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Pen & Paper - Spielsysteme => Cthulhu RPGs => Thema gestartet von: Ham's the R am 5.03.2021 | 21:04

Titel: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Ham's the R am 5.03.2021 | 21:04
Behauptung: "Themen, deren Inhalt dem guten Geschmack widersprechen, sollten auch im Horror RPG nicht bespielt werden!"

Vielleicht ist es dem einen oder anderen SL schon einmal passiert, dass sich ein:e oder mehrere Spieler:innen am Inhalt eines Szenarios gestossen haben und getriggert wurden.

Fast immer haben diese Trigger mit Inhalten wie Sex, Kindern und/oder Folter zu tun.

Horror hin, Horror her. Solche Themen gelten bei manchen Menschen als amoralisch, verwerflich und absolut inakzeptabel.

Mord und Totschlag, ja. Aber das?
Nein, das geht ja nun mal gar nicht.

Es wird beanstandet.
Es wird tabuisiert.

Für die einen ist ein detaillierter Inhalt dieser Thematiken nur plumpe Effekthascherei.
Für andere ist es zu aufgesetzt oder zu provokant.
Aber für manche ist es auch ein Stilmittel, um die Spieler:innen ein klein wenig zu schocken / schockieren.

No Go! Zu Recht?

Gibt es ein Limit?

Wann ist Hardcore too hard?
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: ErikErikson am 5.03.2021 | 21:34
Ich denke, am besten man setzt eine Warnung vor das Spiel, dann kann derjenige der nicht will, rechtzeitig aussteigen. Dann geht alles.

Ob es Effekthascherei ist oder nicht, hängt halt an der Qualität. IMO machen das die japaner gut, grade Ito Junji oder Amagappa Shoujogun produzieren schon gute Sachen, aber schön ist das nicht. Das im Roolenspiel umgesetzt wäre krass gut. Gegenentwurf ist dann sowas wie Saw, das tu ich mir nicht an. 



Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: kasi45 am 5.03.2021 | 22:53
Mal blöd gefragt: Gab es so ein Thema nicht schon gefühlt ein dutzend Mal?
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Erbschwein am 5.03.2021 | 22:58
Mal blöd gefragt: Gab es so ein Thema nicht schon gefühlt ein dutzend Mal?
Hallo,
@kasi45
Ja klar, nicht nur gefühlt sondern ein mehr jetzt...

dieses ist für Cthulhu RPGs!!!!

...wollte auch meinen S... dazu geben, ist aber nicht Fantasy- Bereich. Wo sex ein Tabu ist. Wer das jetzt nicht versteht.
...der Rest kann Krachen. Mit ein einem Gewissen Fluff.

In diesem Sinne:   ~;D
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Weltengeist am 6.03.2021 | 07:51
Fast immer haben diese Trigger mit Inhalten wie Sex, Kindern und/oder Folter zu tun.

Horror hin, Horror her. Solche Themen gelten bei manchen Menschen als amoralisch, verwerflich und absolut inakzeptabel.

Nein, ich denke, solche Themen sind einfach bei vielen Menschen etwas, was sie sich ungern vorstellen, weil es ihnen zutiefst unangenehm ist. Was ich jetzt nicht verwunderlich finde. Die interessantere Frage ist da, warum die Mehrheit sich deutlich weniger daran stößt, wenn im Rollenspiel ständig jemand umgebracht wird. Ich vermute, dass es daran liegt, dass der Tod im Rollenspiel so etwas klinisch sauberes ist - Charaktere, die im Rollenspiel sterben, tun dies normalerweise auf die gute alte Action-Film-Art (bumm, tot, fertig) und nicht auf die realistische, wo jemand 20 Minuten lang unter Schmerzen schreiend verreckt. Wenn Tod im Rollenspiel so wäre wie in "Erbarmungslos", würden das wahrscheinlich auch deutlich weniger Leute spielbar finden.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Ham's the R am 6.03.2021 | 08:19
und nicht auf die realistische, wo jemand 20 Minuten lang unter Schmerzen schreiend verreckt. Wenn Tod im Rollenspiel so wäre wie in "Erbarmungslos", würden das wahrscheinlich auch deutlich weniger Leute spielbar finden.
Da bin ich absolut bei Dir.
Ein realitätsnahes Verrecken im Dreck, in Blut, Eingeweiden und Urin, unter Schmerzenscheien, Röcheln und Gewimmer, hätte eine eindringlichere und abschreckendere Note als das simple Abstreichen von Hit Punkten.
Da ginge für viele Spieler sicherlich der Spass flöten.

Und sicherlich spielt so auch keine Gruppe. Oder doch?
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: nobody@home am 6.03.2021 | 10:18
Zur Ausgangsfrage: aus meiner Sicht gibt's da "natürlich" Grenzen. Denn zum einen spielen die Leute am Tisch ja selbst beim Horror-Rollenspiel letztendlich immer noch mit, um Spaß an der Sache zu haben, und wo der für jemanden ernsthaft aufhört, ist die rote Linie eben überschritten. Und zum anderen bin zumindest ich persönlich im realen Leben ja weder ausgebildeter Therapeut noch gewerbsmäßiger BDSM-Dienstleister noch in sonst einem eventuell relevanten Feld tätig; es käme mir also einigermaßen vermessen vor, als Freizeit-SL am Tisch mal eben so festlegen zu wollen, wieviel Leiden ein bestimmter Spieler einfach "braucht". (Wahrscheinlich täte es das nebenbei auch, wenn ich einen entsprechenden Beruf hätte.)

Auszumachen, wo diese Grenzen nun genau liegen, ist Sache der individuellen Gruppe und wahrscheinlich auch kein einmaliges Ereignis, das man im Vorfeld als lästige Pflichtübung hinter sich bringen und dann schnell wieder zur fröhlichen Rundum-Sorglos-Tagesordnung übergehen kann; man kann ja im Lauf des Spiels immer mal auf eine Mine treten, von deren Vorhandensein selbst der "Eigentümer" vorher nichts gewußt hat, und dann sollte das, wenn es schon absolut "gleich-jetzt-sofort" nicht paßt, doch wenigstens spätestens während der nächsten einrichtbaren Handlungspause besprochen werden, um Wiederholungen vorzubeugen. Gehört für mich einfach zur gegenseitigen Rücksichtnahme.

(Wobei ich gerne zugebe, daß ich ohnehin kein großer Fan von Horror einfach um des Horrors selbst willen bin. Spukerscheinungen will auf den Grund gegangen werden, Vampire sind im Zweifelsfall ganz klassisch zum Pfählen da, und der Lovecraft-Mythos interessiert mich als Spielgrundlage eigentlich auch hauptsächlich deshalb, weil er seinerseits mit der Idee spielt, daß das Universum seltsamer und unheimlicher ist, als wir es uns gemeinhin vorstellen, und man daraus doch immer noch mal etwas Neues zaubern kann...ich denke, was ich hier ausdrücken will, ist, daß ich die Versatzstücke des Genres schon mag, aber nicht viel davon halte, den "Hooooorrrrrooooorrrr!" als eigenes Phänomen großartig erzwingen zu wollen.)
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Case am 6.03.2021 | 10:26
Ich finde, im Horror Genre kann es schon zur Sache gehen. Ob dies immer übertrieben explizit sein muss, sei mal dahingestellt. Klar ist auch, wenn ich an meine Hausrunde denke, dass es Themen gibt, von denen ich weiß, dass sie anderen nicht behagen. Die lasse ich dann aus.

Klar ist auch, dass wenn man auf einer Con mit fremden Leuten spielt und auf einmal 100% Gas gibt und sich in allem möglichen suhlt, man dann ggf. die Leute triggert. Diese wiederum sollten selbstbestimmt sagen können: örks, ich gehe.

Bei uns in der Hausrunde kommt nichts mit expliziter Gewalt gegen Kinder vor. Auf der anderen Seite hatte ich mal den Effekt von Strahlenkrankheit sehr deutlich ausgespielt. Es ist halt eine Gratwanderung.

In der Deutschen Lovecraft Gesellschaft sehen wir uns häufig mit dieser Frage konfrontiert, da wir Texte Dritter veröffentlichen und eben auch noch ein Verein sind. Hier ist ein Themenkompass, der vielleicht von Interesse sein könnte:

https://www.tanelorn.net/index.php/topic,111189.0.html
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: AndreJarosch am 6.03.2021 | 21:44
Ich persönlich mag auch mal eine "härtere" Szene im Rollenspiel. Zum einen, um zu zeigen WIE abgefuckt bestimmte NPCs sind. Zum anderen um sowohl die Charaktere, als auch deren Spieler mal zu schocken.
Allerdings setze ich das bei Cthulhu seeeeehr sparsam um(*).
Blutspritzen, Gedärme, etc. tauchen in Lovecraft-Verfilmungen auf die ich sehr mag... aber ich mag sie als Horrorfilme, sehe aber in ihnen keine gute Umsetzung von Lovecrafts Stil.
Cthulhu is für mich was anderes.

(*) Um mich da "auszutoben" würde ich KULT verwenden, nicht Cthulhu.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: nobody@home am 6.03.2021 | 23:01
Um mal ein schon einigermaßen speziell Cthulhu-relevantes Beispiel zu nennen: es ist ja im Mythoskontext nicht ganz ungewöhnlich, daß mit jemandes Abstammung etwas nicht so richtig stimmt. Sieht man schon beim ollen Lovecraft selbst, wobei der allerdings generell nur die Resultate beschreibt und es ansonsten der Fantasie seiner Leser überläßt, sich auszumalen, wie die wohl genau zustandegekommen sind.

Im Vergleich dazu findet man dann unter den offiziellen Call of Cthulhu-Szenarien durchaus so einige, in denen monströse Schwangerschaften ausdrückliches Neben- oder gar Hauptplotelement sind und sich die Spieler und ihre Charaktere zwangsläufig direkt damit auseinandersetzen müssen -- das potentielle Problem, die betroffenen Personen (in der Regel wohl weibliche NSC, aber in einer Welt, wo's auch Kreaturen wie Eihort gibt, will ich mich da nicht vorschnell festlegen) womöglich selbst "rechtzeitig" umbringen zu müssen, um zu verhindern, daß sie irgendwelche Horrorkreaturen in die Welt setzen, oft genug mit eingeschlossen. Ich denke, daß man beispielsweise so ein Thema vielleicht besser doch nicht gleich einer ganzen unvorbereiteten Spieler/-innengruppe vorsetzt, muß nicht erst lange durchgekaut werden...
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Ham's the R am 8.03.2021 | 10:52
Sind die Grenzen beim RPG anders gefasst, als z.B. bei Büchern oder Filmen?

Und sind extreme Geschichten vielleicht auch erst das Salz in der Suppe i.B.a. Horror?
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: KhornedBeef am 8.03.2021 | 11:51
Ich mag solche Threads  :d dafür bin ich hier. Aber wir hatten exakt das Thema auch schon mal irgendwo verwurstet, deswegen mag ich gar nicht soviel schreiben.
Als erstes ist auf persönliche Grenzen der SpielerInnen Rücksicht zu nehmen. Kein Aber.
Der Unterschied ist eher, dass man früher so drauflos geknattert hätte, und ggfs. erst nachher merkt, dass es zuviel war. Kann man unter Freunden üblicherweise aufarbeiten.
Heute gibt es viel explizitere, vordergründige und vor allem auch durch Designer vorangestellte Mittel: Lines&Veils, X-Card, CATS oder das hier im Forum beliebte "sei kein Arschloch"  ~;D  Spaß beiseite, nicht jede Gruppe nutzt das, aber es gibt eine deutlich weitere Verbreitung von Mitteln, die dafür Sorgen können, dass man auch mit halb Fremden nicht nur Biene Maja spielen muss, vor lauter Angst vor Fehlgriffen.
Darüber hinaus darf man, und da bin ich mir sicher mit Läuterer einig, spielen, wozu man Lust hat, und die SL darf auch von sich aus unerwartet kritische Themen auf den Tisch bringen. Bei Horror ist da sowohl die tolerierte Spanne größer, als auch das Überraschungspotenzial geringer, könnte man sagen, weil einschlägige Spiele ja oft mit der konkreten Art des Horrors werben.
Was "moralisch anstößig" ist, finde ich in einer Runde, in der genug Vertrauen für solche Themen überhaupt da ist, sekundär. Wessen Meinung soll das neben einigermaßen festen Normen wie Strafgesetzen sein? Die der Zeugen Jehovas? Der CSU? Der NRA?
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Matz am 8.03.2021 | 12:32
Ich hab im Zuge von DnD öfters was von einer "Session 0" gelesen; diese soll dazu dienen eben seine Leute ein bisschen kennen zu lernen bzw. klar zu machen ob es eben solche Tabuthemen gibt, die man als SL ggf. vermeiden sollte. In einem "stupiden" Hacknslay Setting eher unwahrscheinlich, sollte sowas -imho- in einem expliziten Horrorsetting vorne an gesetzt werden.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Weltengeist am 8.03.2021 | 12:43
Ich finde auch nicht, dass es irgendwie um moralisches Pfui-das-macht-man-aber-nicht geht, sondern um das, was die Gruppe gemeinsam spielen möchte. Aber das ist erfahrungsgemäß schwer herauszufinden, weil die Ausgangsthese "Wir sind ja alle erwachsen und können sagen, was wir gut finden" in der Praxis allzu oft nicht haltbar ist.

Zwei praktische Probleme würde ich da gerne noch erwähnen:
Dafür muss man eine Lösung finden, wie auch immer die aussieht.

Sind die Grenzen beim RPG anders gefasst, als z.B. bei Büchern oder Filmen?

Ich denke ja. Wenn man ein Buch eklig findet, legt man es einfach weg. Rollenspiel ist aber eine soziale Situation, da wirken Mechanismen wie Scham, gefühlter Gruppendruck usw., weshalb man da mMn vorsichtiger sein muss.

Ich selbst mag mich diesem Minenfeld jedenfalls nicht aussetzen und mache einen weiten Bogen um erfahrungsgemäß kritische Themen. Wobei mir da jetzt auch nichts fehlt, weil sie mich ohnehin kaum reizen.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Ham's the R am 8.03.2021 | 12:55
Es nimmt dem Horror Genre seinen Charme, wenn es dort nichts zu gruseln und zu schocken gibt. Das Unbehagliche gehört dazu.

Das macht ja gerade den Reiz aus.

Genausogut könnte man dem Fighting Fantasy den Kampf Aspekt nehmen wollen, weil ein Spieler Pazifist ist.

Wenn man dem SL von vornherein mit 'Das mag ich nicht und das auch nicht.', 'Das geht ja mal gar nicht.' oder 'Dagegen habe ich aber etwas.' kommt, bekomme ich Pickel.

Wer sich für Horror meldet, wir prompt bedient. Es muss ja nicht immer gleich die volle Breitseite sein.

Aber ich schalte beim Film schauen ja auch nicht von der indizierten Fassung auf die FSK 12 Version um, weil es mich gerade gruselt.

Aber das ist nur meine Meinung.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: nobody@home am 8.03.2021 | 13:09
Der "Sei kein Arschloch"-Spruch gilt nun mal auch im Horror-Genre auch und, da ja normalerweise sie es ist, die meist im Alleingang über das Thema und die Präsentation des nächsten Szenarios entscheidet, gerade für die Spielleitung. Da kann man sich auch mit "Das ist eben Horror und meine Spieler sollen gefälligst nicht solche Weicheier sein!" letztendlich nicht drum herummogeln -- entweder kann man sich wie erwachsene Menschen darüber verständigen, was geht und was nicht, oder man spielt eben erst gar keinen Horror miteinander. Es soll ja gerüchteweise auch noch Alternativen geben. ;)
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Ham's the R am 8.03.2021 | 13:11
Ich selbst mag mich diesem Minenfeld jedenfalls nicht aussetzen und mache einen weiten Bogen um erfahrungsgemäß kritische Themen.
Was mich angeht, so mag ich die moralischen Minenfelder besonders gerne.

Wenn jemand nicht weiss, wo die eigenen Grenzen liegen ist das gleichermassen kritisch wie reizvoll.

Und in manchen Szenen muss es nicht einmal hardcore zur Sache gehen, um jemanden ungewollt zu treffen.
Wenn es soweit ist, ist das Spiel eh im Eimer, weil so etwas natürlich alle berührt und trifft.

Eine Spielerin hat bei einer Szene mal sehr, sehr gut reagiert.
Ihr Char hat den Ort des Unbehagens verlassen...
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Ham's the R am 8.03.2021 | 13:22
Ich finde 'sei kein Arschloch' ebenso unangebracht wie 'sei kein Weichei'.

entweder kann man sich wie erwachsene Menschen darüber verständigen, was geht und was nicht
Ich glaube nicht, dass das etwas mit erwachsen sein zu tun hat.
Manche Spieler kennen ihre Trigger oft gar nicht. Wie sollen sie diese anderen dann übermitteln. Das ist halt schwierig, wenn so etwas mitten im Spiel passiert.

oder man spielt eben erst gar keinen Horror miteinander. Es soll ja gerüchteweise auch noch Alternativen geben.
Absolut.
Nur muss man erst mal zu dem Punkt kommen, dass man weiss, was man mag, oder erträgt, und was nicht.
Das ist die Crux.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Swafnir am 8.03.2021 | 13:24
Einerseits find ich es sinnvoll solche Sachen anzukündigen, andererseits setzt man so halt auch immer Spoiler. Die Überraschung ist halt auch ein wichtiges Horrorelement. Wenn ich vorher frage ob jemand Angst vor Spinnen hat und was mit Gewalt gegen Kinder, dann sind zwei Punkte des Horrors schon beleuchtet und ich muss den Horror anderweitig erzeugen. Und irgendwann beißt sich dann die Katze in den Schwanz.

Daher bin ich so ein Fan von DREAD. Da erzeugt schon alleine der JENGA-Turm so viel Spannung, dass man vorher schön SPOILERN kann. Ich leite da ja gerne Jurassic DREAD, also im Jurassic Park. Da weiß jeder was kommt, aber es bleibt trotzdem spannend.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Ham's the R am 8.03.2021 | 14:36
Wenn ich vorher frage ob jemand Angst vor Spinnen hat und was mit Gewalt gegen Kinder, dann sind zwei Punkte des Horrors schon beleuchtet und ich muss den Horror anderweitig erzeugen.
Du fragst nach Höhenangst. Wenn keiner Einwände hat, spielst Du aber das Szenario mit den Spinnen.
Danach dann das Szenario mit der Höhenangst, wobei Du Dich vorher wegen der Kinder erkundigst.
u.s.w.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: kasi45 am 9.03.2021 | 10:22
Ich mag solche Threads  :d dafür bin ich hier. Aber wir hatten exakt das Thema auch schon mal irgendwo verwurstet, deswegen mag ich gar nicht soviel schreiben.
...

Guckst du hier: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,111038.0.html
und hier: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,113665.0.html
und hier klang es auch mal an: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,112884.25.html
und hier wurde es Cthulhu-unabhängig diskutiert: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,79013.0.html

Ich persönlich finde immer noch, dass das Thema mehr als ausgereizt ist (zumal man nunmal nicht auf einen Nenner kommt)
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Ham's the R am 9.03.2021 | 12:48
Du gibst Dir redlich Mühe zu untermauern, dass das Thema tot geritten ist.
In jedem Fall vielen Dank für das Heraussuchen der alten Threads.

Ein Freund von mir würde jetzt anmerken, dass ein Pferd durch häufiges Reiten weder lahmer noch hässlicher würde.
Aber das nur nebenbei.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: kasi45 am 9.03.2021 | 13:27
Das war keine Mühe das zu untermauern. Bzw. es war auch keine Mühe, diese Threads hervorzuholen. Man könnte jetzt natürlich auch anmerken, dass diese Nicht-Mühe der Threadersteller selbst auf sich nehmen sollte. Aber das auch nur nebenbei.

Deinem Freund würde ich übrigens gerne fragen, ob er es denn auch toll fände, immer und immer wieder das gleiche Thema beim Rollenspiel zu behandeln.

Da dir aber an diesem Thema so viel liegt, nochmal (auch wenn schon alles gesagt wurde) meine 2 Cents:
Ich denke, es ist ziemlich einfach und auch ziemlich schwach, jegliche Perversitäten damit zu erklären: "Es ist Horror, da muss man wissen, was einen erwartet". Horror ist eben nicht gleich Horror.
"The others" wird bei IMDB ebenso unter Horror geführt wie "Saw".

Wenn man Lovecraft mal liest, stellt man durchaus fest, dass er mitnichten bis ins kleinste Detail explizite Szenen beschrieben hat. Dies hat er gekonnt mit Vokabeln wie z.B. "blasphemisch" umschifft.

Wenn man folglicherweise ein Lovecraft-Horrorrollenspiel mitspielt, kann man wohl nicht erwarten, dass der Spielleiter explizite Folter an den SCs einbaut.

Was jeder in seiner privaten Runde macht ist mir schnuppe, wenn ich auf einer Con bin und der SL entgleist derart, stehe ich auf und gehe. Evtl. gebe ich dem SL noch die Adresse eines guten Therapeuten.

Und bevor es einen Aufschrei gibt: Aus meiner Perspektive würde ich das Spiel nicht zerstören. Das hat der SL erfolgreich selbst getan.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: ErikErikson am 9.03.2021 | 13:30
ich hätte gerne die Adresse des guten therapeuten.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: kasi45 am 9.03.2021 | 14:12
ich hätte gerne die Adresse des guten therapeuten.

Weil? Muss erst einen raussuchen
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: ErikErikson am 9.03.2021 | 14:20
Weil? Muss erst einen raussuchen
Guten Therapeuten kann man immer brauchen. Die meisten sind nur Mittemaß.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Seraph am 9.03.2021 | 15:41
Weil? Muss erst einen raussuchen

Lass dich doch nicht triggern.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Erbschwein am 9.03.2021 | 15:49
Hallo,
@kasi45

Verstehe ich nicht. Es geht mit der Zeit.

Im Mittelalter ist der Pranger, besser gesagt, hat eine Hohe Bedeutung.

Klar man muss nicht mit Spielen. Da hast du recht. Da ist das Thema Vorbei.

Aber mit dem Pranger zuspielen und dieses auszuüben muss, nicht Gleich mit folter zutun Haben, wenn der Fluff Richtig Eingesetzt Wird.

Also geht es hier um den Spielstil und der Zeit. Der wohl bei diesem Thema Gerne angebracht Ist.

In diesem Sinne:   ~;D
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: kasi45 am 9.03.2021 | 16:21
Hallo,
@kasi45

Verstehe ich nicht. Es geht mit der Zeit.

Im Mittelalter ist der Pranger, besser gesagt, hat eine Hohe Bedeutung.

Klar man muss nicht mit Spielen. Da hast du recht. Da ist das Thema Vorbei.

Aber mit dem Pranger zuspielen und dieses auszuüben muss, nicht Gleich mit folter zutun Haben, wenn der Fluff Richtig Eingesetzt Wird.

Also geht es hier um den Spielstil und der Zeit. Der wohl bei diesem Thema Gerne angebracht Ist.

In diesem Sinne:   ~;D

Hallo Erbschwein!

Was verstehst du nicht? Oder anders ausgedrückt: Ich verstehe nicht selbst nicht ganz was du meinst. Niemand (ausser dir natürlich) redet hier vom Pranger.

Sprich: Wenn jemand meinem Empfinden nach derart entgleist, nehme ich mir das Recht heraus, diese Spielrunde zu verlassen. Wenn derartige Freiheiten deinerseits mit Pranger gleichgesetzt werden, haben wir wohl einen sehr unterschiedlichen Begriff von Freiheit.

Um nochmal ein anderes Beispiel zu nennen:
Wenn ein SL in aller Ausführlichkeit eine Folterszene mit einem Spieler schildert und der Spieler dadurch noch so verstört wird, dass er nachts nicht mehr schlafen kann, empfinde ich es als zu weit gegangen. Da bleibt meines Erachtens nach der Spaß für Spieler auf der Strecke. Und nochmal: Was jeder in seinen privaten Gruppen macht ist mir egal (hat vielleicht der ein oder andere überlesen) aber bei einer Con mit wildfremden Spielern sollte man vom SL ein gewisses Einfühlungsvermögen erwarten. Ansonsten haben solche SL meiner Ansicht nach auch nichts auf einer Con zu suchen.

Ist (wie deutlich aus dem Text hervorgegangen) aber meine persönliche Meinung.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: kasi45 am 9.03.2021 | 16:23
Lass dich doch nicht triggern.

Keine Sorge, habs nicht als Trigger gesehen :)
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Erbschwein am 9.03.2021 | 16:23
Hallo,
@kasi45

Wenn wir mal bei Mittelalter und Magie bleiben können.
Und pervers wollen werden möchte:

Wer würde die Hand eines Diebes nicht mitnehmen wollen. Nur um es nicht zu wollen das der Dieb nochmal Klauen soll. Wenn durch Magie die Hand wieder Dran gezaubert werden kann.


In diesem Sinne:    ~;D
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Erbschwein am 9.03.2021 | 16:27
Hallo Erbschwein!

Was verstehst du nicht? Oder anders ausgedrückt: Ich verstehe nicht selbst nicht ganz was du meinst. Niemand (ausser dir natürlich) redet hier vom Pranger.

Sprich: Wenn jemand meinem Empfinden nach derart entgleist, nehme ich mir das Recht heraus, diese Spielrunde zu verlassen. Wenn derartige Freiheiten deinerseits mit Pranger gleichgesetzt werden, haben wir wohl einen sehr unterschiedlichen Begriff von Freiheit.

Um nochmal ein anderes Beispiel zu nennen:
Wenn ein SL in aller Ausführlichkeit eine Folterszene mit einem Spieler schildert und der Spieler dadurch noch so verstört wird, dass er nachts nicht mehr schlafen kann, empfinde ich es als zu weit gegangen. Da bleibt meines Erachtens nach der Spaß für Spieler auf der Strecke. Und nochmal: Was jeder in seinen privaten Gruppen macht ist mir egal (hat vielleicht der ein oder andere überlesen) aber bei einer Con mit wildfremden Spielern sollte man vom SL ein gewisses Einfühlungsvermögen erwarten. Ansonsten haben solche SL meiner Ansicht nach auch nichts auf einer Con zu suchen.

Ist (wie deutlich aus dem Text hervorgegangen) aber meine persönliche Meinung.
Hallo,
@kasi45

Das sollte nicht sein oder der Zweck des Rollenspiels.
Aber Man darf nicht Leute verübeln, oder ihre Spielstil anprangern. Man muss wirklich Wissen mit wem und wie Gespielt wird.

Darauf finde Ich das Thema immer wieder Wichtig dieses zu Fragen.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: kasi45 am 9.03.2021 | 16:35
Hallo,
@kasi45

Das sollte nicht sein oder der Zweck des Rollenspiels.
Aber Man darf nicht Leute verübeln, oder ihre Spielstil anprangern. Man muss wirklich Wissen mit wem und wie Gespielt wird.

Darauf finde Ich das Thema immer wieder Wichtig dieses zu Fragen.

Aha und wie soll ich auf einer Con wissen, mit wem und wie ich spiele?
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Erbschwein am 9.03.2021 | 16:39
Aha und wie soll ich auf einer Con wissen, mit wem und wie ich spiele?
Hallo,
@kasi45

Das sollten die Herausgeber des Produktes wissen wen und was gespielt wird. Entscheiden.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: kasi45 am 9.03.2021 | 16:43
Hallo,
@kasi45

Das sollten die Herausgeber des Produktes wissen wen und was gespielt wird. Entscheiden.

Es tut mir leid, aber ich verstehe beim besten Willen nicht was du meinst.

Wenn ich auf einer Con bin und mich für eine Cthulhu-Runde einschreibe, kann ich nicht wissen ob der Spielleiter bevorzugt die harte Schiene fährt oder nicht. Damit sind auf Cons meiner Ansicht nach gewisse Themen nicht sinnvoll.

Weißt du denn was ich mit einer Con meine?
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Ham's the R am 9.03.2021 | 16:44
Deinem Freund würde ich übrigens gerne fragen, ob er es denn auch toll fände, immer und immer wieder das gleiche Thema beim Rollenspiel zu behandeln.
Ich weiss nicht, was er jetzt sagen würde, aber ich weiss als SL sehr genau, dass wir ständig Wiederholungen haben.
Wir spielen immer in der gleichen Besetzung, immer bei mir, ich bin immer SL, wir spielen immer nur Samstags, immer ab 2000, immer Cthulhu, immer das gleiche System und immer die gleichen Chars.

Was die Wiederholung von Themen angeht, möchte ich Dich kurz an meinen Thread zur 7E der Masks von vor zwei Jahren erinnern.
Du warst damals sehr für eine neue Version eingenommen, wenn ich mich recht entsinne. Das müsste mittlerweile die siebte Version (inkl. Neuauflage, Nachdrucke, erweiterte Versionen) sein.

So wie bei den Masks niemand zum Kauf gezwungen wird, so ist auch in diesem Thread niemand gezwungen (erneut) zu schreiben. Wer nicht will, der hat schon.

Man sollte das Ganze etwas entspannter sehen, finde ich.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Erbschwein am 9.03.2021 | 16:54
Es tut mir leid, aber ich verstehe beim besten Willen nicht was du meinst.

Wenn ich auf einer Con bin und mich für eine Cthulhu-Runde einschreibe, kann ich nicht wissen ob der Spielleiter bevorzugt die harte Schiene fährt oder nicht. Damit sind auf Cons meiner Ansicht nach gewisse Themen nicht sinnvoll.

Weißt du denn was ich mit einer Con meine?
Hallo,
@kasi45

Wie gesagt, dafür sind die Herausgeber der Produkte zuständig. Ich weiß auch was ein Con ist.
Alles andere führt nur auf die Person zurück mit wem man Spielt.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Ham's the R am 9.03.2021 | 16:55
Wenn ich auf einer Con bin und mich für eine Cthulhu-Runde einschreibe, kann ich nicht wissen ob der Spielleiter bevorzugt die harte Schiene fährt oder nicht. Damit sind auf Cons meiner Ansicht nach gewisse Themen nicht sinnvoll.
Ich denke, das kann man wissen. Schlicht und ergreifend indem man nachfragt.
Ein SL sollte jedoch auch immer auf seinen Aushang mit drauf schreiben, ob er Hardcore spielt oder nicht.
Meistens schreiben sie ja auch noch einen Titel des Szenarios mit drauf, bzw. eine Kurzbeschreibung.
Kalt erwischt wird man nur höchst selten durch den SL.

Viel, viel häufiger habe ich erlebt, dass mir unbekannte Spieler ihre Dunkle Seite ausleben wollten und dann NSCs gefoltert, vergewaltigt und gemeuchelt haben.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: kasi45 am 9.03.2021 | 16:57
Was genau der Masken-Thread jetzt damit zu tun hat, wird mir wohl ein ewiges Rätsel bleiben.

Niemand wird gezwungen, in diesem Thread zu schreiben. Es schadet aber eigentlich auch nicht, auf die vergangenen Themen aufmerksam zu machen. Trotzdem bist du direkt drauf angesprungen. Intelligenter wäre es doch eigentlich, wenn man einen der bereits bekannten Threads fortführt, dann kann man auf bereits geschriebenes aufbauen.

Und wenn du sagst, dass man das ganze etwas entspannter sehen sollte: Warum fängst du nicht damit an?
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: kasi45 am 9.03.2021 | 16:58
Hallo,
@kasi45

Wie gesagt, dafür sind die Herausgeber der Produkte zuständig. Ich weiß auch was ein Con ist.
Alles andere führt nur auf die Person zurück mit wem man Spielt.

Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann ist z.B. Pegasus dafür verantwortlich, wenn ein SL auf einer Con einen Spielercharakter foltert.... Kann ich immer noch nicht nachvollziehen.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Erbschwein am 9.03.2021 | 16:59
Ich denke, das kann man wissen. Schlicht und ergreifend indem man nachfragt.
Ein SL sollte jedoch auch immer auf seinen Aushang mit drauf schreiben, ob er Hardcore spielt oder nicht.
Meistens schreiben sie ja auch noch einen Titel des Szenarios mit drauf, bzw. eine Kurzbeschreibung.
Kalt erwischt wird man nur höchst selten durch den SL.

Viel, viel häufiger habe ich erlebt, dass mir unbekannte Spieler ihre Dunkle Seite ausleben wollten und dann NSCs gefoltert, vergewaltigt und gemeuchelt haben.
Hallo,
@Läuterer

Danke, für Deine "noch" Ausführliche Antwort. Da habe ich "..." vergessen zuzuschreiben.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Erbschwein am 9.03.2021 | 17:03
Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann ist z.B. Pegasus dafür verantwortlich, wenn ein SL auf einer Con einen Spielercharakter foltert.... Kann ich immer noch nicht nachvollziehen.
Hallo,
@kasi45

Das sollten sie wissen, wer wen vertreten tut oder was bespielt wird.

Wenn jemand was vertreten tut, aus persönliche Motivation. Ist das der Person zu verschulden, der sollte wissen und angeben und was gespielt wird.
 
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: kasi45 am 9.03.2021 | 17:04
Ich denke, das kann man wissen. Schlicht und ergreifend indem man nachfragt.
Ein SL sollte jedoch auch immer auf seinen Aushang mit drauf schreiben, ob er Hardcore spielt oder nicht.
Meistens schreiben sie ja auch noch einen Titel des Szenarios mit drauf, bzw. eine Kurzbeschreibung.
Kalt erwischt wird man nur höchst selten durch den SL.

Viel, viel häufiger habe ich erlebt, dass mir unbekannte Spieler ihre Dunkle Seite ausleben wollten und dann NSCs gefoltert, vergewaltigt und gemeuchelt haben.

Klingt mit Sicherheit auch klasse, wenn auf den Aushängen sowas steht wie: ICh folter Spielercharaktere, bei mir werden im Spiel auch Kinder misshandelt etc. etc.

Wenn natürlich Spieler plötzlich auch derart spielen wollen, würden diese Spieler bei mir auch keinen Spaß haben.

Was ich mich wirklich frage ist: Sind solche Spielleiter derart fantasielos, dass sie nicht durch andere Mittel als extreme Grausamkeiten zu schocken wissen? Oder Horror zu erzeugen? (Wenn man sowas überhaupt Horror nennen kann)

Wie (irgendwo von irgendwem, ich weiß nicht mehr wo) an anderer Stelle schon geschrieben: Wenn ich etwaiges im Film habe, kann ich den Film ausschalten und was anderes schauen. Wenn ich im Rollenspiel bin, ist es vielleicht nicht so einfach (und wenn ich doch aufstehe und gehe wird mir ja offensichtlich vorgeworfen, irgendwem an den Pranger zu stellen)
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: kasi45 am 9.03.2021 | 17:06
Hallo,
@kasi45

Das sollten sie wissen, wer wen vertreten tut oder was bespielt wird.

Wenn jemand was vertreten tut, aus persönliche Motivation. Ist das der Person zu verschulden, der sollte wissen und angeben und was gespielt wird.

Ernsthaft? Wenn ein SL aus Cthulhu eine perverse Orgie macht, sollte Pegasus darauf achten? Das ist wohl kaum etwas, was man von einem Verlag erwarten kann.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Erbschwein am 9.03.2021 | 17:10
Ernsthaft? Wenn ein SL aus Cthulhu eine perverse Orgie macht, sollte Pegasus darauf achten? Das ist wohl kaum etwas, was man von einem Verlag erwarten kann.
Hallo,
@kasi45

Willst mich nicht verstehen??? oder was willst Du.

Wie gesagt, man gibt an auf einem Con, ob man vom einem Verlag Vertreten Ist oder Nicht ist und aus persönlicher Motivation macht.
Für mich ist das Thema vorbei. danke.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: kasi45 am 9.03.2021 | 17:17
Hallo,
@kasi45

Willst mich nicht verstehen??? oder was willst Du.

Wie gesagt, man gibt an auf einem Con, ob man vom einem Verlag Vertreten Ist oder Nicht ist und aus persönlicher Motivation macht.
Für mich ist das Thema vorbei. danke.

Naja ernsthaft: Du drückst dich seeeehr schlecht aus. Und wenn man dich nicht versteht, bist du jetzt beleidigt? Aber jedem das seine.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Ham's the R am 9.03.2021 | 17:21
kasi, was triggert Dich eigentlich gerade so sehr?
Du scheinst das hier zu einem sehr persönlichen Kreuzzug zu machen. Das muss doch nicht sein, oder?
Wie bereits geschrieben... atmen und entspannen.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: kasi45 am 9.03.2021 | 17:25
kasi, was triggert Dich eigentlich gerade so sehr?
Du scheinst das hier zu einem sehr persönlichen Kreuzzug zu machen. Das muss doch nicht sein, oder?
Wie bereits geschrieben... atmen und entspannen.

Häää? Was meinst du? Du scheinst krampfhaft zu versuchen, mir irgendwas in den Mund zu legen? Das muss wirklich nicht sein.

Also: Selbst mal atmen und entspannen.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Erbschwein am 9.03.2021 | 17:27
Hallo,
@kasi45

Meinst du, Mir macht es spaß die Unterschiede zu Sehen oder Sehen Wollen. Nein.
Ich habe auch eine Persönliche Meinung. Und leider werden durch diesen Thema auch noch Mehr.

Ich persönliche versuche vieles auszureizen. Oder zu wissen was ich ausreizen kann und darf. Ich stehe hiermit auch auf einer Seite.

Das viele leute Sagen, mit Dem will ich Nicht Spielen. Aber Du stehst auch auf eine Spielweise und darf ich dich deswegen, vorurteilen.

Entschuldige, tut mir leid wenn es etwas komisch zerstreut rüber kommt.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: kasi45 am 9.03.2021 | 17:32
Ich verurteile niemanden. Ich habe zweimal gesagt: Was in privaten Bereichen gespielt wird, ist mir schnuppe. Deutlicher kann ich es nicht ausdrücken.

Läuterer verurteilt, sieht es auch ganz easy.

Erbschwein verurteilt, ist offensichtlich sehr eingeschnappt.

Ich bin locker, es ist auch kein persönlicher Kreuzzug. Interessant wäre es herauszufinden, ob andere Meinungen immer so abgefertigt werden (denn auf meine Argumente wurde bisher grundsätzlich nicht eingegangen)
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Tegres am 9.03.2021 | 17:38
Heute gibt es viel explizitere, vordergründige und vor allem auch durch Designer vorangestellte Mittel: Lines&Veils, X-Card, CATS oder das hier im Forum beliebte "sei kein Arschloch"  ~;D
Lines&Veils kann ich nur unterstützen (zu Deutsch: Grenzen und Ausblendungen; eine sehr gute Erklärung davon findet sich beispiels im Rollenspiel "Spire"). Diese sind im Übrigen nicht statisch. Reflektiert eure Runden, redet mit den Spieler:innen und passt von Mal zu Mal die Grenzen und Ausblendungen an. Benutzt man dieses und ggf. noch weitere genannte Werkzeuge, löst sich die ganze Problematik des Threads in Wohlgefallen auf.

In diesem Sinne kann ich kasi45 übrigens zustimmen:
Ich persönlich finde immer noch, dass das Thema mehr als ausgereizt ist
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Seraph am 9.03.2021 | 17:39
Häää? Was meinst du? Du scheinst krampfhaft zu versuchen, mir irgendwas in den Mund zu legen? Das muss wirklich nicht sein.

Also: Selbst mal atmen und entspannen.

Genau das habe ich gemeint  :-X
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Ham's the R am 9.03.2021 | 17:42
Ich wundere mich und bin recht überrascht.
Läuterer verurteilt, sieht es auch ganz easy.
Ich bitte um Erleuchtung.
Wo habe ich Dich verurteilt?
Ich habe ja noch nicht einmal geurteilt.

Ich frage mich, warum Du Dich so reinsteigerst, wenn das Thema, Deiner Meinung nach, doch schon so oft durchgekaut wurde.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Erbschwein am 9.03.2021 | 17:48
Hallo,
@Erbschwein

Schnapp, Schnapp

Was sollte ich sagen Leute, passt auf euch auf mit wem oder was ihr spielt?? Ihr steht im Leben und ihr solltet das und das machen??? Bitte.
Jeder ist sich selbst überlassen und Erwachsen genug um zu wissen was man macht.

Also nicht vor die Tür, ALLE BÖSE!!!!

Ich habe nur ein Teil gelesen und bin eingestiegen. Aber ich finde das Thema wichtig. Auch wenn man sich auf ein Con, was vertreten tut. Der Verlag kann nix dafür wenn das aus persönlicher motivation gemacht wird. Das der Verlag nichts damit dann zutun hat ist klar.
Wie man damit arbeitet ist der Con-Veranstalter Verantwortlich.

Das ich dicht @kasi45 Verurteil haben sollte, solltest Du mir des Satzes der Aussage bitte Kennzeichnen. 
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: kasi45 am 9.03.2021 | 17:52
Ich wundere mich und bin recht überrascht.Ich bitte um Erleuchtung.
Wo habe ich Dich verurteilt?
Ich habe ja noch nicht einmal geurteilt.

Ich frage mich, warum Du Dich so reinsteigerst, wenn das Thema, Deiner Meinung nach, doch schon so oft durchgekaut wurde.

Okay Läuterer ein paar Tipps:
1. Lesen der Threads hilft (hast du offensichtlich nicht getan)
2. Verstehen dessen was gelesen wurde hilft noch mehr (hast du offensichtlich noch weniger getan)

Erneut versuchst du mir etwas in den Mund zu legen (Kreuzzug, reinsteigern). Dazu habe ich mich geäußert. Ist in deine Gehirnwindungen nicht eingedrungen.

Ich habe gesagt, du verurteilst. Ich habe nicht gesagt, dass du mich verurteilst. Ist in deinen Gehirnwindungen nicht eingedrungen.

Du hast zu diesem Thema bereits an anderer Stelle gesagt, dass du nicht auf die dünnhäutigen Spieler achten möchtest. Dies hat eine negative Konnotation. Das ist meinem Verständnis nach durchaus eine Verurteilung von Spielern, die sensibler sind. Wenn du das anders siehst, kannst du das ja gerne.

Ansonsten frage ich dich jetzt mal: Warum steigerst du dich sooo in das Thema rein, dass von 4 themengleichen Threads drei von dir eröffnet wurden? Benötigst du so dringend Absolution dafür, dass du jede perverse Phantasie am Spieltisch ausspielen kannst?

Also bleib du doch mal entspannt (und immer brav lesen und verstehen, kann echt helfen)  ~;D
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: kasi45 am 9.03.2021 | 17:58
Hallo,
@Erbschwein

Schnapp, Schnapp

Was sollte ich sagen Leute, passt auf euch auf mit wem oder was ihr spielt?? Ihr steht im Leben und ihr solltet das und das machen??? Bitte.
Jeder ist sich selbst überlassen und Erwachsen genug um zu wissen was man macht.

Also nicht vor die Tür, ALLE BÖSE!!!!

Ich habe nur ein Teil gelesen und bin eingestiegen. Aber ich finde das Thema wichtig. Auch wenn man sich auf ein Con, was vertreten tut. Der Verlag kann nix dafür wenn das aus persönlicher motivation gemacht wird. Das der Verlag nichts damit dann zutun hat ist klar.
Wie man damit arbeitet ist der Con-Veranstalter Verantwortlich.

Das ich dicht @kasi45 Verurteil haben sollte, solltest Du mir des Satzes der Aussage bitte Kennzeichnen.

In deinem ersten Post schienst du mir andichten zu wollen, ich wolle jemanden an den Pranger stellen. Am Ende hast du leicht angedeutet, dass ich Personen verurteile. Wenn du das anders gemeint hast, dann entschuldige bitte. Aber ich habe ja auch mehrmals gesagt, dass es schwer für mich ist, deine Posts zu verstehen.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Blechpirat am 9.03.2021 | 18:03
Ich habe hier mal zugemacht, bis wir das moderiert bekommen haben.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Ham's the R am 9.03.2021 | 21:40
So. Würde mich freuen, wenn wir jetzt vielleicht wieder zum Topic zurückfinden würden.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Erbschwein am 10.03.2021 | 10:40
Da bin ich absolut bei Dir.
Ein realitätsnahes Verrecken im Dreck, in Blut, Eingeweiden und Urin, unter Schmerzenscheien, Röcheln und Gewimmer, hätte eine eindringlichere und abschreckendere Note als das simple Abstreichen von Hit Punkten.
Da ginge für viele Spieler sicherlich der Spass flöten.

Und sicherlich spielt so auch keine Gruppe. Oder doch?
Hallo,

Genau so sehe ich das auch. Anstatt zu zeigen was da wirklich passieren würde, wird das Wort Hit Points genannt. Bei Hit Points streicht das Hirn ab. Wird nicht Realisiert was das Bildlich Wirklich zeigt.
Aber jemanden für Rollenspiel zu Interessieren, der dann die Situation vielleicht Realisiert. Wird auch nicht Glücklich.

Das Problem liegt in:
Man müsse eine Fantasy-Welt haben, die wirklich Glücklich ist. Wo alles berücksichtigt wird. Deswegen ist das Thema wichtig. Da das Thema Gewallt in vielen Facetten Existiert.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Erbschwein am 10.03.2021 | 11:07
Hallo,

Das ist genauso, wenn man in die Hölle muss. Wegen eines Auftrages. Wo erstmal 20 Feuerelementare sind und ein Wächter der mal locker Wunsch hat. Das andere Nicht erwähnt.
Ich weiß nicht ob da das Hirn aussetzt oder nur nicht Realisiert.

Genauso wie ein Drachen töten. Wer weiß was der schon weiß.
Ich will nix verleugnen. Das andere ist, Gibt es nicht, gibt es nicht. Es ist nur ein Spiel. Am besten wäre es, es spielt man Alleine.
Bin erstmal raus.

In diesem Sinne:   ~;D
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Ham's the R am 10.03.2021 | 15:11
Spieler reagieren verschieden.
Und Dünnhäutigkeit ist sicherlich nicht gleich Dünnhäutigkeit.

Der gleiche Spieler kann an verschiedenen Tagen, je nach Tagesform, sehr unterschiedlich auf ein und dieselbe Szene reagieren.

Manch eine:r weiss vielleicht noch nicht einmal was ihn/sie überhaupt triggert und wenn es dann soweit ist, liegt das Kind bereits im Brunnen.

Es geht nicht darum, etwas immer bis ins kleinste Detail auszureizen und detailliert, wie bei einer Autopsie, zu beschreiben.
Das kann man machen, muss man aber nicht (frei nach dem Motto: Leben und Leben lassen).
Mitunter kann so etwas reizvoll sein, auf die Dauer kann es sich jedoch auch stark abnutzen.

Leider reicht jedoch mitunter auch schon mal ein Schlüsselwort aus, um jemanden zu triggern.

Wichtig ist also, um auch Spass am Spiel zu haben, dass man nicht nur den SL und die Gruppe kennt, sondern vor allem erst einmal sich selbst.

Des Weiteren hilft es auch noch ungemein, dieses Unbehagen dann im Vorhinein des Spiels zu verbalisieren, anstatt mittendrin.

Beim SL nachzufragen ist auch immer hilfreich.
Wie dieser spielt und leitet, was bei ihm geht, bzw. ein No Go ist, ist sehr nützlich, um unangenehme Situationen noch vor Beginn des Spiels auszuschliessen.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: JollyOrc am 10.03.2021 | 17:44
Gibt es ein Limit?

Wann ist Hardcore too hard?

Ich glaube, das Limit ist da erreicht, wo es einer Person am Tisch wirklich zu viel wird, diese keinen Spaß mehr hat, und sich dieser Situation nicht (gefühlt) gefahrlos entziehen kann.

Was meine ich damit?

SL: (beschreibt Schlimme Dinge [tm])
Ich: (denke) ungh.. das geht mir jetzt aber doch zu Nahe, genau so ist es meinem Schwippschwager passiert, und uh.. nee.
SL: (beschreibt weiter)
Mitspieler: (ist sichtlich in der Szene drin)
Ich: (denke) ungh.. wenn ich das jetzt abbreche ruiniere ich das für alle. Darf ich dann nächstes Mal überhaupt noch mitspielen? Und was denken die dann von mir?!
Ich: (leide still vor mich hin)

Das ist das Limit, das sollte nicht vorkommen. Egal ob es sich beim Beschriebenen nun um Blut&Gedärme, Misshandlungen, oder nur das Teekränzchen mit Tante Lisbeth handelt.

Die Herausforderung ist also aus meiner Sicht nicht "wie weit kann ich gerade noch gehen?" oder "wie hole ich mir die Zustimmung?" sondern "Wie stelle ich sicher, dass alle am Tisch sich trauen, anzusagen, wenn es schiefläuft, und dass die dann auch beachtet werden?"

Bei manchen geht das sogar besser, wenn man mit Fremden spielt ("mir doch egal, was die von mir denken, die sehe ich eh nie wieder!") andere brauchen dazu den vertrauten Kreis von engen Freunden. ("ich öffne mich doch nicht vor Fremden!")

Auf Spielleitungsseite bedeutet das IMHO vor allem, dass eine gewisse Flexibilität da sein muss, um im Falle des Falles schnell die Richtung wechseln zu können, oder zumindest den betroffenen Menschen einen eleganten und einfachen Weg raus ermöglicht. In Konsequenz heißt das unter Umständen auch, dass man einrechnet, wie viel Aufwand die sich gemacht haben, um an den Spieltisch zu kommen:

Vergleicht mal die wöchentlichen 3h-Feierabendrunde via Videokonferenz mit DER Runde des Jahres, wo man extra von JanzWeitDraußen 3 Stunden Anfahrt und Geld für den Babysitter einplanen musste.  Bei der ersten Variante ist mir das ziemlich Wumpe, wenn ich da jetzt mal eben sage "sorry, das geht mir zu nahe, macht mal ohne mich weiter, bis nächste Woche!". Bei letzterem wäre ich ziemlich angefressen, wenn ich all den Aufwand auf mich genommen habe, und dann nach einer Stunde die Wahl Friß oder Stirb bekomme.

Da gibt es leider kein Patentrezept, aber ich denke, je extremer der geplante Inhalt, desto mehr sollten sich solche Gedanken gemacht werden.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Blechpirat am 10.03.2021 | 18:55
Schöner Beitrag JollyOrc!

Wichtig finde ich, dass Problem nicht exklusiv bei der SL abzuladen. Da müssen auch die Spieler die richtigen Signale senden, damit die SL (oder die Mitspieler, sowas wird ja nicht in allen Runden nur von der SL beschrieben) erkennen, wo die Grenze ist. Das erfordert viel Feingefühl... oder eben entspechende Tools, die aber m.E. oft zu spät kommen. Weil sie von der betroffenen Person (Edit: verlangen zu) erkennen, dass es ihr zu viel wird. Und das erkennt man oft erst dann selbst, wenn es zu spät ist.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Erbschwein am 10.03.2021 | 18:59
Es muss und sollte auch ein Wort der Entschuldigung geben. Wenn es doch Mal zu viel werden sollte und sich Auszusprechen ist dann auch Mehr Wert.

-Edit:- Das muss nicht nach dem 1 Abenteuer sein, aber vielleicht beim 1001 mal. Das es zu viel wird.-
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Drantos am 10.03.2021 | 23:22
Ich habe als SL große Probleme zu erkennen was überhaupt hardcore ist. Beruflich bedingt habe ich im reallife ständig mit den übelsten Auswüchsen der menschlichen Gattung zu tun (Leichen, Raub, Vergewaltigung, Kindesmissbrauch usw.). Ich hab festgestellt, dass man da schon abstumpft. Was für mich normal ist, ist für andere schon hardcore. Irgendwelche Beschreibungen im Spiel bringen mich schon lange nicht mehr zum Zucken. Es gibt auch nichts, was mich triggern könnte.

Die einzige Möglichkeit für mich so etwas zu umgehen ist tatsächlich, das den Mitspielern  genau so zu erklären und darum zu bitten, Einspruch zu erheben, wenn es aus ihrer Sicht zu heftig wird, bzw. vor Spielbeginn klare Grenzen abzustecken, damit es erst gar nicht zu solchen Situationen kommt.


cu Drantos 
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Teylen am 11.03.2021 | 02:14
Behauptung: "Themen, deren Inhalt dem guten Geschmack widersprechen, sollten auch im Horror RPG nicht bespielt werden!"
Das ist korrekt.
Wobei "der gute Geschmack" kein allgemein feststellbares Objekt ist, dass übergreifend existiert, sondern von der Gruppe abhängt.
Dahingehend benötigt es dann entweder vor dem Spiel ein Gespräch um festzustellen was für die Gruppe jenseits des guten Geschmack liegt, oder Mittel um es im Spiel möglichst einfach kommunizieren zu können.

Zitat
Vielleicht ist es dem einen oder anderen SL schon einmal passiert, dass sich ein:e oder mehrere Spieler:innen am Inhalt eines Szenarios gestossen haben und getriggert wurden.
Es ist mir durchaus schon passiert.
Wobei es nichts mit Sex, Kindern oder Foltern zu tun hatte, sondern mit anschaulichen Beschreibungen der Konsequenz von Gewalt. Heißt, ich beschreibe als Spielleitung in etwa so, wie ich mir die Kamera vorstelle, und bei System im Bereich von Horror liegt meine Inspiration mitunter bei der Serie Hannibal. Hierbei kann es geschehen, dass es zu anschaulich wird. Wenn Spieler:innen das addressieren, breche ich die Beschreibung direkt an, und skizziere die Situation nur recht vage.

Insofern kommt es auch bei "Mord und Totschlag" und selbst bei "nicht tödlichen (Kampf) Verletzungen" auf das "wie" an.

Zitat
Wann ist Hardcore too hard?
Wenn es Einspruch seitens der Spielerschaft gibt.
Ein Beispiel, während ich Hannibal ungeschnitten geschaut wurde, wurde mir bei einer Szene wo ein Charakter sein Gesicht isst doch etwas schlecht.
Wenn es in einem Spiel aufkommen würde, wäre ich geneigt, dort anzumerken das es für mich jenseits des guten Geschmack gibt.
Ein anderes Beispiel wäre, die Szene in Visitor Q, die damit endete das die Leiche mit mit einer Kettensäge zerlegt wurde (das war der wenigst eklige Teil), wo mir noch deutlich schlechter wurde, als bei Hannibal.


Anmerkungen:
Die Beschreibungen können natürlich nicht nur vom SL stammen, sondern auch von den Spielenden kommen.
Wo man es dann auch entweder davor, oder während dessen, ansprechen sollte.


Als Ergänzung, es scheint dabei davon ausgegangen zu werden, das die "Hardcore" Aspekte nur in Szenarien vorkommen, wo direkt problematische Themen (Sex, Kinder, Folter) angesprochen werden. Als ein Beispiel für eine Szene, bei der ich mir vorstellen kann, dass sie sowohl in Cthulhu als auch in Vampire öfter vorkommen kann:

Ein Charakter schießt auf einen anderen Charakter, der wiederum daraufhin stirbt.
Man kann das relativ oberflächlich beschreiben, wie so in den meisten Action Serien.
Man kann das sehr graphisch beschreiben, in dem man beschreibt wo der andere Charakter getroffen wird, wie die Wunde aussieht, wie die Person zu Boden geht.
Man kann das sehr emotional beschreiben, in dem man auf den Lebenswillen, das soziale Umfeld des nunmehr toten Charakter hinweist.
Man kann den Druck erhöhen, in dem man enthüllt das der Charakter vielleicht gar kein "böser" Kultist war, sondern eine unschuldige Person. Das der schießende vielleicht aus Wahnsinn gehandelt hat oder dadurch ein Stück seines Verstands bzw. Selbstkontrolle verliert.
So ein recht "normales" Action-Versatzstück (Schießerei mit Toten), kann je nach Szenario und Beschreibung sehr unterschiedlich wirken.
Gerade wenn man das Spiel (Call of Cthulhu, Vampire) mit der Gruppe bewusst unter dem Aspekt des Horrors spielt.
Nun, und nur weil wer ein anderes Genre-Verständnis hat, ist die Person weder ein "geheimes" (gar real live) Monster noch jemand der gar nix verträgt.

Ein Verlag kann dahingehend erwarten, dass die Spielleiter:innen auf einer Convention vernünftig rangehen.
Heißt, vielleicht keine Szenen darbieten, die bei Hannibal geschnitten wurden (die Sache mit den "Engeln"), oder zumindest ordentliche Tools (XCard etc.) anbieten bzw. mit den Spielern vorher drüber sprechen.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Ham's the R am 11.03.2021 | 08:18
Erst einmal vielen Dank für die sachlichen Antworten.

Wie geht Ihr in der Folge damit um, wenn das Kind bereits im Brunnen liegt?
Wenn also ein Wort, ein Thema, eine Szene eine:n Mitspieler:in getriggert hat?
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: JollyOrc am 11.03.2021 | 10:01
Wie geht Ihr in der Folge damit um, wenn das Kind bereits im Brunnen liegt?
Wenn also ein Wort, ein Thema, eine Szene eine:n Mitspieler:in getriggert hat?

ich kann hier nur theoretisch sprechen, denn bislang hatte ich das ausgesprochene Glück, diese Situation nicht am Tisch zu haben.

Meine erste Priorität wäre es hoffentlich, dafür zu sorgen, dass es der Person gut geht. Sprich: Denen (und allen anderen) eine Pause gönnen, herausfinden, was der Trigger war, und ob und wie man das abschaffen kann. Dazu muss man, wie Blechpirat schon meinte, auch gar nicht die SL sein, das kann man auch einfach so machen, wenn man es merkt. "Lasst uns bitte hier mal kurz unterbrechen, ich glaube das ist gerade nicht gut so."

(Der Satz ist bewusst so formuliert, dass da keinerlei Schuldzuweisung drin ist. Die Situation ist nicht gut. Das meint eben genau nicht die Person, die das Element ins Spiel gebracht hat, und auch nicht die Person, die gerade getriggert ist, und auch nicht das triggernde Element!)

Wenn die Person dann wieder "stabil" ist, fragen, was denen jetzt am liebsten wäre: Ohne Triggerelement (wenn identifizierbar) weitermachen, Pause, mit was anderem (mit oder ohne dieser Person) weitermachen, oder die Person möchte lieber nach Hause und man macht ohne sie weiter.

Solange das Triggerelement nicht vorab bekannt und als nicht erwünscht gekennzeichnet war, muss sich da meiner Ansicht nach auch niemand groß für entschuldigen. Man kann ja nicht in den Kopf einer Person hineinsehen. Empathiebekundungen sind allerdings durchaus angebracht.

Also, aus meiner Sicht nicht notwendig: "Das tut mir leid, dass ich Element X eingeführt habe!"
Aber, aus meiner Sicht angebracht: "Das tut mir leid, dass es Dir so geht!"

Wichtig ist es eben, dass man Respekt vor der Verfassung anderer zeigt, diese nicht willentlich und wissentlich beschädigen will, und signalisiert, dass es immer ok ist, wenn jemand kundtut, dass bei denen gerade was im Kopf oder Gemüt schiefläuft.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: unicum am 11.03.2021 | 11:41
Viel, viel häufiger habe ich erlebt, dass mir unbekannte Spieler ihre Dunkle Seite ausleben wollten und dann NSCs gefoltert, vergewaltigt und gemeuchelt haben.

+1

Ja solche Spieler kenne ich auch.
Titel: Re: Call of Fred - Vom bitter-süssen Badwrongfun
Beitrag von: Teylen am 11.03.2021 | 15:42
Wie geht Ihr in der Folge damit um, wenn das Kind bereits im Brunnen liegt?
Wenn also ein Wort, ein Thema, eine Szene eine:n Mitspieler:in getriggert hat?
Ich kann nur dafür sprechen, was ich mache, wenn Mitspieler:innen anmerken das etwas stört.
Ich denke nicht, dass ich eine Situation im Spiel hatte, bei denen jemand im Kontext eines Traumata oder einer traumatischen Belastungsstörung getriggert wurde.

Ich handele hierbei, entlang dessen, was ich im Rahmen der X-Card Erläuterung an meinem Tisch normalerweise sage.
Heißt, ich erfasse die Situation, frage eventuell nochmals nach was genau störte, und ändere es entsprechend.

Beispiel 1:
Ein Charakter kommt zu einer Gruppe in ein Motelzimmer. In dem Motelzimmer hat ein grausamer Mord stattgefunden [durch ein Gruppenmitglied].
Ich beschreibe: Du kommst in das Zimmer, siehst wie das Blut sich über den Boden und die Wände verteilt, der Körper...
Intervention: Erm, das ist arg graphisch.
Ich nicke, denke kurz nach: Du kommst in das Zimmer und siehst den Tatort. Was macht ihr.

Beispiel 2:
Es gibt eine Schießerei respektive Auseinandersetzung zwischen den Charakteren und Nicht-Spielercharakteren. Ein Angriff war sehr erfolgreich.
Ich beschreibe: Ihr seht wie der Gegner mit einem Kopfschuß noch kurz innehält und niederge..
Intervention: Bitte nicht zu graphisch.
Ich nicke, denke kurz nach: Der Gegner ist tot. Die nächste Runde startet, der eine verbleibende Gegner feuert, während der andere in Deckung sprinted...

Beispiel 3:
Es ist ein Fantasy Setting. Meinereiner: Ich knüpfe mir den Goblin vor, und ziehe ihm zwecks Verhör die Zähne.
Spielleitung / Mitspieler gucken angewieder.
Meinereiner, okay. Sorry. Um, ich lasse das. Ich frage den Goblin "bla".


Nach meiner Erfahrung reicht es, wenn man die Signale aufnimmt, ernstnimmt und die Erzählung entsprechend korrigiert.
Eine Spielunterbrechung kann mitunter für alle unangenehm sein, gerade wenn man die Szene so "nur" nicht mochte. Eine Diskussion um Schuld respektive Entschuldigungen kam dahingehend noch nicht auf. Auch wenn Diskussionen im Internet nahelegen, das Übertritte so schlimm sind, als hätte man das Haustier der Person umgebracht, ist es am Tisch eher so, dass ein Verständnis herrscht das die Mitspieler:innen normale Menschen sind, man was notwendiges ausgesprochen hat, und mit Kurskorrektur weiter macht.

Im Grunde wie in dem populären Meme in dem Jadzia einen alten Klingonen Kumpel trifft.
(https://i.pinimg.com/474x/fe/fe/c7/fefec776fd0ff9da8b059ed7099eb71a.jpg)