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Pen & Paper - Spielsysteme => Cthulhu RPGs => Thema gestartet von: Ham's the R am 12.03.2021 | 21:22

Titel: Call of Fred - Von Szenarien und Scenarios
Beitrag von: Ham's the R am 12.03.2021 | 21:22
Behauptung: "Egal ob deutsch oder englisch, die meisten Publikationen sind Grütze!"

Soviel ist klar. Nicht aus jeder Feder fliesst der Weisheit letzter Schluss. Und kaum ein Szenario gefällt jedem gleich gut.

Manch ein Szenario ist interessanter als andere.
Auf die eigene Perspektive kommt es an. Und die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

Wohlmöglich hat das Ganze dann aber doch mit Qualität zu tun.

Es ist nicht unbedingt eine Abwägung zw. Pulp und Purist, sondern zw. mitreissend und langweilig.

Worin liegt für Euch der Unterschied?

Was macht das eine Szenario zu einem Feuerwerk und das andere zu einem Rohrkrepierer?

Was sollte ein Szenario enthalten, um Euch bzw. Eure Gruppe zu fesseln?

Und welches Szenario hat bei Euch gezündet wie kein zweites?

Ich bin gespannt.
Titel: Re: Call of Fred - Von Szenarien und Scenarios
Beitrag von: Erbschwein am 12.03.2021 | 21:26
Das Leben als Rollenspiel.
Zu erleben und Genießen.

-Edit:- Bitte im Fantasy-Mittelalter.-
Titel: Re: Call of Fred - Von Szenarien und Scenarios
Beitrag von: CiNeMaNcEr am 13.03.2021 | 10:50
Behauptung: "Egal ob deutsch oder englisch, die meisten Publikationen sind Grütze!"
Soviel ist klar. Nicht aus jeder Feder fliesst der Weisheit letzter Schluss. Und kaum ein Szenario gefällt jedem gleich gut.

Die meisten Publikationen sind nicht unbedingt "Grütze", eher sehr ähnlich/gleich und bieten daher wenig Mehrwert. Bei vielen Publikationen kommt es mir schnell so vor, ich kenne es schon, ohne es gelesen zu haben. Dies betrifft vor allem Szenarien der 1920er (welche es ja in Hülle und Fülle gibt). Es ist sehr vieles ähnlich aufgebaut in Ablauf wie Struktur, klassische Einteilung, den Plotpoints oder eben dem klassischen Finale/Showdown. Dies macht die Szenarien nicht unbedingt schlecht, nur weniger reizlos als andere Szenarien die Abwechslungsreicher sind, ausgefallenere Ideen haben und/oder durch ungewöhnliche Settings alleine überzeugen können (es gibt wie immer Ausnahmen).

Manch ein Szenario ist interessanter als andere.
Auf die eigene Perspektive kommt es an. Und die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.
Wohlmöglich hat das Ganze dann aber doch mit Qualität zu tun.

Alles davon. Der eigene Geschmack und Perspektive wie Einstellung, aber auch die der Gruppe/Mitspieler. Qualität spielt auch eine Rolle, aber auch Tagesform, der Zweck der mit dem Szenario abgezielt wird (nur eine entspannte Runde nach Feierabend, ein Szenario was gewünscht wurde, ein Thema das die Gruppe beschäftigt, die eigene Lebensphase oder eben ein Thema was aktuell in der Familie präsenter als die Monate oder Jahre zuvor war kann Einfluss haben, ob der Inhalt eines Szenarios nun Interessanter ist oder nicht). Es spielen wie so oft vielen Faktoren, Vektoren und Facetten zusammen. Das Gesamtspektrum zählt.


Es ist nicht unbedingt eine Abwägung zw. Pulp und Purist, sondern zw. mitreissend und langweilig.
Worin liegt für Euch der Unterschied?
Was macht das eine Szenario zu einem Feuerwerk und das andere zu einem Rohrkrepierer?

Ein Szenario ist für mich und meine Runde automatisch interessanter, spielenswerter wie unterhaltsamer als auch spannender, wenn es eine ungewöhnliche Idee hat, Kreativität und Impulse zeigt die in weniger bekannte Richtungen gehen bzw. bekanntes mit Exotik würzt. Oder auch mit besonders speziellen Charakteren auftrumpfen kann oder bekanntes nimmt und dies komplett auf den Kopf stellt, Erwartungen gebrochen werden oder was mir persönlich wichtig ist möglichst, viel Flexibilität als auch Modularität gibt.

Wobei es auch große Unterschiede macht, ob ein Szenario in 2, 3 Stunden oder erst in 10 Stunden und somit 2-3 Spielabenden absolviert werden kann. Bei kurzen Szenarien (speziell Oneshots) ist der Faktor wie viele Optionen, Module und Flexibilität vorhanden sind anders gewichtet bzw. reduzierter, solange das Szenario in seiner Grundidee die Spielzeit passend reizend wie unterhaltsam und spannend füllen kann (bietet es dann noch immer die Freiheiten die Module und Optionen wie Alternativen habt, umso besser).

Was sollte ein Szenario enthalten, um Euch bzw. Eure Gruppe zu fesseln?

Abwechslung. Neues. Ideen. Spannung. Druck. Hektik. Stress. Komprimierung. Ein gutes wie passendes Pacing, Timing und Drive der Szenen/Akte. Es muss/sollt möglichst wenig "Leerlauf" haben. Aus diesen Gründen und deren Zusammenspiel, sind wir überwiegend auf kurze Szenarien, Oneshots oder Minikampagnen fixiert. Wir wollen möglichst viele verschiedene Settings, Themen, Bereiche und Charaktere erleben, fast am besten wechselnde alle 1-3 Abende. Viele andere Gruppen schwärmen von ihren Kampagnen die Jahrelang laufen und deren Entwicklung. Dies hat auch seine Stärke(n). Durch weniger Zeit zu spielen und eben der obigen Präferenzen ist, es für uns mit den Jahren immer wichtiger geworden "mehr" Unterschiedliches zu erleben, die Abwechslung zu genießen, ein breites Spektrum abzudecken.

Und welches Szenario hat bei Euch gezündet wie kein zweites?

Es waren mehrere, auf ein absolutes Top of the Top festzulegen ist schwer.  Vermutlich ist es Within You Without You.

Diese Szenarien (fast alles Oneshots) haben alle einen mehr als bleibenden Eindruck auf uns gemacht und werden immer wieder gerne erwähnt, besprochen ect.

Call of Cthulhu: Within You Without You, Tod an Board, Der Club der Witwen, Poetry Night und Der Maschinenkönig (3 Spielabende) und 12 Apostel (3 Spielabende)
FreeSystem: Amnesia (auf Cthulhu konvertiert).
Unknown Armies: Electioneering, Jailbreak, Box, Bill in Three Persons, Being Bundesaußenminister.