringen
  (fällt dann wieder mit dem Herstellertracken zusammen)

YY hat es mal schon passend formuliert: eigentlich sollte Chrom so viel "Würfelpool-bringen", dass es jeder "richtig viel drin" hätte, so dass die vielen 08/15-Sensoren vor lauter "normalen" Chroms das wirkliche "Runnerzeugs" nicht unbedingt bemerken würden

stattdessen kauft sich der eine-Millionen-Runner Bioware, schohnt zusätzlich seine Essenz damit oder baut sich gleich einen Adepten (welcher ja nicht mit schnöden Techniksensoren zu erkennen ist)

klar, ist alles mittels Hausregeln eleminierbar - sogar ziemlich problemlos  8)

nur, warum auf eine neue Edition umsteigen, wenn ich sie erst verhausregeln müsste? dann bleibe ich bei "meinem" Ansatz und passe nur das an, was in der Gruppe neu gewünscht wird.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Medizinmann am 6.02.2021 | 10:14
Von meiner Seite aus habe Ich das Interesse an SR6 verloren .
Ich habe 2018 & 19 versucht eine Runde auf die Beine zu stellen und das hat nicht geklappt(2020 und ich denke auch 2021 konnte man wegen Corona komplett vergessen )auch auf Cons habe ich keine Runden gefunden .In den letzten 20 Jahren habe ich IMMER Runden gefunden (manchmal mehr als mir lieb war und 6 verschiedene Runden im Monat waren nicht selten erschöpfend)
aber in den letzten Jahren wurden es immer weniger Runden . der Todesstoss für Tischrunden war aber Covid
(und ob sich die RPG Szene 2022 davon erholen kann ist fraglich ) und eventuell, das es für viele einfacher/bequemer ist Online Runden zu spielen

ich habe auch kein Interesse daran noch SR6 Bücher zu kaufen(Ich habe das GRW, den Schirm und das Berlin 2080er Buch) .Der Preis von 20 € ist klasse, aber wenn ich gar kein Interesse habe und keine Runde, wozu dann Bücher kaufen ?
Ich hab SR3 , SR4A und SR 5 komplett , aber die meisten SR3 Bücher verkauft weil ich das System ....Subpar fand/finde .
Insgesammt hat mein Interesse an SR nachgelassen ,eher Fantasy(D&D5 vielleicht oder was richtiges an ROLLENspiel) oder reine Sci-Fi (Star Wars oder Traveller oder Starfrontiers wären im Augenblick meine Lieblingssysteme) .
Die schlechten Regeln von SR6 ( Edge vor allem) tragen auch dazu bei .Ich hab noch nie Probleme gehabt Regeln zu ändern /zu modifizieren, aber wozu soll ich mir bei SR6 die Mühe machen, wenn 4A oder 5 besser sind (und ein Mix von 4A&5 am besten) .
Also FALLS ich nochmal SR spielen sollte, dann eher 4A oder 5 aber nicht mehr SR6 .
Denn ich befürchte auch, das SR6 so schlecht ist ,das man 100erte von Hausregeln braucht (Wir haben den Fehler damals bei SR3 gemacht) ,damit es 1/2wegs funktioniert und dafür ist mir meine Zeit zu schade, viel Energie & Zeit in ein zerbrochenes System zu stecken, wenn 2 bessere Versionen schon existieren .

HokaHey
Medizinmann

Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Darius der Duellant am 6.02.2021 | 14:29
vielleicht sollte auch vorher erklärt werden bei diesen SR4-SR5-SR6 Runden,

ob sie überhaupt noch "reine" Editionen (mit allen Bugs spielen) oder aber längst glücklich&zufrieden in ihren abgeleiteten Hausregeln einfach nur spielen.


Zumindest meine Runden sind ziemlich Hausregelarm.
An kleineren Schrauben zu drehen ist auch okay, aber wenn mir Kernmechaniken nicht schmecken, ist es das falsche System für (vermutlich  nicht nur) mich.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: thestor am 7.02.2021 | 07:12
Ich würds gerne lesen, aber 9 Seiten englische Wall of Text praktisch ohne Struktur sind herausfordernd. :) Ich lese es später. Oder kann jemand die Bullet Points kurz benennen?
Gerne. SR6 ist das perfekteste Shadowrun aller Zeiten, CGL hat seine gewohnt hohen Standards nochmal übertroffen. SR6 schafft eine perfekte Balance von Magie und Technologie bei der keine die andere in den Schatten stellt. Der Metaplot ist natürlich auch perfekt und wohl durchdacht und fügt sich nahtlos in die Spielregeln ein.

Diese Zusammenfassung wurde Ihnen geliefert von AZTECH.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Uwe-Wan am 7.02.2021 | 09:41
Immerhin versucht CGL sich an neuen Entwicklungen im Metaplot und wärmt nicht einfach bereits genutzte Ideen auf, wie sie das bei SR5 gemacht haben.

Leider haben die Clowns dafür kein Händchen. ;D
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Megavolt am 7.02.2021 | 11:35
Ich weiß nicht, braucht SR6 überhaupt einen Metaplot? Gritty Future ist doch immer gritty Future, wohin soll sich das denn überhaupt entwickeln? Noch grittier? Nicht mehr gritty? Ist doch beides unsinnig.

Und durch den planetenweiten Ansatz gehen einem ja auch die Plots usw. nicht aus.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Antariuk am 7.02.2021 | 11:48
Ein Metaplot hält Fans bei der Stange, weil jahrzehntelang ein Setting ohne Veränderungen rausbringen... da springt irgendwann jeder ab (bzw. kauft keine neuen Bücher mehr). Wenn alle so-und-so-viele Editionen die Matrix übern Deister geht oder sich Feenportale öffnen sonstiger Scheiß passiert, hat man zumindest die Chance auf mehr Absatz.

Ob SR das als Rollenspiel braucht ist ja so eine Elfenbeinturm-Frage >;D
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: nobody@home am 7.02.2021 | 11:49
Ich weiß nicht, braucht SR6 überhaupt einen Metaplot? Gritty Future ist doch immer gritty Future, wohin soll sich das denn überhaupt entwickeln? Noch grittier? Nicht mehr gritty? Ist doch beides unsinnig.

Und durch den planetenweiten Ansatz gehen einem ja auch die Plots usw. nicht aus.

"Brauchen" wohl nicht gerade. Es mag aber sein, daß sich CGL da einfach der Tradition früherer Editionen verpflichtet fühlt oder generell schlicht selbst hauptsächlich aus alteingesessenen Metaplot-Fans besteht -- immerhin ist BattleTech (ihr "anderes" großes und lange bekanntes Produkt) ja ebenfalls ziemlich kanonverliebt und metaplotlastig.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: YY am 7.02.2021 | 11:58
Ich weiß nicht, braucht SR6 überhaupt einen Metaplot? Gritty Future ist doch immer gritty Future, wohin soll sich das denn überhaupt entwickeln?

Ja, das ist gerade bei Cyberpunk ein ziemlich dickes Problem, weil man sich in egal welche Richtung recht schnell vom "Markenkern" entfernt.

Ein Metaplot hält Fans bei der Stange, weil jahrzehntelang ein Setting ohne Veränderungen rausbringen... da springt irgendwann jeder ab (bzw. kauft keine neuen Bücher mehr).


Ist ja nicht so, als gäbe es keine anderen Möglichkeiten.

Klar muss man beständig "Futter" liefern, aber das können neben Powercreep & Co. genau so gut beliebig komplexe Detailbetrachtungen einzelner Settingaspekte sein, alternative Spielvarianten/-konzepte oder als Alternative zum Metaplot größere, in sich geschlossene und allein stehende Kampagnen.

Oder man kotzt völlig schmerzfrei lieblosen Metaplot in die Welt, der nirgends hin führt und am Ende doch keine großen Auswirkungen hat, weil man ja beim gewohnten Setting bleiben will/muss :P
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Aedin Madasohn am 7.02.2021 | 12:05
...braucht SR6 überhaupt einen Metaplot?...

interessante Frage!

wobei natürlich auch die Frage bleibt, in welchem Umfang mit welchem Mittel dieser Metaplot vermarktet wird.
- zu den Insektengeistern gab es mit BugCity einen guten Roman
            das Astral-Metaebenengedönses kommt in einem Roman besser rüber, als in einem Regelbuch
            wenn aber der Roman Lust auf eine solche Horror-Sache geweckt hat, dann Regelbuch zum selber Bespielen wollen  :) 
- zu den Insektengeistern gehörte die vorher aufgebaute Universielle Bruderschaft
             kann man mit Quellenbüchern machen
             in Quellenbüchern ist Prosatext immer so eine Sache
             im Roman kann man solche Sektierer besser aufbauen, bevor sich alle wohlkingenden Slogans in Lüge auflösen

mir hatte damals Insektengeister-Horror gefallen

Dunkelzahn, Deus, Winternight, Nanintenzombies, Zivilisierung von AnarchoBerlin (also Umwandlung in einen stinknormalen Plex) - ignoriert  ;D

Shedim-bessesene-Untote-Dschihadids?! äh...ach ja...auch so ein BigThing, dass durch Autoren-Ignorieren quasi weg-geretcont worden war und trotzdem sein Zombieleben  ~;D in den Regelbüchern fristet

Das inflationäre Schlachten von Megakonzernen - AAA - ? Puhhhh.
Classic-SR (also der Cyberpunk) war ja: egal was du anstellst/aufdeckst/Mission-erfüllst, niemals wirst du einem Mega richtig treffen können. Die sind die statische Größe im Spiel. So wenig wie man in DSA den Namenlosen töten könnte.





Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Uwe-Wan am 7.02.2021 | 12:06
Klar muss man beständig "Futter" liefern, aber das können neben Powercreep & Co. genau so gut beliebig komplexe Detailbetrachtungen einzelner Settingaspekte sein, alternative Spielvarianten/-konzepte oder als Alternative zum Metaplot größere, in sich geschlossene und allein stehende Kampagnen.

Das ist in der 4. Edition ja verfolgt worden und hat meiner Einschätzung nach gute Ergebnisse geliefert. Leider ging es, wie eigentlich alles, mit der Übernahme des LD-Postens durch Jason M. Hardy massiv bergab.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Koronus am 7.02.2021 | 12:12
Zu den Fragen
A Ja hast du richtig erkannt.

B. Kurz Nur weil der Vorgänger erfolgreich ist muss der Nachfolger es nicht auch sein.

Lang Weil im Vorfeld in der englischen Version so viele Fehler drinnen waren, dass es schlicht nicht spielbar war ohne zusätzliche 5. Edition. Darüber haben sich die Fans entsprechend ausgekotzt und so Neulinge abgeschreckt. Im deutschen hat zwar Pegasus alles getan um es spielbar zu machen aber schlechte Regeln bleiben schlechte Regeln.

Ein Beispiel ist, dass eine schwere Gefechtsrüstung ala Warhammer 40.000 Terminatoren sich nicht von der eines Sturmtrupplers aus SW unterscheidet. Du könntest auch einen Bikini tragen und der Unterschied wäre bloß, dass der Gegner mehr Edge erhält. Edge ist übrigens auch nicht mehr so gut wie davor.
Das ist eines dieser Fehler die so tief sind das man gleich besser eine alte Edition wie der deutschen 5. oder 4A zurückgreift.
C. Cataclysm Genius Lacking hat in ihrer unendlichen Weißheit die Zeichen erkannt und unterstützt mit den neuen Sachen möglichst Regelarm auf das die ganzen Altkunden auch weiterhin das neue Zeug ohne viele Probleme verwenden können und soweit ich gehört habe wollen sie es sogar in eine Hybridedition mit Dualstats umwandeln.
Letzteres ist allerdings nur ein Gerücht und sowieso unwichtig weil Pegasus ausnahmsweise mal dumm ist und nicht die Stats der 5. Edition anbietet.

Zum Metaplot ich denke schon das SR ihn braucht weil so viele Fans gerne wissen wie sich die Welt weiterdreht und wie das nun ist mit der Weiterentwicklung von Magie und Technik.
Außerdem lässt sich dadurch viel besser Geld verdienen als mit einfach nur Regelbüchern oder Abenteuern weil Regeln interessieren hauptsächlich Powergamer und Abenteuer sind quasi nur für einmal zu Gebrauchen. Metaplot und Weltenbände interessieren auch reine Sammlner und du kannst nur so viel beschreiben bevor an die Raum-Zeit Grenzen gelangst.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Flamebeard am 7.02.2021 | 23:46
C. Cataclysm Genius Lacking hat in ihrer unendlichen Weißheit die Zeichen erkannt und unterstützt mit den neuen Sachen möglichst Regelarm auf das die ganzen Altkunden auch weiterhin das neue Zeug ohne viele Probleme verwenden können und soweit ich gehört habe wollen sie es sogar in eine Hybridedition mit Dualstats umwandeln.
Letzteres ist allerdings nur ein Gerücht und sowieso unwichtig weil Pegasus ausnahmsweise mal dumm ist und nicht die Stats der 5. Edition anbietet.

Die Hybrid-Stats gibt es im Englischen schon länger bei Werken, die nahe dem Editionsübergang veröffentlicht worden sind. Bei Pegasus normalerweise nur den Abenteuerband, der als Setting-Übergang definiert wurde.

 Die knappe Antwort von SirDOOM auf eine entsprechende Nachfrage lässt da tiefer liegende Gründe nur erahnen. Genaueres werden wir da wohl nicht erfahren, von daher sehe ich die Regelarmut der Splatbooks als Segen, da ich die dann mit wenig(er) Aufwand für meine laufende 5E-Kampagne verwenden kann.

Meine Vermutung geht in Richtung: Kann ja sein, dass CGL Angst vor einem 'German Fork' des Systems hat und daher das Weiterschreiben für das 'alte' System per Rahmenvertrag untersagt.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Koronus am 8.02.2021 | 00:19
Die Angst vor einem German Fork würde auch erklären warum CGL keinen Deutschen Zusatzcontent oder gar Deutsche Eigenproduktionen übersetzt. Momentan ist ja noch für die "ungebildeten" Amis die Hürde da Deutsch zu lernen für ihr liebstes Hobby auch wenn es qualitativer und günstiger ist. Wenn aber die Deutschen Eigenproduktionen übersetzt werden dann würde man erst richtig sehen wie groß der Unterschied ist.
Aber ja ich habe auch geschrieben das die Regelarmut der 6. ein Segen und vermutlich eine der wenigen klugen Entscheidungen von CGL in dieser Edition ist.

Ansonsten finde ich persönlich die Entscheidung das nun Magieradepten wie Adepten pro Magiestufe einen Qi Punkt bekommen sowie nun Beschwörer Magie × 3 anstelle von 2 als Kraftstufenlimit für beschworene Geister haben und Beschwörer auch noch Geister deren Kraftstufensumme nicht das Limit überschreitet anstatt nur einen einzigen Geist als tolle Weiterentwicklung. Allerdings sehen das nicht alle so, vor allem diejenigen für die das Powerlvl der Erwachten ein Dorn im Auge ist und so nun noch mehr einen Erwachten spielen wollen.

Meine Meinung dazu wäre einfach die Spieler auf W100 würfeln lassen. Wenn der Würfel 1 oder 2 zeigt ist ihr Charakter gratis Erwacht und danach wird dann nochmals auf W100 gewürfelt für die Art des Erwachten. 1-5 Magieradept, 6-15 Vollzauberer, 16-35 Adept, 36-45 Aspektzauberer Sprüche, 46-55 Aspektzauberer Geister, 56-65, Aspektzauberer Alchemie, 66-75 Entdecker, 76-85 Lehrling, 86-95 Nullzauberer, 96-00 Astrale Wahrnehmung.

Aber das wäre zu sehr Offtopic. Persönlich überlegt man in meinem Bekanntenkreis zur 4. Edition zu wechseln weil die 5. ihnen zu Hardcore ist und die 6. ein schlechteres FATE ist.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: aikar am 8.02.2021 | 07:48
Ein Beispiel ist, dass eine schwere Gefechtsrüstung ala Warhammer 40.000 Terminatoren sich nicht von der eines Sturmtrupplers aus SW unterscheidet. Du könntest auch einen Bikini tragen und der Unterschied wäre bloß, dass der Gegner mehr Edge erhält. Edge ist übrigens auch nicht mehr so gut wie davor.
und die 6. ein schlechteres FATE ist.

Ich glaube darauf läuft es hinaus. Die Edge-Regelungen der 6e abstrahiert Situationen ähnlich wie es Aspekte und FATE-Punkte bei FATE tun. Das ist nicht jedermanns Sache und braucht auch etwas Umdenken, genauso wie bei FATE.
Ich spiele inzwischen recht lange FATE und finde das 6e-Konzept dadurch recht angenehm. Wenn man mit starker Abstraktion aber gar nicht kann, ist die 6e wohl ein Fehlgriff.

Was interessant ist, ist die Art des Sprungs. Ich hätte bei einer Vereinfachung von Shadowrun eher mit etwas wie bei D&D gerechnet. D&D5 ist einfacher und geradliniger als 3/4, aber immer noch ein sehr klassisches System. 6e ging aber überraschenderweise den Weg in Richtung erzählerische Abstraktion. Der Wechsel war für viele Altspieler zu abrupt (Die meisten langjährigen Spieler "klassischer" Systeme tun sich ja auch mit Fate erst mal schwer).
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Koronus am 8.02.2021 | 10:03
Irgendwie Ironie. Shadowrun Anarchy, dass eigentlich eine FATE like Alternative sein soll wird von vielen als regelleichtes Shadowrun empfunden deren einziges Manko es ist Karma anstatt von Nuyen als einzige Währung zu verwenden weshalb die meisten lieber es sein lassen als sich die Arbeit antun alles in Nuyen umzurechnen.
Bei SR6 was wiederum ein Hauptsystem sein sollte ist es den Leuten zu FATE artig.
Ich denke nun Hardy hat hier auf die falschen Leute gehört und den positiven Anklang auf Anarchy als Aufruf angenommen auch alle anderen mit SR6 damit zu beglücken wenn es eigentlich ein SRA 2 hätte sein sollen werden.

Ich habe übrigens auch gelesen wenn man das Edge System in einer SR6.01 auf die Vorgänger wieder bringen würde wäre es noch rettbar weil Rüstung könnte man einfach anpassen mit "Rüstungsstufe verringert den Gegnerischen Würfelpool"
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Uwe-Wan am 8.02.2021 | 10:16
Ich denke nun Hardy hat hier auf die falschen Leute gehört und den positiven Anklang auf Anarchy als Aufruf angenommen auch alle anderen mit SR6 damit zu beglücken wenn es eigentlich ein SRA 2 hätte sein sollen werden.

Er hat mit den Clowns gearbeitet, die zur Verfügung standen und überhaupt willens waren, an SR zu arbeiten. CGL hat ja nicht mehr den besten Ruf, da können sie sich die Autoren nicht unbedingt aussuchen. Davon ab gehe ich nicht davon aus, dass sich Hardy um Kleinigkeiten wie Regeldesign bei SR groß schert. Hauptsache, ein GRW ist fertig und kann verkauft werden.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Megavolt am 8.02.2021 | 10:24
Was sind das denn für Clowns? Kann man die noch spezifizieren?
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Flamebeard am 8.02.2021 | 11:33
Was sind das denn für Clowns? Kann man die noch spezifizieren?

Laut Impressum für's GRW: Regeldesign - Brooke Chang, Kevin Czarnecki, Jeff Halket, Alexander Kadar, Michael Messmer, O.C. Presley, Scott Schletz, Dylan Stangel, Robert Volbrecht
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Sphyxis am 8.02.2021 | 12:09
Irgendwie Ironie. Shadowrun Anarchy, dass eigentlich eine FATE like Alternative sein soll wird von vielen als regelleichtes Shadowrun empfunden deren einziges Manko es ist Karma anstatt von Nuyen als einzige Währung zu verwenden weshalb die meisten lieber es sein lassen als sich die Arbeit antun alles in Nuyen umzurechnen.

Ich spiele unter anderem sehr aktiv Savage Worlds, auch abseits unserer seit Jahren laufenden SR4A-Runde, Savage Worlds in der Sechsten Welt. Habe daher Erfahrung in Vereinfachungen, wie sie SR:A versucht.
Leider ist das einzige Manko bei "Shadowrun: Anarchy" jetzt nicht die Bezahlung in Karma. Das kann man leicht abstrahieren und wie immer regeln. Oder auch sagen: Okay, ihr werdet ausreichend und angemessen für den Job bezahlt, ihr habt das Gefühld er Johnson zahlt euch für eure Abreit zu wenig etc. ...
Die Probleme fangen eher damit an, dass Shadowrun es irgendwie ähnlich machen will wie FATE, versucht Erzählmechaniken auszuformulieren, nur dann an vielen Stellen sich wieder verliert und en detail gar nicht umsetzt, was es verspricht. Damit bleibt es ein biliger Versuch, sich an Fate zu orientieren, der irgendwie das Problem hatte, immer noch zu nah an den Shadowrunregeln kleben zu müssen. Kann man ausführlich im Pegasus-Forum nachlesen. Und ergibt sich für mich auch recht schnell nach den ersten Runden.

Und wenn ich die regelärmere Version schon zu beginn wieder verhausregeln muss, um sie überhaupt irgendwie spielbar zu machen, somit wieder mehr Arbeit in Regeln investiere, dann ist das für mich kein gutes Erzählregelkonzept mehr.

Allgemein zu Shadowrun 6:
Ja, ich habe das Gefühl, der Zug ist so langsam abgefahren. Während andere Rollenspiele sich langsam auch dem Zeitgeist anpassen, verharren zumindest die SR-Regeln noch immer in einem Zustand der 2000er Jahre und wälzen settingtechnisch zum Teil dieselben alten Klischees und männlich-weißen Vorstellungen einer Welt. Dass die Amis jetzt gerade Nordamerika wieder auseinandernehmen, um irgendwelche Machtfantasien umzusetzen (C.R.S. anyone?) passt da eigentlich ganz gut ins Bild.
Ich rechne damit, dass wir in ein paar Jahren wieder Native American Reservate (statt Nationen) und geschlossene Südstaaten, die sich gegen den zersplitterten Norden erwehren, haben werden; oder Ähnliches... Vielleicht auch nur einen bejubelten Trump an der Spitze einer militärisch expandierenden neuen weißen USA.

Mit Blick auf Feenhöfe, Dimensionsreisen und Superbugs denke ich, Shadowrun wird weiter zerfasern, das habt ihr hier ja sehr gut dargelegt.
Und regelseits... Naja, sie können es ja jetzt nur noch mit Regelbänden ausbauen, bis es wieder halbwegs an den Vorgänger erinnert. War doch bis jetzt immer die Taktik.

Und Pegasus kann da nur für die ADL irgendwie mitziehen und hoffen, dass nur leicht assoziierte Hobbyautoren dann mal brauchbare Hausregeln schreiben, die man zwar nicht offen als Verlag verbreiten kann, die aber zumindest vielleicht, womöglich SR 6 noch weiter spielbar machen...
Ich glaube aber nicht, da mir persönlich auch ein wenig das Recycling auf den Keks geht. Jedes Mal dieselben neuen Totems für die ADL, jedes Mal dieselben Addons  (weil dieselben Sachen einfach fehlen). Und letztendlich kann und dsrf Pegasus die ADL auich nicht soweit umkrempeln, damit wir wieder beim Chrome und dystopischen Gefühl von Shadowrun ankommen. Weswegen auch die Fantastik schiene natürlich weiter bedient wird.

Anfangs fand ich Regional-PDFs für die ADL toll. Inzwischen mutet das ein wenig DSA-ig an (Friesische "Piratennation", Nebelherr als Suggar Daddy einer Österreichischen Habsburgerprinzessin... Drachentöter-"Ritterorden" bei den Neonazis, cthuluide Nordseekultisten...)

Und mein Lieblings-Amiplot: Cthulhu is back! (Siehe Sr5 "Herz der Finsternis")
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Megavolt am 8.02.2021 | 12:47
Mein Eindruck ist, dass Metaplot und Veränderung der 6. Welt nicht gut tut. SciFi ist per se zu komplex, die Umwälzungen sind oft zu gravierend und zu extrem, und wenn es einem nicht gefällt, dann ist halt immer gleich alles im Eimer. Im Fäntelalter kann man unangenehme Veränderungen noch viel besser ausblenden, wenn sie zum Beispiel "irgendwo anders" auf der Weltkarte sind.

Denkt mal an das Fragmentierten-Syndrom mit den Nanitenviren oder wie auch immer, das war ja grässlich.

Ich meine sogar nachvollziehen zu können, was die damit wollten (nämlich überall mit einem Fingerschnippen Bösewichte und Verräter und damit _Abenteuer_ produzieren zu können), aber trotzdem fand ich das sau sperrig und sau doof und dann wars aber gleich überall.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Darius der Duellant am 8.02.2021 | 13:48
Ich finde es gut wenn es einen Metaplot gibt, der sorgt (bei nicht katastrophaler Umsetzung) für ausreichend viel Bewegung im Setting um die Spieler interessiert zu halten.
Es muss/sollte gleichzeitig aber auch genug freie Flecken geben, die von dem Plot nur gestreift werden.
Shadowrun hat das schon gut gemacht.
Dieses KFS-Zeug kann man Problemlos komplett ignorieren und trotzdem SR spielen.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Megavolt am 8.02.2021 | 13:54
Dieses KFS-Zeug kann man Problemlos komplett ignorieren und trotzdem SR spielen.

Operativ hast du sicherlich Recht, dass man es ignorieren kann. Wenn man aber (wie ich vornehmlich) vor allem Shadowrun-"Leser" ist, dann war das schon eine harte Zeit. Überall KFS, und auch noch quälend langatmig ausgewalzt oft.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: YY am 8.02.2021 | 13:55
6e ging aber überraschenderweise den Weg in Richtung erzählerische Abstraktion.

Nur eben nicht so richtig - es gibt ja doch wieder jede Menge "Semi-Crunch" in dem Sinne, dass man zig Edge-Quellen haben kann (die aber nicht alle zählen) und dann noch mal eine Unzahl an möglichen Verwendungen für Edge hat.
Und was kommt in Erweiterungsbänden? Richtig, noch mehr Edge-Quellen, die man meist nicht anwenden kann und noch mehr Anwendungsoptionen :P ::)

Das ist für mich das Schlechteste aus beiden Welten.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Koronus am 8.02.2021 | 14:09

Die Probleme fangen eher damit an, dass Shadowrun es irgendwie ähnlich machen will wie FATE, versucht Erzählmechaniken auszuformulieren, nur dann an vielen Stellen sich wieder verliert und en detail gar nicht umsetzt, was es verspricht. Damit bleibt es ein biliger Versuch, sich an Fate zu orientieren, der irgendwie das Problem hatte, immer noch zu nah an den Shadowrunregeln kleben zu müssen.
Und wenn ich die regelärmere Version schon zu beginn wieder verhausregeln muss, um sie überhaupt irgendwie spielbar zu machen, somit wieder mehr Arbeit in Regeln investiere, dann ist das für mich kein gutes Erzählregelkonzept mehr.
Aber das war doch genau das Tolle an Shadowrun Anarchy. Shadowrun mit leichten Regeln. Einigen ging die Vereinfachung Teilweise sogar zu weit und es war zu sehr FATE.
Jedenfalls war es in meinem Bekanntenkreis so.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 8.02.2021 | 14:56
Ist das vielleicht ein allgemeiner Trend von Regal-Meter Systemen?
Die Sammler und Liebhaber einer sehr erfolgreichen Edition (DSA4, SR5, V20) stehen vorm wunderschön prall gefüllten Regal und sollen jetzt neu anfangen?

DnD5 wäre es vielleicht auch so ergangen, wenn die 4te die Leute nicht so massiv abgeschreckt hätte.
DnD5 ist auch nicht mehr wirklich ein "Regal-Meter System" im Vergleich zu früheren Editionen ist DnD5 ein ziemliches Leichtgewicht was die Zahl der Bücher Angeht.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: sirdoom am 9.02.2021 | 14:26
Zitat
Megavolt fragte:

a) Seht ihr das auch so, dass man von SR6 hinten und vorne kaum was mitkriegt und erst recht keine Spielrunden?
b) Why not? Die 5er Edition war doch erfolgreich?
c) Sollte meine Wahrnehmung bei a) korrekt sein, wie gehts denn dann jetzt weiter mit SR6?

Nein, aber das kann auch ein wenig an der Pandemie liegen. :-\ Versuchs doch mal bei der nächsten CONspiracy (https://pegasus.de/conspiracy) von Pegasus Spiele. :) In DE läuft SR6 bislang ziemlich gut, was man auch daran sieht, wie viele deutsche Eigenproduktionen rauskommen / in Produktion sind. Würde Pegasus ja nicht machen, wenn das keiner kaufen würde. Es kann bei der Negativwahrnehmung also auch vielleicht ein wenig Echokammer im Spiel sein. ;)

Zitat
Frage: Warum wird deutsches Material nicht auf Englisch übersetzt und von CGL genutzt?


Ich kann da nicht für CGL sprechen, aber ich überlege mal laut, dass u.a. übersetztes Material sie mehr kostet als ihre Eigenproduktionen. :think:
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: himmelweiss am 4.09.2021 | 09:14
Auch in DE läuft SR6 eher schleppend.

Pegasus mag zwar viel produzieren und drucken, aber verkaufen muss man die Ware natürlich auch.
Pegasus mag zwar viel verkauft haben an sämtliche Händler, aber diese müssen die Ware auch erst mal an den Mann bringen.

Und das ist nicht wirklich der Fall bei SR6 in DE, fast alle Deutschen SR6 Produkte sind im Überfluss zu finden bei sämtlichen Shops und bei Pegasus selbst.
Auch "limitierte" Auflagen wie z.B. das Schattendosier II ist noch leicht zu kriegen (diese Limitierten Produkte waren bei SR 4 und 5 quasi immer sofort restlos in Blitzgeschwindigkeit ausverkauft und nach Veröffentlichung 1-2 Monate später bereits über 100€ Wert).

Dies ist nicht mal ansatzweise der Fall bei SR6.

Selbst das "limitierte" Schattendosier I ist noch leicht zu finden für 20€.
Das ist ganz gewiss kein gutes Zeichen.

Auch hier bei uns interessiert sich niemand für SR6.
Ich habe mich auf SR6 so gefreut und wir alle waren absolut enttäuscht, LEIDER!

Bei SR6 wurde einfach zu viel versemmelt.
Auch sollte man die Verkaufszahlen nicht auf Corona schieben, viele bekannte Rollenspiel-Systeme hatten trotz Corona ordentliche Verkaufszahlen (DSA, D&D usw.).
Nein, bei SR6 ist schon CGL selbst schuld, und nicht Corona.


Ich hoffe das irgendwann eine vernünftige 7 Edition rauskommt.

Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Kaskantor am 4.09.2021 | 09:25
Tja und ich finde es cool.

Ich finde auch, das es zb. bei Amazon, was die Bewertungen angeht, nicht schlecht wegkommt.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: himmelweiss am 4.09.2021 | 09:35
Und das ist auch in Ordnung, wäre sonst auch richtig schlimm!
Keiner möchte das Shadowrun stirbt, und das würde eventuell passieren wenn 1) SR6 niemanden gefallen würde und 2) SR6 niemand kaufen würde.

Das die Bewertungen auf z.B. Amazon gut sind ist nicht sehr überraschend und eher zu vernachlässigen.
Bewertungsmanipulation (vorallem auf Amazon) ist Heute keine Seltenheit mehr.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: aikar am 4.09.2021 | 09:36
Bei SR6 wurde einfach zu viel versemmelt.

Ich hoffe das irgendwann eine vernünftige 7 Edition rauskommt.
+1. Der Magie-Band war der letzte SR6-Regelband den ich gekauft habe und die Regeln wandern jetzt wohl mal irgendwann in den Verkauf. Wenn ich spiele, dann ShadowCore XP (Fate). Von den Hintergrund- und Abenteuerbänden entscheide ich von Fall zu Fall ob ich das noch brauche.
In meinem Bekanntenkreis bin ich der letzte, der überhaupt noch SR-Produkte kauft und da sind einige wirkliche Hardcore-Fans dabei.
Natürlich ist mir klar, dass persönliche Eindrücke absolut subjektiv sind und potentiell nichts mit den tatsächlichen Zuständen zu haben.
Aber wie bei DSA5 habe ich leider noch nicht herauskriegen können, wo sich die begeisterten SR6-Fans herumtreiben, wenn so eine Community existiert.

Ich hatte große Hoffnungen in die 6e gesteckt, aber die wurden enttäuscht, weil offenbar versucht wurde, den Spagat zwischen Modernisierung und vertrautem Crunch zu schaffen und sie daran gescheitert sind. Weil sie versucht haben, narrative Indy-Element (gegen die ich absolut nichts habe, wenn es gut gemacht ist) in das System zu quetschen, anstatt das System zu verschlanken.
Die Altspieler hat Shadowrun wohl eh auch verloren, die blieben bei 4 oder 5. Evtl. besinnen sie sich ja beim nächsten mal (wenn es noch ein nächstes mal gibt) darauf, ein wirklich einsteigerfreundlich-leichtes klassisches System (also kein Anarchy 2) zu schaffen um neue Spieler:innen zu gewinnen.
Ich befürchte aber eher, dass Shadowrun mit/nach der 6e sterben oder zumindest sehr lange ruhen wird.

Nebenbemerkung: Kommt es nur mir so vor, oder wirft Pegasus momentan mehr deutsche Eigenproduktionen auf den Markt als CGL "originales" Material produziert?
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Kaskantor am 4.09.2021 | 11:38
Um zu meiner Meinung noch etwas klarzustellen.

Ich finde die 6e gut und spielbar, aber bei weitem nicht perfekt.
Allerdings war das noch zu keiner Edition so.
ZB. bin ich vor Jahren direkt zu Beginn in die 5e eingestiegen und was hatte diese sich alles anhören müssen  :)
Heut gibt es Jahre später lustigerweise viel mehr positive Stimmen zu.

Die Fate-Edition finde ich auch super und bin was SR angeht weitaus mehr ein Setting-, als ein Regelfreund, aber für langes Spiel fehlt mir bei Fate auch das ein oder andere.
Zb. das typische Steigerungselement in SR und ich geb’s zu, man kann in SR einfach cool sich eine Waffe nach eigenem Gutdünken modifizieren. Fürs lange Spiel fehlt mir sowas in Fate.

Wo man Spieler*innen dafür findet? Na recht easy in der Matrix, äh Internet.
Hab erst vor kurzem eine Gruppe aufgemacht und die ist voll, so dass ich derzeit garnicht alle Anfragen einbinden kann.

Und auf zb. YT sind auch Gruppen zu finden, die umgestiegen sind. Zb. die Orkenspalter, Mitch und andere unbekanntere Spielgruppen findet man da auch.

Da regt sich niemand über die Regeln auf, sondern begrüßen eher das flüssigere Spielen (auch wenn dadurch die Regeln nicht logischer werden).

Ich finds gut, dass sie sich mal getraut haben , in eine andere Richtung vorzustoßen, wie gesagt es ist nicht alles gut, aber vielleicht entwickelt sich daraus ja noch was tolles. Besser wie Stillstand ist es allemal.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: sockenschuss am 4.09.2021 | 12:06

Och naja, ich finde das es bei jeder Edition genug zu meckern gibt wenn man denn meckern mag.
Die 6. Edition finde ich da nicht besser oder schlechter als die vorherigen.
Hab die bis vor nem halben Jahr geleitet und das war ok. Laaaaaange nicht perfekt, aber so ok das wir
es regelmäßig mit Spaß gespielt haben.
Allerdings muss ich sagen, dass wenn es uns regeltechnisch zu wild wurde wir bzw. ich es halt vereinfacht bzw.
geändert habe. Darin unterscheidet sich SR6 dann auch nicht von anderen Systemen.
Wie bereits erwähnt finde ich es auch gut, dass Pegasus da originär deutsches Material in prima Qualität rausbringt.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: YY am 4.09.2021 | 12:46
Heut gibt es Jahre später lustigerweise viel mehr positive Stimmen zu.

Von den selben Leuten? ;)

Ist doch klar, dass jene, die nicht nur aus reiner Gewohnheit mal ein paar Wochen maulen, Jahre später längst tatsächlich abgewandert sind.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Kaskantor am 4.09.2021 | 14:00
Hab ich jetzt nicht recherchiert, aber könnte mir schon vorstellen, dass da der eine oder andere dabei ist :).
Einen ähnlichen Eindruck hatte ich zb. auch bei DnD4, was manche vielleicht heute auch anders sehen, als damals ;)
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Flamebeard am 4.09.2021 | 16:42
Auch "limitierte" Auflagen wie z.B. das Schattendosier II ist noch leicht zu kriegen (diese Limitierten Produkte waren bei SR 4 und 5 quasi immer sofort restlos in Blitzgeschwindigkeit ausverkauft und nach Veröffentlichung 1-2 Monate später bereits über 100€ Wert).

Dies ist nicht mal ansatzweise der Fall bei SR6.

Selbst das "limitierte" Schattendosier I ist noch leicht zu finden für 20€.
Das ist ganz gewiss kein gutes Zeichen.

Das wird natürlich nie und nimmer an den Auflagen liegen...

Schattenkatalog 1: 750 Stück
Schattenkatalog 2: 700 Stück
Schattenkatalog 3: 800 Stück

Schattenhandbuch 1: 3000 Stück
Schattenhandbuch 2: 3000 Stück
Schattenhandbuch 3: 3000 Stück
Schattenhandbuch 4: 2250 Stück

Schattendossier 1: 2500 Stück
Schattendossier 2: 2000 Stück

dazu einige Beleg-Exemplare ohne Nummerierung, die wohl auch mittlerweile zirkulieren. Und ja, die Preissteigerungen für das SR4-Material kann ich bestätigen. Aber für die SR5-Limiteds war das nie so extrem. Die Preise haben sich da nach Ausverkauf verdoppelt, vielleicht verdreifacht. Was zum Einen an der knapp drei- bis viermal so hohen Auflage liegen mag. Dazu kommt, dass die Aufmachung schon für SR5 nicht mehr so prall war. der dunkle schaumgepolsterte Einband schreit halt nach Schnitten und ähnlichen Macken. Und mit SR6 sind es jetzt ganz normale Bücher mit Sondereinband und ohne Klappentext.

Ich bin auf jeden Fall auf die SR6-Runde, der ich mich angeschlossen habe, gespannt. Ist sicher nicht alles doof und vieles einfach nur Gewöhnungssache.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Darius der Duellant am 9.09.2021 | 09:40
Deine Zahlen unterstreichen sein Argument für SR5&6 doch?
Die Schattendossiers haben eine deutlich geringere Auflage, sind aber viel einfache zu bekommen als die Schattenhandbücher.

Und verdreifacht?
Schön wär's, ich habe sehr lange versucht ein SHB1 für unter 100€ zu bekommen, das war nichts. Und die Suche fand vor dem Erscheinen der sechsten Edition statt
Stand jetzt liegt das günstigste Exemplar bei 130€.

Meinem subjektivem Empfinden nach läuft die 6er deutlich schlechter als die 5er.
Als die frisch war, gab es schnell mehr 5er als 4er Runden.
Wenn ich jetzt online stöbere finde ich deutlich mehr 5er als 6er Runden und offline kenne ich niemanden der es spielt.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: himmelweiss am 9.09.2021 | 11:32
Ja hab das mit den Auflagen-Zahlen jetzt auch nicht ganz verstanden.
Jedenfalls kann ich mich sehr gut an SR5 Zeiten noch erinnern, und es war immer schwer und teuer an SHBs zu kommen kurz nach der Veröffentlichung.
Und die waren nur paar Monate nach Veröffentlichung auf ca. 60 - 120€+ Wert (je nach Angebot und Nachfrage eben).
Bei SR6 ist das jetzt nicht mal annähernd der Fall obwohl die Auflagen niedriger sind.
Und das ist für mich ein deutliches Zeichen das SR6 keinesfalls so Erfolgreich ist wie die vorherigen Editionen.

Wie dem auch sei, schön das es SR6 Runden gibt und diese Runden hoffentlich noch einiges von SR6 kaufen werden, denn sonst wäre die Hoffnung auf ein SR7 im nächsten Jahrzehnt äusserst gering.

Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Darius der Duellant am 9.09.2021 | 11:46
Vielleicht kommt ja auch eine neue Edition wenn die aktuelle ausreichend schlecht läuft und man sich mit anderen Käuferschichten retten möchte.
 
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Flamebeard am 9.09.2021 | 12:02
Naja, die 'Sammlerpreise' für die SR5 SHB haben schon ein wenig auf sich warten lassen. Klar, es gab recht zügig einige eBay-Angebote, die Preise um 60-90 Euro aufgerufen haben. Da waren die Bücher aber teils noch im Pegasus Webshop bestellbar. Der erste Spike kam dann häufig 18-24 Monate nach Veröffentlichung, wenn die Auflage wirklich ausverkauft war.

 Danach kam dann ein typisches Auf und Ab aufgrund von fluktuierendem Angebot und Nachfrage. Und einigen Spekulanten-Accounts auf eBay, die sich scheinbar eine größere Menge der Bücher auf Halde gelegt hatten. Name und anderes Angebot der Accounts legen Analyse-gesteuerte Angebotsgestaltung nahe, also das, was man teils regelmäßig als Werbung auf Youtube zu sehen bekommt. Oder, um die Brücke zu einem anderen Thread (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,101934.msg135010939.html#msg135010939) zu schlagen: Ja, die Spekulanten sind in unserem Hobby angekommen.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Aedin Madasohn am 9.09.2021 | 12:46
und wie schaut es mit der e-Variante (PDF) des Totbaumes aus?

nicht das eine deutliche Akzeptanz des SR 6 PDF zu einer Kannibalisierung beim echten Buch geführt hat
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Darius der Duellant am 9.09.2021 | 16:52
Naja, die 'Sammlerpreise' für die SR5 SHB haben schon ein wenig auf sich warten lassen.

Ich habe das erste SHB einige Zeit vor dem Erscheinen des zweiten angefangen zu suchen.
Da war es schon nur noch zum mehrfachen Preis erhältlich. Das erneute auftauchen im Pegasus-Shop war nicht mit einer realen Verfügbarkeit gleichzusetzen.
Ich hab's damals nämlich (erfolglos) dort bestellt.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: himmelweiss am 10.09.2021 | 08:19
Nun gut, über Sammlerpreise lässt sich ja bekanntlich prima streiten und im Kreis drehen :D
Einigen wir uns einfach darauf das jeder da seine eigenen Erfahrungen gemacht hat :)

Ich finds aufjedenfall schade das ich SR6 aussitzen muss, mir bringt es jetzt leider auch gar nichts mich da weiterhin einzukaufen da mir die ganzen Änderungen eben überhaupt nicht zusagen. Echt doof, ich hätte absolut nichts dagegen gehabt eine neue Edition anzufangen und zu sammeln.

Versteht mich nicht falsch, es gab schon immer von Edition zu Edition scharfe Kritik und Ablehner.
Aber der Sprung zwischen SR5 und SR6 ist diesesmal schon etwas zu heftig für meinen Geschmack.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Darius der Duellant am 10.09.2021 | 10:19
Da bin ich total bei dir.
Finde selbst Anarchy interessanter zum Spielen als die 6er...
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: AzTech2064 am 20.10.2021 | 15:42
ich muss bisher zur 6. sagen, das jedem meiner kumpels mit denen ich so gut wie jede edition gezockt habe von der zweiten an, das mir ausnahmslos jeder nach dem kapitel über edge das teil in die hand gedrückt hat, und mir gesagt hat das das totaler schrott ist. was an der tatsache liegen kann DASS es einfach schrott ist. was einzig und allein daran liegt, das alles, aber auch wirklich alles jetzt rund ums edge aufgebaut ist. wems gefällt mit edge bonussen und tokens zu jonglieren, viel spaß, aber ich hab bisher noch keinen sr spieler in fleisch getroffen dem das gefallen hat, weder aus meinen spielrunden, noch im rollenspielladen in der nachbarstadt.

wohlgemerkt hält mich das nicht vom kaufen ab.

der nächste block kann gerne bis zum TL,DR üebrsprungen werden^^


Erstens hab ich gerne ne menge hintergrundmaterial rumliegen, und

Zweitens hab ich gerne genug auswahl an buchruns in der hinterhand wenn ich oder nen anderer sl mal in eine "schreibblockade" fällt^^ in den wenigsten fällen wird das 1 zu 1 übernommen, aber die grundstruktur und der plot der abenteuer wird dann gerne rangezogen und ausgebaut, vor allem da in den letzten beiden editionen viele günstige runs rausgehauen wurden, die alleinstehend sind, und immer 3 runs drin hatten, damit hat man so viel aus reserve das man eher weniger trocken läuft als sl, auch wenn man jeden zweiten monat mal keinen einfall für nen run hat.

Drittens: Karten sind einfach GEIL! alles was karten enthält und älter ist, wie z.b. der almanach aus der vierten, oder europa in den schatten aus der dritten (und die karte ist... nich gut^^) sind kacke zu bekommen. der almanach ist chronisch nicht zu finden, und wenn, dann entweder ohne karte, oder absurd teuer. und selbst das europa buch kostet bei ebay gute 90€+, eher so im 120€+ bereich. Da finde ich das die Seattle box, das hamburg buch, sowie das neue revierbericht schon fast pflichtkäufe sind, alleine wegen der karten. Wenns möglich wäre, würde ich gerne ne Kartensammlung als eigene box sehen. Ohne zusatzbuch. einfach karten in dem Posterformat seperat für nen 10er pro karte. Denn die einzigen guten karten die wir in sr jemals hatten, war die weltkarte ausm almanach, und die drei karten aus der 5. und 6. edition. Gab zwar immer iwo so ne kleine karte in irgend nem regelbuch, aber die waren alles andere als brauchbar^^ das geht so weit, das ich meinen noch so eingefleischten 2er und 3er spielern sagen kann, wenn sie mich einmal im jahr fragen, warum ich immer noch alles an sr zeug kaufe, das alleine die karten es wert sind, seit die einmal die Seattle karte gesehen haben (und seitdem ne verkleinerte, am örtlichen printshop ausgedruckte version für jede runde vor ort haben zwecks post-it aufklebern, -pfeilen und sonstigen markern).

viertens: KARTEN SIND GEIL! MEHR DAVON :d

fünftens: ich find die bücher amchen sich gut im regal, und ich kauf sonst fast kein anderes system, auch wenn ich am überlegen bin auf cthulhu auszuweiten.

sechstens: hatte ich erwähnt das karten geil sind?

siebtens: ich hasse PDF only material. ich spiel PEN & PAPER, ich will da kein tablet, laptop oder nen handy immer in der hand haben wenn ich was nachlesen will/muss. das hab ich im alltag schon zur genüge! ich sitz sowieso schon zur viel vor elektrogeräten mit bildschirmen (vor allem seit corona), da will ich am spieltisch nichts davon sehen! das einzigste was da bei mir in den raum zum zocken kommt, ist iwas auf dem musik läuft und der bildschirm aus ist, nenn taschenrechner und so nen löschbares notiz "blatt" was auch durch ne kleine kreidetafel ersetzbar ist, weil es genau das ist... nur leichter, und alles was mich nicht an meine schulzeit erinnert ist ein pluspunkt. da bin ich echt froh das wir die limited editions haben die die teile zusammenlegen. ohne die, würde ich bei jedem blick auf mein Bücherregal denken: gott, diese selbst ausgedruckten und gebundenen heftchen im SR3 critterbuch style sehen schon scheiße aus.

achtens: ich LIEBE die DIN A5 regelwerke von sr5. gibt zwar leider nur das grundbuch sowie ausrüstungs und magie buch, aber die teile sind einfach gut, und wenn davon eins durch jahrelangen transport mal nen bischen ausgefranst und unansehnlich wird: scheiß drauf, dafür hat man die großen hardcover. auch hier gilt: mehr davon! jeder meiner spieler hat sich die teile gekauft, schon alleine weil sie nen 10er gekostet haben, und wenig platz im rucksack wegnehmen. Auch wenn die teile nur für die regeln sinn ergeben, die teile sind einfach praktisch, und wenn die preislich nicht tragbar sind, dann bringt sie in schwarz weiß raus! die sind zum mitnehmen und dabei haben gut, und da schert sich keiner drum ob die geiles artwork oder qualitativ farblich gedruckt sind, oder recyceltes paier haben die, dafür hat man die hardcover varianten!



TL, DR:
Karten sind Geil, mehr A5 softcover bücher, und ich kenne niemanden der SR6 gut findet.


 :btt:
corona hat SR6 nen dicken dämpfer verpasst. wir zocken einfach nicht über discord, TS, skype oder sowas, auch mit webcam nicht. wenn wir p&p spielen, dann setzen wir uns bei iwem an nen tisch, machen musik irgendeiner passenden form an, zocken, labern und bestellen iwas zu essen, während wir uns zwischenzeitlich mal nen bier oder nen glas härteres gönnen (und nein, wir besaufen uns nicht!). da ging die sechste vollkommen unter mit den corona regelungen (genau wie alles andere). wir hätten sicherlich mal SR6 ausprobiert, aber die schon oben genannten edge regeln und das pre impf debakel hat das ganze komplett verhindert, und ich bezweifel das wir jemals 6 spielen werden, wobei ich da echt nur auf die edge regeln verweisen kann (ich find die wirklich, wiederholt und betont: scheiße) Das system mag für neue sr spieler durchaus interessant sein, aber jeder der vorher mal länger sr gespielt hat, wird sich an irgend eine edition von 2-5 halten. da hat jeder seine vorlieben und die werden sich auch nicht ändern, egal wie gut oder schlecht ein neues regelwerk wird, aber ich sehe bei 6 speziell nicht, das irgendjemand der 2. oder 3. edition gespielt hat, das teil auch nur mit der kneifzange anfassen würde.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Koronus am 24.10.2021 | 16:31
Auch in DE läuft SR6 eher schleppend.

Pegasus mag zwar viel produzieren und drucken, aber verkaufen muss man die Ware natürlich auch.
Pegasus mag zwar viel verkauft haben an sämtliche Händler, aber diese müssen die Ware auch erst mal an den Mann bringen.

Und das ist nicht wirklich der Fall bei SR6 in DE, fast alle Deutschen SR6 Produkte sind im Überfluss zu finden bei sämtlichen Shops und bei Pegasus selbst.
Auch "limitierte" Auflagen wie z.B. das Schattendosier II ist noch leicht zu kriegen (diese Limitierten Produkte waren bei SR 4 und 5 quasi immer sofort restlos in Blitzgeschwindigkeit ausverkauft und nach Veröffentlichung 1-2 Monate später bereits über 100€ Wert).

Dies ist nicht mal ansatzweise der Fall bei SR6.

Selbst das "limitierte" Schattendosier I ist noch leicht zu finden für 20€.
Das ist ganz gewiss kein gutes Zeichen.

Auch hier bei uns interessiert sich niemand für SR6.
Ich habe mich auf SR6 so gefreut und wir alle waren absolut enttäuscht, LEIDER!

Bei SR6 wurde einfach zu viel versemmelt.
Auch sollte man die Verkaufszahlen nicht auf Corona schieben, viele bekannte Rollenspiel-Systeme hatten trotz Corona ordentliche Verkaufszahlen (DSA, D&D usw.).
Nein, bei SR6 ist schon CGL selbst schuld, und nicht Corona.


Ich hoffe das irgendwann eine vernünftige 7 Edition rauskommt.
Kann ich alles so unterschreiben.
Für mich ein Zeichen das niemand Bock hat auf die 6. Edition ist das ich das zweite Schattendossier bei meinem Buchhändler bestellen konnte. Während der 5. Edition war alles so begehrt und limitiert, dass ich nur auf Amazon eine Chance bekam oder gleich in den Sauren Apfel bis und für 10€ Versandkosten beim Verlag selbst bestellte. Ich kaufe zwar alles was da ist einfach weil a es billig ist und b die Pegasi nichts dafür können, dass das Original schon Scheiße ist und sie immerhin versuchen die Samen daraus ordentlich aufzubereiten aber freuen tue ich mich nicht darauf. Alles nach Schlagschatten liegt noch immer in Folie eingeschweißt daheim.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: YY am 24.10.2021 | 18:18
Ich kaufe zwar alles was da ist einfach weil a es billig ist und b die Pegasi nichts dafür können, dass das Original schon Scheiße ist und sie immerhin versuchen die Samen daraus ordentlich aufzubereiten aber freuen tue ich mich nicht darauf. Alles nach Schlagschatten liegt noch immer in Folie eingeschweißt daheim.

 :o

A) Komischer Vogel ;D
B) Respekt :)

Kann man ja zu Beginn der 7. Edition neuwertig abstoßen 8)
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Prisma am 24.10.2021 | 18:26
Zwei Fragen:

1.
Was genau ist in den Schattenhandbüchern/Schattendossiers zu finden?


2.
Wie steht es eigentlich genau mit der Simplifizierung von Shadowrun 6? Die Gruppe bei der ich generell Shadowrun leiten möchte, mag leichte Systeme (Cthulhu 7 ist das komplexeste System bisher) und ich möchte das richtige Werkzeug für die richtige Gruppe wählen.
Nun möchte ich Anarchy nicht nehmen, obwohl das Buch, bis auf das System, tolle Ansätze hat. Es muss schon irgendwie "richtiges" Shadowrun sein. 

Ich kenne die 5. Edition. Die ist aufgrund der Hülle und Fülle leider nicht für die Gruppe geeignet. Ich lese aktuell die 2. Edition, die ich bisher eigensinning aber durchaus okay finde, aber ich habe noch nicht die Magie- und Deckingregeln gelesen. (An zwei Stellen hat mich die 2.Ed. sogar beeindruckt. Ich kenne einen ganzen Haufen Systeme und das schaffen nur sehr wenige.) Könnte aber sein, dass es für die Gruppe nicht aufgeht.

Die 6. Edition hat zwar diese seltsame Edge-Gummipunktregelung und ich habe kein Problem mit erzählerischen Systemen, wäre für die Gruppe sogar von Vorteil, ich bin aber kein großer Fan von Systemen die Gummipunkte/Bennies/Edge/et. für ihre Kernmechanik verwenden. Aber wenn diese Mechanik relativ befriedigend funktioniert und leicht zugänglich ist, könnte Shadowrun 6 das Werkzeug der Wahl sein. Zumal es noch für die anderen den Vorteil hätte aktuelle GRWs auf deutsch zu haben.

Weniger wichtig sind mir aktuelle Metaplots oder aktuelle Cutting Edge Technologie. Es darf ruhig retro und comichaft sein. Wir wollen Shadowrun eher wie in den Computerspielen und machen unser eigenes Ding oder nehmen schlicht Abenteuer aus der 2. Edition.

Kann da jemand etwas dazu schreiben? :)
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Kaskantor am 24.10.2021 | 18:32
Ich werde nach der aktuellen Version auf Fate wechseln :)
Dann kann ich mir die zukünftige Editionsdiskussion sparen.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Flamebeard am 24.10.2021 | 19:12
1.
Was genau ist in den Schattenhandbüchern/Schattendossiers zu finden?

Da sind zum Einen die übersetzten US-PDF drin mit Regelerweiterungen für Nischen-Anwendungen. Also nur eingeschränkt interessant. Zum Anderen sind da aber auch die deutschen PDF zusammengefasst. Und das sind normalerweise zum Editions-Anfang einige Ausrüstungs-Listen mit ADL-Einschlag. Aber auch jede Menge kurze Regional-Beschreibungen sowie Beschreibungen von Konzernen und sonstigen Einrichtungen. Und für die lohnt es sich alle Mal, da die normalerweise editions-unabhängig funktionieren. Guck' einfach mal in den Pegasus-Store, was die da an Datapulsen haben. Fast alles (bis auf das Neueste) findest du dann auch in den Dossiers. Die kommen normalerweise so ca. 1 Jahr nach Veröffentlichung der PDF als Print, was ich durchaus OK finde.

2.
Wie steht es eigentlich genau mit der Simplifizierung von Shadowrun 6? Die Gruppe bei der ich generell Shadowrun leiten möchte, mag leichte Systeme (Cthulhu 7 ist das komplexeste System bisher) und ich möchte das richtige Werkzeug für die richtige Gruppe wählen.
Nun möchte ich Anarchy nicht nehmen, obwohl das Buch, bis auf das System, tolle Ansätze hat. Es muss schon irgendwie "richtiges" Shadowrun sein. 

Ich kenne die 5. Edition. Die ist aufgrund der Hülle und Fülle leider nicht für die Gruppe geeignet. Ich lese aktuell die 2. Edition, die ich bisher eigensinning aber durchaus okay finde, aber ich habe noch nicht die Magie- und Deckingregeln gelesen. (An zwei Stellen hat mich die 2.Ed. sogar beeindruckt. Ich kenne einen ganzen Haufen Systeme und das schaffen nur sehr wenige.) Könnte aber sein, dass es für die Gruppe nicht aufgeht.

Die 6. Edition hat zwar diese seltsame Edge-Gummipunktregelung und ich habe kein Problem mit erzählerischen Systemen, wäre für die Gruppe sogar von Vorteil, ich bin aber kein großer Fan von Systemen die Gummipunkte/Bennies/Edge/et. für ihre Kernmechanik verwenden. Aber wenn diese Mechanik relativ befriedigend funktioniert und leicht zugänglich ist, könnte Shadowrun 6 das Werkzeug der Wahl sein. Zumal es noch für die anderen den Vorteil hätte aktuelle GRWs auf deutsch zu haben.

Weniger wichtig sind mir aktuelle Metaplots oder aktuelle Cutting Edge Technologie. Es darf ruhig retro und comichaft sein. Wir wollen Shadowrun eher wie in den Computerspielen und machen unser eigenes Ding oder nehmen schlicht Abenteuer aus der 2. Edition.

Kann da jemand etwas dazu schreiben? :)

Die 6.Edition ist da... seltsam. Prinzipiell nicht schlecht, fühlt sich aber (momentan noch) nicht ausgereift an. Mit der Runde, in der ich leite, spiele ich jetzt auf Basis von ShadowCore XP, also letzten Endes Fate. Für das Gefühl der explodierenden Würfel habe ich mir aus dem 1.Kodex das Prinzip der Schwung-Würfel genommen und ein wenig eingehegt Die Beschränkung ist jetzt nicht mehr nur auf eine der 4 Fate-Aktionen, sondern auch je nach Charakterbeschreibung noch Sozial/Wissen/Physisch. Das hat sich nach ersten Tests im Rahmen von Shadowrun richtig(er) angefühlt.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: JS am 24.10.2021 | 19:16
Ich werde nach der aktuellen Version auf Fate wechseln :)
Dann kann ich mir die zukünftige Editionsdiskussion sparen.

Warum erst nach der aktuellen Version?
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Koronus am 24.10.2021 | 19:19
@Prisma Ich würde die 4. Edition nehmen. Bei der 4. Edition wurde verschlangt und mit der erratierten Ausgabe auf Spielbarkeit getestet weshalb es sich von allen Editionen noch am besten spielt.
Allerdings gilt es für viele von allen echten Editionen auch als die am wenigsten echte da nämlich wie in WoW es nur mehr dem Namen nach Unterschiede in den Traditionen gibt und Rigger und Decker eigentlich das gleiche nutzen nur halt als unterschiedliche Spezialisierung wirken. Deshalb wurde auf Wunsch der Veteranen in 5. auch wieder alles so verkompliziert weil man gerne auch in der Regelanwendung Unterschiede hat.

Wegen der Schattenbücher. Wie Flamebeard gesagt hat sind es die einzigen Printausgaben der (übersetzten) PDFs. Was aber für viele sie interessant macht ist das sie meistens auch noch irgendein Originalmaterial haben, dass zwar nur eine Handvoll Seiten lang ist aber sonst nirgendwo zu finden ist.

@JS ich vermute mal einfach deshalb, weil bislang bei praktisch allen Shadowruneditionen es hieß, warte mal ab, bis sie komplett ist. Dann sind auch die größten Regellücken ausgebügelt.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Soloban am 24.10.2021 | 19:29
Ich hab mit der 2.01D angefangen SR zu spielen.

Dann lange Pause. 3 und 4 zwar im Core gekauft aber nie gespielt.

Bei der 5 ne Spielgruppe zusammen bekommen, aber nach 2 Abenteuern war es uns zuviel Regelkrimskrams.

Mit der 6ten erneut versucht und ich mag das System. Es geht deutlich leichter von der Hand als die 5.

Ich kenne selbst Gruppen und einzelne Spielleiter (deren Gruppen ich nicht kenne, die aber eine haben) die SR6 spielen und es besser finden als die 5.

Ich selbst gehöre auch dazu und sobald der Umzug rum ist plane ich auch wieder verstärkt SR6 am Tisch zu spielen/leiten.

Es gibt sie also, die Spieler und Spielleiter die SR6 mehr mögen als den Vorgänger. Die sind halt wie so oft nicht so laut wie die die durch die SR6 vor den Kopf gestossen sind.

Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: schneeland am 24.10.2021 | 20:01
Ich glaube, für den grundsätzlichen Wunsch nach Vereinfachung findet man sogar schnell eine Mehrheit. Ist dann nur die Frage, ob einem die Umsetzung gefällt (mir persönlich im Fall von SR6 nicht).

Shadowrun leidet natürlich unter "maybe the real Shadowrun was the Nazis we clobbered along the way", sprich: es gibt, jenseits gewisser Basiselemente, keine grundsätzliche Einigkeit mehr, in welche Richtung es überhaupt gehen soll und das gewünschte Spielgefühl unterscheidet sich möglicherweise sogar von allen existierenden Editionen, wenn man von rules/setting as written ausgeht.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Soloban am 24.10.2021 | 20:18
Ich glaube, für den grundsätzlichen Wunsch nach Vereinfachung findet man sogar schnell eine Mehrheit. Ist dann nur die Frage, ob einem die Umsetzung gefällt (mir persönlich im Fall von SR6 nicht).

Das Problem werden wir immer haben. Die meisten Menschen haben ein Problem mit Veränderung und tun sich schwer damit. Dazu kommt das man es schwerlich objektiv bewerten kann ob eine Veränderung ein System besser macht oder nicht da unser Hobby ja sehr viele Facetten hat.

Das objektivste dürften die Verkaufszahlen sein.
Da gibts zwar noch andere Einflüsse (Pandemie, Sammler usw.) aber schlussendlich ist das der beste Indikator da er Bubbles und unterschiedliche Lautstärken der Betroffenen komplett ignoriert.

Und hier sieht es ja, wenn ich Tiggers letztes Interview bei Orkenspalter TV nehm, ja wohl ganz gut aus.

Also wenn ich raten müsste würde ich dazu tendieren das SR6 für Einsteiger und Vielspieler die eher Richtung Regelerleichertungen tendieren in der Breite besser ankommt als die Vorgänger.
Bei Viel-/Langspielern die die Crunchiness und höhere Regelverliebtheit der Voreditionen mögen kommt Kollege Edge dagegen nicht so fesch daher.
Das erklärt dann auch die Tendenz gegen SR6 hier im Forum, da ja eher alte Hasen und Regelfüchse hier anwesend sind. Die coolen jungen Leute nutzen ja kein Forum mehr :D

Bezgl. grundsätzlicher Einigkeit: gab es die denn bisher? Also ich hab bei fast jeder Editionsänderung egal bei welchem System das Gefühl das laut gemeckert wird.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: schneeland am 24.10.2021 | 20:27
...
Bezgl. grundsätzlicher Einigkeit: gab es die denn bisher? Also ich hab bei fast jeder Editionsänderung egal bei welchem System das Gefühl das laut gemeckert wird.

Bis SR3 ging das m.E. ohne größere Disruption durch. Mit SR4 kam dann der Bruch.
Analog vielleicht D&D, wo ebenfalls mit der 4. Edition ein Bruch kam, der aber von der 5. Edition wieder gekittet wurde.

Und was die Verkaufszahlen angeht: da haben wir doch gerade festgestellt, dass es eher Indikatoren für schlechtere Verkaufszahlen als bei früheren Editionen gibt, oder?
Soll natürlich niemanden davon abhalten, SR6 trotzdem zu mögen, aber anders als z.B. SR5 (das mir persönlich auch zu fummelig war) sehe ich bei SR6 keinen breiten Erfolg.

Generell behaupte ich: Änderungen per se sind für die meisten Spieler kein Problem - aber evolutionäre Weiterentwicklung hat gegenüber starken Brüchen die bessere Chance.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: YY am 24.10.2021 | 20:29
Kann da jemand etwas dazu schreiben? :)

Meiner Meinung nach funktioniert die Kernmechanik von SR6 bestenfalls holprig. Sie ist nicht sonderlich eingängig, sondern im Gegenteil mit (Schein-)Optionen und Edge-Quellen völlig überfrachtet.

Da würde ich mich eher bei der Bewertung der 2. Edition anschließen - "eigenwillig, aber durchaus okay" trifft es ziemlich gut ;D
(Und jetzt will ich natürlich wissen, was die zwei beeindruckenden Stellen waren ;) )

Die Magieregeln sind allemal brauchbar und passen zum Rest des Systems; das ist also kein völlig eigenständiges, obskures Subsystem wie die Deckerei. Für letztere gilt für die meisten Gruppen, dass sie entweder komplett ignoriert oder deutlich abgespeckt/umgebaut verwendet wird. Ist aber in aktuellen Editionen auch so  ;) ;D


Bezgl. grundsätzlicher Einigkeit: gab es die denn bisher? Also ich hab bei fast jeder Editionsänderung egal bei welchem System das Gefühl das laut gemeckert wird.

Kommt drauf an, welchen Zeitpunkt man betrachtet.
Dass ab Mitte/Ende 4. Edition das Gefühl von Überfrachtung und wenig nutzbringendem Umfang recht weit verbreitet war, ist wohl keine sonderlich steile Behauptung.
Und die fünfte Edition erschlägt einen derart mit verschiedenstem Zinnober, dass davon z.B. die große Vereinfachung des Mindestwurfes von 3 auf 4 völlig aufgefressen wird (wobei das mMn sowieso eine Stelle ist, wo man das Kind mit dem Bade ausgeschüttet hat).


Generell behaupte ich: Änderungen per se sind für die meisten Spieler kein Problem - aber evolutionäre Weiterentwicklung hat gegenüber starken Brüchen die bessere Chance.

Muss noch nicht mal sein. Aber "Bei jeder Veränderung wird gemeckert" ist eben doch ziemlich pauschal - vor allem dann, wenn manch eine Änderung erkennbar um der reinen Veränderung willen passiert.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Soloban am 24.10.2021 | 20:49
Die Abenteuer und Metabände lassen sich ja ohne grosse Anpassungen auch für die 5te verwenden, oder irre ich da?

Das ist doch dann ein guter Kompromis für diejenigen die bei einer Vorversion bleiben, also Regelbücher auslassen und Abenteuer/Meta mitnehmen. So hatte ich es bei der 5ten betrieben. Oder seh ich das falsch/zu blauäugig?
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Koronus am 24.10.2021 | 21:18
Die Abenteuer und Metabände lassen sich ja ohne grosse Anpassungen auch für die 5te verwenden, oder irre ich da?

Das ist doch dann ein guter Kompromis für diejenigen die bei einer Vorversion bleiben, also Regelbücher auslassen und Abenteuer/Meta mitnehmen. So hatte ich es bei der 5ten betrieben. Oder seh ich das falsch/zu blauäugig?
Abgesehen von der Matrix würde ich komplett mitgehen. Bei der Matrix ist unsere Gruppenkonsent aber immer noch der, dass man am besten einen NPC Decker bzw eine KI dafür nimmt und der SL dann je nach Plot oder Würfelwurf bestimmt ob und wie erfolgreich man dort war.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Flamebeard am 24.10.2021 | 21:21
Und was die Verkaufszahlen angeht: da haben wir doch gerade festgestellt, dass es eher Indikatoren für schlechtere Verkaufszahlen als bei früheren Editionen gibt, oder?
Soll natürlich niemanden davon abhalten, SR6 trotzdem zu mögen, aber anders als z.B. SR5 (das mir persönlich auch zu fummelig war) sehe ich bei SR6 keinen breiten Erfolg..

Mooooment... Festgestellt wurde, dass von der 6.Edition regelmäßig mehr der Sondereinbände und limitierten Fassungen verfügbar sind. Hierzu mal ein Beitrag von mir (von weiter oben), der die Auflagen aufgreift:

Das wird natürlich nie und nimmer an den Auflagen liegen...

Schattenkatalog 1: 750 Stück
Schattenkatalog 2: 700 Stück
Schattenkatalog 3: 800 Stück

Schattenhandbuch 1: 3000 Stück
Schattenhandbuch 2: 3000 Stück
Schattenhandbuch 3: 3000 Stück
Schattenhandbuch 4: 2250 Stück

Schattendossier 1: 2500 Stück
Schattendossier 2: 2000 Stück

dazu einige Beleg-Exemplare ohne Nummerierung, die wohl auch mittlerweile zirkulieren. Und ja, die Preissteigerungen für das SR4-Material kann ich bestätigen. Aber für die SR5-Limiteds war das nie so extrem. Die Preise haben sich da nach Ausverkauf verdoppelt, vielleicht verdreifacht. Was zum Einen an der knapp drei- bis viermal so hohen Auflage liegen mag. Dazu kommt, dass die Aufmachung schon für SR5 nicht mehr so prall war. der dunkle schaumgepolsterte Einband schreit halt nach Schnitten und ähnlichen Macken. Und mit SR6 sind es jetzt ganz normale Bücher mit Sondereinband und ohne Klappentext.

Ich bin auf jeden Fall auf die SR6-Runde, der ich mich angeschlossen habe, gespannt. Ist sicher nicht alles doof und vieles einfach nur Gewöhnungssache.

Ich glaube, wir können festhalten, dass von limitiertem Material, von dem jetzt 2-4 Mal so viel Druckerzeugnisse zirkulieren, nicht nur gefühlt beim Händler längere Zeit Exemplare verfügbar sind.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: schneeland am 24.10.2021 | 21:27
Die Stückzahlen von Schattenhandbuch und Schattendossier sind aber doch vergleichbar? Und so wie ich Beiträge auf der letzten Seite verstanden hatte, war das SHB schneller nicht mehr offiziell zu bekommen als die SDs jetzt.
Unabhängig davon ist's natürlich richtig, dass mehr Daten/tatsächliche Verkaufszahlen helfen würden, die Situation zu beurteilen.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Flamebeard am 24.10.2021 | 21:30
Auch die Schattenhandbücher 3+4 standen bei meinem FRH noch bis vor kurzem im Regal...
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Koronus am 24.10.2021 | 21:46
Die Stückzahlen von Schattenhandbuch und Schattendossier sind aber doch vergleichbar? Und so wie ich Beiträge auf der letzten Seite verstanden hatte, war das SHB schneller nicht mehr offiziell zu bekommen als die SDs jetzt.
Unabhängig davon ist's natürlich richtig, dass mehr Daten/tatsächliche Verkaufszahlen helfen würden, die Situation zu beurteilen.
Vergleichbar ist gut. Bei den Schattenbüchern der 5. gab es bis zum 4. keine geringeren Stückzahlen. Bei der 6. hat man schon mit einer geringeren Zahl begonnen und bereits beim zweiten Buch die Auflage um ein Fünftel verringert womit vom zweiten Buch der 6. praktisch ein Drittel weniger sind als vom zweiten Buch der 5.
Da man wie bereits angedeutet erst mit dem 4. Buch die Stückzahlen verringert hat als beim 3. Buch der verkauf stockte ist offenbar der Verkauf des ersten Schattenbuches der 6. Edition noch schleppender gewesen als das des letzten der 5. da nun mit dem zweiten Buch die Stückzahlen noch einmal heruntergedrückt wurden.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Prisma am 25.10.2021 | 00:14
Danke für die Antworten! :) Andere Systeme wie FATE kommen nicht in Frage, es muss schon ein richtiges und offizielles Shadowrun sein.  Ich denke es wird darauf hinauslaufen das ich 2. Ed. und 6. Ed. lese und dann versuche die bestmögliche Entscheidung für alle Beteiligten zu treffen.

Da würde ich mich eher bei der Bewertung der 2. Edition anschließen - "eigenwillig, aber durchaus okay" trifft es ziemlich gut ;D
(Und jetzt will ich natürlich wissen, was die zwei beeindruckenden Stellen waren ;) )
Es sind folgende zwei Regelelemente die mir so noch nie über den Weg gelaufen sind, zumindest kann ich mich nicht mehr daran erinnern. Es geht um vollautomatisches Feuer. Es gibt eine Regel die festhält wie viele Kugeln (nur) beim Zielwechsel automatisch daneben gehen :o und eine für Querschläger.  :o Fand ich gut.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Koronus am 25.10.2021 | 12:27
Persönlich würde ich da eher versuchen zwischen zweiter und vierter zu gehen. Weil so sehr die Settingänderungen mir persönlich weniger gut gefallen so muss ich doch zugeben, dass sie extrem hochqualitativ gemacht wurde.
Von der Regelqualität an sich wäre sie eine der besten überhaupt wenn man neu mit SR anfangen würde. Deshalb war auch SR5 noch so beliebt. Einfach weil man auf diesem Fundament versucht hat ein Haus zu errichten welches den ursprünglichen 3er Spielern besser gefällt. Nur leider sind die Konstrukteure Pfuscher gewesen was man auch an SR6 deutlich sieht sowie am Geschwurbel von der 5.
Ein weiterer guter Aspekt der 4. war, dass die Chrompreise sanken weshalb man dort zurecht von Cyberpunk reden konnte weil Chrom der billige Einstieg war und nicht nur das schlechte Zeug das man nahm weil man sich nichts besseres leisten konnte.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Uwe-Wan am 25.10.2021 | 12:37
Ich bin da bei Koronus, SR4 ist der way to go. :d
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Infernal Teddy am 25.10.2021 | 12:51
Ich bin da bei Koronus, SR4 ist der way to go. :d

SR4 ist immer noch das beste SR bisher.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Grubentroll am 25.10.2021 | 14:09
Ich hab nicht mal mitbekommen, dass es ne sechste Edition gab.  :o
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Medizinmann am 25.10.2021 | 15:17
Ich hab nicht mal mitbekommen, dass es ne sechste Edition gab.  :o

Da hast Du nix verpasst ;)

Hough
Medizinmann
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Torgo am 1.11.2021 | 01:05
Wird hier nicht etwas sehr mit der rosaroten Brille auf die alten SR - Editionen geschaut?

SR6 ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss (das ist kein SR-Regelwerk), aber es ist sicher nicht schlechter als SR4.

SR4 war eine Verbesserung gegenüber SR3, aber das wäre jedes System gewesen, dass die überdimensionierten Würfelpools von SR3 eingegrenzt hätte.

SR4 hat immer noch zu viele redundante Fertigkeiten, hat zumindest in seiner Grundfassung ein merkwürdiges Balancing zugunsten von mundanen Hackercharakteren und erklärt sich einem neuen Spieler oft nicht gut.

SR6 ist etwas zugänglicher als seine Vorgänger, weil es zumindest teilweise stärker mit Konstanten als mit Variablen arbeitet und die Verwendung eines Ressourcenmanagementsystems (in Form von Edge) überraschend viel unnötige Rechnerei bzw. Würfelei erspart. Fairerweise muss man aber sagen, dass dieses System zumindest anfangs Cheatsheets benötigt um eine Übersicht über die Möglichkeiten zu behalten und wirklich einige Zeit braucht um wirklich flüssig zu sein, aber das galt für die Vorgänger mit ihren gefühlt 100 Würfeloptionen ebenfalls.

Von daher glaube ich, dass eine komplett neue SR - Gruppe mit der 6ten Edition besser zurecht kommt, als mit einer der Vorgängereditionen. Kenner der Vorgänger tun sich dafür natürlich entsprechend schwerer, da die Regeln nicht mehr das tun, was man über viele Jahre eingeübt und gekannt hat.

Ich denke daher auch nicht, dass SR versackt ist. In eng begrenzten Interessengruppen wie Foren, in denen sich hauptsächlich Fans austauschen sicherlich, aber außerhalb scheint mir das Interesse weder weniger noch stärker ausgeprägt zu sein als bei der fünften Edition.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: YY am 1.11.2021 | 09:38
SR4 war eine Verbesserung gegenüber SR3, aber das wäre jedes System gewesen, dass die überdimensionierten Würfelpools von SR3 eingegrenzt hätte.

SR4 hat aus den stellenweise* überdimensionierten Würfelpools von SR3 unwesentlich kleinere bis spürbar größere (!) Standardwürfelpools gemacht und hat seine eigenen "Gib mir mal noch ein paar Würfel, mein 36er-Pack reicht nicht"-Momente.
Nebenbei hat es einen zusätzlichen Standardwurf im Kampf und durch die festen Mindestwürfe kommt bei dem ganzen Gekniffel auch noch weniger rum, sprich man könnte es sich i.d.R. sparen und direkt die Erfolgsspanne auswürfeln :P


*Da wird sich gerne auf einige Powergaming-Klassiker konzentriert, die Resultat offensichtlich verpeilter Regeln waren.

Von daher:
Wird hier nicht etwas sehr mit der rosaroten Brille auf die alten SR - Editionen geschaut?

Nein. Meine Spielerfahrungen mit den ersten beiden Editionen liegen keine 25+ Jahre zurück, sondern sind (auch) ziemlich frisch.
SR3 hat sich in einigen Bereichen verrannt, ja - aber die zielführende Lösung wäre eine Korrektur an genau diesen Stellen gewesen und nicht der Ansatz von SR4, mit etwas anderer Tapete genau die selben Fehlentwicklungen noch zu zementieren und auszubauen.

An oberster Stelle steht dabei das Ersetzen des "Lesens" von Situationen und der Einflussnahme auf die zugehörigen Modifikatoren
durch
Ausrüstung, Cyberware und Magie, mit der diese Modifikatoren schlicht ignoriert werden können.
Das hat in SR2 angefangen und hat in SR3 von Anfang an zu einem spürbar anderen Spiel geführt. Das weitgehende Aussterben von Pink Mohawk und die Dominanz von Black Trenchcoat hat zentral mit dieser spielmechanischen Entwicklung zu tun.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Torgo am 1.11.2021 | 12:17
Nein. Meine Spielerfahrungen mit den ersten beiden Editionen liegen keine 25+ Jahre zurück, sondern sind (auch) ziemlich frisch.
SR3 hat sich in einigen Bereichen verrannt, ja - aber die zielführende Lösung wäre eine Korrektur an genau diesen Stellen gewesen und nicht der Ansatz von SR4, mit etwas anderer Tapete genau die selben Fehlentwicklungen noch zu zementieren und auszubauen.

Das ist sicher richtig, aber trotzdem wird SR4 von einigen Spielern als das beste SR-Regelsystem wahrgenommen und als echte Alternative zu seinen Nachfolgern empfohlen, die qualitativ weniger hochwertig sein sollen.

Das ist die selbe Diskussion die schon bei Erscheinen von SR4 aufkam, nur war da der direkte Vorgänger das Nonplusultra.

Und ich frage mich halt ob die Wahrnehmung dieser Bedeutungslosgikeit und schlechter Regeln bei einer neuen Gruppe von "Otto Normalspielern" die mit SR6 anfangen und sich nicht für Sammeleditionen interessieren auch vorherrschen würde.

 
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: YY am 1.11.2021 | 12:49
Das ist sicher richtig, aber trotzdem wird SR4 von einigen Spielern als das beste SR-Regelsystem wahrgenommen und als echte Alternative zu seinen Nachfolgern empfohlen, die qualitativ weniger hochwertig sein sollen.

Ich kann hier auch nur meine Meinung sagen *schulterzuck*

Und ich frage mich halt ob die Wahrnehmung dieser Bedeutungslosgikeit und schlechter Regeln bei einer neuen Gruppe von "Otto Normalspielern" die mit SR6 anfangen und sich nicht für Sammeleditionen interessieren auch vorherrschen würde.

Zumindest lässt sich festhalten, dass quasi beliebig schlechte Regeln bemerkenswerterweise so gut wie keinen Einfluss auf den Erfolg eines Systems haben - im Gegensatz zur Wahrnehmung dieser Regeln, die sich durch viele andere Faktoren abseits des eigentlichen Inhalts beeinflussen lässt.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Flamebeard am 1.11.2021 | 22:46
Hmmmm... Auch, wenn mir die Entwicklung, die SR6 darstellt, nicht vollends gefällt - das Thema Edge haben sie zu Ende geführt.

Wobei ich hier eher 'Zu Grabe getragen' meine. Wie YY schon schrieb: (Fast) Alle Modifikatoren einfach nur noch über Edge abbilden - das ist irgendwie entgegen allem, was Shadowrun bisher ausgemacht hat. Wobei ich da schon früher ansetzen möchte: Edge als Tool, um für Norm-Chars ein spieleffektives Dump-Stat zu haben, war eine nette Idee. Dann hätte man das aber auch gegenüber Resonanz, Magie sowie 6-Essenz abgrenzen müssen, sodass Norms auch wirklich etwas davon haben. So gab es seit Einführung von Edge alle möglichen Verrenkungen, um dem Magier/Technomancer/Cyberzombie noch möglichst viel Edge zuzuschustern.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 4.11.2021 | 15:48
SR4 hat aus den stellenweise* überdimensionierten Würfelpools von SR3 unwesentlich kleinere bis spürbar größere (!) Standardwürfelpools gemacht und hat seine eigenen "Gib mir mal noch ein paar Würfel, mein 36er-Pack reicht nicht"-Momente.
Nebenbei hat es einen zusätzlichen Standardwurf im Kampf und durch die festen Mindestwürfe kommt bei dem ganzen Gekniffel auch noch weniger rum, sprich man könnte es sich i.d.R. sparen und direkt die Erfolgsspanne auswürfeln :P
Was SR4 gefixt hat/fixen wollte, war wie die Wahrscheinlichkeit mit den ganzen Modifikatoren skaliert.
SR1-3 hast du wenn du wirklich RAW spielst ganz schnell das Problem, das du oft gegen Wahrscheinlichkeiten würfeln darfst die selbst mit absurd großen Würfelpools kaum schaffbar sind, und generell haben schon sehr kleine Modifikatoren einen enormen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeiten (und und bei SR1-3 gibt es gerne mal Mindestwurf Modifikatoren im Bereich von +4 bis +8).
Da bei SR alles über die Zahl der Erfolge und die Größe des Würfelpools läuft, bei festem Mindestwurf, skalieren da hingegen Schwierigkeiten relativ linear.

Ich glaub für ein Pool-System mit variablen Mindestwürfen und derart vielen Modifikatoren wie SR1-3 kannst du einfach keine W6 benutzen.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: schneeland am 4.11.2021 | 15:59
Ich glaub für ein Pool-System mit variablen Mindestwürfen und derart vielen Modifikatoren wie SR1-3 kannst du einfach keine W6 benutzen.

Ein W10er-System würde vermutlich wirklich besser funktionieren - fühlt sich nur falsch an  :)

Umgekehrt ist es natürlich auch nicht so wirklich hilfreich, wenn die Pools so groß werden, dass Situationsmodifikatoren praktisch keine Rolle mehr spielen.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 4.11.2021 | 17:49
Umgekehrt ist es natürlich auch nicht so wirklich hilfreich, wenn die Pools so groß werden, dass Situationsmodifikatoren praktisch keine Rolle mehr spielen.
Was sobald der Mindestwurf bei SR1-3 über 6 geht eigendlich nicht passiert, zumal du ja bei vielen Proben mehr als einen Erfolg brauchst.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: schneeland am 4.11.2021 | 17:57
Was sobald der Mindestwurf bei SR1-3 über 6 geht eigendlich nicht passiert, zumal du ja bei vielen Proben mehr als einen Erfolg brauchst.

War verkürzt geschrieben. Es ging mir darum: wenn ich einen festen Mindestwurf habe (wie in SR4+), dann müssen die Poolgrößen so bemessen sein, dass der situative Abzug (bzw. Gewinn) von Würfeln auch einen merklichen Einfluss hat. Wenn ich 30 Würfel habe, kann es mir schlicht egal sein, ob es 2 Würfel Abzug wegen Dunkelheit oder Deckung gibt - entsprechende taktische Überlegungen fallen dann einfach weg.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Darius der Duellant am 4.11.2021 | 23:36
Für einen 30er AT Pool muss man schon ziemlich extreme Verrenkungen durchführen.
Und bei einem deutlich realistischeren in den niedrigen 20ern, machen sich 6 Punkte Abzug durch Situationsmodifikationen schon bemerkbar.
SR 4/5 löst das mMn ausreichend gut.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: YY am 5.11.2021 | 14:20
Ich glaub für ein Pool-System mit variablen Mindestwürfen und derart vielen Modifikatoren wie SR1-3 kannst du einfach keine W6 benutzen.
+
Ein W10er-System würde vermutlich wirklich besser funktionieren - fühlt sich nur falsch an  :)

Tom Dowd hat vor Jahren mal erzählt, dass SR ursprünglich als W10-System gedacht war und man erst kurz vor der Veröffentlichung auf W6 umgestellt hat - dabei hat man aber viele Modifikatoren vergessen, die der Höhe nach noch auf W10 ausgerichtet waren. Und die hat man dann über zwei Folgeeditionen mitgeschleppt.

Für Black Mohawk habe ich die Modifikatoren entsprechend angepasst und siehe da, es funktioniert ;)
Das wäre auch für SR4 eher die richtige Baustelle gewesen. Mit der Umstellung auf feste Mindestwürfe hat man sich mMn keinen Gefallen getan.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Infernal Teddy am 5.11.2021 | 14:57
Also effektiv das, was er dann bei der WoD gemacht hat?
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: YY am 5.11.2021 | 16:23
Joah, bei WoD ist es ja dann halbe-halbe: so ein bisschen am Mindestwurf drehen (aber nicht zu viel) und ein bisschen an der Poolgröße.
Funktioniert auch, nur hat man dort ein ähnliches Thema mit den zwei Verteidigungswürfen und dann der Überreaktion zu "alles in einen Wurf" (und der folgenden optionalen Relativierung).
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Darius der Duellant am 5.11.2021 | 16:29
Mir sind die festen Mindestwürfe deutlich lieber.

"5+6 sind ein Erfolg, je mehr Erfolge du hast, desto besser" ist angenehm schnörkellos.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Torgo am 5.11.2021 | 16:44
Nur ist die Qualität eines Regelwerks kein Beleg, dass eine aktuelle Edition besser oder schlechter läuft als die Vorgänger.

Fakt ist, dass man maximal sagen kann, dass in bestimmten Kreisen, z.B. Foren, das Spiel in der jetzigen Form nicht so ankommt und bestimmte Sammelbände leichter zu erstehen sind.

Daraus aber zu schließen, dass es gescheitert ist, halte ich für extrem schwierig, wenn man nicht weiß, wie die anderen für den Fortbestand relevanten Rahmenbedingungen (z.B. Verkäufe) aussehen. 
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: YY am 5.11.2021 | 16:49
Mir sind die festen Mindestwürfe deutlich lieber.

"5+6 sind ein Erfolg, je mehr Erfolge du hast, desto besser" ist angenehm schnörkellos.

Joah, Geschmackssache.

Bei den variablen Mindestwürfen ist ab einer gewissen Einflusshöhe die Poolgröße relativ egal.
Andersrum haben SR4 und 5 ein Problem mit der extremen Bandbreite an Poolgrößen, weil man Modifikatoren über Würfel oder Mindestwürfe nur sinnvoll skalieren kann, wenn sich die Pools in einem relativ schmalen Bereich bewegen.
Ist nach Vorstellung einiger Autoren der Pool eines halbwegs Kompetenten mit Attribut + Fertigkeit jeweils 4, also insgesamt 8, und gibt es dann mit schönster Regelmäßigkeit Pools um die oder jenseits der 20 (oder 30 und in Ausnahmefällen 40), braucht man sich nicht wundern, dass das an einem Ende nicht so recht passt.


Nur ist die Qualität eines Regelwerks kein Beleg, dass eine aktuelle Edition besser oder schlechter läuft als die Vorgänger.

Davon sprach ja eingangs auch niemand - es ging nur um den wahrnehmbar geringeren "Buzz" des Regelwerks, sowohl wie und wo man darüber spricht als auch in freier Wildbahn bei den eigentlichen Spielrunden.
Per Threaddrift wird daraus natürlich irgendwann eine Diskussion über die "Qualität" (wo eigentlich nur gemeint ist, wie es einem gefällt).
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Darilon am 19.01.2022 | 10:35
Ich habe auch das subjektive Gefühl, dass SR seit SR6 versackt. Objektiv ist es aber wohl nicht ganz so tot wie es sich für mich anfühlt. Auf der Drachenzwinge stehen im Moment 2 SR6 Rundenangebote, 2 SR5 Rundenangeboten und einem SR4 Rundenangebot gegenüber.
Im Pegasusforum, ist der SR5-Bereich in der Tat in einem Dämmerschlaf, der SR6 Bereich scheint deutlich aktiver. (Ich weiß allerdings nicht ob er mit der Aktivität zu SR5-Zeiten mithalten kann.)
Und da Sirdoom deutlich dichter an der Quelle sitzt als ich, glaube ich ihm jetzt erstmal seine Aussage, dass sich SR6 in D ganz gut verkauft. Allerdings möchte ich einschränken, dass für die weitere Entwicklung von SR der englische Markt ausschlaggebend ist und der deutsche mEn keinen signifikanten Einfluss hat.

Und klar, gemeckert wird bei jeder neuen Edition. Allerdings sind im Vergleich zu den Böcken die SR6 geschossen hat, die größten Aufreger bei der Umstellung zu SR5, die Wifi-Vorteile und die Limits, nur Kindergartenliga. Ich habe bei Erscheinen von SR6 einige Monate in einer Online-Runde SR6 gespielt und das WTF-Momente-Gewitter bei SR6, das ist einfach ohne Vergleich zu der Umstellung von SR4 auf SR5.

Wenn ich über die Hintergründe der Aufreger nachdenke, habe ich den Eindruck, dass vor allem Regeln aufregen, die ein liebgewonnenes Konzept vereiteln oder einen bevorzugt Stil verhindern. E.g. sorgen die Wifi-Vorteile dafür, dass der in SR4 beliebte Wifi-Off Stil nicht mehr so richtig gut funktioniert, was wohl von CGL auch beabsichtigt war. Und Stilfragen sind halt immer Geschmacksfragen. Und über Geschmack kann man bekanntlich herrlich streiten ohne zu einem Ergebnis zu kommen.
Während man von SR4 auf SR5 im Kern denselben Stil beibehalten hat, versucht SR6 ganz offensichtlich ein grundlegend anderes Paradigma zu unterstützen. Und das verprellt natürlich alle, die mit dem alten Paradigma grundsätzlich zufrieden waren, auch wenn sie vielleicht viel Kritik an der konkreten Umsetzung hatten. Und da sehe ich halt die Ursache für mein subjektive Gefühl, dass SR6 keine Resonanz findet. Die Aktiven in Foren und in anderen Community-Bereichen waren überwiegend Leute das alte Grundparadigma bevorzugt haben. Die sind überwiegend weg. Und SR6 entwickelt seine eigene Community, die das neue Paradigma und damit SR6 unabhängig von der Qualität der Umsetzung bevorzugen. Zu der Community gehöre ich nicht mehr und daher kriege deren Aktivität  daher nicht so mit, die sich vermutlich auch teilweise auf anderen Plattformen entwickelt.

Davon abgesehen ist bei mir die Zeit vorbei, wo ich aus Interesse Regeln gelesen habe. Mittlerweile hat sich meine Lebenssituation geändert. Mit Familie und Arbeit ist schwieriger geworden Freizeit für ein Hobby freizuschaufeln. Warum soll ich Hunderte Stunden in das Lernen von neuen Regeln investieren, nur um danach dasselbe Spielen zu können was ich auch jetzt schon spielen kann?
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: aikar am 19.01.2022 | 11:49
Die Aktiven in Foren und in anderen Community-Bereichen waren überwiegend Leute das alte Grundparadigma bevorzugt haben. Die sind überwiegend weg. Und SR6 entwickelt seine eigene Community, die das neue Paradigma und damit SR6 unabhängig von der Qualität der Umsetzung bevorzugen.
Genau das ist der Knackpunkt. Es wäre nicht das erste System, das bei einem Editionswechsel das Abspringen alter, eingefahrener Spieler in Kauf nimmt, um dafür umso mehr neue Spieler zu requirieren, denen der neue Ansatz mehr zusagt.
Mich würde jetzt interessieren, ob diese Rechnung aufgeht.

Ich habe Shadowrun vor allem in der 4er gespielt und geleitet und kurz nach Beginn der 5er verlassen, da mir Shadowrun allgemein zu crunchig war und sich mein Spielstil von dort weg zu leichtgewichtigeren Systemen entwickelt hatte. Ich hatte (und habe) aber noch Interesse an Shadowrun an sich, wäre also ein potentieller "Neuspieler" für die 6er gewesen. Mir ist die 6er aber immer noch zu umständlich, die Änderungen, die viele Altspieler kritisieren, gehen mir noch nicht weit genug (das selbe Problem habe ich mit DSA5).
Die Frage, die sich mir also stellt: Gibt es eine ausreichend große Zielgruppe für die 6er? Oder hat sie sich genau in dem Niemandsland verloren, in dem die Änderungen zu radikal für die alten aber nicht radikal genug für neue Spieler sind?
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Kaskantor am 19.01.2022 | 12:35
Ich habe die 6er bisher ein paar Mal geleitet und finde, dass sie im Vergleich zur 4. und 5. auf dem für mich richtigen Weg ist, den Crunchlevel runterzuschrauben.
Ich finde z.B. das Zusammenfassen von den Fertigkeiten gut, oder dass man versucht, alles über den gleichen Mechanismus laufen zu lassen. Die Matrix ist auf alle Fälle ein Fortschritt.

Ich selbst habe nichts gegen die Edge-Punkte als Gummipunkte, aber mir sind ehrlich gesagt die Edge-Handlungen ein Dorn im Auge (einfach zu viele zusätzliche Optionen, die man (auch Spieler) einfach immer auf dem Schirm haben muss. Dadurch braucht man auch länger für die Entscheidungsfindung, was z.B. bei Kämpfen dazu führt, dass noch mehr Zeit verschwendet wird.

Zudem finde ich, dass man in anderen Spielen solche Aktionen auch auslösen kann, aber man benötigt nicht extra solche Optionslisten dafür.

Auch bin ich kein Fan von Mechanismen, die man immer wieder bei jeder Aktion beachten muss (hat jetzt der Angreifer oder der Verteidiger Edge bekommen?)

Aus diesen Gründen möchte ich jetzt mal Shadowrun mit Fate spielen und schauen, ob es da besser für uns flutscht.
Ein weiterer Grund dafür ist auch, dass man Charkonzepte spielen kann, ohne Angst zu haben, dass diese wertetechnisch nicht passen. Ich sage nur Stichwort „Detektiv“ :)
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: aikar am 19.01.2022 | 13:26
Aus diesen Gründen möchte ich jetzt mal Shadowrun mit Fate spielen und schauen, ob es da besser für uns flutscht.
Ja, da bin ich inzwischen auch wieder gelandet. ShadowCore XP ist eine wirklich brauchbare Lösung (wenn man grundsätzlich mit FATE kann).
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Darilon am 19.01.2022 | 16:18
Es wäre nicht das erste System, das bei einem Editionswechsel das Abspringen alter, eingefahrener Spieler in Kauf nimmt, um dafür umso mehr neue Spieler zu requirieren, denen der neue Ansatz mehr zusagt.
Mich würde jetzt interessieren, ob diese Rechnung aufgeht.

Tja, das kann gut gehen und das kann schiefgehen. Das Argument dafür ist: Die Alten Spielen können ja weiter mit der letzten Edition spielen (und kaufen hoffentlich auch weiter Runs und Hintergrundbücher, die ja nicht so editionsabhängig sind) und mit der neuen Edition holen wir neue Spieler ins Boot, die mit dem alten System nicht so warm werden. Wenn man so kalkuliert sollte man aber konsequent Multistats in den Nicht-Regel-Publikationen verwenden.

Das Argument dagegen ist, dass gefrustete Stammspieler sich gerne mal komplett verabschieden und es sehr fraglich ist, ob man genug Spieler aus anderen Systemen abwerben kann um das zu kompensieren.

Mir ist die 6er aber immer noch zu umständlich, die Änderungen, die viele Altspieler kritisieren, gehen mir noch nicht weit genug (das selbe Problem habe ich mit DSA5).
Irgendwie steckt die RPG-Regelentwicklung da, wo die Softwareentwicklung um 2000 stand. Zu Beginn hat jede neue Edition brauchbare neue Funktionen gehabt, aber irgendwann ist der Punkt erreicht wo 99% der Features von 99% der Nutzer nicht mehr benutzt werden und nur noch als Ballast sind, der dafür sorgt, dass man die benötigten Features nicht mehr findet. Da man den Nutzer nicht mehr mit neuen Features reizen kann, wird mit jeder neuen Edition die gesamte Oberfläche umgebaut, damit der Käufer das Gefühl hat ein neues Produkt und nicht nur einen Bugfix-Errata zum Vollpreis zu erwerben. Und Bedienbarkeit ala schlankes Regelsystem ist das neue Buzzword.

Auch habe ich oft das Gefühl, wer verschlanken möchte, klaut bei Fate. Aber oft stecken die Autoren so in ihrem System, dass sie nicht wirklich verstehen, was Fate schlank macht und dann sitzen sie dem Denkfehler auf "Wir bauen eine Fatepunkt-Mechanik ein -> unser System wird narrativ -> das garantiert uns ein regelleichtes System". Bzw. im Falle von Shadowrun, dass ja schon eine Fatepunkt-Mechanik hatte: "Wir blasen die Edge-Mechanik mit 2 Zillonen Zusatzregeln auf und sorgen dafür, dass sie bei jeder Aktion eine Rolle spielt -> unser System wird total regelleicht".

Was Fate schlank macht ist:
- die abstrakte Aspekt-Mechanik,
- die Abstraktion von Stunts auf eine Handvoll Mechaniken und
- im Vergleich zu Shadowrun besonders wichtig: Fate will keine Rüstungsspirale, Ausrüstung hat keine Stats.
- alle Aktionen des Charakters sind in 4 Mechaniken abstrahiert.

Und genau dass macht eben weder DSA5 noch SR6. Beide haben wieder ausdefinierte Vorteile, Nachteile, SF, Traditionen, Kampfstilen, Manöverlisten, usw. was unweigerlich erneut zu Regalkilometern an Regelbüchern führt wenn sie dasselbe Spektrum abdecken sollen, wie die Vorgängerversion. Außerdem will sich SR natürlich auch nicht von dem Ausrüstungsporn verabschieden.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Kaskantor am 19.01.2022 | 16:33
Tja mit Anarchy hatten sie versucht etwas mehr Richtung Fate zu gehen.
Fand das aber eher suboptimal.
 
Da hätten sie mMn lieber ein richtiges Fate-SR herausgebracht.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Uwe-Wan am 19.01.2022 | 16:58
Tja mit Anarchy hatten sie versucht etwas mehr Richtung Fate zu gehen.
Fand das aber eher suboptimal.
 
Da hätten sie mMn lieber ein richtiges Fate-SR herausgebracht.

Anarchy ist ja auch von irgendeinem CGL-Typen (iirc der Layouter) geschrieben worden, ohne dass sich irgendjemand Gedanken um Regeln gemacht hatte. Entsprechend halbgar-unbrauchbar ist das Ergebnis.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Darius der Duellant am 19.01.2022 | 19:12
Außerdem will sich SR natürlich auch nicht von dem Ausrüstungsporn verabschieden.

Das ist auch gut so.
Gerade das ist nämlich für nicht wenige Spieler die ich kennen gelernt habe ein echt wichtiger Punkt.
Ein Faterun würd ich nicht mit der Kneifzange anfassen.

Anarchy ist ja auch von irgendeinem CGL-Typen (iirc der Layouter) geschrieben worden, ohne dass sich irgendjemand Gedanken um Regeln gemacht hatte. Entsprechend halbgar-unbrauchbar ist das Ergebnis.

Wenn man diesen Hipsterbullenkot mit dem rotierenden Spielleiter rauswirft und es als System für eine überschaubare Anzahl an One-Shots pro Charakter und nicht für längere Kampagnen verwendet, taugt es mMn schon.
Wenn ich mal wieder Leute mit weniger Affinität zum analysieren von Mechaniken an SR heranführen müsste, würde ich das mit Anarchy machen.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Megavolt am 19.01.2022 | 19:44
Das ist auch gut so.
Gerade das ist nämlich für nicht wenige Spieler die ich kennen gelernt habe ein echt wichtiger Punkt.
Ein Faterun würd ich nicht mit der Kneifzange anfassen.

Schließe mich an. Bin aber persönlich auch jemand, dem das Minispiel "Bastel dir deine Figur zusammen, aber eigenlich nicht wirklich deine Figur, sondern eher ihr Waffenarsenal" viel Spaß macht und für den das wesensprägend zu SR dazu gehört. Sehe aber freilich auch die irren Probleme von so fein granulierten Regelsubsystemen.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Doc-Byte am 19.01.2022 | 21:16
Es wäre nicht das erste System, das bei einem Editionswechsel das Abspringen alter, eingefahrener Spieler in Kauf nimmt, um dafür umso mehr neue Spieler zu requirieren, denen der neue Ansatz mehr zusagt.

Nur sind die alten Spieler doch oft auch diejenigen, die das System den neuen näher bringen bzw. überhaupt erst vorstellen.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: ArneBab am 19.01.2022 | 21:49
Und genau dass macht eben weder DSA5 noch SR6. Beide haben wieder ausdefinierte Vorteile, Nachteile, SF, Traditionen, Kampfstilen, Manöverlisten, usw. was unweigerlich erneut zu Regalkilometern an Regelbüchern führt wenn sie dasselbe Spektrum abdecken sollen, wie die Vorgängerversion. Außerdem will sich SR natürlich auch nicht von dem Ausrüstungsporn verabschieden.
Ehrlich gesagt zurecht: Ausrüstungslisten zu haben und zu träumen gehört für viele zum Spielen dazu (oder eher zu der Zeit zwischen den Runden).

Für Ausrüstungslisten muss das System aber auch komplex genug sein, dass die Teile sich regeltechnisch unterscheiden können. Sowohl super-regel-leicht als auch Ausrüstungslisten geht halt schief.

Wobei SR3 ehrlich gesagt nicht gerade ein Regelschwergewicht war. Es gab hakelige Teile, aber der Großteil war Würfel Fertigkeit + Teil des Pool mit variablem Mindestwurf und zähl die Erfolge. Dein Gegenüber soakt weg was geht, der Rest macht Schaden.

Mit festem Mindestwurf wurde zwar die Zufallsverteilung besser, dafür wurde aber halt ein Smartgun-System regeltechnisch weniger interessant.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: YY am 20.01.2022 | 00:35
Oder hat sie sich genau in dem Niemandsland verloren, in dem die Änderungen zu radikal für die alten aber nicht radikal genug für neue Spieler sind?

Es geht da mMn gar nicht so sehr darum, wie radikal der Ansatz ist, sondern ob er handwerklich brauchbar umgesetzt ist.
Und das kann man mit drei Buchstaben beantworten: CGL  :P ;)

Nur sind die alten Spieler doch oft auch diejenigen, die das System den neuen näher bringen bzw. überhaupt erst vorstellen.

Und sie haben die nötige emotionale Investitionshöhe, um ein Spiel über längere Zeit am Laufen/am Leben zu halten.

"Die Altfans haben ja immer noch den alten Kram, das hier ist für die neue Generation" klappt meinem Eindruck nach eher selten und kommt oft genug als schnippische Defensivaussage, wenn etwas nach einer mehr oder weniger radikalen Änderung dann doch nicht so recht erfolgreich ist.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Sphyxis am 20.01.2022 | 00:55
Als Altfan muss ich zugeben, dass ich bis 2019 erfolgreich Shadowrun 4 leitete. Ich überlege jetzt nur auf Shadowrun 5 jmzusteigen, weil die alte Hausrunde über Corona zerbrach und ich in neuen Runden nicht erwarten kann, dass sie noch Shadowrun 4 Material haben...

Auf 6 werde ich allerdings nicht umsteigen. Ich leite zwar auch Savage Worlds und PbtA, aber SR 6 ist in seinem Drang der Vereinfachung leider regelseitig nicht wirklich durchdacht vorgegangen und es sind keine guten Regeln bei CGL entstsnden. Gleichzeitig kommt bei mir das Gefühl auf, dass CGL jetzt Shadowrun volllkommen zugrunderichten wird.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: aikar am 20.01.2022 | 08:08
Bin aber persönlich auch jemand, dem das Minispiel "Bastel dir deine Figur zusammen, aber eigenlich nicht wirklich deine Figur, sondern eher ihr Waffenarsenal" viel Spaß macht und für den das wesensprägend zu SR dazu gehört. Sehe aber freilich auch die irren Probleme von so fein granulierten Regelsubsystemen.
Feingranular und Ausrüstungsporn ist spaßig, so lange man auf der Spielerseite steht. Ich muss es persönlich nicht (mehr) haben aber ich sehe den Reiz.
Problematisch ist es für mich sowohl bei Shadowrun als auch bei DSA als Spielleiter geworden. Wenn für den Spielleiter die selben Regeln gelten wie für die Spieler, ich aber zig NSCs kontrollieren und noch dazu Spieler, die ihre Regeln nicht 100% selbst kennen/verstehen (und die gibt es in jeder Gruppe) an der Hand nehmen muss, wird es einfach zu viel.
+ Ich will nicht bei jedem einzelnen Angriff/Zauber/Hack 10 Minuten Modifikatoren und Sonderfälle prüfen müssen.

Es muss doch möglich sein, ein System aufzubauen, dass in der Phase von Charakterbau und -entwicklung/-ausrüstung feingranular ist, aber alle sich ergebenden Modifikationen dann zu diesem Zeitpunkt ermittelt und die Berechnungen aus dem Spiel, vor allem den Action-Sequenzen und den NSCs, fern hält.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 20.01.2022 | 08:43
Es muss doch möglich sein, ein System aufzubauen, dass in der Phase von Charakterbau und -entwicklung/-ausrüstung feingranular ist, aber alle sich ergebenden Modifikationen dann zu diesem Zeitpunkt ermittelt und die Berechnungen aus dem Spiel, vor allem den Action-Sequenzen und den NSCs, fern hält.
Wobei da bei SR eigendlich ehr die Situationsmodifikatoren und die Zauberregeln das Problem sind als die Ausrüstung.

Ich mein in Kampf sind vor allem Sicht, Deckungs und Bewegungsmodifikatoren das was nervt, und da macht es die Richtige Ausrüstung sogar leichter, weil die es dir erlaubt die zum Teil einfach zu ignorieren.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Flamebeard am 20.01.2022 | 08:48
Es muss doch möglich sein, ein System aufzubauen, dass in der Phase von Charakterbau und -entwicklung/-ausrüstung feingranular ist, aber alle sich ergebenden Modifikationen dann zu diesem Zeitpunkt ermittelt und die Berechnungen aus dem Spiel, vor allem den Action-Sequenzen und den NSCs, fern hält.

Das ist mEn eine Frage nach dem Charakterbogen. Ich erinnere mich da an einen modifizierten SR4-Bogen, bei dem gerade in der Ausrüstungssektion Seiten darauf verbraucht wurden, um beim Equipment Einsatz-Fälle zu definieren. So hatte jede Wumme 3-4 Untereinträge für montiertes Zusatz-Equip und/oder Spezial-Munition. Da konnten die Spieler dann die jeweiligen für sie relevanten Use Cases vorab notieren.

Klar, der 'Bogen' war dann eher eine 20seitige stumpfe Hiebwaffe. Aber in Kämpfen ging es recht zügig. Man muss halt drauf klar kommen, dass man nur 3-4 Wummen auf einer Seite des Charakterbogens notieren kann. Und bei gewachsenen Charakteren mit Waffen-Messie-Syndrom kann das dann mal ausarten...
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Darius der Duellant am 20.01.2022 | 09:43
Bei NPCs ohne Namen empfehle ich einen Pool aufzubauen aus dem du dir immer wieder fertige Einheiten rausziehen kannst und Schergen nicht allzu differenziert aufzuziehen.

Für Kanonenfutter lohnt es sich mMn nicht, die Ausrüstung allzu detailliert auszuarbeiten.
So Sachen wie Smartlink/Laser gerne, aber angepasste Griffe, Unterlaufklingen und ähnliches gibt es nur sporadisch.
Uniformere Ausrüstung verkürzt auch die Lootphase deutlich.
Dann reicht ein Dreizeiler mit "ihr findet bei den Gangern 5 AKs, 2 Predators + eine ausgepimpte Pistole mit X+Y+Z sowie ausreichend Munition"
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Kaskantor am 20.01.2022 | 10:46
Ich glaube ja, dass Shadowrun allgemein einfach das Problem des "veraltet seins" inne hat.

Ich habe in den letzten 2 Jahren einiges Online gespielt.
Verschiedene Gruppen und verschiedene Spiele, also mal abseits von der gewohnten heimischen Truppe, bzw. auch gemischt.

In jeder Gruppe in der ich mitgespielt oder geleitet habe, ist mir folgendes aufgefallen.

Man trifft sich im Schnitt alle 3-4 Wochen für einen Abend unter der Woche von ca. 19:00 - 22:30 Uhr.
Meistens haben die Mitspielenden noch mehrere Runden parallel laufen.
Die meisten hatten Lust auf Kampagnen statt Einzelabenteuern.
Wirklich viele der Spieler (mich mit eingeschlossen) haben sich in der Zwischenzeit nicht wirklich, oder nicht ausreichend genug auf die Sessions vorbereitet (als SL meistens mehr).
Also im Endeffekt hat sich keiner groß in der Zwischenzeit mit den Regeln beschäftigt, so dass bei ähnlichen Situationen oft die gleichen Fragen gestellt wurden, bzw. das Spielen auf die ein oder andere Weise verzögert haben.
Die Gründe dafür sind uns (zumindest Mal den Leutchen im mittleren Alter) klar.
Z.B. Arbeit, Familie, Haushalt usw.

Ergo läuft bei SR und Co. (eher komplexe Spiele) so gut wie nichts Storymäßig. Man hat oft das Gefühl, dass in der Kampagne wenig vorran geht, zumindest wenn der nächste Termin erst wieder in 3-4 Wochen stattfindet. Früher, wo man einfach mal ein ganzes WE durchgezockt hat, ging viel mehr. Liegt unter anderem auch daran, dass man dann nur ein System hatte und darin fitt war.

Eigenes Beispiel, unsere letzten 3 Sitzungen mit Schattentricks bestanden ausschließlich aus dem Endkampf und im Endeffekt ist der noch nicht mal abgeschlossen.
Die Gründe dafür sind hier erstmal egal, an ein paar Schrauben hätten wir noch was drehen können, dass ist mir bewusst, aber darum soll es hier auch nicht gehen.

Ich habe das Gefühl, dass der Großteil der Leute erwartet, dass der SL alles, inklusive was der Spieler für Optionen in der jeweiligen Situation hat, parrat haben soll.
Dem ist aber gefühlt schon lange nicht mehr so, weil auch der SL die o.g. Problemchen hat.

Jetzt kommen wir mal wieder auf SR zurück.
Denkt ihr wirklich, dass es bis auf ein paar Ausnahmen hier Leute gibt, die die Regeln und Ausrüstung derart "gefressen" haben, dass das alles aus dem FF läuft?
Meine Zeiten, wo ich zumindest so ziemlich alle Waffendaten aus DnD 3.5 inklusive kritbereiche, Reichweiten, Schadensarten usw. nahezu auswendig konnte sind lange vorbei.
Ich verweigere mich auch komplexeren Spielen nicht, wie z.B. einem PF2, was ich sehr gerne mag, dennoch würde ich mal soweit gehen, dass ich die Behauptung aufstelle, dass die Hardcorefraktion in SR immer mehr austirbt und die Spiele ja auch durch die Bank versuchen unkomplexer zu werden.
Vor allem seit einem DnD5, nur SR6 ist eben noch nicht das gelbe vom Ei, mMn.   
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Ninkasi am 20.01.2022 | 11:36
Das ist eine interessante Reflexion deiner SR-Gruppen.

Zitat
Ergo läuft bei SR und Co. (eher komplexe Spiele) so gut wie nichts Storymäßig.

Ich habe allerdings schon von Gruppen gelesen, die auch gerade wegen dem System, dieses oft ignorieren, handwedeln und viel storymäßig agieren, also die Regeln außen vor lassen und die Ergebnisse in der Fiktion ausdiskutieren.

Wenn natürlich in einem SR-Plot viele Kämpfe vorkommen und die Gruppe diese mit den Regeln ausfechten möchte, klappt natürlich in einer kurzen Session nicht viel anderes.
Alles suboptimal, wenn das Setting so einem ans Herzen gewachsen ist, würde ich auf ein anderes System umschwenken.

Aber deine Beobachtung über die Regelfestigkeit und Vorbereitung (auch der Spieler bzgl. z.B. des Inhaltes der letzten Runde und Pläne für die Nächste) kann ich durchaus bestätigen in einigen Fällen.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Kaskantor am 20.01.2022 | 11:39
Kurz Anmerkung, o.g. Gruppen betrifft einige gegenwärtige Systeme, nicht nur SR.

Edit: was ich noch hinzufügen wollte ist, dass es sich fast nur um Kaufkampagnen dreht. In Eigenerdachten Kampagnen/ Abenteuern sieht das eventuell anders aus, weil man da ja selbst festlegen kann, wieviele Kämpfe stattfinden sollen.

Also diese Beobachtung hatte ich auch in DnD, PF und Co.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: aikar am 20.01.2022 | 14:32
Alles suboptimal, wenn das Setting so einem ans Herzen gewachsen ist, würde ich auf ein anderes System umschwenken.
Ist halt leichter gesagt als getan. Es gibt zwar eine ganze Reihe Cyberpunk-Systeme, aber praktisch keine, die Magie inkludieren und sich einigermaßen wie Shadowrun anfühlen.
Damit landet man dann wieder bei Fan-Conversions wie ShadowCore (FATE) oder eine der Savage Worlds-Conversions. Wenn einem FATE und/oder Savage Worlds aus irgendwelchen Gründen nicht gefällt, wird die Auswahl schon sehr dünn.
Ich suche schon seit Jahren nach meinem perfekten Shadowrun-Ersatz. ShadowCore ist für mich bis dato am nähesten dran, aber irgendwie immer noch nicht optimal.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Jiba am 20.01.2022 | 14:39
"The Sprawl" ist altenativ und hat eine Magieerweiterung. Und das ist schon ziemlich "Shadowrun" – nur eben ohne Gunporn.  ;)
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: aikar am 20.01.2022 | 14:43
"The Sprawl" ist altenativ und hat eine Magieerweiterung. Und das ist schon ziemlich "Shadowrun" – nur eben ohne Gunporn.  ;)
Schlägt in die selbe Kerbe wie ShadowCore. Und ich hab da kein Problem damit, ich mag beide. Aber wer ein "klassisches" System will und nichts erzählerisches kann zu Savage Worlds greifen und das wars dann. Oder weiß noch wer Alternativen?
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Prisma am 20.01.2022 | 15:06
These: Gunporn, etc. ist gar nicht das Problem von Shadowrun, Komplexität schon. Dabei ist Komplexität nicht gleich Komplexität. Cyberpunk 2020 ist auch komplex und bietet ganz heftiges Gunporn und andere Elemente. Aber es ist besser zu verstehen, schneller und intutiver nutzbar, in so ziemlich allen Aspekten. Cyberpunk 2020 hat schlicht sinnvollere Regeln. Shadowrun verdient das auch.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: RackNar am 20.01.2022 | 15:15
Schlägt in die selbe Kerbe wie ShadowCore. Und ich hab da kein Problem damit, ich mag beide. Aber wer ein "klassisches" System will und nichts erzählerisches kann zu Savage Worlds greifen und das wars dann. Oder weiß noch wer Alternativen?

Wenn du bereit bist ein wenig selbst zu machen (Metamenschen und Magie), Everywhen mit Neonpunk Crysis https://www.drivethrurpg.com/browse.php?keywords=everywhen&x=0&y=0&author=&artist=&pfrom=&pto= (https://www.drivethrurpg.com/browse.php?keywords=everywhen&x=0&y=0&author=&artist=&pfrom=&pto=)

 Und ich gehe gerade mit der Idee eins Supers! - Hack schwanger. Da habe ich aber noch nichts fertig.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 20.01.2022 | 15:18
Ich denke auch das der "Gunporn" kein wirklich großes Problem ist.
Ein Problem sind ehr die ganzen Situationsabhängigen Modifikatoren und andere Regelbereiche wie Cyberware, Magie, Matrix und Riggen.
Und zu einem Gewissen Grad die Unhandlichkeit von Poolsystemen ganz allgemein.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: aikar am 20.01.2022 | 15:19
Meine Hauptindikatoren ob ich ein System zu komplex finde:
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 20.01.2022 | 15:28
Wie lange dauert eine übliche Kampfrunde eines Spielers (Im Optimalfall gibt es kaum Verzögerung zwischen Erzählung und Ausführung, das hat aber fast kein System. > 1 Minute ist mir zu viel und Shadowrun ist weit drüber)?
Wobei gerade pool systeme bei denen Erfolge zwischen konkurrierenden Proben queer vergleichen musst  besonders undynamisch sind.
Vorallem wenn sich noch die Poolgrößen und/oder Schwierigkeiten Situationsabhängig ändern.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Boba Fett am 20.01.2022 | 15:29
Wie lange dauert eine übliche Kampfrunde eines Spielers (Im Optimalfall gibt es kaum Verzögerung zwischen Erzählung und Ausführung, das hat aber fast kein System. > 1 Minute ist mir zu viel und Shadowrun ist weit drüber)?

Zu den anderen Dingen stimme ich zu, aber bis auf Ausnahmen würde ich, bei einem Spieler, der die für Ihn relevanten Regeln (gut genug) kennt, eher den Spieler wechseln.

Ein Angriff bei SR (ich beziehe auf SR4) sind 4 Würfe (plus Ini am Anfang). Angriff, Abwehr, Schaden, Rüstung - und verbrauchsmittel abstreichen.
Es gibt ein paar situationsabhängige Variablen (zB im Angriff, und Munitionsarten). Aber jede Wurfermittlung sollte doch keine 10 Sekunden brauchen.
Und Entscheidungsfindung doch keine 20.

Magie ist mit Entzug ein Quentchen mehr. Aber die Minute...?

Ich sehe es bei der Komplexität eher so, dass es zu lange braucht, bis die mitspielenden Leute (Spielleiter inklusive) ihre Regeln beherrschen.
Wenn ich mich erstmal ein dreiviertel Jahr durch das Tal der Tränen spielleitern muss, weil es immer ewig dauert, dann macht das keinen Spaß und dann hält die Kampagne auch nicht so lange.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: ArneBab am 20.01.2022 | 16:08
Wobei gerade pool systeme bei denen Erfolge zwischen konkurrierenden Proben queer vergleichen musst  besonders undynamisch sind.
Vorallem wenn sich noch die Poolgrößen und/oder Schwierigkeiten Situationsabhängig ändern.
Beim SR3 Pool ist das Dynamische zum Teil an den Spieltisch verlagert: Boah, riesen Würfelmenge, das wird weh tun! Arg, nein, zu viele Erfolge des Gegenüber! Wenigstens noch einer geht durch — lass mal Schaden Machen! Hah!

Das wäre schrecklich, wenn es nicht das Spielgefühl von „Ich bin stark und meine Ausrüstung ist cool“ unterstützen würde. Was es aber tut.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Ninkasi am 20.01.2022 | 16:36
Ich suche schon seit Jahren nach meinem perfekten Shadowrun-Ersatz. ShadowCore ist für mich bis dato am nähesten dran, aber irgendwie immer noch nicht optimal.

Noch ein Vorschlag: Genesys, gibt es Android-Cyberpunk für und da war auch mal ein fettes SR-Fanwerk.


Aber ich sehe hier schon:
6.Edition scheint versackt...
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Sosthenes am 20.01.2022 | 17:23
Varianten die ins Narrativere gehen gibt's ja einige (Anarchy, Shadowcore, Shadowrun in the Sprawl, Runners in the Shadows), aber bei der Demografie wundert mich dass es noch keine verbreitete Retro-2E/3E Schiene gibt, so wie bei Vampire ja auch wieder oWoD "in" wurde. (Also mit etwas neuerem Support/Community, nicht einfach alte Hasen mit ihren lädierten Original-2E/3E Büchern)

Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Doc-Byte am 20.01.2022 | 17:29
Aber wer ein "klassisches" System will und nichts erzählerisches kann zu Savage Worlds greifen und das wars dann. Oder weiß noch wer Alternativen?

Equinox liefert mit seinem Match-System mMn eine super Basis, um mit wenigen Anpassungen damit Shadowrun spielen zu können. Ich hab schon öfter überlegt, da mal eine Umsetzung zu entwickeln.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Man bekommt dann zwar ein paar Werkzeuge für erzählerische Elemente mit auf den Weg, aber für meinen Geschmack genau in der richtigen Dosierung für einen cineastisch-actionreichen Spielstil, ohne dabei dem SL seinen SL-Job aus der Hand zu nehmen.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: YY am 20.01.2022 | 18:54
Es muss doch möglich sein, ein System aufzubauen, dass in der Phase von Charakterbau und -entwicklung/-ausrüstung feingranular ist, aber alle sich ergebenden Modifikationen dann zu diesem Zeitpunkt ermittelt und die Berechnungen aus dem Spiel, vor allem den Action-Sequenzen und den NSCs, fern hält.

Gibts, z.B. GURPS.

Grundsätzlich ist der Knackpunkt mMn aber der, dass es möglich sein muss, in der Komplexität reduzierte NSC zu nutzen, die dann trotzdem konkurrenzfähig sind.
Das funktioniert, wenn das System "frontlastig" ist und nach der Vorbereitung nur ein Bündel Werte als Ergebnis steht - dann können die Spieler ihren Spaß mit dem Kleingefuddel haben und als SL lege ich NSC-Werte einfach fest und fertig.

Wenn das Ganze aber ein Feuerwerk an Sonderregeln, -effekten und kleinteiligem Verwaltungskram (wer hat diese Runde schon wie viel Edge bekommen...) ist, klappt das nicht, weil man als SL dann den ganzen Extrakram trotzdem ständig parat haben muss.

Ich glaube ja, dass Shadowrun allgemein einfach das Problem des "veraltet seins" inne hat.

Njoah, das klingt jetzt weniger nach "technisch" veraltet, sondern nach unpassender Lebenssituation.
Das ist ein weit verbreitetes, aber kein so flächendeckendes Phänomen, dass man sagen müsste: alle komplexen Systeme sind völlig aus der Zeit gefallen.
Die finden schon noch ihr Publikum.

dennoch würde ich mal soweit gehen, dass ich die Behauptung aufstelle, dass die Hardcorefraktion in SR immer mehr austirbt und die Spiele ja auch durch die Bank versuchen unkomplexer zu werden.

Ist so ein bisschen die Frage nach der Henne und dem Ei.
Die Hardcorefraktion ist ja nicht *pöff* weg, sondern spielt großteils andere Spiele als aktuelles SR. Und je mehr sich SR von dem weg entwickelt, was die verbleibenden HCler wollen, um so mehr springen da auch die letzten ab und es kommen erst recht keine zurück.

Ganz davon abgesehen, dass es Systeme jedes Komplexitätsgrades in gelungen und weniger gelungen gibt und mMn vor allem das seit mehreren Editionen das Kernproblem von SR ist.

Oder weiß noch wer Alternativen?

Mit fertigen SR-Konvertierungen oder reichen auch Systeme, wo sich die Konvertierung quasi von selbst schreibt?
GURPS, Mongoose Traveller 2nd, Corporation - alles keine schlechte Grundlage, aber man muss ein bisschen Arbeit reinstecken. Dafür läufts dann am Ende auch rund.


Varianten die ins Narrativere gehen gibt's ja einige (Anarchy, Shadowcore, Shadowrun in the Sprawl, Runners in the Shadows), aber bei der Demografie wundert mich dass es noch keine verbreitete Retro-2E/3E Schiene gibt, so wie bei Vampire ja auch wieder oWoD "in" wurde.

Ja, der Bedarf ist da - ein CP RED ging ja z.B. weg wie warme Semmeln, auch wenn es für viele nicht der erhoffte große Wurf war, wie man so hört.

Generell gehört Shadowrun zu den meistkonvertierten Settings (ich lehne mich aus dem Fenster und behaupte hiermit, es ist - sogar mit großem Abstand - das meistkonvertierte Setting), sprich: viele haben ihren Bedarf in Eigenregie gedeckt.

Ein echter, d.h. spielmechanisch sehr ähnlicher und zugleich tauglicher Retroklon ist auch nicht gerade trivial - SR1-3 scheint manchmal mit Absicht so aufgezogen zu sein, dass man nichts ändern kann, ohne zugleich große Bereiche ungewollt mit zu verschieben.
Da hat mir bei meinem eigenen Retro-Gebastel schon manchen Abend die Birne geraucht.

Aber auch ohne tatsächlichen SR-Retro-Charakter sind "klassische" Cyberpunk-Systeme (und -settings) ziemliche Mangelware. Kann ich auch nicht so recht nachvollziehen, aber machste nix  :think: :-\
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Darius der Duellant am 20.01.2022 | 19:36
Passt nicht mehr in die aktuelle Generation.
Mit dem Mindset das überhaupt zu dem Genre geführt hat, können Zoomer doch gar nicht mehr so besonders viel anfangen.
Da fehlt die Verknüpfung zwischen vielen Settingpunkten und dem Oberbegriff "Dystopie".
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Sosthenes am 20.01.2022 | 20:15
Generell gehört Shadowrun zu den meistkonvertierten Settings (ich lehne mich aus dem Fenster und behaupte hiermit, es ist - sogar mit großem Abstand - das meistkonvertierte Setting), sprich: viele haben ihren Bedarf in Eigenregie gedeckt.

Ich würde Star Wars jetzt noch etwas höher einsetzen. Aber sonst ja, klar, das wird gerne konvertiert. Haben genügend Leute gespielt, und ist ja kein Genre per se, sondern schon was sehr Spezifisches.

Ein echter, d.h. spielmechanisch sehr ähnlicher und zugleich tauglicher Retroklon ist auch nicht gerade trivial - SR1-3 scheint manchmal mit Absicht so aufgezogen zu sein, dass man nichts ändern kann, ohne zugleich große Bereiche ungewollt mit zu verschieben.
Gut, ich denke das würde dann ja auch nicht in einen kompletten Umbau ausarten – das gab's ja mit SR 4/5/6 – sondern halt wie so viele andere Retroclone System + HotFixes sein.

Aber auch ohne tatsächlichen SR-Retro-Charakter sind "klassische" Cyberpunk-Systeme (und -settings) ziemliche Mangelware.

Meinst du "klassisch" im Regelsinne, d.h. eben keine narrativen oder D&D-Varianten? Dann jein, würd ich sagen. In den 90ern war auch nicht viel mehr als Cyberpunk 2020 und SR da, und die gibt's ja auch noch immer (CyberSpace war ferner liefen, und GURPS Cyberpunk hat ausser Geheimdiensten auch keiner gelesen).

Cyberpunk in irgendeiner Art gibt's viel, aber halt alles nur so FATE/Pbta/FitD Varianten oder Mini-Settings ohne viel Support.

Mit dem Mindset das überhaupt zu dem Genre geführt hat, können Zoomer doch gar nicht mehr so besonders viel anfangen. Da fehlt die Verknüpfung zwischen vielen Settingpunkten und dem Oberbegriff "Dystopie".
Weil viele Settingpunkte jetzt Gegenwartsliteratur sind, keine Sci-Fi? Und der Rest Retro-Sci-Fi.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: nobody@home am 20.01.2022 | 20:27
Aber auch ohne tatsächlichen SR-Retro-Charakter sind "klassische" Cyberpunk-Systeme (und -settings) ziemliche Mangelware. Kann ich auch nicht so recht nachvollziehen, aber machste nix  :think: :-\

Mag mit daran liegen, daß sich die Welt seit dem Aufkommen des "klassischen Cyberpunk"-Genres ein Stück weitergedreht hat und nicht alle seine Annahmen zum Thema nahe Zukunft mehr so richtig zu dem passen, was wir unsererseits heutzutage kommen zu sehen meinen. Speziell das Konzept "Ihr spielt eine Einbrecherbande gegen die/im Räderwerk der pöhsen Konzerne", an das zumindest ich als weitgehend Außenstehender insbesondere bei Shadowrun noch als erstes denke, mag nach Jahrzehnten der Klischeeverbrämung auch ein wenig ausgelutscht sein.

Man kann mMn auch heute noch durchaus mit sowohl Cyber- als auch Punk-Elementen noch einiges Spielbare anfangen, nur bei den Grundlagen müßte man sich dabei ein Stück von den mittlerweile "traditionellen" Stereotypen wegbewegen und einen aktuelleren Stand suchen. (Im Zweifelsfall können sie auch immer noch in "klassischere" Science Fiction mit einfließen -- passenden Gesellschaftsknatsch gibts auch da meist noch genug, und die Problemchen, die mit zunehmender Vercyberung und Virtualisierung auf das Konzept "Mensch" so zukommen mögen, wird auch der Warpantrieb nicht mal eben so nebenher lösen.)
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: YY am 20.01.2022 | 22:36
Meinst du "klassisch" im Regelsinne, d.h. eben keine narrativen oder D&D-Varianten? Dann jein, würd ich sagen. In den 90ern war auch nicht viel mehr als Cyberpunk 2020 und SR da, und die gibt's ja auch noch immer (CyberSpace war ferner liefen, und GURPS Cyberpunk hat ausser Geheimdiensten auch keiner gelesen).

Cyberpunk in irgendeiner Art gibt's viel, aber halt alles nur so FATE/Pbta/FitD Varianten oder Mini-Settings ohne viel Support.

Neben CP2020 und SR war alles "ferner liefen", aber es gab schon einiges (http://ageofravens.blogspot.com/2017/05/history-of-cyberpunk-rpgs-part-one-1988.html) - wobei da viele Klone und Trittbrettfahrer dabei waren, die man heute natürlich gar nicht mehr auf dem Schirm hat, weil sie längst in der Versenkung verschwunden sind.

Und ich meine "klassisch" in beiderlei Hinsicht, also sowohl in Sachen Regelwerk als auch in Richtung Setting. Bei Letzterem müsste es auch gar kein sonderlich weit ausgearbeitetes Setting sein, aber die Mini-Settings bzw. Versatzstücksammlungen der aktuellen FATE/Pbta/FitD-Cyberpunkschwemme sind aus meiner Sicht eben schon spürbar Postcyberpunk in dem Sinne, dass sie mehr oder weniger lustlos die altbekannten Klischees nachtanzen. Nicht ironisch oder gar abfällig, aber zumindest recht distanziert. 

SR hat sich auch selbst entkernt (in System wie Setting), das gibts zwar noch, aber...na ja :-\

CP2020 gibts tatsächlich quasi doppelt noch, nämlich mit einem relativ brauchbaren Nachfolger (nach mehreren Fehlversuchen, über die auch der Verlag mittlerweile den Mantel des Schweigens breitet) und mMn viel wichtiger und beachtlicher immer noch ohne große Verrenkungen im Original (also 2e revised) erhältlich.
Da könnte man sich wieder streiten, ob es tatsächlich so gut war und ist oder ob "nur" nichts Besseres nachgekommen ist - aber das ist in meinen Augen tatsächlich ein großer Faktor, warum es keinen spezifischen CP2020-Retroklon gibt. Es ist einfach immer noch da :o 8)


Mag mit daran liegen, daß sich die Welt seit dem Aufkommen des "klassischen Cyberpunk"-Genres ein Stück weitergedreht hat und nicht alle seine Annahmen zum Thema nahe Zukunft mehr so richtig zu dem passen, was wir unsererseits heutzutage kommen zu sehen meinen.

Ich würde eher umgekehrt meinen, dass sich die Welt ausreichend weitergedreht hat, um den leidigen pseudofuturologischen Aspekt gerade von SR endgültig der Lächerlichkeit preiszugeben (was CGL aber auch noch nicht gemerkt hat :P) und sich davon vollends lösen zu können.
Sprich: Heute kann man ungehemmt Retro-SF Noir im klassischen Cyberpunk-Stil machen, ohne irgendwelchen aktuellen futurologischen Betrachtungen hinterher zu rennen.
Sozusagen analog zu Twilight: 2000, wo in den 90ern ein gerade so nicht mehr aktuelles Setting mächtig unter lauter ad hoc-Anpassungen gelitten hat und heute ein praktisch identisches Setting als alternativer (und nicht bis in die Gegenwart reichender!) Geschichtsverlauf auf eigenen Füßen stehen kann.

Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: aikar am 21.01.2022 | 07:33
"Ihr spielt eine Einbrecherbande gegen die/im Räderwerk der pöhsen Konzerne"
Das ist Shadowrun doch schon lange nicht mehr, wenn es das überhaupt jemals war. In den meisten Fällen spielt man doch Einbrecher-/Spione/Spezialeinheiten im Dienst der Konzerne und Syndikate (über den Umweg von anonymen Auftraggebern. Das wird ja oft als Argument aufgebracht, dass Shadowrun kein Cyberpunk wäre, weil der Punk-Aspekt fehlt.

Mag mit daran liegen, daß sich die Welt seit dem Aufkommen des "klassischen Cyberpunk"-Genres ein Stück weitergedreht hat und nicht alle seine Annahmen zum Thema nahe Zukunft mehr so richtig zu dem passen, was wir unsererseits heutzutage kommen zu sehen meinen.
Ich würde eher umgekehrt meinen, dass sich die Welt ausreichend weitergedreht hat, um den leidigen pseudofuturologischen Aspekt gerade von SR endgültig der Lächerlichkeit preiszugeben (was CGL aber auch noch nicht gemerkt hat :P) und sich davon vollends lösen zu können.

Ich finde schon, dass sich Shadowrun gerade seit der 4. Edition bis heute immer weiter modernisiert hat.
Alles kabellos, Nanotech, Gentech, Assistenzsysteme, künstliche Intelligenzen, künstliche Intelligenzen über Nanotech in menschlichen Körpern, AR, VR,...
Gerade wenn man dazu nimmt, dass sich die Welt von Shadowrun durch die Rückkehr der Magie ab 2012 beeinflusst wird, finde ich das aktuelle Shadowrun-Setting (etwa seit dem Zusammenbruch der alten Matrix Anfang Shadowrun 4) eigentlich gar nicht retro. Vielleicht erreichen wir den technologischen Stand von Shadowrun 6 schon in 20 statt in 50 Jahren, aber wir müssen (bis dato) auch nicht einen beträchtlichen Teil unserer wissenschaftlichen Forschung auf das Verständnis von Magie verwenden und hatten (noch) nicht mit gleich zwei kompletten Zusammenbrechen des Internets und großen Kriegen in Europa (Eurokriege) und Amerika (Geistertanzkrieg) im 21. Jahrhundert zu kämpfen.
Insofern sehe ich die Shadowrun-Welt als parallele, aber inzwischen durchaus (unter dem Aspekt eines Fantasy-Settings mit Magie) nicht mehr unplausible Entwicklung.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: nobody@home am 21.01.2022 | 09:52
Das ist Shadowrun doch schon lange nicht mehr, wenn es das überhaupt jemals war. In den meisten Fällen spielt man doch Einbrecher-/Spione/Spezialeinheiten im Dienst der Konzerne und Syndikate (über den Umweg von anonymen Auftraggebern. Das wird ja oft als Argument aufgebracht, dass Shadowrun kein Cyberpunk wäre, weil der Punk-Aspekt fehlt.

Öm...dir ist klar, daß du hier bei genauerer Betrachtung "Das ist Shadowrun doch schon lange nicht mehr, statt dessen spielt man in den meisten Fällen genau das" geschrieben hast? wtf?

Letztendlich bleibt Shadowrun (zumindest so, wie's von außen aussieht) primär ein Spiel für "Dungeoncrawls mit D&D-Leutchen und High-Tech a la Hollywood". Ob der einzelne SC nun aus punkideologischen Gründen, aus Loyalität zum Mutterkonzern, oder sogar einfach gleich nur der schnöden Nuyen wegen dabei ist, ändert an der Nische nicht wirklich mehr als die Gesinnung beim großen Doppel-D-Vorbild. ;)
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: aikar am 21.01.2022 | 12:55
Ich hatte das "im Räderwerk" übersehen und mich nur auf das "gegen" (im Sinne von rebellischen Aktionen) bezogen, was bei SR praktisch nicht vorkommt.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Grubentroll am 21.01.2022 | 13:29
Ich glaub ich kenn kein anderes Genre was in meinem Leben von "superfaszinierend" bin hin zu "interessiert mich echt nicht mehr die Bohne und nervt mich sogar eher schon" abgerutscht ist wie Cyberpunk und Konsorten.

Passt meiner Meinung nach nicht mehr in diese Zeit.

Würde ich als Shadowrun2050 evtl aus Nostalgie mit allen lustigen damaligen Trappings ("Decker" mit Kabeln im Kopf, Troll mit rosa Iro, etc) spielen, weil es eben wieder originell wäre wie man sich Ende der 80er die Zukunft vorgestellt hat.

Aber das ganze Cyberpunkgedöns an sich ist heutzutage sowas von durch, finde ich.
Was überbleibt ist dann doch nur Transhumanismus, und das ist noch weniger meine Ecke.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Jiba am 21.01.2022 | 13:36
Aber das ganze Cyberpunkgedöns an sich ist heutzutage sowas von durch, finde ich.
Was überbleibt ist dann doch nur Transhumanismus, und das ist noch weniger meine Ecke.

Naja, wenn wir uns anschauen, was gerade, besonders im Technologiebereich passiert, würde ich eher argumentieren: Cyberpunk war vielleicht nie relevanter als heute. (https://ethanseth.medium.com/why-is-cyberpunk-relevant-today-cb4f40789e09)

Obwohl, du kannst ja alternativ auf Solarpunk (https://www.teilzeithelden.de/2021/11/12/solarpunk-hoffnung-fuer-die-zukunft/) umsteigen.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: Sosthenes am 21.01.2022 | 13:46
Naja, Leute spielen auch noch Traveller und Heinlein-artige Sci-Fi Romane werden immer noch geschrieben. Mag halt jetzt nicht gerade auf der, ähm, Schockwelle der Zeit reiten, aber dann hat man halt das zu Synthwave passende Spiel-Genre. Ich denke schon in den 90ern war jetzt CP allgemein und _erst recht_ SR nicht wirklich beliebt wegen irgendwelcher subversiver Gesellschaftskritik. Und dass man "Punks" spielt war ja auch nichts neues, Murderhobos waren ja auch nichts anderes.

Die Spiele kamen alle groß raus in den 90ern, das schon viele der CP Klischees hinter sich gelassen hat. Die Marktdominanz von Japan war nicht mehr da, keine UdSSR wie noch in vielen Hintergründen, eine allgemein eher positive Stimmung, trotz Grunge. Sozial wären wir jetzt wahrscheinlich wieder näher dran als in der Spiel-Hochzeit, aber trotzdem ging das damals doch recht gut ab.

Ich glaub' das Genre ist nicht das Problem. Beliebt ist es noch. Ich meine, publiziert wird ja auch noch genug von SR direkt. Klar, nicht mehr ganz 90er Top-Beliebtheit (wie WoD auch), aber das ist halt der normale Zeitenlauf. Die "Probleme" seh' ich wohl eher beim Regelwerk, sprich Editions-Kriege und System-Vorlieben-Wandel.
Titel: Re: Ist die 6. Edition von Shadowrun mehr oder weniger versackt?
Beitrag von: YY am 21.01.2022 | 14:00
Gerade wenn man dazu nimmt, dass sich die Welt von Shadowrun durch die Rückkehr der Magie ab 2012 beeinflusst wird, finde ich das aktuelle Shadowrun-Setting (etwa seit dem Zusammenbruch der alten Matrix Anfang Shadowrun 4) eigentlich gar nicht retro.

SR 1 ist schon nicht retro, aber da kommt so mancher in der Betrachtung nicht über ein paar Oberflächlichkeiten und Teile des Artworks hinweg.

Naja, Leute spielen auch noch Traveller und Heinlein-artige Sci-Fi Romane werden immer noch geschrieben.

Traveller ist dank der recht gelungenen Techlevel-Einstufung eigentlich ziemlich zeitlos; man erkennt natürlich die jeweilige SF-Ära und den -Zeitgeist am Artwork, aber z.B. das aktuelle MongoTraveller-Regelwerk hat eine Ästhetik wie Interstellar oder Oblivion.
Das ist völlig "normale" aktuelle SF, vielleicht ein bisschen generisch, aber es ist ja auch ein Baukasten ;)